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des bayerischen Bundesratsbevollmächtigten Generalmajors v. Endres steht nahe bevor. Herr v. Endres soll unter Be­förderung zum Generalleutnant der Nachfolger des in den Ruhestand tretenden Divisionskommandeurs in Regens­burg werden. Wenn auch Prinzregent Luitpold dem Ge­neral v. Endres zu dessen jüngster Aufsehen erregender Reichs­tagsrede gegen den Armeepartikularismus" ausdrücklich so­fort seine volle Zustimmung erklärt hat, so ist man doch all­gemein der Ansicht, daß die plötzliche Abberufung trotz der mit ihr verbundenen Beförderung eine Zurechtweisung des Generals bedeutet. Als Nachfolger des Herrn v. Endres beim Bundesrat gilt Oberstleutnant From me, Abteilungs­chef im bayerischen Kriegsministerium. An der schon jüngst erwähnten Meldung, daß auch ein zweiter bayerischer Bundes­ratsbevollmächtigter, Herr v. Geiger, abberufen und an die Spitze des bayerischen Zollwesens gestellt werden soll, ist nur soviel richtig, daß, wenn der verdiente Leiter des Zoll­wesens, Herr Generaldirektor v. Siben in den Ruhestand tritt, zweifellos Herr v. Geiger zu seinem Nachfolger berufen werden wird. Bis dahin bleibt Herr v. Geiger in Berlin.

A Die Aufhebung des§ 2 des Jesuitengesetzes hat in ihrer tatsächlichen Wirkung nicht die Bedeutung, die ihr beigelegt wird. Denn auch nach der Aufhebung dieses Paragraphen bleibt den Jesuiten der Zutritt zu fast allen deutschen Bundes­staaten versagt. In den meisten Staaten bestehen nämlich Landesgesetze, die das Verbot der Zulassung der Jesuiten enthalten. Diese Landesgesetze treten mit der Aufhebung des § 2 des Jesuitenreichsgesetzes in Wirkung. Solche Gesetze bestchen in Bayern, in Sachsen, wo§ 56 der Verfassung die Zulassung der Jesuiten untersagt, in den meisten thüringi­schen Staaten u. s. w. Auch in Preußen wird die Aufhebung des§ 2 durch das Ordensgesetz von 1875 so gut wie illusorisch gemacht. Selbst wenn das ganze Jesuitengesetz aufgehoben würde, wäre dem Orden durch diese Landesgesetze die Betäti­gung in den meisten deutschen Staaten unmöglich gemacht oder mindestens sehr eingeengt. Uebrigens ist in denjenigen Bun­desstaaten, die ein landesgesetzliches Jesuitenverbot noch nicht haben, eine Bewegung im Gange, die auf den Erlaß solcher Gefeße abzielt. Der Bundesratsbeschluß in Sachen des Jesuitengesetes ist übrigens darauf zurückzuführen, daß Ba- den diesmal für die Aufhebung gestimmt hat. Dieser Um­schwung in der Haltung Badens soll die Folge einer persön­lichen energischen Einwirkung Kaiser Wilhelms aus den Großherzog bei dem letzten Besuch in Berlin sein.

Der seltene Fall, daß ein Minister einen Abgeordneten wegen Beleidigung verklagt, wird sich demnächst in München ereignen. Der bayerische Kriegsminister v. Asch erklärte in der gestrigen Sitzung der bayerischen zweiten Kammer, er werde den Abg. Pichler wegen Beleidigung verklagen. Abg. Pichler hat bekanntlich das Vorgehen des Ministers in dem bekannten Falle Eras in scharfer Weise kritisiert.

Unter den Studierenden der Universität Jena war es in lezter Zeit zu großen Unzuträglichkeiten gekommen. Es hatte sich dort eine farbentragende katholische Verbindung " Sugambria" gebildet, gegen die die gesamte übrige Jenenser Studentenschaft Stellung nahm. Es kam zu Prügeleien und größeren Tumulten. Jetzt hat der Senat der Universität Sena auf Grund der Universitätsstatuten ein Verbot rein Fonfessioneller farbentragender Verbindungen, also auch der katholischen Verbindung Sugambria", erlassen.

* Die im Oberpostdirektionsbezirk Danzig beschäftigten Postbeamten und-Unterbeamten haben, nachdem der Reichs­tag die Bewilligung der Ostmarkenzulage abgelehnt hat, eine Petition an das preußische Abgeordnetenhaus abgesandt, in der sie um eine Gewährung dieser Zulage aus preußi­schen Mitte In ersuchen.

Oefterreich- Ungarn.

Eine überraschende Wendung hat die Angelegenheit des Erzbischofs Kohn genommen. Am Sonntag hat der Erz­bischof auf das Erzbistum Olmük verzichtet. Erzbischof Kohn begibt sich in nächster Zeit von Rom nach Olmütz zur Ordnung seiner persönlichen Angelegenheiten, kehrt dann aber zu dauerndem Aufenthalt nach Rom zurück. Der Kirchenfürst hoffte bis zulett, sich in seinem Erzbistum behaupten zu können, bis er in längerer Audienz vom Papst persön= I ich von der Unhaltbarkeit seiner kirchlichen Stellung über­zeugt wurde. Papst Pius soll ihm vorgestellt haben, er möge der Verurteilung im fanonischen Prozeß durch einen frei­willigen Verzicht zuvorkommen und Papst und Kirche in Desterreich keine Schwierigkeiten bereiten. Danach wären also alle früheren Meldungen, in dem wider Kohn anhängig gemachten fanonischen Prozeß hätten alle Anklagepunkte sich als unhaltbar erwiesen, falsch gewesen.

Hof und Gesellschaft.

** Die Mittelmeerfahrt des Kaisers ist bis­her von gutem Wetter und ruhiger See begünstigt gewesen. Am Sonntag wurde im Salon des König Albert" vom Kaiser, der Admiralsuniform angelegt hatte, Gottesdienst ab­gehalten. Die Kriegsmarineflagge deckte einen hergerichteten Altar. Der Kaiser predigte über den Spruch aus 1. Korinther Vers 13, welcher der Tatfreudigkeit in Christo den Sieg ver­heißt, und gedachte der Passionszeit und der deutschen Christen­gemeinde in der Heimat. Die Schffsgemeinde sang ,, Ach bleib mit deiner Gnade"," Eine feste Burg" und das Niederlän­dische Dankgebet", begleitet von der Kapelle der Stuarts. Die Ankunft vor Dover erfolgte am Mittag Uhr( mitteleurop. Zeit). Der deutsche Konsul Sir William Crundall kam an Bord, ebenso der Vizekonsul, die sich bei dem Kaiser meldeten und amtliche Schriftstücke überbrachten. Der Kaiser besich­tigte mit großem Interesse die neuen Hafenanlagen für die Hamburg- Amerika- Linie. Der König von Spanien hat eine Einladung des Kaisers zu einem Diner an Bord des König Albert" in Vigo angenommen. Die Schiffe im Hafen von Dover hatten über die Toppen geflaggt. Gestern vormittag Uhr passierte das Schiff die Insel Ouessant an der West­küste der Bretagne.

*** Prinz Heinrich XIX. Reuß jüngerer Linie, Generalleutnant à la suite der Armee, zuletzt Kommandeur der 34. Division in Metz, ist auf Schloß Meffersdorf( Kreis Lauban) gestorben.

Deutfcher Reichstag. ( 57. Sizung.).. CB. Berlin, 14. März. Der Beginn der heutigen Reichstagssitzung hatte einer beinahe sensationellen Anstrich. Die Herren Abgeordneter

hatten sich in so großer Zahl eingefunden, wie es seit den ersten Tagen der Legislaturperiode nicht mehr geschehen war, und am Bundesratstische erschienen außer dem Kriegsminister mit seinen Räten und den anderen Militärbevollmächtigten der Staatssekretär des Innern, Graf Posadowsky, und viele Mitglieder des Kolonialamts mit dem Direktor Dr. Stübel an der Spize. Dieser war gekommen, um namens der ver bündeten Regierung eine Erklärung über den

Stand der Dinge in Südwestafrika abzugeben. Neu war an seinen Mitteilungen, daß sich die Zahl der bewaffneten Hereros auf mehr als 5000 beläuft, die sich in guten Stellungen zu beiden Seiten unserer Eisen­bahn befinden. Bekannt hingegen war bereits, daß Oberst Leutwein, der Gouverneur des südwestafrikanischen Schutz­gebiets, zur Niederwerfung des Aufstandes die weitere Ent­sendung von 800 Reitern und zwei berittenen Batterien für erforderlich hält. Die soll er so schnell wie möglich be­kommen, und deshalb sollen sie entsandt werden, bevor alle parlamentarischen Formalitäten, die vielleicht nach dem Buch­staben des Gesezes notwendig wären, erfüllt sind. Stati dessen wird die Regierung im Interesse der Sache die Geneh­migung zu den Ausgaben hinterher nachsuchen, und, das steht heute schon fest, erhalten. Denn es machte sich bei der An­fündigung des Herrn Stübel auch nicht der mindeste Wider­spruch geltend. Das war die Erklärung wurde vor Ein­tritt in die Tagesordnung abgegeben so zu sagen das Vorspiel der parlamentarischen Vorstellung. Diese selbst setzte mit der Wiederholung der

Abstimmung über die Zahl der Unteroffiziere ein, die am Sonnabend zum vorzeitigen Abbruch der Situng geführt hatte. Zuerst kam der Antrag des Grafen Oriola auf Wiederherstellung der Regierungsvorlage an die Reihe. Die ganze Rechte, die Nationalliberalen und die freisinnige Vereinigung erhoben sich, ein ganz kompakter Haufe, allein das Bureau vermochte nicht zu entscheiden, ob die Mehrheit stehe. Auch die Gegenprobe beseitigte die Zweifel nicht, und wie berechtigt diese waren, zeigte der nun folgende Hammel­sprung. Mit Stimmengleichheit-104 gegen 104- wurde der Antrag Oriola unter großer Heiterkeit abgelehnt und da= nach der vermittelnde Antrag Spahn angenommen. Es waren also 208 Mitglieder, neun mehr, als zur Beschlußfassung_not­wendig sind, anwesend, aber sie blieben nicht lange im Saal, sie verschwanden vielmehr zum größten Teil unmittelbar nach der Abstimmung. Verübeln kann man es ihnen nicht, daß sie die Flucht ergriffen, denn an den weiteren Debatten hatten sie wirklich nichts verloren.

In der Diskussion nahm den breitesten Raum die mit dem Militäretat an sich doch nicht zusammenhängende Handwerker­frage ein, die ja sehr wichtig ist, über die aber die verschie­denen Redner bei dieser Gelegenheit nichts sagen konnten, was sie nicht früher auch schon geſagt hätten.

Preufsifcher Landtag. Haus der Abgeordneten.

( 41. Sigung.) RK. Berlin, 14. März. Beim Etat des Ministeriums des Innern begann heute diejenige Erörterung, die der Parlamentswitz Hasenklein­Debatte" nennt: Es war der Tag der Kleinen Wünsche", die freilich leider meist fromme Wünsche" bleiben. Ein Redner beschwert sich über den langsamen Prozeßgang bei den Ober­landesgerichten, ein anderer verlangt, daß der Staat den Landräten die Hilfskräfte, die sie jetzt selbst bezahlen müssen, und ein zweispänniges Fuhrwerk stelle, ein dritter trat für die Entlastung der Amtsvorsteher vom Schreibwerk ein, der Däne Nielsen kam mit einer Erörterung des Falles des Pastors Jacobsen- Scherrebeck, und gar der Pole Korfanty schüt­tete ein ganzes Füllhorn von polnischen Beschwerden über das Haupt des Ministers des Innern aus. Als er dabei das Ver­halten der preußischen Behörden eine Schande nannte, traf ihn der rächende Donnerkeil des Ordnungsrufs. Der Mi­nister, der Herrn Nielsen wenigstens noch geantwortet hatte, lehnte unter dem Beifall des Hauses es ab, sich auf die Aus­lassungen des Herrn Korfanty überhaupt zu äußern. Dann gab es noch ein Hin- und Hergerede über die dänische Agi­tation und ihre Bekämpfung.

3. Sigung der Großh. Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach.

Protokoll Auszug.

A

Gießen, den 11. März 1904.

Anwesend die Herren: Kommerzienrat Koch, Vor­figender, Kommerzienrat Heichelheim, Stellvertretender Vor­sigender, Balser, Dürbeck, Hoos, Kaz, Moll, Nowack, Ram­speck, Schirmer, Schmall, Zurbuch, sowie der Syndikus Dr. Knipper.

1. Geschäftsbericht: a) Am 22. Februar und 6. März fanden in Mainz zwei Sigungen des hessischen Handelskammertages statt, in denen der Ges Bentwurf über die Gemeindeumlagen durch beraten wurde. Ferner wurde eine Protesterklärung gegen die Erhebung von Schiffahrts­abgaben auf natürlichen Wasserstraßen angenommen und eine Kommission eingeseßt, welche Vorschläge für eine Pro­vision des Vereinszolgefeßes ausarbeiten soll. b) Zur Er­leichterung des Reiseverkehrs hat die Kammer bei der Kgl. Eisenbahndirektion in Frankfurt a. M. in Anregung ge= bracht, zwischen den in Frage kommenden Eisenbahnverwaltungen zu vereinbaren, daß die Umschreibung von Rückfahrkarten, die über Strecken mehrerer Berwaltungen lauten, auf der Endstation dann bewirkt werden kann, wenn der zu wählende Rückweg für jede beteiligte Eisenbahnverwaltung eine fürzere Strecke enthält, als auf der Rückfahrkarte vorgesehen ist. Gegenwärtig ist eine solche Umschreibung nicht zulässig, so­fern die Endstation einer anderen Verwaltung untersteht wie die Anfangsstation. c) In dem der Kammer zur Be­gutachtung vorgelegten Entwurf des Sommerfahrplans 1904 sind die meisten der früher geäußerten Wünsche berücksichtigt worden. d) Der Kgl. Eisenbahndirektion zu Frankfurt a. M. sind auf ihr Ersuchen die Preise für Braunkohlen, Braun­fohlenbriketts und Braunkohlen- Naßpreßsteine in Gießen mitgeteilt worden. e) Einer auswärtigen Firma ist ein Bücherrevisor namhaft gemacht worden. f) Im vergangenen Jahre hatte die Kammer die Erweiterung des Zollschuppens auf dem Bahnhof zu Gießen beantragt. Auf diesen auch

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von dem Großh. Hauptsteueramt zu Gießen unterstüßter a. M. mitgeteilt worden, daß z. Zt. noch keine Mittel für die Erweiterung vorhanden wären, ooch solle die Bereitstellung von Mitteln für den Etat 1905 nachgesucht werden.

Antrag ist von der Kgl. Eisenbahndirektion zu Frankfurt Courtin über Frü

2. Gesezentwurf über die Gemeindeumlagen. Im Anschluß an die Verhandlungen des hessischen Handels. fammertages nahm die Kommer zu den Bestimmungen des Entwurfes endgültig Stellung und beschloß ihre von der Beschlüssen des Handelskammertages abweichenden Ansichte dem Großh. Ministerium des Innern zur Kenntnisnahme z übermitteln.

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3. Erhebung der Handelstammerbeiträge Die Kammer hat seither die Erhebung der Beiträge z ihren Kosten für den ganzen Bezirk durch den Rechner de Stadt Gießen vornehmen lassen. Von auswärtigen Mit gliedern der Kammer wurde beantragt, die Erhebung der Beiträge in Zukunft durch die Bezirkskassen vornehmen zu lassen, da die seitherige Art der Erhebung für die nicht in

Gießen ansässigen Beitragspflichtigen mit unnötigen Koften halten, aber noch t

verbunden sei. Die Kammer beschloß daher, bei dem Großh. Ministerium um die Genehmigung nachzusuchen, die Handels­fammerbeiträge für das nächste Etatsjahr durch die Bezirks: fassen einziehen zu lassen.

4. Vorentwurf eines amtlichen Waren ver zeichnisses zum neuen Zolltarif. Vom Großh Ministerium ist der Handelskammer der Vorentwurf des amtlichen Warenverzeichnisses zum neuen Zolltarif, sowie eine Anleitung für die Zollabfertigung mit der Verfügung übersandt worden, die Entwürfe eingehend zu prüfen und etwaige Anträge auf Abänderungen oder Ergänzungen bis zum 1. Mai 1. Js. einzureichen. Da eine streng vertrau­liche Behandlung des Entwurfes zur Pflicht gemacht ist, so ersucht die Kammer die in Betracht kommenden Firmen wiederholt auf dem Sekretariate der Handels­tammer Einst cht in den Entwurf zu nehmen und etwaige Wünsche vorzubringen.

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5. Revision des Vereins zoll gesezes. Von dem Reichsschutzamt wird eine Revision des Vereinszollge seges beabsichtigt, das in einzelnen Bestimmungen den mo­dernen Verhältnissen des Geschäftsverkehrs nicht mehr genügend Rechnung trägt. Das Großh. Ministerium des Innern hat daher die Handelskammer aufgefordert, etwaige auf Abänderung des geltenden Gesezes gerichtete Wünsche ihm bis zum 1. Juni 1. Js. zur Kenntnis zu geben. Da diese Augelegenheit nach den Beschlüssen des letzten Handelskammertages gemein­sam von sämtlichen hessischen Handelskammern behandelt werden soll, so wählte die Kammer eine Kommission, die sich mit der vorläufigen Durchberatung des seitherigen Ge­setzes befassen soll. ( Schluß folgt.)

*

*

Lokales.

15. März 1904.

Privattelegramm. Bei der heutigen Ziehung der Hessisch- Thüringischen Landeslotterie wurden folgende Gewinne gezogen: 250000 Mt. auf Nr. 45 707 ( nach Oldenburg), 50 000 Mt. auf Nr. 69 185, 30000 Mark auf Nr. 15 525, 20 000 Mt. auf Nr. 92 174, 10 000 Mt. auf Nr. 95 618, 5000 Mt. auf Nr. 43 862, 54493, 83 682, 86 700, 91508, 3000 Mt. auf Nr. 2297, 4080, 4825, 27684 41 400 46 054, 46 513.

** Stadttheater Gießen. Die Theaterbesucher werden darauf aufmerksam gemacht, daß auf dem heutigen Theaterzettel Frl. Hellberg irrtümlicherweise als Darstellerin der Agnes u. ,, Friz chen" aufgeführt ist. Die Rolle wird von Frl. Hohl gegeben. Frl. Hellberg muß sich vorläufig noch Schonung auferlegen. Es dürfte das hiesige Theaterpublikum interessieren, daß Herr Oberregisseur Haag von unserer Bühne als Regisseur an das Stadttheater Bremen verpflichtet worden ist und daß das Engagement nach persönlicher Vorstellung nunmehr perfekt geworden ist. * 100 Badebillets für Benutzung des Bassin im Boltsbad hat ein Gießener Kinderfreund dem Rektor über­geben, die an 50 Knaben und 50 Mädchen verteilt wurden. Dem edlen Geber gebührt öffentlicher Dank. Die 100 Kinder haben von der Gabe recht munteren Gebrauch ge­macht, was dem einen oder anderen reichen Gießener Bürger vielleicht zur Nachahmung anregen dürfte.

** Der unbefugten Führung des Metster­tttels beginnen die Gerichte jetzt zu Leibe zu gehen. Das Oberlandesgericht Rostock verurteilte einen Klempner zu Geldstrafe, weil ec ein an eine Behörde gerichtetes Schreiben als Klempnermeister unterzeichnet hatte, ob­wohl er nicht die Bedingungen des§ 133 der Gewerbe­ordnung erfüllt hatte, d. h. die Meisterprüfung nicht vor der Prüfungskommission einer Handwerkskammer abgelegt hatte, wozu noch kam, daß er das Gewerbe nicht selbst, sondern für Rechnung seiner Ehefrau be­trieb. Diese Bestrafung mahnt die in Betracht kommen­den Kreise zur Vorsicht.

= Launsbach, 14. März. Da infolge der hierselbst

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beiden Schulklassen bereits vor vier Wochen geschlossen werden mußte, so kann derselbe auch vorläufig vor

Tierteile, sowie für

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Ostern gar nicht mehr beginnen, denn zu ersterer Frank Beitpunft an nicht i

heit sind nunmehr noch die Masern hinzugekommen.

Hörnshain, 14. März. Der Frühling rückt all­mählich in's Land was sich vor allem an der zu­nehmenden Länge der Tage bemerkbar macht. Zwar waren warme Frühlingstage uns bisher noch höchst selten be­schert, denn noch gar zu oft schienen wir beim Erwachen am Morgen in eine Winterlandschaft versetzt, aber dennoch verrichten unsere Landwirte bereits überall vorbereitende Arbeiten, um für den Beginn der Feldbestellung gerüstet zu sein. Aber wie allerwärts so suchen auch hier unsere Landleute mit der Neuzeit fortzuschreiten und huldigen mit Freuden den ihnen in Wort und Schrift dargebotenen Neuerungen. So hatte sich auch in der Volkschen Wirt­schaft hierselbst viele Landwirte eingefunden, um dem

Gießen, den Großherzogl

J.