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hörigen soziale Arbeit als ein Gebot des Christentums for.| dere. Antisoziale Einrichtungen der Kirche sollen beseitigt und in Orten, wo eine größere Anzahl oder ganze Volks­massen die evangelischen Gottesdienste grundsäßlich meiden, regelmäßige öffentliche Vorträge mit freier Diskussion ver anstaltet werden. Der Verein wird Versammlungen mit Vorträgen über evangelisch- soziale Fragen und Lehrkurse abhalten, Druckschriften ausgeben, eine Bibliothek der ein­schlägigen Literatur begründen u. s. w.

* Endlich liegt eine allen Zweifeln ein Ende machende amtliche Darstellung über die Vorgänge in Warmbad vor. Sie bestätigt, daß den Weißen kein Haar gekrümmt worden ist. Gouverneur Leutwein meldet: Die Station Warm­bad wurde bis zum Eintreffen des Hauptmanns v. Koppy aus Keetmannshoop durch die Besagung und durch Kriegs­freiwillige unter dem ehemaligen Leutnant v. Busche ver­teidigt. Weitere Verluste sind nicht entstanden. Die Gefahr ist vorüber, der Feind unter dem neuen Kapitän in süd­westlicher Richtung ausgewichen. Die dritte Kompagnie ( Keetmanshoop) und die Witbois befinden sich im Vormarsch auf Warmbad, während die aus Windhuk abgegangene Truppe mit ihrer Spize in Kettmanshoop eingetroffen ist. Leutnant Jobst und Sergeant Snay sind im offenen Ge­fecht gefallen bei dem Versuch, den Kapitän der Bondelzwarts zu verhaften. Dieser wurde gleichfalls getötet." Der Schluß­saz zeigt, daß auch der Teil der ersten englischen Meldung, der dem Leutnant Jobst nachsagte, er habe den Kapitän der Bondelzwarts bei einem Palaver erschossen und so den Aufstand verursacht, wieder eine böswillige Entstellung war.

Die Nachricht von einer unfreundlichen Behandlung deutscher Schiffe durch die amerikanische Marine bei Panama erweist sich wieder als eine in deutschfeindlichen Newyorker und Londoner Redaktionen ausgebrütete Ente. Auf eine An­frage des amerikanischen Marinedepartements, ob die Mel­dung wahr sei, daß die amerikanischen Kriegsschiffe bei Colon die deutschen Schiffe Markomannia" und ,, Scotia" angehalten hätten, hat Admiral Coghlan geant­wortet: Die Markomannia" habe vor Colon angehalten, um Passagiere zu landen. Man habe das Schiff jedoch nicht behelligt. Die Scotia" sei, drei Tage überfällig, gegen Sonnenuntergang vor Colon angekommen und benachrichtigt worden, daß es nicht gestattet sei, Be­waffnete zu landen. Sonst sei das Schiff nicht belästigt wor­den. Nur die Dunkelheit hätte die Scotia" verhindert, so­fort ins Dock zu gehen.- Uebrigens hat die deutsche Reichs­regierung den Vereinigten Staaten mitgeteilt, sie sei bereit, die neue Republik Panama anzuerkennen. Nach dem neuen Kanalvertrage garantieren übrigens die Amerikaner die Un­abhängigkeit der Republik Panama, so daß jede Anstren­gung Kolumbiens, Panama wieder unter seine Botmäßig­keit zu bringen, vergeblich sein muß.

* In Windsor ist jetzt in der Tat ein Schiedsvertrag zwischen England und Italien zu stande gekommen. Die beiden Könige Eduard und Victor Emanuel haben dem Ver­trage, der zwischen ihren Auslandsministern vereinbart wurde, ihre Genehmigung bereits erteilt. Den praktischen Wert dieses Vertrages braucht man nicht allzu hoch einzu­schäßen. Wenn es sich um wirkliche Lebensfragen zweier Mächte handelt, wird keine von ihnen die Entscheidung von dem Spruche eines Dritten abhängig machen.

In das Star Spangled Banner", das über den weiten Ländergebieten der Nordamerikanischen Union weht, soll ein neuer Stern eingefügt werden: Kuba soll ein nord­amerikaniſcher Staat mit allen Rechten und Pflichten eines solchen werden. Im Washingtoner Senat hat der Senator Newlands eine für beide Häuser, also auch für das Reprä­sentantenhaus, bestimmte Resolution eingebracht, wonach Kuba ersucht werden soll, sich unter den für die anderen Bundesstaaten geltenden Bedingungen den Vereinigten Staa­ten anzuschließen. Weiter wird darin vorgesehen, daß Puerto Rico ein Kreis oder eine Provinz von Kuba werden soll. Selbstverständlich wird Kuba nicht Nein sagen. Die Folgen einer solchen Eingliederung Kubas in die hoch­schutzöllnerische Union würden für den europäischen Handel außerordentlich empfindlich sein.

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Hof und Gesellschaft.

Das Befinden des Kaisers ist dauernd gut. Am Geburtstage der Kaiserin Friedrich erschien das Kaiserpaar, zu Fuß vom Neuen Palais fommend, im Mausoleum, wo sie am Sarkophage der Kaiserin Friedrich einen Kranz aus Lorbeer und weißen Rosen niederlegten. Prinz Joachim und Prinzessin Viktoria Luise legten ein Bukett aus Crysan­themum nieder. Nachdem die Herrschaften eine zeitlang in stiller Andacht im Mausoleum verweilt hatten, begaben sie sich zu Fuß nach Sanssouci und von dort nach dem Neuen Palais zurück.

Das italienische Königspa ar ist von seinem englischen Besuch über Frankreich wieder nach Italien zu

Der Wildhirt.

Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung.) ( Nachdruck verboten.)

rückgereist. In Portsmouth wurden den Abreisenden dura) die versammelte Flotte die königlichen Ehren erwiesen.

Aus dem Gerichtssaal.

§ Zum Kindesunterschiebungs- Prozeß Kwilecki kommt eine Meldung aus Krakau, die auf dem ersten Blick eine große Sensation zu erregen geeignet ist. Danach hat das Berliner Gericht die Krakauer Behörden telegraphisch gebeten, einen Geburtsschein des von der Parcza, später verehelichten Meyer geborenen zweiten Knaben zu besorgen. Aus den Aussagen der Parcza ging hervor, daß sie das fragliche Kind am 17. Dezember 1896 geboren hatte. Nun stellte es sich heraus, daß im Matrikelbuch des Parochialamtes der St. Nikolaus­kirche zu Krakau, wo der kleine Parcza getauft wurde, das Geburtsdatum von unbekannter Hand weggefragt war. Das Gericht wandte sich sofort an das Statistische Bureau des Krakauer Magistrats, wo eine Kopie des Geburtsscheines liegen mußte. Zur größten teberraschung fand man, daß aus dem Aftenband mehrere Geburtsscheine, darunter der des fleinen Parcza, gestohlen waren. Das konnte nur von einer mit den Einrichtungen der Stadt gut vertrauten Person ge­tan worden sein. So interessant diese Mitteilung ist, notabene wenn sie sich bewahrheitet, so sieht man doch nicht recht ein, wem durch die Entfernung des Datums und der Geburtsscheine denn eigentlich genüßt sein solle. Durch diese Erwägung verliert die Krakauer Nachricht viel von ihrem prozessualen Wert.

Etliche Jahre waren vergangen und Hangcurt ein Bursche geworden. Das Elschen war zu einem bild­hübschen Mädchen erblüht, fräftig und dabei geschmeidig in Gestalt und Bewegungen, angenehm im Umgang und freundlich im Wesen, Eigenschaften, welche es sich angewöhnt durch den Verkehr mit den Gästen in der Wirtschaft, deren Besorgung ihm fast allein oblag, weil sein Vater kränklich war und seine Mutter den Haus­halt besorgen mußte.

Das

An einem Sonnabend Abend im Monat April war die Wirtschaft ziemlich stark von Gästen besetzt. Auch der Hangcurt war da. Er hatte zuerst mit mehreren seiner Kameraden Karten gespielt, nun saß er am Ofen auf der breiten, gelb angestrichenen Ofen­bank mit gedrehten Beinen und Rückenlehne. Elschen saß jedesmal, sobald es nichts zu thun hatte, neben ihm, strickte emsig und unterhielt sich mit ihm. Na, d'm Tiophel habense ja nun die Wildhute gegeben", sagte jetzt der Nau's Lange oder einfach der Lange"*) genannt. Ich glaube, da habense auch den Bock zum Gärtner gemacht."

" Was kann uns dranliegen", bersetzte der Eckerts Hannmichel, ein schon etwas älterer und verheirateter Mann, der auch Mitglied des Gemeinderats war Was kann uns an dem Wildzeug liegen, das uns

§ Aufruhr. Die Matrosen Lemke und Laupichler vom Linienschiff ,, Kaiser Wilhelm der Große", welche fürzlich den Oberbootsmannsmaat Raap überfielen und mißhandelten, wurden vom Kieler Kriegsgericht wegen militärischen Auf­ruhrs zu sechs Jahren einem Monat Zuchthaus, Entfernung aus der Marine und fünfjährigem Ehrverlust verurteilt.

§ 10 Mark pro Kuß. Die Appellationsabteilung des höch­sten Gerichtshofes von Albany beſtätigte dieser Tage ein Urteil des unteren Gerichtshofes, durch das Miß Frances Pettit 12 000 Mark Schadenersatz zugesprochen wurde, weil ein Mr. Tittemore sein ihr gegebenes Heiratsversprechen ge­brochen hatte. Während der Verhandlung sagte sie aus, daß Tittemore sie in den vierzehn Jahren ihres Brautſtandes 1236mal gefüßt hatte. Zum Beweise ihrer Behauptung zeigte sie ihr Tagebuch, in das sie immer die Anzahl der Küsse eintrug, die er ihr während seines Besuches gegebe: hatte. Das machte also beinahe 10 Mark für den Kuß. Miß Pettit beanspruchte 200 000 Mark oder etwa 16 Mar für jeden Kuß; aber die Richter nahmen ihren Sat" nicht an.

Nab und fern.

Neue Ueberschwemmungen im Odergebiet. Wie aus Breslau gemeldet wird, ist durch anhaltende Regengüsse die Oder von neuem so stark geschwollen, daß der Briesen­Lindener Deich bei Brieg an einer alten Bruchstelle den Wassermassen nicht standhielt und zerriß. Da auch andere Deiche gefährdet sind, mußte ein ständiger Wachdienst ein­gerichtet werden.

Furchtbare Eisenbahnkatastrophen werden zu gleicher Zeit aus Portugal, Spanien und Nordamerika gemeldet. In allen drei Fällen sind zahlreiche Opfer an Toten und Verwundeten zu beklagen. Die Verluste an rollendem Ma­terial sind gleichfalls sehr groß.

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Lokales.

Gießen, 23. November 1908,

* Die Darmft. 8tg." veröffentlicht im Namen de

Großherzogs folgenden Dan terlaß:

Das Unglück in Portugal ereignete sich bei Cascaes, etwa 35 Meilen von Lissabon entfernt. Sieben Personen aus den vornehmsten Familien des Landes fanden dabei den Tod, siebzehn Personen wurden schwer verletzt, darunter die Herzogin von Palmella, die erste Hofdame der Königin. Un­gefähr die gleiche Anzahl an Opfern forderte der zweite Unfall, bei dem infolge falscher Weichenstellung in der Nähe des Bahnhofs Cercedilla auf der Strecke Madrid Segovia zwei Güterzüge zusammenstießen, von denen der eine zwei Personenwagen mit sich führte. Sieben Personen wurden dabei getötet, fünf schwer und zehn leichter verwundet. Am unheilvollsten war die amerikanische Katastrophe, die sich bei Tremont auf der Linie St. Louis Chikago ereignete. Ein Güterzug fuhr mit solcher Gewalt auf einen Personenzug, daß der letztgenannte vollständig zertrümmert wurde. Zwei­unddreißig Passagiere wurden getötet, viele andere schwer berlebt.

Bunte Chronik. Starke Nebel haben auf der Ostsee, speziell im Kattegatt, mehrere Zusammenstöße und Stran­dungen verursacht.

-Auf dem Kieler Hauptpostamt erfolgte die Explosion eines dort eingelieferten Postpakets. Ein Beamter erlitt Verlegungen. Der Inhalt des Pakets bestand aus Feuer­werkskörpern.

In Brooklyn stießen zwei Hochbahnzüge zusammen. Die Wagen gerieten in Brand. Zwei Passagiere wurden ge­tötet, zahlreiche andere verletzt.

d's ganze Jahr Schaden genug thut. Wenn auch der Tiophel sonst nichts wert ist, zum Wildhirt konnten mir fein' bessern finden im ganzen Dorf."

Ja, und das Wild kein' schlechtern Hirten." " Das mag das Forstamt mit ihm abniachen." " Ich glaub, eh' s lang währt, spaziert dann der Wildhirt in die Eisen."

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Aus Anlaß des Hinscheidens der Prinzeffin Elisabeth. Meines innig geliebten Kindes, sind mir aus allen Teilen Meines Landes und aus allen Kreisen der Bevölkerung zahllose Zeichen aufrichtiger Mittrauer, warmer und treuer Anteilnahme zugegangen. Wenn nächst dem festen Glauben an Gottes Güte und Weisheit Mir in Meinem großen Schmerz etwas Troft und Stärkung verleihen kann, so ist es der Blick auf Mein treues Volk, das an der Bahre Meines Lieblings mit Mir trauert. Tiefbewegt sage Ich Allen, die in diesen Tagen schwersten Leides teilnehmend Meiner gedacht haben, von Herzen Dank."

* Der Großherzog haben in dem erhebenden B wußtsein der Trauer Seines treuen Volkes zu bestimmen aeruht, daß die Gratulationen zum diesjährigen Allerhöchften Geburtsfefte und die Feier desselben auf den 1. Januar 1904 verlegt werden.

" Na, dann sein mir'n los.' s muß im Dorf doch Jeder Sorge tragen, daß er gut mit ihm steht, denn er is doch nun mal' n gefährlicher Bursch."

Das is er, und ich glaub', daß' s kein and'rer gewesen is, der neulich Hinnerfranks d'n Stall ange steckt hat."

" Ja, um' n Kleines fonnt' das ganze Dorf d'rbei zu Grunde gehn. Wenn nit grad Windstill war, wär's aroße Gefahr gewesen. Ich sagts auch dem Hinner­fcant, er hätt'n gehn lassen sollen."

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Großherzog8 Geburtstag und die Schul fetern. Rufolge Verfüoung Gr. Ministeriums des Innern ( Abt. für Schulangelegenheiten wird folgendes mitgeteilt: Es sind weifel darüber lant aeworden, ob nach dem schweren Leid, das Se. Könial. Hoheit den Großherzon neuerdings betroffen bat, dessen Geburtstag auch in diesem Jahr in den Schulen feftlich zu begeben sei. In Ermäqung. dak die Geburtstagsfeier des Landesherrn ein Fest der Treue ist, die in Tagen der Trauer nicht minder wie in froben Biten die Herzen erfüllt und beweat. ist diese Frage zu bejaben. Selbstverständlich aber wird die Feier in diefem Sabre auf den ernsten Ton aeftimmt sein müssen der den Umständen entspricht. Sie wird sich auf eine Ansprache nebst dem Vortrag einiger ernster Gefänge und pass nder Instrumentalvorträge beschränken können.

,, Der hatt'n angezeigt wegen Diebstahl." " Ja, wegen Fruchtdiebstahl, wo er ihn bei erwischt hat, und da hat der Tiophel paar Wochen sizzen müssen."

' s soll sich Jeder vor ihm in acht nehmen, vor dem Bursch; ich glaub', er schlägt ein tot um'n Butter­brod und steckt' m den roten Hahn aufs Dach."

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, Da fragt er gar nichts nach und' n Gewissen macht er sich gewiß nit aus Falscheid und Totschlag. ' n gutes Ende nimmts mal mit dem nit."

,, Sei Mutter is aber, glaub' ich, ezt ganz zu­frieden mit ibm."

*. Verleihung. Das allgemeine Ehrenzeichen wurde vom Kaiser dem Eisenbahnlokomotivführer Heinrich Köhler 3 Gteken verliehen.

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Sanitätsfolonne Gieken. Beſtern Nach: mittaa fand in der Turnhalle der Stadt mädchenschule bie erste Unterrichtsstunde der neu gehtsbeten Sanitäts folonne statt, die von ca. 70 Berfonen 6 sucht war. Auch Vertreter der Behörde( u.a. Herr Brovinzialdirektor Dr. Breidert) batten sich eingefunden und dadurch ihr Interesse an dem Unternehmen tundgegeben. Ru Anfang wiek Herr Amts gerichtsrat Wiener, der Vorfißende des meiavereins vom roten Kreuz in Gießen, auf den humanen Rw- ck der Sani tätsfolonne hin und forderte die Anwesenden in wormen Worten zur Einzeichnung in die Mitaliederliste. welde schicklich 52 Anmeldungen umfaßte, auf. Darauf wurde den Erschienenen Herr Stabsarzt Dr. Ehrich als Leiter des Unterrichtsturfus vorgestellt, welcher an Hand anotomischer Abbildungen sofort mit den ersten Unterweisungen begann. Sämtlichen Mitoliedern wurde auch ein Leitfaden zur An­leitung für die ersten Hilfeleistungen zum Studium über gehen. Der Kursus besteht aus 24 Unterrichtstunden, die Mittwoch Abend von 9-11 Uhr und Sonntag Na mittag von 4-6 Uhr stattfinden sollen. Dem Unternehmen ist nicht nur ein qutes Gedeihen, sonder auch ein reges Intereff. b- fonders auch seitens jüngeren Herren von Herzen zu wünschen.

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* Stadttheater Gieken. Am Samstag aing vor mäkta beseztem Hause als Voltsvorstellung zum zweiten Male Maria Magdalene" in Szene. Der Besuch war mäßia und auch die Darstellung ließ im Gegensatz zu der ersten Aufführung manches zu wünschen übrig. Bestern, Sonntag( Ueber den Waffern), wäre, besonders für die besseren Pläß, ein regerer Besuch zu erwarten gewefen. Die Darstellung war wieder vorzüglich. Eine weitere Besprechung, die unsere Ansicht über Sonntagsvorstellungen wieder giebt, lassen wir jedenfalls morgen folgen.

** Maria von Magdala, das viel besprochene Drama von Bant Hayse, dessen Aufführung am letzten Diens

,, Na, ja, die hat ihn ezt auf der richtigen Fährte. Die macht ihm gewiß feine Vorwürf', wenn er stiehlt. Wenn er der nur das Haus tüchtig bouschleppt! Die müßt doch' m Gänschannes sei Frau nit g'west sein, wenn sie' n zu was Gutes anhalten sollt."

In solcher Art redete nicht allein der Lange und der Eckerts Hannmichel über den Tiophel, sondern auch die andern. Endlich meinte der Lange:

" Soviel kann ich' m sagen, daß ich mich nit vor ihm fürcht. Wenn ich' n mal ecwischt auf'm Hof, ich zeig' n dem Gericht nit an den Vagabund."

Dir hat er wohl mal auf den Juß getreten?" Das hat er aber ich sag's nit."

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Die Burschen lachten und einer von ihnen meinte: Wennst'n totschlägst, Langer verdienste Dir'n Gotteslohn d'emit."

"

Das thu' ich nit, denn wenn ich das thu', muß ich'n für gut bezahlen und' r is fein Schuß Pulver werth."

Der Hangcurt und das Elschen hatten dem Ge spräche zugehört. Endlich meinte dieses, indem es einen innigen und zufriedenen Blick auf den hübschen Burschen warf:

Hangcurt, wenn ich dent, was is für'n Unterschied zwischen den Leut': wenn ich Dich so seh und dann an

so' nen Menschen denk, wie den Tiophel sollt's faum glauben."

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Fortseßung folgt.

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gegen 8 Uhr