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Italien.

Minister Tittoni beabsichtigt, Verhandlungen mit der Türkei zur friedlichen Lösung der Tripolisfrage aufzuneh men. Italien beabsichtigt, durch jährliche Zahlung einer die Erträgnisse der Provinz Tripolis übersteigenden Summe an den Sultan seine Ansprüche zu sichern. Man spricht die Hoffnung aus, die in Konstantinopel besonders einflußreiche deutsche Politik werde den italienischen Bestrebungen feine Hindernisse bereiten.

Hus den Parlamenten.

Reichskanzler Graf Bülow soll sich bestimmt dahin aus­gesprochen haben, den Reichstag bis zum Oktober vertagen zu lassen. Vom Bundesrat hofft man auf eine Beschluß­fassung im gleichen Sinne.

Deutfcher Reichstag.

( 190. Sigung.)

nent zu der Streifstatistik, selbst ein Hebammenstreif ist nichts ungewohntes mehr. Aber wie, wenn auch die Polizei, die berufene Hüterin der Ordnung, die Arbeit niederlegt! Die Stadt Lyon in Frankreich ist gegenwärtig in der Lage, einen Polizistenausstand durchmachen zu müssen. Die feiern­den Schußleute spazieren im Dienstrock oder in Zivil wohl­gefällig durch die Straßen und freuen sich an dem Ulk, den das durch die Polizeilosigkeit angeregte Publikum überall treibt. Gendarmerie und Infanterie ist zwar schleunigst in die Stadt gesandt worden, aber die armen Liniensoldaten rissen sich nicht zu helfen und müssen sich anulken lassen. Aber auch lichtscheues Gesindel macht sich breit, verübt Ver­brechen und zettelt Unruhen an. Die Zahl der nächtlichen Ueberfälle ist sehr groß. Auch die Beleuchtung in der Nacht ist mangelhaft, da die Nachtbummler sich fortwährend den Spaß gestatten, die Laternen auszulöschen. Eine von 700 Polizisten besuchte Versammlung stimmte für die Fortsetzung bes Ausstandes. Gleichzeitig wurde beschlossen, an den Prä­fekten eine Abordnung zu senden, welche die Forderungen der Polizisten vertreten soll. Man hofft auf baldige Beendi gung des Streifs.

CB Berlin, 23. Mai. Die heutige Sigung begann mit einer recht interessanten Geschäftsordnungsdebatte. Auf der Tagesord­nung stand zuerst die Fortsetzung der zweiten Beratung des Gesetzentwurfs betreffend Aenderungen der Zivilpro. zeßordnung, und die Verhandlungen hätten mit der Wiederholung der bereits zweimal ergebnislos gebliebenen namentlichen Abstimmung über die Erhöhung der Revi­sionssumme von 1500 auf 2500 Mark ihren Anfang neh­men sollen. Zuvor aber erhielt der nationalliberale Abg. Dr. Paasche das Wort zur Geschäftsordnung; er bat den Präsidenten, die Namen der Abgeordneten zu verlesen, von denen der Antrag auf namentliche Abstimmung ausgegan­gen, er habe, so fügte er unter lebhafter Bewegung hinzu, wahrgenommen, daß von den 50 Mitgliedern mehr als vier. zig gefehlt hätten. Ueber die Zulässigkeit des Paascheschen Antrages entspann sich nun eine längere Diskussion, in der auch die Frage wieder erörtert wurde, ob überhaupt na­mentliche Abstimmungen von nicht anwesenden Mitgliedern beantragt werden dürfe. Nachdem verschiedene Redner ihre Meinung hierüber kundgegeben hatten, erklärte der sozial­demokratische Abg. Singer, daß nach seiner Ansicht die ganze Debatte, da sich das Haus in der Abstimmung befinde, geschäftsordnungswidrig sei. Präsident Graf Ballestrem ging auf diesen Vorwurf nicht ein, er betonte nur unter großer Heiterfeit, daß Herr Paasche gar keinen Antrag ge= stellt, sondern lediglich eine Bitte ausgesprochen habe, der er willfahren werde, da er einem Kollegen gern gefällig sei, soweit die Geschäftsordnung es nicht berbiete. Mit der Verlesung der Namen der Antragsteller schloß dann der Zwischenfall. Die darauf folgende Abstimmung ergab die Anwesenheit von 4 Mitgliedern über die zur Beschlußfähig. feit erforderliche Anzahl. Die Erhöhung der Revi sionssumme wurde mit 119 gegen 74 Stimmen bei 10 Enthaltungen angenommen. Ueber das Gesetz selbst wurde des Weiteren nicht mehr viel gesprochen; eine lebhafte De­batte knüpfte sich nur noch an den vom sozialdemokratischen Abgeordneten Stadthagen erhobenen und leidenschaft­lich vertretenen Vorwurf, daß der preußische Justizminister materiell in einen Prozeß der Milchzentrale und des Land­tagsabgeordneten Ring eingegriffen habe, was der Staats. sekretär des Reichsjuftizamtes Dr. Nieberding ent­schieden bestritt. Es folgte dann die dritte Beratung der aus der Mitte des Hauses eingebrachten Novelle zur Strafprozeßordnung, die die Entlastung der Straffenate des Reichsgerichts bezweckt. Hier wurde der in 2. Lesung gefaßte Beschluß, Preßdelikte vor die Geschwo­renen zu verweisen, in namentlicher Abstimmung mit 142 gegen 56 Stimmen bei 5 Enthaltungen wieder aufgehoben.

Preussischer Landtag

Haus der Abgeordneten.

( 187. Sigung.) RK Berlin, 23. Mai. In einer faum zweistündigen, recht schwach besuchten Sitz­ang wurde heute eine lange Reihe von Petitionen ohne jede Debatte erledigt. Von den drei Initiativanträgen, die jetzt noch zur Beratung standen, fand nur der Antrag des Frhn. v. Zedlitz( frk.) einige Beachtung, der die Zulagen für Seminarlehrer pensionsfähig machen will. Dem grundsätzlichen Widerspruch der Regierung standen alle Red­ner aus dem Hause gegenüber, so daß der Antrag mit großer Mehrheit angenommen wurde. Die Anträge Hez rold( 3.) und Deser( frs. Vp.) über die Sonntagsruhe amd den Nachtdienst im Eisenbahnbetriebe wurden nach fur­zen Erörterungen der Regierung zur Erwägung überwiesen. Morgen gibt's ein ähnliches Programan.

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Hof und Gesellschaft.

Der Kaiser und die Kaiserin treffen Mittwoch früh von Wiesbaden aus direkt in Berlin ein. Damit fallen die in Wiesbaden umlaufenden ungünstigen Berichte über das Befinden der Kaiserin in sich zusammen. Der Besuch des Raisers auf der Wartburg ist abgesagt.

[] Streif in Chicago. Der mit vermehrter Heftigkeit aufflackernde Kutscherausstand hat zu bedauerlichen Vor­fommnissen geführt. Bei einem Straßenkrawall zwischen Streitbrechenden Negern und Weißen blieben zwei Tote auf bem Plate. 2100 neue Polizisten wurden in Dienst gestellt

Der Prinzregent Quitpold hat sich in Begleitung der Prinzessin Therese zum Besuche seiner Schwester, der Herzogin von Modena, nach Wien begeben.

Die Hochzeit des Herzogs Karl Eduard von Sachsen- Koburg und Gotha mit der Prinzessin Viktoria Adelheid zu Schleswig- Holstein ist auf Ende Oktober festge­jetzt. Sie findet in Schloß Glücksburg statt

Soziales Leben.

( Eig. Bericht.)

Elektrische Hinrichtungen. Newyork, im Mai. Der Blaubart von Chicago", Johann Hoch, sieht seiner Aburteilung durch die Jury entgegen. Es besteht im Publi. fum fein Zweifel, daß der Unmensch, der an 40 Frauen und Mädchen zur Ehe verlockt, alle um ihr Vermögen betrogen, eine große Zahl aber mit Gift umgebracht hat, seiner wohl. berdienten Strafe nicht entrinnen und zum Tode verurteilt werden wird.( Ist inzwischen geschehen. D. Red.) Die öffentliche Meinung, die hierzulande oft falsches Mitleid mit den traurigen Helden von Kriminaltragödien hat, wird Fem Blaubart" feine sentimentale Träne nachweinen, wenn er den elektrischen Hinrichtungsstuhl besteigt.

Die moderne Wissenschaft hat in dem für Fortschritt aus allen Gebieten empfänglichen Amerika sich auch der Hin. richtungsmethode bemächtigt. Statt der in anderen Ländern gebräuchlichen uralten Henkerutensilien, des Strickes, des Beils, oder der kultivierteren Guillotine wird der von ame rifanischen Richtern Verurteilte auf elektrischem Wege ins Jenseits befördert. Ohne Zweifel ist diese Art der Straf­bollstreckung die humanste unter allen bisher geübten. Die Apparate, die zu ihr verwendet werden, sind so vervollkomm net, daß der Tod schnell, sicher und verhältnismäßig schmerz­Los eintritt.

[] Ruhegehalt und Hinterbliebenen- Bersorgung für Straßenbahnangestellte. Die Stadtverordneten in Darm­stadt beschlossen, den Schaffnern und Wagenführern der städtischen Straßenbahn ausfömmliches Ruhegehalt und außerdem Hinterbliebenenversorgung zu gewähren. Das Ruhegehalt beginnt mit 5 Jahren Wartezeit in Höhe von 25 Prozent des Einkommens und erreicht die Marimal­grenze nach 30 Jahren mit 80 Prozent.

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getreten sind, bleibt ein einziger Beamter stehen. Alright!" Gepreßt kommt es von seinen Lippen. Und nun setzt der elektrische Strom ein. Ein Geräusch, wie von einem auf schmellenden Körper unterbricht die unheimliche Stille. Wit lange es dauert, ermißt man nicht. Wohl die größere Hälfte der Anwesenden hat die Augen geschlossen, bis alles vorüber ist. Volle zwei Minuten freist der Strom durch den Kör per des Gerichteten. Die Aerzte treten hinzu, fühlen den Puls. Dann wird nochmals der Strom angedreht. Erleich tert atmen wir auf, als endlich eine Stimme, flar, tief. aber nicht laut, das erlösende Wort ausspricht: over". Borüber. A. v. Gera u.

Nab und fern.

Das große Los der preußischen Lotterie, das auf die Nummer 159 376 fiel, ist einer Reihe fleinerer Leute in Ostpreußen zuteil geworden. Der Hauptbeteiligte istin Bäckermeister in Insterburg, weitere Anteile fielen dem Städtchen Angerburg und nach der Gemeinde Eschen bruch im Regierungsbezirk Gumbinnen.

Der Hinrichtungsraum im großen Newyorker Staats­gefängnis Sing- Sing" ist ein Saal von mäßiger Größe, panz in dunklem Eichenholz getäfelt. Man sieht sechs Reihen Etühle von je zehn Sißen und denkt sich in einen Raum ver­sezt, in welchem Vorträge stattfinden sollen. Aber statt des Rednerpultes werden wir im ersten Drittel des Saales einen infachen hölzernen Sessel gewahr, dessen Füße über dicke in den Fußboden eingesenkte Glasplatten fest angeschraubt nd. Dieses ominösen Sessels halber, an dessen Lehnen und Vorderfüßen breite Lederschnallen angebracht sind, übersieht man fast ein über demselben herabhängendes Ge­hell, welches an einem seidenumsponnenen Strick von der Dicke eines Gasschlauches befestigt ist. Der Strick geht durch eine Deffnung in den obenerwähnten Verschlag, welcher die elektrische Maschine verbirgt. Der Zweck des Gestells wird auf den ersten Blick verständlich. Es ist eine große Glef­trode in Gestalt eines nach vorn offenen Reifens, an den beiden, den Schläfen entsprechenden Seiten handtellergroße Metallflächen, an einem nach unten führenden und für den Maden bestimmten, der Kopfform entsprechend gekrümmten Stab eine dritte Metallplatte. Seitlich dieser großen Glef. trede, an Schnüren gleich dieser befestigt, befinden sich die Bulcitungsapparate für die Ertremitäten. Die Verbindung gwischen dem so harmlos aussehenden Holzsessel und den verhängnisvollen Schnüren, die man für elektrische Klin­geln halten könnte, wenn die merkwürdigen Apparate nicht dcran hängen würden, bildet im Ernstfall der menschliche örper. Erst durch die hölzerne Wand, hinter dem Sessel, richtiger Lehnstuhl, wird der Saal zum Hinrichtungsplatz gestempelt. Das Ganze macht einen ernsten, feierlichen Ein­druck, auch wenn man die Bestimmung nicht fennt, und man die feine Pforte, fints vom Hinrichtungsstuhl, durch welche der Todeskandidat eintritt, nicht erst zum Gegenstand ern fter Betrachtungen macht..

[] Eisenbahnerstreik. Im südwestlichen Frankreich, im Departement Corrèze, ist ein Streit der Eisenbahnange­stellten ausgebrochen. Der Dienst wird durch Pioniere auf­rechterhalten. Man befürchtet die Verbreitung des Aus. standes in der Metallindustrie und den Waffenfabriken des Departements.

[] Streifende Polizei. Der gemeinsame Arbeitsausstan ist heutzutage eine gewohnte Erscheinung im öffentlic Leben geworden. Alle möglichen Berufe stellen ihr Konti­

A Gine, Schülerfahrt an die Seefante hat der Flotten­verein, Gruppe Berlin, veranstaltet. 1200 Schüler aus den obersten Klassen der höheren Schulen Berlins und der Mark Brandenburg, begleitet von 70 Lehrern und Aerzten, fuhren in zwei Sonderzügen unter Führung von Vor­standsmitgliedern des Flottenvereins nach Friedrichsruh, wo am Sarkophage des Fürsten Bismard eine Huldigung veranstaltet wurde, dann nach Hamburg. Dort wurde ihnen auf zwei Dampfern der Hamburg- Amerifa- Linie Quartier gewährt. Von Hamburg ging die Fahrt nach Kiel zur Be­sichtigung des Kriegshafens.

Ein berähutter Bernhardiner ist gestohlen. Barry, der berühmte Hund vom Großen St. Bernhard, der so vielen Menschen das Leben rettete, ist nach Italien entführt wor­den. Man nimmt an, daß es ein Insasse des Hofzuges irar, der Barry aus dem Hause mit sich nehmen konnte; denn mit einem Fremden wäre Barry nicht so weit fort­gegangen.

+128 Fischer vermißt. Der Dreimaster Consius Réunis", der vor fast drei Monaten mit 128 bretonischen Fischern von St. Servan nach Neufundland abging, wird seitdem vermißt. Man glaubt, daß das Schiff mit Mann und Maus untergegangen ist.

A Eine Arbeiter- Revalte wird aus Madrid berichtet. Als eine Anzahl Arbeiter wegen rütändiger Miete aus ihren Wohnungen vertrieben und ihre Möbel mit Beschlag belegt wurden, eilten die Kameraden und Kameradinnen herzu, plünderten zur Revanche andere Häuser in der Nachbar­schaft und warfen die Möbel zu den Fenstern hinaus. Dann ging es in die naheliegenden Fabriken, wo die Einstellung der Arbeit erzwungen wurde. Mit Mühe gelang es, die Ruhe herzustellen.

Ein rauher Märztag, nachdem schon der schnellebige ame rikanische Frühling Blätter und Blüten entwickelt hatte, be deutete in Sing- Sing den Sterbeiag eines zum Tode ver urteilten Mörders. Ein deutscher Barbier, der seinen Freund und Landsmann, einen Masseur, in der tüdischsten Weise mit Hilfe einer deutschen Hebamme- eigentlich die Ver lobte des Masseurs er: nordet hatte, sollte sein grauenhaf tes Verbrechen im elektrischen Stuhl fühnen. Etwa sechzig Personen an Zahl, meist Zeitungsberichterstatter, Aerzte und Juristen, betraten wir den Hinrichtungssaal. Nur leise flüsternd wagen sich die Anwesenden zu unterhalten. In dem Augenblick, in dem sich die enge forte in der Wand öffnet, verstummt jeder Laut. Alle Augen sind mit unwi derstehlicher Macht auf den Eintretenden gerichtet; manche erbleichen und manche wünschen im Stillen, forteilen zu dürfen. Der Delinquent sieht toienblaß aus. Fünf oder sechs Schritte ist er vorgetreten, zuerst die versammelter Männer in den Sipreihen überblickend; noch vier oder fün Schritte sind es bis zum Stuhl. Erst jetzt fällt sein Blid darauf, und er bleibt wie angewurzelt stehen. Hinter ihm sind noch fünf oder sechs Personen eingetreten, Gerichts- und Gefängnisbeamte. Noch ehe ihn jemand berührt oder mahnt hat der Gefangene die letzten Schritte mit bewunderungs würdiger Festigkeit zurückgelegter ist am Ziel. Er is sehr sorgfältig gekleidet, tadellos gefämmt und rasiert. Dei Anzug meist zwei beängstigende Schnitte an den Aermeln und an den einkleidern auf; an letzteren an den Waden teilen. Dort werden die Elektroden angesetzt. zt hat ei sich niedergelassen, vielleicht schon mit schwindenden Sinnen Eine Minute vergeht in einer bedrückenden Stille. Di Kaltblütigsten ziehen ihre Uhr hervor, um die Dauer de Erefution festzustellen.

Wenige Schritte hinter dem Stuhl, nachdem die Fesse Lung vollendet, die Apparate an Kopf, Nacken, Armen und Beinen befestiat find. und die damit Beschäftiaten zurück

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Die spanischen Schatgräber sind endlich unschädlich ge­macht. Man erinnert sich der Schwindler, die von Madrid aus leichtgläubige Leute in aller Herren Länder, besonders in Deutschland und Frankreich, dadurch um Geldmittel oft nicht unbeträchtlicher Art gebracht hatten, daß sie ihnen die Möglichkeit, große Schätze aus Hinterlassenschaften zu ge­winnen, vorspiegelten. Jetzt ist die Madrider Polizei der Gesellschaft auf die Spur gekommen und hat sie festgesetzt. Den Behörden ist dabei auch der Briefwechsel der Bande in die Hände gefallen. Daraus geht hervor, daß diese Be­trüger in allen Ländern Europas und Amerifas ihre Agen­ten hatten.

Hochbahnunglück in Newyork. Bei einem Zusammen­stoß zweier Hochbahnzüge in Newyork wurden zwanzig Per­sonen verlegt. Da infolge Kurzschlusses das Gerüst der Bahn in Brand geriet, fletterten die Reisenden in ihrem Schrecken aus den Fenstern und an den Pfeilern auf die Straße hinab.

Vermischtes.

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=[ Wie ein verwundeter" Baum kuriert wird.] An der Luther- Eiche in Wittenberg ist dieser Tage ein bemerkens­merter Eingriff vorgenommen worden. Wie seinerzeit mit­geteilt worden ist, haben in der Weihnachtszeit Bubenhände die Eiche auf einer Umfangsfläche von 173 Zentimeter an gesägt. Die Verlegung wurde wenige Tage darauf durch einen Notverband geschlossen. Die wenigen verbandlosen Tage haben aber hingereicht, die Wundränder zu trocknen und das jetzt langsam beginnende Steigen des Saftes zu unterbrechen. Man hat nun an der Eiche, um sie lebens fähig zu erhalten, eine Ueberpflanzung vorgenommen, d. h. man hat die 173 Bentimeter lange Wunde bis auf den frischen Bast erweitert und an den Stellen, an denen der Bast getrennt oder vertrocknet war, frische junge Eichenrinde eingefügt und dann die Verbandstelle luftdicht verschlossen. Unverletzt ist die Rinde an einer Stelle von 104 Zenti metern. Man hofft nun, durch diesen Eingriff die geschicht­liche Eiche vor dem Untergange zu bewahren.

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=[ Der Gipfel der Frechheit.] Im Bootshause des Han noverschen Ruderklubs war fürzlich ein neues Rennboot an gekommen und man hatte die mit Hobelspänen halb. gefüllte leere Umhüllungsliste unter das auf Pfählen errich tete hochgelegene Bootshaus gestellt. Bald machte man die Entdeckung, daß irgend ein Stromer sein Nachtquartier in der Kiste bezogen haben mußte, denn alle Anzeichen deuteten darauf hin. Eines Abends feierte ein Mitglied des Klubs seinen Geburtstag im Bootshause. Es ging fidel her, man fang und tranf nach Herzenslust. Da, kurz nach Mitter nacht, als der Lärm seinen Höhepunkt erreicht hatte, pochte es gewaltig unter dem Fußboden des Bootshauses, und eine rauhe Stimme rief: Zum Donnerwetter, jetzt bitte ich mit aber Ruhe aus!" Es war der Strolch, der seine Nachtruhe haben wollte.

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Ausgabe erfolgt Xanit fand im Restaur jammlung der Delche: Oberarzt Bundbehandlung führungen des B mourde mitgeteilt

=[ Das Gnadengefuch am Schwalbenfuß.] In Camps auf der Insel Elba flog einem Laternenanzünder eine Schwalbe zu, an deren rechtem Fuß ein Zettelchen befestigt war. Auf diesem Zettel stand folgendes:" Portolongone, am 14. Mai 1905. Um 3 Uhr nachmittags fam in das Spital der Sträflinge durch das Fenster diese Schwalbe, und ich gebe ihr die Freiheit, indem ich an ihren Fuß diesen Zettel binde. Wer den Zettel findet, sei barmherzig und be freie mich von meinen Strafen, indem er den Justizminister oder den König um Gnade für mich bittet. Ich bin unschul dig zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt worden und schmachte seit zwanzig Jahren, seit dem 16. April 1885, in diesem Grabe. Bruno Cataldo aus der Gemeinde San Cataldo in der Provinz Caltanissetta. Gott befohlen!" Die

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