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Der Privatbeamten ftand.

Von einem Geschäftsmann wird uns geschrieben: Die bielfachen Klagen, die zur Weihnachtszeit über den Geschenk­aufwand der Geschäfte für die Gratifikation der Angestellten laut werden, mögen vielleicht insofern berechtigt sein, als die einmalige jährliche Ausgabe tatsächlich) den Ausgabenetat des letzten Jahresmonats stark belastet. Ein umsichtiger Kaufmann falfuliert indessen die Weihnachtsgratififationen in sein Budget hinein, und ein ordnungsliebender Angestellter rechnet auch mit der Weihnachtseinnahme, wie mit einem stehenden Posten. Aber vielleicht ist gerade die Firierung des Weihnachtsgeschenks verfehlt. Am zweckmäßigsten wäre cine relative Bemessung der Gratifikationen nach Ausstellung der Jahresbilanz. Allerdings verliert dadurch die gnaden­bringende und segenspendende Weihnachtszeit einen Teil ihres Zaubers. Auch diese Entweihung, wenn man die Beseitigung der Weihnachtsgratififation so bezeichnen dari, könnte un­gangen werden, wenn die Weihnachtsgretifikation lediglich als eine abschlägliche Beteiligung an dem Jahresgewinn ge­rabrt würde und die endgültige relative Entlohning je nac dem Geschäftestande dann bis zur Ermittelung des Gewinn. iontos verschoben würde. Jeder erfahrene Geschäftsmann nid zugeben, da gerade die Pr patangestellten durch Pünkt­ichkeit, Gewissenhaftigkeit, Zuvorkommenheit gegen das Publi­fum einen großen Einfluß auf die Gewinnerfolge eines Ge­schäftes ausüben. Demgemäß sollte ein gewissenhafter Ge­schäftsmann auch seiner getreuen Mitarbeiter durch Grati­fitationen in Form eines Rechtsanspruches und nicht in Form eines Geschenkes gedenken.

Diesen dankenswerten Ausführungen eines unserer Leser möchten wir von unserer Seite noch anfügen, daß der Privat­beamtenstand nicht nur in seiner privatwirtschaftlichen, sondern auch in seiner sozialen Bedeutung vielfach nicht genügend ge­würdigt wird. Er hat eine ganze Bevölkerungsschicht abge löst, die untersten Stufen der selbständigen Eristenzen, und vertritt dabei vielfach noch, wenn man den kaufmännischen Stand in Betracht zieht, das fulturell fortgeschrittene Ele­ment. Neuerdings hat sich ein Teil der Kaufmannschaft, wie es auf dem Frankfurter Arbeiterfongreß geschehen ist, auch noch in Reih und Glied mit der Arbeiterschaft gestellt, der ihre Sozialen Eristenzbedingungen auch ähnlich sind. Denn die Arbeiter sowohl wie auch die kaufmännischen Angestellten sind abhängig von dem Betrieb. Ihre Eristenz hängt in einem, wie in dem anderen Falle von der Zufrieden­heit des Geschäftsinhabers und von dem Fortgang des Ge schäftes ab. Indem nun der Privatbeamtenstand sich sozial den gleichwertigen Schichten anschließt, ermöglicht er die Konsolidation eines neuen Mittelstandes und schafft für dessen Weiterentwickelung die notwendigen Verbindungen namentlich auf dem Gebiete der Sicherstellung gegen die Gefahren des Wirtschaftslebens und durch den sachgemäßen Ausbau der theoretischen Ausbildung. Wenn die zu den gebildeten Kreisen zählenden Privatangestellten hierin die Führung übernehmen, dann dienen sie nicht nur den eigenen Interessen, sondern auch dem sozialen Frieden und der nationalen Wohlfahrt..

Die Politik.

& Sensationsblätter wußten kürzlich von einer geheimen Kabinettsorder des Kaisers zu berichten, die furz nach dem Bilseprozeß ergangen sein sollte. Jetzt will ein Wiener Blatt sogar näheres über den Inhalt der Order wissen. Es erklärt, sie behandle vorwiegend den zunehmenden Lurus im Offizierkorps, den Fall Bilse und die Soldatenmißhand­lungen. Der Kaiser mache es den Kommandeuren der Truppenteile zur Pflicht, aufs strengste darauf zu achten, daß die Offiziere einen einfachen und soliden Lebenswandel führen, und daß ihre Ausgaben mit ihren Einnahmen im Einklang stehen. Ferner wünsche der Kaiser, daß den Offi­zieren in den kleinen Garnisonen Gelegenheit zu weiterer missenschaftlicher Ausbildung gegeben wird. Zum Schlusse befehle der Kaiser, daß die Kommandeure der Truppenteile ihm über alle zu ihrer Kenntnis gelangten Sol­datenmißhandlungen einen Immediatbericht einreichen. Wie unser CB.- Mitarbeiter an unterrichteter Stelle hört, ist diese ganze Kabinettsorder eine blanke Erfindung.

Frankreich.

Von ihrer Spionenfurcht werden die Franzosen wohl faum jemals geheilt werden, wenigstens nicht, wo Deutsche in Frage kommen. Schon wieder schreit man jenseits der Vo­gesen Zeter und Mordio über eine vermeintliche deutsche Spionage in den forsikanischen Häfen. Französische Blätter berichten: Neulich traf in Ajaccio ein deutscher Kapi­tän S. ein, der seine Jacht, flän 3 che n" mitgebracht hatte und vorgab, er wolle den Winter in Ajaccio zubringen. Nach­dem er an verschiedenen Stellen des Hafens Anker geworfen hatte, suchte er sich einen Platz hinter dem Hafendamme von Margonajo aus, ganz nahe dem Posten der beweglichen Küstenverteidigung. Es war leicht zu merken, daß Kapitän S. sich unseren Torpedobooten möglichst nähern wollte, um zu erfahren, was sich dort zutrug. Eines Tages ließ er sich bei dem Kommandanten der beweglichen Küstenverteidigung, Herrn Biard, anmelden, weil er ihn unter irgend einem Vorwande darum bitten wollte, seine Jacht neben den Tor­pedobooten anlegen zu lassen. Herr Biard, der das Treiben des Kapitäns S. schon selbst überwacht hatte, weigerte sich, ihn zu empfangen, und wieß ihn an, das Pflänzchen" von dem Ankerplak, den er eigenmächtig gewählt hatte, zu ent­fernen. Der Kapitän befolgte das Gebot nicht und unter­nimmt Fahrten und durchstreift den Golf nach allen Rich­tungen. Man glaubt, er nehme gegenwärtig Liefmessungen vor, und sucht ihn auf der Tat zu ertappen. Man wird ihn wohl nicht ertappen fönnen, einfach deshalb nicht, weil der Kapitän S. und sein Pflänzchen" zweifelsohne nur in der Phantasie französischer Deutschenfresser existieren.

Der Gouverneur von Kamerun beabsichtigt, im An­schluß an die Regierungsschule in Victoria eine Fortbildungs­schule einzurichten, in der begabte Farbige zwecks späteren Eintritts in den Gouvernementsdienst oder in den Dienst von Privatunternehmungen eine über den Lehrplan der Regierungsschulen hinausgehende Ausbildung erhalten fönnen.

Von einem neuen Erfolge der deutschen südwestafrika­nischen Schutztruppe gegenüber den Bondelzwarts berichtet eine Meldung des stellvertretenden Kommandeurs der Schutz­truppe, Techow. Danach haben Witbois unter dem Bezirks­amtmann von Burgsdorff am 10. Dezember den Eingeborenen am Südrand der Karasberge ein siegreiches Gefecht geliefert. Der Verlust auf deutscher Seite betrug an Eingeborenen drei Tote, zwei Verwundete.

A Bedauerlicherweise ist nun auch ein Versuch des be­kannten sächsischen Sozialpolitikers Geheimrats Boehmert, eine Beilegung des Crimmitschauer Weberstreiks herbeizu­führen, gescheitert. Die Arbeitgeber erklären, angesichts der Behandlung, die ihnen von einem Teil der Streifenden wider­fahren sei, fönnten sie an eine Wiedereinstellung dieser Ar­beiter nicht denken.

Die Einführung einer Staatsprüfung für Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen steht in Preußen nahe bevor. Da­mit wird eine Forderung erfüllt, die von ärztlicher Seite schon lange erhoben worden.

Oefterreich- Ungarn.

Balkan- Staaten.

In türkischen Regierungsfreisen herrscht wieder einmal große Besorgnis wegen des enfant terrible auf dem Balkan, Bulgariens. Die Pforte hat sich bei den Botschaf­tern über die mehr oder weniger offenen Kriegsbor= bereitungen Bulgariens und die ungenierte Pro­paganda der mazedonischen Agitatoren beschwert. Nun, die Besorgnis der Türfen ist unbegründet. Die Mächte werden schon darüber wachen, daß die Bulgaren keine dummen Streiche machen.

Der Mann der starken Hand", Graf Tisza, ist offen­bar entschlossen, der ungarischen Obstruktion den Daumen aufs Auge zu drücken. Im ungarischen Abgeordnetenhaus richtete er an die Obstruktionsparteien einen flammenden Appell: Mit Rücksicht auf die Lage des Landes, auf die Vorgänge auf dem Balkan, auf die vielen Tausende von Familien, deren Väter und Söhne länger als nötig bei der Fahne bleiben müssen, weil die Bewilligung des Refrutenfontingents von der Obstruktion bisher verhindert worden ist, sollte die Ob­struktion den verhängnisvollen und aussichtslosen Kampf aufgeben. Die Regierung wolle noch einige Tage warten, dann aber, wenn auch blutenden Herzens, mit allen ihr 311 Gebote stehenden Mitteln dem Willen der Mehrheit Gel­tung verschaffen. Man kann es Tisza nicht verargen, wenn er sich und den Staat von einer kleinen Gruppe verbissener Fanatiker nicht zum Narren halten lassen will.

Hof und Gesellschaft.

Die Bescherung am Kaiserhofe fand in der üblichen Form statt. Für den Kaiser, die Kaiserin und jedes ihrer anwesenden Kinder( einzig Prinz Adalbert weilt fern von seinen Eltern in Ostasien) war je ein Baum aufgestellt. Der Bescherung in der Familie ging die des Hofstaats und der Hofbediensteten voran. Der Kaiser wohnte außerdem mit seinen Söhnen der Bescherungsfeier im Lehr- Infanterie­Bataillon bei. Der Monarch erfreute bei dieser Gelegen­heit die Leute, die keinen oder wenig Zuschuß von Hause haben, mit einem Geldgeschenk. Auch auf der Schloßwache war der Kaiser bei der Bescherung zugegen.

Heer und flotte.

Die Gründung eines neuen Spielhauses in Neutr Moresnet soll nach Aachener Mitteilungen von einer Pari Gesellschaft beabsichtigt sein. Die Unternehmer sollen den Ausgang der Verhandlungen gegen die Mitglieder aufgehobenen Spielklubs abwarten, um danach ihre B fichtsmaßnahmen zu treffen. Die Nachricht klingt sehr wahrscheinlich, da sowohl Preußen wie Belgien die schärfe Maßnahmen gegen die Einschleppung der Spielseuche it die Enklave getroffen haben.

Die Macht des Gewissens. Vor einiger Zeit wurde in Oberwiesenthal der Fabrikant Horder aus Frankfurt a. R ermordet und beraubt aufgefunden. Die Nachforschungen nach dem Mörder waren bisher erfolglos. Jetzt hat eine Bauerntochter, von Gewissensbissen geplagt, bei der Gen darmerie die Anzeige gemacht, daß ihr Geliebter, ein Maurer, den Raubmord verübt hat.

Raubanfall auf einen Geldbriefträger. Im Dorse Studzienna bei Ratibor überfiel ein Sohn des Hauptlehrers Wiesner den Briefträger Bend mit einer Art und nahm ihm die Tasche mit 200 Mark ab. Der Täter ist verhaftet und in Gefängnis von Ratibor eingeliefert worden.

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Rätselhafter Fund. In Wien verhaftete man den Tape zierergehilfen Blaschek wegen verdächtigen Brillantenber kaufs. Er gestand, im Sommer in der Reparaturwerkstätt des Westbahnhofs im Postambulanzwagen hinter einer au zubessernden Siulchne einen Postkarton mit Brillanten ge funden zu haben. Wahrscheinlich hatte ein Postdieb ihn don verstedt. Fine Postsendung der Wiener Juwelierfirma Lad mann an einen Goldschmied in Köln mit mehr als 300 Brillanten war auf unerflärliche Weise verloren gegangen.

Ein besonderes Exerzierreglement für Luftschiffer ist soeben ausgegeben worden, das sich in dem Teile über die Aus­bildung zu Fuß genau dem Exerzier- Reglement für die In­fanterie anlehnt, während die Ausbildung der Mannschaften der Bespannungsabteilung nach den Bestimmungen des Erer­zier- Reglements für den Train erfolgt. Das Exerzieren zu Fuß ist auf dasjenige Maß beschränkt, das für die Aus­bildung des einzelnen Mannes, zur Festigung der Manns­zucht, für die Anforderungen des Garnisondienstes und der Parade notwendig ist. Das Gefecht zu Fuß ist unter dem Gesichtspunkte zu üben, daß im allgemeinen der Luftschiffer zum Kampf mit der Handfeuerwaffe nur zum Zwecke der Selbstverteidigung, der Verteidigung des Ballons und der Fahrzeuge schreiten wird. Mit Rücksicht auf diese einfachen Aufgaben der Taktik schließt die infanteristische Ausbildung der Luftschiffer in der Kompagnie ab; diese ist nur in zwei Züge eingeteilt, die, mit sieben Schritten Abstand hinter­einander aufgestellt, die Zugkolonne bilden. Ihre haupt­sächlichste Tätigkeit findet aber die Luftschiffertruppe in der Handhabung des Ballons, welche durch das Ballon- Ererzieren eingeübt wird; dabei ist das Reglement für den Drachen­ballon als Jesselballon entworfen, während der Kugelballon in der Regel als Freiballon Verwendung findet, welcher im Reglement auch kurz behandelt wird. Die Ausbildung er folgt im einzelnen wie in der Abteilung ohne Bespannung; der bespannten Abteilung ist ebenso wie der Tätigkeit im Feld- und Festungsfrieg ein besonderer Teil gewidmet. Im Kriege ist der Ballon ein Werkzeug der Aufklärung in der Hand der höhern Truppenführung und ergänzt die auf klärende Tätigkeit der übrigen Waffen. Die Organisation und Ausrüstung einer Luftschiffer- Abteilung ist ähnlich einer Feldbatterie derart beschaffen, daß sie jederzeit in der Lage ist, einen Drachenballon als Fesselballon in kürzester Frist aufsteigen zu lassen, wobei sämtliche Gaswagen, zwölf an der Zahl, durch Verbindungsschläuche untereinander verbunden, gleichzeitig wie ein Gasometer in Tätigkeit gesetzt werden können, was für das Begegnungsgefecht von besonderer Wichtigkeit ist. Ein Ersatz des Gases der Feld- Luftschiffer Abteilung geschieht durch Umtausch der Behälter bei den besonders mitgeführten Gaskolommen.

Nab und fern.

Die Rache des Entlassenen. Ein verabschiedeter frog tischer Diener des deutschen dieformers im türkischen Wham miniftrium, des Sektionschefs v. Elterlein, brod in belia Webmung zu Konstantinopel nächtlicherweise ein. In Asch und das Stubenmädchen, die ihm entgegentraten redte er mit Revolverschüssen nieder. Die Köchin ist to as Stubenmädchen schwer verletzt. Der Mörder, der auer Wahrscheinlichkeit nach auf den Sektionschef selbe ubgesehen hatte, entfam.

Durch drahtlose Telegraphie gerettet wurde der hol­ländische Dampfer Kroonland". Er befand sich auf dem Wege von Antwerpen nach Newport. als er westlich vom Leuchtturm auf dem Fastnetfelsen, einer Klippe an der Süd­küste Irlands, das Steuerruder verlor und infolgedessen seine Reise aufgeben mußte. Glücklicherweise war das Schif mit Apparaten für drahtlose Telegraphie ausgerüstet, und so konnte der Kapitän den Unfall dem Agenten der Linie in Antwerpen, mitteilen. Außerdem waren die Passagiere in die Lage versetzt, an ihre Angehörigen Mitteilungen ergehen zu laffen, um sie über ihre Sicherheit zu beruhigen.

+ Erkrankung durch Austerngift. In letzter Zeit häufen sich die Fälle, in denen durch den Genuß von Auſtern föd liche Vergiftungen hervorgerufen werden. Jetzt wieder wird von einem traurigen Vorkommnis dieser Art berichtet. Der Marquis Alois de Bona in Zara sandte an seine Verwandten und Freunde Austern zum Geschenke. Alle Personen, die von diesen Austern genossen, sind nach dem Genusse derselben schwer erkrankt. Die Frau de Bonas ist bereits gestorben. Die Aerzte schreiben die Erkrankungen dem Genusse von Austerngift zu.

Eisenbahnkatastrophe. Die Unglücksserie auf den ame­rikanischen Bahnen ist noch immer nicht abgeschlossen. Schon wieder kommt die Nachricht von einer furchtbaren Katastrovbe. Ein Schnellzug der Baltimore and Chio Railroad ist acht Meilen westlich von Connellsville( Pensylvanien) auf ein Stapel Bauholz aufgelaufen. Dabei wurden 35 Personen getötet infolge Verbrühung durch den aus der zertrümmerten Lokomotive ausströmenden Dampf. Zwanzig Personen wurden verlegt.

Ein kritischer Moment. Eine aufregende Szene spielte sich in Sarajewo( Bosnien) ab. Ein plötzlich wahnsinnig gewordener Mohammedaner namens Zikmanovitsch eilte mit gezücktem Messer durch die Straßen der Stadt, überfiel hinterrücks einen einheimischen Kaufmann und dann einen 14jährigen Knaben und verletzte beide durch Messerstiche lebensgefährlich. Zikmanovitsch machte dann noch den Ver­such, einen in der Tür seines Geschäfts stehenden Fellhändler niederzustechen. In dem kritischen Moment kam die Musik des Infanterieregiments Nr. 38 des Weges. Der Regiments­tambour Dvoracek erkannte sofort die Gefahr, in welcher die Passanten schwebten, ließ die Musik aufmarschieren, das Seitengewehr ziehen und den Totschläger, welcher die Flucht ergreifen wollte, im Laufschritt verfolgen und umzingeln Bifmanovitsch wurde überwältigt, gebunden und der Polizei übergeben.

Rückwanderung aus den Vereinigten Staaten. Eine Rückwanderungsbewegung, wie sie kaum je zuvor zu ver zeichnen war, hat sich in letzter Zeit aus den Vereinigten Staaten von Nordamerika bemerkbar gemacht. Tausende vor Arbeitern kehren, hauptsächlich wegen Mangel an Beschäft gung, jetzt zurück. Die Anzahl der in diesem Herbst zurüc gefehrten Arbeiter soll jene des letzten Jahres um das Dor pelte übersteigen und soll bereits etwa 30 000 3wischendeck passagiere allein von Newyork die Rückreise angetrete haben. Besonders die nach den Mittelmeerhäfen abgehende Dampfer sind regelmäßig in den Zwischendecksräumen vol und jeder Dampfer läßt Hunderte von Arbeitern zur Be förderung mit nachfolgenden Tampfern zurück.

Bunte Chronik. Auf der Insel Rügen sind im Jahre 1902 nicht weniger als 1243 Krenzottern gefangen worden, wofür der Kreis 621,50 Marf Fanggeld bezahlt hat. Die größte Brutstätte der Kreuzottern ist die Schabe.

- Baron Erland Nordenskjöld wird seine Expedition nach Bern und Bolivia am 6. Januar von Southampton aus antreten. Er wird den Bea über Panama nehmen. Mitte R- bruar in der Hauptstadt Polivias. Vavaz, anfommten und and now dort aus teine Streitzüge um den Titikafatce umet­

Das Neuefte aus den Witzblättern. Ueberraschende Eröffnung. Räube: Geld oder Leben!" Angefallener: Nehmen Sie, bitte, das Leben, ich wollte mich nämlich so wie so gerade an dem Afte hier aufhängen."

Hus dem Gerichtsfaal.

§ Ein Wucherprozeß. Von dem Leipziger Schwurgericht wurde im Prozesse gegen Rechtsanwalt Dr. Werthauer wegen Meineids und Beihilfe zum Wucher, sowie gegen die Kauf Teute Ossipowitsch und Strauß wegen Wuchers das Urteil gesprochen. Rechtsanwalt Dr. Werthauer wurde freige sprochen; Ossipowitsch und Strauß wurden zu je sechs Mo naten Gefängnis und je 3000 Mark Geldstrafe verurteilt. Die Gefängnisstrafe ist durch die Untersuchungshaft für ver büßt erachtet. Die Kosten des Verfahrens trägt die Staats­kasse.

§ Wegen Herausforderung zum Zweikampfe mit tödlichen Waffen wurde der Leutnant d. R. Heinicke des 5. Infanterie­regiments Nr. 104 vom Kriegsgericht der 40. Division in Chemnitz zu einem Monat Festungshaft verurteilt. Wegen des gleichen Vergehens verurteilte das nämliche Gericht den Rechtsanwalt und Leutnant d. R. Beukes in Auerbach zu einem Tage und den Regierungsassessor Oberleutnant d. R. Schmidt in Auerbach wegen Startelltragens zu einem Tage Festungshaft.

§ Der Rächer seiner Ehre. Das Schwurgericht zu Heil­bronn sprach den Zimmermann Monmönzing aus Weins­berg, der den Verführer seiner Frau, einen Schuhmacher, beim sträflichen Verkehr betroffen und durch zwei Schüsse lebensgefährlich verletzt hatte, frei.

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