Nah und Fern.
() Beilegung von Streiks. Durch Vermittelung des Dresdener Oberbürgermeisters Beutler wurde der Streit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Baugewerbe, der, wie gemeldet, zu heftigen Ruhestörungen geführt hatte, beigelegt. Auch in Bremen hat es den Anschein, als ob in letter Stunde die drshende Gencralaussperrung der Bauarbeiter abgewendet werden wird. Infolge der Verhandlungen der beiderseitigen Ausschüſſe wollen die Klempnergesellen wahrscheinlich auf den pɔlitischen Teil ihrer Forderungen, namentlich den Achtstundentag und die Freigabe des 1. Mai verzichten, wogegen die Meister eine kleine Lohnerhöhung zusagen.
V zu der Bootskatastrophe auf der Warthe der außer dem Kahnführer elf Schulkinder zum Opfer fielen, wird jetzt weiter aus Neustadt gemeldet, daß die Leichen der Unglücklichen sämtlich geborgen werden konnten. Nach amtlichen Feststellungen ist der bedauerliche Unfall dadurch herbeigeführt worden, daß sich die Kinder, als das Wasser in den defekten Kahn drang, in ihrer Angst an den Fährmann anklammeren, so daß dieser in seinem Rettungswerk behindert war und selbst das Leben einbüßte. Wie weiter berichtet wird, hätten die Kinder zu Ostern entlassen werden sollen, sie wurden aber von dem zuständigen Geistlichen in Dembno nicht für reif erachtet. Die übrigen Kinder, welche gerettet werden konnten, sind zum größten Teil infolge des ausgestandenen Schreckens ernstlich frankt.
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Die Jubiläumsfestlichkeiten in Petersburg wurden mit der großen Prozession zum Tenkmal Peters des Großen feierlich eröffnet. Unter Kanonenſalut wurde das Boot Peters des Großen aus dem Peterhäuschen zum Peterdenkmal gebracht; voran fuhr ein Tampfer mit der Geistlichkeit und dem Erlöserbilde, dann kam eine Barke mit dem Boot Peters des Großen, der eine Flotille von Dampfern, Jachten, altertümlichen Galeeren und Ruderbooten folgte. Als vor der Festung auf dem Boote Peters die Kaiserstandarte gehißt wurde, erdröhnte Kanonensalut, sämtliche Schiffe salutierten und legten bunten Flag= genschmuck an. Beim Winterpalais vereinigte sich die Geistlichkeit mit der dort harrenden Kirchenprozession und sette sodann ihren Weg nach der Isaakskathedrale fort. Die Truppen bildeten Spalier; unter ihnen befanden sich Kompagnien der unter Peter dem Großen gebildeten R gimenter, auch des jetzigen Wiborg'schen Regiments, des sen Chef Kaiser Wilhelm II. ist, mit Fahnen aus der Zeit Peters des Großen. Unter dem Gesang der Kirchensänger passierte die Prozession sodann den Admiralitätskai und zog unter Glockengeläut zur Kathedrale, in der die Würdenträger, das diplomatische Korps, die auswärtigen Deputationen und Vertreter der Stadt und Stände die Majeftäten erwarteten. In der Kathedrale fand eine feierliche Liturgie statt. Infolge der beunruhigenden Gerüchte über beabsichtigte Attentate nahm das Kaiserpaar an der Prozession mit dem historischen Christusbilde von der Isaakskathedrale zum Peterdentmal nicht teil, sondern wohnte später nur der Einweihung der Troizkibrücke und dem Festakte beim Petersdenkmal bei.
* Traurige Nachklänge zur Unglücks- Wettfahrt Paris- Madrid werden gemeldet. Man hätte glauben sollen, daß mit dem Abbruch der Autɔmobilwettfahrt Paris- Madrid, die so vielen Teilnehmern und Zuschauern Das Leben kostete, die Kette der Unglücksfälle geschlossen sei. Einige Automobilisten aber haben es sich nicht versagen können, noch auf der Rückkehr die Liste der Verwundeten und Toten zu erhöhen. Ein Herr Eerpollet überfuhr eine Bauerfrau, ein anderer unbekannter Rennfahrer einen Kavalleristen, ob mit oder ohne Pferd, wird in der Meldung nicht gesagt. Veide Ueberfahrene sind lebensgefährlich verletzt. Bei derartigen Vorkomm nissen kann man es den Parisern nicht verdenken, wenn sie einen Horror vor allen Automobilfahrten bekommen haben und sich von keinen Sicherheitsmaßregeln Erfolg versprechen. Die Pariser Gesellschaft zum Schuße des menschlichen Lebens auf öffentlichen Straßen hat den König von England telegraphisch im Namen der Menschlichkeit gebeten, die Automobilwettfahrt um den Gordon- Bennett- Preis zu verbieten und so, in gleicher Weise, wie es die französische und spanische Regierung soeben getan hätten, der öffentlichen Meinung in zivilisierten Ländern eine gerechte und deutliche Genugtuung zu gewähren.
** Ernte- Urlauber. Der Kaiser hat genehmigt, daß auch in diesem Jahre gut ausgebildete Soldaten während der Erntezeit, soweit es der Dienst zuläßt, zur HilfeLeistung zu fleineren Landwirten beurlaubt werden dürfen, sofern für gutes Quartier und gute Verpflegung garantiert wird.
** Preußische Klassenlotterie. Die Frist für die Einlösung der Lose zur 1. Klasse nächster kgl. preußischer Klaffenlotterie läuft mit Dienstag den 2. Juni, abends 6 Uhr ab. Wer bis zu diesem Zeitpunkt unter Vorzeigung des Vorlassenloses die Einlösung nicht bewirkt hat, berliert jedes Anrecht auf seine Losnummer, da die nicht eingelösten Lose dann als Kauflose zur Verfügung gestellt werden.
Bunte Chronik. Außer dem verurteilten Fähnrich Hüssener wird wahrscheinlich auch der Gerichtsherr Beiufung einlegen, einmal weil die Differenz zwischen dem Autrag des Staatsanwalts und dem Urteil so sehr erheblich ist, und zweitens, um dem Berufsgericht die Möglichkeit einer schärferen Bestrafung des Angeklagten nicht zu nehmen.
Ein wolkenbruchartiger Regen ist über Spanien niedergegangen. Der Ort Pajares in der Provinz Léon ist überschwemmt. 40 Häuser sind eingestürzt und meh rere Personen ums Leben gekommen.
--- Infolge der Automobilkatastrophen in Frankreich ha ben die irischen Behörden angeordnet, daß sich bei dem Automobilrennen um den Gordon Bennetpokal am 2. Jul niemand auf den von dem Rennen berührten Straßer aufhalten dürfe; durch ein starkes Polizei- und Mili täraufgebot soll die Durchführung dieses Befehls gesicher: perden.
- Wie aus Newyork gemeldet wird, zerstörte eine Feuersbrunst in der 135. Avenue eine Zigarrenfabrik. Bier Personen tamen in den Flammen um. Der Brand var von einem Frrsinnigen angelegt worden, der die Treppe mit Petroleum begoß und anzündete.
Aus dem Bezirkseisenbahnrat Frankfurt. Sigung vom 28. Mai.
Im Verkehr mit einer Anzahl Stationen des Direktionsbezirkes untereinander war für El- und Frachtgutsendungen in der Zeit vom 1. Mä z 1. J. bis 30. April 1. Js. versuchsweise ein vereinfachtes Abfertigungsverfahren mit Ma tenentwertung angewandt worden. Die gemacht n Erfahrungen waren nicht befriedigend, das Publikum konnte sich mit dieser Neuerung wegen mancher ihr anhaftenden Uebelstände nicht befreunden. Dieser anfängliche Wißerfolg hält die Preußisch- hess. Gemeinschaft nicht ab, demnächst allgemein zu und von ihr als zweckmäßig erkannten, rereinfachten Abfertigungsdienst wie er sich bei der Aufgabe von Postpacketen vollzieht- überzugehen. Bei den neuen Bestimmungen werden die vorliegenden Erfahrungen Berücksichtigung finden, wie auch die Fachzeitungen bei Besprechung dieser Frage manchen zu beachtenden Verbesserungsvorschlag enthalten.
Ein vom Herrn Minister ernannter Ausschuß ist mit der Prüfung der Angelegenheit betraut Es ist beabsichtigt, das Verfahren am 1. Ditober d. Is. in Kraft treten zu lassen. Der Vertreter der Handelskammer Kassel hatte in der Sitzung vom 26. Nov. v. Is. beantragt, daß der für die Strecke Herdorf- Bremen bestehende Ausnahmetarif für Basalt- Pflastersteine auch für die Basalt- Versandtstationen in Niederhessen gewährt werde, um die Konkurrenz gegenüber dem schwedischen Granit zu ermöglichen. Die Direktion war in der angenehmen Lage mitteilen zu können, daß dieser von ihr befürwortete Antrag das weitgehendste Entgegenommen ces Herrn Ministers gefunden habe. Es seien außer Bremen auch die in Betracht kommenden unterhalb gelegenen Stationen wie Geeftemünde und Lehe, als Empfangsstationen zugelassen und den genannten Versandpläßen ein Staffeltarif auf billigster Grundlage bewilligt werden. Vom Referenten wurde die Herabseßung an Zahlen erläutert. So ist der Frachtsaß von Flensungen nach Bremen von Mt. 81( nach Spez Tarif 3) auf Mt. 60 und von Homberg a. F. nach Bremen von Mt. 80 auf Mt. 63 ermäßigt, auch der Station Herdorf wird durch den Staffeltarif ein niederer Frachtvorteil zu teil. Borerst bleibt die versuchsweise eingeführte Maßenzeit auf die genannten Versandtstationen beschränkt. Sollte sie den erwarteten günstigen Erfolg einer wirksamen Befämpfung und Verdrängung des fremdländischen Materials haben, so ist vom Herrn Minister die allgemeine Einführung dieses Tariis für den Versandt von Basaltsteinen nach bezeichneten Plägen beabsichtigt. Damit würde sich auch für unsere Oberhessische Basalt Steinbrüche ein sehr ausgedehntes Absaßgebiet erschließen.
Der Antrag des Herrn Macco= Siegen und Koch Gießen auf Einführung eines zweiten Schnellzug. paares auf der Strecke Köln- Gießen wurde von den Antragstellern begründet und vom Herrn Generaldirektor Kaiser in Weglar sehr warm unterstüßt. Der Antrag hatte sich der wohlwollenden Aufnahme Seitens der Direktion zu erfreuen, deren Herr Vertreter die Bedürfnißfrage anerkannte.
Die Fahrzeiten wurden in dem Antrag in nachstehender Weise als zweckmäßig bezeichnet: ab Gießen nachm. nach Eintreffen der M. W. B. Schnell üge Nr. 77 und Nr. 46, die nachm. gegen 6 Uhr einlaufen. Der Gegenzug CölnGießen müßte Vormittags hier einlaufen. Wir geben uns der Erwartung hin, daß diese Vekehrserleichterung schon mit dem Winterfahrplan ins Leben tri't.
Bei der weiteren Besprechung der Fahrplan- Angelegenheiten empfahl unser Vertreter die Berücksichtigung nach stehender Wünsche, die zum Teil in Form von eingehend begründeten Anträgen der Direktion bereits unterbreitet worden sind. 1. die Gewährung eines Spätzuges von hier nach Lich, Hungen. 2. Vermittelung des Anschlusses des Eoblenzer Zuges Nr. 123 an Bug 514 der D. H. Bahn abends 9.19 in Richtung Gelnhausen.( Der Coblenzer Zug trifft 8.25 hier in Gießen ein, und der Gelnhausener Zug fährt nach dem jeßt bestehenden Fahrplan schon 8.19, also 6 Minuten früher ab. 3. Ein etwas früheres Ablassen des um 550 Uhr vorm. abgehenden Zuges Nc. 507, um in Hungen die Uebernahme des postalischen Verkehrs nach Lavbach zu sichern und event. in Gelnhausen den Anschluß an den Zug vorm. 8.11 nach Elm zu gewinnen.
Es wurde ferner von hessischen Mitgliedern vereinbart, bezüglich der Strecke Gießen- Fulda der Direktion Verbesse rungsvorschläge zum Fahrplan zu unterbreiten.
Giessener Cagesneuigkeiten.
Gießen, 30. Mai 1903.
*** Pfingsten, das schöne h rrliche Frühlingsfest, hä't wiederum seinen Einzug, unterstützt von den besten Wetteraussichten. Siegreich geleitet es uns in diesem Jahr mit seinen hohen, heiligen Feiertagsklängen vom Wonnemonat Mai zum Rosenmonat Juni. Wer könnte sich dem herzbezwingenden wunderbaren Zauber des heiligen Festes entziehen, wer jubelt nicht aus vollem Herzen der weiten schönen Natur entgegen, wer bliebe zu Haus in der engen Stube? Sollte nun so mancher etwa gar im Zweifel sein, wohin er die Feiertage seine Schritte lenken soll, den verweisen wir auf den Anzeigenteil in heutiger Nummer.
** Göttinger Geologen auf der Studienreise. Geh. Regierungsrat Professor v. Köhnen- Göttingen traf gestern mit einer Anzahl seiner Hörer( Geologen) hier ein, um unter Führung des Oberbergrat Prof. CheliusDarmstadt das Gebiet des Gießener Braunsteinbergwerkes zu durchforschen. Heute begab man sich die Lahn abwärts ins Dielthal zu einer prologischen Ercussion auf mehrere Tage.
** Verhüteter Unglücksfall. Das gestern zur Ankunft des Großherzogs am Bahnhof erschienene Publikum wäre beinahe Zeuge eines Unglückes geworden. Als der Wagen des Großherzogs in die Bahnhofstraße einbog, lief ein Kind direkt vor die Pferde desselben. Nur der Geistesgegenwart
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des Kutschers, der im äußersten Momente die Pferde zurüc riß und zum Stehen brachte, ist es zu danken, daß ei Unglück verhütet wurde. Der hohe Gaft schien die Ur sache des plötzlichen Stillstandes nicht bemerkt zu haben. ** Das Jubiläumsfest des 2. Bataillons unsere 116 er ist glänzend verlaufen. Nach der Rückkehr der ein zelnen Truppentelle in die Kasernen qab es eine anständig Festportion pro Mann, wozu der nötige Stoff nicht fehlte
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Am Abend hatten die Kompagnien in den einzelne Sälen der Stadt Ball. Das 2. Bataillon aber war in Neuen Saalbau" versammelt, woselbst unter Leitun Ses Herrn Oberleutnant Schröder sich ein Festprogram abwickelte, das den Beteiligten alle Ehre einlegte. Ein Fest spiel und Turnübungen waren die Hauptnummern. dem guten Gelingen dieser Festlichkeit im Neuen Saalbau trugen auch die neuen Inhaber des Etablissiments ih redlich Teil mit bei; die Herren Trescher und Schrödes arbeiteten emsig mit, daß den Gästen an der Bewirtung ji nicht mangele; denn soll die Festesfreude eine rechte sein, darf bekanntlich der Magen nicht zu kurz kommen.
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Der Sängerchor des Turnvereins Gießen unter nimmt am 2. Pfingstfeiertag einen Familien- Ausflug nag Kloster Arnsburg. Abfahrt 2.05 nach Lich.
** Bet der gestern in Alzey stattgefundenen Pferde lotterie fiel der rierte und sechste Hauptgewinn in die Kos leftur von Richard Buchacker hier.
Aus Helfen und Nachbargebieten.
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Kinzenbach, 29. Mat. Wir hatten schon früher an dieser Stelle mitgeteilt, daß viele junge Burschen und Mädchen hierselbst, die in der Fastnachtsnacht noch nach 11 Uhr von der Polizei in den Spinnstuben angetroffen wurden, von Seiten des Bürgermeisteramtes zu Krofdorf in eine Strafe von je 5 Mart genommen wurden. Nach einer alten Bürgermeistereiverordnung sollten sog. Spiel- und Spinnstuben nicht über 11 Uhr geduldet werden. Am heutigen Tage stand diese Angelegenheit am Schöffengericht zu Wetzlar zur Verhandlung und wurden sämtliche beteiligten Personen, 37 an der Zahl, desgleichen auch die Hausbesitzer von der Strafe freigesprochen und die Kosten der Staatstasse auferlegt. Ein zelne haben natürlich die über sie verhängte Strafe sofort bezahlt und ist sie somit die letzte Fastnachtsnacht teuer zu stehen fommen.
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2 Centner
Grünberg. 30. Mai.( Fruchtmarkt.) Weizen 16,00 Mart, das Malter oder Doppelzentner 48 Mart, Kartoffeln 3,50 per Centner. 7 Mart das Malter. ** Saasen, 28. Mai. In den kommenden Pfingsttagen wird dahier auf dem Berge, der dicht hinter unserem Dorfe aufsteigt und von dem aus man eine sehr lohnende Aussicht in das hessische Oberland hat, ein von unserm Jagdpächter, Herrn Lamster aus Frankfurt a. M zu Ehren eines seiner Freunde, des Herrn H. Stackemann aus Frankfurt, errichteten Aussichtstempel in pass nder Weise der öffentlichen Benutzung übergeben. Herr Stackemann insbesondere erfreut sich hier großer Beliebtheit und ist es ganz besonders unsere kleinste Jugend. deren Herzen er sich bald zu gewinnen wußte. Interessant ist der für den Aussichtstempel gewählte Bunkt noch dadurch, daß in seiner unmittelbaren Nähe die Quelle der Wieseck mächtig aus dem dunklen Schoß der Erde entſteigt. Benannt ist der Tempel nach dem einzigen Töchterchen des Herrn Stackemann: Martha- Ruh.
-r Marburg, 29. Mai. Heute Nachmittag gegen 3 Uhr entgleisten die letzten Wagen des von Rassel kommenden Eilgüterzuges bei der Station Bürgeln an einer neu repa rierten Stelle des Bahnkörpers. Die Wagen liefen eine Strecke von ca. 100 Metern neben dem Geleise her. Ter gleichfalls entgleifte Postwagen brach mitten durch. Von hier ging ein Hilfszug nach der Unfallſtätte ab. Menschen sind glücklicherweise bet dem Vorkommnis nicht zu Schaden gekommen. Um 9 Uhr Abend war der Verkehr wieder her gestellt.
** Darmstadt, 29. Mai. Zur feierlichen Einsegnung der Leiche des verstorbenen Oberstleutnant Frhrn. v. Schenl zu Schweinsserg hatte auch der Kaiser einen Vertreter in der Person des Flügeladjutanten Oberst v. Jacobi gesandt Herr v. Jacobi legte im Auftrage des Kaisers einen präch tigen Kranz an der Bahre nieder.
Vom Odenwald, 29. Mat. Für den 3 ntner Eichelschälrinde werden in diesem Jahre nur 4,50 Mart bezahlt. Da der Schällohn pro 3- ntner allein 3 Mt. beträgt, ist dieser Teil der Waldwirtschaft kaum noch lohnend.
** 13 Schüler einer Lehranstalt in Griesheim im Alter von 14--17 Jahren marschiren auf die Anklagebank des Schöffengerichts. Was haben die bösen Buben verbrochen? Sie haben ihre Namen an eine Türe geschrieben oder eingerigt, allerdings an die Tür eines Polizeiarrestlokals. Un so größer das Verbrechen, das nur durch eine gerichtliche Strafe wegen Sachbeschädigung gesühnt werden konnte. Dos Schöffengericht vermißte jedoch den verbrecherischen Willen," sprach die Angeklagten frei und legte die Kosten inclusive der jenten der Verteidigung der Staatskasse auf.
Geschäftliches.
Neues Lebensglück. Unsere Erde ist alt geworden und der Menschheit Jugendzeit dahin geschwunden. Für die ursprüngliche Kraft und Einfachheit tauschen wir die verwickelten modernen Verhältnisse mit ihren üblen Folgen, ueberarbeitung, Schlaflosigkeit und Nervenschwäche, ein, und fein Sehnen bringt uns die gute alte Zeit zurück.
Aber wie so oft, bringt auch hier die Krankheit die Hilfe schon in sich. Zuerst fast übersehen, gab uns die moderne wissenschaftlich industrielle Entwicklung, die das Un heil verschuldet, auch schon im Sanatogen das Heilmittel, das uns nach kurzem Gebrauche die verlorenen Kräfte er setzt Die Nerven, anstatt uns zu peinigen, werden wieder zu unseren gehorsamen Dienern, die uns die Empfindungen von Wohlbehagen, Gesundheit und Lebensfreude ermitteln.
Wir machen deshalb unsere Leser auf den der heutigen Ausgabe beigefügten Prospekt der Sanatogen- Werke Bauer & Cie., Berlin, besonders aufmerksam.
Nachmittags Gonn
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