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Die Abgg. Berthold, Seelinger, Molthan, Hirschel, Bähr, Senßfelder, Reh, Damm, Weidner und Dr. Buff bringen Wünsche lokaler Natur vor, während die Abag. Adelung und Ulrich die Frage des Koalitionsrechts für Eisenbahnarbeiter besprechen. Finanzminister Gnauth äußert sich wiederholt zu den vorgetragenen Wünschen, Prüfung und, soweit möglich, Berücksichtigung derselben zusagend.

Weitere Beschwerden lokaler Natur bringen die Abgg. Drb, Pennrich, Erf, v Brentano, Euler, Seelinger, Senß­felder und Berthold vor, die Finanzminister Gnauth zu prüfen zusagt. Schließlich wird das Kapital mit 12 000 000 Mark Einnahme und 270 200 Mart Ausgabe genehmigt. Ferner wird Kapitel 11, Lotterie, mit 1000 000 Mart Ein­nahme bewilligt, nachdem Finanzminister Gnauth auf An­frage des Abg. Molthan bestätigt hat. daß z. Zt. Verhand­lungen zwischen den einzelnen Bundesstaaten über Beseitigung einzelner im Lotteriewesen entstandener Mißstände schweben. Bei Kapitel 12, Steuern, bringt Abg. Köhler den Wunsch auf Ermäßigung der Hundesteuer auf dem Lande zum Aus­druck, worauf die weitere Beratung auf Mittwoch, 9 Uhr vormittags, vertagt wird.

Lokales.

17. Februar 1904.

** Der ordentliche Professor in der jur. Fakultät der Landesuniversität Gießen, Geh. Justizrat Dr. A. B. Schmidt hat den an ihn ergangenen Ruf an die Universität Königs berg abgelehnt. Schmidt ist seit vielen Jahren Mitglied des Großh. Verwaltungsgerichte hofes und Vertreter der Landesuniversität in der I. Ständekammer.

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Die Kanalisationsarbeiten in Gießen sollen nach Eintritt günstiger Witterung in vollem Umfang wieder aufgenommen werden.

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Gewerbebant Gießen. In der Montag ab­gehaltenen 45. ord. Generalversammlung im Restaurant Feidel waren 57 Mitglieder anwesend. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Stadtv. Petri, wurde das Andenken des verstorbenen Direttors Hrch. Wagner nach warmen anerkennenden Worten durch Erheben von den Sigen geehrt. Der Vorsitzende teilt mit, daß der Geschäftsgang der Bank im verflossenen Jahre ein guter gewesen sei; mehrere unvermutete Revisionen habe die Bücher, Effekten, Wertpapiere und Barbestand in bester Ordnung befunden. Er erstattete im Namen des Aufsichts­rats den Vorstandsmitgliedern der Bank für ihre umsichtige Geschäftstätigkeit den besten Dant ab. Einen umfassenden Geschäftsbericht gab sodann Direktor Loos, der sich in aus­führlicher Weise über den Geschäftskreis der Gewerbebant aussprach und manche beachtenswerte Winfe gab, er machte auf pünktliche Rückzahlungen und mindestens einmalige jährliche Erneuerung der Schuldscheine aufmerksam, sowie auf den Zinstermin am Schluß des Kalenderjahrs. Der Borsigende dankte dem Direktor für seine Ausführungen und wurde nach Genehmigung der Jahresrechnung und Bilanz dem Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung erteilt. Auf Vorschlag des Aufsichtsrats wurden dem Baufonds der Gewerbeschule 1000 Mt. und dem Kaufmännischen Verein für Zwecke der Fachschule 400 t. überwiesen. Die sagungsgemäß ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrats, die Herren Ernst Balser, Karl Aug. Faber, Louis Fuhr, Dr. Gutfleisch und G. E. Möhl wurden wiedergewählt. Der hessische gemeinnüßige Verein zur Vermittelung von Land- u. Kuraufenthalten in Darmstadt ist zur Zeit mit der Zusammenstellung der empfehlenswerten Sommerfrischen im Vereinsgebiet( Oden­wald mit Bergstraße, Main- und Neckartal, Rheinhessen, Vogelsberg mit Umgebung, ohne Beschränkung auf die Landesgrenzen) beschäftigt. Diese Sommerfrischen sollen ge­druckt und an die Interessenten kostenlos abgegeben werden. Wir machen unsere Leser hierauf mit dem Anfügen auf merksam, daß Wohnungs- und Pensionsangebote tunlichst bald dem Geschäftsführer des Vereins, dem Herrn Rechnungs­und Kasseführer Harth in Darmstadt mitzuteilen sind, wenn sie noch Aufnahme in der Zusammenstellung finden sollen. ** Das Sigrid Arnoldson Konzert wird, wie vorauszusehen war, einen vollen Erfolg habenf Wir machen darauf aufmerksam, daß mit Rücksicht au. die vielen Gießener Gesellschaften und die zahlreichen

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Bekanntmachung.

Die Rechnung der Plockischen Stiftung für 1902/03 und der Voranschlag der Plockischen Stiftung für 1904/05 liegen acht Tage lang zu Jedermanns Einsicht auf dem Armenamt Neuen- Väue 25, Zimmer Nr. 2 offen. Gießen, den 15. Februar 1904.

Die Armen- Deputation der Stadt Gießen. Curschmann.

Kalk- und Marmorwerke, Dampfziegelei,

August Gabriel jr., Giessen

Massenfabrikation.

Bahnanschlüsse.

Werke Abendstern. Telephon Nr. 84.

Für sofort suchen wir einen gewandten zuber­lässigen, verheirateten

Auslaufer

im Alter von ca. 30 Jahren. Es wollen sich nur solche melden, die schon eine ähnliche Stellung ge= habt haben und sich durch gute Zeugnisse aus­weisen können. Die Stellung ist dauernd. Färberei Gebr. Röver, chemische Waschanstalt, Gießen, Marktplatz 18.

auswärtigen Konzertbesucher der Anfang auf 7 Uhr abends gelegt ist. Ueber die Abschieds- Vorstellung der Künstlerin im Hannoverschen Hoftheater wird uns telegraphisch mitgeteilt, daß der Abschied ein unbe­schreiblicher Triumph war. Die Künstlerin wurde in Carmen" 35 Mal hervorgerufen. Erst nachdem der eiserne Vorhang herabgelassen wurde, verließ das Publikum das Theater. Ueber 800 Billetbestellungen mußten unberücksichtigt bleiben.

im Elisabethenstift darniederliegen, macht sich langsam eine Besserung geltend. Aus dem Gerichtssaal.

Straffammer.

Gießen, 16. Februar 1904.

Der frühere Buchhalter Franz Ente aus Leipzig- Reudniß, welcher zuletzt als Knecht in Grünberg tätig war, er­schwindelte sich von der Firma Bial& Freund ein Brockhaus­Lexikon im Werte von 204 Mt., welches er für 50 Mt. an einen Gießener Buchhändler abseßte. Nachdem das Geld durchgebracht war, stellte er sich der Polizei. Mit Rücksicht auf die vielen Vorstrafen erkannte das Gericht auf ein Jahr Zuchthaus und 150 Mt. Geldstrafe, nebst fünf Jahre Ehr­verluft. Der Maler Nikolaus Blecker von Emden ist an­geflagt, in der Aliceftraße zu Gießen einen Mansarden­diebstahl ausgeführt zu haben. Der Angeklagte leugnete der Täter zu sein, weshalb mit Rücksicht auf das Ausbleiben zweier Zeugen Vertagung eintreten mußte. Der Gärtner Paul Stürz von Offenbach verstand es, beim leichtgläubigen Publikum geringwertige Ansichtspostkarten zu hohen Preisen zu verkaufen unter falscher Vorspiegelung. Er stellte auch jedesmal eine Quittung mit falscher Namensunterschrift aus, weshalb er neben dem Betrug auch wegen Urfundenfälschung angeklagt wurde. Unter Einbeziehung früher erkannter Strafen erhielt er eine Gesamtstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten Gefängnis.

** Der Fastnacht- Dienstag hatte in diesem Jahre infolge des verhältnismäßig schönen Wetters viel auswärtiges Publifum nach Gießen gelockt, das mit den Gießenern sich im Banne der Narretei nach bester Weise amüsierte an den Streichen und Tollheiten, welche von den mitunter recht charakteristischen Masken auf den Straßen verübt wurden. Vom Seltersthor bis zum Marktplatz bewegte sich hin und her das Gros; das hier passierende schönere Geschlecht mußte sich so manches gefallen lassen. Im Allgemeinen haben die Sicherheitsbeamten so weit uns bekannt, aber feinen Grund ge= habt zum Einschreiten. Mit Eintritt der Dunkelheit verlief sich das Publikum und wer Luft hatte noch länger unter der Kappe zu sein, hatte bei den verschiedenen Wirten reichlich Gelegenheit dazu. An manchem Stammtisch ist dem Fast­nacht 1904 erst am grauen Aschermittwoch morgen Valet gesagt worden. Wer aber früher seine heimischen Penaten aufgesucht hat, ist sicherlich heute früh verwundert gewesen, daß die Farbe der Unschuld, eine weiße Schneedecke die Pfade der Tollheiten verwischt hatte- gleichsam um zu deuten, daß nun ein anderes Leben wieder zu beginnen habe. *** Das letzte karnevalistische Konzert des Turn­vereins Gießen hat die Vorturnerschaft gestern Abend in Wiederholung gegeben. Weil ja bekanntlich am Fastnacht- Dienstag überall etwas los" ist, so war es ja auch nicht zu verwundern, daß die Turnhalle nicht so gut besetzt war wie man es sonst gewohnt ist. Den einzelnen Mitwirkenden muß man aber nachsagen, daß sie alles Können in hr Spiel und die Uebungen hineinlegten und so nach Schluß einer jeden Nummer das Auditorium zu großem Bei­fall herauszufordern wußten. Der Abend sonst verlief recht zeigen. Die Situation ist sehr ernst.( Ob die gemütlich.

** Nach schwerem Leiden verstarb in Grünberg am Montag der Stadtdiener Hch. Wolf. Der Verblichene hatte während seiner langen Dienstzeit nicht nur die Hoch­achtung und Liebe seiner Mitbürger erworben, sondern genoß auch in unbeschränktem Maße das Vertrauen der Stadtverwaltung. Möge ihm die Erde leicht sein.

( Wer am 29. Februar geboren ist, hat allen Anlaß, seinen Geburtstag in diesem Jahre besonders zu feiern; hatte er doch eine achtjährige geburtstagslose" Periode zu durchmessen, denn der letzte 29. Februar war im Jahre 1896,

Großen- Linden, 16. Febr. Infolge Schwermut hat sich hier eine 48 Jahre alte Frau in der Kleebach ertränkt.

Großen- Bused, 15. Febr. Unsere 400 ha Wald und 1200 ha Feld umfassende Gemeindejagd, welche bisher für eine Pacht von 1540 Mt. die Herren Chr. Petri V., Prof. Dr. Naumann, Karl Steller und J. Schmücker, sämt­lich in Gießen, inne hatten, ging bei der Neaverpachtung pro Jahr mit 2000 Mt. an Kommerzienrat Wilh. Gail, Georg Koch und Adolf Klingspor, sämtlich in Gießen, sowie Emil Goll Frankfurt a. M. über.

Weglar, 16. Febr. Ein nicht unbedeutender Mehr­ertrag wurde bei unserer am Samstag stattgehabten Jagd­verpachtung erzielt. Während früher die Verpachtung 1367 Mt. einbrachte, werden jett 2005 Mr. gezahlt.

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Lich, 16. Febr. In Bettenhausen wurde eine landw. Bezugs- und Absaßgenossenschaft gegründet. Der Vorstand besteht aus den Herren: Wilh. Roeh 1., Heinrich Wilh. Rückel, Wilhelm Bauly 3., sämtlich in Bettenhausen wohn­haft.

** Burkhards, 16. Febr. Gestern Abend geriet auf dem Heimwege der Polizeidiener Hart in die Nidder und ertrank. Die Leiche wurde gefunden.

(!) Kirchhain, 16. Febr. Seitens des hiesigen Turn­vere'ns ist bei dem Gauvertreter der Antrag gestellt, die diesjährige Turnfahrt des Gauas Hessen verbunden mit volks­tümlichem Wetturnen in Kirchhain abzuhalten. Ueber diesen Antrag wird demnächst beraten werden.

Darmstadt, 15. Febr. In dem Befinden der drei Gemeindeschwestern, die an den Folgen des Vergiftungsfalles

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Groß- Felda. Louis Völzing.

Inhaber der goldn. Medaille Paris 1900.

Neueste Nachrichten.

Ueber Berlin wird uns folgendes gemeldet:

Petersburg, 16. Febr. Rußland rüstet gegen England! General Sherimedjew von den asiatischen Truppen ist vom Zaren emp­fangen worden und nach Asien abgereift. Nach absolut verläßlichen Informationen besteht hier die Entschlossenheit, in Tibet keine Schwäche zu

Nachricht wahr ist mögten wir bezweifeln. D. Red.)

russische Schiffe in Jongampho von japanischen Kriegsschiffen Newyork, 17. Febr. Aus Söul wird gemeldet, daß 3 eingeschlossen seien.

Tientsin, 17. Febr. Die Japaner sollen in Korea 100 000 Mann gelandet haben.

Tientsin, 17. Febr. Der Statthalter Alexejew habe Port Arthur verlassen und soll sich in Mukden befinden.

Yokohama, 16. Febr. Die japanischen Kreuzer Nischin". und Kasuga" sind heute morgen in Jokosuka angekommen

Tokio, 17. Febr. Flüchtlinge aus Wladiwostok erklären, daß im Hafen von Wladivostok weder Torpedos noch Mieren seien. 10 Torpedoboote feien im Eise eingeschlossen.

Tokio, 16. Febr. Das amtliche Blatt voröffentlicht eine Verordnung über die Ausgabe einer 5 prozentigen Kriegsanleihe von 100 Millionen Mark. Die Anleihe sol in 5 Jahren getilgt werden.

Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeisterei­gebäude) Zimmer Nr. 14.

Es können eingestellt werden:

1 landw. Knecht, 1 landw. Magd, 1 Schmied, 1 Küfer, 1 Schreiner, 1 Friseur, 1 Schneider, 2 Köchinnen, 1 Kindermädchen, 5 Dienstmädchen, hier und auswärts. mechaniker, 2 Buchbinder, 1 Tapezierer, 2 Schreiner, Lehrlinge: 1 Spengler, 1 Schlosser, 1 Fein­3 Bäcker, 1 Weißbinder und Lackierer, 1 Kaufmann. Es suchen Arbeit:

1 landw. Knecht, 1 Spengler, 2 Schreiner, 1 Wäscherin, gehilfen. 2 Lackierer, 5 Fahrburschen, 5 Lauffrauen, 2 Bureau­

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Lehrlinge: 1 Schloffer, 1 Schreiner, 1 Kaufmann.

Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den Gerichts."

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