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hat er ein Verbot erlassen, den hundertsten Jahrestag der Geburt von Finlands größtem Poeten, Runeberg, zu feiern, während die Bevölkerung schon zu diesem Zwecke die großartigsten Vorbereitungen getroffen hatte. Bei den drakonischen Strafen, die auf jede Uebertretung dieses Ver­botes gesetzt sind, wird Runebergs Jahrestag wohl sang­und klanglos verlaufen. Ob es aber politisch klug ist, den Unterdrückten unnötig haustschläge zu versetzen, ist eine andere Frage.

Balkan- Staaten.

Eine Schauernachricht verbreitet die türkische Regie­rung. Sie teilt den Botschaftern der Ententemächte mit, Boris Sarafow kaufe mit dem Gelde, das er in England und Bulgarien gesammelt, Dynamit, um Bomben für ge­plante Anschläge gegen die Regierungsgebäude in Adrianopel. den Bahnhof der Orientbahn in Stambul, sowie gegen das im Kostantinopeler Hafen liegende englische Schiff herzu­stellen.

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Hof und Gesellschaft.

Die Beise zung des verstorbenen Her­zogs Friedrich I. von Anhalt hat unter schier über­wältigender Anteilnahme der Bevölkerung aus dem ganzen Lande in Dessau stattgefunden. Als Vertreter des Kaisers war Prinz Eitel Friedrich von Preußen nach Dessau cut­sandt worden. Nach dem Hauptaft der Trauerfeier in der Schloßkirche wurde der Sarg ins Mousoleum übergeführt und dort nach einem kurzen Gebet in die Gruft versenkt.

Deer und flotte.

791Die letzten Beförderungen in der Marine haben zur Folge gehabt, daß jetzt sämtliche Immediatstellen mit Admiralen und Vizeadmiralen besetzt sind. Die Admiralität zählt jetzt 29 Offiziere, 5 Admirale, 7 Vizeadmirale und 17 Konter­Admirale. Der älteste Admiral ist 1859, der jüngste 1870 eingetreten. Der rangälteste Stabsoffizier ist Kapitän zur See Gülich, der am 1. April den neugeschaffenen Posten eines Festungskommandanten der Nordseestation übernimmt. Er rückt damit zugleich in die Admiralität ein, da dieses Kom­mando mit einem Flaggoffizier besetzt werden soll. Die jüngsten Kapitäne zur See gehören dem Jahrgang 1877 an, es sind die Altersgenossen des Prinzen Heinrich.

bis Deutfcher Reichstag.

( 22. Sigung.)

CB Berlin, 30. Januar. Die seinerzeit zurückgestellte Zentrums- Interpellation betreffend

Rechtsfähigkeit der Berufsvereine, Arbeiterkoalitionsrecht und Arbeitskammern stand heute wieder auf der Tagesordnung. Die Verhandlung darüber reiht sich ja auch ganz zweckentsprechend den sozialpolitischen Debatten zum Etat des Reichsamts des Innern ein. Neues läßt sich zu dem Gegenstande der Interpellation schwerlich sagen, denn die Materie ist seit Jahren gründlich durch­gesprochen worden.

Die Interpellation wurde vom Abg. Trimborn ( Zentr.) vor leerem Hause begründet. Die Interpellanten verlangten Borlegung von Gesezentwürfen, durch welche den Berufsvereinen Rechtsfähigkeit verliehen und ihnen das Koalitionsrecht gesichert wird und ferner Arbeitskam­mern zum freien und friedlichen Ausdruck der Wünsche und Beschwerden auch gegenüber den Staatsbehörden errichtet werden. Abg. Trimborn führte u. a. aus: Das Koalitions­recht müsse überall im Reiche ein gleichmäßiges ſein; da­her sei ein Reichsvereinsgesetz nötig. Die Forderung der Arbeiter, daß ihre Vereine dasselbe Recht genießen, wie Aftiengesellschaften, Genossenschaften, überhaupt die Kapi­talsvereinigungen, sei durchaus berechtigt.

Staatssekretär Graf Posa do w sfy antwortete: Die verbündeten Regierungen sind grundsätzlich nicht abgeneigt, die Rechtsfähigkeit von Berufsvereinen von Arbeitern, welche der Gewerbeordnung unterstehen, anzuerkennen und ste als juristische Körperschaften auszugestalten. Die ver­bündeten Regierungen gehen aber dabei von der Voraus segung aus, daß in eine derartige Gesetzgebung Arbeiter in Reichs- und in Staatsbetrieben und in gewissen öffentlichen Anlagen, welche dringende, wichtige Aufgaben für die Ma­gemeinheit zu erfüllen haben, nicht einzubeziehen sind. Die verbündeten Regierungen gehen ferner von der Auffassung aus, daß bei einer derartigen gesetzlichen Regelung Vor­Sorge zu treffen ist. das auch die Mirheit ausreichend

Der Wildhirt.

Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung.) ( Nachdruck verboten.) Weißte was was?" fuhr der Bursche eilfertig fort, er geht naus nach, dem Spizbub, dem Gänsehannesse Ttophel; mit dem wilddiebt er zusammen."

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Heiner erzählte alsdann ausführlich das Ergebnis seiner Beobachtungen, wobei das Mädchen jedes Wort wie ein Stich ins Herz traf. Ein Wilddieb galt immer als ein dem Zuchthaus Verfallener und wenn man den Hangcurt einmal dabei erwischt, dann war es auch um ihn geschehen. Es fonnte darum die Zeit taum erwarten, bis es ihn zu sehen bekam.

Endlich wurde es Abend und der erste Gast, der in die Wirtsstube trat, war Hangeurt. Der alte Wirts," Elschens Vater, der immer fränfelte, lag schon im Neben­zimmer im Bett, und so hatte das Mädchen die Besorgung der wenigen Gäste, die an einem Wochentage des Abends famen, fast stets allein über sich.

Als Hangcurt eintrat, sezte er sich wie immer auf die Dfenbant und begann zu plaudern, aber er merkte fof rt, daß mit dem Elschen eine Veränderung vorgegangen war, denn sein hübsches Gesicht blickte gar traurig drein und die Antworten, die es gab, waren furz und nichtssagend. Von Lachen und Scherzen war heute Abend keine Spur bei ihm.

Das war Hangeurt räthselhaft und seine Stimmung wurde unruhig. Endlich wagte er die Frage:

zu schützen ist und daß Berufsvereine sich von dieser even tuellen staatlichen Basis nicht entfernen dürfen. Betreffs der Arbeitskammern ist schon in dem Gewerbegerichtsgesetz, durch das Einigungsamt, ein grundlegender Schritt ge­schehen. Die verbündeten Regierungen sind bereit, auf dieser Grundlage die Arbeitervertretungen weiter auszubilden, entsprechend der kaiserlichen Botschaft von 1900. Was end­lich das Arbeitsamt anlangt, so kann es sich nur darum handeln, das bestehende arbeitsstatistische Amt zu einer selbständigen Behörde weiter auszubilden. Ob und wann ein derartiger Schritt geschehen wird, wird von den Etats­verhandlungen des künftigen Jahres abhängen.

,, Was is Dir denn heut Abend, Elsche, Du bist ja nit wie sonst?"

Hab' auch Ursach d'rzu", sagte das Mädchen schmollend. Warum, was haste da?"

Abg. Legien( S03.) ist von dieser Erklärung nicht befriedigt; sie binde die Regierung in keiner Weise und lasse den Zeitpunkt des gesetzlichen Eingreifens völlig un bestimmt. Die Arbeiterschaft habe wenig Vertrauen, daß eine Gesetzgebung, die etwa von den Mehrheitsparteien aus­gearbeitet wird, ihren Wünschen entspreche. Pflicht des Reiches sei es, endlich ein Reichsvereinsgesetz zu schaffen. Er habe die begründete Hoffnung, daß auch die christlichen Gewerkschaften sehr bald zur Einsicht kommen und der sozialdemokratischen Partei beitreten würden. Gerade der Frankfurter Kongreß habe ausdrücklich gefordert, daß auch die Staatsarbeiter das Koalitionsrecht haben sollen. Und das lehne der Staatssekretär, resp. die verbündeten Regie: rungen ab.

Abg. Sieber( Nat.) erklärt, daß die Nationalliberalen den Ausführungen des Staatssekretärs nicht zustimmten. Sie erwarten bestimmt eine Vorlage spätestens in nächster Session. Als Süddeutscher könne er sich nicht der Befürch tung enthalten, daß das Vereinsgeset in Süddeutschland Beschränkungen erfahren könne.

Abg. v. Richthofen( fons.) erklärte, seine Freunde würden jede Vorlage und auch die hier verheißene genau darauf hin prüfen, ob sie nicht die Sozialdemokratie in den Stand setzt, das betreffende Gesetz zu beherrschen. Seine Freunde würden beispielsweise für die Gebiete der Kohlen­industrie, wie überhaupt für wichtige Industriegegenden, feinem Koalitionsrecht zustimmen, welches keine Einschrän fungen erfahre.

Preufsifcher Landtag. Haus der Abgeordneten.

( 7. Sigung.). RK Berlin, 30. Januar. So wenig der erste Punkt der Tagesordnung: Die zweite Beratung des Etats der Domänenverwaltung" an­regendes zu versprechen schien, so gestaltete sich doch die De­batte von Anfang an äußerst lebhaft und interessant, da die Redner die Einnahmen aus den Domänenverpachtum gen, die mit 479 940 Mark mehr als im Vorjahr zu Buch stehen, als Anlaß zu einem Disput über

die Lage der Landwirtschaft

benutzten. Die Konservativen waren darüber anderer An­sicht, als der Abg. Bröm el( freis. Ver.), der aus dieser Steigerung der Nachteinnahmen den Schluß zog, daß es der Landwirtschaft in den letzten Jahren besser gegangen sei. Abg. Dr. Iderhoff( freikons.) führte den Mehr­ertrag darauf zurück, daß viele Pächter selbst einen höheren Zins anböten, aus Furcht, sonst die Pacht zu verlieren. Ihm sekundierte Graf Prasch ma( 3entr.), der darauf hinwies, daß es oft einer zwei-, ja dreifachen Ausschrei­bung bedurft hätte, um Neuverpachtungen zu erreichen. Die Abgg. v. Arnim( kons.) und Gamp( freikons.) be­haupten, daß die Not der Landwirtschaft andauere. Retzterer spricht gegen die gewünschten landwirtschaftlichen Fach­schulen. Er gibt dem Fiskus den Rat, Kalklager zu er­werben und den Kalkhandel zu gunsten der Landwirtschaft selbst in die Hand zu nehmen.

Eine Abschwenkung von dem Grundthema machte der Abg. Graf v. Spee( 3entr.), der in loser Anknüpfung an die Domänenvermehrung im Osten der Monarchie gegen das Wort des Ministers v. Hammerstein den Polen gegen­über protestierte: Wir haben zu befehlen und Sie haben zu gehorchen!" Er fürchtet, daß dadurch auch die gut­gesinnten Polen verbittert werden könnten. Der nächste Redner Abg. Schön( freifons.) kehrt aber sofort wieder zum eigentlichen Verhandlungsstoff zurück. In einer von heiterem Humor durchtränkten Rede bricht er eine Lanze für die Landwirtschaft, für die er einen baldigen Früh­ling erhofft. Er erklärt sich trotz schlechter Behandlung, die er und seine Freunde von jener Seite erfahren hätten, als begeisterter Anhänger des Bundes der Landwirte. Er hoffe, daß der Landwirtschaftsminister das Tischtuch, das er zwischen sich und dem Bunde im vorigen Jahre

Wenn Du nit Nachts nach dem Gänsehannesse Tiophel in die Wildhütt' gingst und mit dem' s Wildern triebst, könnt ich anders sein, so aber nit."

Hancurt war wie vom Donner gerührt. Daß das Elschen um sein Tre ben wußte, war das Unerwünschteste, was ihm begegnen konnte.

Wer hat Dir denn das gesagt, Elsche?" Ich weiß es."

Ja, aber ich möcht nur wissen, wer Dir das ge­sagt hat, ich möcht--"

Sei still! Bist Du nit gestern Abend nach der Wildhütt' gange und seid Ihr nit d'rnach, Du und der Tiophel, nach dem breiten Grund hin gange, wo bald d'enach' n Schuß gefalle is?"

Wer will sagen, daß mir das g'west sein?"

" D'rbei is Niemand g'west," sprach Elschen nach einer" Weile, aber wer soll denn anders geschossen haben, als ihr, wenn ihr z'sammen da' naus gange seid? Du hast's schon so lang g'trieben, als der Tiophel in in der Wildhütt' is, denn seit der Zeit haste immer zwei oder dreimal die Woch' des Abends Schnaps mitgenommen. Ich hab' Dir immer nit getraut und g'dacht: was will der Hangcurt mit dem vielen Schnaps! denn daß Du ihn nit trinken würd'st, das konnt' ich mir doch denken."

Na ja, ich sein alsmal' naus nach'm Tiophel gange, das is richtig weil mir's in der Wildhütt' gefiel."

bid

,, Und gewildert hast Du nit?". ,, Das kann niemand beweisen." Wenn m'r alles beweisen könnt, da wär's gar schlimm für manchen. Aber bedenkste denn nit, Hangcurt, daß' n Wilderer mit einem Bein im Zuchthaus steht?

to do manoplat tried- nojaudinaih ne mazards

zerschnitten habe, wieder zuſtopsen werde. Zum Schluß polemisiert Redner gegen die Sozialdemokratie, der gegen. über der Mittelstand geschützt werden müsse.

Den konservativen Gutachten über die Lage der Land. wirtschaft schließt sich auch der Landwirtschafts­minister v. Podbielskian. Vor allem sei der Klein. besitz nicht rentabel. Auf Anfrage erklärt der Minister, daß eine allzu große Besißvermehrung der Domänen nicht in der Absicht der Regierung liege. Nachdem eine Peti tion der Einwohner von Selters um Ueberlassung des Haus. trunks und der königlichen Mineralquellen einer Kommis. fion überwiesen worden ist, wird die Position bewilligt.

Die Beratung des Etats der Forstverwaltung wird gleich nach Beginn vertagt, nachdem es noch zwischen dem Abg. v. Savigny( 3entr.) und dem Präsidenten zu einer ergötzlichen Szene gekommen war. Herr v. Sa­vigny gebraucht das Wort Privatforsten", weshalb Prä jident v. Krbyn unterbrach, da diese nicht hierher_ge hörten. Der röfident mußte sich aber gefallen lassen, daß Herr v. Savigny bemerkte:" Der Herr Präsident hat wohl meinen Ausführungen nicht folgen können!" und diese nochmals wiederholte.

Caldon Nab und fern.

Das Ende eines fürstlichen Liebesromans. In den Wiener Sofnachrichten ſteht zu lesen, daß Erzherzog Ferdi Karl mit seiner Schwester, der Erzherzogin Annun ciata, zu kurzem Aufenthalt nach Chlume( Böhmen) ab gereist ist und demnächst einen längeren Urlaub antritt, den er teilweise in Stuttgart bei seinem Schwager, dem Herzog von Württemberg, zubringen wird. Das ist das prosaisch Schlußkapitel eines fürstlichen Liebesromans. Der Erz­herzog hat sich den Vorstellungen seiner Familie gefügt und auf die beabsichtigte morganatische Heirat mit dem Prager Professorstöchterlein Berta Czuber endgiltig verzichtet.

A Eifersucht und Rache. Auf Requisition der öster reichisch- ungarischen Botschaft in Berlin, wurde ein in Kassel wohnhafter Ingenieur, ein geborener Desterreicher, von der Polizei festgenommen, von der Regierung ausgewiesen und per Schub nach der österreichischen Grenze bezw. nach Wien transportiert. Der Grund für diese auffällige Maßregel ist darin zu suchen, daß der Ingenieur vor 12 Jahren von einem österreichischen Regiment desertiert ist und sich seitdem seiner Militärpflicht entzogen hat. Er hatte inzwischen in Kassel eine Ingenieurschule zur Heranbildung junger In­genieure gegründet. Eine frühere Geliebte von ihm, der er zugunsten einer jungen Witwe untreu geworden war, zeigte ihn bei der österreichischen Behörde aus Eifersucht und Rache an.

Ein falscher Erzbischof wurde von der römischen Polizei berhaftet. Es ist ein englischer Schwindler, namens Don­kin, der sich stets im vollen Ornat auf den Straßen zeigte. Donkin, der überhaupt gar kein Priester sein soll, hat Hoteliers, Lieferanten, Banken und Klöster um Tausende von Lire geschädigt.

Ein verloren geglaubter Postdampfer gerettet. Der vor einigen Tagen gemeldete Untergang des englischen Post­dampfers Seelöwe", der mit Mann und Maus verloren gegangen sein sollte, stellt sich jetzt als eine grundlose Be­fürchtung heraus. Wie aus Victoria( Britisch- Kolumbien) gemeldet wird, ist der Seelöwe" wohlbehalten gesichtel morden.

Der nächste Weltpostkongreß, der nach einem Beschluß des Washingtoner Kongresses in Rom stattfinden soll und für den als Zeitpunkt der Eröffnung der 21. April d. J. bereits in Aussicht genommen war, ist auf Wunsch der italienischen Regierung auf den 21. April 1905 verschoben worden.

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A Hinrichtung. In Glogau wurde der Tischlergeselle Georg Motco aus Bautsch durch den Breslauer Schafrichter Schwietz hingerichtet. Motco hatte in der Nähe von Glogau den Handelsmann Gutacker aus Bautsch ermordet. Die junge Frau des Mörders ist kürzlich aus Gram über dessen Untat gestorben.

Ein Opfer der spanischen Schahschwindler wurde ein Wirt der rheinischen Stadt Neunkirchen. Er reiste, nachdem er einen der bekannten Schwindelbriefe erhalten hatte, per­sönlich nach Barcelona, wurde am Bahnhofe von den Herren" in Empfang genommen und war bereits nach Ver­lauf einer Stunde 6000 Mart los, dafür aber glücklicher Be den sißer eines gefälschten Millionenwechsels. Nach Schwindlern wird er wohl zeitlebens vergeblich suchen. Man sicht, daß alle Warnungen bei einer gewissen Sorte von Leuten nicht verfangen.

Denk an den Koch's Liwit, der in den Eisen sitzt, weil er den Forstlaufer ang'schossen hat.' n Wilddieb is mir ' n schrecklicher Mensch, denn aus dem kann gar leicht ' n Mörder wer'n. Wo aber das Wildern mal drin steckt, is es nit' raus zu bringen, und d'cnach is Haus und Hof in Gefahr." fo

Die Worte Elschens trafen den Hangcurt wie ein Strafgericht. Er merkte zugleich daran, wie wert er dem Mädchen war, und daß er mit seinem Tun sich nahe an der Grenze befand, von der an er seine Gunst berlieren konnte. Er blickte verlegen unter sich und endlich meinte er:

" So, und einen, von dem Du genau wüßtest, daß er mal wildern gangen, den würd'ste auch nit freien?" ,, Nein, Hangcurt," versetzte Glschen rasch. Ich wollt als Frau' nes Wilderers nit mein Lebtag in Todesängsten leben."

Es traten jetzt noch etliche Gäste in die Stube, welche sich an einen Tisch setzten. Dadurch wurde das für den jungen Burschen peinliche Gespräch beendet.

Elschen setzte sich heute Abend nicht zu dem Hangcurt. Es hatte oder machte sich absichtlich allerlei zu tun und so bestand zum ersten Male ein Zerwürfniß zwischen den beiden jungen Leuten. Hangcurt fühlte sich als der schuldige Teil und im Stillen nahm er sich vor, zum legten Male in der Wildhütte gewesen zu sein.

Er blieb denn heute Abend auch nicht lange in der Wirtschaft, weil er das Schmollen Elschens nicht ertragen konnte. Als er draußen war, steckten die anderen die Köpfe zusammen. Der Heiner hatte es nämlich schon Jedem erzählt, daß der Hangcurt wahrscheinlich des Nachts mit dem Tiophel gewilde habe, und so wußten es auch die Gäste schon. ( Fortsetzung folgt.)

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