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Giessener Cagesneuigkeiten.

Das Großh. Regierungsblatt Nr. 25, aus­gegeben am 22. April, enthält: I. Gesez, die Ausführung des Reichsgesetzes über die Schlachtvieh- und Fleisch beschau betreffend. II. Fleisch beschauordnung.

*

III. Dienstanweisung für die Fleischbe schauer, welche nicht die Approbation als Tierarzt besigen. ** Im Wahlkreis Alsfeld Lauterbach Schotten ist von den Freisinnigen und Nationalliberalen Herr Kreisrat Wallau- Lauterbach als Reichstags­fandidat aufgestellt worden, dessen schärfster Gegner ist der bisherige Abg. Bindewald. Es wird also auch hier einen harten Rampf geben.

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*( Militärdienst nachrichten.) Erb, Wiener ( Gießen), Oberlts. der Landw. Inf. 1. Aufgebots zu Hauptleuten befördert. Wünsch, Lt. der Res des Inf. Regts. von Wittich( 3. Kurhess.) Nr. 83( Gießen) zum Oberleutnant befördert.

** Die Feier des hundertjährigen Geburts tages Justus von Liebigs am 12. Mai d. Js. wird von der Stadt Darmstadt, der Großh. Technischen Hoch­

man sonst nur an Schweinen vorzunehmen pflegt, welche be-| wegen, in das Geschäft einzugreifen, und dadurch die reits ihren Herrn haben, konnte die Reflektanten nicht be­fand, herbeizuführen. Der Schweinemarkt blieb erheblich Räumung des Marktes, der erst gegen 21 seinen Schluß überständig.

findet in der Turnhalle des Turnvereins Gießen die Gau­Turnerisches. Nächsten Sonntag den 26. d. M. vorturnerstunde des Gaues Hessen mit anschließender Be­ratung statt.

** Die turnerische Tätigkeit auf dem 10. Deutschen Turnfeste zerfällt in ein allgemeines Turnen, für welches diesmal Stabübungen gewählt wurden, in das Turnen der Kreise, deren die deutsche Turnerschaft 18 zählt, in Sondervorführungen, Einzel- Wetturnen in Sechs- und Dreifampf, Ringen, Fechten und Spielen. Dieser Tage waren nun hier die Kreis- und Gauturnwarte von Bayern versammelt, um die Kreisvorführung der Bayern zu regeln, die am Sonntag den 19. Juli stattfindet.

Aus Hessen und nachbargebieten. Grünberg. Wie wir erfahren, soll kommenden 1. August an unserem Bahnhof die Bahnsteigsperre Bügen hauptsächlich abends, das reisende Publikum sich durch die ansammelnde Menge Bahn brechen muß, wird dann ge= hoben sein.

oll nach dem Beschule, dem Hessischen Landwirtschaftsrat, der Großh. land- eingeführt werden, der Uebelstand, daß bei den eintreffenden

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wirtschaftlichen Versuchsstation, dem Verein Hessischer Aerzte und dem Verein deutscher Chemiker durch eine gemeinschaft liche Feier begangen, zu der soeben die Einladungen erlassen wurden. Vormittags 10 1/2 Uhr findet ein Festakt im städtischen Saalbau unter Mitwirkung des Musikvereins statt, bei dem Geheimrat Prof. Dr. Bolhard aus Halle a. d. S, Geh. Hofrat Prof. Dr. Wagner- Darmstadt und Dr. med. Heil- Darmstadt Reden halten werden. Um 2 Uhr nach mittags findet ein gemeins haftliches Essen statt, abends 8 Uhr eine gesellige Vereinigung im Saalbau. Die Teilnahme von Damen ist erwünscht.

** Gießen soll ein Liebigmuseum erhalten. Aus­ersehen ist dazu das alte Liebig'sche Laboratorium und die Erbauung soll nach Fertigstellung der neuen Kliniken er folgen.

*

Eine Liebigfeier findet am 12. Mai in der

Aula der Universität statt.

** Dem Museum im alten Rathause wurden von den Besißern des Neuen Saalbaues, den Herren Trescher und Schrödel die aus Stein gefertigten Wappen haltenden Löwen, welche den Eingang zu dem früheren Steins Garten zierten in dankenswerter Weise überwiesen. Es sind diese Architekturstücke genau so interessant, wie die Löwen des ehemaligen Marktbrunnens, welche ebenfalls im Besiz des Museums find.

[ Stadttheater.] Gestern gelangte bei einem vollbe­festen Haus das 7. Gastspiel des Elbinger Operetten­Ensembles" Die Geisha", eine japanische Theehausge. schichte, zur Aufführung. Besonderen Wert wurde dabei auf die gänzende Ausstattung an Dekorationen, Kastümen und Requisiten gelegt, die den Theaterbesuchern ist ein japa­nisches Bereich versetzten. Was die Aufführung selbst anbe langt, so ließ das Stück nichts zu wünschen übrig, denn jeder Spieler wur auf seinen Posten. Besonders machte Herr Ganzert den Chinesen Wun- Hsi, der Besitzer den Thee­hauses, der durch sein komisches Gebaren die Heiterkeit des Publikums hervorrief, vorzüglich. Die Geisha Mimosa, bon Frl. Stöger gespielt, sowie der japanische Gouverneur Marquis Imari,( Herr Bruck) und der Leutnant Kanata der japanischen Artillerie( Herr Nolte) spielten ihre Rollen bortrefflich. Auch der Melodienreichtum der Musit in diesem Stück war fesselnd. Heute Abend gelangt die Burlesf­Operette Orpheus in der Unterwelt" zur Aufführung.

Besizwechsel.] Dem Vernehmen nach soll das Café Ebel von der Brauerei Bichler für 120000 Mark täuflich erworben sein.

begnügt hätten, weil wir, wie auch andere Leute der Mein­Recht, solches Gelände für den genannten Preis zu erwerben. ung gewesen wären, die Stadt habe ein gefeßlich festgelegtes Dieser Irrtum sei jetzt längst beseitigt, und wenn dort oben das jetzt zu enteignende Gebiet freigegeben werde zur Villen­bebauung, dann seien die Grundbesiger durchaus nicht von vorn hrein verpflichtet, das für die Straße zu verwendende Gelände zu 1.12 Mt. für je 1 qm herzugeben; habe doch auch Herr Professor Bostroem für sein Gartenstück, das zur Straße werden solle, durch freiwilliges Anerbieten 19 Mt. für je 1 qm erhalten.

2. Ich habe ferner nicht gesagt, daß wir an der Kirchstraße einige von dem Pfarrgarten abgeschnittene Geländestücke der Stadt überlassen hätten, natürlich auch für 1 Mt. 12 Pfg.", sondern ich habe, einzig richtig erklärt, die Stadt habe uns für je 1 qm diese Geländestücke 6 Mt. geboten, und wir hätten sie hierfür derselben ver­fauft. Um nun auch meinerseits ein Beispiel dafür anzus führen, wie sehr zu Gießen der Preis des Baugeländes ge= stiegen sei, erwähnte ich noch, daß vor wenigen Jahren die Stadt für das erwähnte, zu 6 Mt. erworbene Gelände einem Nebenlieger 42 Mt. für den 1 qm angefordert habe. Gießen, den 23. April 1903.

Dr. Naumann, Pfarrer.

Geschäftliches.

Es ist eine Freude, zu sehen, wie unsere Kolonien bei­tragen, daß gute deutsche Fabrikate sich immer mehr über die ganze Welt verbreiten und selbst in das dunkelste Afrika aus der Kolonie Tabora in Ostafrifa herübergekommene Photographie, auf der min zwischen einer tropischen Vege­tation zwei Neger mit der bekannten Dalli" plätten sieht. Man erkennt auf letzterer deutlich das Schild mit der Auf­schrift Dalli", welches für die grinsenden Neger eine Art Fetisch zu sein scheint, da sie es bei ihrer Plättarbeit daran­gelassen haben. Die Deutsche Glühstoff Gesellschaft in Dresden, der die Driginal- Photographie freundlichst überlassen wurde, hat Vervielfältigungen in Form von Ansichtskarten herstellen lassen, die sie Kolonialfreunden, die bei ihr darum nach­suchen, gern tostenfrei übermittelt.

"

* Mücke. Nicht geringes Aufsehen erregt das Ver­schwinden des Direktors der Oberhess. Holzindustrie" auf Mücke. Derselbe ist seit etwa 14 Tagen mit unbekanntem eindringen. Einen entsprechenden Beleg hierfür liefert cine Aufenthaltsort verreist. Wie aus sicherer Quelle verlautet, sind bis jest teine erheblichen Unterschlagungen entdeckt Flucht des Direttors Bamberger gewesen sein. Derselbe worden. Private Schulden mögen der Beweggrund der bezog übrigens für Mücke einen recht bemerkenswerten Ge­halt, nämlich 4000 Mt. Besoldung, freie Wohnung, freies Licht und freien Brand. Bamberger, der früher in Alsfeld ein Geschäft betrieb, war dort schon einmal fallit geworden. Er war ein in allen Fächern gewandter Mann von sehr einnehmendem Wesen und genoß volles Vertrauen. Allerdings hatte der Aussichtsrat der Holzindustrie in letzter Zeit be­merkt, daß Bamberger die Geschäfte nicht mehr pünktlich führte, und deshalb einen Ersatz für ihn bereits in Erwä­

gung gezogen.

** Frankfurt a. M., 22. April. Der sozialdemokratische Stadtverordnete Quard spielt, so schreibt unser K- Korre­spondent aus Frankfurt, bekanntlich in den Versammlungen unserer Stadtväter den Hecht im Karpfenteiche. Fehlt er einmal, dann herrscht idyllische Ruhe. So auch in der legten Sigung. Ein Wizbold glossiert das folgendermaßen: Auf allen Bänken ist Ruh' überall spürst du kaum einen Hauch, Herr May schläft der Alte, kommt Quard nicht balde, schlafen die Andern auch."

"

** Strikende Polizei! Das ist das Neueste! An den Bahnhöfen Mainz werden die Polizeiwachtlokale

aufgehoben, weil die Bahnverwaltung sich weigert, die Reinigung, Heizung und Beleuchtung auch fernerhin zu stellen.

*** Mainz, 22. April. Vorgestern Nacht geriet der Schuhmacher Gottfried Flackius mit seinem 17jährigen Sohne Philipp in Streit. Dabei brachte Meister Knieriem seinem Sohne 9 erhebliche Stiche mit dem Schusterkneip in den Nacken bei. Schwerverlegt wurde der junge Mensch in das Rochusspital gebracht.

** Eine 12jährige Bauzeit ist für die Restau­rationsarbeiten am Kurfürstlichen Schlosse zu Mainz, die nunmehr begonnen wurden, vorgesehen. Zu den Kosten tragen bekanntlich das Deutsche Reich, der Hessische Staat und die Stadt Mainz bei.

Oeffentlicher Sprechsaal.

Enteignung von Gelände zu Klinik­bauten. Eingesandt. In dem letzten Termin, der in vorbenannter Sache vor dem Provinzial- Ausschuß abgehalten wurde, hatte auch ich, namens des Kirchenvorstandes be­

Bu dem gestern gemeldeten Besizwechsel ist noch anzufügen, daß das Haus vom Architekten Rocker= bed erbaut wurde und vom feitherigen Besizer Bauunter­nehmer Abermann für 82000 Mart vorerst an Herrn Christopfersen verkauft wurde, wobei der Käufer ein in Bad Nauheim habendes Haus für 33000 Mart in Bah- ziehungsweise der 1. Pfarrei meine Meinung betreffs der lung gab.

*

[ Viehmarkt.] Der Auftrieb auf dem Ochsen­markt, welcher am Mittwoch schon um 6 Uhr in der Frühe beginnen sollte, ging erst um 8 Uhr vor sich, weil der Tier­arzt, welcher die Tiere bevor diese den Markt betreten dürfen, erst untersuchen soll, nicht früher zur Stelle war. Mensch und Vich mußte daher mehrere Stunden zwecklos im strömenden Regen unter freiem Himmel warten. Auf­gefahren waren 34 Stück Gangochsen welche schnell Nehmer fanden. Einige Paare schöne Mittelwaare ziehen mit 800 bis 850 Mart fort. Der Rest wurde zwischen 600-750 Mark verkauft. Der Schweinemarkt haite einen Auftrieb bon ca. 1300 Stück, darunter wenig Ferkel. Troßdem der Handel sehr langsam vor sich ging hielten die Verkäufer an den Preisen wie bei den letzten Märkten fest. Selbst die List der Verkäufer die noch massenhaft unverkauften Tiere mit farbigen Strichen zu zeichnen, eine Manipulation die

Bekanntmachung.

Der in der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten­Bersammlung beratene und festgestellte Voranschlag der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1903- vom

Preisfrage ausgesprochen. Die Berichterstattung, die in Nr. 78 des Gießener Anzeigers" über meine Aeußerung gegeben wurde, war dem Gesagten nicht ganz entsprechend und ent­hielt einige sachliche Unrichtigkeiten. Ich unterließ aber eine Berichtigung, weil ich dachte, das Dargelegte werde gegen­über den gewichtigen Ausführungen der Herren Rechtsanwälte nicht weiter beachtet werden. Nunmehr ist mir aber wieder­holt versichert worden, daß das Berichtete, auch an maß­gebenden Stellen doch sehr auffällig hingenommen worden fei, weil es als von mir behauptet gelten mußte. Darum gebe ich auf Wunsch in zwei Punkten eine Berichtigung.

1. Ich habe nicht gesagt, die Kirchengemeinde habe vor Jahren für das zur Kirchstraße verwendete Pfarr­gartengelände 1.20 mt. für je 1 qm von der Stadt er­halten, sondern ich habe gesagt 1.12 Mt., und ich setzte hinzu, daß wir uns mit diesem allzugeringen Betrag für das wertvolle, mitten in der Stadt gelegene Gelände nur darum

Bekanntmachung.

Betr.: Die Löber'sche Stiftung.

Aus obiger Stiftung ist eine Pfründe von 260 Mt. jährlich an einen in Gießen geborenen verwitweten 1. April 1903 bis 31. März 1904 sowie die Voran- Handwerker zu vergeben, welcher einen guten Ruf besigt, söläge des Stadterweiterungsfonds, des Gas- und fortwährend einen gesitteten Lebenswandel geführt hat Basserwerks, sowie des Elektrizitätswerks für dieselbe und wahrhaft dürftig sein muß. Zeit liegen in Gemäßheit des Art. 83 der Städteordnung Anmeldungen werden von heute an binnen 14

von heute an während 8 Tagen auf der, Bürgermeisterei Tagen auf dem Armenamt, Neuenbäue 43, entgegen­-Zimmer Nr. 15- zur Einsicht der Beteiligten offen.

Gießen, den 24. April.

Der Oberbürgermeister.

Mecum.

genommen.

Gießen, 21. April 1903.

Der Oberbürgermeister. Mecum.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde. Samstag, den 25. April. In der Johannestirche.

Nachmittage 2 Uhr: Beichte und Vorbereitung zu der mit der Konfirmation verbundenen Abendmahlsfeier. Pfarrer Euler. Misericordias Domini, Sonntag den 26. April.

Gottesdienst.

In der Stadtkirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäus­gemeinde Pfarrer Schlosser.

Abends 6 Uhr: Siehe Johanneskirche.

Montag den 27. April, abends 8 Uhr versammelt sich im oberen Konfirmandensaal die Vereinigung der konfirmirten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde und die der Mar­fusgemeinde im unteren Konfirmandensaal, Kirchstraße 9. In der Johanneskirche.

Kollekte für die Armen.

Vormittags 9.30 Uhr: Konfirmation der Kinder aus der Lucas- und Militärgemeinde; im Anschluß daran Feier des heil. Abendmahls. Pfarrer Euler.

Abends 6 Uhr: Pfarrer Dr. Na umann. Gottesdienst der. israelitischen Religionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Sabbathfeier am 25. April 1903. Freitag Abend 7 Uhr. Samstag Vormittag 8 Uhr Predigt. Nachmittag 4 Uhr. Sabbathausgang 8.20 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Uhr. Nachmittags 6.30 Uhr. Abends 8.20 Uhr.

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für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen.

Bekanntmachung.

Die am 11. I. Mts angeordnete Sperre der Garten straße zwischen Südanlage und Löberstraße wird hier mit aufgehoben. Gießen, den 23. April 1903. Großherzogl. Polizeiamt Gießen. Hechler.

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