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falten. Die Berichte äußern sich auch über die Orga nisation der Banden; 16 Führer von Banden, welche in der Umgegend von Monastir hausen sollen, werden na mentlich aufgeführt. Eine Art Oberfommandeur soll ein bulgarischer Reserveoffizier, der Wohwode Davidos, sein

Neben Mazedonien dürfte die Aufmerksamkeit der Mächte in naher Zeit auf Armenien gelenkt werden. Wiener Blätter erhielten herzzerreißende Mitteilun

gen über die schreckliche Lage der Armenier in dem Bezirt bon Erzerum, wo das vierte Armeekorps unter dem berüch tigten Marschall Zeki Pascha steht. Türkische Soldaten und Steuereintreiber haben das einst blühende Land in eine unfruchtbare Wildnis verwandelt, selbst die Tortur ist angewandt gegen solche Bewohner, die nicht imstande waren, die Steuern zu erschwingen. Das schreckliche Ge­schick einer großen Anzahl von Landleuten in dem Dorfe Sergevil macht das Blut in den Adern erstarren. Da sic außerstande waren, die Steuern zu zahlen, wurden sie er­griffen, ins Freie geschleppt und an Bäume gebunden. Die eingeschüchterten Dorfbewohner getrauten sich nicht sie zu befreien, und so wurden die Unglücklichen in der folgenden Nacht insgesamt die Beute hungriger Wölfe. Babel und Bibel.

)-( Das Schreiben, welches der Kaiser zur Erläu terung seiner Stellung zu den vielbesprochenen Vorträ gen des Prof. Delißsch an den Admiral Hollmann ge richtet hat, wird in der Presse natürlich verschieden be­urteilt, je nach dem Parteistandpunkte der Blätter. Doch ist zu fonstatieren, daß die kaiserliche Kundgebung nir­gends starkem Widerspruch begegnet. Die tonservativen Blätter, soweit deren Meinungsäußerungen vorliegen, drücken sich sehr befriedigt aus, aber auch die Dr. gane der freisinnigen Richtung geben, wenn auch mit Einschränkungen, ihre Zustimmung zu erkennen. Ein füh rendes katholisches Blatt sagt, das Handschreiben des Kaisers bedeute eine scharfe Absage an Delißsch and Harnad und in gewissem Sinne eine Schwenfung zu den Orthodoxen hin.

Turze politische Nachrichten.

Die größeren Truppenübungen dieses Jah­res sind nunmehr durch taiserliche Bestimmung sestgesetzt. Die Kaisermanöver werden vier Armeekorps umfassen.

* Die Budgetkommission des Abgeordnetenhauses hat die Position für eine neue preußische Unterstaats. sekretärstelle für das Bauwesen abgelehnt.

* Der Entwurf eines Wohnungsgeseges ist nun­mehr in den beteiligten preußischen Ministerien fertig gestellt und dem Staatsministerium unterbreitet worden.

* Der Präsident des Reichstags Graf Ballestrem ist von einem Unwohlsein befallen. Er muß sich Schonung auferlegen und bleibt deshalb vorübergehend den Reichs tagssigungen fern.

* Die englische Königsyacht Biktoria and Albert" dürfte in vierzehn Tagen nach Marseille, Villefranche oder Genua abgehen, wo König Eduard für eine dreiwö chentliche Fahrt im Mittelmeer sich einschiffen wird.

* Eine Versammlung der Vorstände der holländi schen Arbeitervereinigungen, die 90 000 Arbeiter vertreten, beschlossen, die Eisenbahnangestellten zu unter­stüßen, die in den Ausstand treten werden, um der An­nahme des Gesezes, das einen Ausstand an den Bahnen untersagt, zuvorzukommen.

27. Sikung.

Preussischer Landtag.

Daus der Abgeordneten.

Eigener Bericht. Ein Eisenbahnreservefonds.- Mit der Errichtung einer neuen preußischen Groß­stadt von über 130 000 Seelen begann das Haus seine Arbeit: in erster Lesung wurde die Eingemeindung der Vororte von Gelsenkirchen in diesen Stadtkreis genehmigt. Dann ging man an die erst kürzlich eingebrachte Vorlage, die die Bildung eines Ausgleichsfonds für die Eisenbahn­berwaltung fordert. Wenn nämlich der Jahresüberschuß der Eisenbahnverwaltung größer ist, als der Etat ihn ver­anschlagte, so soll die Summe, um die der wirkliche Rein­ertrag höher ist als der veranschlagte, zur Errichtung eines Fonds verwandt werden, der allmählich bis auf 200 Millionen Mart gebracht und möglichst auf dieser Höhe erhalten werden soll. Aus diesem Fonds soll die Eisenbahnverwaltung jährlich 30 Millionen zur Vermeh­rung der Betriebsmittel u. s. w. entnehmen dürfen; ferner soll das Extraordinarium des Eisenbahnetats aus Mitteln bieses Fonds im Bedarfskalle verstärkt werden, und schließ­lich soll der Fonds benutzt werden in solchen Fällen, wo der wirfliche lleberschuß hinter dem etatsmäßig veranschlag­ten zurückbleibt, das Fehlende zuz schießen, um so auch den allgemeinen Staatshaushaltserar in Ordnung zu halten. Mit einem Wort, der Ausgleichsfonds soll eine Art Re­servefonds, wie ihn die Privatunternehmungen anlegen, bilden, vornehmlich für die Eisenbahnverwaltung und in zweiter Linie für den Staat überhaupt. Finanzminister b. Rheinbaben, der die Vorlage begründete, wies auf den Nußen eines solchen Fonds hin. Aber seine Darlegun gen sanden bei der stärksten Partei, dem Zentrum, wenig Gegenliebe: der Zentrumsredner Abg. Am Zehnhoff erklärte, das Zentrum stehe dem Entwurf zu einem Teile ablehnend gegenüber, zum andern Teile wünsche es durch­greifende Aenderungen. Mindestens müßte der Fonds auch zur Beseitigung der Verschiebungen in den Matrikular­beiträgen dienen. Auch die traditionelle Autorität in Etatssachen, der Abg. Richier( freis. Volksp.), kritisierte den Entwurf abfällig, besonders brachte er etatsrechtliche Bedenken vor und bekämpfte die Miquelsche Finanzpolitit, die er eine Hamsterpolitit nannte. Der Konservative von Arnim sagte zwar wohlwollende Prüfung der Frage zu, erklärte aber den gegenwärtigen Zeitpunkt für ungeeignet zur Einbringung der Vorlage. Dieser Auffassung trat der Eisenbahnminister Budde entschieden entgegen, die Notlage der Eisenbahnverwaltung bedinge die jeßige Ein­bringung. Die erste unumwundene Billigung des Pro­jekts brachte die Rede des nat. lib. Abg. Sattler, er nannte die Vorlage ,, tlein aber niedlich" und verlangte ein Weiterfortschreiten auf diesem Wege. Günstig lautete auch das Urteil des Freikonservativen Gamp, und auch der Redner der freisinnigen Vereinigung erflärte sich im all­gemeinen für die Vorlage, die dann nach dem Antrage bes Zentrums an die Budgetkommission verwiesen wurde. Am Montag steht der Eisenbahnetat auf der Tages­ordnung.

Nab und fern.

* Zur Ehescheidung des sächsischen Kronprinzenpaares erklärt das ,, Dresdener Journal" offiziell, daß entgegen anders lautender Darstellungen gegen die Veröffentli­chung des Urteils und seiner Fassung von den Vertretern der vormaligen Frau Kronprinzessin Widerspruch erhoben sei". Zur Frage, ob der Kronprinz wieder heiraten könne, erfährt der Fränkische Kurier" aus guter Quelle, daß die Ehe ohne Zweifel auch kirchlich annulliert werden wird. Der Kronprinz werde dann bestimmt den Kindern eine Mutter und dem Lande eine Königin geben. Zu einer Unterhaltsgewährung an die des Ehebruchs schuldig er­klärte Prinzessin sei der Kronprinz nicht verpflichtet, er fönne ihr auch alle Geschenke, die sich jetzt in Girons Händen befinden, wieder abnehmen.

::: Volksbibliotheken in der Eisenbahn. Eine nische Eisenbahngesellschaft hat jüngst einen originellen und lobenswerten Beschluß gefaßt: Sie ließ die Wagen oritter Klasse mit einer Bibliothek ausstatten und stellte den Reisenden anheim, die Bücher ohne jede Gegenlei tung zu benutzen. Der Versuch ist früher schon auf ver­schiedenen schwedischen Eisenbahnlinien gemacht worden und hat sich vortrefflich bewährt. Man stellte den Rei. jenden dritter Klasse, die oft nicht wohlhabend genug ind, um sich Bücher für die Reise zu kaufen, geschicht iche Werke, Reiseschilderungen, gute Romane, Gedicht jücher usw. zur Verfügung, und man hat nie davon Jehört, daß Bücher mitgenommen oder verdorben wor sen wären.

* Schwere Brandkatastrophen werden von verschie­denen Seiten gemeldet. Zu Glasgow brach in Gebäuden der Govan Road, welche mit Paraffin- und Naphthabe ständen gefüllt waren, eine Feuersbrunst aus, die sich rasch über eine Fläche von mehreren Acres ausdehnte. Brennendes Del floß nach dem Hafen. Die dortigen Schup­pen der Shipping Company und der Landungssteg der Finneston- Fähre wurden vom Feuer zerstört. Der Scha­den wird auf 800 000 Mart geschätzt. Der schwedische Ort Kiruna, welcher als neuer Ausgangspunkt für Tou ristenreisen in Lappland bekannt ist, ist durch Feuer fast völlig vernichtet worden. In der dem Grafen Arnim Mustau gehörigen Holzstofffabrit zu Klein- Priebus tete ein gewaltiger Brand. Binnen wenigen Stunden war das ganze innere Gebäude mit sämtlichen, zum teil neuen Maschinenanlagen zerstört.

)( Dic ,, schöne Otero", die bekannte Pariser Tänzerin, ist von ihrer früheren Haushälterin, einer Frau Pas­quier, auf 382 Francs 80 Centimes verklagt worden, während die Otero der Klägerin nur eine Restforderung von 102 Francs 60 Centimes zugestehen will. Die Haus­hälterin wird von ihr dafür verantwortlich gemacht, daß ein Waschbecken im Werte von 65 Francs zerbrochen wurde. In ihrer Gegenrechnung macht Frau Pasquier geltend, daß sie drei Hunde der Oters einen Monat lang burchfüttern mußte, wofür sie 22 Francs Entschädigung verlangt.

)-( Benedig ohne Gondeln. Seit einigen Tagen kann man in Venedig ein eigenartiges Schauspiel genießen. Zur Ebbezeit fließt das Wasser in solchen Mengen und mit jolchem Ungestüm zum Merie, das alle Kanäle der Stadt, auch der ,, Kanal Grande", fast troden bleiben. Infolge dessen stockt der Verkehr in der Stadt stundenlang, und man kann von den Brücken aus die Gondeln und Barken im Trocknen liegen und die Gondelführer auf die Flut warten sehen, die sie aus ihrer seltsamen Lage befreien soll. Der Fremde aber, der am Bahnhof ankommt, wundert sich, keines der schlichten Transportmittel, die ihn zum Hotel bringen könnten, an gewohnter Stelle vor­zufinden.

* Blutige Zusammenstößze zwischen italienischer Hafenarbeitern werden aus Ancona gemeldet. Eine vo furzem gebildete neue Genossenschaft der Hafenarbeiter hatte sich die Ausladung einiger dort erwarteter Dampfer gesichert, wodurch unter den übrigen Arbeitern eine große Erregung hervorgerufen wurde. In der Nacht kam es zwischen den feindlichen Gruppen zu wiederholten Kämpfen, in welchen viele Revolverschüsse abgefeuert, zwei Arbeiter getötet und mehrere schwer verwundet wurden. Bisher nahm man zwanzig Verhaftungen vor. Sämtliche Par. teileitungen veröffentlichen Aufrufe, in denen zur Ruhe gemahnt wird.

::: Eine Junggesellensteuer ist dieser Tage in der Legislatur des Staates Kansas beantragt worden. Je der gesunde Mann, der 40 Jahre alt geworden ist und noch keine Frau hat, soll jährlich eine Steuer von 25 Dollars zahlen. Diese Steuer fällt erst fort, nachdem er das 65. Lebensjahr erreicht hat, ohne geheiratet zu haben. Merkwürdig ist, daß auch die ältesten Jung­frauen, die doch meistens ach! so gern geheiratet hätten, besteuert werden sollen! Bei ihnen erstreckt sich die steuer­pflichtige Zeit vom 35. bis zum 50. Lebensjahre. Unver­heirateten Staatsbeamten von 40 Jahren will man sɔ­gar das Gehalt sperren. Die Steuergelder sollen zum besten der Schulen des Landes Verwendung finden. Der Beamten- Paragraph richtet seine Spitze vornehmlich ge­gen Herrn Bailey, den Gouverneur, und Herrn Hanna, Gouverneur Stellvertreter des Landes. Beide sind noch unverheiratet, obwohl sie täglich Hunderte von Zu schriften, heiratslustiger Jungfrauen erhalten!

* Ein Ansturm auf die böhmische Sparkasse in Prag der durch beunruhigende Gerüchte über die Sicherheit des Instituts veranlaßt wurde, hat lärmende und auf regende Szenen im Gefolge gehabt. Gleich bei Beginn der Amtsstunden herrschte in den großen Räumen ein lebens. gefährliches Gedränge; mehrere Frauen fielen in Ohn macht. Das Tor mußte geschlossen werden und die Par­teien wurden nur gruppenweise eingelassen. Die Aus­zahlung erfolgte anstandslos. Um 11 Uhr Vormittag war das Gedränge vor dem Gebäude lebensgefährlich Der Verkehr der elektrischen Bahn stockte. Der Statt. halter als Oberkurator der Sparkasse erließ eine Be fanntmachung, in welcher er die Gerüchte über die an geblichen Verluste der Sparkasse entschieden für unbe aründet erklärt.

)-( Ein Zentrum der drahtlosen Telegraphic will nach einer Mitteilung des italienischen Ministers füi Posten und Telegraphen Galimberti Marconi in Jta. lien schaffen. Er will dort eine große Station für Funken. telegraphie anlegen, die vorläufig dazu dienen soll, ein Verständigung mit einer gleichartigen Station in Süd­amerika und später mit einem Kranz von solchen auj der ganzen Erde anzulegen.

Bunte Chronit. Ziemlich heftige Erderschütterunger sind in den letzten Tagen im oberen Vogtlande wahrge men worden.

- Erpressungsversuche in Angelegenheit angeblicher großer Fälschungen der rumänischen Rentenscheine hatter zur Verhaftung des Berliner Rechtsanwalts Liebling ge führt. Jezt ist auch sein Schwager, der Spediteur Cove verhaftet worden.

-Durch den plößlichen Bankerott des angesehenen Ban liers Burghalter in Potsdam haben viele bekannte Per sönlichkeiten bedeutende Vermögensschädigungen erlitten, unter anderen soll der Kammerherr der Prinzessin Frie drich Leopold von Preußen, v. Trotha, 170 000 Mark ver­loren haben.

- Bei einem Brande in Zennern bei Kassel fanden zwei Kinder den Tod in den Flammen.

- In der Krim erschossen Tataren einen Waldhüter vor seiner Hütte und erschlugen seine Frau und drei seiner Kinder mit Aerten, während sie zwei andere schwer verwundeten. Ein Mitbewohner der Hütte wurde gleich. falls getötet. Zwei Missetäter wurden eingefangen.

- Bei einem Brande des Clifton Hotels zu Cedar Rapids( Jowa) sollen 15 bis 20 Personen umgekommen sein. Viele wurden verletzt.

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Donnestag des erften,

[ Brinz Heinrichs Rechenerempel.] Folgende hübsche Anekdote von der Reise des Prinzen Heinrich von Preu­žen nach Amerika erzählte dem Washingtoner Štar einer der Photographen, welche vor Jahresfrist die Ameritafahrt mitmachten: Es war nach den Erfahrun gen, die der Prinz in Chicago gemacht, wo jedes Männ­lein, Fräulein und Kind mit einer Camera bewaffnet zu sein schien, und wo der Prinz durch lange Reihen jchwarzer tidender Instrumente förmlich Spießruten zu laufen hatte. Der Prinz trat zu mir heran und fragte mich: ,, Wieviel Mal haben Sie mich jetzt wohl photo­graphiert?" Nach oberflächlicher Schäßung wohl 500 Mal, Königliche Hoheit," erwiderte ich. Der Prinz zog ein Notizbuch hervor und schrieb ein paar Minuten lang. Dann wandte er sich wieder zu mir und sagte mit einer gewissen Resignation: ,, Wenn ich Ihre Ziffer und meine Chicagoer Erfahrung zur Bajis meiner Berech nung mache, so finde ich, daß ich in Amerita 4 600 015 Mal photographiert worden sein muß, so daß also wohl 10 bis 15 Millionen Photographien von mir hier vor­handen sind!"

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V[ Eine eigenartige Eidesformel] gebrauchte dieser Tage bei einer Gerichtsverhandlung in Duisburg ein als Zeuge vernommener Soldat aus Wesel. Er sprach dem Vorsitzenden die Eidesworte nach und änderte dabei: ..... daß ich die reine Wahrheit sagen, nichts verschweigen, alles verseßen werde..." Di allgemeine Heiterfeit ließ ihn stußig werden, dann versicherte er, er wolle ,, nichts hinzuseßen".

(*)[ Ein böser Sat] befindet sich in einer fürzlich ergangenen Entscheidung des Oberlandesgerichts in Celle. Das Gericht hatte über eine Beschwerde wegen eines ge pfändeten Schweines zu entscheiden. In dem Erkenntnis heißt es: Das Beschwerdegericht hat die Identität des gepfändeten Schweines mit dem Richter erster Instanz als erwiesen angenommen."

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[ Eine rätselhaste ,, Ehrenerklärung"] findet sich im Wochenblatt für Augustusberg( Königreich Sachen). Dort heißt es im Jujeratenteil: Die schweren beleidigenden Worte in dienstlichen Sachen gegen die Heimbürgerin Anna Pauline Scheffler durch Abbeten deren schärfe ten Strafe vor Gericht dante ich ihr mit der mäßigen Strafe des Friedensrichteramts zu Börnichen. Diese Be­leidigung nehme ich in unüberlegtem Aussprechen reuz­voll zurück und warne jeden Mann um Aufregung. Karl Martin, gegen Anna Pauline Scheffler, Heimbürgerin, Börnichen bei Grünhainichen."

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[ Pariser Karnevalsmasken.] Daß Fasching und Fastnachtslust nahe sind, kann man so schreibt der ., Figaro" sofort sehen, wenn man nur ein Stünd­chen durch die Straßen von Paris geht. In zahlreichen Schaufenstern sieht man allerhand furiose Gesichts­masten, und die aktuellen" nehmen natürlich einen hervorragenden Plaß unter ihnen ein. Da sieht man einen Paul Krüger" mit großen Brillengläsern, einen ., Chamberlain" mit dem Monocle, einen fupferroten Bankier Boulaine", einen melancholischen Frédéric Humbert", eine stolzblickende Therese", eine betrübte Marie Daurignac" usw. Die Mitglieder der großen Familie" wird man überall zu sehen bekommen, bei allen öffentlichen Auszügen, auf allen Maskenbällen. Auch die berühmten Säckchen mit Confetti" fann man schon überall zu sehen und zu kaufen bekommen. Der Polizeipräfekt Lépine war auch diesmal so gütig, das Confettiwerfen für die drei Fastnachtstage und für Mitt­fasten zu gestatten. Die Confetti dürfen aber nur ein­farbig sein. Streng verboten sind die ,, Serpentinen", fi­cher nicht zum Schaden der Bäume der Boulevards. Als Nenheit ist in diesem Jahre ein ,, Confetti Schuß" auf dem Markte erschienen, eine Art Schirm aus Papier, der zum Schuße gegen die nicht gerade angenehmen Con­fetti dient.

Kurzes Allerlei. Ueber 757 Millionen Telephon- Ge­spräche sind im Jahre 1901 im Reichstelegraphengebiet geführt worden. Der Fernsprecher wird demnach täglich 2086 171 mal in Anspruch genommen. Von den Städten mit den größten Fernsprechneßen führt Berlin die meisten Gespräche, 381 751 täglich. An zweiter Stelle steht Ham­burg mit 223 115 täglichen Gesprächen.

Nach Münchener Blättern wird am 20. Februar im Schlacht- und Viehhof aus sanitären Gründen eine Hunde­schlachtstelle eröffnet, werden, um den Hundeschlächtercien in gewissen Vorstädten zu begegnen, wo viel Hundefleisch ( meist von frevierten Hunden!) gegessen wird. fauft soll das Hundefleisch von den Pferdemeßgern werden. Fast Ningt das wie ein Faschingsscherz.

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Daß Vater und Sohn einander trauen, hat sich in Thailfingen in Württemberg ereignet. Vor nicht ganz zwei Jahren wurde der Sohn des dortigen Ortsvorstehers von seinem Vater, der Standesbeamter ist, getraut. Run ist der Sohn als geseßlicher Vertreter des Standesbeamten gewählt und bestätigt worden. So fam es, daß letzter Lage anläßlich der Wiederverheiratung des Schultheißen Diesmal der Sohn den Vater iraute.

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