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Werner.
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den Generaldirektor des Hoftheaters und der Hofmufit Herr Kreisveterinärarzt SchmidtGießen schreibt in der Hess. Landw. Zeitschr." einen Aufsatz über„ Immunisierung des Rindviebs gegen die Luberkulose und neuere Ergebnisse auf dem Gebiete der Tuberkuloseforschung." Danach ist es dem Schöpfer der Blutserumtherapie, Herrn Geheimrat von Behring, der seit Einführung des Diphtherieheilserums den größten Wohlthätern der Mensch, heit aller Zeiten und Völker zugezählt wird, gelungen, mit menschlichen Tuberkelbazillen Rinder gegen die experimentelle Tuberkulose und, soweit sich bis jetzt Schlußfolgerungen aus den in der Braris erfolgten Versuchen ziehen lassen, auch für eine noch nicht näher begrenzte Zeitdauer gegen die natürliche Ansteckung zu schüßen. Die von ihm verwendete Impfstoffe sind vom Menschen herstammende Bazillen, die nach einer mehrfachen Meerschweinchenpassage entsprechend modifiziert, abgeschwächt, dann auf fünstlicem Nährboden, Glycerinserum und Glycerinagar in Reinfultur gezüchtet und schließlich mit Stochsalzlösung vermischt, den Kindern direkt in die Blutbahnen eingespritzt werden.
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Stadttheater. Das gestrige Gastspiel des Herrn Richard Kirch aus Frankfurt als Othello, der Mohr von Venedig, sah ein vollbesetztes Haus und ein wohlwollendes Publikum. Das Shak sspeare'sche Trauerspiel fonnte natürlich bei den beschränkten GieBener Bühnenverhältnissen nicht die Wirkung erzielen, wie sie vom Dichter beabsichtigt ist. Aber abgesehen von einigen Kleinigkeiten, fonnte man schließlich doch zufrieden sein. Herr Kird hat wenigstens als Othello ein gut Teil dazu beigetragen, den Erfolg des Stückes zu sichern. Auch Herr Steinert gab sich entschieden Mühe, den Jago mit möglichster Feinheit wiederzugeben und Frl. Feige und Frl. Brücher waren als Desdemona und Emilie allerliebste Geschöpfe. Im übrigen war an dem gestrigen Spiel nichts allzu Beſonderes, es war eben ein Gastspiel und trat deshalb aus dem alltäglichen Rahmen mehr hervor.
** Vortragskurs für praktische Landwirte in Mainz. Für die Zeit vom 7. bis 10. Jarur 1903 ist wiederum die Veranstaltung eines Vortragsfuises für praktische Landwirte beat sichtigt und soll derselbe dieses Mal in Mainz stattfinden. Den besonderen Interessen der Provinz Rheinhessen entsprechend soll ein Vortragstag für Vorträge aus dem Gebiete des Wein- und Obstbaues reserviert werden. Ter ganze Kurs soll voraussichtlich in den Räumen des Konzerthauses der Liedertafel abgehalten werden und vier Tage dauern. Der letzte in Mainz veranstaltete Vortragstui sus hatte sich eines Besuches von 400 Teilnehmern zu erfreuen gehabt.
** Eine überaus gut besuchte Versammlung des Landwirtschaftlichen Provinzial- Vereins für Oberhessen, welche am Samstag Nachmittag in Steins Saalbau bier tagte, faßte einstimmig folgende Resolution: Re= solution der Landwirtschaftlichen Vereine gegen die Behauptung des Bestehens einer Fleischnot Nachdem der Bezirksverein Gießen in der vergangenen Woche die Fleischfrage behandelt und den Beschluß gefaßt hat, seinen Standpunkt in dieser Angelegenheit durch eine Resolution zur Kenntnis der Regierung zu bringen, hat am Samstag der landwirtschaftliche Provinzial- Verein zur Sache Stellung genommen und folgende Resolution einstimmig angenommen:
Die in diesem Herbst etwas höheren Schweinefleischpreise haben einen Teil der Presse und den der Landwirtschaft feindlich gegenüberstehenden politischen Parteien Veranlassung gegeben, unter dem Schlagworte Fleischnot eine wüste Agitation in Scene zu setzen. Wir stellen fest, daß von einer Fleischnot nicht die Rede sein kann und daß an Schlachtvieh in der Provinz Oberhessen niemals Mangel gewesen ist. Es ist eine Thatsache, daß die Schweinezucht und Schweinemast sich bedeutend entwickelt hat, so daß demnächst eher eine Ueberproduktion zu befürchten steht, daher wird die Preisbildung, wie in früheren Jahren, zu billigeren Preisen von selbst führen.
Wir müssen aber dagegen protestieren, daß die Agitation die Regierung veranlassen sollte, die Einfuhr von Schlachtvieh aus verseuchten Ländern zu erleichtern, wodurch unsere wertvollen Viehbestände der Verseuchung ausgesetzt werden und die Landwirtschaft sehr erheblich geschädigt wird. Alle unsere Maßnahmen auf dem Gebiete der Viehzucht würden illusorisch gemacht und der Landwirtschaft ein schwerer Schaden zugefügt werden.
** Der Gesangverein Harmonie hat sein 56. Stiftungsfeſt an: Samstag in Café Leib in bester und gemütlicher Weise gefeiert, Theater, Konzert und Ball sorgten für eine muntere Unterhaltung; ohne lange Worte zu machen, der Verein machte seinem Namen alle Ehre.- Anerkennenswert
Bekanntmachung.
ist, daß der Bitherverein Alpenröschen" fräftig an dem| Qualität läßt sich jetzt noch nichts sagen, da die Lese Abend mitgewirkt hat, und das zu seiner besonderen Ehre. eben begonnen hat.
** Nach dem nunmehr vom Hessischen Landwirtschaftsrat veröffentlichten Verzeichnis sind im ganzen 141 Auszeichnungen an die bei der hessischen Beschickung beteiligten Vereine, Schulen, Ortsgruppen und Einzelzüchter auf der Allgemeinen Deutschen Obstausstellung in Stettin gefallen.
o Marine- Verein Gießen. Gestern schloß die Feier des 10. Stiftungsfestes des Marine- Vereins Gießen mit einem Familien- Ausflug auf Textors Terrasse, welcher sich eines hübschen Verlaufes und eines regen Befuches erfreute. Mit Stolz kann der Verein auf die eier zurückblicken, dafür bürgen die Anfragen, die seitens der Festteilnehmer an den Vorstand verschiedentlich ergangen sind, ob die beiden Theaterstücke nicht nochmals gegeben werden können. Besonders die Musterung auf dem Meeresgrund hat sich die Sympatie aller Zuhörer erobert, dasselbe ist ein seemännisches Fantasiebild in einem Aufzug, welches sich auf dem Meeresgrund abspielt. Hier wird ein Appell abgehalten von sämtlichen untergegangenen deutschen Schiffen, von Frauenlob bis zur Gneisenau. Das Stück übt einen überwältigenden Eindruck auf die Zuhörer aus und führt uns in großen Zügen die ganze Geschichte der Helden der deutschen Marine vor Augen, wodurch das Interesse des Publifums aufs Höchste gefesselt wird. Auch gehört es zu fums aufs Höchste gefesselt wird. Auch gehört es zu den letzten Neuheiten; im August d. Is. wurde es am Mühlheimer Theater zum ersten Mal gegeben.
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Eines recht zahlreichen Besuchs hatte gestern der Bäder Verein Frühauf", bei seinem Familienfränzchen auf der Liebigshöhe sich zu erfreuen. Bei Tanz und sonstiger Kurzweil verliefen die Stunden zu schnell, bis daß die Pflicht rief, dem heimatlichen Benaten wieder zuzusteuern.
Aus Hessen und nachbargebieten.
** Alsfeld. Aus Männern der verschiedenen Berufsfreise und politischen Richtungen hat sich eine Vereinigung gebildet und der freisinnigen Kandidatur eine parteilose Kandidatur in Lehrer Rudolf gegenübergestellt.
** Salzschlirf, 26. Oft. Unser Bad hatte im abgelaufenen Jahre, trotzdem für die Verbesserung der Einrichtung viel verausgabt wurde, eine wesentliche Netto- Mehreinnahme gegen das Vorjahr.
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** Mainz, 25. Oktober. Zur Landtagswahl veröffentlicht die demokratische Partei heute einen Aufruf, in dem die demokratischen Wähler nachdrücklich aufgefordert werden, für die Wiederwahl der beiden Abgeordneten Dr. David und Haas einzutreten.
** Koblenz, 25. Oftbr. Dem Grb großherzog Scheidens von Koblenz eine Ovation seitens der von Baden wurde heute abend anläßlich seines Bürgerschaft dargebracht. Eine große Zahl von Bereinen der Stadt hatten sich zur Veranstaltung eines Fackelzuges bereinigt und die vereinigten Gesangvereine brachten dem erbgroßherzoglichen Paare eine Serenade. Bürgermeister Ditmann hielt eine Ansprache. Der Erbgroßherzog dankte und versprach, die Stadt Koblenz für alle Zeiten in dankbarem und freundlichem Andenken zu behalten.
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Turnverein hielt am geftrigen Sonntag unter ** Rodheim a. d. Bieber, 27. Oktober. Der ältere großer Beteiligung sein Abturnen in dem Bender'schen Saale. Alle vorgetragenen Uebungen wurden exakt vorgetragen und legten Zeugnis davon ab, daß der Verein seine neue Turnhalle während des abgelaufenen Sommers auf's beste benutzt hat. Konnten doch früher in Ermargelung eines überdeckten geschlossenen Raumes die llebungen nicht in dem Maße betrieben werden, wie es der Verein gerne wünschte. in diesen Tagen wieder mehrere tüchtige Turner auf Zwar hat der Verein längere Zeit verloren, indem dieselben militärpflichtig geworden sind, aber dieser Abgang wird alljährlich wieder ersetzt durch Zutritt von Zöglingen. es bei dem gestrigen Abturnen als Zuschauer zu langweilig wurde, dem war Gelegenheit geboten, sich im Starusselfahren zu belustigen. Herr Schmidt von Bieber, welcher fürzlich Starusselbefizer geworden ist, hatte nämlich dasselbe am gestrigen Tage zum erstenmal hier in Rodheim auf dem Bender'schen Hofe" in Betrieb gefeßt. Waren zwar die einzelnen Rundfahrten etwas furz bemessen, so wurde diese Neuheit doch fleißig benußt und erregte namentlich die neue große Orgel durch ihren schönen Klang allgemeine Bewunderung. Nassau, 26. Oftbr. Hier und in Runkel giebt es in Rothem 1/10 Herbst. Moftgewicht 75-78 Grad ( Dechsle). Dagegen verspricht der hiesige Weiße/ bis 3/4 Herbst.
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** Kirchhain. Schon seit längerer Beit besteht bei einzelnen Feuerwehrleuten der Gedanke, die Wehren des Kreises Kirchhain( ähnlich wie im Kreise Marburg) zu einem Kreisfeuerwehr- Verband zu vereinigen. Jetzt ist Aussicht auf Ber wirklichung dieser Idee, indem ein entsprechender Antrag eingereicht werden soll.
Frantfurt a M., 24. Oft. Der Spediteur Karl Oskar Scheck in Homburg v. d. H. war von der hiesigen Straffammer wegen Betrugs zu 1000 Mt. Geldstrafe verurteilt worden, weil er der Frau v. Rodarachi( der einzigen Geliebten Napoleons III.) für einen Salonwagen von hier nach Paris 2200 Mt. abgenommen hatte, während er an die Eisenbahnbehörde nur 1220 Mt. zu bezahlen hatte. Auf** Kassel, 26. Okt. Anfangs Januar wird, wie erhobene Revision wurde das Urteil aufgehoben und die der Konkursverwalter mitteilte, im Treberfonfurs eine Sache zur nochmaligen Verhandlung an der hiesigen Straf- Abschlagsrate von 1 Prozent zur Auszahlung kommen. fammer zurückverwiesen. Heute wurde Scheck freigesprochen. Alles in Allem hofft der Konkursverwalter ca. 3 Prozent Sein Verteidiger R.-A. Dr. Stulz führte aus, daß Scheck herausbringen zu können. feine Provision sondern den Unternehmergewinn eingesteckt
habe.
** Frankfurt a. M., 26, Oft. Hier bildete sich eine Vereinigung von Staats-, städtischen und Privatbeamten, um mit eignen Standidaturen in den bevorstehenden Kampf um's Rathaus einzugreifen. Zwischen den Nationalliberalen und dem Zentrum ist für die Stadtverordnetenwahlen ein Bündnis zustande gekommen, das auch von der Handwerkerpartei unterstützt wird. Die Demokraten und Freisinnigen gehen zusammen, die Sozialdemokraten gehen allein in den Kampf. 1/3 der Mitglieder der Stadtverordneten- Versammlung scheidet ordnungsgemäß aus.
** Pfeddersheim, 26. Oft. Die Hasen sind in unserer Gemarkung so zahlreich, daß man von einer förmlichen Basenplage reden kann. Obstbäume und Reben leiden sehr darunter.
Bergen( Kreis Hanau), 24. Oft. Ein junger Mann Namens Heß dahier zielte aus Scherz mit einem Gewehr, das er sich von Verwandten geborgt hatte und das er ungeladen wähnte, auf seine eigene Mutter. Dabei entlud sich die Waffe, in der doch ein Schuß steckte, und in die Brust getroffen, stürzte die Frau zusammen. Lebensgefährlich verwundet wurde sie in das Krankenhaus nach Hanau gebracht. Der Sohn fonnte nur mit Mühe abgehalten werden, Selbstmord zu begehen.
** Aus Rheinhessen. In der Gemarkung Bingen ergab die Weinlese ungefähr 1/3 Herbst. Das Verkaufsgeschäft geht besser. Es wurden bis zu 26 Mr. pro Aiche bezahlt.„ Schloßberg" erzielte sogar stellenweise 35 Mk.
Da waren aber auch 107 Grad Mostgewicht ( Dechsle) festgestellt worden. In Gaubischofsheim ergab die Auslese Mostgewichte bis zu 102 Grad( Dechsle). Die Quantität läßt zu wünschen übrig. marfung Mainz ist der Herbst sehr gering.
In der Ge
Ueber die
Amtlicher Teil.
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Rotenburg a. d. F., 26. Oft. In Lispenhausen hatte ein 16jähriger Wirtssohn einen Revolver mit aufs Feld genommen, um auf Raben zu schießen. Auf dem Felde angekommen, machte sich der junge Mensch mit der Waffe zu schaffen. Plöglich entlud sich diese und die Kugel drang dem Unglücklichen über dem rechten Auge in den Kopf und schlug hinten wieder heraus. Der Tod trat sofort ein.
Hochschulnachrichten.
** Münster i. W. Die Feier der Erhebung der Akademie zur Universität am letzten Samstag hat die theologische Fakultät nach einstimmigem Beschlusse den Pfarrer Falk zu klein- Winternheim( Rheinh.) zum Doktor der Theologie honoris causa ernannt.
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Butzbach, 25. Oftbr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete Butter pr. Pfund 1.10 mt., Käse pr. Pfd. 42-45 Pfg., Gier 1 Stück 9 Pfg.
Gestorbene.
Am 26. Oftober: Karl Grüneberg, 75 Jahre alt, Rendant und Großh. Beigeordneter dahier. Beerdigung: Dienstag, den 28. d. Mts. vom Sterbehause, Kreuzplag 1, aus.
Druck und Verlag der Gießener Verlagsbruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich Albin Klein, Gießeu.
Uhr, wird die Wahl von 50 Wahlmännern für die Ge- welche bis zum 23. Oftober bezw. bis zum 24. Oktober Die Beſizer von Obstbäumen der Gemarkung Gießen meinde Gießen zum Behuf der Wahl eines Abgeordneten 1902 mit der Entrichtung der betreffenden Steuer über werden hiermit aufgefordert, zur Bekämpfung der Obstbaum- in dem Sigungssaal der Stadtverordneten zwei Monate im Rückstande waren, nur dann zur Ab
Du mein bist, nur- hier abfragen und mit Kalfmilch, gelöschtem Kalk, der mit viel vorgenommen werden. Alle stimmberechtigten Staats- Rückstand noch bis zur Wahl abführen und daß solches ht. Ich habe mich im Leben hädlinge sämtliche Obstbäume bis Mitte November gehörig Versammlung im Bürgermeistereigebäude ſtimmung zugelassen werden können, wenn sie diesen
fragend.
ich habe nur zuweilen ein fo
Ich würde dieser Sache gar
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Gießen, am 24. Oftober 1902. Großh. Bürgermeisterei Gießen.
Mecum.
Bekanntmachung,
die Wahl der Wahlmänner für die Land
tagswahl betr.
bürger werden daher eingeladen, an dem gedachten Ter- geschehen, der Wahlkommission durch Vorzeigung ihrer zugeben.
Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß Diejenigen, welche mit der Entrichtung ihrer schuldigen direkten Staatssteuer, oder falls sie zu einer solchen nicht herangezogen find, ihrer Kommunalsteuer länger als Am Mittwoch, 29. Ottober 1902, Vormittags zwei Monate sich im Rückstande befinden, zur Abstimmung bon 10 bis 1 Uhr und Nachmittags von 3 bis 6 nicht zugelassen werden und daß daher alle Diejenigen,
Gießen, den 25. Oftober 1902. Die Wahlkommission.
Die Urkundspersonen:
Kelier. Wallenfels.
Der Bürgermeister: Mecum.


