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166 Rindern und 62 Fohlen benugt. Die Tätigkeit deen Biegenzucht- und Geflügelzuchtvereine ist eine lebhalte gewesen und wird allseitig ein Fortschritt fonstatiert. weiter Tagesordnungsgegenstand wurde die Frage über dite brrichtung von Lagerhausgenossenschaften in der Provinz erhessen erörtert und hielten hierzu einleitende Vorträge Elen Generalsekretär Grabein und Herr Generalsekretär Dr. Neumann. Man tam zu dem Ergebnis, daß eine Organiseittion von Lagerhausgenossenschaften( etwa 10-12) in der zen Provinz erstrebt werden soll und daß, nachdem die indung der Genossenschaften in den einzelnen Gebieten flattgefunden hat, die Erbauung der Lagerhäuser nach einheitlichen, jedoch den lokalen Verhältnissen entsprechenden Chichtspunkten durchgeführt ist, der Betrieb sämtlicher Lageruser auf einmal und zwar unter einer Verkaufsstelle der Te now. Hauptgenossenschaften für die Provinz Oberhessen", fiattfinden soll. Von dem Verband der Hess. landw. Gesenschaften sollen zunächst die weiteren Arbeiten in die and genommen werden.
Im Anschluß an das Referat über die Stadtbitrordnetensißung in Gießen am Donnerstag sei ergänzend bemerkt, daß Stadtv. Haubach das Ofengeschäft rigt, wie man vielleicht annehmen könnte, erst betreibe, Fit er Stadtverordneter sei, sondern, daß er amerikanische #Defen schon seit etwa 25 Jahre verfaufe und daß er überBleaupt diese Art Defen damals in Verbindung mit Herrn Theob. Küchler in Gießen eingeführt hat.
Stadttheater Gießen. In der morgigen einmaligen Aufführung von Philippis wirksamen Schauspiel Bohltäter der Menschheit" werden die Hauptrollen von I den Herrn Dir. Steingoetter. Haag, Pichler, Achterberg, Tamte und den Damen Kellermann und Hellberg gegeben murdem. Die Darstellung des Stückes hatte in Marburg motensonntag einen durchschlagenden Erfolg.
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Durch diese und andere Wiederholungen Zeit für sorgfältige Worbereitung verschiedener hochinteressanter Novitäten geDonnen werden. Der Berliner Salon für alle Kunst" früher Dr. Heine Ensemble der Donnerstag, den 3. Dezember in Gießen mit Samlomes„ Die Gefangene" ein Bastspiel absolviert, hat auch an den Stadttheatern in Brenen, Stettin, Schiller- Theater in Kiel und in Braunchweig, Hoftheater, so eminenten Erfolg gehabt, daß zum Teil die Gastspiele überall verlängert werden mußten.- Auf verschiedene Anfragen wird mitgeteilt, daß das Satta syl- Gastspiel bestimmt nachgeholt wird. Ueber ben Termin schweben Unterhandlungen, da dasselbe mit den Sereits fontraftlich festgelegten anderen Gastspielen der Tourne in Einflang gebracht werden muß.
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() Stadttheater Gießen. Gestern Abend ging vor bgesehen vom Sperrfit gut befetten Hause Im weißen öß von Blumenthal und Kadelburg in Szene und das an Bih nicht arme, aber an Albernheit ziemlich reiche Salzkammergutluftspiel fand natürlich lebhaften Beifall. Jl. Hohl gab die Josepha Vogelhuber recht gut; doch war sie mitunter so großstädtisch im Spiel, daß sie der Bechtsanwalt Dr. Siedler eigentlich ganz gut hätte heiraten Fönnen. Dieser„ reizende" Unmensch wurde von Herrn San bo'r ff gewandt und temperamentvoll dargestellt und
Sellberg war so liebenswürdig im Spiel und sah so fesich in ihrem Alpenkostüm aus, daß einem die Wahl pischen ihr und Josepha wirklich schwer fallen konnte. Ganz vorzüglich war Herr Pichler als Zahlkellner Leopold; das war ein Serviettenkönig wie er sein sollte Liebenswürdig, ohne aufdringlich zu sein, trinkgeldhungrig und verliebt bis über die Ohren. Fri. Großmüller pielte das„ lispelnde" Alärchen in wirklich reizender Weise, shr natürlich und drollig und sie hätte eigentlich einen besseren Mann verdient wie Herrn Achterberg, der für Die Schönheiten der Souffleuse weit mehr Augen hatte, als ir das Töchterchen Hinzelmanns, welcher von Herrn Telefy in äußerst gelungener Weise verkörpert wurde. herr Conradt als Fabrikant Giesecke fann von seiner Bergnügungsreise unmöglich viel gehabt haben, da er, hnlich wie Herr Achterberg, die großartigen Naturschönheiten meist im Soffleurkasten zu suchen schien. Der Bettler Loidl des Herrn Haag fonnte jedem wirklichen Geschäfts" mann der Branche erfolgreich Konkurrenz machen, Terlumpt und naturg treu var er, und Frl. Lembach als isang recht herzig das Busserllied und auch ihr Spiel it nur zu loben. Alle übrigen Rollen waren entsprechend kesest und in und nach jedem Akte wurde lebhaft applaudiert.
(;) Krofdorf, 28. Nov. Die infolge der ausgebrochenen Rotlauffeuche über die Gehöfte Karl Schmidt, Ernst Moos und Karl Bender verhängte Sperre ist wieder aufgehoben. § Eberstadt( Kreis Gießen), 29. Nov. Am 3. Juli des nächsten Jahres gedenkt der hiesige Gesangverein iederkranz sein 50 jähriges Stiftungsfest zu feiern. sollen dazu auch die benachbarten Gesangvereine einge laden werden. Von den Gründern des Vereins leben noch inige, sowie der Dirigent Herr Lehrer i. P. Hasselbaum. Bekanntmachung.
In der Zeit vom 21. bis 28. November wurden in hieffiger Stadt gefunden: 2 silberne Taschenuhren, 1 gold. Zwicker, 1 Zigarrenetui, 1 Brille, 1 Manschette mit 2 Knöpfen, 1 Haarpfeil, 1 Arbeitsbeutel mit Inhalt, 1 weißes Kinderfäppchen und Geld.
werloren: 1 goldene Damenuhr, 2 goldn. Man schettenknöpfe, 1 goldene Brosche und 1 Pferdedecke.
Ontlaufen ist: 1 stichelharriger Hund( Brauntiger). Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegentände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend
zu machen.
Gießen, den 28. November 1903.
Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler.
Quedborn, 29. Nov. Gegenwärtig wird unsere| Kosten für den Anschluß seiner Niederlage 2c. an das elekWasserleitung erweitert und zwei neue Hydranten werden trische Stabel zurück zu vergüten, hat schon einmal der Verangelegt. Beim Auswerfen der Ausschachtungen wurden sammlung vorgelegen, welche damals den Antrag aus rechtKnochen von Pferden und acht Hufeisen gefunden, die ein lichen und prinzipiellen Gründen ablehnte. Für die GeRenner als Hufeisen von Rosaten- Pferden bezeichnete. Es währung des Antrages Geiße sprechen die Stadtv. Birr, ist höchstwahrscheinlich, daß diese Bezeichnung zutrifft, denn Brück und Schmall. Die Mehrheit der Versammlung im 16. Jahrhundert sind Rosaken in einem Sumpf bei stimmt aber dafür den Antrag erneut abzulehnen. Die Queckborn mit Mann und Roß umgekommen. Die Huf- Rechnung der Loeber'schen Stiftung für 1902/03, der Voreisen und etwaige weitere Funde sollen an das Kreisamt in anschlag derselben pro 1903/94, der Voranschlag der Plock'= Gießen abgeliefert werden. schen Stiftung pro 1903/4 und die Rechnung derselben pro 1902/03 werden ohne Debatte angenommen. Die vorliegenden Wirtschaftsgesuche werden in der Weise erledigt als bei ihnen das Vorliegen eines Bedürfnisses bejaht wird.
+ Langsdorf, 29. Nov. Ein Unterrichtskursus über Landwirtschaft wird im Winter hier für Erwachsene über 22 Jahre durch Lehrer Leidig abgehalten, in welchem derselbe Belehrungen über die künstlichen Dünge- und Futtermittel geben wird. Der Unterricht findet jeden Mittwoch von 7-9 Uhr im Rathaus statt. Auch aus der Umgegend erhalten Landwirte unentgeltlichen Unterricht. † Hungen, 29. Nov. Heute Nachmittag fand hier eine Versammlung von Verkehrsinteressenten von Hungen und der Umgegend statt, in der besonders die Bahnverbindungen nach Friedberg, Frankfurt und Laubach besprochen wurden. Es trat der Wunsch nach einer Vermehrung und besseren Ausgestaltung dieser Verbindung hervor. Auch hofft man, daß der Bahnverkehr zwischen Friedberg und Mücke bald zu einem durchgehenden ausgestaltet wird, gegenwärtig ist diese Strecke in zwei geteilt: Friedberg- Hungen und HungenLaubach- Mücke. Der gesamte Bahnhof soll umgebaut und erweitert werden, das Gelände ist bereits erworben. An zuständiger Stelle ist man auch mit dem Projekt der Unterführung des Personenverkehrs beschäftigt. Wenn man er wägt, daß täglich 40 Züge ein- und auslaufen und der Bersonenverkehr ein bedeutender ist, wird man die Tunnelführung für dringend nötig erachten.
Sihung der Stadtverordneten.
W. Gießen, 27. November 1903. ( Schluß.)
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Im Hause Neuenweg 2 hat ein gewisser Fißler Räume gemietet, derselbe ist aber dort vor Ablauf der Mietdauer ausgezogen und bittet um den Erlaß eines Quartals Miete von 25 Mt Dem Antrag wird von der Versammlung aus prinzipiellen Gründen nicht entsprochen. Für die Auffüllung der Gerbergruben im ehemals Plant'schen Hause werden dem Fuhrherrn Karl Jughardt II. 45 Mt. bewilligt. Für die Reinigung und Heizung der Schulbarack n am Hamm wird für das Winterhalt jahr eine Entschädigung von 15 Mt. pro Monat( m Sommer 12 Mt.) bewilligt.- Die Versammlung ist mit der Ueberlassung der städtischen Wiesen hinter den Eichen( an der Moltkestraße) an den Eisverein unter den bisher üblichen Bedingungen einverstanden. Für die Vertretung der Direktion Liebe im Schlachthause durch den Kreistierarzt Schmidt werden dem letzteren 104 Mt. zugebilligt.( 2. war erkrank). Ebenso werd n die Stellvertretungskosten für den zu einer 14 Tage dauernden militärischen Uebung eingezogenen Maschinisten des Schlachthauses mit pro Stunde 60 Pfg. gut geheißen. Zur Beschaffung von Warnungstafeln für Radfahrer waren 150 Mt. bewilligt. Dieselben sollen in Eisen hergestellt werden, wozu der bewilligte Betrag nicht langt Eine Offenbacher Firma verlangt für die Tafeln als Mindestfordernde 250 Mt. Die Versammlung bewilligt daher weitere 100 Mt. Stadtv. Emmelius bittet die Schußmannschaft anzuweisen, daß diese darauf achtet, damit der Bürgersteig an der Marburgerstraße nicht von Radfahrern benutzt wird. Der Oberbürgermeister sagt dies zu tun zu. Im Interesse der Scherheit des Grund- und Hypothefenverkehrs ist durch die Anlegung des neuen Grundbuches die Anlegung eines topographischen Pfandregisters nötig geworden. Der Staat ist zur Uebernahme der Kosten hierfür nicht verpflichtet. Die Versamm lung ist damit einverstanden, daß im allgemeinen Interesse diese Kosten von der Stadt getragen werden. Der Ziegenzucht- rein, welcher bisher für die Bockhaltung an städtischen Mitteln einen Jahresbetrag von 125 Mt. erhalten, beantragt den Zuschuß auf 300 Mt. zu erhöhen. Es werden nur 200 mit. bewilligt. Der Staat hat eingewilligt für die Versuchshunde der Universitäts- Institute, es handelt sich um 24 Tiere, die staatliche Hundesteuer nicht zur Erhebung zu bringen. Die Versammlung ist damit einverstanden, daß es ebenso mit demjenigen Teil der Hundesteuer, welche die Stadt bezieht, gehalten werden soll. Die Stadtverordne ten sind damit einverstanden, daß die Brennholzversteigerungen wieder wie früher im Walde an Ort und Stelle stattfinden sollen. Die Stelle eines Feuervisitators, welche früher durch das Kreisamt an einen Maurermeister übertragen war, dessen Tätigkeit die Stadt bezahlte, ist frei geworden und vom Kreisamt zur Besetzung ausgeschrieben. Die Versammlung ist damit einverstanden, daß das Kreisamt ersucht werden soll, mit diesem Bosten das städtische Hochbauamt zu betrauen. Ein Antrag des A. Geise, ihm einen Teil der bezahlten Städt. Wohnungsnach- Möbl. Zimmer weis Gießen. mit Pension in der Nähe der Lesehalle zu mieten gesucht Gefchäftsstunden von 8-1 und von jungem Kaufmann. Off. u. L. S. 48. Stadtpostlagernd. Schloßgasse 5
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Die Kreuzelschreiber. Bauernkomödie mit Gesang in 6 Bildern von L. Anzengruber. ( Wegen Raummangel verspätet.)
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Nach den rührseligen, aus einer gehörigen Portion Sentimentalität und einem Dußend Nationaljuchzer zusammen= gesetzten dramatisierten Ruhglockengeschichten, welche die Schlier-, Tegern- und wie die See'r alle heißen, größtenteils auf ihrem Spielplan hatten, endlich wieder einmal eine echte, ehrliche Bauernkomödie! Die„ Kreuzelschreiber" haben dem Großbauer vom Grundllofa G'shrift" unterschrieben ( XXX) worüber der Seelsorger der Nachbargemeinde höchlichst ergrimmt und den Frauen der Abtrünnigen einredet, ihre Ehegatten würden die Freveltat einstmals in der Hölle zu büßen haben, wenn sie nicht Buße tun und die Unterschrift zurücknehmen würden. Die Frauen beschließen also für die Männer: Entweder Bußfahrt nach Rom oder hinauf in die Dachkammer; die ausgewiesenen Themänner versammeln sich abends im Wirtshaus, jeder klagt sein Leid, man trinkt in den Zorn und schließlich kommt es zu einer wahrhaft idealen Keilerei, bei der Herr Sandorff eine ver= blüffende Geschicklichkeit im Hinauswerfen entwickelte. In dem darauf folgenden moralischen Kazenjammer geben die Hausyrannen der besseren Hälfte nach und die Bußfahrt nach Rom ist beschlossene Sache. Da existiert aber ein Dorfphilosoph, der Steinflopferhannes, der nimmt sich der verlorenen Sache an und arrangiert einen sogenannten " Junfernbund"; die Mägdelein sollen den Bußfertigen die Pilgerfahrt erleichtern und der Steinklopferhannes übernimmt es persönlich, die Frau Josepha Huber, Gattin des Hauptkreuzelschreibers von dieser Straferleichterung in Kenntnis zu setzen. Da naht auch schon die Prozession. Voran Anton Huber mit einer flotten Biermamsell, dahinter all die andern Sünder mit dem Junpfernbund und den eifersüchtigen Eh gesponsten. Die Huberbäuerin sieht ein, daß sie den Gatten, der jetzt absolut nach Rom will, so nicht gehen lassen kann, sie bittet und bittet und schließlich sinft sich alles gerührt in die Arme. Die Bußfahrt ist endgültig begraben und nur der Bauer Altlechner von Herrn Conradi wirkungsvoll verkörpert ist damit nicht einverstanden; mit steinerweichender Stimme gröhlt er fortwährend sein: „ Wir sind schon bereit!", da er schon froh war, mal ein paar Wochen ohne seinen Drachen leben zu können. Die Rolle des Steinklopferhannes hatte Herr Arthur Bauer vom Stadttheater in Frankfurt übernommen und in meisterhafter Weise eine wirklich föstliche Figur geschaffen. Das war eine Gestalt so herzerfrischend und natürlich, daß man meinen fonnte, Herr Bauer habe sein Lebtag Steine geklopft und in der Dorfwirtschaft gesessen. Her San= dorf als Anton Huber schien sich in seinem Gewande auch recht wohl zu fühlen, er spielte frisch und flott und kam mit dem Dialekt ganz schön zurecht. Seine Gattin Frl. Hohl, war in der Liebe wie im Born gleich einnehmend und Frl. Lem= ba ch sang und spielte die Kellnerin Lisel nicht schlecht. Komisch wie immer gab sich Herr Gronert als Kreuzelschreiber Mathias; Freitag Abend hatte er sich einen wahrhaft indianischen Kopfpuz zurechtgemacht und die Herren Bichler, Achterberg, Knabe und Tamte bildeten ein äußerst lebendiges Kleeblatt. Vorzüglich im Dialekt war Herr Haag. Wenn auch sein
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tenerisch neulich ziemlich ähnlich flang, so gab er den alten, jähzornigan Brenninger doch so lebens- und wirkungsvoll, daß wir ihm heute schon Absolution erteilen, falls er uns sein famoses Tirolerdeutsch nächstens als Sächsisch auftischen sollte.
Die Regie war anerkennenswert, die Dekorationen sehr wirkungsvoll und unsere Regimentskapelle verdient unter der Leitung des Herrn Musikdirektor Krause volles Lob. H. H.
Wetterbericht.
( Wetterdienst zu Gießen: Peppler.)
Montag und Dienstag: Fortdauer der trüben, kälteren Witterung, vielfach Frost, Schneefälle.
Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil:
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