*** Der deutsche Kronprinz unternahm bei bester Gesundheit von Aſsuen aus, wo er die gewaltigen Nil. stauwerke besichtigte, einen längeren Kameelritt in die Wüste.
*** Die österreichische Erzherzogin Maria Josepha, die Gemahlin des Erzherzogs Otto, wird zum Besuche ihres Vaters, des Königs Georg von Sachsen, in Gardone erwartet. Dieser Besuch soll mit einer Verstimmung zwischen dem König und dem Kronprinzen zusam menhängen.
53. Sigung.
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Preussischer Landtag.
Baus der Abgeordneten.
Eigener Bericht.
Noch immer Sekundärbahn! Wenn auch nicht mehr achtzig Redner zur Sache sprachen, so war doch die Debatte nicht ganz eintönig, weil Vertreter westlicher Wahlkreise dem Eisenbahnminister borwarfen, es werde für die östliche Hälfte der Monarchie weit mehr getan als für die westliche. Als Quittung auf diese Beschwerde wurde dem Minister ein Wunschzettel aus dem angeblich bevorzugten Osten überreicht. Minister Budde ließ der Versicherung, alle Wünsche und Vorschläge in wohlwollende Erwägung zu ziehen, Worte bes Dantes folgen an die Redner, die seiner und seines Vorgängers mit Anerkennung gedacht und ihm so viel Anregungen gegeben haben. Er stellt jedoch fest, daß von ben Rednern nicht weniger als 3000 kilometer Eisenbahnlinie gefordert werden, die einen Kapitalsaufwan) ron 400 Millionen erfordern würden, ohne die Betriebsmittel, bie anzuschaffen wären. Darum können Bahnen nur gebaut werden, wo der Verkehr es erfordert, unbekümmert ob es sich um den Westen oder den Osten der Monarchie handelt. Mit dieser Erklärung haben sich die 8C Redner begnügen müssen.
Das ,, Blumenmedium" verurteilt.
Im Prozeß Rothe wurde die Angeklagte Anna Rothe wegen wiederholten Betruges in 48 Fällen und wegen versuchten Betruges in 12 Fällen zu einer Gesamtstrafe bon 1 Jahr und 6 Monaten Gefängnis verurteilt, wobon 8 Monate auf die Untersuchungshaft zu rechnen sind. Der Antrag des Staatsanwalts hatte auf 2 Jahre 6 Monate Gefängnis und 500 Mark Geldstrafe gelautet.
Ueber den Verlauf des letzten Verhandlungstages geht uns folgender Bericht zu:
Zu Beginn der Sigung teilt der Staatsanwalt mit, daß die Trancerede der Angeklagten in der Charité, die, wie erinnerlich mit den Worten begann: ,, Das menschliche Leben gleicht einem Wagen" wörtlich dem Werk des bekannten spiritistischen Schriftstellers Dr. Papus ,, Der Astralleib" entnommen ist.
Der Dütenrock.
Die Polizeiagentin Bingenheimer wird mit der Angeflagten konfrontiert, um sich zu deren Behauptung zu äußern, daß ihr der Unterrock, aus dem die 153 Blumen und Apfelsinen stammen, erst auf dem Polizei- Präsidium abgenommen worden sei. Die Agentin erklärt nochmals, den Rock schon in der Wohnung der Rothe beschlagnahmt zu haben. Uebrigens hatte Frau Rothe den Rock gar nicht angezogen. Der Rock war vielmehr dütenförmig umgeschlagen und dann mittelst eines breiten Bandes unter Bem Oberrock vorne am Körper angebunden. In der Düte lagen die Blumen und Apfelsinen.
Dann kommen verschiedene Zeugen, die ihre Aussagen ergänzen wollen. Der Zeuge Rose hält die Produktionen der Rothe für Schwindel, trotzdem es ihm nie gelungen sei, sie direkt abzufassen. Die Rothe verstände es sehr geschickt, zu kombinieren. So habe sie einmal angeblich nach dem Gespräch mit dem Geiste eines jung verstorbenen Mannes Schmerzen auf der Brust gehabt und gefragt, ob der Betreffende an Schwindsucht gestorber sei. Dies traf allerdings zu, aber ganz junge Männer sterben ja meist an Schwindsucht. Mit den Trancereden sei es fauler Zauber gewesen, denn Paul Flemmings Geist habe mir und mich verwechselt und das 12jährige Friedchen" im Säuglingston geplappert. Der Magnetiseur Geist fügt seiner Aussage hinzu, daß Frau Rothe wunderbar erscheinende Mitteilungen über persönliche Verhältnisse sich in einem Falle nachweisbar durch Dritte vor der Sitzung verschafft habe. Der Geisterschirm.
Nach diesen belastenden Aussagen kommt noch ein Lichtblick für die Angeklagte, als der Kaufmann Paul Krüger, augenscheinlich ein hochgrcdiger spiritistischer Schwärmer, mit halb geschlossenen Augen die Geschichte von seinem Wunderschirm erzählt. Auf einem Gange zur Rothe hatte er seinen Schirm unterwegs in einem Geschäft stehen lassen. Frau Rothe habe ihm, als er sich dessen bewußt wurde, gesagt, er solle nur ruhig sein, der Schirm würde schon kommen. Und richtig, nach einiger Zeit sei der Schirm durchs geschlossene Fenster geflogen. Der Inhaber des Geschäfts, wo er ihn stehen gelassen, habe ihm gesagt, eine Dame sei gekommen und habe den Schirm abgeholt. Das sei sicher der Astralleib des Mediums gewesen.( Stürmische Heiterkeit.) Staatsanwalt: War die Fensterscheibe ganz geblieben? Zeuge: Jawohl. Weiter hätte die Rothe bei einer Sizung aus einer beliebigen Vase einen Mohnkuchen hervormaterialisiert, aus dessen Innern sie ihm blechernes Kreuz überreicht habe. Auf die Frage des Präsidenten, ob das Kreuz nur aus Blech bestanden habe, antwortet der Zeuge: Ja, es war Blech" und erntet unfreiwil igen Heiterfeit e.folg im Audi orium. Ter Präsident droht. den Zuhörerraum leeren zu lassen. Ein selber ,, hellsehender" Schauspieler Berger hat sich von der Rothe den Geist seiner Großmutter zitieren lassen. Sie sei es sicher gewesen, denn sie habe es selbst gesagt. Der Zeuge ist, seitdem er Spiritist ist, gläubiger Christ. Ihm gesellt sich der Postbote Böhm, der bekundet, daß er oft Geister sehe, aber nur, wenn er in spiritistischen Sizungen sei oder über Spiritismus rede. Dann sehe er eine Wolke, aus der sich eine Gestalt bilde. Oft frage er die Geister auch nach ihren Geburtsund Todesdaten. Dann folgen
ein
die Gutachten der Sachverständigen.
Als erster Sachverständiger äußert sich Professor Dessoir von der Berliner philosophischen Fakultät. Hier habe man in keinem Falle gehört, was wirklich geschehen ist, sondern nur, was verschiedene Leute erlebt zu haben glauben. Es genügt zur Beurteilung nicht nur der reine Menschenverstand; denn psychische Erregung, Einwirkung usw. wirke auch auf den normalen gesunden und scharfen Beobachter ein. Was an Fehlbeurteilungen, Irrtümern, Mißdeutungen möglich sei, habe er in mehr als 100 spiritistischen Eizungen erfahren. Es sei geradezu unbegreiflich, was an falschen Beobachtungen geleistet wird. Es ist das nicht etwa böser Wille, sondern Selbsttäuschung. Der Sachverständige führt als Beispiel an, daß ein bekannter Taschenspieler eine Sigung abgehalten habe, als Entgelt habe er nichts als von fedem Teilnehmer einen Bericht verlangt. Und da zeigte sich, daß die einfachsten Trics als wunderbare Phänomene aufgefaßt wurden. So hatte man eine Schiefertafel durch das Zimmer fliegen gesehen und vieles andere. Alles mögliche hat man sehen wollen, nur nicht das, was zu sehen war: denjenigen, der den Tric herstellte. :
Plumper Schwindel
aber seien die Trics der Angellagten gewesen. Sie arbeitete an einem Tisch, kein Taschenspieler, der etwas auf sich halte, wird das tun. Das Untersuchen der Kleider war eine Farce. Ihre technische Fertigkeit ist nicht groß, wohl aber die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit abzulenfen. Darin hatte sie es zu einer großen Vollendung gebracht. Für einen veränderten Bewußtseinszustand habe er kaum Beweismittel, halte ihn aber auch nicht für ausgeschlossen. Er halte es für möglich, daß die flagte keine Vorstellung von dem Betrug hatte, er könne sich wohl denken, daß sie daran glaubte, für eine heilige Sache zu arbeiten, daß sie einen heiligen Betrug auszuüben meinte. Deshalb könne man nicht schlechthin sagen, daß sie eine einfache Betrügerin sei.
Ange
Eine pathologische Betrügerin nennt die Angeklagte der Sachverständige Dr. Henneberg. Ein eigentlicher echter Trancezustand liege bei der Angeflagten zweifellos nicht vor, sie sei aber hysterisch beeinflußt und von den Spiritisten selbst drangsaliert worben. Ihre strafbare zurechnungsfähigkeit sei herabgesetzt, doch kenne ja das Strafgesez diesen Begriff nicht. Auch der Sachverständige Dr. Puppe hebt hervor, daß die Angeflagte in der Charité durchaus teinen abnormen Geisteszustand gezeigt habe. Sie habe nur einen einzigen geringfügigen Schwindelanfall gehabt. Eine Aufhebung der freien Willensbestimmung liege bei der Angeklagten sicher nicht vor.
Gegen diese Gutachten wendet sich der Zeuge Dr. Sellin in einem längeren Vortrage. Die Rothe sei sicher ein echtes Medium. In einer Trancerede habe sie selbst gerufen: Glaubt ihr nicht, sie ist eine Schwindlerin! das hätte die Rothe doch gewiß nicht gerufen, wenn sie die Trancezustände nur vorgetäuscht hätte. Er sei vielmehr überzeugt, daß es einem dem Medium feindlichen Kontrollgeist gelungen sei, sich des Mediums zu bemächtigen. ( Stürmische Heiterkeit.) Mit dieser Aussage ist die Beweisaufnahme geschlossen.
Der Antrag des Staatsanwalts. Staatsanwalt Friedheim führt einleitend aus, daß die Fragen der Medialität, des Epiritismus, Offenbarungsspiritismus, des Astralleibs hier nicht zu erörtern seien. Das möge die Sache der Theologen, Philosophen sein. Der Staatsanwalt hält die Angeklagte Rothe des Betruges- teils des vollendeten, teils des versuchten in 59 Fällen für überführt. Beim Strafmaß müsse man das gemeingefährliche Treiben berücksich tigen, das die heiligsten Dinge zum Gespött gemacht habe. Er beantrage gegen die Angeklagte eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren sechs Monaten, wovon 6 Monate auf die Untersuchungshaft anzurechnen sind, sowie eine Geldstrafe von 500 mt.
Die Plaidoyers der Verteidiger.. Rechtsanwalt Dr. Schwindt leugnet das Vorliegen eines Betruges. Wenn der Gerichtshof aber anderer Meinung sein sollte, so würde doch die vom Staatsanwalt beantragte Strafe unbegreiflich sein. Der Sachverständige habe die Angeklagte eine pathologische Betrügerin genannt. Dann müßte dann doch aber zu einer Strafausschließung oder Strafmilderung führen. Die Angeflagte ist zweifellos eine hysterische leicht erregbare Person. Er halte im höchsten Falle sechs Monate Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft verbüßt seien, für verwirkt. Der zweite Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Thiele meint, daß diese Verhandlung den Spiritismus nicht ausrotten werde, im Gegenteil habe der Prozeß für den Spiritismus nur die größte Reflame gemacht. ( Lebhafte Beifallsäußerungen bei den spiritistischen ZuHörern.) Die Leute, welche zu den Sizungen famen, betrachteten die Sache wohl meist wie eine Schaustellung. Die Gaben hätten eine gewisse Freiwilligkeit. Er beantrage Freisprechung.
Das Urteil
des Gerichtshofs lautete, wie eingangs angegeben. Das Gericht ist der Ansicht, daß der größte Teil der Teilnehmer in der Annahme sich befand, Vorführungen aus der Geisterwelt zu sehen. Diese Personen seien in ihrem Vermögen geschädigt; für Taschenspielerkunststücke hätte niemand so hohe Summen gezahlt.
Die Angellagte behielt sich ihre Erklärung über den Strafantritt vor. Sie war augenscheinlich über den Ausgang sehr niedergeschlagen, auch hatte sie diesmal schon den ganzen Tag geweint, während sie sonst ziemliche Teilnahmslosigkeit gezeigt hatte. Bei ihrer Abführung wurde sie teilnahmsvoll von den sich wie fanatisiert geberdenden Spiritisten umdrängt.
Lokales.
Gedenktafel für den 31. März.
1596. Der Philosoph Descartes*.- 1727. Newton t. -1732. Joseph Haydn*.- 1811. Der Chemiker Bunsen in Göttingen*- 1814. Einzug der Verbündeten in Paris. - 1819. Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe- Schillingsfürst in Rotenburg 1871. Gröffnung des ersten Deutschen Reichstags in Berlin. in Wiesbaden t.
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- 1885. Der Komponist Franz t
*** Als Termin für die Neuwahlen zum Reichstag ist nunmehr definitiv der 16. Juni be: stimmt. Der 16. Juni ist ein Dienstag.( Vergl. das Politifstück: Prophezeihungen über die Reichstagswah len." Die Red.)
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** Ernannt wurden mit Wirkung vom 3. April 1. J. an: der zweite Direktor der Hauptstaatstaffe Heinrich Schäfer zum Vortragenden Rat in der Abteilung für Finanzwirtschaft und Eisenbahnwesen des Ministeriums der Finanzen mit dem Amtstitel Oberfinanzrat, der Haupt. taatstaffier Regierungsrat Karl Krebs zum Direktor der Staatsschuldenkasse und daneben mit der Versehung eines Referats in der Abteilung für Finanzwirtschaft und Eisen. bahnwesen des Ministeriums der Finanzen beauftragt, der Kassier bei der Staatsschuldenkasse, Regierungsrot Adolf Schläger zum zweiten Direktor der Hauptstaatskasse, der Kontrollbeamte der Lokalkassestellen des Bezirks Darmstadt 1, Regierungsrat Franz Hiemenz zum Kassier bei der Staat schuldenkasse und daneben mit der Versehung von Geschäften eines Hilfsarbeiters in der Abteilung für Steuerwesen des Ministeriums der Finanzen beauftragt.
** In den Ruhestand verseßt wurde am 26. März der evangelische Pfarrer Emil Sellheim zum Villingen, Dekanat Hungen, auf sein Nachsuchen unter Anerkenn ung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 1. Mai an.
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*** Provinzial- Ausschuß. Am Samstag von bo mittags 9 Uhr, mit Unterbrechung von 2 Stunden für die Mittagspause, bis abends 8 1/2 Uhr wurde zum Schluß vers handelt wegen der Enteignung des Geländes für die chirurgische und ophthalmologischen Klinit. Die Frage der Notwendigkeit der Enteignung wurde nicht mehr in den Bereich der Er örterung gezogen, dagegen waren eine ganze Reihe Sach verständiger und Zeugen zu hören, über die Wertbemessung des zur Enteignung vorgesehenen Geländes 2c., ob dasselb Villengelände sei, welche Frage übrigens allseitig bejaht wurde, und wie weit die Interessenten darauf rechnen fonnten, für ihr Gelände Straßen und damit Bauerlaubnis zu be tommen, wenn das Projekt der Kliniken nicht dazwischen gekommen wäre. Die Plädoyes Nachmittag nahm n allein 4 Stunden in Anspruch, obgleich die Vertreter der Parteien sichtlich bestrebt wa en, sich furz zu fassen. Provinzialdirektor Dr. Breidert verkündete Beschluß, daß der Provinzial Ausschuß beraten und das Urteil demnächst ver fünden werde.
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Das Provinzialsiechenhaus in Gießen wird kommenden Mittwoch, den 1. April nachmittags 13 Uhr seiner Bestimmung durch den Provinzialausschuß über geben. An die Eröffnung schließt sich eine Besichtigung der neuen Anstalt an.
*** In der am Donnerstag zu Cießen im Prinzen Karl" stattgefundenen Ausschußsißung des Landwirtsc Vereins für Oberhessen wurde berichtet, daß der Verein im vergangenen Jahre in Einnahme und Ausgabe rund 98 000 Mt. zu buchen gehabt hat. Ferner wurde Klage geführt, daß die Obstbäume vernachlässigt, alte franke Bäume durch neue tragfähige in genügendem Maße nicht ersetzt werden. Auch das Anbringen der Nistkästchen für unsere insektenfressenden Tiere darf besonders jetzt nicht ver gessen werden.
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[ Stadttheater.] Morgen Dienstag gelangt als Abschieds- Vorstellung Flotte Weiber" noch einmal zur Aufführung und zwar als volkstümliche Vorstellung.
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** Der Bürgerverein hielt am legten Samstag in Steins Garten eine Abendunterhaltung mit Tanz ab Neben recht eraft vorgetragenen Chorliedern, Morgenwander ung und ,, Ueberg Jahr" von van der Stucken,„ Ein Ständ chen" von Müller und„ Die Nacht" von Abt, famen„ Der Hochzeitstag", Schwant in 4 Atten von Wilh. Wolters und Königsbrunn- Schaub, und die Tragikomödie„ Die Hasen pfote" von H. Brennert zur Aufführung. Der Vorstand hat mit dem ganzen Programm einen recht abwechslungs reichen und humorvollen Abend erzielt. Die beiden Theater stücke wurden von den Mitgliedern des hiesigen Stadttheaters gespielt, den Vereinsmitgliedern also die große Mühe, selbst auf die Bretter zu müssen, erspart. Nach Abwicklung des Programms wußten sich die Damen und Herren beim ge mütlichen Tänzchen recht gut zu amüsieren. Das Familiäre und Ungezwungene stand den ganzen Abend mehr im Vor dergrund, so daß die Teilnehmer sehr befriedigt nach Schluj den Heimweg antraten.
*** Ergriffener Mörder, der nicht ausgeliefert wird. Der Mörder des kroatischen Erdarbeiters Marko Cinbrie, welcher bekanntlich sein Opfer am Sonntag, den 16. Nov. v. J. auf der Straße zwischen Jlbeshausen und Grebenhain tödete und beraubte, um dann flüchtig zu gehen, ist endlich in seiner Heimat Kroatien festgenommen worden. Die Behörde dort weigert sich jedoch den Täter auszuliefern, weil es an einer hierzu nötigen vertraglichen Vereinbarung zwischen Hessen bezw. Deutschland und Kroatien fehlt. Die dortige Justizbehörde hat sich aber bereit erklärt, den Fall nach den dortigen Landesgefeßen abzuurteilen. Auf dem Verbrechen des Mordes ruht ouch dort die Todesstrafe, so daß de Mörder seinem wohlverdienten Schicksal nicht entgehen wird.
** Pech. Am Samstag spielten mehrere Kinder an einem nach dem Kirchenplatz gefahrenen leeren Lastwagen des Herrn Herzberger. Plötzlich, wie es fam, man weiß e nicht genou, fam der Wagen an einer unebenen Stelle nad Norden zu ins Rollen und die Deichsel stieß durchs Schau fenster des Urmachers Stöver in dessen Laden. Die ganz Schaufenster- Einrichtung ist zertrümmert, und die ausge stellten Uhren, Ringe 2c. fielen bunt durcheinander zur Erbe
** Turnerisches. Am leßten Samstag tagte in Darm stadt, in dem Vereinshaus der Turngemeinde, der Kreis Ausschuß und am 29 der 65. Turntag des Mittelrheinkreises Folgende Beschlüsse wurden gefaßt: die Aufnahmegesude des Kinziggaues und des Unter Taunus- Bundes in den Mittelrheinkreis wurde willfahrt, während diejenigen des Saar- und des Main Rodau- Gaues feine Berücksichtigung finden konnten, da die Borbedingungen zur Anmeldung nod
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