600 Kronen Vorschuß bekastet war. Bonner hatte das Geld erhoben. Die in einem Gasthause Versammelten beschimpften den anwesenden Vorsitzenden und schließlich artete der Lärm in ein Handgemenge aus, in dessen Verlauf Armenrat Bonner hinausgeworfen wurde. Die Kassierer der Vereine zahlten den Mitgliedern nur fünfzig Prozent ihrer Einlagen. Die Mitglieder werden im gerichtlichen Bege den Ersatz der reſtlichen fünfzig Prozent von dem Gesamtausschusse fordern, der nach den Statuten haftbar ist.
Bunte Chronit. Wie aus Saalfeld gemeldet wird, explodierte in dem städtischen Steinbruch in der Arnsgereuther Flur aus bisher nicht aufgeklärter Ursache eine in der Frühstücks- Bude aufbewahrte Menge Tynamit. Ein Arbeiter wurde getötet, einer schwer, einer leicht verlegt.
- Der Kaiser hat die Genehmigung zur Veranstaltung einer Geldlotterie mit einem Reinertrage bis zu höchstens 950 000 Mart zur Freilegung des königlichen Schlosses in Königsberg erteilt.
- Eine aus 13 Personen bestehende Falschmünzerbande, die in den letzten Tagen in Barmen, Elberfeld, Köln und Mülheim am Rhein falsche Fünf- Markscheine in Um auf setzte, ist von der Elberfelder Kriminalpolizei seitgenom men worden. Bei einer Hanssuchung fand man noch 70) falsche Fünf- Markscheine und die zur Herstellung benußten Gerätschaften vor.
Sihung der Stadtverordneten.
sammlung.
Demgemäß beschließt auch die Mehrheit der Ber Die Bestimmungen über Zulassung von Installateuren zur Ausführung von Anlagen im Anschluß an das Gasund Wasserwerk werden wie folgt angenommen:
§ 1.
Personen, welche Anlagen im Anschluß an das Gas- und Wasserwerk der Stadt Gießen ausführen wollen, haben die Erteilung eines Zulassungsscheins bei dem Bürgermeister zu beantragen. Sie müssen ihren Wohnsitz oder eine gewerbliche Niederlassung in Gießen befizen und sich über ihre Befähigung ausweisen. § 2.
einem eb. Lehrer 3 meindeschule zu Eh mit einem ev. Lehre Gemeindeschule zu mit dem gefeglichen meffenden Behalt Wie uns mitg ber von dem Großb gegebene erfte Jahresb Jahrbuchs für 1901, Derfelbe enthält die herzogtum angestellten den internationalen V fichtlichen Tabellen zuf Stationen 2. Ordnung ausführlicher Weise zu ben füblichen refp. nör Ergebniffe von noch 4 aufgenommen, die in Land verteilt sind D Bemerfungen zu ten Stationen 2. und 3. terungsübersicht für d Rarte, auf der die V 1901 im Bereich des geftelt ift.
Die Zulassung erfolgt auf jederzeitigen Widerruf durch Ausfertigung eines Zulassungsscheins durch den Bürgermeister." § 3.
Der Installateur hat vor der Zulassung diese Be ſtimmungen und die Vorschriften über die Ausführung von Anlagen im Anschluß an das Gas- und Wasserwerf der Stadt Gießen als für ihn verbindlich anzu erkennen. Er ist für alle unter seinem Namen ausge führten Anlagen und Arbeiten verantwortlich und wird durch die erfolgte Abnahme seitens der Stadt, von seiner Berantwortung nicht entbunden.
Ebenso werden die Vorschriften über die Ausführ ung von Anlagen von Gas- und Wasser- Installation von der Versammlung nach furzer Debatte gut geheißen. Hiernach ist dem Gaswerk der Verkauf von Kronenund Lustres untersagt. Den Privat- Gewerbetreibenden, aber die Herstellung von Gas- und Wasserleitungen vom Gasometer oder vom Wassermesser ab an frei gegeben.
Gießen, 22. Dezbr. 1902. ( Schluß der Verhandlung vom Montag.) Stadtv. Leib w.ist darauf hin, daß eine ganze Anzahl von Einwohnern bereits einer Ster bekasse angehören, ganze Gewerbe haben eine solche Einrichtung bereits, z. B. die Gastwirte, die Mitglieder des Ots- Gewerbevereins, der Arbeiterverein u. A. Es sei festzustellen, wie viele Personen bereits solchen Kassen angehören, um danach zu berechnen, wie viele Einwohner eventuell zur Versicherung bei der Stadt noch übrig sind. Ständen aber erst diese Zahlen fest, dann könne man beurteilen, ob in Gießen für die vorgeschlagene Einrichtung ein Bedürfnis vorliege oder nicht. Stadto. Kirch erklärt, er freue sich der Bedenken, die aus der Mitte der Versammlung gegen die Vorlage laut geworden und die sich dem Widerspruch gegen die Ausführung des Projekts der Finanz- Deputation anschließen. Er vermisse für eine solche Kasse das Vorliegen des Bedürfnisses hierzu. Es giebt in Deutschland seines Wissens feine Stadt, die die hier vorgeschlagene Enrichtung hat. Beigeordneter Georgi's Meinung nach gehe die hier vorgeschlagene Lebens- und Rentenversicherung über diejenige Aufgabe hinaus, welche eine Stadt zu erfüllen hat. Es warten andere wichtigere Aufgaben ihrer Lösung, die dringender und notwendiger seien. Stadtv. Dr. Gutfleisch tritt dem gegenüber mit großer Wärme für den Gedanken ein. Man solle die Bedenten vorläufig alle bei Seite sehen und beschließen, die Angelegenheit weiter betreiben zu lassen, um eine zahlen mägige Unterlage über die Ausführbarkeit der Sache zu erhalten. Der Einwand, daß es noch keine Stadt in Deutschland giebt, die solche Einrichtung, wie sie für Gießen vorgeschlagen, sei für ihn nicht durchschlagend. Er habe aber auch im Gegensatz zum Kollegen Georgi die Meinung, es sei die Aufgabe der Gemeinden, im Anschluß an die sozialpolitischen Maßnahmen des Staates, derartige Einrichtungen zu schaffen, wie sie vom Oberbürgermeister und der sozialpolitischen Kommission hier vorgeschlagen seien. Man denke doch an die Lösung der Wohnungsfrage in anderen Städten, die man als sozial- politische Maßnahme freudig begrüßt und die hier angeregte Sterte- und Rentenversicherung durch das städtische Gemeinwesen sei nichts anderes. Würde derselbe von uns verwirklicht, so würde damit die Förderung des Wohls einer Anzahl Bürger erreicht. Redner erklärt, er würde es bedauern, wenn man den Antrag etwa ablehne. Die ganze Angelegenheit sei es wert, sorglich geprüft und überlegt zu werden, es wäre bedauerlich wenn der gute Gedanke, der darin steckt, nicht verwertet würde. Dr. Gutfleisch schlägt zu beschließen vor, die Versamm lung nimmt die Vorlage des Oberbürgermeisters mit Dant entgegen und beantragt die sozialpolitische Kommission, an welche die Vorlage zurückverwiesen wird, die Sache weiter zu betreiben. Der Oberbürgermeister spricht Dr. Gutfleisch seinen Dant aus für die der Vorlage gegenüber geäußerte Anerkennung. Stadtv. Pirr ist der Ansicht, man solle die Sache im Auge behalten. Stadtv. Hau bach ist kein Gegner des vom Oberbürgermeister angeregten Gedankens. Er würde bereit sein, dafür zu stimmen, mit der Sterbekasse einen Versuch zu machen. Bei einem zu gewährenden Sterbegeld von 300-600 Mat habe die Sache gar keine Gefahr, später, wenn sich die Kasse eingebürgert, fönne man schrittweise vorgehen und dieselbe zur Rentengewährung ausbauen. Stadtv. Heiligenstädt hält die Angelegenheit für wichtig und interessant, so daß es lohrt, später zu versuchen, daraus etwas praktisches zu machen. Beigeordneter Georgi weist darauf hin, daß die Stadt ihren Bürgermeister zur Zeit für wichtige und dringende Aufgaben nötig hat, die wenigstens für gewisse Zeit, dessen volle Arbeitskraft in Anspruch nehmen, schon darum, abgesehen von anderen Gründen, müsse die Ausführung des Gedankens für später verschoben werden, deshalb stelle er den Antrag, die Vorlage zurückzustellen und zu beschließen: die sozialpolit sche Kommission erhält feinen Auftrag, die Vorlage weiter zu bearbeiten.
)[ Eine neue Bismardanstoote] wird gelegentlich des foeben erfolgten Todes des Advokaten Cresson in Paris von einem seiner Freunde erzählt. Cresson war in den lezten Monaten des Schreckensjahres 1870/71 Polizeipräfekt von Paris und begleitete Jules Favre, der damals französischer Minister des Aeußern war, nach Versailles, um mit Bismarck über die Bedingungen eines Waffenstillstandes zu unterhandeln. ,, Bir sprachen," so schilderte Cresson diese Entrevue, zuerst von den LebensmittelConvois, die in die ausgehungerte Hauptstadt einziehen sollten. Ich bin sehr zufrieden," sagte Bismarck ,,, alles ist gut arrangiert, und ich werde glücklich sein, wenn ich die ersten Lebensmittel- Convois in Paris einziehen sehe. Die Proviantzufuhr wird viel zur Hebung der Moral der Bariser beitragen." Diesen Spott fonnte ich nicht unbeantwortet lassen:„ Sie täuschen sich, Excellenz," sagte ich, ,, und tennen sicher weder die Pariser, noch ihren Moralzustand; ihre Moral ist ganz vortrefflich, und wenn man Paris gefragt hätte, würde es den Waffenstillstand ablehnen, da ihm Ruhm und Vaterland höher stehen als Brod." ,, Ja, ja," lenkte Bismarck ein ,,, ich weiß wohl, daß es dort sehr tapfere Leute giebt, aber wenn in Deutschland ein General gewagt hätte, in einer Stadt, die keine Citadelle besiẞt, eine Bevölkerung von 2 Millionen dem Hunger preiszugeben, würden wir ihn einfach kriegsrechtlich verurteilen lassen." Cresson pflegte dann noch eine ansprechende Scene zu schildern, die sich zwischen Bismarck und Jules Favre abspielte. Bismarck ergriff Favres Hand und führte ihn zu Cresson, wobei er sprach:„ Sehen Sie, das ist der beste, edelste, treueste Republikaner, den ich je im Leben lennen gelernt habe!" Mit Cresson ist einer der legten Augen- und Ohrenzeugen der Ereignisse in Versailles aus dem Leben geschieden
)-([ Sich, das Gute liegt so nah...] Bekanntlich wurde zu Brunnen in der Schweiz der Berliner Defraudant Reßler verhaftet, der der Bank für Handel und Industrie 700 000 Mart unterschlagen hat. Nachträglich wird bekannt, daß Reßler in einem Hotel eines anderen Schweizer- Kurorts, Vignau, kurz vorher einer fröhlichen Gesellschaft mitangewohnt hat, in der zufälligerweise fast nur von ihm und seinem ,, Millionenraub" die Rede war. ,, Nicht wahr," meinte einer der Anwesenden zu Neßler ,,, wenn wir den Neßler erwischen und die 3000 Mark Belohnung einstecken könnten, das wäre ein hübsches Weihnachtspräsent!" Reßler bejahte lebhaft und beteiligte sich an den Konjekturen, 100hin er selber wohl seine Schritte gewandt haben möge. Er mag froh gewesen sein, als er endlich, ohne Aufsehen zu erregen, sich drücken konnte. Unter den Hotelgästen soll es aber lange Gesichter gegeben haben, als kurz darauf bekannt wurde, wen man sich hatte ent= schlüpfen lassen
- Kasernenhofblüte. Unteroffizier: ,, Nun, wird's bald? Heraus mit der Sprache! Was haben Sie zu Ihrem Kameraden gesagt? Reden Sie nur frisch von der Beber weg! Wozu haben Sie denn Ihre Leber!"
Kebraus.
[ Politische Jahres- Rückschan.]
( Feuriger Galopp.
Der Reigen der Monate. Schlechte Zeiten. Stille Stunden Babylonische Sprachverwirrung. Dämmernde Böffer. Eine Gefahr im Osten. Am Grabe eines Heldenvolkes.)
-
-
DP. Wenn ein Tanzreigen zu Ende geht, dann pflegen die Musikanten noch einmal mit legter Kraft einen feurigen Galopp aufzuspielen, der in immer schnelTerem Tempo verläuft und schließlich in rasendem Geschwindmaß mit einem schrillen Tone endigt; es hüpfen, getrieben von den fanatisierenden Klängen, die Paare in wilder Haft vorüber, sodaß sie zuletzt wie Schemen, nur noch in ihren Umrissen erkennbar, durcheinander wirbeln. Aehnlich erscheint dem politischen Wochenplaude rer der Reigen der Monate, die er, nachdem die Weihnachtsglocken verklungen sind und die Sylvesternacht mit Riesenschritten heraneilt, noch einmal vorüber ziehen läßt.
In einem hat das abgelaufene Jahr uns Wort gehalten. Der Friede ist ungestört erhalten geblieben, wenn auch manchmal im Orient und im Occident die Flammen einer Volkserregung aufzüngeln wollten. Im Orient mar es die macedonische Bewegung, die dem Völkerareopag Gefahren brachte, im Westen ist es die venezolanische Frage, die allerdings anscheinend ebenfalls bald zum Kehraus antreten wird.
Wort gehalten haben leider aber auch die mißlichen Geschäftsverhältnisse, die zu Beginn des Jahres KaufLeute, Industrielle, Landwirte, Arbeiter und Finanzminister mit schwerer Sorge erfüllten. Die Kaufleute hatten unter dem Geldmangel zu leiden, die Industriellen und die Arbeiter wurden durch die vorangegangene lleber produktion und die Ueberlastung des Marktes zur Untätigkeit verurteilt, den Bauern, insbesondere den rheinischen Weinbauern erfror die Ernte und was der Frost verschonte, fiel dem Hagel zum Opfer. Die Finanzminister aber gehen hinter dem Leichenzuge, wenn man einen guten Geschäftsgang zu Grabe trägt. Wir können am Kehraus des Jahres nur den herzlichen Wunsch hegen,
** Als Leiter pertes ist von der St offentlicher Sigung der und Wasserwerk Frahm Herr Frahm, welcher al die neue Stellung im Die nech feine Thätigte ** Turnverein bas Biel vieler Famil Turnhalle des hi figen laffen es sich unsere T in ihrem Verbande zu and immer wieder neue gern besucht werden, wieder. Bis auf den mer spät fam, mußte m fein. Der Krauße's flott gespielte Fest- Duve etwas getragene Gefar ( gefungen vom Sänger wirdig ein. Die näch bon der kleinen Dtti Ried Wiegand und Ser Weihnachtsrose". Frisc
Oberbürgermeister Mecum teilt spezifiziert mit, wie fich die gesamten Kohlen des Städtischen feftricitätswertes zusammen seßen. Dasselbe hat der Stadt mit den Kohlen des Grunderwerbes ca. 894000 Mr. zu bauen und einzurichten gekostet, so daß eine Creditüberschreitung dabei zu fonstatieren ist, welche die Genehmigung der Versammlung findet. Um den Konsum des elektrischen Stromes zu heben und rentabler zu machen, wird mit Zustimmung der Versammlung der Preis für Elektricität pro K. w Stunde für Beleuchtungszwecke von 65 auf 50 fg, für Kraftmaschinen von 25 auf 20 Bfg mit Wirkung vom Januar an ermäßigt. Das Bedürfnis zur Ausdehnung des Wirtschaftsbetriebes des Franz Wiegand( Felsing- Neuen- Weg) auf ein neu eingerichtetes Bereinszimmer und des H. Hettler für eine vor dessen Hause zu errichtende Veranda wird von der Versammlung anerkannt. Ebenso wird betr. eines Gesuchs Graßfeld Steinstraße 23 entschieden, welches in einem als Wirtschaft benutzten Raum einen Laden errichten will und daher ein anderes Zimmer für Wirtschaftszwecke konzessioniert wünscht.
B
Daz Daio wieder ein primer auch oura) umjer wirtschaftliches Leben geht, daß die Sorge ihren Kehrmus tanzt, um im nächsten Jahre dem Glücke eines geord. neten Geschäftslebens zu weichen.
Giessener Cagesneuigkeiten.
** Ernannt wurde der Forstaccesist Adolf Keil aus Melbach bei Friedberg zum Forstassessor. Versezt wurden die Hauptsteueramtsassistenten Friedrich Bollbac zu Gießen und Franz Wißner zu Worms in gleicher Diensteigenschaft an das Hauptsteueramt Maing, bezw. Gießen. Der Hochbauaufseher bei dem Hochbauamt Dieburg Philipp Haller mit Wirkung vom 1. Januar 1903 an als Hochbauaufseher nach Gießen.
Einen ähnlichen Stillstand, wie das wirtschaftliche Leben hat auch die Politik za verzeichnen. Die Tarifvorlage drückte wie ein Alp auf die gesamte Tätigkeit der Reichsbeamten und des Parlaments, und wenu nicht im Reichstag die Urheber des Antrags Kardorff, des Antrags Aichbichler und des Antrags Spahn zuYetzt einen flotten Galopp als Rehraus angestimmt hatten, dann würden wir auch noch in dem nächsten Jahre nicht mit gesezgeberischen Aufgaben vorwärts kommen.
brei Kinder ihrer Auf lums. Die Haupinu Dieses Mal hatte die ters gewählt, ein Fami Beihnachteabens" oder Dito Trendies führt glückliches Familienlebe Umgang und schlechten andern Seite aber brin Anblick eines Weihnacht Bemät eines Verlorener des Theaters drückte Reggermeister Birr in
reich Erschienenen im daß fie gelommen find, feier mit zu verherrlich teren und besonders Einbrud mt hinterl Berlosung, wobei noch
** Das Großh. Regierungsblatt, Beis lage Nr. 29., ausgegeben am 22. Dezember enthält u. a. Bekanntmachung, Borarbeiten und Vermessungen für eine elektrisch zu betreibende Nebenbahn von Darm stadt über Nieder- Ramstadt nach Ober- Ramstadt betr. Summarische Hebersicht der Rechnung Großh. Landeswaisenfasse zu Darmstadt für 1901/02. Konkurrenzeröffnungen. Erledigt sind u. A. eine mit staatsbürgerlichen Freiheit. Aber es wird noch lange dauern, bis dem staatlichen Bevormundungssystem einmal zum Kehraus aufgespielt wird. Erstens, weil das russische Volf in seiner Mehrzahl für ein verfassungsmäßiges Da sein noch nicht mündig genug ist, sodann aber auch weil die weitschauende internationale Eroberungspoli it gelähmt wäre, wenn die vielerlei Völkerschaften, die zum Zarenreiche gehören, durch die Verfassung zu einem eigenen, bewußten Dasein erwachsen würden. Die Verfassung würde ähnliche Verhältnisse zeitigen, wie in Desterreich und auf dem Balkan, während der absolutistische Staat in Gemeinschaft mit Frankreich in Etappen das Herrschaftsgebiet immer weiter nach Ostasien vorschieben kann, we allmählich trok der englisch- japanischen Gegenseitigkeitsversicherung dem englischen Imperium eine ernste Gefahr erwächst, eine Gefahr, die einmal den Kehraus für das Uebergewicht Englands in Ostasien bedeuten kann.
Im benachbarten Oesterreich haben sich inzwischen die politischen Verhältnisse fast bis zur Unentwirrbarkeit verschlimmert. Offenbar ist icht eine der schlimmsten Krisen in dem Bestande jener Monarchie eingetreten, denn unter den einzelnen Völkern, aus denen sie sich zusammensetzt, herrscht eine vollständige babylonische Sprachverwirrung. Die Deutschen in Böhmen und die Tschechen wollen nicht mehr miteinander leben, die Polen schlagen auf die Ruthenen los, die Ungarn auf die Sachsen und zwischen den beiden Reichshälften herrscht eine solche Verstimmung, daß man wirklich im Ernste die Frage aufwerfen darf, ob nicht die heutige
staatsrecht
liche Ordnung zum Kebraus antritt, wenn einmal der Kaiser Franz Josef seine Augen schließt. Das Schlimme in der gegenwärtigen Lage ist die Tatsache, daß auch das wirtschaftliche Leben in Desterreich in einer äußerst mißlichen Verfassung ist. Die Industrie vor allem hat nicht die gewünschten Fortschritte gemacht und je mehr sich die Verhältnisse entwickeln, um so mehr wird gerade die Eifersucht zwischen der ungarischen und der österreichischen Industrie zu einer wachsenden Verstimmung zwischen beiden Monarchien beitragen.
In Rußland hat in dem ablaufenden Jahre die unterwühlende und zersetzende Arbeit innerer Gärungen weitere Fortschritte gemacht. In dem gleichen Maße, wie die ehemals selbständigen, inzwischen mit dem Zarenreich vereinigten Staaten ihrer alten Rechte entkleidet werden, wächst in dem eigentlichen Rußland das Streben nach der
Tang war wie immer& Der Fechtverb Weihnachtsfeit im P Erde, wie man zu tigneter Lieder und
Dafür hat freilich das Britentum in Afrika sesteren Fuß gefaßt und ein braves edles Volk hat für die Erhöhung der britischen Weltstellung verbluten müssen. Die ganze gebildete Welt aber trauert mit den verarmten Buren um Das verlorene Glück mit um so tieferem Schmerze, als es zweifellos keine Möglichkeit zu einer neuen Antonomie mehr gibt. Der Friedensvertrag von Vereeniging war der unwiderrufliche Kehraus für ein braves und achtunggebietendes Volk.
Das Beste aus den wisblättern. Wannesstolz. „ Es scheint, deine Frau muß regelmäßig das lezte Wort haben?" ,, a.. aber ich dent' mir immer
noch was dazu!"
Bet
Es ist uns ein folche Familien überwi
verstorben ist und noch Meldungen find borzubringen.
Sonderbar. So sind die Männer! Wenn mein Mann auf Reisen ist, schickt er mir jeden Tag eine Ansichtskarte mit hundert Küssen; wenn er aber zu Haus ist, gibt er mir alle 6 Wochen' mal' n Ruß!"
Ein angenehmes Gefängnis. Fremder: ..Sind denn so arge Verbrecher in diesem Gefängnis, daß so viele Wachposten da an der Mauer stehen?" Wärter: Die stehen blos da, damit uns die Kerle, die vorne enitaljen werden, nicht hinten über die Mauer wieder hereinsteigen."
Gießen, 24. D
Die Armen- D
Beta
In der Zeit vom gefunden: 2 Borte
in biefiger Stadt
mit
Begen
Aleider
verloren: 1 gol
graue
und 1
Gießen, den
Großherzo
Neuheite
Massen- Auswa
Muffe, Boas,
J.
Kreuzplatz 10


