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Kanal bat Bacon jedenfalls einen Bewets fur jemne weyaup­tung erbringen können, indem er vom Ballon aus eine photo­graphische Aufnahme vom Meeresgrund herzustellen imstande war. Daß bei bewegter See diese Möglichkeit nicht vorhanden ist, versteht sich freilich von selbst. Vermutlich werden auch Versuche dahin angestellt werden, ob sich auch Torpedos vom Luftballon aus rechtzeitig beobachten lassen.

Deutfcher Reichstag.

( 33. Sigung.) CB. Berlin, 15. Februar. Die Situng wird in Anwesenheit von etwa dreißig Abgeordneten eröffnet. Immer dünner wird die Be setzung des Hauses, immer langweiliger die Verhandlungen. Wenn früher über einen Gegenstand genug geredet worden war, wurde Schluß der Debatte beantragt. Das wagt man heute nicht mehr, weil dann die, welche noch zum Worte gemeldet sind, vermutlich sofort die Beschlußfähigkeit des Hauses anzweifeln würden, und da die Beschlußunfähigkeit offensichtlich ist, so würde damit die Situng zu Ende sein So entsteht die wunderliche Zwickmühle: das Haus ist wegen der endlosen Debatten beschlußunfähig und die Debatten sind endlos, weil sie wegen mangelnder Beschlußfähigkeit nicht abgekürzt werden können.

Selbstverständlich wird wieder über das Kapitel Reichs­versicherungsamt debattiert. Hundertmal widerlegte Be­hauptungen werden zum 101. Mal wiederholt. Fast allein bemerkenswert ist die Rede des Abg. S ch mid t- Berlin( Soz.), der sachlich und sachverständig spricht. Er ist deshalb sach. berſtändig, weil er, wie er mitteilt, im vorigen Jahre allein 600 Termine vor dem Reichsversicherungs- Amt wahrgenommen. Abg. Schmidt versichert, daß die Mitglieder dieses Amts, von wenigen Ausnahmen abgesehen, auf einem arbeiter freundlichen wohlwollenden Standpunkt ständen. Davon, daß die Arbeiter absichtlich unzufrieden gemacht würden, sei keine Rede. In der Theorie halte er es für das Wünschenswerteste, daß sich jeder Arbeiter an einen Arzt seiner Wahl wenden könne. Aber die finanzielle Leistungsfähigkeit der Kassen wäre auf gehoben, wenn sie auf einmal das Doppelte zahlen sollten! Das Richtigste sei da: sich verständigen und nicht einseitig rücksichtslos Forderungen aufstellen.

Im weiteren Verlaufe der Sizung entwickelt sich die De­batte wie in den Vortagen zu der üblichen Ausein­andersetzung zwischen einigen Mitgliedern der Linken und der Rechten, worauf das Kapitel genehmigt wird. Nun geht es aber in etwas rascherem Tempo. Eine Reihe von Kapiteln werden ohne Debatte angenommen. Nur bei zweien fieht sich Graf Posadowsky zu kurzen Erklärungen veranlaßt: Beim Kapitel ,, Kanalamt" erklärt der Staatssekretär, daß die Verlegung des Kanalamts von Kiel nach Holtenau in Aussicht genommen sei. Und beim Kapitel Privatversicherungsamt" berheißt er wohlwollende Berücksichtigung dem Wunsche, daß im Beirat mehr Interessenten als bisher vertreten sein möchten.

Preussischer Landtag.

( 19. Sigung.)

Haus der Abgeordneten.

RK. Berlin, 15. Februar.

ses Reichstags eingeholt werden mußte, so wurde leicht der Eindruck entstehen, als ob das Reich immer und immer neue Anleihen zur Bestreitung seiner Betriebsausgaben machte und das würde zweifellos auf die Dauer unseren Kredit_er­schüttern. Um dies zu vermeiden, wurde die neue Vorlage eingebracht, die aber immerhin als Symptom unserer Finanz­wirischaft gelten muß, insofern sie die Aussichtslosigkeit einer völligen Tilgung der Betriebsanleihen in nächster Zeit offen­bart. Der Versuch einer kleinen Gruppe des Reichstags, bei dieser Gelegenheit eine entscheidende Definition der Reichs­schuldenordnung durchzusehen, mißlang, weil die Sicher­stellung gegen eine Erschütterung unseres Kredites als die höhere Notwendgikeit angesehen wurde.

Während im Reichstag die Reichsboten nur theoretisch mit dem eisernen Würfelspiel in Ostasien sich befaßten, äußerte dieses auf der Börse eine wahrhaft elementare Wirkung. Die russischen Werte sanken ganz außerordentlich, aber auch unsere Bergbaupapiere gingen wesentlich zurück, weil die durch den Krieg bedingte Verminderung der Industrietätigkeit schlimme Wirkungen auf den Kohlenbergbau voraussehen läßt. Vor allen Dingen haben sich diese in dem englischen Bergbauge­werbe gezeigt. Seither waren Rußland sowohl, als auch Japan gute Kunden des Kohlenverkaufs in Südwales. Durch den Ausbruch des Krieges aber sind für beide Staaten alle Lieferungsverträge erloschen, weil die Kohlen als Kriegs­kontrebande gelten und von keinem neutralen Staat an einen der Krieg führenden Mächte geliefert werden darf. Die eng­lischen Kohlenbergwerksbesitzer haben aber auch abgesehen von dieser starken Nachfrage seither in übertriebenen Maße auf Vorrat gearbeitet und sind nun an dem Rande der wirtschaft­lichen Depression angelangt. In den letzten Tagen wurden des­halb die Löhne um Prozent reduziert und die Arbeiter zeigten hierbei eine anerkennenswerte Einsicht, indem lieber die Einzelnen für die Allgemeinheit das Opfer eines Lohnrück­ganges brachten, als daß sie durch Verweigerung der Lohn­revision die Gefahr von Arbeiterentlassungen herbeigeführt hätten. Auch unserem einheimischen Bergbau werden schwere Tage nicht erspart bleiben und wir möchten nur wünschen, daß auch hier dasselbe Einverständnis herrscht, wie es in England zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich in so schönem Lichte gezeigt hat. Die pessimistische Stimmung, die im übrigen auf unserer Börse nach Eröffnung der japanisch- rus­sischen Feindseligkeiten herrschte, ist bei der Sachlage nur schwer zu erklären. Selbst in Frankreich, das doch als Ver­bündeter Rußlands weit mehr in den Interessenkreis dieses Krieges hineingezogen werden kann als Deutschland, war die Stimmung besser als hier und in London ging sogar am zweiten Tage des Krieges die Börse mit einer gewissen Freu­digkeit an die Hebung der Kurse.

Die Fortsetzung der zweiten Beratung des Etats der Berg, Hütten- und Salinenverwaltung er­jielt heut einen interessanten sozialpolitischen Einschlag durch- eine Erklärung des Ministers Möller über die Stellung Der Regierung in der Frage der von freisinniger Seite ge­forderten Einrichtung der Arbeiterkontrolleure in den Bruben. Der Minister sagte u. a.: Ich betrachte jede Maß­regel auf dem Gebiete der Beaufsichtigung der Gruben immer Don dem Gesichtspunkt aus, ob sie voraussichtlich eine Förde rung der Sozialdemokratie sein wird oder nicht. Für mich sind die Arbeiterkontrolleure deshalb nicht akzeptabel, weil vir in der Arbeiterschaft eine politische Bewegung haben, die auch die allgemeine, direkte Wahl zu den Arbeiterkontrol­leuren nur zu politischen Zwecken ausnüßen würde. Der Minister betonte, daß Preußen, was aufmerksame Revisionen Der Gruben anbelangt, unbestritten an der Spike sämtlicher Nationen stände. Mit der Bekämpfung der Wurmkrankheit habe man den besten Erfolg gehabt. An der Debatte, die vor fast leerem Hause stattfand, beteiligten sich hervorragend der Abg. Hilb( natl.) und Abg. Hirsch( frs. Vp.), deren Ausführungen über Arbeiterfürsorge in den Bergwerken teilweise in direktem Gegensatz standen. Hilbek sieht in den meisten von Hirsch gerügten Mißständen nur sozialdemokra­tische Nebertreibungen.

Das eiferne Würfelspiel.

[ Politische Wochenschau.]

Durch die Ereignisse in Ostasien ist das Interesse der Deffentlichkeit und der gesamten Welt, möchte man sagen, derart in Anspruch genommen, daß man für die einheimische Politik kaum noch einige Zeit übrig hat. Von jeher hat das eiserne Würfelspiel auch dann, wenn weit hinten in der Türkei die Völker aufeinanderschlugen, in hervorragendem Maße die Tagesunterhaltung beherrscht. Heute ist das noch weit mehr der Fall, weil nirgends in der Welt ein größeres Ereignis sich abspielen kann, ohne daß die europäischen Interessen da­bon berührt werden. Auch der ostasiatische Konflikt wird, wer immer auch Sieger sein möge, in der Machtverteilung Ver­schiebungen bringen und unser Wirtschaftsleben bis zu einem neuen Wendepunkte seinen Stempel aufdrücken. Hinter diesen gigantischen Vorgängen verschwindet naturgemäß der Streit der Interessen innerhalb der verschiedenen Völfer.

Schon äußerlich konnte man im Reichstage diese Erschei­nung beobachten, denn die Sigung wies an einzelnen Tagen einen geradezu traurigen Zustand auf. Hier und da saß einsam ein Reichsbote auf seinem Platz und auf der Tribüne hielt mit tonloser Stimme ein Abgeordneter seinen Monolog. Der Sizungsbesuch war aber nicht deshalb so gering, weil die Mehrzahl der Abgeordneten von Berlin abwesend war, son­dern weil der größte Teil in den Wandelgängen, oder in dem Restaurant lieber das eiserne Würfelspiel im fernen Osten verhandelte, als daß man den Verhandlungen über Krankenkassen, Aerztestreit, Vetrinärärzten und Reichsschul­denverwaltung zuhörte, obgleich alle diese Fragen an sich von größter Wichtigkeit sind. Namentlich gilt das von dem letzten Gesetzentwurf, der in der Donnerstagssizung sofort in zwei­maliger Beratung angenommen wurde. Hier handelte es sich darum, dem Reichskanzler eine Blankovollmacht für die Verlängerung, oder auf deutsch gesagt, Prolongation der aus­gegebenen Reichsschuldenverschreibungen oder Reichsschaban­weisungen zu erteilen. Wenn hierzu jedesmal die Erlaubnis

Neise nach Wiesbaden. Bei der Ankunft vermißte er seine Brieftasche, die in Banknoten und Wertpapieren den ge­nannten Betrag enthielt. Alle Nachforschungen waren bis. her vergeblich. Dagegen fand man in einem Abteil eines Wiesbaden- Frankfurter Zuges den Betrag von 2560 Mart in Banknoten. Der Eigentümer des Geldes hat sich noch nicht gemeldet, auch wurde in den letzten Tagen weder der Bahn­verwaltung, noch der Polizei eine diesbezügliche Verlust­anzeige erstattet.

Tatsächlich liegt ja auch bei diesem eisernen Würfelspiel ein beruhigendes Moment in der unbedingten Neutralität, die bisher von allen Staaten zugestanden worden ist. Dadurch, daß Amerika in der Sicherung der chinesischen Neutralität die Mandschurei als unstrittiges Kriegsgebiet anerkannt hat, ist einstweilen einem Ueberspringen der Kriegsflamme in das Pulverfaß der anderen Nationen vorgebeugt, immerhin aber bleibt es eine auffallende Erscheinung, daß die Franzosen eine so zurückhaltende Stellung bei einer ernſten Situation> russischen Verbindefen einnehmen. Sie suchen dadurch de öffentliche Meinung in Rußland zu beschäftigen, daß sie Deutschland unfriedsamer Absichten verdächtigen, als wenn es das eiserne Würfelspiel im fernen Osten benützen wollte, um in Europa seine Güter zu verbessern. Ein englischer Korre­spondent hat sogar die deutschen Absichten dahin charakteri­siert, daß wir die Rheinmündungen durch Besetzung der Niederlande und den Donaulauf durch Einziehung der deutschen Landesteile von Desterreich in unseren Besitz bringen wollten. Aehnliche Absichten scheinen uns auch die Tschechen nachreden zu wollen, die in einer feurigen Kundgebung das russische Volk ihrer Sympathien versichern und die geheimen Feinde, womit jedenfalls auch die Deutschen gemeint sind, mit ihrer Ungnade bedrohen. Von Deutschland aus ist aber am allerwenigsten eine Gefährdung der Neutralität und des Friedens zu befürchten. Wenn England nicht irgendwo einen falschen Hahn aufdreht, dann wird der Krieg zwischen Rußland und Japan lokalisiert bleiben und Europa wird im Frieden jeine Kulturarbeit leisten können, wenn auch im fernen Osten die eisernen Würfel des blutigen Krieges erklirren.

Aus den Parlamenten.

Eisenbahnkatastrophe in Belgien. Ein folgenschwerer Eisenbahnzusammenstoß ereignete sich in der Nähe des Brüsseler Nordbahnhofs. Infolge falscher Weichenstellung fuhren zwei Personenzüge aufeinander. Dabei wurden seche Personen getötet.

Ein nettes Früchtchen! Im Bahnhofsrestaurant zu Erfner wurde der 13jährige Sohn Friz des Fürstenwalder Schneidermeisters Altmann verhaftet, der seinem Vater 5000 Mart aus dem Geldschrank entwendet und das Weite gesucht hatte. Der Junge hat sich, wie er angibt, in Gesell­schaft zweier Herren" einige Tage in Breslau und Berlin amisiert und bei dieser Gelegenheit angeblich mehr als tausend Mark verjubelt. Der Rest der gestohlenen Summe wurde noch in seinem Besitz vorgefunden. Der jugendliche Abenteurer ist inzwischen durch seinen Vater von Erkner abgeholt und nach Fürstenwalde gebracht worden. Von seinen Reisebegleitern, die ihn zweifellos zu dem Diebstahl anſtifteten, fehlt bisher jede Spur.

Die sozialdemokratische Fraktion des Reichstags hat einen Antrag eingebracht, daß die wegen Mi ßhand­lungen von Soldaten durch Urteile der Militär­und Marinegerichte erfolgten Bestrafungen allmonatlich den Mannschaften der Armee und Marine zur Kenntnis gebracht werden; daß ferner bei dieser Gelegenheit die Angehörigen des Heeres und der Marine jedesmal auf ihr Beschwerde­recht hingewiesen werden, und daß endlich die wegen Miß­handlung Untergebener rechtskräftig verurteilten Angehöri­gen des Heeres und der Marine aus dem Dienst entlassen werden.

* Dem preußischen Landtag ist von freisinniger Seite ein Antrag zugegangen, die Regierung zu ersuchen, alsbald einen Geseßentwurf zur Abänderung des Ge= werbesteuergesetes vom 14. Juni 1891 vorzu­legen, durch welchen unter progressiver Gestaltung der Steuer die beiden unteren Steuerklassen erleichtert und bei Berechnung des Betriebs- und Anlagekapitals die Abzugs­fähigkeit der Kapitalschulden gewährleistet wird.

Aus dem Gerichtsfaal.

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Die unselige Erbschaft. Die alte Erfahrung, daß ein plötzliches großes Glück geeignet ist, den Ueberraschten um den Verstand zu bringen, hat sich in Erfurt in wahrhaft grausiger Weise bestätigt. Die dort wohnhafte 43jährige Italienerin Machetti Caproni erhielt vor kurzem die amt­liche Mitteilung, daß ihr in der fernen Heimat eine nicht unbedeutende Erbschaft zugefallen sei. Hierüber geriet die Aermste in solche Aufregung, daß sie schließlich in Verfol gungswahnsinn verfiel und in diesem Zustande einen grauen­haften Selbstmordversuch unternahm. Sie wickelte sich wäh rend der Nachtzeit in leicht brennbare Tücher ein, schüttete einen Liter Spiritus über sich und begab sich dann auf die Lendstraße, wo sie ihre Kleidung anzündete. Die Unglück­liche wurde, einer Feuersäule gleich, aufgefunden und durch Mitglieder der Sanitätskolonne sofort nach dem städtischen Krankenhause in Erfurt gebracht. Doch hatte sie schon so schwere Brandwunden erlitten, daß ihre Wiederherstellung böllig ausgeschlossen erscheint; denn Hals, Brust und Arme maren bereits stark verkohlt.

§ Ein unwürdiger Vorgesekter. Wegen Mißbrauchs der Dienstgewalt, Wachtvergehen, Verleitung hierzu, unerlaub­ter Entfernung und widernatürlicher Unzucht wurde der Sergeant Bienemann von der 11. Kompagnie des Infan­terieregiments Nr. 29 vom Kriegsgericht der 16. Division in Trier zu insgesamt drei Jahren und drei Monaten Ge­fängnis, 4 Jahren Ehrverlust und Ausstoßung aus dem Heere verurteilt.

Nah und fern.

Die internationale Kunst- und Gartenbau- Ausstellung in Düsseldorf wird vom deutschen Kronprinzen am 1. Mai dieses Jahres persönlich eröffnet werden. Wie weiter be­stimmt verlautet, wird auch das Kaiserpaar von Wiesbaden aus der Ausstellung einen Besuch abstatten und bei dieser Gelegenheit voraussichtlich auch eine längere Rheinfahri unternehmen.

Im Eisenbahnkupee um 52000 Mark bestohlen wurde der Kaufmann Hausmann aus Mannheim während einer

Der Raub eines kostbaren Kirchenschates setzte die Be­hörden der spanischen Stadt Santander in große Aufregung. Aus der historisch berühmten Collegiatakirche des Vorortes Santillana wurden mehrere Hundert Kilo goldener und filterner Kirchengeräte von unschätzbarem Kunst- und Alter­tnswert gestohlen. Die Diebe entfamen auf einem Auto­mobil, trotzdem ihnen die Gendarmerie hart auf den Fersen

mar.

A Schiffszusantmenstoßt. Wie aus Delagoa gemeld wird, ist der Dampfer Gaza" nach einem Zusammenstoß mit dem deutschen Dampfer Neichstag" auf der Höhe von Kap Inyack gesunken. Drei Personen kamen dabei ums Leben.

Gin verhängnisvoller Fehlschuß. In Kiel versuchte der Arbeiter Stapelfeldt nach einem Streit mit seiner Ge­liebten namens Beth diese in ihrer Wohnung zu erschießen. Er tat einen Fehlschuß und traf den anwesenden eigenen vierjährigen Sohn, der schwer verlegt wurde und in Lebens­gefahr schwebt. Der Attentäter flüchtete, wurde aber fest­genommen.

Von Stufe zu Stufe. Wegen Bettelns geriet in Ham­burg eine 30jährige Frau in Haft, wobei sie sich auch noch der Beamtenbeleidigung schuldig machte. Bei Feststellung ihrer Personalien tourde konstatiert, daß die Verhaftete die Gattin des früheren Bürgermeisters einer ostpreußischen Stadt ist. Der Vater der Frau, die durch Trunk gänzlich heruntergekommen ist, soll als Rentier in Danzig leben, wo auch einer ihrer Brüder als Arzt praktiziert. Die verwahr­Teste Frau hat sich in Berlin, Hamburg und Newyork um­hergetrieben, dem Rande der Freiheit aber wieder Valet ge­sagt und sich von dort nach Hamburg zurückbegeben.

Bunte Chronik. Das Hochwasser des Rheines und ein­zelner Nebenflüsse bildet eine ernste Gefahr. Mehrere Per. sonen fanden bereits ihren Tod in den hochgeschwollenen Fluten.

Starker Eisgang riß den Leuchtturm gegenüber den Elbinger Molen im Haff ein.

- In dem Dorfe Dziergow. bei Kosel brannten zehn Bauernhöfe vollständig nieder. 30 Erwachsene und 38 Kin­der sind obdachlos.

-Im Alter von 104 Jahren verstarb in Lengerich eine der ältesten Personen Deutschlands, der stadtbekannte ,, alte Knüwen".

- Die Familie des jungen schwachsinnigen Dungyersky, der vor kurzem an den Reichstagsabgeordneten Georg Saczellary in Budapest 301 000 kronen verloren, aber nicht bezahlt hatte, hat die Summe mildtätigen Anstalten über­wiesen.

Das Motoweibchen. Fastnachtsscherz von Artur Iger.

( Nachdruck verboten.)

Sehe ich recht, du verheiratet? Seit wann?" redete ich meinen Freund Hans an, mit dem ich einst eine ge­meinsame Schulbank- es war, nebenbei bemerkt, die lette" gedrückt hatte, als ich, von einer zweimonatigen Reise aus dem Inneren Spaniens zurückgekehrt, ihn zufällig im Café traf und mein Blick auf den breiten goldenen Reif an seiner Rechten fiel. Hans gerierte sich stets als ein­gefleischter Hagestolz, darum mein grenzenloses Erstaunen. Sawohl, mein Lieber, ich habe mir eine gekauft," er­widerte jener in gleichgültigem Tone.

Aha, Geldheirat, da liegt der Hase im Pfeffer," dachte ich und fragte laut: So na hat sie viel mitbe­tommen?"

Vier Schlüssel, eine Gebrauchsanweisung und einen Garantieschein auf drei Jahre."

Waaaas?!"

" Na, wundert dich das? Ich hätte sogar eine mit fünf­jähriger Garantie bekommen können, aber die sollte das Doppelte kosten, das ist mir für eine Autofrau denn doch zu teuer gewesen."

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