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* Der französische Ministerpräsident Combes, der Ur heber des Kultu kampfes in Frankreich, wird an der Toten feier für den Papst in der Pariser Kirche Notredame nich teilnehmen.

* Die Nachricht von der Vernichtung einer starken bulga rischen Bande am Amatova- See wird von der Pforte be stritten. Es hätten sich am See nur gegen 30 Romitatsch befunden, von denen nach kurzem Gefecht ohne Geschützfeue drei getötet und drei gefangen genommen wurden. Di übrigen sollen geflüchtet sein, nach anderer Annahme sich am See versteckt halten.

* Jezt hat auch der Londoner japanische Gesandte in einem Interview alle Kriegsgerüchte für unbegründet erklärt Japan denke nicht an einen Krieg, und es lägen keine den Frieden gefährdenden Differenzen mit Rußland vor.

* Aus dem Zululande sind in Natal beunruhigende Nachrichten eingetroffen; ein Zuluaufstand soll bevorstehen.

Hof und Gesellschaft.

Der deutsche Kronprinz nimmt zur Zeit auf dem Döberizer Uebungsplate an den Sommerübungen des 1. Garderegiments 3. F. teil. Er führt als Hauptmanns­stellvertreter bei den Uebungen die 2. Kompagnie, bei der er als Oberleutnant steht.

des Papstes sich um einen ganzen Tag verspätete, in deut. scher Uebersetzung den folgenden Brief, den sie sonder barerweise außer dem Schreiben ihres Korrespondenten in dem Kuvert auffand. Geehrter Herr! Dieser Brief wurde von mir auf der Straße(?) gefunden, und von dem Wunsche beseelt, eine gute und ehrenhafte Tat zu tun, übernahm ich es, denselben in einen anderen Umschlag zu legen, die Adresse von dem anderen Umschlag, der zerrissen war, über­zuschreiben, die Freimarke abzulösen und sie auf diesen Brief zu kleben. Alles dies habe ich getan, weil meine politischen Grundsäße mich drängen, ehrlich und dienstbereit zu sein. Ich bin Anarchist; rufen Sie also mit mir: Ge lebe die Anarchie' Ein Anarchist." An den Rand eines jeden der fünf Blätter war ebenfalls ein Hoch auf die Anarchie geschrieben. Der Brief war gestempelt: Nom, Eisenbahn, 24. Juli.

*** Die Königin Wilhelmina von Holland unter­nimmt heute( Mittwoch) mit einem großen Gefolge eine Besichtigungsfahrt auf dem Dollart. Aus diesem Anlaß begrüßen im Auftrage des Kaisers der kommandierende Ge­neral des X. Armeekorps General der Kavallerie von Stüngner, sowie der Chef der Marinestation der Nordsee Admiral Thomsen die jugendliche Königin in Delfzyl.

Der Fürst von Bulgarien reiste mit seiner Mutter Prinzessin Klementine nach Bamberg und von demnächst nach München.

Aus dem Gerichtssaal.

A Die Berliner Bankiersfrau Schindler als Leiche auf­gefunden. Das rätselhafte Verschwinden der Frau des Ber­liner Banfiers Schindler, von der man keine Spuren mehr hatte, seit sie sich von der Leiche ihres Mannes aus einem Hamburger Hotelzimmer heimlich entfernte, hat jetzt end­lich seine Aufklärung geunden. Trau Schindlers Leiche ist bei Grevesmühlen( Oldenburg) aus dem Wasser gezogen worden. Sie ist ihrem Manne durch Selbstmord in den Tod gefolgt.

§ Die eigene Frau verkuppelt. Das Landgericht München berurteilte den Geschäftsreisenden Scherer wegen Kuppelei, verübt an seiner Frau, zu 1 Jahr 8 Monaten Gefängnis und fünfjährigen Ehrverlust. Scherers Frau, eine sehr schöne und üppig gebaute Person, wurde von ihrem Mann zur Prostitution angehalten und verdiente dabei viel Geld, wo­von das Ehepaar auf großem Fuße lebte. Schließlich aber berliebte sich Frau Scherer in einen gewissen Knast, und zog es ihrem Sündendasein vor, mit dem Geliebten gemeinsam in Frankfurt a. M. durch Selbstmord aus dem Leben zu schetden.

Warten ins Ausland ging. Wie viele Karten außerdem noch in der Stadt geschrieben wurden, entzieht sich der Be­rechnung.

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+[ Das Staatsgeheimnis.] Von dem dieser Tage ver­storbenen Festungsbauer von Europa", dem belgischen Ge­neral Brialmont, erzählt ein Brüsseler Blatt folgendes lehr­reiche Geschichtchen. Brialmont wandte sich, als er an seinem großen, 1885 veröffentlichten Werke über die Fortifi­kationen unserer Zeit" arbeitete, an den französischen Ge­neralstab mit der Bitte um Uebermittelung einiger Pläne von neuen Festungstypen, die er einsehen wolle, um seine Mit­teilungen zu vervollständigen. Der Generalstab lehnte ab, da die Pläne Staatsgeheimnis seien. Brialmont schrieb zurück, daß er, nachdem er seine Pflicht erfüllt und loyal in Frankreich selbst angefragt habe, nun nach ablehnendem Be­scheid versuchen werde, auf dem Umweg über Berlin Ein­sicht in die ihn interessierenden Pläne zu bekommen. Wie gesagt, so getan! Brialmont wandte sich nach Berlin und bekam von dort die französischen Festungspläne, die man in Frankreich als Staatsgeheimnis behandelte; man kann sie in seinem Buche finden. Die Geschichte, so versichert das Brüsseler Blatt, ist buchstäblich wahr!

Sternberg siedelt nach Paris über. Der aus dem traurigen Monstrcprezeß wegen schwerer Sittlichkeitsver­brechen sattsam bekannte Banfier Sternberg hat sich ent schlossen, seinen dauernden Wohnsitz in Paris zu nehmen und nach Berlin nicht mehr zurückzukehren. Seine Ver. urteilung bezeichnete Sternberg einem Interviewer gegen über als ein Attentat gegen sein Leben"; nicht er sei der Verführer, sondern der Verführte gewesen. Zur Zeit sind die Vertreter Sternbergs damit beschäftigt, den in Berlir belegenen Sternbergschen Grundbesit vorteilhaft zu ver äußern. Dieser Besitz umfaßt insgesamt 14 Grundstücke und wird auf rund 35 Millionen Mark bewertet.

Ein schwerer Eisenbahnunfall wird aus Landeshut ir Schlesien gemeldet. Zwischen Merzdorf und Ruhbank wurde ein über einen Bahnübergang fahrender Wagen von eine Zugsmaschine zertrümmert. Hierbei fanden drei Personen den Tod, zwei wurden schwer verletzt.

§ Ein geständiger Gattenmörder freigesprochen. Unter lauten Beifallskundgebungen des Publikums sprachen Wiener Geschworene den Bankdiener Franz Kopetky frei, der sich am 29. März d. Js. der Behörde mit der Selbstanzeige ge­stellt hatte, seine Gattin erschossen zu haben. Kopeẞky, ein 42jähriger Mann, hatte schon seit langem berechtigten Grund, an der Treue seiner Frau zu zweifeln, am 26. März wurde sein Zweifel zur Gewißheit. Es kam zu heftigen Szenen zwischen den Ehegatten, so auch am Morgen des 29. März. Plötzlich ergriff Kopezky sein an der Wand hängendes Jagd gewehr, ein Schuß krachte, und die Frau sank, in die Brus getroffen, tot in ihr Bett zurück. Die Staatsanwaltschaft behauptete nun, Kopekzy habe seine Frau vorsätzlich getötet um sich an ihr zu rächen, während der Beschuldigte sich dahir berantwortete, er habe nicht die Absicht gehabt, seiner Frau ein Leid anzutun, seine Hände hätten vor Aufregung sc heftig gezittert, daß das Gewehr sich ohne seinen Willen ent laden habe. Das Gericht glaubte seinen Ausführungen und sprach ihn frei.

Nab und fern.

Ein niges Mädchen. Die Grazer Statthalterei Hat der 24jährigen Backmeisterstochter Katharine Sottoria in Oberzeiring( Obersteiermark) die dreifache gesetzliche Lebens cettungsprämie im Betrage von 157 Kronen 50 Heller zu erkannt. Katharine Sottoria hatte während der letzter Hochwasserkatastrophe drei Mädchen im Alter von 7 bis Jahren mit eigener Lebensgefahr schwimmend aus den Flu ten gerettet.

Ein vierfacher Raubmord wurde in dem russischen Orte Tretelniki, Kreis Proskurow bei Kiem, verübt. Der Kauf. mann Rosenblüth, seine Frau und seine beiden Kinder wur den in ihrer Wohnung ermordet aufgefunden. Geld und Wertsachen waren geraubt. Zwei der Tat verdächtige Per­sonen wurden verhaftet.

Erdbeben in Italien werden von den verschiedensten Orten der apenninischen Halbinsel gemeldet. Die eine große Wellenbewegung pflanzte sich von Rom aus über Florenz bis nach Turin fort. In Pontremoli( Provinz Massa­Carrara) wurden mehrere Personen verlegt. Auch in Si­zilien, speziell in der Umgegend von Syrakus, wurden dauernd leichte wellenförmige Erdbewegungen wahrgenom­men. Man geht wohl nicht fehl, wenn man diese Unruhe im Erdinnern mit der neuerlichen heftigen Tätigkeit des Vesuvs in Zusammenhang bringt.

Eine Skandalaffäre in der Pariser Aristokratie wird Die Gerichte nächstens beschäftigen. Die 56 jährige Witwe iner hohen Persönlichkeit, die, wie die Blätter wissen wollen jewisse Beziehungen zu dem deutschen Kaiserhause(?) hatte, ind mit dem Grafen von Flandern verwandt ist, behauptet, Daß bei Ableben ihres Gatten die Erben das Vermögen, velches sich auf 30 Millionen Francs beziffert, unterschlagen jätten. Unter den Tatsachen, welche den Erben zum Vor­vurfe gemacht werden, befindet sich der Verkauf eines Be­ittums im Werte von zwei Millionen.

Die Kaiserin und die Straußwerferin. Eines oft ge­rügten Unfugs machte sich eine alte Dame schuldig, als die Kaiserin von Cadinen aus einen Ausflug nach Danzig und Langfuhr machte. In der Nähe der Silberhütte trat die Dame mit ihrer Enkelin auf den Wagen zu und warf einen Blumenstrauß in den kaiserlichen Wagen. Der Strauß wäre der Kaiserin ins Gesicht geflogen, wenn sie nicht die Hand schüßend vorgehalten hätte. Der Dame mit dem Finger drohend, fuhr die Kaiserin weiter. Die Polizei stellte sofort die Personalien der Blumenwerferin fest.

+ Dragas Schwestern als Studentinnen. Die Schwestern Der Königin Draga werden sich, wie aus Genf gemeldet wird, m nächsten Semester an der dortigen Universität immatrifu ieren lassen. Von der beabsichtigten Vorlesungstournee der inen von ihnen über den Belgrader Königsmord berichteten vir schon.

Die Einladungen zum deutschen Städtetag in Dres­den sind nunmehr an die Stadtvertretungen abgegangen. Eingeladen sind die 33 deutschen Städte mit über 100 000 Einwohnern, die 40 Städte mit 50 000 bis 100 000 Gin­wohnern und die 78 Städte mit 25 000 bis 50 000 Ein­wohnern. Jede Stadt mit weniger als 100 000 Einwoh­nern ist berechtigt, zwei Vertreter zu entsenden; die Städte mit mehr als 100 000 Einwohnern können für die ersten 100 000 Einwohner zwei und für jede ferneren angefange­nen 100 000 Einwohner je einen Vertreter entsenden.

Bunte Chronik. Die norwegische eiserne Bark Theo. bora" ist im atlantischen Ozean mit der ganzen Besazung untergegangen.

Russisches Abenteuer deutscher Militär- Luftschiffer. Bei der lezten Fahrt des Posener Militärballons Berson" sahen sich die in der Gondel befindlichen Offiziere durch die Windrichtung genötigt, die russische Grenze zu über­fliegen. Das wäre ihnen beinahe recht übel bekommen. Bei Skulst erhielten sie heftiges Feuer von russischen Grenzsoldaten die Kugeln pfiffen nur so um ihre Ohren

Lokales.

Gießen, 29. Juli 1903.

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** Ernannt wurde der Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht in Bußbach Kasper Wilh. Luther zum Amts­gerichtsdiener bei dem Amtsgericht in Darmstadt; der Vize= feldwebel Heinr. Frank( früher beim Bataillon in Buzbach) zum Amtsgerichtsdiener beim Amtsgericht in Buzbach.

- In Erfurt fiel das 40jährige Fräulein Starke einem Bustmorde zum Opfer. Sie wurde in der Nähe des Bahn. hofs von einem unbekannten Manne in ein Kornfeld ge schleppt und nach hartem Kampfe vergewaltigt und ge ötet. Vom Mörder hat man bisher keine Spur.

* Radrennen in Wißma r. Beim 15 Kilometer­Fahren errang Ph. Bauer- Gießen den ersten, L. Schmalz­Gießen den zweiten und Wilh. Hamel- Gießen den 3. Preis.

Auf dem Valnoise- Paß( französisches Departemen Savoyen) wurde in einer Höhe von 3527 Meter der Leich am des Professors an der Sorbonne Henry gefunden. De Belehrte ist vermutlich einem Herzschlag erlegen.

und sie sahen sich gezwungen, schleunigst zu landen. Die Soldaten umringten die Gondel und brachten dann die preußischen Offiziere zum Skulsker Kordon, wo sie vier Stunden warten mußten, bis der kommandierende Oberst mit zwei Offizieren anfam. Zwei Tage mußten die Herren in dessen Villa als Gefangene verweilen allerdings ein fideles Gefängnis, Kneiperei folgte auf Kneiperei- bis sie auf telegraphische Ordre vom Oberkommando zur Verneh­nung zum Bezirkschef nach Slupze gebracht und dann frei­gelassen wurden. Sie mußten nur ihr Ehrenwort jeben, daß sie keine Zeichnungen angefertigt hätten.

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** Der Gewerbeverein Gießen bielt gestern abend im Restaurant Bavaria( Feidel) seine diesjährige Ge­neralversammlung ab. Seit langen langen Jahren, so wurde von vielen alten Vereinsmitgliedern fonstatiert, war diese Versammlung einmal wieder angemessen zahlreich besucht. Der Vorsitzende, Herr Kommerzienrat Heyligenstaedt, erstattete in sehr eingehender Weise den Jahresbericht. Nach diesem ist das Leben im verflossenen Jahre ein interessantes und die Arbeit auf gewerblichem Gebiete eine umfangreiche gewesen. Die Vermögensverhältnisse sind wiederum bessere geworden und ein weiterer Ueberschuß ist auch im laufenden Vereinsjahr zu erhoffen. Besonders der Baufond zur Er­richtung einer neuen geräumigen Gewerbeschule hat eine sehr respettable Bahl aufzuweisen; es stehen jest rund 40000 Mart für diesen, hoffen wir in nicht allzuferner Zeit er­stehendem Bau zur Verfügung. Die Versammlung nahm mit Dant Kenntnis von dem Bericht. scheiden jedes Jahr 6 Mann aus dem Vorstand, welcher 18 Mitglieder umfaßt, aus. Wiedergewählt wurden: Kommerzienrat Heyligenstaedt, Direktor Bergen, Schuhmacher meister Karl Berg und Schreinermeister E. H. Müller; neu in den Vorstand traten ein: Spenglermeister Appel und Schreinermeister Emil Beil.- Die Anregung mehrerer Mitglieder, man solle doch öfters zusammenkommen, damit die Handwerker mehr den freien Gedankenaustausch pflegen fönnten, ist vom Vorstand mit Freuden aufgegriffen worden und machte er der Versammlung den Vorschlag, in den Monaten Oftober- März an jedem 1. Dienstag in der Bavaria" zu sog. Diskussionsabenden sich einzufinden. Die An­wesenden erklärten sich damit einverstanden. Herr Karl Berg berichtete furz über die zu gründende Genossenschafts- Bezugs­fasse; ferner wurde der diesjährige Berbandstag der deutschen Gewerbevereine, welcher in Mainz( verbunden mit einer Ausstellung), statifindet u. a. mehr noch in die Diskussion gezogen, so daß man nach Schluß der Versammlung sich sagte: es war wieder Leben unter den Handwerkern zu ver­spüren, möge es immer so sein!

[ Der Prinz- Regent von Bayern als Autler.] Das Automobil muß eine mächtige Anziehungskraft befizen: selbst der greise Prinzregent Luitpold hat seine ausgesprochene Ab­neigung gegen den Automobilsport auf Zureden seiner Um­gebung nicht nur überwunden, sondern ist jetzt ein eifriger Autler geworden. Vor einigen Tagen bestieg der Regent in Schloß Wildenwarth zum erstenmale ein Automobil, um in Gesellschaft des Herzogs von Calabrien einen mehr­stündigen Ausflug zu unternehmen. Schon bei dieser Ge­Tegenheit animierte der greise Regent den Chauffeur zu einer recht flotten Fahrt. Jetzt macht der Prinzregent mit Vor­liebe Automobilausflüge.

Werft- Wachthunde. Nach dem Vorbilde der Werft in Wilhelmshaven sind nunmehr auch auf der kaiserlichen Werft in Tanzig für den Nachtpostendienst Wachthunde ein­geführt worden. Die Posten werden von der für diesen Zweck verstärkten Werftfeuerwehr gestellt und erhalten zur eigenen Sicherheit einen besonders dressierten Wachthund. Nach der Vorschrift ist der mit Maulforb versehene, an der Reine zu führende und nach vergeblichem Halt!"- Ruf auf die verdächtige Person zu hezzen.

Die aute Tat" der Anarchisten. Die Köln. Volks­zeitung" veröffentlicht zur Erklärung, weshalb einer ihrer Berichte aus Rom über die Trauerfeierlichkeiten au Ehren

[ Wenn man leichtsinnig wettet.] Ueber eine seltsame Wette wird aus Ostpreußen berichtet. Der bäuerliche Besizer Dumat aus Kullmen konnte sich beim Viehhandel um einige Stück Rindvieh mit dem Händler Bader nicht über den Preis einigen. Bader behauptete, auf dem nächsten Jahr­markt so viel Vieh für 27 Mk. pro Centner dem Besitzer Dumat liefern zu können, als dieser nur abnehmen könne. Dumat glaubte ihm das nicht und wollte ihn durch eine Wette hineinlegen. Die Verabredung wurde schriftlich festgelegt und von jedem 1000 Mt. zur Sicherstellung bei einem Un­parteiischen eingezahlt. Kurz vor dem Jahrmarkte erhielt nun Dumat die Aufforderung, sich mit mindestens 15 000 Mark zu versehen, da das Vieh zur Abnahme bereit stehen werde. Da war nun Holland in Not. Es wurden deshalb Verhandlungen angeknüpft, um die Wette rückgängig zu machen, was auch ohne Hilfe der Gerichte durch Vermitte­lung eines Rechtsanwalts gelang. Man einigte sich dahin, daß der unterliegende Teil, also der Besizer D. seinem Kon­trahenten 500 Mark zahlte und nun nicht eine Menge Vieh unnüt anfaufen brauchte.

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Von der Staatsanwaltschaft Gießen werden st e d brieflich verfolgt: Dienstmagd Katharina Rockel aus Eichelheim wegen Betrugs'; Arbeiter Fat. Schulz aus Stock­stadt wegen Diebstahls und Unterschlagung und Guilelmo Righe aus Verona wegen Diebstahls.

[ Ansichtskarten- Epidemie auf dem Nürnberger Turn­fest. Nächst den Bierbrauern, die über den mächtigen Durst der deutschen Turner allen Grund zur Freude hatten, haben die Jünger Jahns die Reichspost in Nahrung gesetzt. Nicht weniger als 187 000 Ansichtspostkarten wurden allein auf dem Festplatz am Montag, Dienstag und Mittwoch_ge= schrieben. Das macht für die Post an drei Tagen eine Ein­nahme von 10 000 Mart, da eine beträchtliche Rabl der

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*

Gepachtet wurde von der Deninghof- Brauerei Gießen das Gasthaus zur Gerste" in Rockenberg. Die Uebergabe erfolgt am 1. Januar 1904. Der Pachtpreis beträgt 1600 Mt.

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* Ueber den Schlaf der Schulkinder wurde eine wertvolle Untersuchung angestellt. Man fand die alte Erscheinung bestätigt, daß Schulkindern ein langer Schlaf notwendig ist; unter denjenigen Kindern, die zu wenig schlafen, fommen 25 Prozent mehr Krankheiten vor. Ansicht der mit dieser Untersuchung betrauten Aerzte zufolge, sollen Kinder von 4 Jahren im Durchschnitt 12 Stunden schlafen, Kinder von 7 Jahren 11 Stunden, 9jährige 10 Stunden, 12-14jährige 9-10 Stunden, junge Leute von 14-21 Jahren 8-9 Stunden. Bu kurzer Schlaf wird häufig die Ursache von Blutarmut, Bleichsucht 2c.

Alle Numm

19 95

75 1075 91

2012 62 68

711 86 912 64 848 930 600 10 37

*** Krofdorf, 26. Juli. von Herrn Wilhelm Bender dahier geleitete zahlreich besuchte Unterrichtskursus in Vereinfachter Stenographie( System Stolze- Schrey) fand heute durch ein Preisschreiben seinen Abschluß. Die besten Arbeiten wurden von den Herren Roland Lichtenthäler, Albert

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34 56 983

85 861 89

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