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rend ihres Berliner Aufenthaltes überzeugen, daß man sie auch hier als Stammverwandte ansieht. Der ehemalige Präsident Krüger weilt zur Zeit in Mentone, wo ihm bei der Ankunft von der Bevölkerung lebhafte Obationen bar­gebracht wurden.

In Abwesenheit Ernst Wildenbruchs sind die Buren­generale abends bei dem Eintreffen im Hotel namens Bes Gesamtkomitees durch Johannes Trojan begrüßt wor­den. Der Wortlaut seiner poetischen Ansprache lautete: Willkommen! Helden von Transvaal! Willkommen! Klingt's viel tausend Mal, Nicht konnte Lieb'res uns gescheh'n, Als in den Augen Guch zu seh'n, zu drücken Euch die starke Hand. Willkommen seid im deutschen Land! Euch sind wir, Eurem Heldenmut, Im Geist gefolgt durch Glut und Blut, Mit Euch oft haben wir gewagt, Gehofft, gejubelt und geklagt. Dank Euch, durch die wir miterlebt, Was freien Mannes Herz erhebt!

So schloß um uns und Euch sich fest Ein Band, das nie sich lösen läßt. Längst hat, erkämpft durch Euer Schwert, Euch unseres Volkes Herz gehört. Nun, zu den Herzen nehmt die Hand, Die Ihr jezt kamt ins deutsche Land! Bewundrung hat nach mancher Schlacht Euch Lorbeerkränze dargebracht, Euch selbst und Eurer tapf'ren Schar; Heut einen Kranz bringt Liebe dar, und Freunde, reicht auch den Pokal. Willkommen, Helden von Transvaal!"

Nab und fern.

* Massenvergiftung? Aus Hamburg wurden 250 Schauerleute zur Entlöschung des Dampfers ,, Patricia" nach Brunshausen gesandt. Von diesen kehrten abends 31 zurück, die unter Vergiftungserscheinungen erfrankt waren. Sie wurden von der Sanitätspolizei in das Kran­fenhaus geschafft. Um bie Ursache der Erkrankungen festzustellen, hat die Direktion der Hamburg- Amerika­Linie ihren Chefarzt und einige Beamte nach der Unter­Lelbe gesandt.

Ein Nachspiel zu Zolas Begräbnis. Zwischen dem Hauptmann Ollivier, welcher bei dem Begräbnisse Zolas die Ehrenkompagnie führte, und dem Advokaten Verger, der Ollivier in einem Café deswegen Vorwürfe machte, und mit ihm in Streit geriet, fand bei Paris ein Pistolenduell statt. Beide Gegner blieben unverlegt.

Die Navaja. Die Pariser Polizei hat den spani­schen Baron della Torre verhaftet. Er hatte seinen frü­heren Freund, den Vicomte Henri de Lavergne, in einem Zweikampf mit Messern nach spanischer Art, der soge­nannten Navaja, am Hafenquai in Marseille erstochen. Die Vorgeschichte dieser Tragödie klingt wie ein Ro­man. Der Spanier hatte eines Tages den Besuch sei­nes Freundes, des Vicomte Henri de Lavergne, erhal­ten, der verwundet zu ihm kam und erzählte, daß er im Duell verletzt worden sei. Der Baron pflegte La­vergne, und Lavergne revanchierte sich, indem er den Baron mit seiner Geliebten, einer Sängerin Fabri, be­trog. Die bisherigen Freunde duellierten sich. Lavergne versette dem Baron einen Degenstich, so daß der Ba­ron ins Hospital geschafft werden mußte. Als der Ba­ron wieder gesund war, traf er vor vier Monaten La­vergne und Fräulein Fabri zu Marseille. Es kam zu einer abermaligen Forderung, diesmal, wie bereits ge­sagt, auf Messer, und der Baron stach den ungetreuen Freund nieder.

* Ein falscher Kassenrevisor macht gegenwärtig die Mark Brandenburg unsicher. In Templin wollte er als Regierungsrat v. Stransky" die tgl. Steuerkasse durch­sehen, ihm wurde aber von dem Verdacht schöpfenden Rendanten gebührend heimgeleuchtet. Stellenweise aber hatte seine Tätigkeit Erfolg, indem er mehrfach bereits hohe Revisionsgebühren eingestrichen hat. Ob es ihm auch gelungen ich, bei der Revision" die Kassen zu be­stehlen, darüber verlautet noch nichts. Dieser Tage er­schien der Hochstapler in der Spar- und Darlehnskasse zu Neuzauche im Lübbener Kreise und bestellte viele Grüße von einigen im Genossenschaftswesen bekannten Herren. Nachdem er eine täuschend nachgemachte Le­gitimation des Genossenschaftsvorstandes vorgezeigt, wurde er zur Revision zugelassen. Hierbei kam er aber infolge einiger Fragen des Rendanten in große Be­drängnis. Als dieser schließlich an der Revisoreneigen­schaft des Fremden zweifelte, ergriff der Schwindler Hut und Stock und verduftete schleunigst; seine Verhaf­tung ist noch nicht gelungen.

Stiftung dem Kapitän des Hamburger Packetfahrt. Dampfers Pennsylvania", H. Spliedt, für Rettung der Besazung der norwegischen Bank Bothnia". Der erste Offizier Kier und der zweite Offizier Hennecke erhielten die große silberne Medaille.

Mehlstauberplosion. Zu Kichinew entzündeten sich in einer Mühle große Massn von Mehlstaub und ex­plodierten unter donnerähnlichem Krachen. Die Wände stürzten zusammen und begruben unter ihren Trümmern die in der Mühle befindlichen Arbeiter, von denen 10 getötet und weitere 10 verstümmelt wurden.

Ein epileptischer Ruderer. In der Nähe von Kö­penick bei Berlin spielte sich auf der Dahme eine auf­regende Szene ab. Die Mannschaft eines einem Berliner Ruderverein gehörigen Viererbootes bemerkte, daß in einem entgegenkommenden Einstuller, in dem zwei Her­ren saßen, plößlich der eine auffällige Bewegungen machte, über den Rand des Bootes ins Wasser stürzte und sofort versank. Der im Boot Zurückgebliebene rief der Mannschaft des Vierers zu, daß der Verunglückte Epi­leptiker sei. Kurz entschlossen sprang ein Mitglied der Vierermannschaft ins Wasser; bei wiederholtem Tauchen fand er den Verunglückten in zusammengefrümmtem Zustande, den Kopf nach unten gerichtet, auf dem Grunde. Es gelang ihm, den Verunglückten, ihn am Kragen haltend, dem Booten zuzuführen. Nun wurde der Bewußtlose rasch ans Land gebracht, wo die sofort angestellten Wiederbelebungsversuche schließlich Erfolg hatten. Daß ein Epileptiker dem Rudersport obliegt, ist ein unver­zeihlicher Leichtsinn.

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Eine einer Düsseldorfer Firma gehörige große Bagger­maschine, welche zur Vornahme von Baggerarbeiten am Roten Sand von Danzig nach Gfedser unterwegs war, ist beim Adlergrund unweit Rügen untergegangen.

- In Albertshofen( Bayern) stürzten der mit der Ne­paratur des Kirchturms beschäftigte Zimmermann Josef Rumfelder und dessen Sohn vom Turme ab und wurden beide tot vom Plaze getragen.

- Der 35 jährige Rentier August Kröll, der sich zur Erholung auf Hohbarr in den Vogesen aufhielt, stürzte in bem Augenblick vom Felsen ab, als er für sein Kind eine Gerte schneiden wollte; der Tod trat sofort ein.

töpfigfeit fonne des Haarbodens fet aber feine S fehler. Von eine Bindinger die Paff. 3tg. glaubt, einen bor fich zu hab total zerfallen, Canze droht f überall Zutritt

Vom Schwurgericht in Saarbrücken wurde der Berg­mann Both, der am 28. Mai von dem Förster Rot beim Wildern betroffen wurde und diesen bei dem darauf for­genden Handgemenge durch mehrere Dolchstiche tötete, zu 14 Jahren 2 Monaten Zuchthaus verurteilt.

*[ Irrsinnig, aber schlau.] Aus der niederösterreichi­schen Landesirrenanstalt in Wien ist der Comptoirist Zuger entwichen und bisher trotz aller Nachforschun­gen nicht zu ermitteln gewesen. Jezt bekam sein ehe­maliger wärter in der bezeichneten Anstalt eine in Salzburg aufgegebene Ansichtskarte von ihm mit fol­gendem Inhalt: ,, Sie waren schlau, ich aber noch schlauer. Viele Grüße aus Salzburg."

* Eine gemütliche Eisenbahnfahrt.. Eine Schar von 165 schwedischen Eisenbahnarbeitern, die von der Sta­tion Gellivara in die Heimat befördert wurden, wa­ren vom landesüblichen starken Branntwein derart er­hizzt, daß sie unterwegs in ein blutiges Handgemenge gerieten: Messer und Revolver spielten eine Hauptrolle. Einem Teilnehmer schoß man eine Kugel durch den Kopf, einen anderen richtete das Messer, das die Schwe­den stets in Bereitschaft halten, schrecklich zu. Tele­graphisch rief das Eisenbahnpersonal, das ohnmächtig Bastand, militärische Hilfe herbei. Auf der nächsten Sta­tion traf denn auch ein Offizier mit 25 Mann ein und empfing die rasenden Passagiere. Das Terrain wurde abgesperrt und in den Coupés polizeiliche Un­tersuchungen angestellt, die zu 19 Verhaftungen führten. * Drahtlose Telegraphie mit einem Eisenbahnzuge. Aus London meldet man, daß die drahtlose Telegraphie mit vollem Erfolge in der Nähe von Montreal behufs Her­stellung einer telegraphischen Verbindung mit einem in Bewegung befindlichen Eisenbahnzuge versucht worden ist. Der Zug lief mit einer Geschwindigkeit von mehr als 100 Kilometern in der Stunde. Die Verbindung wurde auf ' ne Distanz von 15 Kilometern aufrecht erhalten.

Bunte Chronik. Im Schnellzuge Wien- Breslau wurde in einem leeren Koupee zweiter Klasse der Kaufmann Kurt Riemer, Mitinhaber der Breslauer Fabrik landwirt schaftlicher Maschinen Leshold Robert u. Cie., erschossen aufgefunden.

*[ der Professor als Landstreicher.] Auf einer merk­würdigen ,, Studienreise" befand sich der Professor Walter A. Wykoff von der Universität Princeton, der dieser Tage wegen eines Magenleidens ein Krankenhaus in Pueblo ( Colorado) aufsuchen mußte. Er hatte seit Wochen in der Kleidung eines heruntergekommenen Landstreichers das Land durchwandert, um soziologische Studien zu machen. Nach seiner Genesung will er seine seltsame Wanderung fortsetzen.

In der Nähe des Bahnhofes Schmolz bei Breslau stieß ein Personenzug mit einem beladenen Rübenfuhr­werk zusammen. Der Kutscher wurde leicht verlegt, die beiden Pferde wurden getötet. Der Materialschaden ist gering, die Untersuchung ist eingeleitet.

Die Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger verlieh die große goldene Medaille aus den Mitteln der Laeiß­

ruhe der Fra feinen etwa 20 gar zu arg, so erhaltenen Ba alte, 70jährige entgegen und in der Nähe.

Pflege läßt e eines derfelben ist unser Franz Waldung bon Schuld an fein Lide Jugendlieb luftige Bursche * Wie stich einen Mitarbe

A[ das der siche Lied in Amerika.] Aus Baltimore wird berichtet, daß soeben der Komponist Louis Viktor Saar aus Newyork aus der Konkurrenz für die beste Komposition des Gedichtes Das deutsche Volkslied", welches bei dem nächstjährigen großen Sängerfest in Baltimore als Preislied für die um den Kaiserpreis rin­genden Gesangvereine dienen soll, als Sieger hervor­gegangen ist. Das Gedicht ist von Pastor W. Hilde­brandt in Constableville, Newyork, gedichtet worden und errang den Siegeslorbeer aus einer nach Hunderten zählenden Schar von Preisgedichten. Das Lied lautet: Du hast mit deiner schlichten Weise Mein Herz gebracht in deinen Bann: Daß ich aus deinem Zauberkreise, Der mich umschlingt so lieb und leiſe, Mich nimmermehr befreien kann.

Es sang mit deinem süßen Klange Die Mutterliebe mich zur Ruh. War noch so tränenschwer die Wange, Die Mutter sang, und beim Gesange Schloß mir der Schlaf das Auge zu. Beim frohen Reigen um die Linde Erklangst du in der Sommernacht. Der Liebste singt's dem schmucken Kinde, Der Wanderbursch im Morgenwinde Und der Soldat auf stiller Wacht.

Da ich nun fand auf fremder Erde Nach langem Wandern Ruh und Rast, Bliebst du in Treue mein Gefährte Und bist an meinem neuen Herde,

Bureau einschli gegen das Mo lange Nacht fe Hierauf laffen Wagen in den 13 000 Francs Pörtner, der Belle stedt un Wir fahren n Selbstredend Bis der ber jammelt, Ver Fehlen des bande in Si Morgengrauer Colonna zu amt entfernt.

Du, deutsches Lied, mein liebster Gast. Das Lied wird jeßt mit den Noten und Singstimmen gedruckt und an die verschiedenen Gesangvereine ver­sandt werden, welche sich bei dem Sängerfest in Bal­timore um die von dem deutschen Kaiser gestiftete sil­berne Statuette, die einen deutschen Minnesänger dar­ſtellt. bewerben wollen.

Verfolgen Sie bitte den in heutiger Unterhaltungsbeilage beginnenden neuen Roman!

Dr. Rumseys Vatient.

Roman von Dr. Halifax und T. L. Meade. Autorisierte Bearbeitung von C. Weßner.

( Nachdruck verboten.)

Der Teufel soll Andrey holen! Weißt Du, wo sie ist?" " Ich bin in Tantes Zimmer, Herr Franzius, wenn Sie mich zu sprechen wünschen", tönte in diesem Augenblick eine helle Stimme aus dem Hause.

Franzins begab sich in das von einer Gaslampe erleuchtete Zimmer, wo Hetty seiner wartete. Sie schien geweint zu haben; unter den dunklen Angen lagen ticfe Schatten, die ihrem schönen Gesicht einen seelenvollen Ausdruck verliehen, der sonst nicht darin zu finden war. Franzius sah sie wie verzweifelt an, sein Zorn wich bei ihrem Anblick von ihm.

Il Gottes willen, Hetty, sagen Sie mir die Wahrheit",

Stöhnte der arme, gequälte Mann.

,, Was soll ich sagen?" flüsterte sie.

Ihre Stimme zitterte, Thränen traten in ihre Augen. Franzins ging auf sie zu und machte eine Bewegung, als wolle er sie an seine Brust ziehen, sie wehrte ihm jedoch.

Nein", sagte sie schluchzend, lassen Sie mich. Ich kann Ihnen nichts sein-"

,, Hetty, Hetty, Sie wissen nicht, was Sie reden! Denken Sie doch nur an heute morgen!" bat er leidenschaftlich.

,, Ich denke daran, und troßdem kann es nicht sein! Vergessen Sie alles, was ich sagte, gehen Sie fort, o bitte, gehen Sie fort von hier!" ,, Nein, ich gehe nicht! Bei Gott im Himmel, Sie sollen mir die Antwort fagen! Ich lasse mich nicht am Narrenseil führen, hören Sie, Hetty! Sie haben zu wählen, sofort!" ,, Wie meinen Sie das?"

" Sie haben die Wahl zwischen jenem Burschen und mir!" 3wischen Ihnen und den dem Schloßherrn!" rief Hetty. Haha!" Sie lachte laut auf; dieser Gedanke sette ihr Herz in einen wilden Aufruhr. Das schrille Lachen trieb den jungen Mann fast zur Verzweiflung; er trat dicht vor sie hin, nahm ihre Hände fest in die feinen und zwang sie, ihm ins Gesicht zu sehen, während er tief in ihre erschreckten Augen blickte.

Lieben Sie ihn? Die Wahrheit, Mädchen! Ich will- ich muß sie wissen!"

Laffen Sie mich los, Herr Franzius."

" Nicht eher, als bis ich die Wahrheit fenne! Entweder er oder ich! Die Wahrheit will ich hören! Also wer ist es, den Sie lieben? Der Baron- oder ich?"

Gott, o mein Gott!" stöhnte Hetty, in konvulsivisches Schluchzen ausbrechend, es ist es ist der Baron!"

Drittes Kapitel.

-

Franzius stand einen Moment wie niedergeschmettert, alg Hetty die inhaltsschweren Worte gesprochen, dann drehte er sich furz um und verließ sie, ohne noch ein einziges Wort zu reden. Everett stand noch immer an der Hausthür. Auch dieser junge Mann hatte eine tiefe Zuneigung zu Hetty gehegt, sie aber zu unterdrücken gesucht, als er des Freundes wilde, unbezähmbare Leidenschaft erfannte.

,, Wie hastig und grob Du heute bist, Franzius", sprach er ihn an. Schon zum zweiten Male heute abend hättest Du mich beinahe umgerannt."

Franzius lief ohne jedes Wort der Erwiderung in die Dunkelheit hinaus.

Wohin gehst Du?" rief Everett ihm nach.

" Was geht das Dich an?" gab der Gefragte schroff zurück. Everett sagte noch etwas, worauf Franzins mit einem derben Fluch antwortete. Gerade in diesem Augenblick kam der Gastwirt an ihm vorbei. Armitage starrte den jungen Mann betroffen an, ihm fiel die Totenblässe seines Gesichts und die ungewohnte Heftigkeit seiner Ausdrucksweise auf. So hatte er Franzius ia noch nie gesehen. Der Gastwirt trat ins Haus und dachte bald nicht mehr an das sonderbare Benehmen des jungen Mannes. Es war ihm jedoch beschieden, sich der kleinen Scene später erinnern zu müssen. Everett rauchte feine Cigarre mit philosophischer Ruhe weiter. Er hoffte insgeheim, Hetty werde an die Hausthür kommen und mit ihm plandern. Als sie nicht kam, beschloß er, sich nach seinen Freunde umzusehen. Er holte seinen Hut und war eben im Begriff, das Haus zu verlassen, als der Wirt ihn anrief. Entschuldigen Sie eine Frage, Herr Everett. Kommen Sie heute spät nach Hause?"

Ich weiß es nicht", versezte der junge Mann. Warum?" " Weil ich Sie in diesem Falle bitten möchte, den Haus­schlüssel mitzunehmen. Wir wollen heute zeitig schließen; meine Frau ist todmüde, und Hetty fühlt sich nicht ganz wohl."

,, Ach, das thut mir leid", sagte Everett bedauernd." Nun, so geben Sie den Schlüssel her. Wahrscheinlich komme ich bald zurück, ich will nur sehen, wo mein Freund Franzins steckt." Armitage gab ihr den Schlüssel und begab sich ins Haus zurück.

weder die Schönheit der ihn umgebenden Natur, noch den tiefen Frieden, der über ihr ausgebreitet lag. Er befand sich in einer Stimmung, in welcher man irgend eine That zu begehen im stande ist, von deren Tragweite man sich feinen Begriff macht. Hettys Worte hatten alle bösen Geister in ihm entfesselt.

Währenddessen war Franzius durch das idyllisch gelegene Dorf geeilt. In seiner Bruſt gährte und wühlte es, er empfand

" Sie hat es gestanden", feuchte er immer wieder, ich hatte also recht, er will sie für sich selber haben! Haha! Wie besorgt er ist um ihren guten Ruf! Aber ich will es ihm heimzahlen! Wenn er mir heute in den Weg läuft, dann wehe ihm, es wäre sein Unglück!"

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Die große, stille Ebene von Salisbury lag etwa eine Stunde von Großhofen entfernt. Franzius lief darauf zu, ohne es zu wiffen. Blöglich sah er sich auf einem weiten Blaze, der ihm unermeßlich schien. Der Mond, der in seiner ganzen Helligkeit am Himmel gestanden hatte, als Franzius das Gasthaus verlich, ging bereits unter und warf lange, gespenstische Schatten auf das Flachland. Franzius eigener Schatten eilte wie ein Riesen­gespenst neben ihm einher, während er der Ebene zustrebte. Weiter und weiter lief er; ie weiter er kam, desto heißer wallte das Blut in seinen Adern. Sein Leben lang war er ein ruhiger, vernünftiger Mensch gewesen, der das Dasein und alles, was sein Schicksal ihm bestimmte, mit einer gewissen Bhilosophie hin­genommen hatte. Sein Bestreben war stets gewesen, eine glänzende Carriere zu machen und sich das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Daß ein böser Dämon in seinem Inneren schlummerte, dessen war er stets eingedenk gewesen; er hatte ihn aber sowohl in der Schule, als auch auf der Universität mit Aufbietung all seiner Willenskraft bekämpft und sich beherrscht. Dieser böse Feind war aber nicht erstorben, er schlummerte viel mehr nur und wartete auf einen geeigneten Anlaß, um alle seine schlimmen Leidenschaften desto freier zu entfalten.

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Einmal, als Herbert noch ein Kind war, hatte er der blinden, sinnlosen Wut die Bügel schießen lassen, indem er ein scharfes Messer nach seinem Bruder warf, das diesen an der rechten Schläfe verwundete und fast getötet hatte. Der Anblick des fließenden Blutes und die ohnmächtig hinsintende Gestalt seines einzigen Bruders ernüchterte ihn vollständig und weckte sein besseres Ich. Er stand Todesqualen aus, solange das Leben des Knaben in Gefahr schwebte. Schließlich genas dieser, um zwei Jahre später an einer Halsentzündung zu sterben; aber Franzius vergaß sein Leben lang nicht, wie unfagbar er während der Krankheit des Bruders gelitten. Bisher hatte er den Teufel in seiner Brust beherrscht, und heute hatte dieser die Fesseln ge Sprengt, die ihn hielten. Franzius wußte es, fühlte es, und dennoch fuchte er ihn nicht zu unterdrücken, er freute sich vielmehr darüber

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