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senden wird, um an der Hand von Witteilungen aus den Sazu berufenen sachverständigen Kreisen Material zum staatlichen Ausbau der Waisenfürsorge- Frage zu gewinnen.
In deutschen Philologenkreisen trägt man sich mit dem Gedanken, nach dem Muster der anderen akademischen Ve rufe, insbesondere der Mediziner und Juristen, eine Standes. Dertretung aller deutschen akademisch gebildeten Lehrer unter dem Namen Deutscher Oberlehrerverband zu gründen. Im Hessen gibt es bereits einen hessischen Oberlehrerverein. Dieser erläßt jetzt einen Aufruf zur Beschickung einer vorberatenden Versammlung, die am 6. Oktober, am Vorabend der Versammlung deutscher Philologen und Schul. männer in Halle stattfinden und das Nähere über die Organisation des neu zu begründenden Verbandes beschlicken foll. Von dem Ausfall dieser Vorberatungen wird hängen, ob die Einberufung des ersten denischen Ober. febrertages für 1904 oder für 1905 zu ertoarten iſt. Balls nämlich eine Anlehnung der Oberlehrertage an die Philologenversammlung als wünschenswert erachtet wird. würden diese immer mit der Philologenversammlung zuJammen tagen; der erste Oberlehrertag würde in diesem Falle 1905 stattfinden.
ab
In Rouen tagt zur Zeit der 12. Internationale Friedenskongreß. Etwa 300 Teilnehmer sind erschienen. Frau v. Suttner, die„ Friedensbertha", fehlt selbstverständlich auch nicht. Necht eigenartig wirkt es auch), den Spielhöllen fürsten von Monaco unter den Hauptrednern für den Weltfrieden zu bemerken. Der deutsche Delegierte, Richter, vertritt zugleich auch Dänemark. Das Ergebnis der Verhandlungen wird, wie dasjenige aller früheren und fünftigen Lagungen dieses zur Unfruchtbarkeit und Donquijoterie verurteilten Kongresses, gleich Null sein.
Offiziös wird gemeldet, daß der Besuch des Zaren in Bien definitiv am 30. d. Mts. stattfindet. Der Zar fährt direkt nach Schönbrunn, wo mittags beim Kaiser Franz Josef Salafrühstück ist. Nachmittag reisen beide Monarchen zur Gembjagd nach Mürzsteg ab. Die Straßen von Bien wird der Bar gar nicht berühren. Dieser Entschluß ist, wie wir erfahren, darauf zurückzuführen, daß bie sozialistischen Organisationen beschlossen haben, Demonrationen zu veranstalten, um den Univillen der Arbeiterchaft über die Unterdrückung des letzten Streits in Nußzum Ausdrnd zu bringen.
Hof und Gesellschaft.
Das Kaiserpaar wird auch in diesem Herbst einen längeren Jagd- und Erholungsaufenthalt in der Schorfhaide nehmen. In Begleitung des Prinzen Adalbert, sowie einer auserwählten Jagdgesellschaft mit kleinem Gefolge werden Kaiser und Kaiserin in der ersten OktoberWoche auf Schloß Hubertusstock eintreffen. Da die sonst übliche Frühjahrsjagd in der Schorshaide in diesem Jahre ausgefallen war, so steht zu erwarten, daß das Kaiserpaar den Herbstaufenthalt auf Hubertusstock im Vergleich zu den Vorjahren bedeutend ausdehnen wird. Für die Unterkunft des faiserlichen Gefolges und der Jagdgäste wird bereits seit einiger Zeit das Direktionsgebäude der ehemaligen Bementfabrit Wildau am Werbellinsee renoviert und hergerichtet.
Der Reichskanzler Graf von Bülow hat fich, begleitet von dem Geheimen Regierungsrat v. Günther und dem Oberleutnant Grafen zu Eulenburg, zum Besuch der Städteausstellung nach Dresden begeben. Bei dieser Gelegenheit wurde er in Schloß Pillnitz vom König von Sachsen in Audienz empfangen. An die Audienz schloß sich eine Frühstückstafel, zu der die den Reichskanzler begleitenden Herren, sowie die Staatsminister v. Metzsch, Dr. v. Seyde. wiz, Dr. Rüger und Dr. Otto, ferner General der Infanterie Frhr. v. Hausen und der kgl. preußische Legationssekretär Graf v. Wedel Einladungen erhalten hatten. Daran anschließend erfolgte der Besuch der Städteausstellung, wo eine offizielle Begrüßung durch den Bürgermeister und den Stadtverordnetenvorsteher stattfand.
Zu Ehren der auf der Durchreise durch Kopenhagen befindlichen Königin Witwe Margherita von Italien fand auf dem Schloß Fredensborg eine Festtafel statt, bei der der König Christian ein Hoch auf die Königin ausbrachte. Nach Aufhebung der Tafel trat die Königin die Weiterreise an.
Heer und flotte.
Interessante Uebungen im militärischen Eisenbahnban haben Mannschaften des Berliner 1. und 3. EisenbahnRegiments bei Vallendar vorgenommen. Es handelte sich um den Bau einer Eisenbahnbrücke über den Rhein nach dem Ballendar gegenüberliegenden Niederwerth. Zu dem Zwecke wurden im Flusse zwei, aus je 50 Baumstämmen zusammen. gesetzte Pfeiler in einer Entfernung von 60 Meter eingerammt. Einige dieser Stämme haben außen eine Rinne. in der eine eiserne Röhre liegt, die unten mit Löchern ver. sehen ist. Durch diese Röhren wird flüssiger Zement nach unten geleitet, der dann durch starken Druck aus den Seiten löchern herausgetrieben wird und sich mit dem Sande und Kies zu einer festen Masse verbindet. Die erforderlichen Maschinen, Schmieden, Elektromotoren waren aus Berlin herbeigeschafft worden. Vorläufig sind nur die Arbeiten unterbrochen; die Pfeiler sollen stehen bleiben, um ihre Festigkeit und den Widerstand gegen etwa eintretenden Eis. gang zu prüfen. Im nächsten Jahre soll dann der Dan fertig. gestellt und auch der Oberbau gelegt werden. Es ist dies die erste Uebung dieser Art.
Aus dem Gerichtsfaal.
Im Gnesener Fluchtbegünstigungsprozeß wurden von bierzehn Angeklagten dreizehn freigesprochen. Nur der Bankrendant und Kassierer des Komitees 3io. lei Wreschen wurde zu einer Woche Gefängnis wegen Begünstigung in einem Falle verurteilt.
§ Ein Gesandter wegen Tabakschmuggels bestraft. Aus Lissabon kommt die Nachricht von einem ebenso überraschenden wie seltenen Fall: Ein hoher Diplomat wurde wegen Schmuggels verhaftet und zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Es war der siamesische Gesandte in Paris, Delock. Er wurde bei seiner Ankunft in Lissabon mit dem Südexpreß von vorher schon benachrichtigten portugiesischen Zoll. beamten verhaftet und seiner Bestrafung zugeführt.
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8 Die Neuauflage des großen Palermitaner Mafiaprozejes beginnt jekt in Florenz. Wie erinnerlich, steht im Mittelpunkt der ebemaliae Abgeordnete Raffaele Balizzolo.
Der Prozeß Palizzolo, der sich um die Anstiftung zweter Ermordungen vor 10 bis 15 Jahren dreht, hat seitdem wiederholt die öffentliche Meinung angelegentlich beschäftigt. Vor zwei Jahren hat das Schwurgericht zu Bologna in einer biele Monate währenden Verhandlung die Angeklagten schuldig gesprochen und verurteilt. Gegen dieses Urteil wurde von der Verteidigung Palizzolos Berufung eingelegt, daher die neue bevorstehende Verhandlung, die dritte seit vier Jahren, da der Bologneser Verhandlung eine solche vor dem Mailänder Schwurgericht vorausgegangen war. Es werden mehr als 300 Zeugen zu vernehmen und etwa 20 Rechtsanwälte anzuhören sein, die alle Schleusen ihrer Beredsamkeit schonungslos öffnen werden; auf einen langwierigen und an Zwischenfällen reichen Verlauf des Proacffea muß man also gefaßt sein.
Nab und fern.
Die deutschen Docks in Dover. Die Einrichtungen für den transatlantischen Dienst der Hamburg- Amerika- Linie, die vom nächsten Juli ab ständig Dover anzulaufen gedenkt, versprechen nach den Plänen, die die Hafenbehörden von Dover dem Gemeinderat vorgelegt haben, großartig zu werden. Die deutschen Docks werden mit dem Eisenbahnnetz durch eine elektrische Bahn verbunden werden.
Zur Typhusepidemie in Braunschweig wird amtlich gemeldet, daß sich die Lage bedeutend gebessert hat. Im Stadtkreis Braunschweig kamen in der Woche vom 13. bis 19. d. Mts. nur 3 gegen 9 in der Vorwoche vor. Außerdem waren im Kreis Helmstedt 1, im Kreis Holzminden 3 Fälle zu verzeichnen. In den übrigen Kreisen ist die Seuche als völlig erloschen zu betrachten.
O Der Wilderer als Mörder. Durch einen Berliner Kriminalbeamten wurde in Eutrißsch- Leipzig ein 28 Jahre alter Berliner Maurer namens Schallbach unter dem dringenden Verdacht verhaftet, am 13. September beim Wildern den Gemeindevorsteher Beutmann aus Ziesewitz bei Gräfenhainichen ermordet zu haben. Beutmann überraschte zwei Wilderer bei Ausübung ihres schändlichen Gewerbes. Während er mit dem einen der Ertappten in ein Handgemenge geriet, gab der andere einen Schuß auf den Gemeindebeamten ab und verlegte ihn tödlich. Dieser zweite Wilderer soll nun der Maurer Schallbach gewesen sein.
Riesige Waldbrände haben in Algier gewütet und neben beträchtlichem Schaden auch große Verluste an Menschenleben verursacht. Nach amtlichen Berichten sind allein im Bezirk Bona 50 000 Hektar Wald, 5 Mill. wert, und 500 000 Heftar Gebüsch, 500 000 Fr. wert, verbrannt. In La Calle wurden 4500 Zentner Kork nebst dem ganzen Wald ein Raub der Flammen. Elf ganz verkohlte Leichen wurden gefunden, fünf Personen schwer verletzt. Die stets herumziehenden Araber stecken die Wälder im Herbst an, damit ihre Herden im Frühjahr die jungen Schößlinge fressen können.- Auch aus Rußland kommen Nachrichten von verheerenden Waldbränden. Zwischen Kiachta und Urga im Gouvernement Tomsk stehen weite Strecken in Flammen. Die Telegraphenleitungen sind gefährdet.
Zu dem Raubmord in Aix- les- Bains, dem die Pariser Halbweltdame Eugenie Fougère und ihre Zofe zum Opfer fielen, verlautet jetzt, daß die Polizei begründeten Verdacht gegen einen ehemaligen Liebhaber der Fougère hegt. Außer den beiden Getöteten war noch eine dritte Person in der Wohnung anwesend, eine Art Gesellschaftsdame; diese wurde von den Mördern es waren zwei Personen- nur geknebelt und gebunden.
A Defraudantenpech. In Wien stellte sich der 38jährige Buchhalter Arno Thümler, der aus Berlin nach Unterschlagung von 3600 Mark Anfang dieses Monats verschwunden war, freiwillig der Polizei. Thümler war gänzlich mittellos. Er hat das ganze veruntreute Geld an der Spielbank von Monte Carlo verspielt. Der Hang zu Spiel und Wetten war es auch gewesen, der Thümler, der ein auskömmliches Gehalt bezog, auf die schiefe Bahn brachte.
Explosion in einem Pulverturm. Die Nachricht von einer furchtbaren Katastrophe kommt aus Mozambique. In einer Niederlage für Schießpulver und Granaten in dem Fort San Sebastian erfolgte eine Explosion, wobei viele Menschen getötet oder verwundet wurden. Soweit sich bisher feststellen ließ, sind 7 Europäer und 97 Eingeborene teils tot, teils schwer verwundet.
Ein Raubanfall anf einen Geldbriefträger wurde am hellen Tage in einer der belebtesten Straßen Budapests ausgeführt. Auf der Treppe eines Hauses, in dem er Geld zu bestellen hatte, wurde der Briefträger Stefan Bodor von einem Manne und einer Frau angefallen und mit einer Hacke zu Boden geschlagen. Den Näubern gelang es, mit 400 Kronen unbehelligt zu entkommen.
Bunte Chronik. Die in Kassel tagende 75. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte wählte Breslau als Ort der nächstjährigen Verhandlungen.
Die Stadt Berlin veranstaltete zu Ehren des internationalen Kongresses der Statistiker im Rathause einen glänzenden Festabend.
In Barmen fanden zwei Frauen und drei Kinder durch Leuchtgasvergiftung ihren Tod.
-Von den Kanarischen Inseln wird gemeldet, daß dort zwei Erdstöße verspürt wurden. Mehrere Häuser bekamen Sprünge und Risse.
In England stürzten vier junge Männer von der Scafellspitze im Lakedistrikt ab. Drei blieben auf der Stelle tot, der vierte erlag auf dem Transport zum Hospital seinen Verlegungen.
Vermischtes.
*[ Das Märchen vom künftigen Hohenzollernthron in Ungarn] will nicht aufhören, in den Köpfen magyarischer Phantasten weiter zu spuken. Erst war es Prinz Eitel Friedrich, den sie sich zur Rolle des fünftigen Trägers der alten Arpadkrone ausersehen hatten, nun kommt gar der Kronprinz an die Reihe. Als untrügliches Zeichen für bessen ernste Absichten auf Ungarn führen Budapester Blätter bie gewichtige Tatsache an, daß sich der Kronprinz entschlossen habe... Ungarisch zu lernen. Der deutsche Hof wendete sich an einen Mittelschulprofessor in Budapest, der nach Berlin fahren sollte, um den Unterricht zu übernehmen. Der Professor bat beim Unterrichtsminister mit Angabe des Zweckes um einen einiäbrigen Urlaub. Der Minister
meldete die Sache nach Wien, worauf die Weisung erfolgte, ben angesuchten Urlaub zu verweigern. Größeren Unsinn In so gedrängter Kürze kann man nicht gut hervorbringen.
[ Eine kommunistische Gartenbau- Kolonie] will der frühere Dresdener Stadtgarten direktor und vegetarische Apostel Degenhard auf seinem Gut Groß- Sedlik gründen. Im Gegensaße zu der Berliner vegetarischen Kolonie Eden soll die Groß- Sedlizer Genossenschaft nicht für den Verkauf, sondern nur zum Selbstverbrauch produzieren. Vor einiger Zeit suchte der vegetarische Apostel die Stadt Dres den zu veranlassen, ihr Rittergut Klingenberg ihm zur Bewirtschaftung zu übergeben. Er wollte hier mit städtischen Arbeitslosen, die vegetarisch zu leben hätten, einen gärt nerischen Musterbetrieb schaffen. Degenhard, der bereits 34 Dienstjahre aufzuweisen hat, wurde in der letzten Zeit durch seine Befehrungsversuche, die er an Vorgesezten und Untergebenen unternahm, so lästig, daß ihn der Dresdener Stadtrat auf seinen Geisteszustand untersuchen ließ und ihn dann in den Ruhestand versetzte.
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[ Die Verwandten des Papstes.] Ein italienischer Jour nalist begab sich letzthin nach Ricse, wo er„ Siora" Tereja und„ Sior" Parolin besuchte.„ Siora" Teresa ist eine Schwester des Papstes Pius X. und„ Sior" Parolin sein Schwager; die beiden alten Leutchen haben eine Gastwirt schaft, die zugleich Tabakladen und Schlächterei ist.„ Siora" Teresa und ihr Gatte können noch immer nicht begreifen, daß sie ihren Bruder und Schwager nie mehr in Riese oder in Venedig schen sollen. Sie hoffen bestimmt, daß der Papst eines Tages dem kleinen Orte, in dem er geboren ist und wo noch seine Jugendfreunde leben, einen Besuch machen werde, denn daß Don Beppe"( so nennen sie den Papil noch heute) für ewig in den Marinorpalästen des Vatikans eingeschlossen bleiben sollte, das halten sie für ganz und gar unmöglich.
[ Wie Kurpfuscher studieren.] Ein Wiener ärztliches Organ gibt folgendes interessante Inserat wieder, das ein abschreckendes Licht auf die Art und Weise wirft, wie Kur pfuscher ihre wissenschaftliche" Ausbildung erwerben. , 100 Marf monatliches Einkommen! Eine vorzüglich einjeführte Naturheilpraxis ist Umstände halber sofort fabel. jaft billig zu verkaufen. Ne teftanten brauchen keine Vor fenntnisse zu besitzen, es ist denselben Gelegenheit geboten, sich mit allen erforderlichen Gekeimmitteln, Behandlungs. arten und Diagnostizieren der Krankheiten in wenigen Wochen unentgeltlich unter Anleitung des jeßigen Inhabers bekannt zu machen. Viele bisher fast unheilbare Leiden, die selbst von Aerzten und Professoren nicht vertrieben wer den konnten, wurden laut der verliegenden Atteste rasch be. seitigt. Interessenten wollen baldigst u. s. w."
[ Ein frostiges Vergnügen.], Die letzte diesjährige Jungfraubesteigung, die vier Herren Lauener von Lauter bruminen mit drei anderen Herren und einem Führer unter. nahmen, verlief recht wenig angenehm für die Teilnehmer. Der Aufstieg von der Slottalkie erfolgte halb 3 1hr mor gens. Die Spitze der Jungsram wurde 634 Uhr erreicht Die arge Kälte machte einen langeren Aufenthalt auf der Spize unmöglich. Der Könieg erfolgte gegen die Kon ! ordiahütte, wo die Touren wehlLei, alten min 1 Uhr an langten. Von der grimmigen Kälte waren den Bergsteiger: sie Ohren erfroren. Der Wein in den Flaschen war gefroren und die Flaschen zersprungen.
Der Allgemeine Bergmannstag wurde in Wien unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung durch den Ackerbauminister feierlich eröffnet. Zum Vorsitzenden wurde Graf Larisch gewählt; unter den Vizepräsidenten befindet sich Salinendirektor Bergrat Fürer aus Sachsen.
Tolstoi in Acht und Bann! Ein französisches Blatt will wissen, daß Tolstoi die Absicht gehabt habe, auch in diesem Winter( wie alljährlich) in Moskau, wo er ein eigenes Haus befizt, Aufenthalt zu nehmen. Die russische Regierung soll ihm jedoch den Besuch der Hauptstadt streng verboten haben.( 1) Die Nachricht bedarf der Bestätigung, trotzdem derartige Verfügungen gegen mißliebige Schriftsteller schließlich nichts Seltenes in Rußland sind.
Der ängstliche Schusterjunge. Meister:„ Wat, Junge, du willst de Wurschtpelle nicht mitessen?" Junge:„ Nee, Meester, det wäre' ne Darmverschlingung, un die is lebensgefährlich!" ( Lachendes Jahrh.)
Der Landwirt.
pc. Der Saatenstand in Preußen ist für Kartoffeln, Klee, Luzernen und Wiesen im allgemeinen als dem Durchschnitt entsprechend zu bezeichnen. Die großen Regenmengen der legten Zeit sind dem leichten Boden nicht schädlich und teilweise noch nicht einmal ergiebig genug gewesen. Die schönen Tage machten der Landbevölkerung die Räumung der Felder, soweit es angängig war, möglich. Entsprechend der ver späteten Ernte ist die Bestellung des Ackers mit Wintersaat in Denigen Gegenden weit vorgeschritten. Als schädliche Tiere merden fast nur Mäuse genannt, die sich sehr vermehrt haben sollen. Sie sind eine wahre Plage für Brandenburg, Stettin, Stralsund, Posen, Breslau, Liegniß, Merseburg, Erfurt und Sigmaringen, namentlich für Erfurt und Stettin. Bei den Kartoffeln wird allgemein über starke Fäulnis und Krankbeit der Knollen geklagt. Auch schlechte Haltbarkeit, namentTich bei feineren Eßfartoffeln, wird befürchtet. Der zweite Kleeschnitt wurde meist gut eingebracht. Er ergab infolge
Trodenheit nach dem ersten Schnitt einen geringeren Extras als in den anderen Jahren. leber die Wiesenhen anten lauten die Nachrichten aus den llebersdyvemmungs. geleten recht ungünstig. Aber auch aus anderen Landes. triles fommer viele Alagen über mangelhaften Nachwuchs. Ez, nachdem die Grasnarbe nach der ersten Schur versengl was bez Nässe Wärme fehlte, ergeben die Wiesen viel. fach eine weiter Sanitte.
rd. Ein geflügelzüchterisches Kuriosum ist zur Zeit auf der in der ungarischen Stadt Nagytecskerek stattfindenden Geflügelausstellung zu sehent. Es ist eine Henne im chrwürdigen Alter von 26, sage sechsundzwanzig Jahren. Ihr Eigentümer ist der Felsö- Muzslaer Landmann Peter Juháß, ein passionierter Geflügelzüchter, der für seine Pfleglinge eine veritable Geflügelstammrolle führt. Ein nach allen Regeln eines Stammbaumnes angefertigte: legalisierter Matrikelauszug weist das Alter dieses Methusalems, auz dem Geschlecht der Hühner in zweifelloser Weise nach. Und
Alter schüßt vor Torheit nicht die Henne legt noch Eier! Das mag ihr nun allenfalls gegönnt sein, aber dringend zu wünschen ist im Interesse der dortigen Gour mets, daß diese in Ehren ergraute Henne unbedingt eines natürlichen Todes sterbe...
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