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Nr. 143.

Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Saus gebracht 60 Bfg., durch die Boft bezogen viertels fährlich Mr. 1.50.

Gratisbetlagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, bft- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berktagen nachmitags.

Montag, den 22. Juni 1903.

Gießener

12. Jahrgang

Insertionsprei 8 Die einfaltige Petitzelle für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wehlar und Marburg 10 fe. fonft 15 Pfg.; Reklamen bie Petitzelle 30 refp. 40 fg.

Boftzeitungslifte No. 3969.

Rebattion und Expedition: Gießen Negenweg 28. Berufprechaufeluk Az, 368.

Neuelle Nachrichten

( Gießener Tageblatt)

Anabhängige Tageszeitung

( Gießener Zeitung)

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für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen.

Neue Attentate?

RK. Kaum ist die Erinnerung an den furchtbaren Königsmord in Belgrad etwas verblaßt, da kommt schon wieder die Kunde von zwei neuen Verschwörungen gegen

tellt ist, empfehle is gekrönte Häupter. Aus Konstantinopel dringt ein Gerücht

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in die Welt, der Sultan sei von seiner Leibwache et- merdet worden, und gleichzeitig verlautet aus St.

enwald, Betersburg von einem Morbanichlage gegen ben

à Glas 10 Pfg.

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Baren, der nur mit knapper Not dem Tode ent­ronnen sei.

Inwieweit beide Gerüchte feste Unterlagen haben, läßt sich bei der Vertuschungspolitik, die in solchen Dingen am Bosporus wie on der Newa geübt wird, nicht sogleich fest­stellen. Etwas Wahres scheint an beiden Meldungen zu bro 3tr. frei ans haut sein, wenn aud) bon einer tatsächlichen Ermordung des Sultans nicht die Rede ist: Am goldenen Horn ist an­scheinend etwas wie eine Heine Balastrevolution aus­jebrochen, die von den unzufriedenen albanesischen Truppen

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Darlehen been sein bir ul. Dan scheint der Erhebung n. aufwärts erhalte aber Hert gewordeit zu fein, und sowohl die Meldung, daß fonen jeden Stande die albanesischen Truppen den Sultan zur Abdanking ge­Broz und mäßige zwungen hätten, ist zweifellos ebenso falsch, wie die andere, daß sie ihn ermordet hätten Festzustehen scheint nur die Rich­figkeit der Meldung, daß man in einer der letzten Nächte

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andelsgesellschaft und wieweit diese auf einen Krawall im Palaste hindeutende Tat­Budapest, Real ache mist dem jlingst gemeldeten Aufruhre in der Kriegsschule ulgaffe 16. on Asirach zusammenhängt, läßt sich ebenfalls nicht ermitteln. narte erwünscht. Ein Zusammenhang zwischen beiden Geschehnissen steht jeden­falls außer Zweifel. Allmählich wird ja wohl Näheres über die dunkle Geschichte durchsickern. Was das Attentat auf nach Kündigung bis en Zaren angeht, so soll es dieser Tage in Barskoje- Selo inzt beim Vorschuss unternomunien worden sein. Angeblich versuchte der Mord­en, eing. Gen. m. u bube in der Uniform eines höheren Gendarmerieoffiziers in tpflicht zu Jüchen. Ge ht u. Sparbedingungen die Nähe Nicolaus II; zu gelangen und zwar gerade zu der jensten. Spareinlagen Beit, als das Hofpersonal mit den Vorbereitungen für die per Post eingesand breise des Zarenpaares nach Peterhof beschäftigt war. Ein Hofbeanter fragte den vermeintlichen Gendarmetteobersten höflich nach seinen Begehr; als der Eindringling dabei in Derlegenheit geriet iind nichts Plausibles vorbringen konnte, ahm man ihn feſt, und die Wachen im Palais wurden ver­doppelt.

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und Verkauf ten Möbeln. Betten, che, Oefen und Herden, berfachen, Antiquitäten n, gumpen und Snogen nahme ganzer

Dem Baren wurde, wie weiter verlautet, keine Mittci­luing von den Börfall gemacht, um ihn nicht noch ängstlicher in und nervöser zu machen. Seit der Ermordung des serbischen Königspaares ist Nicolaus II. in außerordentlich aufgeregter thenberger With Gemütsverfassung, namentlich hat ihn bei der Belgrader Mordtat die Tatsache erregt, daß die Meuchelmörder Offi­ensialunigo Roland- Fahrradetere wären. Diese Erregung und die Furcht, eine Nicht­Wunsch auf Tellzahlung Aurahlung 30- bestrafung des Belgrader Verbrechens könnte auch russische Abrahlung Offiziere zu ähnlichen Taten ermuntern, war der Grund, weshalb der Zar vom König Peter so nachdrücklich die strenge Bestrafung der Mörder Aleranders forderte.

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3. Amend,

Ludwigsvlak 4.

Die gesittete und gebildete Menschheit steht solchen wahn­wißigen Versuchen unzurechnungsfähiger, geistig und sittlich verwahrloster Meuchler, ein ihnen unbequemes politisches System durch die Ermordung einer Person zu bekämpfen, böllig verständnislos gegenüber. Wann endlich wird in den Maffen des russischen Volkes die Erkenntnis aufdämmern, daß die Hebung der russischen Kultur nicht durch blutige Ge­walttaten, sondern einzig durch die geistige und sittliche Hehung des Volkes selbst sich erreichen läßt?

Serbische Seltsamkeiten.

C. B. Der neue Serbenkönig scheint ein Mann zu sein, der großen Wert auf Prunk und Aeußerlichkeit legt. Seine erste Tat nach seiner Wahl zum Könige war, daß er seinen in Paris lebenden Bruder Arsène beauftragte, bei einem Bariser Juwelier eine Krone zu bestellen. Sie soll in drei Wochen fertig sein und darf nicht mehr(!) als 50,000 France toften. Ein Vetter des Königs hat die Krone entworfen und wird ihre Fertigstellung überwachen. Bisher haben die ser bischen Monarchen keine Krone besessen, die Krönung der 3- Zimmerwohnung Könige Milan und Alexander fand ohne Krone statt.

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Vielfach erörtert wird in Belgrad der Umstand, daß zwei Tage nach dem Königsmorde Tausende von Photographien des zum Könige ausgerufenen Prinzen Peter unter die

ermieten Brandblak 15 bei dem seinerzeitigen Putschversuch des Alavantics unter

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chenblat 21, Gieken. die Vernichtung der Photographien anordnete, kam die Po

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11.

dem Gepäck des Alavantics zwölf Kisten mit Photographien des Fürsten gefunden wurden. Obwohl König Alexander lizei diesem Auftrage nicht nach und schaffte die Kisten auf den Boden des Polizeigebäudes. Nach dem Attentat wurden die Kisten mit den Photographien heruntergeholt und unter das Volk verteilt.

Recht unsympathisch ist das Verhalten der jetzt in Wien eingetroffenen Schwestern der Königin Draga. Sie drängten sich ostentativ danach, von den Journalisten mentable Klagen darüber, daß man ihnen alles genommen

en.- Freußplab 10 habe. br aanzes Geiammer batte etwas Geschäftsmäßiges 1. und ein unmo lierte ausgefragt zu werden, und wiederholten unaufhörlich la

er zu berm.

und machte den Eindruck, als würden sie mit dem ganzer Hergang einverstanden sein, wenn sie nur die Pretiosen uni das Vermögen Dragas sowie die Lebensversicherungssumm für diese erhielten. Das erste, was sie in Wien taten, war daß sie sich an die serbische Regierung mit der Bitte wandten das Vermögen und die als Geschenk erhaltenen Sachen de ermordeten Königin ihnen als gesetzmäßigen Erben auszu liefern.

Einiges aus ihrer Darstellung der Vorkommnisse ir der Schreckensnacht mag hier noch Platz finden. I. a. er klärten sie, der König habe nie eine Warnung von einen Mordanschlag erhalten. Ueber die Ermordung ihrer Brü der erzählte die älteste, Frau Petrowitsch: Bald nachden ich mich zu Bette begeben hatte, hörte ich Schüsse, und kurz Zeit darauf holte man meine Brüder ab. Bald darau sahen wir auf einem Wagen, nur mit Tuch bedeckt, die Leicher unserer Brüder vorbeiführen. Wir durften nicht auf di Straße. Die Offiziere hatten unsere Brüde in die Kasern geführt und ihnen gesagt: üßt Euch, denn Ihr müßt ster ben!" Sie blieben so lange in inniger Umarmung um schlungen, daß man sie mit hieben auseinanderreißer mußte. Mein Bruder Nikodem rief: Trefft nur gut!" Vie Schüsse wurden abgegeben, und doch lebten meine Brüder noch. Darauf traten die Offiziere mit ihren schwerer Schuhen auf die Rücken meiner Brüder und hieben mi Säbeln auf sie ein. Man zog meinen armen Brüderr Die Ringe von den Fingern, nahm ihnen die gol denen Ühren weg und verteilte sie als Kriegsbeute.

Niemals haben der König oder Draga", so erklärt Frau Petrowitsch weiter, beabsichtigt, meinen Bruder Niko­dem zum Thronerben zu machen. Die Königin sehnte sich nach Kindern, um die Thronfolge zu sichern, wollte aber nur daß ein Sproß König Alexanders den Thron Serbiens be steige. Draga war fest und unbeugsam entschlossen, wenn sie binnen zwei bis drei Jahren sich nicht Mutter fühle, Serbien zu verlassen und die Scheidung zu verlangen. Schrecklich ist, daß König Alexander, rochdem ihn die Verschworenen cus dem Fenster des Konals in den Hof geworfen hatten, noch lebte. Von zahlreichen Schüssen getroffen, war er in Agonie, gab aber noch Lebenszeichen von sich, als er im Hofe des Ponafs lag. Weder ich noch meine Schwestern durften die Zeichen sehen oder zur Beerdigung kommen." Es mag nicht merwähnt bleiben, daß die Schwestern über diese Vorgänge nur vom Hörensagen unterrichtet sein können.

Die englische Regierung hat wegen der straflo gebliebenen Ermordung des serbischen Königspaares die diplomatischen Beziehungen mit Serbien abgebrochen. Der Gesandte wurde abberufen und verläßt Belgrad am Montag, um sich nach England zu begeben. Der englische konsul wird die Interessen der Engländer wahrnehmen.

Kaifertage an der Waterkant. ( Von unserem Spezialberichterstatter.) Hamburg, 2C. Juni, abends. Stadt und Hafen prangen in magischem Scheine. Eine solche großartige Beleuchtung ihrer ehrwürdigen Stadt haben die Hamburger seit Väter Gedenken nicht er­lebt. In dichten Scharen durchfluten sie die Straßen am Hafen, wo die gleichfalls festlich erleuchtete ,, Hohenzollern" vor Anker liegt, von deren Deck aus sich der kaiserliche Gast der Stadt die Festillumination betrachtet. Die Ham­burger können's ja, Geld spielt bei ihnen, wenn es daraus ankommt, keine Rolle. Mit ruhigem Gewissen konnten die Väter der Stadt in den Säckel greifen und das runde Sümmchen von 250,000 Mart für die Festlichkeiten aus­werfen. Und was noch mehr ist, man hat diese Rie­sensumme mit Geschmack und Verstand anzuwenden ge­wußt. Darin sind die Tausende von Fremden, die neben den eingeborenen Hamburgern die Straßen bevölkern, einig. Von allen Seiten ertönt ein ungeschränktes Lob, namentlich das stattliche Rathaus und das neue Denkmal ziehen immer wieder Scharen von Bewunderern an.

Die Einweihung des Schillingschen Kaiser Wilhelm­Denkmals dem Rathaus gegenüber gestaltete sich zu einer imposanten Kundgebung des hamburgischen Patriotismus. Zwar sind die Hamburger stolz darauf, Republikaner zu sein, aber an Kaiser und Reich hängen sie trotzdem nicht minder fest. As gegen Mittag der Kaiser, der schon bei seiner Ankunft auf dem Dammtor­bahnhof begeistert begrüßt worden war, in Begleitung bes Bürgermeisters Burchard und seines Gefolges auf bem Denkmalsplaß eintraf, empfingen ihn wahre Stürme von tausendstimmigen Hochrufen. Tribünen, Fenster, Dächer, Straßen, alles dicht von einer jubeln­ben Menge beseßt. Aller Augen richteten sich auf das prächtige Seidenzelt in den hamburgischen Farben, das wie man immer wieder hört, ganze 25 000 Reichsmart gekostet hat. Die Hamburger sind eben Geschäftsleute und machen gern ein bischen für sich und ihren Wohl­stand Reklame.

Als das Weihelied ,, Herr Gott dich loben wir" aus dem Munde von 700 Sängern verklungen war, hielt Bür­germeister Burchard eine längere Ansprache, in der er

die Bedeutung der großen Epoche hervorhob, die Kaiser Wilhelm I., dessen Denkmal man heute enthülle, in seiner ehrwürdigen Person verkörpere. Dann fiel die Hülle. Mit einer Besichtigung des Denkmals durch den Kaiser schloß die würdige Feier. Die Rundfahrt im Hafen, die der Kaiser mit dem Bürgermeister auf dem Dampfer ,, Johan­nes Dalman" machte, wurde durch heftiges Re­genwetter gestört. Abends um halb 8 Uhr war der Kaiser Bann bei der Stadt Hamburg im Rathaussaal zu Gaste. Daß er mit den thm vorgesezten Gerichten zufrieden ge­wesen sein wird, dafür birgt der gute Ruf der Ham­burger Küche.

Die Politik.

Der Gesundheitszustand des Papstes. Nach Nachrichten zu schließen, die der spanischen Regie­cung zugingen, ist das Unwohlsein des Papstes keineswegs ernster Natur. Der Korrespondent eines spanischen Blattes meldet ebenfalls, daß er in einer Privataudienz Gelegen­heit gehabt habe, sich von der Energie und Frische des Papstes zu überzeugen, und daß alle gegenteiligen Nach­richten lediglich irre führten. Am 18. Juni empfing der Papst sogar gegen den Rat seiner Aerzte die philippinischen Bischöfe. Die Anstrengung, die diese Audienz verursachte, erschöpfte jedoch den greisen Pontifer so, daß er sich sofort nach Beendigung der Audienz zur Ruhe begeben mußte.

Rußland, Amerika und die Mandschurei.

Als in der japanischen und britischen Presse jüngst ein forybantischer Lärm wegen Rußlands Treiben in der Mandschurei losbrach, haben wir schon darauf hingewiesen, wie zweideutig die Haltung der Vereinigten Staaten in der Affäre war. Unsere Vermutung, daß Rußland das passive Verhalten der Union durch irgend ein Privatgeschäft mit ihm erkauft habe, scheint das Rechte getroffen zu haben. Darauf läßt unter anderem eine Aeußerung des früheren amerika­nischen Botschafters in Verlin, Andrew White, schließen, der unter anderem neulich erklärte:

Warum soll Rußland nicht in der Mandschurei bleiben? Wenn man China freie Hand ließe, würde es die Mand­schurei schließen. Rußland kann jedoch nicht von seinem Gebiet Waren fern halten, die es dringend braucht. Schlimmstenfalls würde Rußland nicht mehr tun, als wir auf den Philippinen."

Eine solche Aeußerung ist nur verständlich, wenn ein Jeheimes Abkommen zwischen den Yankees und den Russen jetroffen ist, das den Russen den unangefochtenen Besitz der Mandschurei sichert. Ohne Amerikas Unterſtüßung können Japan und Egland nichts gegen die Russen ausrichten, und fie haben offenbar auch keine Lust dazu. Vielmehr scheint es, als habe Rußland in das englisch- japanische Schuß- und Truzbündnis bereits einen Keil zu treiben gewußt. Die Meldung, der russische Kriegsminister Koropatkin habe bei seinent Besuch in Tokio mit dem japanischen Minister des Aus­wärtigen sich über die Korea- und die Mandschureifrage ver­ständigt, England also aufs Trođene geſeßt, wird schon timmen, wie sehr sie von englischer Seite auch für unglaub­würdig erklärt wird.

Die Lage im Somaliland.

Es scheint, als sollte es nun doch zwischen den Abessiniern und den tollen Mullah zu einem ernsten Zusammenstoß kommen. Die Abessynier sind 14 000 Mann stark. Unter diesen Umständen hat der Mullah keine Luft, sich mit ihnen zu messen. Es stehen ihm auch tatsächlich mehrere Rück­zugswege offen. Die Abessinier wollen ihm jedoch zu Leibe, da er neuerdings angefangen hat, in Abessynien selbst zu plündern und zu morden. Die Engländer sind inzwischen in einer keineswegs beneidenswerten Lage. Die Kolonne Cobbe sizt noch immer in Galadi, von den übrigen britischen Truppen abgeschnitten und jeden Augenblick gewärtig, von den Muliahleuten überfallen und niedergemacht zu werden. Den Truppen fehlen Lebensmittel, sie sind schon auf halbe Rationen gesetzt. Auch die Kolonne des Obersten Manning schwebt in gleicher Gefahr, sie kann nicht vor, nicht rück­wärts. England rüstet zwar in Indien Truppen zum Ent­sche der Somalikolonnen aus, aber ehe diese dort eintreffen, kann das Schicksal der Truppen Cobbes und Mannings schon behiegelt sein.

Kurze politische Nachrichten.

* Die gothaische Regierung bereitet ein Gesetz über eine Reform der hypothekarischen Belastung des Grund­besizes in Stadt und Land, sowie über die Wohnungs­verhältnisse vor.

* In Grünwinkel wurde jeßt der zweite sozialdemo­tratische Bürgermeister in Baden rechtsgiltig gewählt.

* Der Banus von Kroatien Graf Khuen- Hedervary hat vom Kaiser Franz Josef den Auftrag zur Bildung des ingarischen Kabinetts erhalten.

* Das italienische Kabinett ist jetzt wieder reorganisiert vorden. Aus dem bisherigen Kabinett scheiden Giolitti, der Minister des Innern, und Bettolo, der Marinemini­ster, aus. Alle übrigen bisherigen Minister treten in das neue Kabinett, das wieder Zanardelli führt. Zanardelli übernimmt vorläufig das Innere, der Minister des Aeu­Bern, Morin, die Marine.