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über den Friedensschluß: Der Verlust der Un=| Amerikanischen Petroleums- Gesellschaft und damit dem abhängigkeit der Burenrepubliken bedeutet für Standard Oil Trust ferner nicht einzugehen. Holland eine Enttäuschung und wird Trauer hervor Die Versammlung giebt sich der Hoffnung hin, daß ihre aufen. Was er für die Zukunft der beiden Republiken Bestrebungen durch die zuständigen Behörden, insbe­bedeutet, kann Niemand sagen, da bis jetzt Niemand ſondere durch die Großherzogliche Bürgermeisterei und die Friedensbedingungen fennt. Sei dem, wie es wolle, das Großherzogliche Kreisamt die nötige Unterstüßung wir wollen uns freuen, daß das Blutvergießen finden. Wir können dieses Vorgehen nur begrüßen. ! Gartenkonzert. Im fühlen, windgeschüßten Garten aufgehört hat." von Lonys Bierfeller forzertiren allabendlich drei Kärntner Nachtigallen mit ihrem Gesangs- und Zitherkundigen Führer, dem Jofele aus Bozen. Ein fühler Trunk im Freien und die herzigen Lieder unserer Desterreichischen Geschwister werden gewiß manchen dahinziegen.

Pretoria, 3. Junt. Die Burenführer sind ab­gereist, um ihre Commandos zu veranlassen, sich den englischen Bedingungen zu unterwerfen. Man rechnet damit, daß die Niederlegung der Waffen ungefähr zwei Wochen in Anspruch nehmen werden.

* Berlin, 3. Juni. Die Morgenblätter bezeichnen die Friedensbedingungen als äußerst un­günstig für die Buren.

Der heutigen Auflage liegen die

,, Seifenblasen

bei. In Zukunft erscheinen dieselben jeden Samstag. ,, Gießener Neueste Nachrichten."

Giessener Cagesneuigkeiten.

Gießen, 3. Juni 1902.

r. Löhleinbüste. Die Professoren der medizinischen Fakultät unserer Landesuniversität erlassen in der " Frf. 8tg." an Löhleins frühere Schüler, Kollegen, Freunde und alle, die ihm Leben und Gesundheit verdanken, einen Aufruf zu einer Sammlung. Von dem Ertrag der Sammiung soll dem gefeierten, leider so früh dahingeschiedenen Arzt und Universitäts­lehrer an der Stelle seiner letzten Wirksamkeit eine Büste gesetzt werden. Wir wollen auch unsere Leser, unter denen sich gewiß mancher befindet, der dem Professor Löhlein Dank schuldig ist, auf diese würdige Ehrung hinweisen. Sie werden gewiß auch gern ein Scherflein dazu beitragen.

Stiftungsfest des Geflügelzucht- Vereins. Am Dienstag Abend beging der Geflügelzucht- Verein im Saale des Café Leib das Fest seines 5 jährigen Bestehens durch eine wohlgelungene Abendunterhaltung, der sich ein Tänzchen anschloß. Der Verein, der sonst nur wirt­schaftliche Zwecke im Auge hat, konnte dank der liebens­würdigen Mitwirkung des Gesangvereins Heiterfeit ( Dirigent Lehrer Becker), der Herren Euler und Kan­towsky, sowie des Musiklehrers a sten und des Violin Virtuosen Rosenthal die zahlreich erschienenen Festteilnehmer auf das Beste unterhalte.

Eine Detaillisten- Versammlung faßte in der Pe­troleumfrage folgende Resolution:" Die am 28. Mai 1902 tagende Interessenten- Versammlung der Gießener Kolonialwarenbranche spricht ihre entschiedene Mißbilligung gegen das Detaillisten und Grossisten und schließlich auch Konsumenten gleicherweise schädigende auf die vollkommene Monopolisirung des Petroleum­handels hinzielende Vorgehen der Deutsch- Amerika­nischen Petroleum- Gesellschaft aus. Sie hält es für ihre Pflicht, eine Niederlassung dieser Ge­sellschaft am hiesigen Plage mit allen Mitteln zu bekämpfen, indem sich die Anwesenden gleichzeitig verpflichten, Geschäftsbeziehungen mit der Deutsch­

weiter, die es sich bequem gemacht hatten, so gut es eben in dem Holzfasten vierter Klasse ging. Der Eine lag auf seinem Bündel,- der Andere auf dem blanken Boden, der Dritte lehnte in der Ecke, die Sachsen­gänger sind die Anspruchslosigkeit selbst.

Dicht an der Thür hockte Stanislaus Brezowski, ein fräftiger junger Bursch von etwa zwanzig Jahren. Er allein fand keinen Schlaf, ihn beherrschte nur ein Gedanke: die Erinnerung an sein Heimathsdorf in der Wasserpolakei! Und die Erinnerung an Marianka... Ja, wenn ihm die Frau geblieben wäre, hätte es fo weit nicht zu fommen brauchen. Er erinnerte sich noch gar wohl des schmucken Anwesens, das sein Vater einst be­sessen hatte, er erinnerte sich aber auch der Fusel- Gelage, die da gefeiert wurden. Und wenn der Alte vom Schnapsteufel besessen war, dann war kein Auskommen mit ihm, er ruhte und rastete nicht, ehe er nicht sinnlos berauscht in der Ecke lag. Bald hatte er Geld und Gut durch die Gurgel gejagt, eine Wiese und ein Stück Wald noch dazu... Als Bettler wurden sie vom Hofe getrieben, den in der Gant Marianta's Bater erstand. Stanislaus wurde Knecht auf dem Anwesen, in dem er einst als Herr zu schalten gedachte. Den Vater brachte man eines Nachts todt nach Hause, er war im Kampfe mit Grenzwächtern erschossen worden, als er einen Ballen Tabak nach Desterreich schmuggeln wollte, die Mutter fiechte langsam dahin und suchte schließlich auch Trost in der Flasche. Ihn hielt nur eins noch aufrecht: Die Liebe zu Marianka! Wenn er die heirathete, wurde auch das alte Unrecht wieder gut gemacht: er fam wieder in den Besitz des Anwesens, deſſen rechtmäßiger Eigenthümer Jetzt hatte er sich ein Herz gefaßt und um Marianka angehalten.

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er doch war.

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Du Nichtsnutz", hatte der Alte losgepoltert, für solch heruntergekommenes Gesindel ist mir meine Tochter doch zu schade."

a Radlerunfall. Ein junger Mann von hier, der am Sonntag eine Radtour nach Marburg machte, wurde dort von einem anderen Radfahrer auf dem Rudolfsplay derartig angefahren, daß er stürzte und einen Beinbruch erlitt. Er wurde sofort in die Klinik geschafft.

o. Verlegung der Apotheken. Wir berichteten neulich von der geplanten Verlegung der Hirsch- Apotheke nach der Frankfurterstraße. Wir sind in der Lage heute hinzufügen zu fönnen, daß Dr. Caesar das Haus des Hauptmann Kramer, Frankfurterstr. 4 zu diesem Zwecke erworben hat. Weiter hören wir, daß die Weiter hören wir, daß die berufenen Instanzen des Staates sich mit der geplanten Dislokation der Hirsch- Apotheke einverstanden erklärt haben und daß es nun nur noch an der Zu­stimmung der städtischen Verwaltung liegt, daß dem südlichen Stadtteil eine Apotheke in bequemer Lage gegeben wird. Mit der Verlegung der Hirsch- Apotheke bom Marktplaz nach dem Süden Hand in Hand gehend, ist aber ein weiterer Plan gereift. Herr Schwieder der Besitzer der Engel- Apotheke hat wie wir er­fahren das Anwesen der Firma Alexander Meyer Schulstr. 1, Ecke Marktplaz gekauft und gleichzeitig mit dem Nachbar, dem Lederhändler Neil wegen Ueber­lassung auch seines Hauses ein Abkommen getroffen, wonach, wenn die Hirsch- Apotheke vom Marktplaz verlegt wird und ihm die Verlegung der Engel- Apotheke nach dem Marktplaß, Ecke Schulstr., gestattet wird, er das Reilsche und Meyersche Haus abreißen und an das Reilsche und Meyersche Haus abreißen und an deren Stelle einen neuen Apothekenbau aufführen läßt. Für den Lederhändler Keil wird auf dem jezigen Alexander Meyerschen Hofraum vor dem Lumpenspeicher, also an der Schulstraße, ein modernes Geschäftshaus errichtet. Allerdings verschwindet damit wieder ein Stück des alten Gießen, dem aber wohl niemand eine Thräne nachweint, um so weniger, als damit auch der Speicher von Alexander Meyer seines feuergefährlichen Inhaltes entledigt wird, denn das Lumpenlager der­schwindet damit aus dem Mittelpunkt der Stadt. Bleibt aber wirklich der höchst unmonumentale Speicherbau erhalten, so wird er durch das neue Vorderhaus ver­deckt und wird von den Straßenpassanten nicht mehr gesehen.

** Die feindlichen Familien. Gestern Abend 9 Uhr ge­rieten zwei Familien, die eine Schaubuden- die andere Karrouffelbesitzer, auf der schönen Aussicht in Wort­wechsel, welcher in Thätlichkeiten ausartete. Hierbei wurde die Ehefrau des Schaubudenbesizers mit einem gefährlichen Werkzeug derart am Kopfe verlegt, daß ihre Verbringung in die Klinik erforderlich war. Nach Angabe des Arztes ist die Verlegung derart, Der daß Lebensgefahr vorhanden ist. Thäter- Familienvater sowie dessen Sohn wurden verhaftet.

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H. Gestern wurde der Turnlehrer und Gauturnwart W. Schneider in Marburg bei großer Beteiligung der Bürgerschaft, sowie der Turner des Gaues Hessen zur letzten Ruhe gebettet. Jahrzehnte vcrsah Schneider den Posten eines Gauturnwarts und war eifriger Mitarbeiter in der Turnsache sowohl im Mittelrhein­

Geh', Stanislaus", hatte Marianka gelacht, ba hast Du Dich umsonst gespitzt, mit einem Betteljungen will ich Nichts zu thun haben."

Am nächsten Tage hatte man ihn aus dem Hause gejagt und er war in seiner Verzweiflung Sachsengänger geworden

Ein Hundeleben, das er geführt hatte, ein Hunde­leben, das ihn erwartete. Klirr, flarr, flirr- flarr, machte das Schloß der Wagenthür, und als er den Fuß dagegen stemmte, ging diese ganz und gar auf. Plötzlich sprang der Rottenführer von seiner Lade

empor.

Brezowski!" rief er so laut, daß die Schläfer er­staunt sich die Augen rieben. Aber der Gerufene war schon in der Finsterniß verschwunden...

Nothsignal, scharfes Bremsen, Halten auf offener Strecke, große Aufregung. Der Schaffner suchte die Fahrgäste zu beruhigen.

Es ist Nichts", erklärte er,"' s ist Einer aus dem Zuge gepurzelt, dem wird wohl nicht mehr zu helfen sein. Ein junger Kerl da von den Pollacken in der vierten Klasse!"

Akademische Nachrichten.

Professor Just i- Bonn und Professor Harnack­Berlin sind zu stimmberechtigten Rittern, der Vice­Dr. V. Semenow- Petersburg und der vormalige präsident der russischen geographischen Gesellschaft Direktor des Botanischen Gartens in Kew bei London, Sir Joseph Dalton Hoofer, zu ausländischen Rittern des Ordens pour le mérite" für Wissenschaft und Künste ernannt.

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kreis als auch in der deutschen Turnerschaft. In einer Vaterstadt Marburg stand er in hohem Ansehen, erteilte er doch beinahe 30 Jahre als Turnlehrer der Marburger Jugend den Turnunterricht. Im öffent­lichen Leben war er immer ein thätiger vielbeschäftigter Mann. Seine Verdienste um die gute Tumsache sichern ihm ein bleibendes Andenken.

* Das Kreisamt giebt bekannt, daß mit Nücksicht auf die große Zahl von Waldbränden, welche infolge der zur Zeit bestehenden außerordentlichen Trockenheit entstanden sind, bis auf weiteres das Rauchen von Zi­garren, Zigarretten und ungedeckten Tabacspfeifen in den Waldungen und auf den Haiden außerhalb der chaussirten Ortsverbindungswege verboten ist. Zu­widerhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 90 Mtr. bestraft.

* Batentirt wurde ein Brennofen für Stalt, Bement u. dergl., hergestellt von der hiesigen Firma H. Hinz und ein Kreissägeblatt mit radialen, nach der Mitte berlaufenden Wellen der Firma Chr. Han fel, ebenfalls von hier.

Alle Hausbesitzer bezw. deren Stellvertreter seien auf die Reinhaltung und Wegsamkeit der Straßen und Pläge, sowie die Reinhaltung der Kanäle in unserer Stadt jetzt noch besonders erinnert. Morgens zwischen 6 und 8 Uhr und nachmittags zwischen 12 und 2 Uhr muß das vor den Häusern belegene Bankett nebst Floß­rinne und die Hälfte der Fahrbahn mit reinem Wasser begossen werden.

** Verbandsschießen. Die eifrigen Schüßen seien darauf hingewiesen, daß am 15., 16. und 17. Juni in Siegen das 12. Verbandsschießen des Gaues Hessen und Nassau stattfindet.

Was in der Stadt und auf dem Lande vorgeht

melde man den Gießener Neueste Nachrichten." Berichterstatter in allen Orten der Kreise Gießen, Bußbach, Friedberg, Weglar und Marburg erwünscht Gießener Neueste Nachrichten".

QQQQQQQQQQQQQGQQQQQ ONOO Die Gießener Neueste Nachrichten"

erscheinen in der laufenden Woche in

besonders erhöhter Auflage

und machen wir die verehrlichen Inserenten von Gießen und Um­gegend darauf aufmerksam.

Expedition der Gießener Neueste Nachrichten."

©©©©©©©©©©©©©©© Marktbericht.

Gießen, 3. Juni. Auf dem heutigen Wochenmartt tofteten Butter per Pfb. 80-0.90 Mt. Hühnereter St. 5-6, Enteneter, St. 6-7 Gänseeier 1 St. 10-12 Pfg., Käse per St. 5-7 Bfg., Erbien per Liter 19 Pfg., Linsen per iter 32 Pfg., Tauben per Baar t. 0.75 bis 1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.00-1.50, Hahnen, per Stüd 1,20-1.80, Enten per Stüd 2.40-2.60, Enteneier 6-7, Gänse p. Bfd. 0.60-0.75 Wt., Ochsenfleisch per Pfd. 66-76 Bfg. Rindfleisch per Pfd. 60-64 Bfg. Schweinefleisch per Bfo. 70-80 Bfg. Schweine fleisch gesalzen per Pfund 0.84 Pfg., Kalbfleisch per Bfund 66-70 Bfg. Hammelfleisch per Pfd. 50-70 Pfg., Kartoffeln per Str. 2,80-4,00 m., Zwiebeln per 3t. Mr. 7.50-8.50, Milch per Liter 18 Pfg.

C. Lück's Gesundheits­Kräuter- Konig.

Bestandteile: Man nehnie 180 Ko. Honig, 36 Ko. frisch gepreßten Ebereschensaft, 36 Ko. destilliertes Wasser, foche auf und schäume kunstgerecht ab. Füge dem Durch­geseihten 10 Ko. Weißwein zu, der vorher mit je 1,2 Ko. Huflattich, Spißwegerich, Ehrenpreis, Schafgarbe, Bingel­fraut, je 0,6 Ko. Steinflce, Natternzunge, Lungenmoos, je 2 Ko. Alant­wurzel, Enzian, Veilchenwurzel und Schwarz­wurzel, alles geschnitten, digeriert war.

SCHUTZ MARKE

Luck.

Flaschen, die auf der roten Umhüllung nicht obige beide Schußmarken tragen, sind nicht die echten, jeit langen Jahren bekannten und berühmten Präparate der Firma C. Lück in Colberg, man weise solche Nach ahmungen entschieden zurück.

Preis pro Flasche Mt. 1.-, 1.75 u. 3.50.

Mittwoch, 4. Juni d. J., Wringmaschinen

nachmittags 2 Uhr Haushaltungswaagen

werden im Bieker'schen Saale ber­

steigert: Sophas, Kommoden Gießfannen Kleiderschränke, Tische, Stühle, Speiseschränke

Faß Wein u. a. m.

Geißler, Gerichtsvollzieher.

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Die Versteigerung eines Sophas Brodkapseln findet bestimmt statt. 1030 Bogeltäfige Kaffeemühlen Backformen

Fleischhackmaschinen Reibmaschinen Messerpußmaschinen Waschmaschinen Waschmangeln

sowie sämtliche Haus- und Büchengeräte

empfiehlt äußerst billig Gg. Wilhelm Orbig.

Schulstraße 10.