Ausgabe 
29.4.1903 Zweites Blatt
 
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Nr. 99

Zweites Blatt.

Jahres ist die Stbonnementeprets: in Gießen, abgeholt monatli 50 Bfg.,

Annahme erfolgt auf u Ründigungsfrist gege art. Die näheren& Ten fich unter Beibrin erige Beschäftigung&

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' s Haus gebracht 60 Bfg., durch die Boft bezogen viertel­jabrlie M. 1.50.

Bratiebeilagen: Oberhefftische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obf- und Gartenbau, sowie die Gießener Settenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nagmittage

Mt. bis 30 Mt. grahmen bis 30 Mr. oc- u.Rosshar­n allerbilligst berbetten .bis 32 Mr.

Riffen

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wärts.

Mittwoch, den 29. April 1903.

Gießener

12. Jahrgang.

Insertionsprei di Die einspaltige Petitzeile für Gießen wk ganz Oberbeffen, die reise Weylar und Marburg 10 Pfa fenfit 15 Bfg. Steklamen die Betttseile 30 resp. 40

Boftzeitungsliste No. 209.

Redaktion und Expedition: Gießen Rexenweg Serafpresesidiuh Mr, 808.

Nenelle Nachrichten

( Gießener Tageblatt)

Anabhängige Tageszeitung

( Gießener Zeitung)

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.

Hus dem Gerichtsfaal.

8 Wegen versuchter Verhinderung einer firch: lichen Handlung wurde der 28jährige Erdarbeiter Schu­bert aus Sengenfeld im Voigtlande von der Straffammer in Plauen zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Sch. hatte gelegentlich seiner Trauung in der Kirche zu Blahn bei Lengenfeld dem Geistlichen auf dessen Worte: ,, Nun fiicet nieder!" entgegnet: Nieder knie ich nicht!" Nur burch die Tränen und Bitten seiner Eltern konnte er schließlich zum Nachgeben bewogen werden. Der Pfar­rer, welcher sich inzwischen in gerechter Entrüstung über den wohl noch nie dagewesenen Vorfall vom Altar ent­fernt hatte, wurde wieder herbeigeholt, worauf die kirch­liche Handlung ohne weitere Etörung zu Ende geführt wurde.

§ Ein Ehedrama fand in Wien durch die Verurteilung des Maurers Franz Drzazga wegen Totschlag seiner Frau zu 6 Jahren schweren Sterfers seinen Schlußakt. Drzazga war nach zweijähriger Ehe von seiner Frau verlassen worden, wie sie erzählte, weil er dem Trunke ergeben war und sie prügelte, nach seiner Aussage, veil sie ihm untreu war und er sie schon mit anderen Männern ertappt habe. Der Angeklagte lauerte seiner Frau am 30. Juli vorigen Jahres aus, näherte sich ihr in scheinbar versöhnlicher Stimmung, verlangte einen Kuß und stieß ihr, in dem Augenblicke, als sie sich von ihm umarmen ließ, ein Küchenmesser in die Brust. Die Frau schrie auf und flüchtete, er hielt sie fest, stach sie ein zveites Mal in die Brust und versetzte ihr, während sie um ihr Leben kämpfte, noch fünf Etiche in den Arm. Dann warf er das Messer von sich und ließ sich festneh­men. Die Frau starb erst drei Wochen später an einer Brustfellentzündung.

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Vermischtes.

gen Advokaten des Ortes einen Streif, indem sie erklär ten, durch den zu frühen Anfang des Gerichtstages der morgendlichen Radtour beraubt zu werden. Infolge da­von setzte das Gericht den Beginn der Rechtsverhandlungen eine Stunde später an, ausgenommen an Regentagen. Hu moristisch in seiner Weise kann auch der Scharfrichterstreif in dem chinesischen Kanton aufgefaßt werden. Diese not­wendigen Werkzeuge der Gerechtigkeit behaupteten, daß 500 Cash( anderthalb Francs) für eine Köpfung zu wenig seien, zumal der Geschäftsgang sehr zu wünschen übrig lasse. Die Behörden bedauerten dann, durch die Leere der öffentlichen Kassen an einer entsprechenden Lohnausbesse­rung gehindert zu sein, versprachen aber huldvollst, für stärkeren Geschäftsaufschwung Sorge zu tragen. Aber der originellste Streik von allen war doch die Arbeitsnie­derlegung der Bettler in der russisch- polnischen Stadt Sie­radz. Die dort als Fachverein" organisierten Bettler zo­gen jeden Freitag morgen von Haus zu Haus und holten sich einen polnischen Groschen, der dem alten Zweipfennig­stück entspricht. Eines Tages war der Groschen den Bett­lern nicht genug: sie blieben aus und an ihrer statt er­schien eine Erklärung, daß sie fünftig für den Besuch zwei Groschen haben wollten, anderenfalls würden sie aus­wandern. Furchtbare Drohung!

[ Die Früchte der Methode Haefeler.] Von der Art und Weise, wie der neuernannte, Feldmar­schall Graf Haefeler seine Soldaten erzieht, wird eine lehr­reiche Anekdote berichtet. Sein größtes Augenmerk ist da­rauf gerichtet, bie jungen Soldaten nach ihrem Dienst­eintritt zu denkenden Menschen zu erziehen, die mit Ueber­legung die Befehle ausführen, und nicht nur dem toten Buchstaben nach, mechanisch. So sagte der Kommandie­rende einst zu einem Dragoner: ,, Reiten Sie nach jener Höhe dort, wo der Baum steht, und kommen Sie dann hierher zurück." Einen Augenblick zauderte der Mann, denn er war sonst gewohnt, einen bestimmten Auftrag zu erhalten. Bekomme ich keinen Auftrag, Exzellenz?" fragte er schließlich. ,, Tun Sie, was ich Ihnen gesagt habe," war die kurze Antwort. Nach etwa zwanzig Mi­nuten kehrte der Mann zurück. Sind Sie auf der Höhe gewesen?" 3u Befehl, Exzellenz."- ,, Was für ein Baum steht dort?"- ,, Das weiß ich nicht, Exzellenz." Die Stirne des Kommandierenden furchte sich. Mehr miß­mutig als ärgerlich sagte er: Ich hatte Ihnen absichtlich feinen besonderen Auftrag gegeben! Wenn ich sage: ,, Rei­ten Sie nach dem Baum", so ist es selbstverständlich, daß man sich ihn ansieht." Darauf zog der Reitersmann einen Zweig aus dem Stiefelschaft und sagte: ,, Da ich den Baum nicht fannte, habe ich dieses mitgebracht, Exzellenz!" Man kann sich die Erheiterung der Umstehenden denken; aber auch der Kommandierende lachte herzlich. ,, Famos, mein Sohn, es ist ein Birnbaum," sagte er und gab dem über­raschten und erfreuten Meldereiter einen Taler.

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[ Eine eigentümliche Rückkehr von Haustieren zur Wildheit] wird aus Patagonien berichtet. Vor einiger Jahren ließ man zur Unterſtüßung der Hirten beim Hü­ten der Herden schottische Schäferhunde dorthin kommen. Die Tiere waren gutmütig, vortrefflich dressiert und sehr gelehrig, so daß eine Zeitlang alles in befriedigender Weise verlief. Neuerdings aber erheben die patagonischen Hirten laute Klagen, indem die Schäferhunde die Herden, statt zu schüßen, auffressen. Die Hirten haben im Laufe der Zeit zahlreiche Nachkömmlinge der Hunde im Dickicht sich selbst überlassen; die Hunde wuchsen heran und vermehrten sich, wurden aber wegen Mangels an Zucht durch den Menschen wieder wild und beanspruchen daher auf die Herden die gleichen Rechte wie dieser. Sie fallen, sobald sie hungrig find, über das Weidevieh her, zu welchem Zwecke sie sich zu Banden vereinigen und förmliche Jagden abhalten.

**[ Auch eine Flucht in die Oeffentlichkeit.] Traurige Familienverhältnisse werden zur öffentlichen Kenntnis gebracht durch ein Inserat, welches wir in dem in Merseburg erscheinenden ,, Korrespondenten" fin­ben; dasselbe hat folgenden Wortlaut: Meinen Freun den und Bekannten zur Nachricht, daß mein Sohn mich, sowie seinen Bruder und seine Schwester öfters mit Totschlag bedroht hat und jetzt sogar einen Mordversuch an mir ausführte. Um Unheil zu verhüten, verlege ich meine Wohnung von Neumarkt 53 nach dem Neumarkt 34. Gustav Händler sen., Handelsmann." Hoffentlich fin­bet die begrängte Familie durch diese ,, Flucht in die Des­fentlichkeit" in dem neuen Heim die er ehnte Ruhe!

[ Auch ein Grund.] Karlchen, der nach den Oster­ferien das stolze Amt eines Aufpassers in der Klasse übertragen bekommen hat, tommt nach Hause und erzählt stolz, daß er seinen besten Freund, den kleinen Ball, heute an die Tafel geschrieben habe. Mutter( vorwurfsvoll): ,, Aber sage mal, Karlchen, deinen besten Freund? Was hat er denn getan?"- Garnichts, Mamachen. Aber weißt du, Ball kann ich schon gut schreiben."

$[ Der Rehbock im Schulzimmer.] Dieser Tage stat­tete in Wachtendonk im Kreise Geldern ein stattlicher Rehbock, der, wahrscheinlich vom Wissensdrang durchdrun­gen, sich einmal unter den Menschen umsehen wollte, der Unterklasse der dortigen Volksschule einen Besuch ab. In frohen Sprüngen eilte er durch die Gassen des Ortes, sprang durch das geöffnete Fenster in das mit Kindern ge­füllte Schullokal und betrachtete sich vom Katheder aus die erstaunte und erfreute Schülerschar. Indes fühlte er sich auf dem Siz des Lehrers nicht lange heimisch, und furz entschlossen suchte er auf demselben Wege, wie er die Schule betreten, wieder das Weite.

[ Sonderbare Strife.] In dieser Zeit ernsthafter und tragischer Lohnlämpfe ist vielleicht die Erwähnung harmiloserer Arbe terausstände am Play. Die französische Stadt Alençon besitzt in ihrer Umgebung vortreffliche Radfahrerwege, und infolge davon oraanisierten die iun­

tommt; sie bedeuten: Jch will etteten." Die Sujudge endlich, die zweimal wiederholt werden und zwar ,, staccato", melden einen Edelmann, eine Edeldame, einen indischen Nabob, einen russischen Großfürsten u. s. w. und wollen sagen: Deffnet schnell, ich erweise Euch eine große Ehre, indem ich Euch besuche."

[ Der verbannte deutsche Speisezettel.] Anläßlich des jüngsten Geburtstages des Großherzogs Friedrich Franz des Vierten von Mecklenburg- Schwerin fand dieser Tage im Schweriner Schlosse ein Festessen statt. Während nun der Herzog Johann Albrecht gelegentlich seiner vierjäh­rigen Regentschaft die deutsche Sprache auf den Speise­zetteln zu ihrem Rechte kommen ließ, wurde unter der jezigen Regierung der französische Speisezettel wieder ein­geführt.

[ Tolstoi als Götc.] Graf Leo Tolstoi, der sich wieder recht wohl befindet, erzählte nach der Nowɔje Wremja" türzlich am Whiſttisch, wie er neugierigen Amerikanern, die ihn ,, in Augenschein nehmen wollten", während seines Aufenthaltes in der Kerim recht übel mitgespielt hat. Ein reicher Amerikaner war mit einer großen Reisegesellschaft auf einer eigenen Jacht angekommen und bat um die Er­laubnis, den Grafen sehen zu dürfen, und sei es auch nur, indem die ganze Gesellschaft an dessen Veranda vor­beidefilierte. Am festgesezten Tage saß Tolstoi wie eiu buddhaistisches Göbenbild auf dem Balkon, und die Ame­rifaner zogen im Gänsemarsch vorüber. Alles ging prɔ­grammmäßig, bis eine Dame, die letzte in der Reihe, plößlich stehen blieb und verzückt ausrief: Leo Tolstoi, Leo Tolstoi, alle Ihre Werke haben einen ungeheuren Eindruck auf mein Leben gemacht, am besten gefiel mir ein, ein, ein" Sie kam nicht auf den Titel, und Tolstoi, der die Ueberzeugung hatte, daß sie von seinen Werken auch nicht ein einziges fannte, machte sich den Spaß und soufflierte: ,, Die toten Seelen"( bekanntlich ein Werk von Gogol). Ach ja, ja, Leo Tolstoi, ach ja, gerade das meine ich," schrie die verzückte Amerikanerin und ging mit den anderen weiter.

)[ Das Lächeln der Königin.] Die englischen Misses und die Mistresses hören in lezter Zeit alle Bemerkungen, die man in ihrer Gegenwart über das Wetter, über das neueste Buch, über den neuesten Klatsch, macht, mit einem unwandelbaren, gleichsam festgefrorenen Lächeln an. Das kommt daher, daß sie sich krampshaft bemühen, der Köni­gin Alexandra nachzuahmen, die im Rufe steht, das be­zauberndste anmutig- melancholische Lächeln, das je das Gesicht einer Frau verklärt hat, zu besitzen. Es kommt aber noch besser! Selbst in den unbedeutendsten englischen Marktflecken findet man jetzt Schönheitsprofessoren, die für eine halbe Krone das Lächeln der Königin lehren. Sie wenden sich besonders an die Ladies", aber die ,, Gentlemen" sind nicht ausgeschlossen. Lassen Sie nur die beiden Mundwinkel etwas schlaff und sanft fallen geben Sie Ihrem ganzen Gesicht einen etwas melancho­lischen Ausdruck Gut so Jezt haben Sie das Lächeln

der Königin"

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[ Modetollheiten in San Domingo,] der Mulatten­republik, in der gegenwärtig der furchtbare Bürger­frieg tobt, werden in einem Newyorker Blatt überaus humoristisch geschildert. Mag eine Negerin über einen ,, Teint" verfügen, der es an Tiefe wie an Glanzlich­tern mit einem frisch gewichsten Stiefel aufnahm, so ward dieser Teint doch unbarmherzig mit einer träf­tigen Lage weißen Puders zugedeckt. Verleiht die allzu­reichliche Anwendung des Puders schon dem Gesicht einer weißen Frau ein starres Aussehen, so erscheinen berart gepuderte Negerfragen geradezu leichenhaft. Bei ber Affenliebe, welche die Mulattinnen ihren Kindern entgegenbringen, muß es als selbstverständlich er­scheinen, daß auch die dominikanischen Babies bei der allgemeinen Puderei ihren Anteil erhalten. Derselbe er­streckt sich aber nur über das Gesicht, und da die Ju­gend von Santo Domingɔ bis etwa zum fünften Le­bensjahre sich des beneidenswerten Vorrechtes erfreut, splitternackt umherlaufen zu dürfen, so steht die Er­scheinung eines derartigen dunkelhäutigen, nur im Ge­sicht gepuderten Dreikäsehochs an humoristischer Wir­tung derjenigen seiner getünchten Mutter keineswegs nach, sondern übertrifft sie noch, wenn an Stelle des bei uns üblichen Zulps ein irgendwo ausgelesener Zi­garrenstummel tritt, dem der dominikanische Däumling mächtige Rauchwolken entlockt.

[ Die Sprache des Türklopfers.] Viele der bekann­ten Londoner ,, Einfamilienhäuser" so schreibt ein dor­tiges Blatt haben sich noch den alten Türhammer be­wahrt, und infolge einer eigenartigen Klopssprache können die Bewohner des Hauses sofort wissen, wer Einlaß begehrt. Die Hammerschläge werden genau gezählt; wer den Tür­hammer einmal zu wenig in Bewegung setzt, obwohl er seiner gesellschaftlichen Stellung nach, auf mehr Schläge Anspruch hat, degradiert sich selbst, und, umgekehrt, gilt es als eine Usurpation und als eine Taktlosigkeit, wenn man den Hammer häufiger niederfallen läßt, als man darf. Ein Hammerschlag meldet den Milchmann, den Kohlen­mann, einen Diener des Hauses, einen Bettler, er bedeutet: Ich möchte gern eintreten." Zwei Schläge melden den Briefträger, einen Dienstmann oder irgend einen anderen Boten; sie wollen sagen, daß man feine Zeit hat, daß man geschäftlich kommt, und bedeuten: Ich muß ein­treten." Drei Schläge melden den Herrn oder die Herrin des Hauses oder Freunde der Familie; sie sagen mit ge­bieterischem Tone: ,, Deffnet! Vier Schläge hinterein­ander melden eine vornehme Person, die im Wagen an­

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Kurzes Allerlei. Die Tochter des berühmten Sioux­häuptlings American Horse hat vor kurzem in Newhort ihr Lehrerinnenexamen abgelegt. Bis zum Freiwerden einer Staatsstelle geht sie zu einer Quäterfamilie als Gou­bernante. Ihr Vater war seinerzeit ein gefürchteter Feind der ,, Blaßgesichter" und besitzt eine ansehnliche Sammlung von Skalps derselben.

- Die englische Flotte ist um ein Spezialschiff, den ,, Ed­gewater" vermehrt worden, das bestimmt ist, die Geschwa­ber mit Süßwasser zu versorgen. Das Schiff ist mit Appa­raten versehen, welche in 24 Stunden 225,000 Liter de­stilliertes Wasser produzieren können. Außerdem hat es hölzerne Wasserbehälter, welche 46,000 Liter fassen kön­

nen.

- Auf der Weltausstellung in St. Louis 1904 wird ein Riesenkäfig mit lebenden Vögeln ausgestellt werden, in welchem mit geringen Ausnahmen alle Vogelarten der ganzen Welt lebend vorgeführt werden. Dieser Riesen­täfig ist 200 Fuß lang und hat die Form eines Hauses. Im Innern des Käfigs befinden sich Wasserbehälter, Bäume, Strauchwerf, Springbrunnen.

Kunft und Wissenschaft.

FV. Prähistorische Grabstätte. Professor Warren Mo­rehead, Kurator der archäologischen Abteilung der Phi­lips- Akademie in Andover, Massachusetts, hat auf einer Farm in der Nähe von Hopkinsville, Kentucky, den Be­erdigungsplatz eines prähistorischen Volksstammes, der der ausgestorbenen Rasse der sogenannten Hügelbauer angehörte, entdeckt. Zehn menschliche Etelette, von de nen einige noch ziemlich gut erhalten waren, sind bereits von ihm ausgegraben worden. Die Etelette befanden sich in Behältern, die aus flachen Eteinen hergestellt waren, und in den Gräbern fand man steinerne Gefäße und Steinmesser. Sollten die weiteren Ausgrabungen er­geben, daß die Grabstätte von großem wissenschaftlichen Werte ist, werden sich Archäologen von der Hale- Uni­versität an den Nachforschungen beteiligen.