Einzelbild herunterladen

schreibt ein Teilnehmer an einer Gesellschaftsreise nach St. Pierre sucht man sich erst ein wenig zu orientieren. Nach Bildern, die man im Gedächtnisse behalten hat, findet man die ,, Distillerie", die Hauptkirche, das Thea­ter, den Regierungspalast, endlich das hochliegende Ge­fängnis wieder, in dessen unterirdischem Raume der einzige Ueberlebende drei Schreckenstage mitgemacht hat, ohne freilich über das Wüten der Elemente, die ihn umtosten, sich irgendwie Rechnung geben zu können. Der begreifliche Wunsch, diesen durch Menschenmacht zum Tode Verurteilten und von der Gottheit so seltsam Ver­schonten zu sehen, ist leider unerfüllbar geworden, denn wenige Tage vor unserer Ankunft wurde er in das Zentralbecken aller Seltsamkeiten zu Barnum und Bai­ley verschifft. Uebrigens wurde uns versichert, daß der Mann vollkommen geistesgestört sei und absolut keine Erinnerung bewahrt habe.

Je weiter man in die Stadt hineinschreitet, desto be­klommener wird man. Während im europäischen Pom­peji Kunstschäße aller Art, gut erhaltene Bauten, Bä­der, ja selbst Reste von Gartenanlagen das Auge er= freuen, die Phantasie beflügeln, reihen sich hier Trüm­mer an Trümmer, abwechslungsreich höchstens durch den Grad der Zerstörung, di Epuren jener vereinigten Ge­walten, welche schwererplatten, Eisenkonstruktio nen, festgemauerte Türme wein Kinderspielzeug zu knicken vermochten. Einzig und allein die Funde, welche auf diesem Felde noch immer in großer Zahl zu machen sind, gestatten einen Rückschluß auf die hier zerstörte Kultur. Metallenes Geräte liegt herum, ausgeglüht, aller Farbe beraubt, wie denn überhaupt, mit Ausnahme eini­ger Glasscherben, nichts, aber auch gar nichts den gan­zen Landstrich entlang Spuren von Farbe zeigt. Dieses fahle Grau, an den Rand eines strahlenden Blau ge­jeßt, wirkt auch im vollsten Sonnenlichte niederdrückend.

Aber selbst diese Wanderung unter Trümmern und Ruinen ist einer traurigen Eteigerung fähig. Die Ruinen reichen nur bis zum Ufer eines Flusses, der sich tief unten in die Explosionsstoffe sein Bett gegraben hat. Jen­seit des Flusses liegt ein ganzer Stadtteil mit etwa 18000 Menschen vollkommen unter Asche, Schlamm und Lava begraben- der blühendste Stadtteil überdies, die Wohnstätte der Reichen. Stellenweise klingt es unheimlich hohl, sowie man über diese Strecke wandert. Die rissige Oberfläche öffnet sich hier und dort zu fußbreiten Spal­ten. Von hier aus überblickt man bis an die Grenze ber Rauchwolken hinan das ganze Gebiet der Explosion. Mit all den tausend grotesken Formationen, wie sie für bulkanische Lava so charakteristisch sein können, dehnt sich bis an das andere Ende des Meeres hin unabsehbar, in starrer Gleichförmigkeit zum Gipfel ansteigend, diese Einöde hin.

Dreht man sich wieder den Ruinen des offenen Stadtteiles zu, so fühlt man selbst beim Anblicke dieser Trümmer eine Art Erleichterung. Es ist doch etwas wenigstens, was von vergangenem Leben zeugt, und man sehnt sich, je weiter man gegen die Lavaabstürze vorzubringen sucht, unwillkürlich nach der Ruinenstadt zurück. An jener Grenze, welche man angesichts der fortgesetten Tätigkeit des Vulkans ohne ernstliche Ge­fahr nicht mehr überschreiten kann, machen wir Halt, um nach allen Seiten hin von der Höhe herab das Bild auf uns wirken zu lassen. Da und dort hantieren Neger mit Schaufel und Spaten, um vor den Augen der Be­sucher neue Schäße der Erinnerung aus dem Boden zu ziehen. Ueber uns pafft der Vulkan unermüdlich seine Wolken aus; ab und zu streicht uns der Wind einen ſtickigen Schwefelhauch entgegen. Die Schatten ver­längern sich und graben sich ordentlich in die Lava­falten, Blöcke, Türme und Abgründe ein. Aber eine leichte Wendung des Kopfes genügt, um auf das strah­lende Meer zu blicken, das so ungeheuer friedlich da­liegt, als hätte es niemals sein Teil an all den Vers wüstungen gehabt.

Nab und Fern.

Julius Lohmeyer f. Ein Freund der deutschen Jugend ift dahingegangen: Im Alter von 67 Jahren verschied zu Berlin der Schriftsteller Julius Lohmeyer, in dessen Mustrierter Zeitschrift Deutsche Jugend" deutsche Kin­ber- und Jünglingsherzen seit Jahren einen reichen Quell der Erfrischung und Belehrung gefunden haben. Außer seinen zahlreichen Kinder- und Jugendschriften gab der unermüdlich tätige Mann auch Reihe von Gedichten heraus und trat außer dem auch noch auf politischem Gebiete schriftstellerisch hervor. Hier vertrat er eine über dem Parteigebiete ste­hende ideale nationaldeutsche Richtung.

cine

Die brave Tat eines deutschen Seemannes im Auslande ist jetzt vom Kaiser mit der Rettungsmedaille belohnt worden. Gelegentlich des Aufenthaltes unseres Schulschiffs Charlotte" im Hafen von Horta auf Fahal, Ende Februar d. J., kenterte während der Nacht eine von dem Bootsmann Uz gesteuerte und mit zwei Schiffsjungen bemannte Jolle. Es gelang Up, unter Einsetzung des eige nen Lebens, die beiden des Schwimmens unkundigen Schiffsjungen den Wogen zu entreißen und dem Rettungs­tahn zuzuführen. Vom König von Portugal war Uz schon durch Verleihung einer silbernen Verdienstmedaille ausge­zeichnet worden.

::: Ein gefährliches Liebesverhältnis hatte der junge Hausdiener Gausche in Berlin mit einem 31jährigen Frl. v. Lühmann angeknüpft. Seine ,, Braut" machte auf ihn aus Eifersucht einen Mordversuch, doch ging die Kugel, die sie ihm zugedacht hatte, fehl. Frl. v. Lühmann ist allem Anschein nach geistig nicht recht zu­rechnungsfähig, sonst wäre es auch wohl nicht zu er­klären, wie die hochgebildete, aus einer angesehenen adligen Familie stammende Dame sich mit einem Haus­biener einlassen konnte. Frl. v. Lühmann, die in Polizei­haft genommen wurde, war bis vor kurzem Schwester bom Roten Kreuz.

(-) Eine furchtbare Heuschredenplage hat einen gro­ßen Teil des russischen Transkaspigebietes befallen. Be­reits seit mehreren Wochen führen drei Bataillone Sol­daten in Gemeinschaft mit der Bevölkerung einen energi­schen Kampf gegen den Feind; obgleich unglaubliche Men­gen von Heuschrecken, die ganze Eisenbahnwagen füllen würden, getötet werden, will die schwere Plage nicht abnehmen. In vielen Fällen haben sich nämlich die Soldaten wegen Mangels an Geräten auf die pri­mitivste Art der Vertilgung beschränken müssen: eine

große Landparzelle wurde umstellt; dann wurden die Heuschrecken mit Ruten auf einen Haufen zusammenge­trieben und mit den Füßen zerstampft. In den letzten Tagen hat man zu einem anderen Kampfesmittel ge­griffen. Es wurden tiefe Gräben gezogen; darauf um­kreisten die Soldaten mit Ketten und Stricken ein grö­Beres Stück Land und zogen die Stricke und Ketten nach den Gräben hin; in 20 bis 25 Minuten füllten sich die Gräben nahezu bis zum Rande mit einer widrigen, krabbelnden Masse, die sofort mit einer fußdicken Schicht Erde bedeckt wurde. Es ist merkwürdig, daß sich die Heu­schreckenschwärme nur einmal in eine gewisse Richtung dirigieren lassen. Nachdem auf die erwähnte Weise die Heuschrecken einmal in die Gräben getrieben worden waren, flogen sie beim nächsten Versuch über die Köpse der Soldaten nach der entgegengesezten Richtung_hin­weg, so daß zur Wiederholung des Verfahrens mehrere Stunden weiter marschiert werden mußte, bis man an einen Ort gelangte, wo bisher diese Vertilgungsart noch nicht angewendet worden war.

Bunte Chronit. Schon wieder werden verschiedene Eisenbahnunfälle gemeldet. Auf dem Bahnhof in Erfurt stießen zwei Lokomotiven zusammen. Beide Lokomotiv führer wurden anscheinend schwer, die beiden Heizer nui leicht verlegt. Bei der Station Ildehausen entgleisten die letzten vier Wagen sowie der Postwagen des Schnell zugs Berlin- Aachen. Verlegungen tamen nicht vor, der Verkehr wird eingeleisig aufrecht erhalten.

Nach Unterschlagung von mehr als 100,000 Mart zum Nachteil mehrerer Firmen ist der Buchhalter Croner aus Hamburg flüchtig geworden.

Einem scheußlichen Zustmord fiel in Aschersleben der sechsjährige Bergmannssohn Oldiß zum Opfer. Er war auf den Maifäferfang gegangen und nicht zurückge­tehrt. Am nächsten Tage wurde er von seinem Vater mit aufgeschlitztem Bauch im Feld gefunden.

- Unter den am neuen Hafen in Bremerhaven la­gernden Baumwollballen brach_cin großer Brand aus. Begen 1200 Ballen wurden beschädigt.

- Ueber das Befinden Ibsens, über das Alarmnach­richten verbreitet waren, erfährt Norsk Telegramby­reau" von dem Arzte des Patienten, Ibsen befinde sich jetzt wie im Laufe dieses Monats den Umständen nach ganz gut; er stehe jeden Tag auf und gehe in seinem Zimmer umher, auch sein Appetit sei gut.

Ter finnländische Dampfer Hylki", der am 14 April von Kopenhagen nach Finnland abgegangen ist, ist mit der ganzen besaßung gesunken.

- Wie aus Avellino( Kampanien) gemeldet wird, wur­den dort wiederum zwei Erderschütterungen wahrge

nonimen.

Vermischtes.

Die Erinnerung an ein Attentat auf Kaifer Wilhelm den Ersten] wird durch die Meldung wachge­rufen, daß ein Fräulein Edeling, Wirtschafterin auf bem Rittergute Rokitten bei Schwerin a. W. durch Selbst­mord endete. Die Tote hieß früher Nobiling und war bie Schwester des Attentäters Nobiling, der 1878 den un­seligen Anschlag auf Kaiser Wilhelm I. verübte. Nach bem Attentate erhielten, wie erinnerlich sein wird, die Mitglieder der Familie Nobiling die Erlaubnis, sich Edeling zu nennen. Fräulein Edeling hatte bereits vor einigen Tagen versucht, ihrem Leben durch Ertränken ein Ende zu machen. Jezt wurde die in den 50er Jah ren stehende Dame vergiftet und tot in ihrem Schlaf­zimmer aufgefunden.

=[ Urlaub für Prinzen.] Auch königliche Prinzen un­terstehen der Dienstdisziplin. Das beweist folgende Mel­bung aus Kiel: Dem Prinzen Adalbert von Preußen, des Kaiserpaares drittältestem Sohne, ist in seinem Dienſt­charakter als Leutnant z. S. auf seinen Antrag vom 30. Mai ab ein fünftägiger Pfingsturlaub, bis einschließlich 3. Juni, an das fönigliche Hoflager zu Potsdam bewilligt worden." Im übrigen wird der Prinz mit Ende dieses Monats den Torpedokursus der Fähnrichs zur See an Bord des Blücher" beendet haben. Nach der Rückkehr vom Pfingsturlaub nimmt der Prinz an dem Infanteriekursus beim 1. Seebataillon teil.

()[ Der Dntel Millionär".] Ein nettes Geschichtchen wird gegenwärtig in Augsburg erzählt. Ein Mädchen aus guter Familie hatte schon seit einiger Zeit ein Verhältnis mit einem Offizier, doch war wegen des geringen Vermögens vorerst an eine Heirat nicht zu benken. In lezter Zeit schien sich die Liebesglut des Vaterlandsverteidigers überhaupt abzukühlen. Auf ein­mal bekam er ein Telegramm seiner Braut zugesandt mit den Worten: Onfel Millionär in Ostindien ge­storben." In Gala werfen und zu seiner Braut fahren, war das Werk eines Augenblicks. Bald jedoch klärte sich die Sache auf, daß nicht ein Onkel Millionär, sondern ein Onkel Missionär in Ostindien gestorben sei.

[ Ein heiteres Reiseabenteuer der Königin- Witwe bon Holland] wird aus Villers in Belgien berichtet, wo sie nach Besichtigung der Ruinen der dortigen uralten Ab­tei in einem Gasthause einkehrte, dessen Besizer als ein drolliger Kauz weit und breit bekannt ist. Rachdem die Königin mit ihrer Hofdame und ihrem Kammerherrn recht gut zu Mittag gespeist hatte, wünschte sie zur Fahrt in Die Umgebung einen Wagen, den der freundliche Gastwirt auch stellte und selbst tutschierte. Beim Einsteigen meinte er zu der ihm unbekannten Königin: So, Liebchen, sezen Sie sich nur zu mir." Die Königin tat, wie ihr befohlen, während der Kammerherr und die Hofdame aus dem Rücksitz Plaz nahmen. Und nun ging's fort. Eine solche Fahrt dürfte die Königin wohl noch nie mitgemacht ha­ben, denn der Gastwirt erzählte ihr die bedenklichsten Wiße und machte Späßchen, daß die Reisegesellschaft oft laut auflachen mußte. Auf dem Bahnhof nahm man schließlich fröhlichen Abschied, und der Gastwirt fuhr ver­gnügt nach Hause, nachdem er weit über seine Rechnung bezahlt worden war. Als er am nächsten Tage erfuhr, daß die Dame, mit der er so fidel gescherzt hatte, die Kö­niginmutter der Niederlande gewesen sei, sagte er ge­mütlich: Für so etwas Aehnliches" habe ich sie bald ge­halten! Wer sollte sonst auch mehr bezahlen, als man von ihm fordert?!"

:::[ Ein gutes Kind.] Hausfrau( zum Besuch): Ja ja, unser kleiner Paul ist uns eine rechte Hilfe. Er ist

erst sechs Jahre alt und paßi auf seine iieine Saywe­ſter genau so auf, wie ein Kindermädchen. Er ist im Nebenzmimer und spielt mit der Kleinen Ella Paul! Paul: Ja, Mama!" Hausfrau: Paßt du auf dein Schwesterchen ordentlich auf?"- Paul: Ja, Mama!"- Hausfrau: ,, Was macht Ihr denn?" - Paul: ,, Wir spielen Barbier, und ich rasiere Ella­then gerade mit Papas Rasiermesser!"

$[ Ein neues Mittel gegen die Seekrankheit] wird in einer medizinischen Zeitschrift empfohlen. Das Mittel ist sehr einfach und besteht darin, daß man einige Zeit vor der Einschiffung häufig Hantelübungen vornimmt. Ist man dann an Bord, so muß man mit den Uebungen fortfahren! Man kann das Mittel immerhin versuchen, Schaden wird es auf keinen Fall. Und überdies muß es ein prächtiges Schauspiel geben, wenn man auf hoher See dem ersten Dampfer begegnet, dessen Passagiere alle dem angegebenen Rate folgen.

Glessen

** Befell Sandweiler, welche for ihre Lehrzeit Ortschaften beenden Auf Einladur

ttag.

bes biefigen Drt mittags a11 Uhr foule viele Handm eingefunden, um Handwerker mit maren alle bie Meifter oder Jung ber Borsigende d Gewerbeschule, bi und der Freude, im Saale zu feh an die jungen

zur Ueberzeugung G Bahn, die zur fo lange in gleidh führen soll, die Hierauf unter H Dörr und des Für den täglicher bie Handwerksta anfertigen laffer reicht wurde. I rat Heyligenfta gewerbevereins, miffion für die Arbeit, insbeson der ehrenamtlich teit bewältigt damit die heuti finden können. Vertreter ihren fandt, welcher n Gewerbevereins recht anerkennen blide er in de dem die Prü Obermeister d Schluffe der

** Tolle Hunde. Aus mehreren Gegenden Deutschlands kommen Nachrichten, daß Personen von tollen Hunden gebissen worden und selbst unter mehr oder minder schwe ren Wuterscheinungen erkrankt sind. Das Publikum ist geneigt, diese Fälle von Tollwut auf die warme Witterung zu schieben. Diese Annahme ist wie viele andere An­schauungen über die Entstehung und die Erscheinungsweise der Tollwut durchaus irrig. Die Tollwut der Hunde entsteht niemals von selbst durch große Sommerhize oder ungenügende Tränkung, sondern nur durch Ansteckung. Diese erfolgt fast immer durch den Biß eines tollen Hun­des. Die Annahme, daß tollwutkranke Hunde wasserscheu seien, ist falsch; jeder tolle Hund leckt oder trinkt Wasser und andere Flüssigkeiten. Auch trifft die Behauptung nicht zu, daß wutkranke Hunde immer Schaum vor dem Maule haben; richtig ist nur, daß aus dem Maule Schleim oder Speichel abfließt, wenn es wegen einer Lähmung der Kiefermuskeln offen steht. Endlich entspricht die häufig ausgesprochene Behauptung, daß tollwutkranke Hunde stets geradeaus laufen, nicht der Wahrheit. Als Erscheinungen der Tollwut sind folgende zu merken: Die meisten Hunde zeigen anfangs Appetitmangel, alle aber lassen in ihrem Verhalten auffallende Veränderungen wahrnehmen. Sie sind mürrisch oder ungewöhnlich heftig, gleichgiltig und unfolgsam, verkriechen sich zuerst, suchen dann zu ent­laufen u. s. w. Nach wenigen Tagen fressen sie gar nicht mehr, benagen dagegen mit Vorliebe unverdauliche Gegen­stände, wie Stroh, Holz, Leder, Steine oder mefallene Gegenstände, die sie auch wohl verschlucken. Dann stellt sich auch bei ihnen Beißsucht ein, anfangs gegen andere Tiere, dann gegen fremde, endlich bisweilen auch gegen bekannte Personen und den eigenen Herrn. Im Verlaufe der Krank­heit wird in der Regel beobachtet, daß der Oberkiefer herabhängt und das Maul offen steht. Wenige Tage nach den ersten Krankheitserscheinungen tritt Kreuzschwäche ein, die mit völliger Lähmung endet. Fast ausnahmslos macht sich bei tollwutkranken Hunden eine Veränderung des Bellens bemerkbar; die Stimme wird rauh, heiser, das Bellen erfolgt in einem Anschlage, hinter dem der Ton lang und in die Höhe gezogen wird. Alle tollwutkranken Hunde magern während der Krankheit auffallend ab. Die Erkennung der Tollwut ist sehr schwierig; es ist daher je­dem Hundebesitzer, der an seinem Hunde Abweichungen von seinem sonstigen Verhalten zu bemerken glaubt, drin­gend die baldige Zuziehung eines Tierarztes anzuraten.

(:) Zur Angelegenheit des Prinzen Prosper Arenberg teilt die ,, Hannov. Allg. Ztg." mit, daß der Prinz in die­sen Tagen in die Maison de santé zu Schöneberg gebracht werden soll. Das Blatt behauptet, daß Prinz Arenberg förperlich und geistig ganz gesund sei, von einer Unzu­rechnungsfähigkeit könne keine Rede sein. Man darf be­gierig sein, wie sich die Sache aufklären wird.

)-( Das spurlose Verschwinden eines Liebespaares erregt gegenwärtig in München großes Aufsehen. Es han­delt sich um den Studenten der Naturwissenschaft und Literatur Hans Pagel und die 19jährige Privatierstochter Hermine Scheler. Pagel hatte das hübsche Mädchen vor etwa vier Jahren kennen gelernt und unterhielt seitdem mit ihm ein Liebesverhältnis. Bei einem Ausfluge nach Nymphenburg verübte Pagel, ein hochgradig nervöser jun­ger Mann, im dortigen Parke einen Mord- und Selbst­mordversuch, doch gelang es damals seiner Geliebten, rechtzeitig zu entfliehen, worauf sich Pagel eine nicht un­gefährliche Schußverlegung im Kopfe beibrachte. Infolge des Aufsehens, das dieser Vorfall hervorrief, mußte Bagel die Münchener Hochschule verlassen und später in der Heilanstalt Neuenahr Unterkunft suchen. Nach seiner Ent­Tassung von dort wandte er sich nach Straßburg i. Els., wo er die Hochschule bezog. Nebenbei beschäftigte er sich dort viel mit Schriftstellerei und gehörte zuletzt ciner Gesellschaft jüngerer Literaten an. Die von dieser Vereinigung herausgegebene leßte Nummer des ,, Merkur", die Pagel verantwortlich gezeichnet hatte, wurde wegen Majestätsbeleidigung beschlagnahmt und vernichtet. Am 9. Mai cr. tauchte Bagel plöslich wieder in München auf und wußte seine frühere Geliebte Scheler zu überreden, gemeinsam mit ihm zu fliehen. Beide fuhren zunächst nach Kempten, dann nach Lindau und schließlich nach Bregenz, wo sich das Paar in das Fremdenbuch eines Hotels als ., Hans Pagel mit Frau" eintrug. Am anderen Tage be­stiegen beide den Pfänder, von welchem Ausfluge Bagel jedoch allein zurückkehrte, während seine Geliebte seitdem verschwunden ist. Pagel hält sich seitdem verborgen, und man nimmt an, daß er seine Geliebte ermordet hat.

auch

Zu dem furchtbaren Eisenbahnung ück bei Schmentau sind noch einige Einzelheiten zu berichten. Die Kata­strophe wurde, wie gemeldet, durch eine Gleissenkung her­beigeführt. Der aus Maschine und 13 Arbeitswagen be­stehende Zug stürzte den steilen Damm hinunter und wurde vollständig zertrümmert. Die drei Toten sind der Chaussee­aufseher Schlonnde aus Schmentau, der Bremser Klawon aus Laskowitz( früher in Dirschau) und der Arbeiter Os­sowski aus Schmentau. Ferner gab es neun Schwerver­wundete und etwa 20 leichter Verlezte. Der getötete Chausseeaufseher Schl. hing furchtbar zerquetscht und ver­stümmelt zwischen Lokomotive und dem ersten Wagen. Die Schwerverlegten, von denen inzwischen schon einer, der Bahnmeister Aneitsch, seinen Wunden erlegen ist, ha­ben zumeist schwere Arm- und Beinbrüche, schmerzhafte Quetschwunden oder Kontusionen am Kopf. Untersuchun­gen von seiten der Bahnverwaltung haben ergeben, daß das Schienen- und Schwellenmaterial durchaus tadellos war. Man nimmt daher eine Unterwaschung des Dammes

an.

zwischen dem Innungen fei Die jungen streben damit das Handwer Handwerksmei gefellen bantt meistern und mühungen. bor wie nach weg hörte mar worden sind. der Junggesel Noll, Ludwig

Emil Dehler,

Richter, Otto

Horn, Phili Wilhelm Kau

Größer, Johan Ludwig Lenz, Philipp, ie C

Buchbinde

Heinrich Lerch

Shmidt, Fer

aniter R

gall, bie d

Bimmere Schmiede

Am F

liche Hoheit Sabei folgen

Gegen Bahnhofstraß

lage nad

walde Gart

play, Mäus

Sudanlage,

alten Schlo

5llbe

Alle borgenannt

ihre Häuser

Der

gemacht.

Gief

Donnersta

Grasnuku

1) v

Bu

2) b

3) b

na

4) v

an

Gießer