Ausgabe 
29.4.1903 Erstes Blatt
 
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3.

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Giessener Cagesneuigkeiten.

Gießen, 29. April 1905.

Der Großherzog hat die Ernennung des Ober­lehrers an der Realschule und dem Progymnasium zu Bingen Brofessor Gottfried Erdmann zum Oberlehrer an der Augustinerschule( Symnasium und Realschule) zu Friedberg zurückgenommen und beläßt denselben an seiner seitherigen Stelle.

Bezüglich der Pflicht des Lehrherrn, auf die Aus. bildung der Lehrlinge die nötige Sorgfalt zu verwenden, hat fürzlich eine Prüfungskommission eine beachtenswerte Ent­scheidung getroffen: Bei einem Innungsmeister hatte ein Lehrling eine vierjährige Lehrzeit absolviert, aber seine Ge­fellenprüfung vor der Prüfungs- Kommission der Innung nicht bestanden. Da vier Jahre die längste Dauer einer Lehr­zeit sind, mußte der Lehrling gleichwohl freigesprochen werden. An diese Freisprechung knüpfte jedoch die Innung die Be Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 9, dingung, daß der Lehrling noch ein halbes Jahr auf Kosten ausgegeben am 25. April enthält: Deffentliche Anerkennung seines bisherigen Lehrmeisters bei einem anderen Innungs­einer edlen Tat des Fährmann Heinrich Joseph Diederich meister nachzulernen und der frühere Lehrmeister dem Lehr­zu Mainz Bekanntmachung, die Ergebnisse aus der Rechling während der Nachlehrzeit monatlich 12 Mt. zu zahlen nung der Staatsschuldenverwaltung für das Etatsjahr habe. Die Innung nahm an, daß im vorliegenden Falle 1899/1900 betreffend. Vom 28. März 1903. Konkurrenz den Lehrmeister die Schuld dafür treffe, daß der Lehrling eröffnungen. Erledigt find u. a. eine mit einem ev. Lehrer die Prüfung nicht bestand; der Meister habe es bei der zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Dortel Ausbildung des Lehrlings an der nötigen Sorgfalt fehlen weil, Kr. Friedberg,( mit der Stelle ist die Hälfte des lassen. Die zuständige Handwerkskammer erkannte diesen Organistendienstes verbunden); die mit einem ev. Lehrer zu Beschluß als gerechtfertigt und gesetzlich zulässig an. beseßende Lehrersielle an der Gemeindeschule zu Stamm­beim, Kr. Friedberg( mit der Stelle ist die Hälfte des Drganistendienstes verbunden); die mit einem ev. Lehrer zu beseßende Lehrerſtelle an der Gemeindeschule zu Ripfelb, Kr. Lauterbach( mit der Stelle ist Organisten-, Kantor- und Leftordienst verbunden).

** Das Großh. Ministerium der Finanzen hat an die 8weite Ständefammer eine Dentschrift gerichtet, in welcher basselbe zu dem Antrag Molthan und Genossen, die Ein führung einer Warenhaus steuer in Hessen Stel­lung nimmt. Tie Aufgabe der Steuerbehörde fönnte es barnach nicht sein, den Betrieb eines an und für sich er­laubten Erwerbebetriebes unmöglich zu machen. Seitens der Regierung wird bezweifelt, ob aus den statistischen Fest stellungen irgend welche Art sichere Schlüsse hinsichtlich des Einflusses der großfapitalistisch n Unternehmungen auf die mittleren und fleinen Kleinhandwerksbetriebe gezogen werden fönnen. Die gemachten Erfahrungen und das Ergebnis der vorliegenden Feststellungen haben diese Auffassungen als richtig bestätigt. Gerade wegen der vielgestaltigen, in ihren Einzelwirkungen nicht erkennbaren Veranlassungen zu Ein­gehen von fleinen und mittleren Betrieben fann die Großh. Regierung einen erheblichen Wert bei der Beurteilung der der Frage, welchen Einfluß das Auftommen der Waren­häuser ausgeübt hat, nicht beimessen.

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Die erlassene Polizeiverordnung be­treffs des Abmelkens der Kühe welche zum Verkauf auf unsere Viehmärkte kommen, ruft die Erinnerung wach an den verstorbenen Polizeirat Fresenius der auf Betreiben des Vorstandes des Thierschutzvereins schon vor etwa 15 Jahren Die jetzt so vielfach angefochtene Polizeiverordnung erlassen wollte. Die Angelegenheit war bereits soweit gediehen, daß der Antrag an das Kreisamt zur Genehmigung gehen sollte, da erhielt der inzwischen auch verstorbene Landwirt S. auf irgend eine Weise Kenntniß von der Sache und begab sich auf das Polizeiamt wo er den Polizeirat mit den Worten begrüßte: Abber Harr Polizeirat wus mache se denn; mit die Milchverordnung, mache se' n den Viehmarkt in Gieße faput. Der alte erprobte Landwirth, der an der Sache gar fein persönliches Interesse hatte, sezte nunmehr dem Polizei rat F. die Gründe auseinander, die heute noch ebenso be­stehen wie vor 15 Jahren, die gegen die Ausführbarkeit der geplanten Maßregel sprachen. Der Polizeirat ließ den leb­haften alten S. ruhig ausreden und machte dann diesen darauf aufmerksam, daß der Vorstand des Thierschutz- Vereins nicht er etwa die Sache betreibe; das sind doch Gießer und die wolle doch nich den Markt caput machen, meinte S., und so war es auch, denn als der Polizeirat den Herren vom Tierschutz- Verein mitteilte, welche Ansicht der Praktikus S. über die Durchführbarkeit der Maßregel und deren Endergebniß falls es damit Ernst wird vor Augen führte, da war man sich bald einig, daß man den Markt nicht caput machen wollte und die geplante Polizei­Verordnung unterblieb.

Eisenbahnminister General Budde wurde als Leutnant im Gefecht bei Noiffeville 1870 schwer verwundet. Sein damaliger Bursche, der jetzige Zugführer Schwarz in Rassel, trug ihn mit einem Kameraden aus dem dichten Rugelregen heraus und pflegte ihn bis zu seiner Genesung. Das hat ihm Budde nicht vergessen. In der vorigen Woche beschied der Minister den Zugführer nach Bebra und nahm ihn in seinen Wagen mit bis Eichenberg, wobei allerlei Erinnerungen aus dem Soltatenleben ausge tauscht wurden. Beim Abschied schickte der Minister seinem ehemaligen Burschen einen Bokal mit silbernem Beschlag und der Widmung: Seinem treuen Kriegskameraden und Be­gleiter zur Erinnerung. Leutnant Minister Budde. Noisse­ville 1870. Rassel 1903.

Der Lehrermangel in Hessen wird deut­lich dadurch illustriert, daß die vor Ostern entlassenen Schul­amtskandidaten bereits sämtlich Verwendung gefunden haben, ja viele mußten noch im abgelaufenen Schuljahr verwandt werden, so hatten z. B. die Abiturienten von Alzey eher ihre Defrete als ihre Abgangszeugnisse. Vor einigen Jahren mußten die jungen Leute bis Sommer, oft bis Herbst warten. Auch diesmal fonnten nicht alle Lücken gefüllt, vielmehr mußten zahlreiche Neueinrichtungen von Schulstellen ver­schoben werden, sodaß Klassen mit über 100 Schüler durchaus teine Seltenheit sind. Erst in etwa 5 Jahren dürfte der Lehrermangel behoben sein, da man jezt auf den Seminaren Parallelklassen errichtet, eine solche besteht bereits in Friedberg mit 60 Schülern, in Alzey und Lich steht ihre Errichtung bevor. Dieses Jahr haben sich 200 junge Leute zum Eintritt in die drei Seminare gemeldet, sodaß biele zurücktreten mußten.

** Ueber Kartelle, Syndikate und Trusts sprach am Montag Abend Herr Dr. Stecker Buzbach im Nationalsozialen Verein. Nach dem sehr lehr reichen Vortrag fand noch eine geschlossene Versammlung statt, in welcher Beschlüsse über Stellungnahme für die be­vorstehenden Reichstagswahlen aufgestellt wurden.

Staatliche Juvalidenversicherung der Handwerker. Die Vorarbeiten für einen Gefeßentwurf, betr. die staatliche Invalidenversicherung der selbständigen Handwerker sind in vollem Gange. Unter dem Vorsiz des Reichstagsabgeordneten Euler ist eine Kommission aus den Vorständen verschiedener Handwerkskammern zusammengetreten, um die Grundzüge zu einem Gesezentwurf festzulegen. In der letzten Sitzung des Ausschusses des deutschen Handwerks und Gewerbefammer­Tages wurde dieser Entwurf eingehend beraten. Es wurde dabei beschlossen, daß die Fixierung der Beiträge und Renten sich nach dem Einkommen, das von dem Versicherten aus dem von ihm selbständig betriebenen Handwerke erzielt wird, richten soll. Die Durchführung der Versicherung soll durch die jetzt bestehenden Versicherungsanstalten, denen eine Ab­teilung für Handwerker angegliedert werden fönne, erfolgen. Dem neuen Reichstage wird seitens der Handwerkskammern bereits eine derartige Petition zugehen. Die Regierung steht der Frage sympatisch gegenüber.

** Wegen unberechtigter Führung des Meistertitels verurteilte am 1. April d. Js. das Mark Geldstrafe. Schöffengericht zu Trier einen dortigen Schuhmacher zu 30

-e Am gestrigen Abend wurde als Novität die 3aftige Operette von Alexander Landsberger Das süße Mädel" gegeben, ein wirklich erheiterndes so recht ins Leben eingrei­fendes Stück. Die Titelrolle war dem Frl. Stöger zu geteilt, welche dieselbe auch in recht ausdrucksvoller natür lichen Weise durchführte. Den Balduin Graf Lunburg gab Herr Bruck, welcher den auf der Bühne als natürlich er­scheinenden alten und doch noch verliebten Lebemann agirte, der mehrere Versuche macht noch junge Fräulein zu gewinnen und zwar auf recht possicliche Art. Der Neffe des Grafen ( Herr Sommer), die Nichte des Grafen( Frl. Schredt), und der drollige ehemalige Diener des lepteren, der sich aber später als Sohn entpuppte( Herr Gehring) ernteten wie auch Herr Nolte und Frl. Bartl reichen Beifall. Die ganze Regie war dieses Mal eine recht flotte, eine Wartezeit, wie man solche in den leßten vorhergehenden Abenden ver­schiedentlich hatte, war nicht zu verspüren.

** Es finden in diesem Jahre Uebungen der Gießener Freiwilligen Feuerwehr statt: 1) Montag, den 4. Mai, 2) Montag, den 25. Mai, 3) Montag, den 8. Juni, 4) Montag, den 22. Juni, 5) Montag, den 6. Juli, 6) Montag, den 27. Juli, 7) Donnerstag, den 13. August, 8) Montag, den 31. August, 9) Donnerstag, den 10. Septem ber 10) Montag, den 28. September Sämmtliche Uebungen beginnen präcis 81/2 Uhr.

** Der Verkauf der Thomas'schen Hof­caithe bestätigt sich. Herr Dachdeckermeister Carlé zahlte 36 000 mt.- Damit rücken die schon fürzlich gemachten Angaben, daß das alte Viertel am Neuenweg in nicht zu langer Zeit von der Bildfläche verschwindet und ein neues Wohn- und Geschäftsviertel dort entstehen wird, einen großen Schritt der Wirklichkeit näher.

Aus Hessen und nachbargebieten.

** Eine gute Praxis hat der Wunderdoktor" Müller in Biebrich. Vorgestern besuchten diesen wegen Kur­pfuscherei mehrfach vorbestraften Tagelöhner ca. 150 von denen, die nicht alle werden.

Butzbach, 28. April. Die Kaserne unseres Bataillons ist dem freien Verkehr wieder geöffnet. Außer dem einen Krankheitsfall hat sich nichts Verdächtiges mehr gezeigt.

* Wetzlar. Nach dem Verwaltungsbericht des Kreis­ausschusses hat der Kreis Wezlar einen Flächeninhalt von 530,92 Quadratkilometer, auf welchem nach der am 1 De.

zember 1900 stattgefundenen Zählungen in 11,150 Haus haltungen und Anstalten 54,075 Einwohnern leben. Dem Kreise gehören zwei Städte mit zusammen 10,390 Einwohnern meinden) mit 43,685 Seelen an. und 84 Landgemeinden( einschießlich fünf Fürstlicher Ge­

** Beltershain. Einem Meggergesellen, welcher mit der Bahn von hier nach Grünberg fuhr, wurde beim Hinaus sehen aus dem Coupefenster seine Kappe vom Wind entführt. Die Thür aufreißen, aus dem fahrenden Zuge springen und der Kopfbedeckung nacheilen, wurde im letzten Moment zum Glück vom Schaffner noch vereitelt. Im andern Falle wäre ein Unglücksfall wohl sicher gewesen. Wie unüberlegt doch manchmal Passagiere handeln, zeigt dieser Fall auf's Neue.

** Bensheim, 27. April. Heute Nachmittag starb nach längerem Leiden Herr Professor Kaufmann, Gymnasial­lehrer i. P. im 78. Lebensjahr. Der Verblichene war am 1. August 1825 zu Mainz geboren und 49 Jahre hier tätig. Nicht unerwähnt bleibe hier, daß Herr Prosessor Kaufmann ununterbrochen, also während seines 49 jährigen Hterseins, bei ein und demselben Hausherrn in Miete wohnte.

In Eberstadt wurde ein junger Mann verhaftet, der im Verdachte steht, die fürstlichen Scheunen in Brand gesteckt zu haben.

** Frankfurt a. M., 28. April. Im Hotel König von England" traf gestern ein Paar ein, das sich als Ehe­leute Fleckenstein in's Fremdenbuch eintrug. Heute Vor­mittag hörte man aus dem Zimmer der beiden Schüsse fallen, und als man eindrang, fand man das Paar blut­überströmt im Bett liegen. Der junge Mann, der 25jährige Sohn des Werkmeisters Fleckenstein dahier, war todt, die Frau durch einen Schuß in die Brust tödtlich verletzt. Die leztere ist die Frau des Fabrikarbeiters Heinemann dahier, bereits 6 Jahre verheiratet und Mutter von 2 Kindern. Ueber das Motiv der That weiß man noch nichts.

Mainz, 28. April. Die Aussperrung der Maurer ift heute Morgen perfekt geworden. Es werden davon etwa 600 Mann betroffen. Die Tagelöhner sollen so weit als möglich weiter beschäftigt werden. Die Aussperrung erfolgte, weil die Maurer über die Firma Gebr. Mertes wegen Wiedereinführung der Affordarbeit die Sperre verhängt hatten und der Aufforderung des Bauunternehmerverbandes, bei der genannten Firma gestern die Arbeit wieder aufzunehmen, nicht nachgekommen waren. Nach einer Mitteilung der Firma Gebr. Mertes haben die Maurer bei der Affordarbeit über 5 Mt. pro Tag verdient.

Aus dem Gerichtssaal. Straffammer sitzung.

Gießen, den 28. April 1903. Otto J. und Otto Sch. von Villingen sind der gefähr­lichen Körperverletzung mittels hinterlistischen Ueberfalls an­geflagt. Sie lauerten eines Abends dem Briefträger Döring von Laubach, welcher ist mit der früheren Geliebten des J. Verhältnis hat, auf und mißhandelten ihn derart, daß er das eine Auge verlor. J. als Anstifter erhält 2 Jahre Gefängnis, während Sch. mit 6 Monaten davonkommt.- Wilhelm H von Gießen, welcher sich arbeits- und ob dachlos in hiesiger Stadt herumtrieb, nahm aus einem Ar­beiterhäuschen, wo ei nähtigte, einige Kleidungsstücke mit. Wegen Diebstahls wird er, unter Einbeziehung einer früher erkannten Strafe, zu 5 Wochen Gefängnis verurteilt. Der 18 jährige Gewerb schüler Heinrich H. von Ober­Sorg entwendete in einem Lehrsaale zu Alsfeld einigen seiner Kameraden mittels falscher Schlüssel verschiedene Schul­utensilien. Da das Gericht schweren Diebstahl in drei Fällen annimmt, wird troß der Jugend und seitherigen guten Führung des Angeklagten, auf 5 Monate Gefängnis erfannt.

Dachdeckermeister Heinrich M. von Alsfeld, welcher an der Bahnstation Zell sich den Anordnungen des Stations­verwalters widersetzte und gegen einen Weichensteller tätlich wurde, sodaß dieser im Laufe der Rauferei einen komplizierten Beinbruch erlitt, und vom Alsfelder Schöffengericht wegen Körperverlegung in eine Gefängnisstrafe von 5 Wochen ge­nommen. Die von dem Angeklagten wegen Strafhöhe ein­gelegte Berufung wird heute fostenpflichtig zurückgewiesen. Den Schluß bildet eine durch Vergleich sich erledigende Privatflagesache.

Neueste Nachrichten.

Januar durch einen noch nicht aufgeklärten Unglücksfall ums Sangershausen, 28. April. Die Wittwe des am 27. auf Schloß Stolberg von einem Sohne entbunden worden. Leben gekommenen Fürsten Stolberg- Stolberg ist heute Nacht

Madrid, 28. April. Nach Meldungen aus Medilla hat Bu Hamara die Kabylenstämme zu einem 8uge gegen Fez aufgefordert.- In Tetuan sind drei jüdische Kauf­leute von den Benider Kabylen er mordet worden.

Marseille, 28. April. Vor dem hiesigen Kapuziner­floster kam es heute zu Kundgebungen und Zusammenstößen mit der Polizei. Das Polizeigebäude wurde von der Menge mit Steinen bombardiert. Die Polizei gab mehrere Schüsse in die Luft ab und säuberte dann die Straßen. Im Kloster haben sich viele Personen verschanzt.

Litterarisches.

Die Frage, wo und wann das höchst organisierte Lebewesen in Gegensatz zu seinen förperlich fast gleich gestalteten, aber heute geistig weit unter ihm stehenden tierischen Verwandten getreten ist, beginnt Prof. Klaatsch in den jetzt zur Ausgabe gelangten Lieferungen 29 und 30 bon, Weltall und Menschheit" Geschichte der Erforschung der Natur und der Verwer­tung der Naturfräfte im Dienste der Völker ( Deutsches Verlagshaus Bong& Co., Berlin,) zu erörtern. Der ausgezeichnete Anthropolog hat damit ein Gebiet betreten, das unbedingt die schwierigste Materie innerhalb der vorgeschichtlichen Forschung bezw. der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Menschen­geschlechtes darstellt. Er bietet gerade in dem neuen Abschnitt eine Fülle wertvoller Anregungen für Gelehrte und Laien und es ist dabei doppelt erfreulich, daß er in der namentlich von Häckel bis in die neuste Zeit hinein mit großem Eifer verteidigten Frage der unmittelbaren Abstammung des Menschen vom Affen mit bis an Schroffheit grenzendem Freimut als scharfer Gegner der unzweifelhaften Jerlehre des Jenenser Gelehrten

auftritt.

Marktbericht.

Frankfurter Hen- und Strohmarkt vom 29. April. Heu per Zentner Mt. 3.00-3.50, Stroh per Bentner Mt. 1.90 2.20.

Druck und Verlag der Gießener Verlagsbruderet, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1873); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen.