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ohne Ihre große Liebenswürdigkeit wäre ich gestern abend bollkommen obdachlos gewesen. Ich weiß jedoch recht wohl, daß ich Ihre Güte nicht länger mißbrauchen darf. Da ich aber einmal hier in Mylrea bin, so möchte ich mich noch eine furze Zeit hier aufhalten, und ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir erlaubten, mein Gepäck einstweilen hier zu lassen, während ich mit dem Kutscher eine kleine Fahrt durch die Nachbarschaft mache, um zu sehen, ob ich irgendwo ein oder zwei bewohnbare Zimmer finde."

Ihre Antwort hierauf war recht bezeichnend. Sie bat mich doch länger in ihrem Hause zu verweilen; die besten Bimmer ständen zu meiner Verfügung, erklärte sie, und Brid­get würde schon sorgen, daß es mir an nichts fehle.

Sie sind zu gütig", entgegnete ich. Unter keinen Um­ständen darf ich Ihnen jedoch noch länger zur Last fallen. Ich bin hier vollkommen fremd und habe durchaus keinen An­spruch auf Ihre Gastfreundschaft."

,, Aber ich wünsche selbst, daß Sie bleiben sollen." " Das will ich auch gerne tun, wenn ich eine Wohnung finde. Aber ich bitte Sie, überlassen Sie mir das lettere. Ich werde schon irgendwo unterkommen, und dann liegt mir ja auch daran, so viel wie möglich von Land und Leuten hier fennen zu lernen."

Da sie merkte, daß mein Entschluß feststand, drang sie nicht weiter in mich, und ich möchte sogar glauben, daß es ihr ganz angenehm war. Ich fürchtete, was die Welt dazu sagen würde, wenn ich, ein Fremder und noch dazu unverheiratet, als Gast mich im Hause eines jungen Mädchens aufhielte, das weder Verwandte noch Bekannte um sich hatte. Damals wußte ich freilich noch nicht, daß ein junges Mädchen in den Einöden Frlands ihr eigener Beschützer und an keine Formen des Herkommens gebunden ist.

" Ich werde mir jedoch öfters die Ehre geben, mich nach Ihrem Befinden zu erkundigen", schloß ich, und wenn Sie es gestatten, will ich mich gern als Ihren Arzt betrachten." Damit ging ich hinaus, um mich mit Andreas, dem Kut­scher zu besprechen und mich dann in Mylrea nach einer Woh­nung für mich umzusehen.

Andreas, der auf mich wartete, sah zufrieden und fröhlich aus; man merkte es ihm an, daß er gut geschlafen und tüch tig gegessen hatte. Meine Besprechung mit ihm hatte jedoch ein recht unbefriedigtes Ergebnis. Er erzählte mir, daß es im Dorfe fein einziges Zimmer gäbe, das einem solch feinen Herrn", wie ich es sei, zu zeitweiligem Aufenthalt dienen könnte. Unter gewöhnlichen Verhältnissen würde ich wohl seine Rede haben gelten lassen; da ich mir aber in den Kopf gesetzt hatte, hier in Mylrea Aufenthalt zu nehmen, machte ich mich unter seiner Führung zu einer eingehenden Besichti­gung des Dorfes auf.

Ich fand bald, daß Andreas nur zu sehr die Wahrheit ge­sagt hatte. In eine Hütte nach der andern trat ich ein- und beeilte mich, so rasch wie möglich wieder hinauszukommen. Für Ochsen und Schweine mögen sie wohl gut genug sein, dachte ich bei mir, aber nicht für menschliche Wesen, mögen diese nun feine Herren" oder nicht sein. Als Andreas aber sah, daß ich mich in meinem Entschlusse nicht irre machen ließ, schlug er endlich vor, wir möchten doch einmal zur Wit­frau Macrae gehen, und so gingen wir denn zu der Witwe.

Das Häuschen, das sie bewohnte, lag ziemlich außerhalb des Dorfes, dicht am Meeresufer. Dem Aeußeren nach unter­schied es sich in nichts von den andern: ein kleiner niedriger Schuppen, faum besser als eine englische Scheune; in dem Augenblicke aber, wo ich sein Inneres betrat, nahm ich im Geiste vor der Witfrau Macrae den Hut ab. Hier, unter ihrer sorgenden Obhut, herrschte die peinlichste Reinlichkeit und Ordnung, und obwohl die Witwe nicht allzu viel ihr eigen nannte, so wurde doch das, was sie hatte, bis aufs äußerste in Stand gehalten. In der Tat, der Fußboden der Küche war ungedielt und bestand nur aus Erde, er war aber trocken und sauber, sauberer als manche gepflasterte oder mit Brettern be­legte Küche; die Teller und Schüsseln im Küchenschrank glänz­ten, der offene Kamin war wie abgefegt, und vor dem Fenster hing sogar ein Musselinvorhang.

Als die Witwe, eine lebhafte, dunkle, gutmütig aussehende Frau, die ehemalige Gattin eines Sergeanten der irischen Gensdarmerie, von meiner Absicht hörte, führte sie mich in ein nach innen gelegenes Zimmer, welches, obwohl recht klein und zierlich, doch so sauber war, als wäre es samt seiner Ein­richtung gerade erst hergestellt worden. Von dem Leinen, auf dem Himmelbett bis zu den weißen Vorhängen vor den Fen­stern glänzte und lachte alles; im Zimmer stand ein runder Mahagonitisch, ein alter Lehnsessel, Schreibgeräte waren da,

und um das Werk zu krönen, stand

auf dem Fensterbrett ein weißes Kreuz mit einem Strauß von Herbstblumen und Heidekraut.

Das suche ich gerade, sagte ich zu mir; eine Oase in einer Wüste von Schmutz und Staub! In der Nähe des Blumen­straußes erblickten meine Augen ein kleines, in dunkles Leder gebundenes Buch; ich nahm es in die Hand, schlug es auf und sah, daß es eine Sammlung irischer Volkslieder war.

Es gehört dem Pater Antonius", bemerkte Mrs. Macrae, den ganzen Winter über wohnte er bei mir, als er hier Kaplan war."

Ich schlug es auf und las auf der ersten Seite nachstehende Widmung, die offenbar von einer Damenhand geschrieben Anton Creenan

war:

Zur Erinnerung an seine aufrichtige Freundin Ellen Craig. Die Frau, die mir anmerken mochte, daß ich an dem Buche Interesse nahm, fuhr fort: Das gnädige Fräulein gab es ihm, als er noch studierte."

Und wo ist Pater Antonius jetzt?"

Euer Gnaden wissen das nicht?" entgegnete Mrs. Macrae. Ach, daß ist eine recht lange und traurige Ge­schichte. Er wurde krank, als das Unglück mit seinem Bruder kam, und seit jener Zeit liegt er auf den Tod." Und als ob sie diese Unterhaltung abbrechen wollte, fügte sie hinzu: Wenn Euer Gnaden das Zimmer nehmen, würde ich es mir zur hohen Ehre rechnen, Sie so lange, als es Ihnen gefallen mag, hier zu behalten, und was Andreas anbetrifft, so habe ich hier neben der Küche eine Art Kammer, die für seinesgleichen gut genug ist."

Ich hatte bisher nicht daran gedacht, Andreas länger bei mir zu behalten; nachdem aber dieser Gedanke von der Frau geäußert war, mußte ich gestehen, daß er durchaus nicht übel war. Wenn ich die Wohnung mietete, Andreas als Diener und Faktotum bei mir behielt, seinen Wagen zur Verfügung hatte, um Ausflüge in der Umgebung zu machen, nebenbei noch etwas fischen und jagen könnte und dazu noch die Mög­lichkeit hatte, in ein romantisches Abenteuer verwickelt zu wer­den, so würde ich, überlegte ich bei mir, ein paar Wochen nicht ganz unzweckmäßig verbringen. Ueber die Bedingungen wurde ich mit der Witwe bald einig, und als ich Andreas den Vorschlag machte, mit Roß und Wagen bei mir zu bleiben für die Zeit meines Aufenhaltes in Mylrea, sprang er vor Freuden in die Höhe.

Aber nun entstand eine neue Schwierigkeit: wo sollten wir das Pferd unterbringen? Andreas sah mich an. Die Witwe aber meinte: Das gnädige Fräulein wird es gewiß ganz gern erlauben, daß der Gaul in den Ställen des Schlosses weiter stehen bleibt."

Nach einigem Zureden sandte ich Andreas mit einem Briefchen an Miß Ellen und mit der Weisung, mein Gepäck zu holen, auf das Schloß. Während er fort war, unterhielt ich mich mit meiner Wirtin.

Ich fand in ihr eine keineswegs ungebildete Person. In ihren Manieren und in ihrer Art zu sprechen, war sie den gewöhnlichsten irischen Landleuten ganz bedeutend überlegen, was wohl dem Umstande zuzuschreiben sein mag, daß ihre Mutter viele Jahre lang Haushälterin auf dem Schlosse war und sie selbst eine gute Erziehung in Ballina genossen hatte. Sie hatte dort die Damenschneiderei erlernt, dann aber einen stattlichen Polizeisergeanten geheiratet, der ein paar Monate nach der Hochzeit starb. Geschwäßig erzählte die gute Frau mir ihre wenig aufregende Lebensgeschichte.

Und nun wovon leben Sie jetzt?" fragte ich, als sie zu Ende war.

" Ja, sehen Sie, Euer Gnaden, ich halte mir ein paas Hühner und ein Schwein und nahe ein bischen, und das Fräulein, Gott steh' ihr bei, ist sehr gut gegen mich."

Fräulein Craig scheint schwer von dem Unglück heim­gesucht zu sein?"

Das ist sie, Herr, und in ganz Mylrea gibt's keine Men­schenseele, die nicht das Leben lassen würde, wenn sie dent Fräulein damit helfen könnte. Aber jedermann wußte, daß so etwas folgen würde, als sie sich in Mr. Michael verliebte." Wer ist das?"

Michael Creenan, der des Mordes an unserem Herrn Gott hab' ihn selig beschuldigt wird und deswegen ir Gefängnis sitzt." ( Fortsetzung folgt.)

Unser Fritz und die Müllerstochter. Junger Bursche, Odeau mit Namen, verraten hat.

Dem Englischen nacherzählt von J. Cassirer. ( Nachdruck verboten.) Schon seit vielen Jahren verfolgte ich die Gewohnheit, während meiner Ferien gewisse Gegenden des Auslandes zu Fuß zu durchstreifen, und so war im vergangenen Sommer meine Wahl auf das östliche Frankreich gefallen. Mein Hauptquartier hatte ich in Beauvoir, einem kleinen Dorfe an der Maas, aufgeschlagen. Mehrere Wochen lang wohnte ich hier bei einem Felix Larondie und seiner Frau Jeanne. Da ich auf diesen Exkursionen möglichst viel Land und Leute kennen lernen wollte, ist es mir stets willkommen, wenn ich bei einfachen Dorfbewohnern Pflege und Obdach erhalten fann.

Felix war ein gutmütiger, lebensfroher Mann von sechs­undvierzig Jahren, dem die Bewirtschaftung seiner paar Morgen Land einen bequemen Lebensunterhalt gewährte. Nach meinen englischen Begriffen war er sehr umsichtig und sparsam; seine Frau indessen, die eine frühere französische Bäuerin, und wie eine solche mäßig und sparsam war, ärgerte sich nicht selten über Anschauungen ihre Mannes, die sie für überspannt hielt. Jeanne war eine vorzügliche Wirtschafterin, und der kleine Hausstand blüte und gedieh.

Im großen Kriege von 1870 ist Felix von Beauvoir Franktireur gewesen, und für mich gab es kein größeres Bergnügen, als wenn wir am Abend vor der Tür saßen und ich seinen Erzählungen aus der Zeit, in der Frankreich am Boden lag, zuhören konnte.

Eines abends saßen wir schweigend, unsere Pfeife rau chend, zusammen, als er plötzlich fragte: Habe ich Monsieur schon erzählt, wie ich in die Hände der Deutschen fiel und wieder daraus befreit wurde?"

Nein," erwiderte ich. Ich glaube, die Deutschen er­schossen alle Freischärler, deren sie habhaft wurden."

,, Aber mich haben sie doch laufen lassen", versezte er mit einem häßlichen Lachen. Es mag unglaublich flingen, Mon­sieur, aber doch ist es war, daß damals die kleine Jeanne, die Sie hier sehen, das Leben des deutschen Kronprinzen in ihrer Hand hielt."

Die Geschichte würde ich sehr gern hören", meinte ich. Mit größtem Vergnügen, und wenn Monsieur glauben sollte, daß etwas Unrechtes dabei vorgekommen ist, so müssen Sie das schon einem verliebten Weibe zugute halten." Nach Sedan, Monsieur, wurde in unserem Dorfe eine Versammlung abgehalten und dreißig von uns Männern und Burschen traten zu einer Kompagnie von Franktireurs zusammen. Wir waren überzeugt, daß wir unserem Vater­land als irreguläre Truppen mehr nüßen konnten, als wenn wir in der Armee unter unfähigen Führern gedient hätten. Wir waren gut bewaffnet und ein alter kriegsbefähigter Veteran befehligte uns. Da die Deutschen ihre Streitkräfte um Mez zusammengezogen hatten, marschierten wir dort­hin und in den Bergen, hinter einem kleinen Dorfe, Pency mit Namen, etwa drei Meilen von der Festung entfernt, ver­steckten wir uns. In Pench war Jeanne zu Haus, und im ersten Augenblick, als ich sie sah, sagte ich mir:" Jelix, wenn du Glück hast, muß dieses Mädchen dein Weib werden." Ihr Vater war der Müller von Pency und die verwünschten Ulanen hatten ihn vollkommen zu Grunde gerichtet. Auf die Deutschen waren sie dort nicht gut zu sprechen; umso besser wurden aber wir aufgenommen, und wir waren noch keine vier Wochen in Bench, als ich bereits mit Jeanne und ihrem Vater einig war. Heiraten sollten wir freilich erst dann, wenn Frankreich wieder befreit sein würde.

So klein unsere Schar auch war, so machte sie doch, dank der Führung des alten Montbon, den umherschweifenden Ulanen viel zu schaffen. Auch Jeanne war für uns un schäzbar. Sie war Auge und Ohr für uns alle, und Mont­bon pflegte sie nicht anders als den Chef des Generalstabes" zu nennen. Wenn es sich irgendwie machen ließ, traf ich mich mit ihr jeden Abend in einer kleinen Höhle, die ich entdeckt hatte. Da diese Höhle zwei Ausgänge hatte, brauch ten wir eine unliebsame Ueberraschung nicht zu fürchten.

Drei Monate blieben wir in Pency. Dann wurde uns aber hier der Boden zu heiß, und wir schickten uns an, Pency zu verlassen, um nach einem ein paar Meilen südlicher gelegenen Dorfe zu gehen. Aber noch an demselben Abend, an dem wir Bench verlassen wollten, fiel ich in die Hände der Bayern.

Jeanne behauptete bis zum heutigen Tage, und ich glaube, sie hat damit auch gar nicht Unrecht, daß mich ein Bauer, ein

Er hatte

zuversichtlich gehofft, daß die heilige Jungfrau ihm Jeanne zur Frau geben würde, und er war im höchsten Grade auf­gebracht, als er sich bei Jeanne einen Korb holte. Mag dem nun sein wie es wolle, Monsieur, in der Dämmerung_an jenem Abend, gerade als ich mich zum Stelldichein begeben wollte, wurde ich ergriffen, und so unvermutet und so rasch ging die Geschichte vor sich, daß ich mich weder verteidigen, noch den Versuch, davonzulaufen, machen konnte. Mit dem Gewehr in der Hand war ich gefangen genommen worden.

Sie sind ein Märder", rief mir der deutsche Offizier auf Französisch zu, und werden erschossen werden. Wo sind Ihre Spießgesellen?"

Ich tat so, als hätte ich ihn nicht verstanden. Dabei hatte ich große Angst, daß man mich auf der Stelle erschießen würde, denn in jenen schrecklichen Tagen, Monsieur, pflegten Urteil und Hinrichtung rasch aufeinander zu folgen.

Ich fühlte daher keine geringe Erleichterung, als mir jetzt die Hände auf den Rücken gebunden wurden und wir uns auf den Weg nach dem Dorfe machten, in dem sich das Mein guter Stern fügte es, daß Jeanne uns unterwegs Hauptquartier des Kronprinzen von Preußen befand. begegnete. Monsieur wird wahrscheinlich glauben, daß Je­anne ein ruhiges, kleines Frauchen ist, aber Monsieur hat sie noch nicht aufgeregt gesehen. Und damals war sie auf­geregt! Sie stürzte sich auf mich und wollte mich befreien. Dann entriß sie einem Bayern das Gewehr, und hätte ich sie nicht so dringend gebeten, sich in meinem Interesse zu be­ruhigen, so würde wohl sie allein das ganze Begleitkom­mando in die Flucht geschlagen haben. Dann legte sie sich aufs Bitten, aber die Soldaten lachten sie aus und trieben sie mit heftigen Worten hinweg. Mir selber war damals das Herz so schwer wie ein Stück Blei. Aber noch kannte ich meine Jeanne nicht!

Ich wurde von den Adjutanten des Kronprinzen geführt, der mir unter der Bedingung, daß ich meine Kameraden verraten sollte, die Freiheit versprach. Ich stellte mich aber dumm, und als der Offizier erkannte, daß aus mir doch nichts herauszubekommen wäre, befahl er, daß ich am nächsten Morgen, früh fünf Uhr, erschossen werden sollte. Zu mir aber sagte er: Bis dahin geben wir Ihnen Zeit, die Sprache wieder zu finden; sonst werden Sie für immer stumm."

Ich wurde an Händen und Füßen gebunden und dann in eine Baracke geworfen. Daß mein Gemütszustand in dieser Zeit nicht der angenehmste war, werden Sie mir gern glauben, Monsieur. Ich dachte an Jeanne, die ich nie wieder­sehen würde. Ich malte mir dabei aus, wie sie nach Hause laufen und dort nach Weiberart in ihrer Verzweiflung jam­mern und heulen würde. Aber ich kannte sie noch nicht! Mit der ganzen Energie und mit dem Scharfsinn eines Weibes arbeitete sie inzwischen für mich. Jeanne, Jeanne, ma petite, komm' mal her!"

Jeanne erschien im Rahmen der Türe.

Erzähl' doch mal Monsieur, wie du mich gerettet hast, ma petite."

Jeanne wurde feuerrot im Gesicht.

Was," Die dumme Geschichte soll ich schon wieder er­zählen?"

Das ich doch keine dumme Geschichte," warf ich ein. Sie würden mir einen besonderen Gefallen erweisen, wenn Sie die Güte hätten, mich diese Geschichte aus Ihrem Munde hören zu lassen."

Wenn der Monsieur wünscht, mit größtem Vergnügen. Monsieur gestatten aber wohl, daß; ich mir erst mein Strick­zeug bele.

Kaum hatte canne néven uns Platz genommen, als sie begann: Als ich ihn so wegführen sah, bemächtigte sich meiner die erzweiflung, denn ich mußte nur zu gut, was ihn erwartete. Und dann gab mir die gebenedeiete Jungfrau einen Gedanten ein und ich flehte zu ihr, daß sie mir auch Kraft und Verstand gewähren solite, um ihn ausführen zu können. Vor eina acht Tagen patte in unserer Gegend ein heftiger Kampf getobt, und ich wußte, daß Jacques Pettot ein paar deutsche Unijermen beiak, die er den Gefallener weggenommen hatte. Ich bat ihm darum, und als er sie mir nicht geben wollte, bedrohte ich ihn so lange, bis er sie zum Vorschein brachte. Eine Unteroffiziersuniform paßte mir vorzüglich), und nochdem ich mir mein langes Haar abge. schnitten, und einen Dolch und Revolver zu mir gesteckt hatte, machte ich mich eiligst auf den Weg. Als ich in die Nähe der feindlichen Linien kam, schlich ich mich mit äußerster Vorsicht weiter, denn meine Absicht war es, die feindlichen

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