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den Unrechten geriet. Es war dies ein Postmeister, dem eine ganze Wagenladung Kartoffeln abgeschwindelt wer­ben sollte. Unser guter Postmeister aber war vorsichtig genug und tat das, was die anderen schon längst hätten tun sollen, er erkundigte sich über die Firma und die erhaltenen Auskünfte gaben ihm die Gewißheit, daß er es hier mit modernen Raubrittern zu tun habe. Aehn­liche Schwindeleien sind vor Jahren von einer Berliner Inseratenfirma" bei verschiedenen Provinzzeitungen ver­übt worden. Diese Firma" gab Anzeigen auf, erhob von den Inserenten auch die darauf entfallenen Ge­bühren und als die Verleger auf Zahlung drängten, stellte sich heraus, daß die angebene Firma überhaupi nicht existierte. Der Inhaber ein unbedeutender An­zeigensammler hatte das Geld verlebt und die Ver­leger hatten das Nachsehen. Alle diese Vorkommnisse sollten aufs neue eine Mahnung sein, ohne Erkundigun­gen keinerlei Lieferungsgeschäfte zu machen und keiner­lei Aufträge zu übernehmen. Diese unerklärliche Ver­trauensseligkeit der Geschäftsleute und das Bestreben, um jeden Preis zu verkaufen, ist tatsächlich ein Krebs­schaden unserer Zeit, der namentlich einen Teil der Handwerker, insbesondere Echneider und Schuhmacher, schwer schädigt. Andererseits ist aber auch nicht zu ver­bennen, daß die Art und der Geschäftsbetrieb vieler Aus­tunstsinstitute nicht gerade ein besonderes Schutzmittel gegen diese Mißverhältnisse ist. Die Auskünfte werden nicht immer mit der genügenden Sorgfalt erteilt und bie Kosten dafür stehen manchmal nicht im Verhältnisse zu den gemachten Aufwendungen. Wenn aber das Pub­litum den Aufwand für Erkundigungen nicht scheuen würde, dann würde ganz gewiß auch ein ganz gediegenes Auskunftswesen sich entwickeln namentlich wenn durch behördliche Maßnahmen dafür Sorge getragen würde, baß die Auskunftsinstitute keinen leichtfertigen Geschäfts­betrieb sich zu Schulden kommen lassen.

Aus dem Gerichtsfaal.

§ Die Anklage gegen den Fähnrich z. S. Hüffener lautet auf Totschlag, begangen an dem Artilleristen Hart­mann in Essen. Zu der am 26. d. M. stattfindenden Verhandlung, der, wie gemeldet, Korvettenkapitän Starke präsidieren wird, sind nur drei militärische Zeugen gela­ben: Oberleutnant Weiße von der Marineschule und die Fähnriche Konrad und Brandes des Torpedoschulschiffs ,, Blücher".

§ Schillers Räuber und die russische Polizei. Ein sonderbarer Prozeß beschäftigte das Gericht der rus­sischen Stadt Krementschug. Schüler des dortigen Gym­nasiums hatten im Hause eines ihrer Kameraden za ih­rem Privatvergnügen die Räuber" von Schiller auf­führen wollen. Am Tage der Aufführung drang aber die Polizei in die Wohnung ein und nahm einen Teil der jugendlichen ,, Räuber" dem anderen war es gelungen, sich noch rechtzeitig zu flüchten- fest und übergab ben fünfzehnjährigen Karl Moɔr dem Gerichte. Der Rich­ter, vor den die merkwürdige Angelegenheit gebracht wor den war, fällte natürlich ein freisprechendes Urteil, doch damit war die Polizei durchaus nicht zufrieden und hat baher die Räubergeschichte vor das Plenum des Kreis­gerichts gebracht, das in den nächsten Tagen sein Urteil sprechen wird. Ganz Krementschug ist neugierig, wie man die kühnen ,, Räuber" bestrafen wird, andere Leute aber sind neugierig, die Operettenpolizei von Krement­Schug persönlich kennen zu lernen.

Nab und Fern.

XX Die Eröffnung der deutschen Städteausstellung hat in Dresden durch ihren Protektor, König Georg von Sachsen, in feierlicher Weise stattgefunden. Als Vertreter des deutschen Reiches nahm Staatssekretär Graf Posa­dowsky daran teil. Fast alle deutschen Regierungen, sowie alle größeren deutschen und viele ausländische Städte wie Wien, Preßburg, Petersburg und Paris haben Delegierte entsandt. Zu einer Galatafel im Residenzschlosse waren die auswärtigen Staats- und Stadtvertreter, der Ausstel­lungsvorstand und die Ausschußvorsitzenden, insgesamt etwa 140 Personen, geladen worden.

natürlich nie wiedergesehen hätte. Troßdem wollte der Kaufmann, um den allmächtigen Gebieter der Stadt nicht zu erzürnen, den schweren Schritt tun, doch gelang es ihm nicht, die erforderlichen Mittel aufzutreiben. Deshalb rächte sich der noble Gouverneur an der gesamten jüdi­ſchen Einwohnerſchaft, indem er ruhig zusah, wie ihre Häu­ser vernichtet, ihre Frauen geschändet, ihre Kinder buch­stäblich mit den Füßen zertreten und sie selbst von ent­menschten Horden niedergeschlagen wurden. Unter den Angreifern sollen sich Beamte, Polizisten, Offiziere und russische Geistliche befunden haben, die Bauernkittel und Arbeiterblusen trugen und sich am Plündern beteiligten. Nur in drei Fällen schützte der Gouverneur Eigentum und Leben der ihm anvertrauten Juden, trozdem er 10,000 Soldaten zu seiner Verfügung hatte. Dafür ließ er sich aber von jedem der Beschüßten 20,000 Rubel zahlen. Seine Schuld wird noch durch den Umstand erhöht, daß er durch den Minister des Innern v. Plehwe bereits wochenlang vor dem Ausbruch der Unruhen amtlich auf die Gärung in Kischinew aufmerksam gemacht worden war. Gegen die russische Regierung sind infolge der Kischinewer Plünde­rungen mehrere tausend Entschädigungsklagen angestrengt

Ein Meisterstück des deutschen Kunstgewerbes ist das Geschenk der Arbeiter und Arbeiterinnen der Perl­Stickereifabrik zu Dagsburg, das durch eine Deputation ber Kaiserin auf Schloß Ürville überreicht wurde. Der Untergrund des Kunstwerkes ist weiße Seide. Die Mitte zeigt die Dagsburg, umgeben von einem goldgestickten Eichenkranz. In der rechten Ecke oben sieht man das Ho­henzollernwappen, an der linken Seite das der ehemali­gen Dagsburger Grafen. Das Ganze wird von einem Adler überragt, der eine Krone trägt. Wappen und Adler sind in Buntstickerei und Perlen ausgeführt. Am Fuße des in einem prächtigen Rahmen gehaltenen Bildes befindet sich die in Gold gestickte Widmung.

worden.

**, Geschlampte" Weine. Die Zeit der Maibowlen steht im Zenith. Wenn's draußen auch stürmt und der Regen in Schauern an die Fenster prasselt, dem wackeren Zecher strahlt das Sonnenlicht, das in der Traube ge­fesselt war und im Weinesfunkeln wieder frei wird, um so heller im traulichen Stübchen. Und der schönste Blü­tenduft draußen in Wald und Feld wiegt ihm nicht den würzigen Hauch des Waldmeiſters und das feine Aroma des Mosels und Niersteiners auf, die in inniger Gemein­schaft und richtiger Mischung den Grundstock zum Götter­trank, Maibowle" geben, dem allenfalls ganz feine Zun­gen noch die Schaumhaube des Champagners aufzuſeßen lieben. Aber in die Bowlenfestzeit des echten Weinbei­Bers", wie man am Rhein zu sagen pflegt, mischt sich dies­mal ein starker Schuß Mißbehagen, und daran ist der Prozeß des Weinfälschers Dr. Schlamp schuld, welcher wie ein Reif auf die zarten Blüten der mailichen Trin­terfreude fiel. Hat doch Dr. Schlamp behauptet, daß auf dieselbe Art, wie sein Niersteiner gemischt wurde, die meisten Rheinweine behandelt und verschandelt werden. Da muß jeden wackeren Zechgenossen ein geheimes Grauen fassen und ihm aus dem blinkenden Gold der Rebe das grinsende Gespenst eines ,, chemischen" Kazenjammers ent gegenstarren. Und diese Angst hat alle Bacchusjünger weit über die Grenzen Deutſchlands, in England und Ame­rika ergriffen, wo noch allen Abstinenzfanatikern zum Troß ein gutes Glas Rheinwein, mit Maß und Verstand genossen, als eine gute Gabe Gottes gilt. Aber ihnen allen zum Trost und zu des deutschen Weinbaues Ruhm sei es gesagt: Es gibt noch außer geschlampten" auch unge­mischte trinkbare Rheinweine in Menge, und der deutsche Becher braucht nicht an der vielerprobten Fähigkeit seiner Zunge irre zu werden, wenn er schnalzend das Glas zum Licht hält und den Wahrspruch verkündet: Das ist ein gesegneter Tropfen. Geschlampt" ist der sicher nicht."

(:) Eine Eisenbahnkatastrophe wird aus Dirschau ge­meldet: Auf der Strecke Schmentau- Sturz entgleiste ein aus 30 Wagen bestehender Arbeitszug. Drei Personen wurden getötet, neun schwer und zwanzig leicht verlegt. Unter den Getöteten befindet sich ein Chausseeausseher, un­ter den Schwerverlegten ein Bahnmeister, die übrigen To­ten bezw. Verletzten sind Arbeiter. Ursache der Entglei­sung ist eine Senkung infolge Unterspülens des Geleiſes. Ein sofort nach der Unfallstelle abgesandter Hilfszug brachte die Schwerverletzten nach Dirschau. Der Material­schaden ist bedeutend.

(?) Prinzessin Luise von Toskana soll nach Meldungen aus Lindau schwer leidend sein. Die Aerzte befürchten, daß sie dauernd schwermütig werden wird. Sie verlangt zweimal des Tages nach einem Priester, um mit ihm zu beten. Das kürzlich geborene Kind soll übrigens unver­kennbar die Züge des Kronprinzen von Sachsen tragen.

)( Zu den Gräueln in Kischinew werden jetzt Einzel­heiten bekannt, die die Verantwortung an der furchtbaren Tragödie, der Hunderte von jüdischen Familien zum Opfer gefallen sind, einzig auf die Schultern desjenigen legen, dem eigentlich die Sorge für ihre Sicherheit zustand: des Gouverneurs von Raaben. Dieser Herr, der inzwischen ver­bienterweise seines Amtes enthoben worden ist, hatte sich nicht entblödet, von einem jüdischen Großhändler ein Darleben" von 80,000 Rubeln zu verlangen, das dieser

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** Portoabzug bei Postanweisungen wird ungeachtel entgegenstehender gerichtlicher Entscheidungen noch häu­fig vorgenommen und geduldet. Aber das Bürgerliche Gesetzbuch bestimmt anders. Dort heißt es: Geld hat der Schuldner im Zweifel( also wenn nichts vereinbart ist) auf seine Gefahr und Kosten dem Gläubiger an dessen Wohnsiz zu übermitteln. Ist die Forderung im Gewerbe­betrieb des Gläubigers entstanden, so tritt, wenn der Gläubiger seine gewerbliche Niederlassung an einem an­beren Orte hat, der Ort der Niederlassung an Stelle des Wohnsizes.

Bunte Chronik. Eine Ausstellung für Frauenarbeit und Frauenbedarf ist von der ,, Deutschen Frauengenɔſ­senschaft" in Berlin eröffnet worden.

- Der wegen Sittlichkeitsverbrechens von der Staats­anwaltschaft steckbrieflich verfolgte Tierarzt Jskraut aus Jerichow ist Utrecht( Holland) verhaftet worden.

- Eine ſ. Zt. dem Zaren entwendete wertvolle Stradiva­ciusgeige wurde in Paris aufgefunden und zurückgekauft. Wer der Dieb war, ist nicht ermittelt worden.

lief vor einiger Zeit, als er geschäftlich in Nürnberg zu tun hatte, ein kleiner Knabe unter das Fuhrwerk. Glücklicherweise konnte der Kutscher noch rechtzeitig hal­ten, worauf der Kleine unter Zurücklassung seines Spiel­zeuges einer zerbrochenen Violine, die er als Wägel­chen benutzte, schleunigst davonlief. Der Reſtaurateur faufte der Mutter des Knaben das Spielzeug ab und gab es einem Instrumentenmacher zur Ausbesserung. Deiser bot dem erstaunten Besizer erst 100 Mt. und erstand die Violine schließlich nach längerem Handeln um 400 Mart. Der Instrumentenmacher verkaufte sie weiter für 800 Mt., und nunmehr befindet sich das ehemalige Spiel­zeug des kleinen Knaben- eine Albani- Violine- in einer Privatsammlung, für die sie um den Preis von 1800 Mf. erworben wurde.

-Wie aus Budapest gemeldet wird, tötete ein, wie er neinte, grundlos entlassener Arbeiter seine siebenjährige Tochter, verwundete seine Frau und ein 1 Jahr altes lind durch Revolverschüsse schwer und machte dann sei­iem Leben selbst ein Ende.

-Wie aus St. Jean( New- Foundland) gemeldet wird, st das Städtchen Little Bay durch eine Feuersbrunst ollständig zerstört worden. 500 Häuser, darunter ſämt­iche öffentliche Gebäude, wurden ein Raub der Flammen.

- Aus Bilbao wird gemeldet, daß in einer dortigen Brube durch eine Explosion ein Erdrutsch hervorgerufen vurde. Zahlreiche Arbeiter ſind verſchüttet worden.

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** Pfingsten fällt diesmal auf den 31. Mai und 1. Juni. Die beiden Feiertage werden also in verschiede­nen Monaten gefeiert. Dies wird sich in diesem Jahr­hundert öfter wiederholen, nämlich in den Jahren 1914, 1925, 1936 und 1998, die denselben Kalender haben wie unser Jahr. Da die beweglichen Feste, zu denen Pfing­sten gehört, vom Osterfeste abhängen, können sie auf 35 verschiedene Tage fallen. Der früheste Pfingst­sonntag kann der 10. Mai sein; doch ist es ein äußerst jeltener Fall, daß Pfingsten so früh zu feiern ist. Zum legten Male geschah das 1818, und bis zum Jahre 2000 wird es sich nicht wiederholen. Eelten fallen Him­melfahrt und Pfingsten beide erst in den Juni: im ver­gangenen Jahrhundert kam dies nur dreimal vor, und 1905 wird es sich wieder ereignen. Meistens feiern wir beide Feste im Mai; im laufenden Jahrhundert wird das 65mal geschehen, im Mai und Juni 32mal und allein im Juni dreimal. In den frühesten Zeiten verbanden die Christen das Gedächtnis der Himmelfahrt Christi mit einem beliebigen der zwischen Ostern und Pfingsten fal­lenden Tage; erst seit Ende des vierten Jahrhunderts begann man, das Fest auf den vierzigsten Tag nach Ostern( den zehnten vor Pfingsten) zu verlegen, weil die Evangelien berichten, daß Christus nach seiner Auf­erstehung noch vierzehn Tage auf Erden wandelte.

(!)[ Die neueste Uhrenkontrolle.] Geheime Erkennungs­zeichen will der Deutsche Uhrmacherbund für Uhren_al­ler Art einführen. Es soll dadurch den Uhrmachern Gelegenheit gegeben werden, zu erkennen, ob die Uhr von einem Uhrmacher, oder in einem Warenhause der Ver­sandtgeschäft gekauft ist. Ein solches Erkennungszeichen, das gestreng geheim gehalten wird, ist bereits beim kai­serlichen Patentamte angemeldet.

=[ Einen lustigen Aufsatz über den Teich] teilt der Lehrer einer höheren Töchterschule mit. ,, Ein Teich so schreibt eine Schülerin ist eine kleine Wasserland­schaft. In demselben leben Fische, Krebse, Würmer, Schilf­rohr, Enten und Gänse und beim Baden sogar Men­schen. Ist der Teich groß, so heißt er See, z. B. Oſt­see. Ist er salzig, so nennt man ihn Meer. Ist er sauer, so heißt er Sauerteig. Ist ein Teich so groß wie ein Waschsaß, so wird er Pfüße genannt und wird nur von Kindern benutzt. Liegt er in der Nähe von Menschen­wohnungen, wird er zum Waschen, Kochen, Bleichen und zur Wiesenwässerung benutzt. Im Winter fährt man ihn teilweise in den Giskeller zur beliebigen Benutzung im Sommer. Will man einen Teich backen, so schreibt man ihn mit einem g." Die ,, Schülerin" ist wahrscheinlich der Spaßvogel vom Lehrer selber.

:::[ Ein wertvolles Kinderspielzeug] hatte das Söhn­chen einer armen Witwe in Nürnberg, ohne daß seine Mutter darum wußte. Einem Restaurateur aus München

** Entwertung der Barlettalose. Aus Italien kommi eine für manchen Wertpapierbesitzer schmerzliche Nach­richt. Der Gemeinderat von Barletta hat beschlossen, die Auslosung der Prämienanleihe von 1870 zu suspen­pendieren. Die sogenannten Barlettalose sind ein na­mentlich in den Kreisen der kleinen Kapitaliſten außer­ordentlich verbreitetes Papier. Der niedrige Kurs, der in den letzten Jahren zwischen 16 Prozent und 20 Pro­zent pro Stück geschwankt hat, veranlaßte viele Leute, sich mehrere solcher Lose zuzulegen, umsomehr, als die Gewinnchancen recht erheblich zu sein schienen.

die feindliche W lebens, deffen G barum so unwid

** Das Heufieber. Bei dem schönen Frühlingswet­ter ist der Graswuchs der Wiesen weit vorgeschritten und man sieht einem prachtvollen ersten Schnitt bald ent­gegen. Der Landmann schmunzelt schon jetzt vorahnend über den reichen Segen, der seine Scheuer blüht, und der Spaziergänger freut sich am Wogen der grünen Hal­me und fühlt schon im voraus den würzigen Duft des frischen Heus um seine Wangen wehen. Derjenige aber, der am ,, Heufieber" leidet, sieht mit Kummer und Sor­gen seine Schmerzenszeit herannahen. Die beklagens­werten Opfer des Heufiebers werden bekanntlich alljähr­lich zur Zeit der Heuernte von einem heftigen, über­aus qualvollen Schnupfen befallen, der ihnen keine Ruh und Rast läßt, solange die Gräser in lüte stehen, de­ren herumfliegender Rispenstaub ihre empfindlichen Schleimhäute reizt. Die Heufieberfranken können sich nur durch einen Aufenthalt in möglichst staubfreier Gegend Linderung verschaffen oder ganz schüßen, und weil eine Insel im offenen Meere dafür den geeignetsten Plaz bietet, hat sich in Deutschland der Heufieberbund von Helgoland" gebildet. Seit einiger Zeit nun scheint es, als ob den Heufieberkranken nicht nur eine Aufklärung über ihre Leiden, sondern auch eine wirksame Behand­lung und Heilung zuteil werden wird. Im vorigen Jahre hatte Professor Dunbar in Hamburg einen Giftſtaff im Blütenstaube gewisser Gräser entdeckt, der beim Men­schen die eigenartigen Erscheinungen des Heufiebers zu erzeugen vermochte, und was noch mehr ist, Professor Dunbar vermochte auch ein Gegengift, eine Art Heil­serum, daraus zu bereiten, durch dessen Verabreichung eine schnelle Linderung herbeigeführt werden konnte. Der englische Arzt Felix Semon hat jetzt eine aus­führlich: Arbeit veröffentlicht, worin er die Ergebnisse bon Professor Dunbar nachprüft. Er hat sie bestätigt und empfiehlt sie der eingehenden Beachtung der Merzte zu weiteren Forschungen und Versuchen.

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* Se. Mai D. Johann Ehrenzeichen be * Das G Mr. 15, ausge ficht der von Gro mlagen zur 2 Mer Stadt Gieß Brokb. Minist 1903/04 geneh Kommunalbedü Büdingen. des Innern für zur Bestreitung d gemeinden des

[ Präsident Roosevelt bei den Cowboys zu Gast.] Auf seiner Reise durch den Silberstaat Colorado nahm Präsident Roosevelt in Hugs an einem höchst originellen Frühstück teil, das ihm von dortigen Cowboys gegeben wurde. Er hatte diesem urwüchsigen Empfang ausweichen wollen; als aber der Zug in Hugs anlangte, wurde Roosevelt von den Cowboys förmlich in Beschlag genom­men. Er sprang munter aus dem Wagen und schritt, von biederen Cowboys umgeben, nach dem in der Nähe des Bahngeleises gelegenen Zelte, wo ein Frühstück bereit stand, wie es die nichtverwöhnten Söhne der Prairie zu genießen pflegen. Der Präsident schöpfte sich selbst eine Tasse Kaffee aus dem Kessel, langte mit einer eiser­nen Gabel nach einem Stücke Brot und machte sich dann über eine Portion Stew" her, unverdrossen in dem großen Kessel nach den Stücken Fleisch fischend, die in der Brühe herumschwammen. Die lange Reise hatte seine Eßlust geschärft, und er ließ sich's schmecken. Als er nach dem Zuge zurückkehrte, strömten ihm die Cowboys nach, als wäre er einer der ihren, und als der Zug sich in Bewegung setzte, schwangen sie sich auf ihre Pferde und ritten dem Zuge unter Gelächter, Geschrei und­lebhaften zurufen so lange nach, als die Tiere imstande waren, zu folgen. Ein seltsameres, belustigenderes Schauspiel hat man wohl selten gesehen. Die Comboys hatten ,, vollen Wichs" angelegt einer von ihnen hatte sich sogar bis zu einem seidenen Zylinderhut verstiegen- und sahen in ihrer bunten Kostümierung heiter genug aus. Unter den kühnsten Reitern, die dem Präsidenten­zug nachflapperten, befand sich ein weiblicher Cowboy, der nach Männerweise im Sattel saß, wie ja alle ,, Girls" westlich vom Mississippi tun. Die bunte Cowboy- Gefolg­schaft machte dem Präsidenten viel Vergnügen."

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