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emwenden. Der die Sache gewinnt ein anderes Gesicht, wenn man fich der Monroe- Doktrin erinnert. In dem Mugenblick, wo die Amerikaner diese Doktrin aufstellten, die allen anropäischen Mächten die politische Bewegungsfreiheit micht mr i Nord- sondern auch in Südamerika zu verkürzen : md völlig zu unterbinden sich erdreistet, in diesem Augenblick begabe:: fie fich des Rechts, ihrerseits auf fremden Weltteilen mitzureden. Einstweilen ist ihnen das, bei der Eifersucht und Nebenbuhlerschaft der europäischen Staaten, noch nicht gehährend zu Gemüte geführt worden. Aber der Tag tommt, wo der Tag der Union voll ist, wo keine Kaze sich um die Monroe- Doktrin fümmern wird, der die Yankees durch hr jebiges Berhalten selbst ins Gesicht schlagen. Wer für die Anmaßlichkeit der Union gegenüber Europa einmal Ver­geltung üben wird, ist heute noch unklar. Aber allem An­schen: noch wird es Rußland sein. Es flingt wie Zukunfts­mufit, aber es wird zur Gelting kommen: Mit dem Heraus­treten Amerikas über seine Grenzen hat es seinen Traum von einer panamerikanischen Oberhoheit selbst zerstört..."

Die Denkmals- Weihe.

( Von unserem Spezialberichterstatter.)

fnn. Dauzig, 22. September.

Die alte Hansestadt hatte sich zum Besuche des Kaisers. der zur Einweihungsfeier des Provinzialdenkmals für seinen Großvater direkt aus Wien herbeigeeilt war, festlich, doch ohne Brunksucht und ohne renommierende Verschwendung geschmückt. Es ist ja so leicht, die gebrochene Linie der freundlichen Boulevards zu einem hübschen Bilde herauszu­puzen. In der Anlage des gesamten neuen Stadtteils sind tünstlerische Gesichtspunkte, die auf die ehrwürdige Vergangen­heit Danzigs Rücksicht nehmen, reichlich zu ihrem Recht ge­kommen; und so genügen einige Flaggeninasten, etwas Tan­nengrün und das Bunt der Fahnen, wenn er Parade an­Tegen soll.

gung der obligatorischen Selbstversicherung aufgenommen sehen.

* In Frankfurt a. M. tagt gegenwärtig der Verbands­tag deutscher Bierhändler. Von seinen bisher gefaßten Be­schlüssen ist einer zu erwähnen, der die Absendung einer Petition an den Reichstag um gesegliche Regelung des Flaschenbierhandels betrifft. Der nächſt­jährige Verbandstag wird in Hannover stattfinden.

Der Kampf zwischen Krone und Parteien in Ungarn dauert fort. Mit der offiziösen Erklärung des Kaisers sind die erbitterten Magyaren nicht zufrieden, sie verlangen den Widerruf des Armeebefehls, den der Kaiser entschieden ab­lehnt. Wie erregt die Ungarn schon vor dem Armeebefehl waren, beweist die Tatsache, daß sie sich an König Eduard gewandt haben, damit er beim Kaiser Franz Josef Für­sprecher ihrer nationalen Forderungen sei. Der Briten­fönig hat das natürlich abgelehnt.

Von neuen Streifunruhen in Südrußland berichtet eine Meldung aus Borissoglebsk im Gouvernement Tambow., Danach sind die Arbeiter der dortigen Eisenbahnwerkstätten, die bereits einmal ausständig waren, von neuem in den Ausstand getreten. Aus Tambow mußten zivei Kompagnien Soldaten requiriert werden. Man kann sich also denken, was da wieder vor sich gegangen sein mag.

Das Denkmal, ein Werk des Berliners Eugen Börmel. ist Ihnen aus einer eingehenden Beschreibung schon bekannt. Der Festplatz vor dem Hohen Tor" bot das bekannte Bild. Das Publikum, namentlich die Damenwelt auf den Tribünen, vielleicht etwas lebhafter als anderwärts: das macht der starke Einschlag slavischen Bluts. Die Hülle des Denkmals zeigte die preußischen Farben. Die Festversammlung wie der militärische Rahmen des Ganzen erhielt durch das starke Ueberwiegen des martialischen Dreß der Totenkopfhusaren ihre Spezialfarbe: Auch der Kaiser trug den schwarzen Attila, und ebenso der Sprecher der Provinz Westpreußen, Vor­sigender des Provinziallandtags Rittergutsbesitzer v. Graß­Planin. Punkt 5 Uhr traf der Monarch auf dem Festplatz ein. Er ritt den zur Uniform der ersten Leibhusaren ge­hörigen Schimmel; eine gemischte Schwadron der ersten und zweiten Leibbursaren, also Schimmel und Rappen, schwarze Fähnlein mit weißem Lotenkopf, und weiße Fähnlein mit schwarzem Toteutopf in gleider Bahl, esfortierte ihn. Ju­belndes Hurra in den Straßen bei seinem Anritt, jubelndes Hurra beim Eintreffen auf dem Festplaß. Nach dem Fall der Hülle imter den Alängen des Präsentiermarsches und unter mächtig rollendem Kanonendonner erfolgte die Ueber­nahme des Denkmals unter huldigender Rede des Ober­bürgermeisters.

Auch die Russen haben sich allmählich darauf besonnen, daß die Welt im Zeichen des Verkehrs steht. Die russische Regierung hat die Errichtung eines besonderen Ministeriums für Posten, Telegraphen und Telephone im Prinzip be­schlossen. Im Prinzip" beschlossen: Das heißt: Vor der Hand ist an die Begründung eines solchen Reichspostamts für Rußland nicht zu denken. Aber es wird schon einmal dazu kommen auch hiermit kann Rußland warten.

gab sich der Kaiser mit dem Fürsten zu Dohna- Schlobitten zu Wagen nach dem Jagdschloß Nominten.

*** Der Kronprinz befindet sich gegenwärtig in Ostpreußen zur Jagd. Speziell widmet er sich mit Eifer der Elchjagd in der benhorster Forst bei Cranz. Heute ( Mittwoch) weilt der Kronprinz in Königsberg, wo er im

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Königlichen Schlosse absteigt. Gegen 5 Uhr nachmittags ist auf 87857( Alte

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447720, 49 174, 917523. * Ueber Mehr zu Romro ** Vom Samstag und

ein Besuch des Kronprinzen bei dem Offizierkorps des Gre­nadierregiments Kronprinz" in Aussicht genommen; hier wird der Kronprinz an einem ihm zu Ehren veranstalteten Festmahl teilnehmen und nach Aufhebung der Tafel nach Schloß Preyl weiterreisen, um dem Generaladjutanten wei­land Kaiser Wilhelms I., General der Kavallerie Grafen v. Lehndorff, einen Besuch abzustatten. An den ostpreu­ßischen Aufenthalt des Kronprinzen schließen sich Jagd. ausflüge in den Harz an. Zunächst ist ein Besuch des Forst­hauses Delberg bei Afen geplant, von wo der Kronprinz sich nach dem Dambachshause bei Thale begiebt, wo die Ankunft am Sonntag, 27. d. Mts., kurz nach 3 Uhr nachmittags erfolgt. Hier ist ein Aufenthalt von etwa drei Tagen in Aussicht genommen.

O Die Mißhelligkeiten und Feindseligkeiten zwischen dem französischen Offizierkorps und der Pariser Regierung er­strecken sich auch auf die Marine der Republik. Neuerdings macht in Frankreich ein Krach zwischen dem Marineminister Pelletan, einem Zivilisten, und dem Admiral Maréchal von sich reden. Der Admiral war mit mehreren Maßnahmen des Ministers nicht zufrieden und wollte ihn zur Rede stellen. Aber Herr Pelletan sah diese Notvendigkeit nicht ein, und wenn der Admiral sich im Marineministerium anmelden ließ, schickte ihn der Minister wieder nach Hause, ohne sich sprechen zu lassen. Dem alten Seebären ging die Galle über, und er setzte sich hin und schrieb Herrn Benetan ein paar bitterböse und an den Salonstil nicht entfernt ge­mahnende Briefe. Das war eine große Torbeit; im letzten Ministerrat verlas Herr Pelletan die umgeschminkten Wahr­heiten, die Herr Maréchal ihn gewidmet, und das Kabinett beschloß, dem Admiral cinen Denkzettel zu geben, indem es ihn pensionierte. Nun wird der Spektakel wohl erst recht losgehen. Schließlich wird man Herrn Maréchal wohl wieder reaktivieren.

Nach der Denkmalsfeier empfing der Kaiser eine De­putation von Arbeitern aus den Danziger staatlichen Wert­stätten, deren Führer ihn in kurzer Ansprache begrüßte. Der Kaiser wies in einer markigen Entgegnung darauf hin, daß die Arbeiterschaft das höchste Interesse daran habe, das Deutsche Reich ungeschmälert und ungestört zu erhalten und im Innern wie nach außen festgefügt zusammenzuhalten. Denn nur in einem solchen werde die deutsche Arbeiterschaft Lohn, Lebensunterhalt, Zufriedenheit haben und mit Ver­trauen in die Zukunft blicken können. Er hoffe nach wie vor, daß die Arbeiter ihr Deutschtum im Frieden nach außen zu Ehren bringen, und im Kriege nicht zögern werden, zur alten bekannten Waffe zu greifen, wenn es gilt, das Vater­land zu verteidigen. Zum Schluß unterhielt sich der Kaiser mit mehreren Arbeitern und sagte ihnen u. a. Berücksichti­gung verschiedener Wünsche inbezug auf ihre Wohnungs­verhältnisse zu. Ein Diner im Kafino der Totenkopfhusaren bildete den Schluß der Festlichkeit. Um 10% Uhr abends sette dann der Kaiser seine Reise nech Rominten fort.

Unser nenester Kreuzer Berlin"

Aus dem Gerichtsfaat.

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§ Prinz Prosper Arenberg, der bekanntlich seit kurzem in der Strafanstalt Tegel interniert ist, wird, dem Ver. nehmen nach, in diesen Tagen von dort nach Celle trans. portiert werden, um in einer vor der Disziplinarkammer der Justizbeamten des dortigen Oberlandesgerichts statt. findenden Verhandlung als Zeuge zu fungieren. Angeklagt sind zunächst drei Aufseher des hannoverschen Gerichts­gefängnisses, welche beschuldigt werden, dem Prinzen wäh rend seines dortigen Aufenthaltes allerlei Erleichterungen" gewährt zu haben. Die Verhandlung, die unter Ausschluß der Deffentlichkeit stattfindet, soll vom Oberlandesgerichts. Präsidenten Krah persönlich geleitet werden, während der Oberlandesgerichtsrat Jeß, der die Voruntersuchung in dieser Affaire führte, als Referent wirken wird. Weitere Zeugen sollen zu der Verhandlung nicht geladen werden, da die Angeklagten ein offenes Geständnis abgelegt haben.

Ganz und gar nicht paßt den französischen Sozialdemo­fraten die Absicht ihrer italienischen Gesinnungsgenossen, den Zaren auszupfeifen, wenn er nach Rom tommt. Einige französische Sozialisten haben dem italienischen Sozialisten­führer Ferri zu verstehen gegeben, daß es im Interesse der franzöfifch- italienischen Annäherung angezeigt sei, den Plan einer Rundgebung gegen den Kaiser von Rußland bei dessen Besuch in Rom fallen zu lassen. Die italienischen Sozial­demokraten werden sich durch solche Borstellungen faum von ihrer Abficht abbringen lassen. Dazu sind sie viel zu böse auf den Zaren.

lief gestern in Danzig glücklich vom Stapel. Wie bereits gemeldet, war der Berliner Oberbürgermeister Kirschner von Raiser eingeladen worden, dem Schiffe, das den Namen der Reichshauptstadt in ferne Meere tragen soll, die Taufrede zu halten. Der Oberbürgermeister darkte in seiner Rede in Namen Berlins für den Beweis landesväterlicher Huld und sprach die Hoffnung aus, daß die Besagung des neuen Kreuzers berall, wo sie dazu berufen wird, an der heimat­lichen Rüfte wie in den fernsten Meeren, als ein würdiges Glied unserer tapieren, machtvollen deutschen Marine mutig fämpfen wird für Kaiser und Reich, für deutsche Ehre bis in den Lod." Dann zerschellte er mit fräftigem Schwunge die Flasche deutschen Schaumweins an dem Bug des mäch­tigen Schiffes und majestätisch glitt dieses, nachdem die Halte­taue gefappt toaren, ohne Unfall in die auffprißenden Wogen.

Die Politik.

In Mannheim tagt gegenwärtig die 12. Konferenz ber Zentralstelle für Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen, an der Vertreter der Reichsregierung und der einzelnen Staaten teilnehmen. Auf der Tagesordnung ſtand die Frage der Museen als Volksbildungsstätte, die eine leb­hafte Erörterung hervorrief.

Zwischen Frankreich und England schweben geheime Verhandlungen über die marokkanische Frage. Frankreich will, falls ihm das Protektorat über Marokko zugestanden wird, für die Neutralität Tangers garantieren und England Handelsvorteile einräumen, außerdem will es scine Ansprüche auf Egypten aufgeben.

Die Verhandlungen über den deutsch- schweizerischen Handelsvertrag werden spätestens Mitte Oktober beginnen und in Frankfurt a. M. geführt werden.

A Mit der erstgeborenen Tochter der Kirche", mit Frank. reich, will Bapst Pius X. seinen Frieden machen: Er hat sich im Gegensatz zu seinen Vorgängern bereit erflärt, den Bräsidenten oubet bei deflen nächstjährigem Besuch in Rom zu empfangen.

§ Die Kosten des Kurpfuscherprozesses Nardenfötter sollen, wie jetzt bekannt wird, annähernd 20 000 Mark betragen, über deren Beitreibung vom Verurteilten der Fiskus wohl einige Sorgen haben dürfte. Nardenkötter verbüßt seine Strafe im Gefängnis zu Altona und soll eifrig damit be­schäftigt sein, Material behufs Wiederaufnahme des Ver­fahrens zu sammeln. Er behauptet immer noch, zu unrecht berurteilt au ſein.

A In Serbien haben die Stupsahtina- Wahlen mit einem Siege der Radikalen, der stärksten Partei des Indes, ge­endet: wurden 80 gemäßigte Rabitale, 65 unabhängige Radikale, 15 Liberale und ein Sozialist gewählt. Die nächite Folge dürfte eine Renbildung des Kabinetts sein. Als fünf. figer Miniftegraäfident wird der in Belgrad gewählte ge mäßigte Radiale General Gruitsch genannt.

Mit dem Gesetzentwurf über den Privatversicherungs­vertrag wird sich die am 5. Oktober in Berlin stattfindende Generalversammlung des deutschen Feuerber­sicherungsschußverbandes beschäftigen. Der Ausschuß des Verbandes schlägt der Generalversammlung eine Stellungnahme zu dem Gesetze vor, die es im all­gemeinen billigt, aber fordert, daß die Vorlage erst nach den Erhebungen des Reichsversicherungsamtes über das Feuerversicherungstartell zur Beratung komme. Für später soll für die Feuerversicherung, ähnlich wie für die Seever­sicherung, ein besonderes Gesez angestrebt werden. In den vorliegenden Gefebentwuri möchte der Ausschuß die Beseiti­

Nab und Fern.

A Die liebe Neugier. Die Königin- Witwe Margherita von Italien, die sich, wie seinerzeit gemeldet, auf einer Nord­landsreise befindet, hat in Christiania derartig unter der Neugier der dortigen Damen zu leiden gehabt, daß sie sich mit einer Bitte um Schuß an die Polizeibehörde wenden mußte. Auch die Presse hielt den norwegischen Damen ihr ungebührliches Verhalten gehörig vor.

* Die columbische Regierang scheint beftimmi damit zu rechnen, daß der Senat den Panamakanalvertrag doch noch in zwölfter Stunde annimmt: Wie aus Washington gemel det, ist das amerikanische Staatsdepartement bis jetzt von Columbien nicht ersucht worden, den Zeitpunkt für den Aus­tausch der Ratifikationen des Hay- Herran- Vertrages hinaus­zuschieben. Die Frist lief Dienstag ab, es ist also anzu­nehmen, daß der Vertrag inzwischen vom Senat angenommen ist. Sollte das nicht der Fall sein, so wird, wie schon ge­meldet, die Union zunächst die diplomatischen Beziehungen zu Columbien abbrechen. Die Ungelegenheit, die die Union den Columbiern dann auch sonst noch bereiten würde, dürfte die südamerikanische Republik dann wohl mürbe machen.

Heer und flotte.

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Eine ganze Familie vom Eisenbahnzug getötet. Die Nachlässigkeit eines Bahnwärters hat auf dem Bahnüber­gange an der Calcarer Landstraße bei Cleve ein furchtbares Unglüd herbeigeführt. Der Beamte hatte vergessen, die Schranke zu schließen, und der Weinhändler Obhaus fithr mit seinem Wagen, in dem außer ihm noch seine Frau und zwei Töchter saßen, über den Bahndamm, während ein Per­sonenzug, von ihnen unbemerkt, schon ganz nahe heran­gekommen war. Der Zug faßte das Gefährt mit furchtbarer Gewalt. Frau Obhaus und die zwei Töchter wurden sofort getötet, Obhaus selbst wurde tödlich verlegt und starb bald darauf in dem städtischen Krankenhause. Der schuldige Bahn­wärter wurde verhaftet.

Der Dank des österreichischen Thronfolgers für seine Stellung à la suite der deutschen Marine wurde dem Vize­admiral v. Tirpitz in folgendem Telegramm übermittelt: Bon Seiner Majestät Kaiser Wilhelm gnädigst à la suite der kaiserlich deutschen Marine gestellt, entbiete ich, von Freude erfüllt, Eurer Excellenz und allen Angehörigen der so hervorragenden kaiserlichen Marine meinen wärmsten fameradschaftlichsten Gruß."

Die aktive Schlachtflotte ist unter dem Befehl des Gene­ralinspekteurs der Marine, Admirals v. Köster, in Kiel formiert worden. Sie besteht aus zwei Geschwadern mit insgesamt 23 Schiffen.

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Hof und Gesellschaft.

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Graf Pückler- Kl.- Tschirne hat gestern die Festung Weichselmünde verlassen, nachdem er dort die ihm seitens der Berliner Straffammer wegen Herausforderung des Geheimen Sanitätsrats Dr. Neumann- Glogau zum Zwei­kampfe zudiktierte achtwöchige Haft verbüßt hat. Der frühere gräfliche Gutsinspektor Kirchner, welcher in der gleichen Sache wegen Kartellträgerei zu vier Wochen Festung verurteilt worden war, hat diese Strafe bereits vor Monats­frist in Weichselmünde abgemacht.

Der Kaiser traf gestern mittels Sonderzuges über Stallupönen und Gumbinnen auf dem festlich ge­schmückten Bahnhofe in Groß- Nominten ein. Dort waren der Fürst zu Lohna- Schlobitten und der Landrat v. Berg­Goldap zum Empfange anwesend. An dem Postgebäude hatten sich die Dorfbewohner eingefunden, die dem Kaiser stürmische Huldigungen bereiteten. Vom Babnbofe aus be­

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Verhindertes Verbrechen. Dem Amtsvorsteher von Lehnin i. M. gelang es durch einen Zufall, ein scheußliches Verbrechen zu verhindern. Als er sich auf einer Diensttour nach dem Dorfe Nahmitz befand, sah er plößlich in der Nähe einer Schonung, wie ein kleines, völlig entkleidetes Mädchen vor einem Manne, der es einzufangen suchte, eitt floh. Da das Kind direkt auf sein Fuhrwerk zufam, ließ er halten, warf sich dem Menschen entgegen und überwäl tigte ihn. Der Unhold hatte dem Kinde, das Besorgungen für seine Eltern, Schiffersleuten aus Nahmik, gemacht hatte, auf der Chaussee aufgelauert und in den nahe ge legenen Wald verschleppt, um es dort zu vergewaltigen. Er sieht jetzt einer schweren Strafe entgegen.

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Ein gefährlicher Scherzartikel". Bei einem Frank­furter Lithographen erschien dieser Tage ein eleganter jun­ger Herr, der sich als Stellvertreter einer großen Lyoner Firma ausgab. Er überreichte dem Lithographen einen Hundertfrancsschein mit dem Auftrag, ihn auf das ge­naueste auf Stein zu gravieren, und erklärte sich bereit, dem Künstler auf seine Arbeit, die ausgezeichnet bezahlt werden sollte, sofort einen Vorschuß zu geben. Seine Firma brauche diesen Hundertfranksschein zwar als Scherzartikel für das kommende Weihnachtsgeschäft, müsse aber trotzdem auf tadel­loser und exaktester Ausführung bestehen. Der Lithograph schöpfte nachträglich Verdacht und meldete die Angelegen­heit dem französischen Konsulate. Bald tauchte auch in Frankfurt ein französischer Kriminalbeamter auf, der in Be­gleitung des Konsuls, sowie zweier Frankfurter Kriminal beamten den Lithographen besuchte und ihm mitteilte, daß man seit langer Zeit einer großen Fälscherbande auf der Spur, und daß durch seine schnelle Meldung beim franzö sischen Konsulat die Verhaftung der ganzen Berbrecherbande wesentlich gefördert worden sei.

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Bunte Chronik. Die Berliner Metallwarenfabrikanten beschlossen, am 30. September sämtliche Arbeiter zu ent­lassen, wenn die streifenden Metallarbeiter nicht in allen Betrieben die Arbeit bedingungslos wieder aufnehmen. Die Ausführung dieses Beschlusses würde 14 700 Arbeiter brot­los machen.

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In Bellinzona tagte eine Konferenz, die die Durch führung eines Ostalpen durchstichs, den Greinatunnel, an­strebt.

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