Die Entdeckung des Kindes.
- Zur Eröffnung des Kongreffes für Kinderforschung. Berlin, 30. September.
Heute abend ist hier der Kongreß für Kinderforschung und Jugendfürsorge eröffnet worden. Der Kongreß ist von Vertretern der Wissenschaft, Aerzten, Pädagogen, Lehrern und vielen andern Persönlichkeiten besucht. Die Tagung ruft mit Recht das allgemeine Interesse wach, zumal sie nicht nur Fragen der geistigen Entwickelung des Kindes, der Form des Dentens usw. behandeln wird, sondern auch die körperlichen Erscheinungen: Ermüdung, Schlaf 2c. dabei einer eingehenden Untersuchung unterzogen werden. Fast 500 Jahre nach der Entdeckung Ameritas ist das Kind entdeckt worden. Kinder gab es bekanntlich schon früher. Aber das innere Leben des Kindes ist erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts erschlossen worden. Wie in der Krankheitslehre seltsamerweise ein durchgreifendes Studium pathologischer Erscheinungen beim Kinde erst sehr spät eingesetzt hat, so hat die Psychologie des Kindes Ertenntnisse gezeitigt, nachdem schon breite Grundlagen für die Erforschung des Seelenlebens Erwachsener gegeben sind. Es ist kaum zu verstehen, daß troß der sorgsamen Beobachtung des reifenden Kindes auch heute noch die einfachsten Fragen nach seiner Entwicklung der Antwort harren. Wie wenige Mütter fönnten z. B. genau angeben, wann ihr Sprößling gehen gelernt hat; auf welche Art es sich fortbewegt hat, wie es die Beinchen gekreuzt hat, als es troch, und wie es die Füßchen stellte, als es ging. Und dann: wann hat das Kind sprechen gelernt? Welche Worte sagte es zuerst? Alle Eltern haben ihre Lust daran, mit welchem Mute die Kinder allmählich an die Bewältigung schwerer Wörter herangehen. Und doch wie wenige könnten sagen, welche Laute ihr Kind regelmäßig verdreht hat und wann es gelang, zwei aufeinanderfolgende Konsonanten auszusprechen, oder einen Bedingungssatz zu formen.
Bedeutungsvoll wurden die Untersuchungen über die Entwicklung der Sinnesorgane. Die Mütter sind im allgemeinen geneigt, ihren Sprößlingen schon am ersten Lebenstage die Fähigkeit zu sehen und zu hören zuzusprechen. Gewiß, das Kind hat Augen und Ohren, und alle Einzelteile dieser Organe sind bereits ausgebaut. Das Licht fällt in den optischen Apparat und übt einen Reiz auf den Sehnerv aus. Und Klänge dringen ins Ohr und erregen die Gehörsbahnen. Was aber fehlt, das ist die seelische Verarbeitung der Eindrücke. In das Auge fällt das Licht, aber es wird nicht gesehen. In das Ohr dringt der Ton, aber er wird nicht bernommen. Es fehlt eben noch das Bewußtsein, das diese Gehirnerregung deutet. Dieses Bewußtsein entwickelt sich langsam, etwa von der vierten Woche an fängt das Kind an, leuchtende Gegenstände mit den Augen zu verfolgen; es sieht. Und etwas später horcht es den Klängen. Auch die Schmerzempfindung besitzt der Neugeborene nicht. Gewiß löst die Verlegung eines Nerven Reaktionen aus. Der Körper zuckt und auf reflektorischem Wege wird das Schreizentrum gereizt. Aber das Kind empfindet diese Verlegung mit Bewußtsein nicht. Und deshalb fann man bei Kindern in der allerfrühsten Lebenszeit Operationen vornehmen und tonstatieren, daß oft das Kind, selbst bei schweren Eingriffen, nicht einmal schreit.
Ist nun das Kind über die ersten Anfänge hinaus und weitet sich sein geistiger Horizont, so erwachsen für den Forscher wieder neue Probleme. Was geht in dem Kinde bor, wenn es zählt? Nach welchen Gesetzen die Frage ist besonders eifrig studiert worden lernt das Kind den Sinn der Worte verknüpfen, Ideenverbindungen herzustellen?
Besonders hat es die Forscher gereizt, das Gefühlsleben der Kinder zu studieren und da waren es vorzugsweise die ästhetischen Elementargefühle. Wann beginnt ein Kind etwas schön oder häßlich zu finden und was findet es schön? Und wie entwickelt sich nun mit den Jahren dieses ästhetische Gefühl? Wichtig war es auch, den Vorstellungskreis des Kindes kennen zu lernen, zu erforschen, welches Bild über Welt, Seele, Gott, Gesellschaft, Wahrheit, Sittlichkeit 2c. sich in der Kindesseele formt oder malt, welche Anschauungsvorstellungen aus seiner Umgebung, Hausgeräte 2c. im Kinde leben. Diese Erkenntnis ist von außerordentlich praktischer Bedeutung, da die Schule doch mit dem vorhandenen Vorstellungsmaterial rechnen muß und das Programm des ersten Schuljahres sich darauf aufbauen soll.
Dr. med. Th. Zlocisti- Berlin.
Nab und fern.
30 Wetten zerstört. wcan jurajtet für die Sicherheit von 4 Kanonenbooten, die auf der Kriegswerft von Pensacola einer Reparatur unterzogen wurden.
Alicante, 28. September. Hier ist heute ein neues Unwetter eingetreten. Der Sturm auf dem Meere ist so Heftig, daß die Schiffe in den Hafen flüchten. Von den Fluten ist eine große Badeanstalt weggerissen worden. Ein großer Teil der Hafenarbeiten ist von den Fluten hinweggespült worden.
† Verzweiflungstat eines Ehepaares. Aus dem Wohnhause des Tischlermeisters Burkhardt in Zeit drangen plötz lich Rauchwolken hervor. Als man mittels einer Leiter in die Wohnung des B.'schen Ehepaares eindrang, bot sich ein fchauerlicher Anblid. Die beiden Gatten lagen als Leichen in einem Bette, das lichterloh in Flammen stand. Ein so= fort herbeigerufener Arzt stellte fest, daß die Frau durch Erhängen, der Mann durch Deffnen der Puls- und Halsschlagadern den Tod gefunden hatten. Es liegt zweifellos Selbstmord vor, dessen Motive in Nahrungssorgen zu suchen sein dürften.
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† Die eigene Mutter erschossen. Der 17 jährige Arbeitsbursche Wirz in Halle a. S. wollte mit einem Taschenterzerol im Garten schießen und hielt die Schußwaffe schon in der Hand, als seine Mutter hereintrat. Aus Unvorsichtigkeit tam der junge Mann dem Abzug zu nahe, der Schuß ging plöglich los und die Kugel drang der Mutter in den Kopi. Die bedauernswerte Frau brach sofort bewußtlos zusammen; fie sollte nach der Königl. Klinit gebracht werden, verstarb jedoch noch auf dem Transporte dahin. Der unglückliche Schüze stellte sich freiwillig der Polizei.
† Getrübte Festfreude. Der Kanzleirat Kachel nebst Gattin in Erfner bei Berlin wollten das Fest ihrer goldenen Hochzeit begehen, große Vorbereitungen wurden für eine frohe und würdige Feier getroffen. Sie waren alle vergeblich. Am Morgen des goldenen Hochzeitstages wurde Frau Kachel, während sie sich ankleidete, von einem Schlaganfall getroffen und liegt schwer frank danieder.
† Wolkenbrüche und Stürme find in den letzten Tagen über Amerika und Afrika niedergegangen, auch im Schwarzen Meere haben orfanartige Stürme gewütet. Die zum Teil erst jetzt eingegangenen Meldungen besagen:
† Mysteriöser Leichenfund. In dem Dorfe Kervendon! bei Kevelaer wurde seit Monaten der Landwirt E. Holthausen vermißt. Jetzt wurde die Leiche mit abgeschlagenem Kopfe in der Nähe eines Hofes aufgefunden. Holthausen ist zweifelLos einem Verbrechen zum Opfer gefallen.
† Mordtat eines Siebzigjährigen. In Untermittelried bei Leutkirch hat der fast 70 jährige Hausierhändler Wieder den 36 Jahre alten Tagelöhner Schuster von Uebelhör getötet. Schuster war bei Wieder in Miete, zahlte nicht und mußte die Wohnung räumen, weshalb beide in Streit gerieten. Wieder hieb und stach mit einem Säbel so lange auf Schuster ein, bis dieser regungslos am Boden lag.
† Großfeuer. In Rödemis bei Husum hat ein großes Feuer furchtbare Verwüstungen angerichtet. 12 Häuser sind eingeäschert, 15 Familien obdachlos.
† Vereiteltes Eisenbahnattentat. Der von Dombrowa ( Rußland) kommende Zug der Weichselbahn wurde auf österreichischem Gebiet von dem Lokomotivführer zum Stehen gebracht, der noch rechtzeitig eine falsche Weichenstellung be merkte, durch die eine Entgleisung des Zuges herbeigeführt werden sollte. Ein im Zuge mitfahrender Schlosser, der sich der falsch gestellten Weiche näherte, wurde von vier Männern aus dem Hinterhalt überfallen und durch Messerstiche schwer verwundet. Darauf wurde das Zugpersonal alarmiert. Unter den Passagieren des Zuges entstand eine Panit, doch Tonnten die Attentäter entkommen.
Newyork, 29. September. Die Stadt Mobile ( Alabama) ist von einem schweren Sturm und Wolkenbruch Heimgesucht worden. Fünf Straßenviertel in der HauptDie Stadt geschäftsgegend sind fortgeschwemmt worden. kann nur durch Boote erreicht werden. Alle Telegraphenund Bahnverbindungen find unterbrochen. Die Christusfathedrale ist bom Sturme umgeweht worden. In den Straßen steht das Wasser fünf Fuß hoch. Der Sturm weht mit einer Geschwindigkeit von 99 Meilen in der Stunde. Das am Eingange der Bucht von Mobile gelegene Fort Morgan und verschiedene benachbarte Ortschaften sollen gleichfalls zerstört sein. Bahlreiche Schiffe find gesunken. Viele Leute sind beim Einsturz von Häusern zu Schaden gekommen. Bei Diebstählen betroffene Schwarze sind niedergeschlagen worden. Die Stadt ist von Truppen besetzt worden. Die Zahl der infolge des Wolkenbruches umgekommenen Personen wird auf etwa 75 geschätzt. 5000 Gebäude sind be= schädigt. Die Ernte in Obst, Gemüse, Baumwolle und Zuckerrohr in Süd- Alabama und Mississippi ist zerstört.
† In die Luft geflogen. In einem fünfstödigen, von Italienern bewo..ten Hause in Newyork fand eine Dynamits explosion statt. Das Haus wurde vollständig zerstört. Trozz dem ist kein Bewohner erheblich verletzt worden.
Konstantinopel, 29. September. Wie erst jetzt bekannt wurde, wütete Dienstag nacht ein heftiges Unwetter auf dem Schwarzen Meere. Zahlreiche Segelschiffe sind verunglückt, darunter eins, auf dem sich 9 Personen befanden. Pensacola, 28. September. Bei dem Orkan sind 30 Fischerboote gesunken. Die Geleise der Louisville- Nashville- Bahn sind auf eine Strecke von
T Frau und Kind ermordet. Der Hdusler Ferdinanı Schwarz in Eilowig bei Troppau hat gestern früh seine Frau mit einer Holzhacke erschlagen. Nach Ermordung seiner Frau hat Schwarz auch sein einjähriges Töchterchen Friederike er. würgt. Schwarz dürfte die Tat aus Eifersucht begangen haben. Der Mörder wurde dem Bezirksgerichte in Wagstadi eingeliefert.
† Betrügerischer Kassierer. Ein Fehlbetrag von 10 000 m. wurde in der Kasse des Arbeiter- Fortbildungsvereins in Mannheim festgestellt. Der Vereinsfassierer Krämer, der seit 35 Jahren im Dienst des Vereins steht, war nur im Besitz eines Pfandbriefes von 500 Mart, sowie 30 Mark in bar.
† Tumult beim Reservistentransport. Ein mit einem Reservisten- Transport aus Zabern kommender Unteroffizier forderte auf dem Bahnhof zu Mülheim am Rhein einen jungen Mann mit Reservisten- Abzeichen auf, sein Gepäck zu bewachen. Der junge Mann, der gar kein Reservist war weigerte fich und wurde von dem Unteroffizier niedergeschlagen. Die Umstehenden ergriffen für den Geschlagenen Partei Man nahm dem Unteroffizier Seitengewehr und Patronen ab, auch wurde er geohrfeigt. Ms eine Patrouille unter Führung eines Offiziers eintraf, war der Unteroffizier bereits nach Köln weitergefahren.
+ Mit einer Hutnadel erstochen. Die Frau des Landesgerichtsrates Hruschta, die seit längerer Zeit geistesgestört ist, wurde durch einen Wärter von Tabor nach Prag geleitet, um dort in einem Sanatorium Heilung zu finden. In Wrschowiz remerfte der Wärter, daß Frau Hruschka wie leblos in der Koupeeecke lehnte. Der Wärter rief Hilfe herbei und es zeigte sich, daß die unglückliche Frau tot war. Sie hatte sich in einem unbewachten Augenblick eine Hutnadel ins Herz ge= stoßen.
Pfarrer N Berfegung in d ne zum Ritterfreuz ipps des Großmüti Ueber die Reif ein- Main- Korrefpon berichten, daß eine Swede einer Bufa Großherzog hat tanten, Freiherrn
+ Unsicherer Heerespflichtiger angeschossen. Zwei unsichere Heerespflichtige, die zur Eidesleistung beim Infanterie- Re giment Nr. 153 in Kalt eingeliefert werden sollten, überfielen den Transportführer und entflohen. Nach wiederholtem er gebnislosen Haltrufen gab der Transportführer mehrere Schüsse auf die Flüchtlinge ab. Der eine Deserteur brach in die Brust getroffen zusammen und wurde ins Lazarett gebracht, der andere wurde ergriffen und in Arrest abgeführt. Am Starnberger Se † Selbstmord eines Offiziers. wurde der 28 Jahre alte Leutnant Hermann von Liebert aud Berlin, Sohn des Generalleutnants z. D. und früherer Gouverneurs von Ostafrika von Liebert, erschossen aufgefunden
† Der Arm der Gerechtigkeit. An Bord des Dampfers ,, Kaiserin Augusta Viktoria" wurde gestern bei der Ankunft in Hamburg ein Galizianer verhaftet, hinter dem die ameritanischen Strafbehörden einen Steckbrief erlassen haben. Der Verhaftete, welcher sich auf der Rückreise nach seiner Heimat befand, wird beschuldigt, in einem Orte im Staate Newyort einen Raub und ein Notzuchtverbrechen verübt zu haben. Er wurde einstweilen in Polizeigewahrsam genommen, bis Amerika seine Auslieferung beantragt.
† Das Unglücksfahrzeug. Der regelmäßig nach Leis verfehrende Automobil- Omnibus stieß in Rovereto an ein Haus. Die Insassen wurden herausgeschleudert und das Fahrzeug demoliert. Der Wagenführer Manson und seine Tochter wurden tödlich, elfweitere Personen schwer verletzt.
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inetterats Rombeld that man aud ung" und das Wo tigten Reife nid ungen getroffen we ehmen, um etwas die Reife nach R Bufammenfunft delt es sich nur wägerten Fürften reifen verlautet, be Manche wollen Rominten ebenfall zeitig mit dem Gr tig und inwieweit e
† Unfall in einer französischen Militärschule. Durch Explosion einer Melinitgranate ist das Gebäude der Feuer werkerschule völlig zerstört worden. Einem glücklichen Umstand ist es zu verdanken, daß niemand zu Schaden gekommen ist † Zum zweiten Mal verschwunden ist der Abbé Delarne. Die Geschichte des Abbé Delarue, dessen angeblicher Mort Soviel Erregung in Paris hervorrief und der dann plößlic gesund und munter in Brüssel auftauchte, wird immer unter haltender. Jetzt ist er zum zweiten Male von Brüssel ver schwunden. Er hat bei seinen Wirtsleuten die Erklärung hinterlassen, er müsse sich den ihn bedrängenden Reporterr und Journalisten entziehen.
† Neue Eisenbahnkatastrophe. Bei einem Zusammenstoß zweier Eisenbahnzüge auf der Minneapolis- und St. LouisEisenbahn in New Prague( Minneapolis) wurden sechs Perfonen getötet und 25 verletzt. Die Kollision fand zwischen einemonen und einem Frachtzua statt.
Bunte Tages- Chronik.
Göppingen, 26. September. In Munsdorf erschoß fich der 25 Jahre alte Gipser Georg Neufer aus Furcht davor, Soldat werden zu müssen. Er erklärte, daß er, ehe er Soldal werde, vorziehe, in seiner Heimat zu sterben.
† Auf der Flucht verunglückt. Bel der Flucht aus dem Städtischen Obdach in Berlin tödlich verunglückt ist die unberehelichte Anna Beez, die sich nachts an einem Seil aus einem Fenster herunterließ. Sie stürzte dabei auf den Hof hinab und trug eine Lungenverlegung, mehrere Rippenbrüche und einen Schenkelhalsbruch davon. Sie ist infolge der Verlegungen im Krankenhause gestorben.
Trier, 26. September. Beim Brand eines Hauses im Eifeldorf Arloff kam eine Mutter mit ihrem fünfjährigen Knaben ums Leben. Ein anderes Kind erlitt schwere Brandwunden.
+ Brandstiftungen. In Velbert brannte das Maschinenhaus und die Schleiferei der Schlüterschen Schloßfabrik_vollständig nieder. In der Fabrik ist in einem Jahre achtmal Feuer angelegt worden. Der Brandstifter ist noch nicht er= mittelt. Durch ein Schadenfeuer wurde ferner die gefüllte Scheune und der Wirtschaftssaal des Wirts Meinberg in Dortmund eingeäschert. Ein nicht ganz normaler Mann wurde als Brandstifter verhaftet.
† Erdbeben auf Puertorico. In der Stadt San Juan de Puertorico erfolgten kurz hintereinander mehrere heftige Erdbeben, die unter der Bevölkerung große Panik hervorriefen. Die Bewohner der Gebäude flohen ins Freie. Selbst die Regierungsgebäude waren verlassen. Bisher wurde fein erheblicher Schaden gemeldet.
Die Tragödie der Eifersucht.
§ München, 29. September.
Der russische Student Sergius Turtschinowitsch hat an 5. Mai ds. s. den Studenten der Ingenieurkunde Martin Heinisch aus Gleiwitz auf offener Straße erschossen. Wegen dieser Mordtat steht der Russe vor den Schranken des hiesigen Schwurgerichts. Das blutige Ereignis, das ein junges Menschenleben zerstörte, zeigt wieder einmal, wohin wilde und in diesem Falle auch ungerechtfertigte Eifersucht Menschen führen kann, die nicht Charakterstärke genug besitzen, um ihre ungeregelten Aufwallungen bekämpfen und hinter die Grenze moralischer Verantworlichkeit verweisen zu können.
Student Heinisch hatte ein Verhältnis mit einer Kassiererin Berta Ruf, die im hiesigen Bürgerbräu- Ausschant in der Kaufingerstraße angestellt war. Berta Ruf erflärte dem Russen, der sie trotzdem fortwährend mit Liebesanträgen verfolgte, daß sie Heinisch liebe und nicht von ihm lassen werde. Der Russe setzte aber seine Bewerbungen fort und suchte sogar das Mädchen, als es einmal frank zu Hause lag, auf, wurde jedoch von der Mutter energisch abgewiesen. Als das Mädchen nach ihrer Krankheit wieder im Restaurant Bürgerbräu tätig war, kam auch der Russe gleich wieder und zwar in Begleitung eines Landsmannes. Wieder holte er sich bei dem Mädchen einen Korb, nachdem er ihr durch seinen Freund ein großes Buket Rosen hatte überreichen lassen. Eine besondere Erregung war ihm nicht anzumerken und ahnungslos begab sich das Mädchen etwa um 1 Uhr nachts mit Heinisch nach Hause. Kurz vorher hatte sich aber auch der Russe entfernt und war mit einer Droschke nach der Sandtstraße, in der die Wohnung des Mädchens lag, voraus gefahren. Er postierte sich in der Haustür, um die Ankunft des Mädchens abzuwarten. Diese bemerkte ihn jedoch schon von weitem und machte ihren Bräutigam darauf aufmerksam. Heinisch schöpfte aber nicht den geringsten Verdacht, schloß die Haustür auf und wollte das Mädchen hineinlassen. In diesem Moment trachte ein Schuß, der den Jackettärmel des Mädchens streifte. Augenblicklich trat Heinisch vor seine Braut, um sie mit seinem Körper zu decken und das Leben der Geliebten zu retten. Da krachten furz
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hintereinander auch schon 3 weitere Schüsse, und Heinisch sant a hervorragend schö
sofort tot nieder. Bald nach der Tat erschien eine Polizei wache, die den Russen und seinen Freund verhaftete und nur mit großer Mühe vor der Wut der Menge schützen konnte, die sich trotz der vorgerückten Stunde bald angesammelt hatte. Der eines so tragischen des gestorbene Heinisch war der Sohn eines begüterten ifanten in Gleiwiß. Er wird als ein friedlicher ruhiger.asch geschildert, der fleißig seinen Studien oblag. Sein Vater ist tot, dagegen betrauern die Mutter und mehrere Geschwister den Verlust dieses braven Menschen. Auch Berta Ruf wird allenthalben als ein solides und ordentliches Mädchen geschildert.
§ Seffein Borm Rettungsübung euerwehr und& lonne an der Sta alten. Es war and be ein Wohltätigten Much feien sämtliche tebt eine Banit, al tleerung der Räum Bortommnis mo
elbung lautet: Feu
Menschen in fa rmieren. Nach A tungsversuche durd bes und mittelft Sp hung von Menschen Feuer an Ausdehr Löschen mit einigen
Der Mörder seines Studienkollegen erschien zur Ver handlung in elegantem Gehrockanzug und war äußerst erregt. Zurtschinowitsch erklärt, er habe das Mädchen so wahnsinnig geliebt, daß es ihm gleich erschienen sei, durch welche Tat er den begünstigten Nebenbuhler beseitige. Erst am Morgen nach der Tat sei er sich der Tat bewußt geworden und er habe dann ein furchtbares Gefühl des Abscheus vor sich selbst und des tiefsten Mitleides mit seinem Opfer empfunden. Der Angeklagte behauptet, er habe unter dem Zwange eines verbrecherischen Triebes gehandelt und sei sich vor der Tat über sein Beginnen völlig im Unflaren gewesen. Dieser Behauptung des Angeklagten widerspricht jedoch der Vorfizzende, in m er ihm vorhält, daß er mit voller Ueberlegung die greuliche Tat vorbereitete, sich einen Revolver taufte, mit einer Droschke nach der Wohnung des Mädchens borauf fuhr, und sich dort im Hauseingang postierte. Der Angeklagte stellt nochmals entschieden in Abrede, daß er den Revolver mit der Absicht geiauft habe, jemand zu töten, er habe sich schon längst einen Revolver anschaffen wollen. Er habe an dem Abend Sekt getrunken, um wach zu bleiben, und sei in froher Stimmung gewesen, da er Geld hatte. G habe einfach in der Aufregung gehandelt und könne auch nicht jagen, ob er die Absicht hatte, den Heinisch zu töten, oder nur zu verlegen.
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er bricht durch und fe 1 in Flammen, wesh Dert werden. Das He wundeten, Ohnmach men, wurde von der lonnenführer, der hiedenen Buntten Der Turnhalle, die a nieder, fie richtete
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