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Vereinigt haben sich die 4 hiesigen Wohl­thätigkeitsvereine, der Hessische Waisenschutz, der Fechtverband Gießen- Lahr, die Contentia und der Eitherklub, dahin, daß wenn einer von diesen Vereinen ein Fest hat, tein anderer von den genannten Vereinen zu gleichem Zwecke seine Mit glieder zusammenruft. Ja, man hat sich noch weiter vereint und will die größeren Feste gemeinschaftlich abhalten; es wird dadurch ein weit größerer Ueberschuß für Ver­wendung an unsere Stadtarmen erzielt werden können. Eins von diesen Festen soll für den August auf der Schönen Aussicht schon vorgesehen sein. Wie uns weiter berichtet wird was wir aber noch in Zweifel ziehen möchten sollen sämtliche Festlichkeiten dieser Vereine auf der " Schönen Aussi ht" abgehalten werden.

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Der Festzug beim deutschen Bundesschießen. Die Vorbereitungen für das deutsche Bundesschießen in Hannover find in vollem Gange. Die Stadtverwaltung und die Han­noverschen Schüßengesellschaften, die Bürgerschaft und die Studenten der beiden Hochschulen, die sämtlichen Innungen, die Sportvereine, Turner und viele andere Rorporationen haben sich zusammengethan, um das Bundesschießen auch äußerlich so glänzend wie möglich zu gestalten. Einen neuen Beweis dafür liefern die von allen Seiten fommenden An­meldungen zum großen Feftzuge beim Bundesschießen, der bom deutschen Kronprinzen, dem hohen Protektor des Bundes­schießen, persönlich abgenommen und in seiner abwechslungs­reichen, buntbewegten Gestaltung die Festzüge in den an­deren Städten übertreffen soll. Das Programm dazu ist Folgendes: Erste Hauptgruppe: Wagen mit dem Pundesbanner und berittenen althannoverschen Schützen. 8weite Gruppve: Heinrich der Löwe, umgeben von Bogenschüßen und Reisigen, die den in Brand geschossenen, von den hannove shen Spartanern" hartnäckig verteidigten Döhrener Turm bestürmen. Armbrustschüßen, die ein Schüßenfest aus dem 14. Jahrhundert darstellen und denen in einem blumenbekränzten Rosenmontagswagen holde Schüß­bamen folgen. Ein Jagdzug aus der Beit des 17. Jahr hunderts schließt sich an. Dritte Gruppe: Ein wunder­boll komponierter Wagen der Gartenkunst. Wagen der Haupt nnd Residenzstadt, auf dem vor dem großen Stadt thor, über dem der rote Löwe die Branken hebt, flankiert von kraftstroßenden Wappenhaltern, die stolze Hannovera thront. Zwei Wagen der technischen und tierärztlichen Hoch­schule, originell mit Szenen aus dem früheren und jebigen Studentenleben, begleitet von den Verbindungen in vollem Wichs, zu Fuß und hoch zu Roß. Dem herrlichen Brunt­wagen der Kunst und des Kunstgewerbes folgen die Innungen in historischen Trachten mit den Fahnen und allerlei charakteristischen Emblemen. Vierte Gruppe: Wagen der Sänger, sinnreich und vornehm geschmückt, darauf Orpheus, dem selbst die wilden Tiere gebannt lauschen. Wagen der Turner mit Vater Jahns Kolossalbüfte, um­geben von Turnern und der wehrhaften Jugend, Lützowschen Jägern. Wagen des Alpenvereins mit veritabler Schutz­hütte, tannenumrauscht, im Hintergrunde ein blauweiß­schimmender Gletscher, im Vordergrund zitherspielende Sennerinnen, tanzende Buas und Madel, umgeben von Ge­birgsschüßen, Steigern, Bergfroglern, Touristen. Die Kolo­nialgesellschaft arrangiert eine Szene aus dem Jägerleben in ben Tropen, vielleicht mit Büff lochsen, Kameelen oder einem gezähmten Raubtier in der Mitte Ebenso charakteristisch

Oppenheim Worms. diesjährigen Gießer allein, wie vorstehe n, fie ist auch in d gewefen; z. B. Garbenteich, den 3. Preis ein Arbeit n in Burkhardsf r in Pirmasens, isfirchen, den 8. Bre und den 9. Preis jen verweifen wir c

Aus Heffen und Nachbargebieten.

-i- Rodheim a. d. Bieber, 26. März. Die fino matographischen Aufführungen des deutschen Flottenvereins, welche gestern und heute hier stattfanden, haben die Erwartungen weit übertroffen. Die beiden Abendvorstellungen waren in der That bis auf den legten Blaz besetzt. Die stehenden Bilder zeigten die Entwickelung der Schiffsbaukunft bom altgermanischen Raubboot bis zum modernen Panzerschiff. Die übrigen in drei Gruppen vor­geführten lebenden Bilder brachten Szenen aus allen Ge­bieten des Seelebens, heitere und ernste Bilder aus dem Leben der Matrosen, Heimkehr der Chinatruppen und vor allem eine sehr instruftive Uebersicht über Deutschlands Kriegs- und Handele flotte. Durch eine Ansprache und ein zelne Erläuterungen wurden die Buschauer über Zweck und Bedeutung der deutschen Flotte aufgeklärt. Die Schüler, welche bei dem herrlichen Frühlingswetter selbst aus den entlegenen Orten am Dünsberg herbeigeeilt waren trugen unter Musitbekleidung ein für diesen Tag eingeübten drei­stimmigen Schülerchor: Deutsches Flaggenlied" vor, welches von ungeheurer Wirkung war, wie überhaupt auch alle Vor­führungen unter den exakten Tönen der hier rühmlichst be fannten Artilleriefapelle einen mächtigen Eindruck machten.

r Krumbach, 26. März. Die behördliche Bestätigung unseres neugewählten Bürgermeisters, Herrn Krauskopf ist in diesen Tagen hier eingetroffen. So haben wir einen neuen Pfarrer, neuen Bürgermeister erhalten und mit dem 1. April erhalten wir auch einen neuen Lehrer. Darum , Glückauf" der Gemeinde Krumbach.

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Unterseibertenrod. Am Sonntag fand hier, die von dem hiesigen Kriegerverein veranstaltete Abendunter­haltung statt. Zur Vorführung gelangten Bilder aus dem Kriege 1870/71. Der B such war recht zahlreich und ein jeder verließ nach Beendigung der Vorstellungen das Lokal mit dem Bewußtsein, heitere Stunden verlebt zu haben.

Unterseibertenrod.( Heimgeleuchtet.) Nach oben­besagter Abendunterhaltung fam es noch zu einem orginellen Zwischenfall. Einige Herren hatten sich zusammengefunden um bei einem Glas Bier die Freuden eines gemütlichen Beisammensein zu genießen, als auf einmal ein Fremder in weinseligem, oder vielmehr in bier- resp. schnapsseligem Zustand eintrat und ein über's andermal ausrief:" Das war recht, naut wie fest of die Franzose!" Er redete sich in einen solchen Eifer hinein, daß es ihm auf einmal eigentümlich in der Hand zuckte und zu gleicher Zeit ein Herr der Gesell­schaft laut aufschrie. Er war nämlich mit der Hand des Fremden in unangenehme Berührung gekommen. Kurz be­sonnen legte dieser auch gleich Proben seiner Zärtlichkeit ab, so daß um die Augen des Fremden Regenbogenfarben er­schienen und die Ohren ihre seitherige Farbe mit einem flammenden Rot vertauschten. Hierauf begleitete er ihn bis vor die Thür und kehrte zur Gesellschaft zurück, der andere aber machte sich wutschnaubend auf den Heim veg, doch: Wem das Herz so fümmelschwer,

Dem ist so schwer das Reisen." Der Alkohol war stärker als er und zwang ihn ein wenig zu rasten. Zum Unglück fam noch das Sandmännchen und streute ihm den Schlaf in die Augen, daß er zum Tode matt einschlief und schlief bis ihn die ersten Strahlen der Sonne weckten. In feuchtfröhlicher Stimmung und mit entblößtem Haupte vollendete er dann endlich den Heimweg. Vor seinem Heimatorte macht er noch einmal Kehrt, hebt die Fäuste gegen den Himmel und schwört Rache temjenigen, der ihm so arg heimgeleuchtet.

** Darmstadt. Der englische Generalkonsul in Buda­

werden die Feſtwagen der Ruderer und Regler sein. pest, Herbert, wurde zum englischen Geschäftsträger in

Die Radler lassen auch ihre Musik auf Tricykles fahren. Der Wagen der vereinigten Brauereien bildet den feucht­fröhlichen Schluß. Zwischen den einzelnen Gruppen mar­schieren die deutschen Schüßen, von denen viele ihre eigenen Musikkorps und aus einigen Städten sogar schöne Bannerwagen mitbringen.

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[ Viehmarktbericht.] Auf dem vorgestrigen Bangviehmarkt ware eine Auffahrt von ca. 200 Dhsen zu v rzeichnen. Das Geschäft wickelte sich sehr glatt ab. Schwere Ware wurde für oberhessische Hofgüter angekauft, während der Vorrat von Mittelschlag nach dem Siegerland Nhmer fand. Bezahlt wurden pro Paar I Sorte 800 bis 870 Mart, einzelne schwere Paare auch bis 900 Mark. II Sorte 700-775 Mart. III Sorte 640-680 Mark. Der Schweinem arft hatte einen Auftrieb von 600-700 Stüd. Obgleich der Handel langsam voran ging, blieben doch die Preise für die verschiedenen Gattungen die der letzten Märkte. Als nächste Marktage sind der 21. und 22. April d. J. vorgesehen, am zweiten Tage ist auch Krämermarkt.

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Mainz, 26. März. Hier und in der Umgegend wurden in diesen Tagen die ersten Spargeln gestochen.

** In einer Hadernsortieranstalt in Haßfurt fand ein Mädchen beim Sortieren von Lumpen in der Tasche eines Rockes eine Geldbörse mit über 200 Mt.

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Aus Rheinhessen, 26. März. In Uffhofen brach beim Seilhupfen plöglich ein junges Mädchen zusammen und starb alebald.

2. nass Wahlkreise den Landtagsabgeordneten Landgerichtsrat > Wiesbaden, 26. z. Das Centrum stellt im Imwalle als Reichstagskandidaten auf.

Aus dem Gerichtssaal.

Schöffengericht.

Aus der Beweisaufnahme ergiebt sich, daß der Angeklagte, welcher wegen Ruhestörung nachts angehalten und nach dem Namen gefragt werden mußte, gegen den Schuhmann thätlich geworden war und mit Totstechen bedroht hatte. Nur dem sehr ruhigen und geschickten Benehmen des Schußmanns ist es wohl zu verdanken, daß sich G. nicht schwerer verging. Das Urteil lautet auf 5 Wochen Gefängnis. Der Korbs macher Wilhelm K. von Gießen ist wegen Diebstahls ange­flagt. Er ist geftändig und erhält zu der fürzlich gegen ihn wegen Körperverlegung erkannten Gefängnisstrafe von sechs Wochen einen Zusatz von einer Woche. Gegen die Frizz W. Ehefrau in Gießen war Anklage erhoben wegen Körper­verlegung, begangen dadurch, daß sie einem Pflegkinde, das ihr anvertraut war, nicht die erforderliche Nahrung gewährt hätte, sodaß das Kind in einen elenden Bustand geraten sei. Die Angeklagte behauptet, das Kind sei frank gewesen und ihre Schuldigkeit gethan zu haben. Nach der Vernehmung von Beugen und 3 Sachverständigen, beantragt der Ver­treter der Staatsanwaltschaft eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Das Gericht spricht die Angeklagte frei.- Die Kommis Heinrich G., Karl R. und Karl B. von Gießen haben sich wegen Sachbeschädigung zu verantworten. Sie sind geständig und fommen deshalb mit Geldstrafen von 100 Mt. bezw. 60 Mt. davon. Der Landwirt Johannes R. von Rödgen hatte sich zu einer Beleidigung des Straßen­warts Jost hinreißen lassen und erhält dafür 5 Mt. Geld­strafe. Auch wird dem Straßenwart die Befugnis zuge­sprochen, das Urteil an die Ortstafel in Rödgen zu hängen, Der Ge weil die Beleidigung öffentlich geschehen war. müsehändler Karl Sch. und seine Ehefrau nehmen auf der Anklagebant Plaz. Nich der Anklage sollen sie beide zwei Gendarmen beleidigt haben. Aus der Beweisaufnahme er­giebt sich, daß sich die Angeklagten nicht weniger, wie an ständig benommen und ihre Zungen nicht im Baume behalten hatten. Nach dem Urteil muß dies der Mann mit 40 Mr. Gelbstrafe und die Frau mit 20 Mt. Geldstrafe büßen. Den beleidigten Beamten wird die Befugnis zugesprochen, das Urteil zu veröffentlichen.

Der erheblich vorbestrafte Schuhmacher Ludwig G. von Gießen hat sich wegen Widerstands und Bedrohung zu ver­ant porten. Er will von der Hauptsache nichts wissen und versucht, den Schußmann als unglaubwürdig hin zu stellen.

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Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde.

In der Stadtkirche.

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Judica. Sonntag, den 29. März. Gottesdienst.

Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Scheunemann. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markus­gemeinde. Pfarrer Scheunemann.

Abends 6 Uhr: Siebe Johannesfirche.

In der Johanneskirche.

Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Euler.

Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukas­gemeinde. Pfarrer Euler.

Abends 6 Uhr: Pfarrassistent Vogt.

Mittwoch den 1. April, abends 6 Uhr 6. Passions­andacht. Pfarrer Euler.

Nächstfolgenden Sonntag, Palmarum den 5. April wird der Landes- Buß- und Bettag gefeiert, dabei wird eine Kol­lette zum Besten hessischer evangelischer Gemeinden in katho­lischer Umgebung erhoben werden.

Am Sonntag Palmarum wird Beichte und heiliges Abendmahl für die Lutas- und Johannesgemein e im Abendgottesdienste gehalten. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Batholische Gemeinde. Samstag, den 28 März.

Rachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegen­

heit zur heil. Beicht. Samstag Nachmittag und Abend und Sonntag Vormittag wird ein fremder Priester Beicht hören.

Sonntag, den 29. März. Palmsonntag. Feier des Großen Gebetes". Vormittags von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. Aussetzung des Allerheiligsten. Beginn der Betstunden.

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um 8 Uhr: Die zweite hl. Messe.

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um 10 Uhr: Die dritte hl. Messe.

Die Betstunden werden ununterbrochen von 7 Uhr vor­mittags bis 6 Uhr nachmittags gehalten. Die legte Bet­stunde ist nachmittags um 5 Uhr. Darauf feierlicher Schluß des Großen Gebetes mit Te Deum. Mittwoch Abend um 6 Uhr: Fastenandacht. Freitag Abend um 6 Uhr ist Mutter- Gottes- Andacht. Druck und Verlag der Gießener Verlagsorud eret, für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Logis zu vermieten, 2 bis 3 Zimmer, Küche, Anteil am Garten Schiffenbergerthal 63.

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