Ausgabe 
25.6.1904 Erstes Blatt
 
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Herren, fie möchten sich durch seine Reden nicht stören lassen. Shallende Heiterfeit. Erneute Heiterfeit, als Oberlandforst meister Wesener die Füchse verteidigte, weil sie das Aus. brechen der Mäuse" verhindern. Dann folgte die Beratung des Gefeßentwurfs betr. den obligatorischen Besuch der Fort bildungsschulen in der Provinz Hessen- Nassau, der in der Fassung des Abgeordnetenhauses angenommen wurde.

Nah und form.

* Gewitterkatastrophen in Desterreich- Ungarn. Ueber große Teile Desterreichs und Ungarns gingen zahlreiche schwere Gewitter mit Hagelschlägen nieder. Außer großem Schaden an den Feldfrüchten sind auch viele Verluste an Men­schenleben zu beklagen. Nach bisher vorliegenden Berichten sind 23 Personen vom Blizz erschlagen worden. Bei Straß­nig in Mähren suchten fünf Feldarbeiter, die das Gewitter überraschte, Schuß unter einem Brunnendache. Der Blig schlug in den Brunnen ein und tötete sämtliche fünf Arbeiter. Zwei von ihnen fielen dabei in den Brunnen und es gelang erst nach vielen Mühen, die Zeichen emporzuziehen. In der Gemeinde Kluso im ungarischen Komitat Saros wurden die Bauern gleichfalls bei der Feldarbeit überrascht. Viele suchten unter Bäumen Schutz. Der Blizz schlug in zwei Bäume und die darunter Stehenden, im ganzen 18 Personen, wurden erschlagen. Zwei Kinder wurden von den vom Ge­birge herabstürzenden Wassermassen erfaßt und ertranken.

Einen gemeinen Rachenkt unternahm eine Kunstreiterin des zurzeit in Charlottenburg gastierenden Zirkus Sarra­fani gegen eine Kollegin. Diese befitt eigene Pferde. Als sie morgens den Stall betrat, bemerkte sie, daß ihr bestes Schul­pferd im Werte von 3000 Mark auf dem linken Hinterfuß lahmte. Bei näherer Besichtigung ergab sich, daß dem Tier ein acht Centimeter langer Nagel senkrecht in den Fuß ge­schlagen worden war, wodurch das Tier für alle Zeiten für den Zirkus unbrauchbar geworden ist. Die mit der Geschä digten verfeindete der Tat verdächtigte Kollegin" hat zu­sammen mit einem Stallbediensteten, der wahrscheinlich ihr Mithelfer ist, das meito aefucht

+[ Eine neumodische Beschäftigung der Pekinger Palast­damen] bildet das Stricken, das die Gattin des amerika­nischen Gesandten Conger ihnen beigebracht hat. Einige der intelligentesten sollen sich sogar mit Erfolg an das Häkeln herangewagt haben. Als das Stricken erst Mode geworden war, wurden im Palast bald so viele wollene Sachen für den Kaiser und die Kaiserin- Witwe hergestellt, daß diese vor­aussichtlich zeitlebens daran genug haben werden. Unfere Backfische aber, denen der veraltete Strickstrumpf ein Greuel ist, werden die chinesischen Hofdamen aus tiefster Seele be­dauern, daß sie an dergleichen geisttötenden Beschäftigungen Befallen finden können. Ja, wenn's noch Lawntennis wäre!

§ Die Mörder des ungarischen Abgeordneten Ermits frei­gesprochen. In dem Prozeß gegen die Brüder Mladen und Georg Sabul, welche den Abgeordneten Eremits getötet hat­ten, wurden die Angeklagten von den Szegediner Geschwo­renen freigesprochen, weil sie die Tat in einem unzurech nungsfähigen Zustande begangen haben. Die Angeklagten wurden sofort auf freien Fuß gesetzt.

Von der Kieler Woche. Die gestrige Wettfahrt auf der Föhrde, veranstaltet vom Kaiserlichen Jachtklub, wurde von herrlichem westlichen Segelwinde begünstigt. Die großen Schunerkreuzer waren vollzählig am Start. Gemeldet hatten 57 Jachten. Meteor" ging als erster Schunerkreuzer durch den Start, gefolgt von Hamburg", Ingomar" und " Iduna". Zahlreiche Begleitdampfer belebten das Regatta­feld. Der Wind nahm im Laufe der Regatta zu, alle Jachten führten volle Besegelung. Auf die Dauer konnte indessen ,, Meteor" die Führung nicht behaupten; den Sieg errang viel, mehr Ingomar", die schließlich Hamburg" um eine Schiffs. länge schlug und 15 Minuten vor Meteor" das Ziel pas­fierte. Zur Teilnahme an der Regatta auf dem Meteor" mar geladen Earl of Lonsdale, Earl of Mar, Mr. Riggs, Mr. Goelet, Mr. Vanderbilt, Mr. Perceval, Mr. Parly sowie die Admirale von Köster und Hollmann. An Bord der Iduna" nahmen die Kaiserin, der Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich an der Regatta teil. Ebenso der Prinz Wilhelm von Schwe den und Norwegen, der am Abend vorher vom Kaiser empfan­gen worden war. Fürst Albert von Monaco traf mit seiner Jacht Alice" furz vor Beginn der Seeregatta ein. Als die ,, Alice" die Jacht Meteor" passierte, grüßte sie durch Dippen der Flagge. Fürst Albert stand auf der Brücke und grüßte den Kaiser, der durch Abnehmen der Müze dankte.

Viele

Eine furchtbare Eisenbahnkatastrophe hat sich zwischen Calamocha und Luco in Spanien ereignet. Ein Zug entgleiste auf einer Brücke über den Gilocafluß. Der Zug soll ganz ber brannt sein. Dabei tamen etwa dreißig Menschen ums Le­ben. Furchtbare Schreckensszenen spielten sich ab. Leichen sind verbrannt, andere vom Wasser fortgeschwemmt, so daß genaue Angaben unmöglich sind. Infolge furchtbarer Wolfenbrüche trat der Gilocafluß über die Ufer und richtete große Verheerungen an. Ein Eisenbahnzug ist mit allen ver­fügbaren Kräften von Teruel an den Ort des Eisenbahn­zusamenstoßes abgegangen. Die Opfer sind fast sämtlich Gendarmen.

Der Mann der Abenteurerin. Wie aus Wien gemeldet wird, hat der Bezirkshauptmann von Mürzzuschlag, Franz von Herway- Kirchberg, seinem Leben durch einen Revolver­schuß ein Ende gesezt. Es geschah aus Gram darüber, daß seine Gattin sich als eine gefährliche Abenteurerin entpuppte. Wie erinnerlich, wurde vor einigen Tagen berichtet, daß sie ihn auf Grund eines gefälschten Ehetrennungsurteils gehei­ratet und sich jetzt wegen Doppelehe zu verantworten hat. Vor 44 Jahren wurde sie in Charlottenburg als Tochter des Taschenspielers Bellach geboren. Nach einem abenteuerlichen Leben in Rußland, Frankreich, Rumänien und Kamerun fehrte sie vor einigen Jahren nach Deutschland zurück und heiratete in Dresden den aus dem Leckert- Lützow- Tausch­Prozeß her bekannten Baron von Lüboto.

[ Der geseiste" deutsche Kronprinz.] Vom Aufent­jalte des Kronprinzen in Curhaven wird nachträglich folgende hübsche Szene bekannt. Als sich der Kronprinz an Bord der Iduna" befand, wurde er von der Besatzung der Jacht der Kaiserin nach altem Seemannsbrauch geseift", das heißt, er wurde als Landratte von der Mannschaft an dem Mast festgebinden und mußte sich loskaufen, was er denn auch lachend tat.

Lokales.

25. Junt 1904. * Der Großherzog hat am 22. Juni den Land­richter bei dem Landgericht der Proving Oberhessen Ludwig Neuenhagen zum Landgerichtsrat und den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Hungen Karl Steinberger zum Oberamtsrichter ernannt.

Nder juristischen Fakultätsprüfung an der Landesuniversität im Sommersemester 1904 haben sich 28 Standidates unterzogen. Die Prüfung von 2 Kandidaten ist wegen Krankheit noch nicht zum Abschluß gelangt. Von den übrigen 26 Kandidaten haben 17 das ganzen gut" und 7 genügend".

30 Pfg. für einen Maurer zu bezahlen, der diesen nicht verdient, aber dafür steht ja Jedem von ihnen e Es ist desha Recht zu, derartige Arbeiter zu entlassen. nicht verständlich, weshalb dieser Bassus einen Grund geben kann, die Beendigung des Streiks wieder illusori zu machen.

Marburg. In der gestern Abend abgehaltenen außerordentlichen Hauptversammlung des hiesigen Berei für naturgemäße Gesundheitspflege, Lebens- und Heilwä wurde die Errichtung eines Luftlichtbabes an der Großseelheimer Straße beschlossen.

A Marburg, 24. Juni. In der Klinik starb de Lokomotivführer Angersbach, der bei dem Eisenbahnung lad davongetragen hatte.

Cohn.

Dachbeder

Chriftian Abolf 19 eine Tochter. 20. 2 Schneid Beinrich. Rathe Hermine. 2 Bemberg eine Tochter, Am 16. Juni.

Gießen, 25. Juni

80

per Pfd 1.95-1.00 Mr.,

Gt 7 Big.. Rale per G

Examen bestanden, darunter 4 mit der Note gut, 6 im zwischen Homberg und Frielendorf schwere Verletzungen Erbfen per Liter 21 Bfg.,

*

Frankfurt a. M., 24. Junt. Pfarrer Wilhelm Doll

1. 0.80-1.00, Bühner

Ghid 0.80-1.70, Enter

65-70 Pfg., Edhienflei

aus Darmstadt, der am Sonntag, während er im Evan per d. 62-68 Pfg. per

der Pulvermühle bei Gießen die Leiche des Wilhelm gelischen Vereinshause dahier predigte, von einem Schlagan. felf gefalzen per Pfund

** Leichenfund. Bagerer fanden gestern Nach­mittag in der Lahn der Nähe des Schlachthauses und Jung aus Klein- Linden. Dieser war seit Sonntag aus seiner elterlichen Wohnung verschwunden und zuleßt in Wieseck bei einer Festlichkeit gesehen worden. Von dort be= gab er sich nachts gegen 3 Uhr auf den Heimweg. Da er zuhause nicht anfam, so ahnten die Angehörigen nichts Gutes; alle Nachforschungen blieben erfolglos, bis man heute Nach­mittag die Leiche fand. Ob dem jungen erst 21 jährigen Menschen ein Unfall zustieß, oder etwas anderes vorliegt, ist noch nicht aufgeklärt. Im Winter war er schon einmal längere Zeit verschwunden, tam aber wieder zurück. Sehr zu bedauern sind die alten kranken Eltern des Toten.

Eine größere Anzahl Feste sind für morgen anberaumt. Auf dem Sportplatz an der Hardt in Gießen wird ein großes internationales Radrennen veranstaltet. Der Gesangverein" Eintracht" in Hausen begeht sein 20 jähriges Stiftungsfest, verbunden mit Fahnenweihe. In Lich wird der 19. Oberhessiche Feuerwehrtag abgehalten und in Rodheim a. B. feiert der Männerturnverein das Feft der Fahnenweihe, verbunden mit Schauturnen. Wir wünschen all den Festen einen recht guten Verlauf bei schönem Wetter.

*** Bei dem am letzten Sonntag in Weglar statt­gehabten Athleten Wettstreit wurden u. a. folgende Teilnehmer von Gießen mit Preisen ausgezeichnet: Im Stemmen: 1. Preis J. Stein, 2. Preis L. Berg, 3. Preis 2. Sommerlad und K. Martin, 4. Preis L. Süß, 7. Preis Fourier, 8. Preis H. Lorenz, 9. Preis E. Simon, 10. Preis Chr. Weißbeck, 14. Preis L. Lorenz und 15. Preis Schönfeld. Im Ringen: 1. Preis J. Stein, 2. Preis 2. Lorenz und K. Martin und 3. Preis L. Sommerlad und Fourier. Im Steinstoßen: 2. Preis J. Stein und Fourier, 3. Preis L. Lorenz und 4. Preis L. Sommerlad und K. Martin. Den 1. Ehrenpreis erhielt Jos. Stein.

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> Protest gegen die Wahltreiseinteilung. Morgen Sonntag findet in Oppenheim eine von 47 Herren einberufene rheinhessische Protestversammlung gegen die Be­schlüsse des Wahlausschusses der 2. Kammer bezüglich der neuen Wahlkreiseinteilung statt.

** Der Mitteldeutsche Viehhändlerverein wird in nächster Beit in Friedberg und Fulda Versammlungen abhalten, um über Schritte zur Beseitigung der Härten in der Handhabung der Quarantänevorschriften im Großherzog tum Hessen zu beraten.

Grünberg, 25. Juni. Zwecks Besichtigung des Manövergeländes für das diesjährige Herbstmanöver traf gestern Mittag per Automobil Herr Generalmajor v. Schmidt aus Darmstadt mit seinem Adjutanten hier ein. Nach kurzer Rast, in welcher im Gasthof zum Wilden Mann" das Diner eingenommen wurde, verließen die Herren gegen 2 Uhr wieder unser Städtchen.

Klein- Linden, 24. Juni. Der evangelisch- lutherische Missionsverein und der Posaunenchor begehen am 31. Juli ihr 50jähriges Stiftungsfest. Festprediger ist der Pfarrer aus Pfiffligheim bei Worms. Die Posaunen­chöre der Umgegend werden teilnehmen.

XKlein- Linden, 24. Juni. Der Kriegerverein führt nächsten Sonntag einen Familienausflug nach dem Nieder­wald- Denkmal aus. Die Abfahrt in Gießen erfolgt 430 V. Von Kastel bis Aßmannshausen wird das Schiff benutzt. Die Ankunft am Denkmal erfolgt um die Mittagszeit. Abends 1125 wird der Verein wieder in Gießen eintreffen.

r. Ettingshausen, 24. Juni. Das Pferd des Land­wirts A. scheute mit dem Heuwagen gelegentlich des letzten Gewitters. Der Fuhrmann wurde unter den Wagen ge­schleudert und an Händen, Gesicht und Beinen verletzt.

Hainbach. Bei der hier am 21. d. M. stattge­fundenen Bürgermeisterwahl wurde der seitherige Bürger­meister Musch einstimmig wiedergewählt.

Crainfeld, 23. Juni. Eine recht traurige Kunde wurde heute der Wirt Dechler Witwe von hier. Nach einer Depesche ist ihr bei dem Regiment Nr. 116 in Gießen dienender Sohn verunglückt, beide Arme sind gebrochen, auch der Kopf verlegt und wurde das sofortige Kommen der Mutter gewünscht. Der bedauernswerte Soldat ist als braver Sohn bekannt.

Salz. Herr Cristian Muth wurde von 73 Wohl­berechtigten mit 62 Stimmen einstimmig zum Bürger­meister gewählt.

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Rotenburg a. d. F., 24. Juni. Der Förster Müller in Ertshausen erlegte auf einem Bürschgange 3 Wild­schweine.

+ Marburg. Der Maurerstreif, den man am Sonnabend schon beendet glaubte, dauert nun doch noch fort, da eine Einigung der Unternehmer und der Maurer ge­scheitert ist. Es handelt sich nur um einen Bassus, den die Unternehmer in ihrer schriftlichen Antwort in die Abmachungen hineinbringen wollten, nämlich, daß der Mindestlohn je nach Leistung gezahlt würde. Dadurch würde natürlich ein Mindestlohn von 30 Pfg. wieder hinfällig geworden sein. Selbstverständlich kann den Unternehmern niemand zumuten,

falle getroff n wurde, ist jetzt, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, gestorben. Er war 64 Jahre alt.

18fa, Hammelfleisch per

6.00 Mt., 3wiebeln per 3

8. Mepfel per Centner 2

hat das gräfl. Berckheim'sche Fideikommiß im Kreise Erbach farbe des Wochenmarktve + Darmstadt, 24. Juni. Der hessische Dominial fistus Maritzen von 7 Uhr

ca. 760 Heftar groß, die in 12 verschiedenen Gemeinden liegen, zum Preis von 900 000 Mt. getauft. Das Gebiet besteht hauptsächlich aus Waldungen.

* Mainz. Für die am 23. und 24. Juli stattfindende Regatta des Mainzer Rudervereins hat der Kaiser einen Wanderpreis geftiftet mit der Bedingung, daß er im akademischen Vierer- Rennen ausgegeben wird.

Das dem

*** Aus dem Negierungsbezirk Kassel. Grafen Schlieffen gehörige Rittergut Windhausen, das 2000 Acer und Wald umfaßt und zu den größten Rittergütern in Hessen zählt, ist vom Gutspächter Pfeffer in Holzhausen bei Marburg gepachtet worden. Der Pacht preis beträgt Mt. 26,000.

Aus dem Gerichtssaal.

Strafkammer.

Gießen, den 24. Juni 1904.

Ueber das Vermögen des Viehhändlers Bermann Kaz von Laubach wurde das Konkursverfahren eröffnet, wobei sich herausstellte, daß Kaß entgegen den Bestimmungen des Handelsgeseßes, weder Bilanz zog noch eine ordnungsmäßige Buchführung hatte, sodaß eine Vermögensübersicht unmöglich war. Mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte festgestellter­maßen sehr leichtsinnig gehandelt und dadurch seine Gläu biger erheblich geschädigt hat es standen 15 000 Mt. act. 50-60 000 mt. pass. gegenüber wurden ihm mildernde

Umstände versagt und auf eine Woche Gefängnis erfannt. Die Waldarbeiter Karl Liehr von Nidda, Wilhelm Buch, Heinrich Hofmann und Wilhelm Wingefeld von Fauerbach haben sich wegen fahrlässiger Brandstiftung zu verantworten. Die Beweisaufnahme ergibt, daß die Angeklagten im Walde ein Feuer anmachten, das um sich griff und etwa 150 qm. Wald verwüstete. Liehr, der als Vorarbeiter galt, wird als überführt erachtet und zu 10 Mt. Geldstrafe verurteilt, während die übrigen Freisprechung erzielten. Des Ver­gebens gegen die Konkursordnung ist der Kolonialwaren­Staatsanwaltschaft beantragt selbst Freisprechung, da der händler Wilhelm Pauli von Friedberg angeklagt. Die Angeklagte nicht als Volltaufmann anzusehen ist. Diesem Antrag schließt sich das Gericht an. Der Taglöhner Karl Hahn von Wahlen geriet in angetrunkenem Zustande in einer Wirtschaft mit Gästen in Wortwechsel und bedrohte den Johannes Pfeiffer mit Totstechen. Als er mit dem Messer umherfuchtelte, verlegte er den Vater des Pfeiffer derart, daß dieser drei Wochen das Bett hüten mußte. Wegen Körperverlegung und Bedrohung wurde auf 5 Monate und 1 Woche Gefängnis erkannt. Maurer Karl Haffer

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aus Nieder- Weisel warf zu Bad Nauheim aus dem Keller eines Neubaues Steine und verletzte hierbei einen anderen Arbeiter. Wegen fahrlässiger Körperverlegung wurde er dieserhalb zu 30 Mt. Geldstrafe verurteilt. Die Witwe Karoline Repp von Nidda entwendete im Hause des Medizinalrats Dr. Drescher zu Schotten, wo sie Laufdienste verrichtete, Wertpapiere in beträchtlicher Höhe, die sie zum Teil ihrem Bruder Karl Schwab zu Nidda behändigte. Die Repp, welche rückfällig ist, wird zu 2 Jahrer Zuchthaus verurteilt, ihr Bruder dagegen seither unbestraft wegen Hehlerei mit 3 Monaten Gefängnis bedacht.

wird

Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen.

Aufgebote.

Am 18. Juni. Kommerzienrat Karl Wilhelm Ferdinand Ludwig Emil Gail, Fabrikant dahier mit Antonie Johanna Augufte Magdalene Schirmer, geb. Knorr in Darmstadt.

Karl Kaspar Gutmann, Bäcker dahier mit Christine Größer hierselbst. 19. Julius Pfäffli, Fabrikarbeiter dahier Heinrich Naujoks in Frankfurt a. M. mit Sophie Wahl mit Anna Maria Beppel hierselbst. 24. Cristoph Ferdinand dahier.

Eheschließungen.

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Am 18. Juni. Georg Karl Zinser, Conservator i. dahier mit Emma Auguste Seipp, geb. Kühne hierselbst.- Ernst Jung, Schreibmaterialenhändler dahier mit Elisabethe Katharine Bob hierselbst. Friedrich August Hermann Krause, Lokomotivhilfsheizer dahier mit Auguste Johanna Maria Stauß hierselbst. Wendelin Klepper, Hilfsbahn­steigschaffner in Niederolm mit Anna Maria Magdalena Elisabetha Schwarz dahier.

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Geborene.

Am 11. Juni. Dem Lackierer Georg Reiß ein Sohn, Georg Engelhard. 13. Friseur Herrmann Stend ein Sohn, Friedrich. 15. Knecht Heinrich Schäfer ein Sohn, Heinrich Ludwig. Meggermeister und Wirt Georg Kraft ein Sohn, Hans August. 17. Bahnarbeiter Heinrich Borig eine Tochter. Mezger und Wirt Karl Hartmann ein Sohn, Hermann. 18. Briefträger Johannes Nagel ein

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Berantwortlich: fi Faltenben Teil Albin fil Ploie, Grünberg.

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7. Juli 1904, mit entsprechende Buschlagsfrist 4 Gießen,

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