Ausgabe 
24.10.1903 Erstes Blatt
 
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Die Politik.

* Im Anschluß an die Gerüchte über geheime Konferenzen bon nationalen Männern aus allen Parteien und Berufen, die erst in Halle getagt hätten und nun in Berlin fortgesetzt werden sollten und einen Zusammenschluß von patriotischen Männern aller Volksschichten zwecks Einleitung eines natio­nalen Gesundungsprozesses zur Ursache haben sollten, wird uns von unserem Mitarbeiter geschrieben: Es handelt sich da offenbar um jene Bestrebungen, die der be­Fannte Dr. Friedrich Lange vor etwa zwei Jahren mit seinem Reichswahlverein- Projekt eingeleitet hat, und von denen wir hören, daß sie in der Zwischenzeit gute Fortschritte gemacht haben. Diese Bemühungen, die erst von ernsten Politikern vielfach bespöttelt wurden, sind in aller Stille und mit zäher Ausdauer fortgesetzt worden. Als durch die letzte Wahl die Richtigkeit der Voraussagen bestätigt wurde, wuchs die praktische Bedeutung ganz beträchtlich, und die Bewegung gewann mehr und mehr Boden. Heute scheinen wir also nun kurz vor der offiziellen Etablierung dieser Partei der Par­teien zu stehen.

Man spricht in politischen Kreisen jetzt vielfach von den Aussichten einer Kandidatur Bebels für den preußischen Landtag, und zwar im Wahlkreise Linden. Da Bebel in Dresden jede Landtagskandidatur abgelehnt hat, dürfte er wohl kaum in Frage kommen. Aber auch die sozialdemo­kratische Aussicht als solche ist für Linden recht wenig ver­heißend. 1898 erhielt der fraktionslose Mattfeldt 170, der Sozialdemokrat Rauch 93 Stimmen. Bei der 99er Ersatz­wahl siegte der Nationalliberale Lichtenberger mit 167 gegen Rauch, der auch diesmal 93 Stimmen hatte. Diesmal kandi­diert der nationalliberale Gemeindevorsteher Voß, und es ist eigentlich nicht ersichtlich, worauf man die große Sieges­gewißheit stügt, die in sozialdemokratischen Kreisen für diesen Wahlkreis vorhanden sein soll.

Die Fortsetzung der Etatdebatte im bayerischen Land­tage brachte eine zweistündige Rede des liberalen Abgeord­neten Casselmann, in der dieser noch einmal den Sturz des Grafen Crailsheim vom Standpunkt seiner Partei aus be­leuchtete und dem Centrun an dem Abgange dieses ver­dienten Staatsmannes die Schuld gab.

Die Vermittlungsmission zwischen der Regierung und den Parteien in Ungarn, die der Finanzminister Lukacs über­nommen hatte, ist nach den neuesten Meldungen vollständig gescheitert, da das Neunerkomitee beschlossen hat, auf sei­nem Standpunkte zu beharren, die vom Kaiser gewünschten Abänderungen des Militärprogramms mithin als zurück­gewiesen zu betrachten sind.

Gestern nachmittag waren in den politischen Zentren Kriegsgerüchte verbreitet. Ein Londoner Depeschenbureau berzeichnete ein in Honolulu zirkulierendes Gerücht, wo­nach das japanische Konsulat eine chiffrierte Depesche erhalten habe, daß zwischen Japan und Nußland Krieg erklärt sei. Dieses Gerücht war gestern, wie wir erfahren, auch auf der Pariser Börse verbreitet; am Schluß der Börse hieß es jedoch mit aller Bestimmtheit, Japan habe keine friege­rische, sondern im Gegenteil eine friedliche Note in der Koreafrage publiziert.

Der Streik in Armentières dauert in alter Stärke fort. Der Sozialistenführer Jaurès, der, wie es hieß, eine Be­ruhigungsansprache halten wollte, verstand das dahin, daß er die Arbeiter zum Zusammenschlusse gegenüber den Arbeit­gebern ermutigte und ihnen die Unterstüßung ihrer An­sprüche durch die sozialistischen Deputierten zusicherte. Die Ausständigen haben daraufhin beschlossen, ihre Sache bis zum äußersten fortzuführen und gegen die Entsendung von Truppen Einspruch erhoben. Danach scheint in diesem Streif­gebiet an ein Ende noch nicht zu denken zu sein.

A Die armenische Bewegung erreichte einen Höhepunkt. Der armenische Erzbischof hat wegen der gewaltsamen Be­schlagnahme des armenischen Kirchenvermögens feierlich über den 3aren und dessen Regierung den Fluch ausgesprochen. Das Zarenpaar soll darüber in größte Bestürzung geraten und Plehwes Stellung soll er­schüttert sein. Plehwe hatte bekanntlich diese Zwangsmaß­nahmen eingeleitet.

* Es scheint nun doch so, als ob Bulgarien, durch aller­hand diffizile innere Umstände gedrängt, entschlossen sei, mit der Abrüstung Ernst zu machen. Der bulgarische Agent in Konstantinopel gab im Yildiz Kiosk die bindende Erklärung ab, daß Bulgarien eine weitere Reserveklasse( 5000 Mann) demobilisieren werde, so daß also nur noch eine unter Waffen ist. Daraufhin ordnete der Sultan die Entlassung der türkischen Flawetruppen an.

Entgegen sehr beruhigenden Nachrichten der letzten Tage wird jetzt berichtet, daß der Bergarbeiter- Ausstand in Bilbao eine bedenkliche Wendung annehme. 25 000 Mann

( 2. Fortseßung.)

sollen danach ausständig sein. Da die Lage angesichts der Haltung bedrohlich ist, auch schon verschiedene Brand­stiftungen und Gewalttaten verübt wurden, hat man dringend Truppen- Verstärkungen verlangt. Aus der Chamade ist also wieder eine Fanfare geworden.

Heer und flotte.

Der Präsident des Reichsmilitärgerichts, General der Infanterie Freiherr v. Gemmingen, ist gestorben.- Der kommandierende General des 9. Armeekorps, v. Massow, ist mit der Wahrung der Geschäfte des Präsidiums beauf­tragt.

Die beiden Schulschiffe Stosch" und" Stein", die nach Oſtamerika bestimmt sind, haben die Fahrt durch den Atlan­tischen Ozean beendet und sind in Brasilien und an der Orinokomündung eingetroffen.

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Hof und Gesellschaft.

Beim Kaiser paar waren zur gestrigen Abend. tafel Reichskanzler Graf v. Bülow, Staatssekretär Freiherr b. Stengel, die zu Besprechungen in Finanzfragen in Berlin anwesenden Vertreter der Bundesstaaten und die Herren des Bureaus der Generalsynode geladen.

*** Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen, das Zarenpaar, das Prinzenpaar An­dreas von Griechenland und der Großherzog von Hessen be­suchten im Automobil die Burg Rheinstein.

CD

Nab und fern.

Die Eröffnung der Posener Akademie ist auf den 4. November festgesetzt worden. Außer dem Kultusminister Dr. Studt werden auch Reichskanzler Graf Bülow und Finanzminister v. Rheinbaben daran teilnehmen.

Streif der Gasarbeiter in Barcelona. Die Straßen der Stadt Barcelona können 3. Zt. nicht beleuchtet werden, da die Arbeiter der Gasanstalt in Ausstand getreten sind. Der Gouverneur hat einen Verein der Gasarbeiter vor Gericht gestellt. Mehrere Ausständige sind verhaftet wor­den. Viele Kaufläden, Theater und Werkstätten sind ge­schlossen. Patrouillen durchziehen die Stadt. Militär­ingenieure hatten Gas hergestellt, doch ließen die Aus­ständigen das Gas entweichen, indem sie die Hähne der La­ternen öffneten.

O Hohe Schadenersatzklagen gegen den Kaiser der Sa­hara" sind von zweien der Matrosen angestrengt worden, die Lebaudy auf seiner Jacht Frasquita" nach den Kana­rischen Inseln mitgenommen und an der afrikanischen Küste ausgesezt hatte. Der eine verlangt 80 000, der andere so­gar 100 000 Francs Entschädigung für die Leid, die sie dort durchzumachen hatten. Ein dritter der fünf Schick­salsgefährten, der Oberbootsmann Le Picard, ist inzwischen im Hospital zu Havre gestorben, wo er nie aus einem higigen mit Wahnvorstellungen verknüpften Fieber herauskam.

Brandkatastrophen. Bei einem Brande in Ehrenfeld bei Köln famen vier Personen ums Leben. Es sind die 28jährige Frau eines Monteurs, deren Kind sowie zwei Kinder einer anderen Familie. Eine Frau und ein Kind erlitten Brandwunden und mußten in ein Krankenhaus ge­bracht werden. Der Brand brach im Erdgeschoß, wo der Fußboden geölt war, aus und verbreitete sich mit großer Schnelligkeit nach den oberen Räumlichkeiten. In dem französischen Dorfe Kervignac bei Lorient famen bei einem Brande die Fran eines Landwirtes und ihre sechs Kinder in den Flammen um. Ein Teil des Bauernhofes wurde eingeäschert.

Verhaftete Bankdirektoren. Die beiden früheren Direk­toren der Kreditbank Scherrebeck, Pastor Jakobsen und Ve­sitzer Lassen in Scherrebeck, sind verhaftet und in Unter­suchungshaft abgeführt worden. Die genaue Prüfung ver­schiedener Gründungen der genannten hat derartige Ver dachtsmomente zu Tage gefördert, daß zur Verhaftung ge­schritten werden mußte.

§ Die bekannten Hunnenbriefe" beschäftigien die Hallenser Straffammer, die gegen den sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Kunert wegen Beleidigung der deutschen Chinakrieger verhandelte. In der früheren Ver­handlung am 11. September erbot sich Kunert, seine Be­hauptungen zu beweisen, und beantragte dazu die Ladung von 39 Zeugen. In der jetzigen Verhandlung waren zehn Zeugen erschienen. Das Gericht beschloß, die Verhandlung zu vertagen und vom Kriegsministerium die Akten einzu­fordern, die sich auf die Fälle beziehen, die zur Bestrafung deutscher Soldaten in China geführt haben.

in die verlassene französische Stellung tam, lagen dort massen­Kriegserlebnisse aus dem Feldzuge 1870/71. hafte tote Franzosen. Die vielen Verluste auf Seiten des Feindes waren hauptsächlich der Wirkung des deutschen Ge­schüßfeuers zu verdanken. In der französischen Stellung war die Erde geradezu von den deutschen Granaten gepflügt, und man sah tote Franzosen noch im Anschlag liegen, die von Granaten durchbort waren. Die Verwundungen auf deutscher Seite rührten zu einem erheblichen Teile von dem Feuer der französischen Mitrailleusen her. In dem verlassenen Lager der Franzosen fanden unsere Soldaten große Mengen von Zelten, Teppichen und Lebensmittel. 7 Tage später wurde das Lager von deutschen Truppen abgesperrt. Während des 19. August beerdigte das Regiment seine Toten. Die 7. ein Kreuz aus seinem zerschossenen Gewehre. Kompagnie errichtete auf dem Grabe des Musketiers Schott

Feldwebel Bruchhäuser wollte Wagner den Leibriemen ab­nehmen, aber das Schloß war durch ein Granatstück verbogen, jodaß er den Riemen mit dem Säbel durchschneiden mußte. Nur mit Mühe fonnte er Wagner den Waffenrock ausziehen, da die Hände nur noch an einzelnen Fasern an den Armen hingen. Kurz darauf famen Krantenträger und trugen den Schwerverwundeten aus der Schlacht. Während Bruchhäus r bei Wagner beschäftigt war, schlug dicht daneben eine Gra­nate in die Erde, glücklicherweise ohne zu plazen.

Im Laufe der Schlacht wurde auch der Kompagniechef, Herr Oberleutnant Rißner schwer verwundet, woran er später in Deutschland gestorben ist. Der Abend machte dem hart­nädigen Kampfe ein Ende. Die hessische Division hatte an diesem Tage nur wenig Terrain gewinnen fönnen, da sie im Centrum stand, aber schwere Verluste gehabt. Nachdem die Franzosen im Süden bei Gravelotte und im Norden bei St. Privat und St. Marie an Chênes zurückgeschlagen waren, mußten sie auch auf ihrem Centrum zurückgehen. Die Verluste der 7. Kompagnie betrugen an diesem Tage an Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften 63 Mann. In der Nacht auf den 19. August biwakirten die Truppen auf dem Schlachtfelde. Am nächsten Morgen tam General v. Wittich zu dem Regimente und sagte: Soldaten, wo hier ein Mann liegt, liegen drüben( bei den Franzosen) ganze Sektionen", und es war auch so. Als man am 19. August|

dem Schlachtfelde. In der Nacht entstand plötzlich ein blinder Am Abend bezogen die Truppen wiederum Biwats auf Allarm. Man hörte Pferdegetrappel und Soldaten und befürchtete eine Ueberrumpelung. Es waren jedoch Teile der Armee des Kronprinzen, die nach Chalons an der Marne abmarschierten. Noch lange hörte man das Singen der vorbeiziehenden Truppen.

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Eine fürstliche Abenteurerin. Aus Kapstadt kommi die Nachricht, daß dort eine Prinzessin Radziwill aus dem Besserungshaus entlassen worden ist, wo sie eine längere Gefängnisstrafe wegen Wechselfälschung abgebüßt hat. Sie wurde von der Zelle an Bord des Postdampfers befördert und reiste noch denselben Nachmittag nach Europa ab. Der verstorbene Cecil Rhodes, mit dem die abenteuerliche Dame zuerst Beziehungen gehabt und auf dessen Namen sie auch die Wechsel gefälscht hatte, hatte seinerzeit ihre Verfolgung beantragt.

au Chênes. Hier lagen noch überall die Leichen der ge­Am 20. August marschierte das Regiment nach St. Marie fallenen Garden. Von jeder Kompagnie wurde eine Abteil­ung zu der traurigen Arbeit bestimmt, die Toten zu beerdigen. In der Nähe des Dorfes wurden Biwaks bezogen. Am 23. August marschierte das Regiment wieder nördlich bis in die Gegend von Bierrevilliers, wo es Biwat bezog. Hier gab es große Mirabellenanlagen, und da die Soldaten viel-|

Ein furchtbarer Orkan hat die Hafenstadt Mazatlan an der merikanischen Stillen- Weltmeer- Küste heimgesucht. In der Stadt selbst kamen 16 Personen ums Leben, viele er. litten Verlegungen. Der britische Schoner Klara" wurde im Sturm schiffbrüchig, wobei der Kapitän und 14 Mann der Besatzung ertranken.

Bunte Chronik. Bei einem Eisenbahnzusammenstoß auf der Strecke Leeds- Liverpool fand ein Reisender den Tod, fünfzehn Personen erlitten Verlegungen.

Der bekannte Lustspieldichter Gustav v. Moser ist in Görlitz lebensgefährlich erkrankt.

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Bei den Versuchsfahrten der elektrischen Schnellbahn Marienfelde Bossen wurde gestern eine Geschwindigkeit von 210 Kilometern ir der Stunde erreicht.

Bestellungen auf die

Giessener Neueste Nachrichten

für die Monate November Dezember

werden von allen Bostämtern, Zeitungsboten und der Ge­schäftsstelle unseres Blattes entgegengenommen.

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Lokales.

Gießen, 24. Oftober 1903.

Der Großherzog hat am 17. Ottober t. J. dem Pfarrer Berthold Schwabe zu Rödgen die evangelische Pfarrstelle an der Markusgemeinde zu Gießen übertragen. Der Finanz ausschuß der zweiten Kammer tritt am Dienstag, den 27. Oftober zu einer längeren Be­ratung zusammen.

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Die Landes synode besprach gestern in geheimer Sigung die Interpellation der Syn. Weber u. Gen. be treffend die Zustände am Predigerseminar in Friedberg.

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** Die diesjährige ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde fand am Montag im Hotel Großherzog von Hessen" in Gießen statt. Der Vorsigende Prof. Dr. W. Sievers berichtete über das Winterprogramm. Die Gesellschaft hatte insgesamt 337 Mitglieder, sie vereinnahmte 1250 Mt. und verausgabte 1000 Mt. Der Vorstand wurde durch Zuruf wiedergewählt, Dr. Günther neu in denselben berufen und Prof. Dr. Biermann zum zweiten Vorsitzenden ernannt.

* Die Promenaden musik findet morgen um 12 Uhr in den Gießener Süd- Anlagen mit folgendem Programm statt: 1. Duvert. Die schöne Galathe" von Suppe. 2. Abendlied von Schumann. 3. Valse bleue von Margis. Introduction a. Traviaha von Verdi.

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** Stadttheater Gießen. Da für die morgige unbedingt lezte Aufführung des blinden Passagier" auch von auswärts zahlreiche Anmeldungen vorliegen, so werden Interessenten gut tun sich zeitig Plätze zu sichern.- Bu der um halb 4 Uhr beginnenden Kinderkommödie Das tapfere Schneiderlein" wird die Musit von der Kapelle der 116er gestellt.

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** Die Gemälde Ausstellung in der früheren Hirschapotheke in Gießen erfreut sich regen Besuches des kunstverständigen Publikums. Neben eigenen gediegenen Gemälden des Carl Leib sen. selbst, findet man Meister wie Noufart, Zermatti, Paulus, Gautier, Papuschek 2c. 2c., meist

fach das unreife Obst genossen, so brach unter den Mann­schaften bald die Ruhr aus. Bei und in Pirrevilliers blieb das Regiment bis Ende August. Am 28. fand ein Feld­gottesdienst statt, wobei das Abendmahl gereicht wurde.

Am 31. August versuchten die Franzosen auf dem rechten Moselufer im Norden von Meß einen Ausfall. Um diesen abzuweisen, wurde auch die hessische Division von dem linken Moselufer herangezogen. Den Franzosen gelang es, am 31. Noisseville und einige andere Dörfer den Deutschen abzu­nehmen und sie zurückzudrängen, doch wurden sie am folgen­den Tage aus diesen Stellungen wieder vertrieben. Die hessische Artillerie beteiligte sich dabei hervorragend an dem großen Artilleriekampf und bald stand das Dorf Noisseville in Flammen. Noisseville selbst wurde dann von dem Gießener Regiment besetzt. Auf beiden Seiten war mit großer Er bitterung gekämpft worden. Noisseville war ganz angefüllt mit toten Franzosen und Deutschen. Sogar auf der Kirch­Bahl neben und übereinander. In den Gärten ſah man hossmauer lagen gefallene Franzosen und Deutsche in großer schnitten, als unsere Soldaten vorbeikamen. Unsere Soldaten viele verwundete Turkos liegen, die sehr grimmige Gesichter fanden am Abend einen französischen Kapitän der Garde, lebte. Man versuchte ihm Wein und Wasser einzuflößen, dem der Schädel abgeschossen war und der aber immer noch was er jedoch mit ablehnenden Handbewegungen abzuweisen schien. Stabsarzt Dr. Wöchel untersuchte ihn, fund aber, daß eine Nettung hier nicht mehr möglich sei. Am folgen­Morgen lebte der Kapitän immer noch.

( Fortseßung folgt.)

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