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23.5.1903 Erstes Blatt
 
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Nr. 119. Zweites Blatt

Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., In's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel­jährlich Mr. 1.50.

Gratisbellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitag8.

Samstag den 23. Mai 1903.

Gießener

12. Jahrgang.

Jusertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. fonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg.

Postzettungsliste No. 3269.

Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362.

Neuelle Nachrichten

( Gießener Tageblatt)

Anabhängige Tageszeitung

( Gießener Zeitung)

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.

Aus dem Gerichtssaal.

Straffammer.

Gießen, 22. Mai 1903. Schrifts her Ernst K. von Hülsberg hat sich wegen Hausfriedensbruch und Körperverlegung zu verantworten. Er fam in angetrunkenem Zustande mit einem Kameraden in eine hiesige Wirtschaft wo ihm das erbetene Nachtquar­tier nicht gewährt werden konnte. Darüber er bost, standalirte er und muße, da er auf Aufforderung das Lokal nicht ver­lies, durch den Wirt mit Gewalt hinausgebracht werden, wobei er demselben einen Stich in die Schulter versetzte, welcher glücklicherweise teine schlimmen Folgen nach sich zog. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnißstraße von 6 Mo naten und 14 Tagen. Eine Anzahl an der Bahnstrecke Bermuthshain- Grebenhain beschäftigte ausländische Arbeiter gerieten am 29. März d. Is. nach einem Bechgelage in Streit, wobei mit Messern und Schipp n( hant rt wurde. Mehrere der Beteiligten wurden m hr oder minder verletzt. Es hält schwer die Sache aufzuklären, da weder der Haupt­täter noch alle Zeugen zur Stelle waren. Zwei damals in Saft genommene Angeklagte haben sich heute zu verantworten. Sie schüßen sinnlose Trunkenheit vor, werden aber für über­führt erachtet und zu je 3 Monaten bezw. 14 Tagen Ge­fängnis verurteilt. Dienstknecht Theodor D. von Herings­

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der Preise 12. Daraus ergiebt, daß von den 12 Vereinen, die zum engeren Wettstreit auserwählt werden, jeder einen Preis nach Hause tragen wird.

hausen entwendete zu Großfarben seinem Arbeitskollegen ein Paar Schuhe. Da der Diebstahl im wiederholten Rückfalle begangen ist, wird auf eine Gefängnißstrafe von 7 Monaten erkannt. Die Sache gegen Georg Adolf B. von Ess n Kassel, 22. Mai.( Staatliche Fürsorge.) Gestern wegen Betrugs muß wegen Ausbleibens der Angeklagten verlagt werden. Eine durch Vergleich sich erledigende Privatklagesache bildet den Schluß.

Aus Hessen und Dachbargebieten.

** Reichelsheim i. O., 19. Mai. Hier tagte vorgestern der Verband der Erwerbs- und Wirtschaftsge= nossenschaften der Provinzen Starkenburg und Oberhessen Die Beteiligung war eine rege. Fast alle dem Verbande angehörigen Vereine waren vertreten Der nächstjährige Verbandstag wird in Lorsch stattfinden

* 8um Sängermettstreit. Die Angelegenheit der Preise ist nunmehr geregelt. Abgesehen vom Kaiserpreis, der den Wettstreit veranlaßt hat, sind eine Reihe von Preisen gestiftet worden, und zwar zwei von der Stadt Frankfurt und je einer vom Landgrafen von Hessen, von Frau von Rothschild, von Herrn Pagenstecher in New York, von Herrn Kommerzienrat Hugo Bock in Berlin, vom Frankfurter Rennklub, vom Regatta- Verein, von den Turnern und den Schüßen. Mit dem Kaiserpreis zusammen beträgt die Zahl

Nacht famen von Berlin nnd Köln ca. 70 Bäckergesellen hier an. Sie wurden unter dem sicheren Geleit von Schutz­leuten in ein Restaurant geführt, dort gespeist und dann, ebenfalls unter polizeilicher Bedeckung, den einzelnen Meistern zugeteilt.

+ Vom südlichen Odenwald, 22. Mai. Der in der Nacht vom Freitag auf Samstag voriger Woche eingetretene Frost hatte großen Schaden angerichtet. Nußbäume, Kar­toffeln, Bohnen und sonstige, empfindliche Gewächse haben schwer gelitten. Am meisten aber die Reben. Die Hälfte der Herbsthoffnung ist dahin. Sehr viel hat auch das Obst, namentlich die Birnen gelitten.

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