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wie eins zu zwei; es wurden nämlich in dem ge­nannten Jahre bei uns erzeugt 278 320 Doppelzentner Rohtabak in fabrikationsreifem Zustande, eingeführt 607 680 Doppelzentner. Demnach ist ein Drittel aller Rauchtabake und Bigarren einheimisches Wachstum, mag auch auf den Kisten hundertmal ,, Flor de Habanne" stehen. Im übrigen wird sich in Wirklichkeit die Sache so stellen, daß die unteren und mittleren Volksklassen nur inländischen Tabak oder die billigeren Qualitäten des ausländischen rauchen; denn daraus werden die Zigarren in den Preislagen von vier bis sieben Pfennig hergestellt; ja manche Bigarre, die zehn und mehr Pfennig foffet, hat nie mit Stuba etwas zu thun ge­habt. Darum solle man meinen, jeder der Raucher, der nicht gerade über ein sehr geschwollenes Porte­monnaie verfügt, müßte die genossenschaftlichen Be­strebungen der deutschen Tabakbauern nur mit Freuden begrüßen. Denn diese Bestrebungen haben immermehr die Wirkung, die Güte des einheimischen Krautes zu vervollkommnen und die inländische Erzeugung zu unterstützen. Vom vaterländischen Standpunkte aus fann man hiermit sich gerne einverstanden erklären umsomehr als der Tabakbau einen nicht unbedeutenden Plaz bei der Erzeugung der sog. Handelsgewächse ein­nimmt. 8 Prozent der ganzen, dem inländischen Handelsgewächsbau gewidmeten Fläche war dem Tabak bau zugewiesen.( Unter der Benennung Handels­gewächse faßt man die Pflanzen zusammen, die in der Landwirtschaft unmittelbar feine Verwendung finden und deshalb für den Handel bestimmt sind( Raps, Rübsen, Leindotter, Mohn, Bein, Hanf, Hopfen, Tabat u. s. w.)

Einige geschichtliche Angaben über die Einführung des Tabakverbrauchs mögen zum Schlusse angeführt

werden:

Die Tabakpflanze ist ein Kind der Fremde. Sie wurde bei uns erst nach der Entdeckung Amerikas be­fannt. Anfangs hatte sie dasselbe Schicksal wie die Kartoffel. Eine Kartoffelblüte gab im Jahre 1620 der Professor der Medizin an der Hochschule zu Herborn, Joh. Matthaeus, einer Braut als föstlichen Hochzeits­schmuck. Er hatte die damals noch unbekannte Knollen­frucht von einem Orforder Freunde als Geschenk er­halten und in einem Topf zum Treiben gebracht. So war auch die Tabakpflanze anfangs ein Wunder- und Heilkraut. Dann begann man um die Mitte des sechs­zehnten Jahrhunderts das Schnupfen; das Rauchen, das zuerst als Teufelskunft verschrieen war, wurde von Matrofen und heimkehrenden Kolonisten in der alten Welt eingebürgert, während das Kauen sich europäischen Ursprungs rühmen darf. Der erste Tabak wurde 1616 in Holland gebaut, und von da an hat sich mit dem Tabakkonsum der Tabakbau immer mehr bei uns ein­gebürgert.

Politiche Dachrichten. Politische Dachrichten.

Staatssekretär Bosavowsti hat in der gestrigen Sigung der Bolltarif- Kommission eine Enquete über Kartelle und Syndikate angekündigt. Er führte u. a. aus, es sei die Pflicht jeder Regierung, den Trusts die größte Aufmerksam­feit zu schenken. Eine Umfrage habe ergeben, daß in Deutsch land mehr als 400 Startelle beständen. Auf Grund dieser Auskunft werde beabsichtigt, fontradiktorische Ermittelungen anzustellen unter Hinzuziehung von Vertretern der Kartelle und von Konsumenten. Die Wirkung der Kartelle äußere sich bis zum 4. und 5. Abnehmer. Vielfach hätten sich die Kartelle entgegenkommend gezeigt und durch die beabsichtigten Erhebungen werde Beruhigung in der Offentlichkeit eintreten. Weiter sei zu untersuchen, wie die Kartelle in den Beiten des Aufschwunges und wie sie in 3- iten des Niederganges wirkten. Eine Vollmacht zu fortwährender eingehender Kon­trolle sei für die Regierung unannehmbar. Man könne voc Abschluß der im vollen Gange befindlichen Erhebungen von irgendwelchen Maßnahmen absehen. Die Regierung thue schon heute was sie könne, um eine Schädigung der hei­mischen Industrie durch die Kartelle des Auslandes zu ver­hüten.

130-> Die erste Sigung des Reichetags ist, wie schon gemeldet, auf den 14. Oftober, Nachmittags 2 Uhr, an­beraumt worden. Der Seniorenkonvent wird am gleichen Tage zusammentreten, um über den Beginn der zweiten Lesung des Zolltarifs gehört zu werden. Wahrscheinlich wird diese Beratung am 15. dieses Monats ihren Anfang nehmen.

Detonation eine Nervenkrise durchzumachen. Der an dem Gebäude angerichtete Schaden ist nicht bedeutend. Nachdem sich die erste Bestürzung gelegt hatte, wurden sofort Nach­forschungen nach bem Urheber des Attentats angestellt. Einige aus einem Restaurant fommende Personen hatten einen jungen Mann gesehen, welcher sich eiligst entfernte. Zwei sich in der Nähe aufhaltende Gendarmen nahmen die Verfolgung des Flüchtigen auf und holten denselben ein. Leßterer er­klärte jedoch, selbst auf der Verfolgung des Attentätrrs zu sein. Kaum freigelassen, suchte der junge Mann wiederum das Wette, wurde aber wieder eingeholt und nach dem Polizei- Kommissariat gebracht. Bei dem Verhör bestritt er, das Attentat begangen zu haben. Er erklärte, entflohen zu ſein um mit der Angelegenheit nichts zu thun zu haben. Sein Name ist Van der Meulen. Er ist aus Mecheln ge­bürtig, 21 Jahre alt und von Profession Zimmermann. In seinem Besitz wurden weder Waffen noch kompromittierende Schriften gefunden, sodaß man nicht weiß, ob man es mit einem Anarchisten zu thun hat.

Zum Tode Zolas.

Das von den Freunden Zolas an die Regierung gerichtete Gesuch um eine nationale Leichenfeier splü von mehreren Ministern unterstützt sein und im heutigen Ministerrate zur Beratung gelangen. Unter den zuerst eingelaufenen Condolenz- Telegrammen be= sanden sich soche von Berlin, Stuttgart, Rotterdam, Rom, Neapel, Mailand, Valencia und Madrid. Der Fürst von Monacco sandte einen prachtvollen Kranz.

Die geringe Entfernung des Trauerhauses vom Friedhofe Montmertre wird den sozialistischen Vereinen, deren Mitglieder in der Mittagsstunde frei sind, eine Spalierbildung auf der ganzen Strecke gestatteten. Die Nationalisten sagen Konflikte voraus, falls das Militär beordert wird, Zola das Ehrengeleit zu geben. Als berufenster Grabredner erscheint Jaurès. Zwischen ihm und Zola bestand in letzter Zeit vollste Intimität. Jaurès wurde aber wegen seiner den Dreibund als historische Notwendigkeit anerkennenden Briefe und Artikel in diesen Tagen so heftig angefeindet, daß Manifestationen am Grabe unvermeidlich erscheinen. Der allgemeine Eindruck ist, daß ein Massen- Aufmarsch Der allgemeine Eindruck ist, daß ein Massen- Aufmarsch der alten Dreyfus- Partei feineswegs zu erwarten ist. Von dieser Seite will man keinerlei störende Zwischen­fälle hervorrufen.- Der Unterrichtsminister ist zum Vertreter der Regierung bei dem Leichenbegängnisse Zolas delegiert worden.

Geheimrat Schlippe f.

Nach fünfwöchigem Krankenlager ist Herr Geheimrat Paul Angelus Schlippe vorgestern Nacht sanft entschlafen. Schon im Sommer 1900 hatte sich das Leiden, dem er jezt erlegen, bedrohlich bemerkbar gemacht. Aber seiner kräftigen Natur und vielleicht mehr noch seinem eisernem Willen ge= lang es bald, die schwächenden Hemmnisse zu überwinden, und in unverminderter geistiger Ueberlegenheit versah er feine Dienstgeschäfte weiter, die eine erneute, schwere Er­frankung anfangs April d. I. ihn zunächst zu längerem Ur­laub nötigte und schließlich anfangs Juli d. J. sein Amt endgültig niederzulegen.

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Mit ihm ist ein Mann aus dem Leben geschieden, dessen ausgezeichnete Begabung und umfassendes Wissen ihn zu einer der hervorragendsten Zierden des hessischen Beamten­standes stempelten und dessen ausgeprägte, vornehme und würdevolle Eigenart ihm in jeder Stellung, die er bekleidet, unbedingtes Ansehen sicherte.

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Schlippe war am 14. September 1838 zu Bingen geboren. Nachdem er das Mainzer Gymnasium absolviert, blag er in Heidelberg und Gießen dem Studium der Rechtswissenschaft und unterzog sich im Frühjahr 1860 der Fakultätsprüfung, im Herbst 1862 der Staatsprüfung für das Justiz- und Verwaltungsfach. Der gewöhnliche Aus­bildungsgang des Accessisten genügte seinem Wissensdrange nicht; nachdem er sich mit allen Zweigen des rheinhessischen Gerichts- und Parketdienstes nnd der Thätigkeit des rhein­hessischen Advokat- Anwaltes vertraut gemache hatte, arbeitete er auch längere Zeit auf einem Notariats- Bureau, und schließlich zog es ihn nach Paris, wo er gleichsam an der Quelle die französisch- rechtliche Praxis eingehend studierte. Seine erste Verwendung fand er im Herbst 1866 als Ergänzungsrichter am Friedensgerichte seines Geburts­ortes. Nur 2 Jahre währte diese richterliche Thätigkeit. Am 10. Oftober 1866 wurde er zum Substituten des Staatsprofurators bei dem Großh. Bezirksgerichte in Mainz ernannt, und von da ab blieb er dem staats­anwaltlichem Dienste treu, zu dem ihn sein schlagfertiges Wissen, seine kraftvolle Initiative, sein sicheres Auf­treten, sein feines Taftgefühl und seine rednerische Be­gabung in hervorragendem Maße befähigten. Vom Dezember 1873 bis Dezember 1877 war er als Substitut des General- Staatsprokurators beim Obergericht der Provinz Rheinhessen thätig; dann wurde ihm mit dem Titel Staats­profurator" die Verwaltung der Stelle des Staatsprokurators in Mainz übertragen, und gelegentlich der neuen Justiz Organisation am 1. Oftober 1879 wurde er zum Ersten Staatsanwalt bei dem Landgericht daselbst ernannt. Durch Defret vom 4. Juli 1884 wurde er nach Darmstadt berufen, um hier als Oberstaatsanwalt( später General- Staatsanwalt) am Großh. Oberlandesgerichte und zugleich als Ministerial­rat in den Ministerien des Innern( hier war er Referent für die katholischen Kultus- Angelegenheiten) und der Justiz den verantwortungsvollen, vielseitigen Wirkungskreis zu finden, der seiner unermüdlichen Arbeitsfreudigkeit, seiner allreichen Erfahrung, seinem scharfsinnigen Urteil, furzum seiner Bedeutung entsprach. Was er hier geleistet, steht noch so frisch in der Erinnerung, daß eine nähere Darleg­ung entbehrlich erscheint. ung entbehrlich erscheint. Es sei nur hervorgehoben, daß der heutige Stand des hessischen Gefängniswesens im wesentlichen sein Werk ist, daß die Rechtsprechung unseres Oberlandesgerichts in Staffachen innerhalb der legten 18 Jahre fast ausnahmslos feinen stets sorgfältigst erwogenen

Die Zolltariftommiffion hat gestern die Mindestsäge für Getreide nach den Beschlüssen der ersten Lesung aufrecht erhalten, Roggen, Gerfte, Hafer 5½½ Mt., Weizen 6 Wit. Ferner wurde der Antrag Spahn, Mindestzölle für Bich in das Tarifgesetz aufzunehmen, angenommen. Im Ganzen hat die heutige Beratung des Tarifgesetzes einen schleppenderen Gang gehabt. Es wird daher die zweite Lesung wohl erst am Freitag abgeschlossen werden können. Die Zentrumsfraktion hat heute ihren befannten Antrag betreffend Verwendung der Ueberschüsse zur Wittwen- und Waisenversorgung wieder eingebracht. drum dedi? bid

München, 1. Oft. 8am Regierungs- Präsidenten von Nieder- Bayern wurde der bisherige Regierungs- Direktor von Speyer, Freiherr von Andrian- Berburg ernannt.

Brüssel, 1. Okt. Gestern Abend wurde gegen die Wohnung des fleritalen Abgeordneten Carton de Viart, welcher erst gestern von einem Bandaufenthalt zurüdehrte, ein Bomben­Attentat verübt. de Viart befand sich mit seinen 4 Kindern und seinem Bruder, einem Sefretär des Königs. im Speise­zimmer, als die Explosion erfolgte. Es wurde niemand ver­lezt; nur ein Dienstmädchen hatte infolge der heftigen

und begründeten Anträgen folgte und daß er als Mitglied und Vorsitzender der Prüfungskommission für das Richter­amt und den höheren Verwaltungsdienst an der Ausbildung unserer jüngeren Justiz- und Regierungsbeamten hervor Auf eine gewaltige Summe er­ragenden Anteil nahm. sprießlicher Arbeit konnte er zurückblicken, als er sich von seinen Aemtern zurückzog.

Giessener Cagesneuigkeiten.

** Der Großherzog empfing am 1. Oktober den Oberst Frhrn. Rüdt v. Collenberg, Kommandeur des 1. Infanterie-( Leibgarde-) Regiments Nr. 115, den Major Frhrn. v. Langermann und Erlencamp von demselben Regiment, den Oberstleutnant von Werder, Kommandeur des 1. Dragoner- Regiments Nr. 23, den Oberstleutnant von Waldenfels, Kommandeur des 2. Drag.- Reg. Nr. 24, den Oberleutnant Graf v. Westarp, Kommandeur des 1. Feld- Art.- Ngts. Nr. 25, den Oberst­leutnant Deinhard, Kommandeur des 2. Feld- Art.- Regts. Nr. 61, den Oberstleutnant z. D. v. Albensleben, Kommandeur des Landwehrbezirks Erbach, den Major Kade, Kommandeur des Train- Bats. Nr. 18, den Hauptmann der Landwehr Best v. Osthofen, den Ober­leutnant der Reserve Heydenreich und den Leutnant der Reserve Harth vom Train- Bat. Nr. 18, sowie den Leutnant der Landwehr- Kavallerie Pfeiffer, letztere drei zur Uebung beim Train- Bat. Nr. 18 eingezogen; den Leutnant im 2. Drag.- Regt. Nr. 24, Ferd. Maximilian Prinz zu Ysenburg und Büdingen- Wächtersbach, den Pfarrer von der Stadtgemeinde D. Grein, den Kom­merzienrat Langenbach von Wors, den Reg.- Rat Frhen. Schend zu Schweinsberg; zum Vortrag den Staats­minister No he, den Hofiägermeister Frhen. van der Hoop, den Geh. Kabinettsrat Römheld, den General­direktor des Hoftheaters und der Hofmusik Werner.

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( Bahnhofsumbau.) Gestern Mittag und heute Vor­mittag waren in Sachen des Bahnhofsumbaues hier an­wesend die Herren Präsident Thome, Regierungs- und Baurat Stündeck, Architeft Bohmelmann aus Frankfurt a. M., Geh. Oberbaurat Launer aus Berlin, Professor Geh. Oberbaurat Hofmann aus Darmstadt, Architekt Hof­mann aus Herborn unter Führung des Herrn Betriebs­Ingenieurs Enzenroth von hier. Es wurde beschlossen, den bereits festgestellten Grundriß für den projektierten Neubau beizubehalten und die Facade umzuändern, womit Herr Geh. Oberbaurat Prof. Hofmann- Darmstadt und Architekt Hofmann- Herborn beauftragt wurden. Arbeiten müssen bis 10. Oftober in Berlin eingereicht werden und soll auch sofort dorteu Entscheidung getroffen werden. Nach dieser wird mit dem Um- und Erweiterungs­bau des Bahnhofsgebäudes hier sofort begonnen. Es ist dies eine sehr erfreuliche Nachricht und hoffen wir, daß im al­gemeinen Interesse dieses Projekt baid zur Ausführung tommt.

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Diese

[ Stadttheater.] Im Gegensage zum ersten Abend am Sonntag, an welchem ein Lustspiel als Einführung gegeben wurde, hatte die Direktion für die gestern übend angesette Vorstellung ein Trauerspiel, und zwar eines der ergreifendsten von Deutschlands Lieblingsdichter, aufs Repertoir gesetzt. Maria Stuart- dieses Meisterwerk Schiller's führt uns in die Geschichte Englands hinüber und zeigt wie dort schon damals im Mittelalter die einzelnen leitenden Staatsmänner das Heft in der Hand hatten. Und warum, nur um sich mit der Macht die Macht nicht aus den Händen zu geben. Unbeachtet, ob Recht, ob Menschenwürde darunter leiden, fordern jene mit einem dichten Lügengewebe das Unrecht. Macht geht vor Recht, das ist der rote Faden, welcher sich durchs ganze Stück hindurchzieht, Die von Frankreich nach England gekommene schottische Königin Maria Stuart wird von ihrer eigenen Schwester Elisabeth, der regierenden Königin von England ge= fangen genommen und trotz aller Fürbitte threr Ge­treuen zum Schaffot geführt. Schiller hat dieses Blut­gericht so packend geschrieben und wer kennt den genauen Inhalt nicht aus der Schulzeit her. Ganz dem Stück entsprechend und der ehemaligen welterschütternden Thatsache angepaßt haben auch die Schauspieler das Stück am gestrigen Abend wiedergegeben; Effekt und Betonung wußten sie zur gegebenen Minute, ja Sekunde, hineinzulegen. Frl. Feige( als Maria Stuart), Frl. Schmidt( als Königin Elisabeth), die Herren v. Stahl ( Mortimer, Neffe des Amias Paulet, Hüter der Maria), Gerlach( Graf v. Leicester), Töpfert( Graf v. Shrews­bury) und Steinert( Baron v. Burleigh, Großschatz­meister der Elisabeth) hatten dieses mal die Haupt­rollen. Alle diese spielten recht gefällig und gewandt; ganz besonders temperamentvoll fanden wir aber Herrn v. Stahl, er riß mit seinem Feuer das Publikum mit; nicht minder war es auch die Maria Stuart; beide Rollen waren also gut besetzt. Erwähnen möchten wir heute die prunkvollen Garderoben und Dekorationen, mit deren Hilfe das ganze Spiel noch gefälliger war.

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Witterung hatte sich am gestrigen Abend der Saal des [ J.] Eröffnung des Orpheums. Trotz der ungünstigen Orpheums mit zahlreichen Besuchern gefüllt, um dem ersten Auftreten der fürzlich signalisierten Varietétruppe beizuwohnen. Nach einigen einleitenden Musifpiécen eröffnete die Soubrette Frl. Lilly Blondin das Pro­gramm mit einigen pifanten Couplets, der Trans­parentmaler Mstr. C. Held wartete mit zwei wohl­gelungenen Schnellzeichnungen auf. Frl, Erna Woll­städt, schon beim Betreten der Bühne mit Beifall empfangen, wartete mit diversen Gesangsvorträgen auf und erntete stürmischen Applaus. Herr Norbert Stein, der sich dem Publikum als Humorist vorstellte, besitzt in seiner Mimik jedenfalls nicht die zu einem modernen Komifer gehörige Beweglichkeit; von oben herab bedankt sich genannter Herr für den ihm dargebrachten Applaus. Als Blizdichter können Herrn Stein ansprechende

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