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Anzuschranken. Dr. Arendt, der nach den Herren von Kardorff und Gamp, als dritter für die Reichspartei sprach, ist dieser Meinung nicht; r hält die wichtigsten Be­stimmungen der Vorlage für verfehlt, hofft aber trotzdem, daß die Kommission eine brauchbare gesetzgeberische Arbeit zustande bringen werde. Von der Regierung trat noch ein­mal für die Vorlage der Staatssekretär Graf Posa­domsky ein, der die vielen Feinde der Börse ermahnte, Verfehlungen einzelner von der großen wirtschaftlichen Auf­gabe der Institution zu trennen, und ihr nicht zur Last zu Tegen, wofür ganz andere Faktoren verantwortlich seien. Einige Bemerkunge der Abgg. Dasbach vom Zentrum, Dr. Wolff von der wirtschaftlichen und Dove von der frei­sinnigen Vereinigung brachten die Diskussion zum Abschluß. Das Haus überwies die Vorlage einer Kommission von 21 Mitgliedern und trat dann in die erste Beratung der No- belle zuni Stempelsteuergeseß ein, die der Reichsschatzsekretär Freiherr von Stengel furz begrün­dete. Die Vorlage fand im allgemeinen eine günstige Auf­nahme und wurde nach verhältnismäßig kurzer Debatte an die Budgetkommission verwiesen.

Preussischer Landtag.

( 64. Sigung.)

Haus der Abgeordneten.

macht hat, sind Sie in Ihrer allerdings berechtigten Notwehr doch zu weit gegangen; Sie hätten den Hund statt mit der Schneide der Art, mit dem Stiel abwehren können."- Ja, Herr Amtsrichter," sagt Andreas, dat harr ick ok dahn, wenn mi de lorksche Täwe( Hund) mit'n Swanz, un nich mit de Tähnen bäten harre." Für diese Bemerkung muß Holz. nagel megen Ungebühr vor Gericht" 5 Mark zahlen, wurde im übrigen aber freigesprochen.

§ Strafvorkcit des nächtlichen Hundegebells. Wegen einer eigenartiger nächtlichen Ruhestörung batten sich der Kauf­mann May Troplowitz und der Kutscher Tscheppe vor dem Königl. Schöffengericht in Charlottenburg zu verantworten. Die Hofhunde des Angeklagten Troplowit hatten derartig laut gebellt, daß verschiedene Bewohner der Villenkolonie Grunewald in ihrer Nachtruhe gestört worden waren. Auf Grund der Beweisaufnahme wurde Troplowitz zu 30 Mark Geldstrafe verur eilt, sein Rutscher aber freigesprochen. In­teressant dürfte die Tatsache sein, daß diese nächtliche Ruhe­störung seitens des Gerichts unter den juristischen Begriff grober Unfug" gestellt worden ist..

.RK Berlin, 30. April. Die Hochwasservorlage für die obere und mittlere Oder, die bereits gestern erörtert worden war, gab in der heutigen Sigung noch zu einigen Bemerkungen Anlaß. Der National­liberale( I a tel hatte Einwände gegen die Höhe des Etaatsbeitrags zu den Kosten. Der Staat will% der Kosten übernehmen. Sonst wurde wenig gegen die Vorlage vor­gebracht. Im Anschluß an diese Vorlage beriet das Haus dann die Denkschriften über das Hochwasser im Oder- und Weichselgebiet vom Juli 1903 und über die dadurch veranlaßte staatliche Hilfsaktion. Sie wurden nach kurzer Debatte durch Kenntnisnahme für erledigt erklärt", wie der Kunstausdruck lautet. Dann ging es im Geschwindschritt an die Erledigung einer Anzahl kleinere: Vorlagen. Im Handumdrehen hatte das Haus die 1. und 2. Beratung des Gesetzentwurfs, betr. Aenderung von Amtsgerichtsbezirken, der vom Herrenhaus bereits unverändert angenommen ist, hinter sich und der Gesetzentwurf wurde der Justizkommission über wiesen. In erster und zweiter Lesung wurde dann der Gesetzentwurf über die Wechselproteſtſtunden angenommen. Die übrigen Vorlagen waren durchweg lokaler Natur und boten kein allgemeines Interesse. Die nächste Sigung findet am Dienstag statt.

Wehrlofe Kriegsfahrzeuge.

die

§ Vertauschte Rollen. Daß der Staatsanwalt die Frei­sprechung eines Angeklagten, der Verteidiger jedoch dessen Verurteilung fordert, dürfte im Gerichtssaal nicht oft vor­kommen. Ein solcher Fall ereignete sich in einer Verhand­lung, die vor dem Kriegsgericht der 1. Gardedivision zu Berlin stattfand. Der Grenadier Vorn von der 2. Kom­pagnie des 3. Garde- Infanterie- Regiments zu Fuß hatte sich wegen tchen Angriffs gegen einen Vorgesetzten vor ver­sammelter Mannschaft zu verantworten. Dieser Angriff be­stand darin, daß er einen Unteroffizier, trotzdem er sehr gut an ihn vorbei konnte, angerempelt und mit dem Ellenbogen in den Rücken gestoßen hatte. Da aus der Zeugenverneh­mung nicht mit Sicherheit hervorging, ob er die Tat mit Willen begangen habe, so beantragte der Vertreter der An­flage Freispred ung. Der militärische Verteidiger dagegen führ aus, daß der Angeklagte den Vorgesetzten vor ver­sammelter Mannschaf angerempelt habe; eine grobe Nach­lässigkeit, die seiner 2 icht nach als Achtungsverletzung auf­gefaßt und demgemäß auch hart bestraft werden müsse. Der Gerichtshof sprach den angeklagten Grenadier frei.

Nab und Fern.

er hatte Gift genommen. Durch die Anstaltskleidung konnte seine Identität zweifellos festgestellt werden.

uno jagte, nirge bierung der Infe wie im Madride [ Die Rang Schneider.] Die Rangliste" geor Biell Sdmciderme In die erfte Ran

A Mutter und Kind ermordet. In St. Pölten wurde die Frau des Kurzwarenhändlers Subler mit ihrem achtjährigen Töchterchen ermordet aufgefunden. Die Leichen lagen in Geschäftsladen mit durchschnittenem Halse. Im Gewölbe be fand sich alles in größter Unordnung. Wäschestücke, Uhren und andere Gegenstände lagen verstreut umher. Die vierzig jährige Frau ist mit ihrem Kinde zweifellos, während iht Mann sich auf einer Geschäftsreise befand, einem Raub morde zum Opfer gefallen.

A Der Kopf des Briganten. Kürzlich wurde bei Castro. novo in Sizilien ein abgeschlagener Menschenkopf gefunder, an dem ein Kärtchen befestigt war, das ihn für den des be rüchtigten Banditen Varsalona erklärte, der durch Feindes. hand den wohlverdienten Tod gefunden. Wie sich jetzt heraus. stellt, hat die Tochter Varsalonas den Zettel geschrieben. Sie und der glückliche Finder der scheußlichen Trophäe wurden berhaftet. Mutmaßlich handelt es sich um einen Trick, die Wachsamkeit der Behörden einzuschlieen. Wer der Er­mordete ist, steht noch nicht fest.

+ Die neue Eisenbahn- Rheinbrücke bei Mainz wurde in Gegenwart des Kaisers und des Großherzogs von Hess n gestern dem Verkehr übergeben. Durch sie wird die Verbin­dung der linken Rheinseite mit dem auf der rechten Seite westlich von Mainz gelegenen Verkehrsgebiete, mit Wiesbaden und den im Taunusgebiet liegenden Bahnen hergestellt und zwar ohne die Notwendigkeit, erst Mainz zu berühren. Auch im Interesse der Landesverteidigung war diese neue Verbin­dung geboten, was den Anlaß gab, daß das Reich 60 v. H. an den Baukosten partifizierte.

Das Testament des Millionärs. Der verstorbene ame rikanische Millionär Gordon Mackay aus Pittsfield, der durch die Erfindung von Schuhfabrikmaschinen reich geworden ist, hat der Harvard- Universität mehr als 4 Millionen Dollars hinterlassen. Seine frühere Gattin, jezige Frau von Brü ning erhält eine jährliche Rente von 11 500 Dollars, seine beiden Söhne dagegen nur 100 Dollars jährlich, weil sie sich die Ungnade ihres Vaters zugezogen haben.

weite die großen bie mittleren G taufend anderen lifte. Die Einteil auf den neuen L unberechtigten einen höheren Mo beite gewöhnliche feine Atelierarb fammlung famo die Genossenscha notorischen Sch diefer Lifte geid Namen, Charat das genaue Kör enthält die Scha Bemerkungen, h feit 1889 wieder aber zahlt nichts Fled im Gefichte doch zahlt er nich Die Lifte foll #[ Die japa Heereszügen in u bei dem Heere n nend ist auch, da woran früher ni alten Gewohnhe ist es gewöhnt, dienen zu lassen militärische Anf Menge diejer K fig umherwand im Dienstzimme entspricht nicht würde einer cen lichen Geschäfte, den, fallen ihnen Schulen z. B., Rehrer oder Sch meijen die Frem braucht. Den gung des Stalle wie das Sattel Kleindienst ob, würde. Der Ka feren Begriffen natürlich jeder fnechte gehören eme große Gild bribaten Pferde

A[ Japanhaß in Rußland.] Japanische Zirkuskünstler wer den demnächst auf einer Gastspielreise begriffen, in Berlin eintreffen. Die Künstler hatten wegen feindlichen Verhaltens des Publikums ihnen gegenüber ihre Vorstellungen in Baku abbrechen müssen und sind nun über Warschau nach der deut schen Reichshauptstadt abgereist, nachdem sie der nordameri kanische Konsul in seine Obhut genommen hatte.

Bei den Festgästen bemerkten wir den Kriegsminister v. Einem, Staatsminister Rothe, Finanzminister Grauth. Mit dem Gleckenschlag 12 Uhr traf der Hof­zug über die neue Strecke Bischofsheim- Mainz hier mit dem Kaiser, der Kaiserin und dem Großherzog von Hessen und Gefolge ein. Unter dem Gefolge befand sich auch Graf Bülow. Nach Abschreiten der Ehrenkom­pagnie und Ueberreichung eines Buketts durch den Ober­bürgermeister Dr. Gaßner richtete Eisenbahnminister Budde eine Ansprache an den Kaiser. Die neue Brücke erhielt den Namen Kaiserbrücke.

Der Seekrieg hat viel entsetzlichere Greuel im Gefolge als der Landkrieg. Ohne eine eigentliche Schlacht sind wieder im russisch- japanischen Seekriege, der so wenig Schlachten bringt, zahlreiche Opfer gefallen durch den Untergang des Transportdampfers Kinschiu Maru", der von den Russen in den Grund gebohrt wurde. Die japanische Heldensage freilich ist um ein neues Kapitel bereichert worden. Ein Teil der an Bord befindlichen japanischen Soldaten, der sich nicht ergeben wollte, wurde mit dem Transportschiffe in die Luft gesprengt; andere hatten den angebotenen Pardon angenom­men und waren vor der Katastrophe der Kinschiu Maru" an Bord der feindlichen Fahrzeuge gegangen Die Legende wird über diese leicht hinweggehen; sie wird den Mut und die Todes­begeisterung jener preisen, die auf einem wehrlosen Schiffe dem Vaterlande das Opfer ihres Lebens dargebracht haben. Die Kinschiu Maru" ist ohne eine Schlacht zugrunde ge­gangen. Es fann von einer solchen nicht die Rede sein zwischen zwei Torpedojägern und einem mit nur vier kleinfalibriger. Schnellfeuerfanonen bewaffneten ungepanzerten Schiffe. Ein Militärtransportdampfer ist selbst unter Bedeckung einer Eskadre von Kriegsschiffen das wehrlose Opfer eines jeden Angriffs; ein einziger wohlgezielter Schuß genügt, um ihn auf den Meeresgrund zu senden oder in die Luft zu sprengen. Mannschaft mit Repetiergewehren kann allerdings vom Bord eines solchen Dampfers Torpedobooten, die sich zu nahe wa­gen, Schaden bereiten, und da die Depesche des Kontreadmi­rals Jessen von einem bewaffneten Widerstande der Besatzung der Kinschiu Maru" spricht, so hat ein Teil der Japancr dies versucht. Aber der ungleiche Kampf hatte sehr rasch ein Ende. Der Episode kann ein ganz analoges Beispiel aus der Geschichte des chinesisch- japanischen Konflikts zur Seite ge­stellt werden.

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Der

[ Die klare Frage.] Ein englisches Blatt gibt folgenden hübschen Dialog zwischen einem Staatsanwalt und einem Zeugen aus einem kürzlich geführten Prozeß wieder. Staatsanwalt fragte: Haben Sie ich weiß, Sie haben nicht, aber ich muß Ihnen die Frage stellen am 24. es war nicht der 24., sondern der 25., aber das falsche Datum beruht auf einem Irrtum in den Attenden Beklagten ge sehen? Eigentlich handelt es sich nicht um den Beklagten, sondern um den Kläger, denn es liegt eine Gegenflage vor, aber das verstehen Sie nicht also: Ja oder nein?" Die einzige Antwort des so befragten Zeugen war ein lang. gedehntes: Was?"

Aus Anlaß der Einweihung der Umgehungsbahn ist der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten Bud de in den erblichen Adelstand erhoben worden. Der tommandierende General des 18. Armeekorps, General der Infanterie von Lindequist, als Nachfolger des Grafen Waldersee zum Armeeinspekteur ernannt. Generalleutnant v. Eichhorn( 9. Division, Glogau) zum fommandierenden General des 18. Armeekorps ernannt. Der bisherige Gouverneur von Mainz, Generalleutnant Frhr. v. Scheele, zum Gouverneur des Invalidenhauses in Berlin ernannt. Generalleutnant v. Voigt, bisher Kommandeur der 14. Division( Düsseldorf), zum Gouverneur von Mainz ernannt. Freiherr v. Sa gern, Provinzialdirektor der Provinz Rheinhessen in Mainz, erhielt vom Kaiser den Kronenorden 2. Klasse mit Stern.

Noch vor dem Ausbruche der Feindseligkeiten traf der damalige Kapitän und jezige Admiral Togo das englische Schiff Ranshing", das 1500 für Südkorea bestimmte chine­sische Soldaten an Bord hatte. Kapitän Togo forderte den Dampfer zur Uebergabe auf und der englische Schiffskom­mandant mit seiner Mannschaft war bereit, beizudrehen und sich von den Japanern ins Schlepptau nehmen zu lassen. Der Befehlshaber der chinesischen Abteilung verhinderte dies und als der Kapitän und die Matrosen, den Signalen Togos Folge leistend, die Boote aussetzten und zu dem Kriegsschiff: ruderten, feuerten ihnen die Chinesen nach. Togo schoß dann den Kanshing" in den Grund und in den Diskussionen über die Berechtigung eines derartigen Angriffes waren es inter­essanterweise englische Völkerrechtslehrer, die das Vorgehen Togos als forrekt erklärten. Und noch ein zweites Mal kam im Verlaufe des chinesisch- japanischen Krieges die Wehrlosig. keit von Transportschiffen zum eklatantesten Ausdruck. Acht von vier chinesischen Kriegsschiffen begleitete Dampfer wur­den von einer Eskadre von drei japanischen Kreuzern an­gegriffen, nach kurzem Kampfe gingen ein chinesischer Kreu­zer und ein Transportschiff mit tausend Mann auf den Grund, die chinesischen Kriegsschiffe flüchteten nach Weihai­wei und die übrigen Transportdampfer mußten sich ergeben.

Derartige Erfahrungen aus ihrer eigenen modernen, so furzen Kriegsgeschichte hätten die Japaner lehren müssen, daß man nicht Transportdampfer ohne entsprechende Be­deckung Gewässer befahren lassen darf, in denen auch nur ein einziges operationsfähiges feindliches Kriegsschiff sich noch befindet.

Hus dem Gerichtsfaal.

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arcaenstat cines Wahnsinnigen. In Berlin stürzte sich der Schneidermeister Jahnke in einem Anfall von Geistes­rung mit seinem sieben wconate alten Sohnchen aus dem dritten Stock seines Hauses auf den gepflasterten Ho hinab. Das Kind war sofort tot, der Vater starb bald darauf.

Bergwerkskatastrophe. Wie aus Madrid gemelde! wird, erfolgte in der der Madrid- Alicante- Eisenbahn gehöri gen Kohlenzeche Reunion" bei Seville eine furchtbare Cata strophe, bei der weit über 50 Bergleute getötet wurden.

Ein Zug auf der Fahrt zur Weltausstellung in St. Louis entgleift. Die Eröffnung der Weltausstellung in St. Louis, die programmmäßig am 1. Mai vor sich ging, wurde durch die Nachricht von einem furchtbar.n Unglück in traurigster Weise gestört. Ein Sonderzug mit Ausstel­lungsbesuchern entgleiste bei Kimmsbrot( Missouri) Soweit bisher feststeht, sind 50 Personen verunglückt. Eine große Anzahl ist tot.

Vermischtes.

[ Eine seltene Jagdbeute,] die eine naturgeschichtliche Merkwürdigkeit bildet, wurde, wie uns aus Regensburg ge meldet wird, vom Grafen von Walderdorff in seiner Privat jagd erlegt: ein Rackelhahn( Tetrao medius heyer). Gr gilt als Bastard zwischen Auerhahn und Birkwild und kommt in Skandinavien öfter, in Deutschland fast gar nicht vor. Sein Aeußeres stellt eine Vermischung der genannten großen Waldhühner dar.

Die Eröffnung der Ausstellung erfolgte auf ein Zeichen, das Präsident Roos velt in Washington durch Druck auf den Knopf einer elektrischen Leitung gab, worauf die rie­sigen Maschinen ihre Tätigkeit begannen.

§ Treffende Antwort. Als der Zimmermann Andreas Holznagel in Verden kürzlich von der Arbeit heimkehrte, hatte ihm der bissige Hund eines Müllers ein großes Loch in die Manchesterne( Hose) und einige kleine in die linke Wade ge­rissen. Einem Angriff auf die rechte jedoch kam Holznagel zu­vor, indem er seinem Angreifer mit der Art den Stopf spal­tete. Tarob ist er nun vom Müller verklagt worden und vor das Amtsgericht zu Verden gekommen. Wie mir scheint," sprich der Richter, als Colnagel ieine Ausione ae­

[ Nette Bücherfreunde!] Die Verwaltung der öffent lichen Lesehalle in Jena richtet an die dortigen Zeitungen eine Zuschrift, worin sie Klage führt, daß einzelne sich nicht scheuen, die Lesehalle zu bestehlen, und zwar Leute der ge bildeten Stände. Es sind in den letzten Wochen allmählich sämtliche fremdsprachlichen Lerika und deutschen Sprach. wörterbücher aus dem Bücherleſezimmer entwendet worden, bor längerer Zeit eine ganze Anzahl ausländischer geogra phischer Zeitschriften, die zum Teil schwer, zum Teil über­haupt nicht zu ersetzen waren. Die hier mitgeteilten Dieb. stähle sind leider nicht die einzigen. Den Burschen ist nichts heilig gewesen. Das erste Buch, das gestohlen wurde, war -- die Bibel, das zweite das Strafgesetzbuch!

Das gestörte Gebet. Eine schreckliche Szene ereignet sich im Unterkunftshaus für unbemittelte Israeliten in Ham burg. Ein älterer polnischer Auswanderer geriet über die Störung seiner Gebetsübung durch einen Glaubensgenossen derart in Wut, daß er ihm einen tötlichen Stich mit dem Dolchmesser in den Hals versetzte. Die Frau des Erstochenen berfiel bei dem Anblick in Tobsucht. Der Täter versetzte dann sich selbst mehrere Dolchstiche und wurde tödlich verletzt in bas Krankenhaus geschafft, ebenso die irrsinnige Frau.

Der Liebesgram eines Siebzigjährigen. In Krumm beck bei Schönberg( Holstein) erschoß sich nachts auf offener Straße der 70jährige Arbeiter Schümann. Nach einem hin terlassenen Briefe ist verschmähte Liebe das Motiv zu dem Selbstmorde.

[ Gin interessantes Standesamtsaufgebot] ist seit eini­gen Tagen im Koburger Rathaus zum Aushang gefommen; es lautet: Medizinalrat Dr. Christian Carl Julius Florschüt mit Johanna Friederike Wilhelmine Maria Lydia Horschüß geb. Jack, seine geschiedenen Ehefrau, Koburg." Für Amerika gehört die Wiederverheiratung zwischen Geschiedenen ja all mählich zu den Alltäglichkeiten, in Deutschland aber ist sie etwas durchaus Neues.

Selbstmord eines Raubmörders. Im Bornstedter Holze bei Eisleben wurde der Arbeiter Preußer aus Bayer naumburg vergiftet aufgefunden, der vor etwa vier Jahren den Schreiber Klaube im Riestedter Walde erschlagen und be. raubt hate. Die grausige Tat mußte jedoch ungesühnt blei ben, da sich bei dem Raubmörder während seiner Haft Spu ren von Geistesstörung zeigten, was seine Ueberführung in die Frrenanstalt zu Nietleben bei Halle zur Folge hatte. Von dort war er vor einigen Tagen auf verwegene Weise ent wichen und wurde jetzt im Walde als Leiche aufgefunden

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wurde stets für nichts weiter hi und eine kleine und seine Ausst

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findet sich neben

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[ Schatzgräberei auf Martinique.] Ein neuer Erwerbs. zweig hat sich in letzter Zeit auf der Insel Martinique ausge bildet. Die Inselbewohner sind zu der Ansicht gekommen, daß vom Mont Pelêe vorläufig nichts mehr zu befürchten sei, und graben daher mit größtem Eifer in den Ruinen von St. Pierre nach Wertgegenständen, besonders gemünztem Geld und Juwelen. Es sollen schon recht gute Funde gemacht worden sein, was nicht zu verwundern ist, da ja in einer Stadt, die 25 000 Einwohner zählte und einen blühenden Handel trieb, viele Tausende in bar und Schmucksachen aller Art vorhanden sein mußten. Unzweifelhaft wird die Suche nicht eingestellt werden, ehe nicht der Schutt drei- bis viermal umgekehrt worden ist. Der Vulkan trägt wieder das frühere Gepräge, das die Einwohner der unglücklichen Stadt in Sicherheit gewiegt, denn er stößt kaum noch hie und da ein Dünnes Rauchwölkchen aus. Diese Stätte, eine der größten Tragödien, die die Welt je gesehen hat, wird jetzt von Lausen­den von Touristen besucht.

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Der Oberförster Kir A( Todesfal

der Stadt Gieß schied heut Nac ** Mit Schlafräume Wir machen aufmertfam, alsbaldige

[ Gine kostbare Schmetterlingssammlung] ist dieser Tage im wiadrider wiuseum eingetroffen, dem sie von dem deut schen Naturforscher Seebold geschenkt worden ist. Es ist die reichhaltigste Sammlung dieser Art, die es auf der Welt gibt, dennn sie enthält nicht weniger als 48 000 Exemplare. Ea waren 300 Kisten, die einen ganzen Waggon einnahmen. Alle Exemplare sind vollkommen präpariert und konserviert. Nicht ein Veinchen ist beschädigt oder abgebrochen, auch keinem Flügel ist der farbige Staub auch nur im geringsten ver wischt. Die Sammlung stellt lange Jahre geduldiger Arbeit und kostspieligen Sammelns in allen Weltteilen dar. Herr Seebold hätte seine Sammlung für schweres Geld verkaufen können, er 30g es aber vor, sie dem Museum zu schenken

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