wie ihn sich manche Leute in England dachten, wird die expedition nicht sein. In den letzten Wochen hat sich ein für die Expedition sehr ungünstiger Wetterumschlag vollzogen, so daß die engen Bergstraßen durch starke Schneefälle zu äußerst schwierigen Etappenwegen werden. Trotzdem wird mit größter Energie an dem Nachschub von Vorräten gearbeitet. Die Stimmung auf Seiten der Tibetaner hat sich zweifellos verschlechtert, und es scheint beinahe, als ob sie das zögernde Verbleiben des Obersten Younghusband in seiner jeẞigen Stellung für Schwäche hielten. Die Abteilung der Tibetaner, die den Weg nach Gyangtse sperrt, hat sich vielleicht auf 3000 Mann verstärkt, und man will jogar erfahren haben, daß eine um vieles stärkere Abteilung, gewissermaßen das Gros, bei Gyangtse selbst bereit steht. Deutfcher Reichstag.
( 51. Sizung.)
CB. Berlin, 7. März. Die sozialdemokratische Fraktion des Reichstags ist stärfer als je zuvor, troydein hat sie wohl kaum jemals so wenig Wirkung erzielt als in dieser Session. Die sozialdemotratischen Redner gefallen sich in endlosen Wiederholungen, chac zu berücksichtigen, daß getretener Quart breit, aber nicht start wird. Dazu kommt kleinliche Rechthaberei in Dingen, in denen das stillschweigende Zugeständnis eines Irrtums dem Ansehen der Partei wirklich keinen Abbruch tun würde. Das hat sich bei den Erörterungen über den Schmuggel anarchistischer Schriften, die Russenausweisungen und den Königsberger Prozeß gezeigt und dies zeigt sich jetzt wieder
beim
Militärctat,
dessen Beratung hente fortgesetzt wird. Herr Bebel hielt stundenlange Reden und sagt nichts; was er vorbringt, sund in der Tat„ olle Kamellen", die er mit Ausfällen gegen die Regierung und alle Parteien zu würzen sucht. Er erregt damit zeitweise Heiterkeit, meist aber nur da, wo er dies gar nicht beabsichtigt. Er beginnt damit, daß er dem Minister gegenüber alles aufrecht hält, was er neulich angeführt hat, wiederholt dann, was Gradnauer über den Fall des Brinzen Arenberg und was andere Redner über die Verhältnisse von 1806 gesagt haben. Gegen den Hinweis auf die Vorgänge beini Dresdner Parteitage bemerkt er, in der Armee dürfe der, welcher geschimpft werde, nicht wieder schimpfen, wäh rend in der Sozialdemokratie jeder, der geschimpft werde, sich kein Blatt vor den Mund nehme. Er schloß dann mit der von der Rechten mit dem Zuruf Blech! gekennzeichneten Behauptung, daß der Kapitalismus auch am Mark der Armee fresse.
Abg. v. Niepenhausen( fons.) kann mit Recht feststellen, daß die Rede Bebels den Sieg des Kriegsministers nicht abgeschwächt habe, und spricht seine Freude darüber aus, daß wir in dem neuen Kriegsminister einen Mann nicht nur des Wortes, sondern auch der Tat haben, der un gegebenen Augenblicke zu handeln wissen werde. Redner wünscht u. a., daß für gute Lektüre für die Soldaten gesorgt werde, zumal fortgesetzt versucht werde, sozialdemokratischen Lehrstojř in die Kasernen einzuschuwageln.
Steraus ergreift unter großer Spannung des Hauses der Kriegsminister v. Einem das Wort. Er geht nich: ein auf alle Wünsche und Vorschläge, die in den letzten Tagen laut geworden sind, sondern greift einige Punkte aus den Reden der sozialdemokratischen Abgeordneten Bebel und Gradnauer heraus, die er dann, zum Teil von Beifall, zum Teil von der Heiterkeit des Hauses begleitet, widerlegt. In ebenso breiter wie humorvoller Weise beschäftigt er sich mit der Erklärung Behels, daß die sozialdemokratischen Soldaten im Falle eines Krieges Mann für Women für das Waterland eintreten würden. Die Botschaft höre b, allem mir fehlt der Glaube," erwiderte der Minister. Denn wie stimmut diese Erklärung mit der Haltung der sozialdemokratischen Presse überein, die fortgesezt den Strieg als unmoralisch hin stellt und ohne Unterlaß versucht, die Seriegsbegeisterung aus den Herzen ihrer Leser zu reißen.“ Der Minister zitiert Stellen aus früheren Neden Bebel und anderer sozialdemo kratischer Führer, besonders auch eine Rede Grillenbergers, der vor einem Jahrzehnt im Reichstage erflärt hat, daß er nicht sicher sei, dep; die sozialdemokratijden Massen dem Ruse folgen würden, sobald es gilt, in einen Krieg zu ziehen. Sind Sie etwa der Ansicht, daß wir, che wir einen Krieg führen, einen Dresdener Parteitag einberufen und ihn über Krieg oder Frieden sollen entscheiden lassen? Von sozialdemo kratischer Seite wird zwar hier zugestanden, daß die Disziplin im Heere erforderlich sei, auf der anderen Seite wird jedoch der Drill als überflüssig angegriffen. Selbst wenn Ihr be rühmtes Milizsystem eingeführt würde, ließe sich Disziplin nicht anders erreichen, als durch Erziehung und Drill." Wäh. rend der Minister im vorstehenden Teil seiner Rede seinen überlegenen Humor häufig zur Geltung brachte, sprach er am Schluß in tiefem Ernst den Wunsch aus, die Sozialdemo kraten möchten doch offen und ehrlich Farbe bekennen, nicht in ihren Schriften revolutionär und im Reichstag loyal tun, damit man wisse, woran man mit ihnen sei. Entweder seien sie eine revolutionäre Partei oder sie mausern sich, schloß der Kriegsminister seine wirkungsvolle Rede.
es Tommen noa) mehrere Redner zum Wort, die wesent lich Neues nicht vorbringen.
Um einerseits den Etat rechtzeitig fertigzustellen, anderer: seits aber auch der Redelust der wenigen anwesenden Reichs. boten zu genügen, sollen von morgen ab auch Abendsizungen stattfinden.
Preufsifcher Landtag.
Haus der Abgeordneten.
( 35. Sitzung.) RK. Berlin, 7. März. 93 Millionen Eisenbahn- Ueberschuß! Das war der Hauptschlager in der Rede, die der Eisenbahnminister Heute hielt.
Mit der Weiterberatung der schon mitgeteilten Anträge auf Herabsetzung der Gütertarife für Rübenzuder, Zuckerrüben, Schnitzel, Melasse und Melassefutter begann heute das spärlich besetzte Haus sein Tagespensum. Nach längerem Hin und Her gingen die Anträge an eine Kommission. Ein ähnliches Schicksal, das der Verweisung an die Budgetkommission, hatte ein anderer Antrag des Abg. Wagner( frkons.), der Begünstigungen für die Oderumschlagstellen Breslau, Maltsch und Kosel verlangte.
Dann nahm Minister Bud de das Wort, um bei dem Kapitel Personen- und Güterverkehr" die Grundsätze seiner Verwaltung auf diesem Gebiet darzulegen. Er führte u. a. aus: Der Hauptgrundsatz der Verwaltung ist der, einen geordneten und gesicherten Betrieb aufrecht zu erhalten. Die Unfälle haben sich vermindert, auch die Zahl der Getöteten hat abgenommen. Große Fortschritte sind in Bezug auf die Bequemlichkeit gemacht worden. Man
reist bei uns bequemer, wie in den meisten anderen Ländern. Die erste Klasse ist sehr eingeschränkt worden. Dagegen wird feine Einschränkung der vierten Klasse beabsichtigt. Sie hat sich sehr bewährt und ist sehr beliebt. Eine wesentliche Vermehrung und Verbesserung des Fuhrparks wird angestrebt. Hier gibt es für mich keinen Stillstand.( Bravo!) Die Fürsorge für das Personal lasse ich mir angelegen sein. ( Bravo!). Aber alle Wünsche sind nicht erfüllbar. Aus dem Hause werden ja auch Wünsche vorgetragen werden. Die Disziplin fann es indes nicht fördern, wenn sich die Abgeordneten als die Wohltäter hinstellen und mich als den schwarzen Mann anklagen. Eine Ueberanstrengung der Beamten ist vermieden, die Verkürzung der Arbeitszeit wird angestrebt. Der Geist des Personals ist gut.
Weiter teilte der Minister mit: Der Ueberschuß für 1903 wird etwa 93 Millionen Mark betragen, bisher hat man ihn nur auf 63 Millionen geschätzt. Die Einnahmen haben zum erstenmal 1½ Milliarde erreicht. Am 1. April besteht das Ministerium der öffentlichen Arbeiten 25 Jahre. Es ist zugleich das Jubiläum der preußischen Staatsbahnen. Die Verwaltung hat eine glänzende Entwickelung genommen. Ich meine, unser Eisenbahnwesen kann sich vor aller Welt sehen lassen. Lebhafter Beifall folgte der Rede. Dann vertaate sich das Haus.
Kurpfufcherprozess Schröter.
Sh. Tilsit, 7. März.
Mit dem berühmten Experiment war es nichts, trotzdem dem Angeklagten sorgfältig alle Vorbedingungen, die er irgend wünschte, zum Gelingen gewährt wurden. Nur ihm sympathische" Personen, die Sachverständigen Prof. Dr. Puppe- Königsberg, Dr. Moll- Berlin und Sanitätsrat Bilfinger- Kassel lud er ein. Dr. Zengnid, Tilsit: Darf ich auch mitgehen, Herr Schröter? Angefl.: Nein, Sie sind mir zu unsympathisch.( Heiterfeit.) Vors.: Sie meinen das doch wieder im magnetischen Sinne? Angefl.: wohl. Dr. Moll: Aber ich werde doch auch von den Magnetopathen als unsympathische Persönlichkeit in diesent Sinne angesehen. Angek I.: Das tut nichts, mir sind Sie durchaus sympathisch. Nach etwa einer halben Stunde erschienen die Sachverständigen mit dem Angeklagten wieder im Caale. Auf Befragen erklärt der Angeklagte: Ich habe den Herren zunächst den aus meiner Hand ausstrahlenden Magnetismus vorzuführen versucht. Zu diesem 3wed preßte ich die Hand an die Fensterscheibe, an die zugleich auch der Gummiball mit dem auf 27 Grad erwärmten Wasser gedrückt wurde. Bei dieser Prozedur hatte ich früher das Phänomen beobachtet, daß rings um den Abdruck meiner Finger Strahlen sichtbar wurden, die bei dem Gummiball nicht sichtbar werden. Ich führe dies darauf zurück, daß diese Ausstrahlungen magnetischer Natur sind, und daß ein toter Körper sie nicht produziert. Diese Strahlen sind bei dem einen Menschen größer, bei dem andern kleiner, und bei mir sind sie ganz besonders groß. Das zweite Experiment besteht darin, daß ich einen Bleistift und einen Federhalter in etwas Schnee steckte. Ich habe darauf den zweiten Bicistift magnetisiert und meines Erachtens dadurch erreicht, daß dieser beim Hineinstecken in den Schnee diesen anzog. Dr. Mo II: Was das erste Experiment anlangt, so sind wir uns alle drei Sachverständige darüber einig, daß bei dem Auflegen der Hand an die falte Scheibe der übliche Wasserstoff aus der Hand des Angeklagten ausgeschieden ist und diese ganz bekannten Strahlen dadurch hervorruft. Auch das zweite Experiment beruht auf einer rein physikalischen Erscheinung. Der angeblich magnetisierte Bleistift ist einfach unter den Händen des Angeklagten warm geworden, wodurch der Schnee hängen blieb. Mit Magnetismus haben beide Experimente nicht das Geringste zu tun und beide Experimente sind demnach als mißglückt zu bezeichnen. Eine derartige doch ich will mich nicht weiter darüber auslassen. Dr. Bilfinger erklärt ebenfalls, es handle sich um eine falsch erklärte Tatsache. In Bezug auf die Wirkung des Magnetismus im allgemeinen aber wolle er nicht unterlassen, zu betonen, daß er sehr oft ausgezeichnete Beweise dafür erhalten habe. Dr. Moll hielt diese nicht für Stichhaltig.
Lokales.
( Fortsetzung folgt.
8. März 1904.
** Privattelegramm. Bei der heutigen Ziehung der Hessisch- Thüringischen Landeslotterte wurden folgende Gewinne gezogen: 10000 Mt. auf Nr. 46659, 5000 Mt. auf Nr. 19925, 56 193, 63 592, 3000 Mr. auf Nr. 860, 1902, 27 689, 30 158, 39056, 39 297.
Die Tagesordnung für die nächste StadtverordnetenSigung in Gießen am Donnerstag, 10. März, nach m. 3 Uhr ist folgende: 1. Baugesuch des Wilhelm Amend für die Bahnhofstraße 66. 2. Baugesuch des Wilh. Löber jr. für die Waltorstraße. 3. Bauges. des With Seipp III für den Gr. Stentorg. 4. Bauges. von Fritz Egly für den Brandplay. 5. Bauges. des Joh. Otto Schneider für die Ebelstraße. 6. Festsetzung von Fluchtlinien für Teufelsluftgärichen. 7. Fluchtlinienplan für die große Mühlgasse. 8. Erwerb bezw. Enteignung von Gelände zur Keplerstraße. 9. Austausch von Gelände zwischen Stadt und Heinrich Carié am Neuenweg. 10. Feldbereinigung in der Gemarkung; hier: Erwerb von Grundstücken durch die Eisenbahnverwaltung 11. Gesuch des geschäftsführenden Ausschusses für den nationalen Gesangswettstreit um Ueberlassung eines Blazes. 12. Unterhaltung der Gebäude der Stadtmädchenschule; hier: Beschaffung von Ersatzteile für die Defen. 13. Straßenreinigung; hier: Vergebung der Besenlieferung. 14. Bergebung von Fuhrleistungen. 15. Gielbau; hier: a) Lieferung von Steinzeug für 1904/05. b) Lieferung von Bement für 1904/05. 16. Genehmigung von Rechnungen. 17. Vorlage der Rechnung und des Verwaltungsberichts für 1902/03. 18. Voranschlag der Armenfosse für 1904. 19. Boranschlag des Gas- und Wasserwerts für 1904. 20. Voranschlag des Stadterweiterungsfonds für 1904. 21. Errichtung einer Gerätehalle und eines Arbeiterraums für das Tiefbauamt und die Stadtgärtnerei. 22. Ausbau des WeBlarerwegs von der Frankfurterstraße bis zur Hofmannstraße. 23. Ausbau der Verbindungsstraße zwischen Frankfurterstraße und Weßlarerweg in der Richtung auf den Bahnübergang der Oberhessischen Eisenbahn. 24. Ginzäunung und Bepflanzung des aufgefüllten Schweinemarktplages. 25. Statut, betreffend die Bildung einer Deputation für das Cas-, Wasser und
Elektrizitätswerf. 26. Die Wasserversorgung der Gärten am Nahrungsberg. 27. Das Gießener Stadttheater; hier: Vertrag zwischen J. Noll und Theaterdirektor Steingötter für 1904/05. 28. Verpachtung der Gemeindejagd; hier: Gesuch um Uebertragung des Jagdbezirks 7 auf einen anderen Bächter. 29. Errichtung einer Ziegenzuchtstation. 30. Uebernahme der Unterhaltung eines Erbbegräbnisses. 31. Gesuch des Ludwig Abel dahier um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Grünbergerstraße 47. 32. Gesuch der Elise Kleis Ehefrau um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Bahnhofstraße 48. 33. Gesuch des Wilhelm Schneider um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Walltorstraße 24. 34. Haushaltungsunterricht an der Volksschule. Die Vorstände der Gewerbevereine des Bezirk Gießen werden nächsten Sonntag im Hotel Schüß zu Gießen zu einer Bezirksversammlung zusammentommen, um über die neue Steuer- Besetvorlage zu beraten.
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** An der Wieseckbrücke in der Bahnhofstr. in Gießen ist gestern Morgen infolge eines Rohrbruchs die Mauer des linken Ufers durchbrochen worden und zusammengestürzt. Dec Unternehmer der Kanalisation wird, da er Garantie für seine Rohre hat übernehmen müssen, für den Schaden aufzukommen haben.
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Stadttheater Gießen. Um irrigen Auffassungen entgegenzutreten fonstatiert die Direktion, daß Frl. Bilma Dülfer, die als Klärchen jüngst im Egmont gastierte, nicht als eventueller Ersaß für Frl. Hohl in Aussicht genommen ist, sondern das Fach der Sentimentalen spielen soll, daß eine ausgesprochene Fachvertreterin in lezter Zeit hier ermangelte. Für Frl. Hohl ist ein anderer Ersatz in Mussicht genommen. Freitag, den 11. März, findet außer Abonnement ein zweites und legtes Gastspiel der NachtasylTournee statt und Sonntag, den 13., geht Kneisels übermütiger Schwant„ Papageno" in Szene.
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Die Beratungen des Hessischen Handelstammertages über den Entwurf des Gesetzes, die Gemeinde- Umlagen betreffend, wurden am Sonntag in Mainz zu Ende geführt. Als Regierungsvertreter waren erschienen: Ministerialräte Braun, Dr. Becker und Best. Fast alle Redner wenden sich gegen eine zu hohe Kapitalrentensteuer. Ministerialrat Dr. Becker führt aus, daß auch die Großh. Regierung Bedenken habe, das Kapital hoch heranzuziehen, er wünsche aber dieserhalb praktische Vorschläge aus der Versammlung heraus, mit dem Tadel allein sei es nicht geschehen. Die Herren Schmahl- Mainz, Kommerzienrat Stroh- Offenbach, Kölsch und Baruch- Borms, HeichelheimGießen, der Vertreter der Handelskammer Friedberg und Kommerzienrat Coblenz- Bingen sprachen sich für die bisherige Kapitalr ntensteuer aus. Die Herren Trier- Darmstadt und Langenbach erachten es für richtig, wenn das Kapitalvermögen herangezogen wird; aber der Abzug von Schulden und persönlichen Lasten müsse gestattet werden. Schließlich wurde der Antrag Darmstadt, bei Artikel 19 den Absah 2 zu streichen, einstimmig angenommen. Dei dem Kapitel über den„ Besteuerungsmaßstab" stellt die Handelskammer Mainz den Antrag, Grund- und Gewerbebesitz einheitlich und gleichmäßig mit 10 Pfg. vom 100 und das Kapitalvermögen mit Der Grund- und 10 fg. von 200 Mt. zu belaften. Gewerbebesitz sei mit dem doppelten Betrag heranzuziehen, weil sie vor den gemeindlichen Einrichtungen( Straßenbau usw.) bedeutend größere Vorteile hätten, als der nicht an die Scholle gebundene Rentner. Als weitere Konsequenz sei der Absatz 2 des Artikels 32 ganz zu streichen. Feistmann Offenbach stellt hierzu den Unterantrag, daß höchstens bis zu 10 Pfg. von 100 Mt. Netto- und nicht Bruttovermögen erhoben werden dürften. Nach längerer Debatte wurde beschlossen: 1. Der Handelskammertag spricht sich grundsäglich gegen jede höhere Belastung des Kapitalvermögens, als es unter der Herrschaft des bisherigen Gefeßes ist, zur Gemeindeſteuer aus. 2 Die Anträge Mainz und Offenbach werden als erreichbares und wünschenswertes Ziel der Regierung zur Berücksichtigung empfohlen. waren die Beratungen des Geseßentwurfes zu Ende gekommen. Der Vorsitzende besprach sodann die beabsichtigte Einführung gewisser Schiffahrtsabgaben und teilte einen Proteft der Mainzer Handelskammer mit. Die Versammlung erklärte sich einstimmig mit den Beschlüssen der Mainzer Handelskaminer in der Frage der Schiffahrtsabgaben einverstanden; ferner wurde ein Arbeitsausschuß gewählt, der sich mit der weiteren Behandlung dieser Angelegenheit befassen soll. Es folgte darauf noch eine Diskussion über das Vereinszollgesez und eine Besprechung der Tagesordnung für den nächsten deutschen Handelskammertag. Die Arbeitskommission für die Schiffahrtsabgaben soll im Monat April zusammentreten. Damit war die Versammlung um 5 Uhr nachm. geschlossen und die Mitglieder vereinigten sich zu einem gemeinsamen Mahl.
Damit
** Die Aufnahmeprüfung für das LehrerinnenSeminar zu Darmstadt findet Mittwoch, 13. April, vormittags 28 Uhr, im Schulhause der Viktoria Schule ( Hochstraße 44) statt. Gesuche um Zulassung zu dieser Prüfung sind bis spätestens zum 22. März 1904 bei der zuständigen Behörde einzureichen.
* a Freiwillige Invaliden- und Altersversicherung. Bekanntlich ist die freiwillige Invalidenund Altersversicherung nach dem Geseze allen denjenigen selbständigen Gewerbetreibenden gestattet, die früher in unselbständiger Stellung versichert waren. Von dieser Ermächtigung wird aber recht wennig Gebrauch gemacht. Verschiedene Versicherungsanstalten gedenken nun zur Aufklärung der interessierten Bevölkerungsfreise in Handwerker und ähnlichen Vereinen tostenlos Vorträge halten zu lassen, in denen vornehmlich ziffermäßig die zu leistenden Beiträge und die im Falle der Inralidität oder nach Erreichung des 70. Lebensjahres zu beanspruchenden Renten gegenübergestellt werden. Man fann nur wünschen, daß das Vorgehen der Versicherungsanstalten von Erfolg gekrönt sein möchte.
+ Laubach. Bom Großh. Ministerium ist der 1. April als Beginn der Anlegung des Grundbuchs und Berg- Grundbuchs bestimmt.
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außerdem erhiel daß der Tod f und drei eine SS Frantfa des Mädchenhan gaffe verhaftet.
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