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zwar lejen, aber nicht schreiben. Es gab also etwa 38 An­alphabeten unter je 100 Ausgehobenen. Von den in Deutsch­land im Jahre 1901 eingestellten 260 416 Refruten waren nur 131 oder 0,05 pCt. ohne Schulbildung.

Artillerieſcharfschießen im freien Gelände. Sechs Batterien des 8. französischen Artillerieregiments sollen Ende dieses Monats bei Baccaret scharfe Schießübungen im freien Ge­lände vornehmen. Die Uebungen sollen die gewöhnlich aus den Ererzierplätzen stattfindenden ersetzen. Die Generale Langlois und Brugère werden den Uebungen beiwohnen.

Therefe Dumberts Wahnfinns- Komödie.

Paris, 18. August.

Therese Humbert hat eine neue Ueberraschung für ihre Richter in petto gehabt. Es unterliegt keinem Zweifel, daß sie, da alle Stricke reißen, sich jetzt auf die schüßende Insel der Unzurechnungsfähigkeit retten will. Die Szene, die sie zum Schluß der gestrigen Situng aufführte, hätte eher in einem realistischen Schauerdrama, das die Schrecken des Irrenhauses vorführt, als in dem nüchternen Licht des Ge richtssaales ihren passenden Platz gefunden. Mit geiſter­hafter Stimme, die Augen weit und starr geöffnet, als sähe sie in eine fremde Welt, hielt sie den folgenden Monolog: " In unserem Hause hat man bei der Haussuchung Schuhe gefunden, die ich als siebenjähriges Mädchen getragen; auch ein weißes Kleid hat man gefunden, denn ich war immer weiß gekleidet bis zu meinem siebenten Jahre. Mama hat mir gesagt, daß ich sehr reich sei und sehr reich sein werde. Mama ist gestorben; dann habe ich im Nebenzimmer meine Geschwister versammelt, ihnen gesagt, daß ich für sie sorgen würde, und daß wir reich seien. Ich habe dann Frederic tennen gelernt und habe nie einen anderen Mann geliebt, nie eine andere Liebe in meinem Leben gekannt. Mein Vater hatte immer Geld; er verbarg es bisweilen in einem Blumen­topfe, bisweilen vergrub er es auch. Ein Zimmer in unserem Hause war stets streng verschlossen. Als ich mich verheiratete, gab mir mein Vater ein großes, mehrfach versiegeltes Paket..."

bordiversen von Geschützteilen) während der diesjährigen Kaiserreise.

§ Wegen Soldatenmißhandlungen in 1800 Fällen, darun­ter 300 schiere, sowie 13 Fällen von Mißbrauch der Dienst. gewalt wurde der Unteroffizier Breidenbach vom 4. Garde. regiment zu 3 Jahren Gefängnis und Degradation verurteilt. Ein Füsilier Hill hat sich wegen der durch Breidenbach er­littenen Mißhandlungen erschossen. Gegen das Urteil ist vom Gerichtsherrn und vom Verurteilten Berufung eingelegt worden.

§ Das Geheimnis der Hamberts. Im Humbertprozeß hat das Plaidoyer des Staatsanwalts Blondel nichts neues gebracht, höchstens, daß Frau Therese für ihre Toilette jähr­lich das hübsche Sümmchen von 80 000 Francs verausgabte. Dagegen erweckte der Verteidiger Labori ungeheure Sensa­tion, als er erklärte, Therese habe ihm zwar ihr Geheimnis anvertraut, doch habe sie ihn nicht ermächtigt, den jedem französischen Patrioten verhaßten Namen" preiszugeben. Er müsse sogar als Verteidiger bemüht sein, die Enthüllung dieses Namens zu verhindern. Ganz Paris zerbricht sich jetzt den Kopf, wie dieser mit Schmach bedeckte Name lautet. Wenn man der Lanterne" glauben dürfte, hieße er: Ba­zaine. Dieser sei der Vater Theresens. Bazaine habe 1863 in Merito große Schätze geräubert. Er habe in Meriko eine Liebschaft mit einer Merikanerin gehabt, die ihm zwei Kinder geschenkt habe, Therese und Romain. Die Merikanerin ser Bazaine nach Paris gefolgt, obwohl er in Meriko eine andere Tochter des Landes geheiratet hatte. Die Söhne dieser meri­fanischen Gattin hätten den verruchten Namen Bazaine ab­gelegt und den Namen Crawford" angenommen und gegen die Kinder der merikanischen Geliebten, denen Bazaine jene geraubten Schätze vermacht habe, prozessiert. Die Geschichte ist sehr romantisch, aber natürlich von Anfang bis zu Ende erfunden.

Hier wurde sie von einem Freudenschrei des Präsidenten unterbrochen: Nun endlich, und dieses Paket?"- Aber da fennt Herr Bonnet seine Therese schlecht, wenn er denkt, daß sie auf solche neugierigen Fragen eingeht. Sie tut, als habe sie nichts gehört, und fährt im Geistertone weiter fort, alle möglichen Ungereimtheiten in buntem Durcheinander herzu orakeln. Plößlich aber schwillt ihre Stimme zu unhet.niich­drohendem Pathos an. Ich bin ein Opfer," schreit sie, ,, man hat nichts gegen mich gefunden, mein Gewissen ist rein." Und als der Präsident sie von neuem unterbricht und ihr vorhält, daß sie jetzt, nach Beendigung des Verhörs, ihrem Versprechen gemäß sagen müßte, wo die Millionen sind, apostrophiert sie die Geschworenen: Ich habe gesagt, ich wollte nach den Plaidoyers reden, und werde nicht zu reden brauchen, wenn die Millionen vorher kommen. Ich werde garnicht reden, ich habe noch 24 Stunden Zeit. Man hat mein Bett verkauft, ich will mein Bett. Es besteht ein Krieg auf Tod und Leben zwischen Madame Humbert und dem Justizminister Vallé. Meine Herren Geschworenen! Sehen Sie mein Gesicht; es beweist, daß ich nichts Böses begangen habe."

Therese muß sich inzwischen selbst überzeugt haben, daß ihre Sache verzweifelt steht, wenn sie jetzt mit einem Mal den letzten Rettungsanfer darin erblickt, sich auf die wilde Frau" hinauszuspielen. Sie griff auch wohl nur nach diesem Strohhalm, weil sie sich zu ihrem Leidwesen überzeugen mußte, daß ein artig Märlein, so sie sich ersonnen, bei Ge­richtshof und Publikum absolut nicht verfangen wollte. Sie erzählt mit feierlicher Miene, daß sie, ohne ihrer Familie den Grund zu sagen, am 7. Mai nach Bordeaux gereist sei. Dort habe sie eine Person treffen wollen, die ihr das Ver­mögen aushändigen sollte. Von dieser Person sei sie schmäh­lich hintergangen worden. Zum zweitenmal ebenso in Madrid. Wenn diese Person," ruft sie aus, drohend im Saale umherblickend, sich nicht meldet, so werde ich alles sagen!" Die arme Therese! Ihr hübsches Geschichtchen ver­puffte unter allgemeiner Heiterfeit.

Nab und fern.

,, William Silvener, Reisebegleiter des Lord Byron." ,, Lenain- Dutot, sept jede Art Prosa in Verse( Unterricht)."

[ Der kleine Khuen.] Der Münchener humoristischen Wochenschrift Jugend" ist in Ungarn der Postdebit entzogen worden, weil sie die Herren Magyaren zu derb angefaßt hat. Trotzdem ist in Budapest eine von der Jugend" ber­brochene Variation des bekannten Gassenhauers vom Kleinen Kohn populär geworden. Ueberall hört man nach der be. fannten Melodie:

Hilfsaktion für die Ueberschwemmten. Der Zentral­vorstand des Vaterländischen Frauenvereins hat den Ober­verwaltungsgerichtsrat Kühne in das westpreußische und posensche Ueberschwemmungsgebiet entsandt, um mit den Zweigvereinsvorständen die zweckmäßige Verteilung der Mittel zu beraten. Epidemien sind zur Zeit im posenschen Ueberschwemmungsgebiet nicht vorhanden; die früher feſtge­stellten typhusähnlichen Erkrankungen sind geheilt. Morge findet unter Zuziehung von Vertretern der Zweigvereine aus dem westpreußischen Ueberschwemmungsgebiet eine Sitzung des Provinzialverbandes der Vaterländischen Frauenvereine in Danzig statt.

Von einem Elefanten zerstampft wurde bei Dar- es­Salaam der Oberleutnant Pfeifer von der Schutztruppe. Er hatte auf einem Jagdausflug einen Elefanten angeschossen. Dieser wandte sich blißschnell gegen den unglücklichen Schützen, faßte ihn mit dem Rüssel, warf ihn zu Boden und zerstampfte ihn mit seinen mächtigen Füßen.

Troßdem hat sie noch Anhänger, die fest darauf schwören, daß 10 Minuten vor Verfündung des Urteils das Geheimnis, das über den Humbertschen Millionen schwebt, sich endlich lüften wird. Außer den Versionen, die bereits bekannt sind, wird nun noch erzählt, daß Therese mit dem Zucker­industriellen Lebaudy keine Familien-, sondern bloße Ge­schäftsbeziehungen unterhielt. Die Millionen, die die Humberts ab und zu gezeigt haben, um ihre Gläubiger zu beruhigen, sollen echte Papiere gewesen sein, die gegen gute Vergütung aus dem Lebaudyschen Geldschrank auf Stunden und Tage in den Humbertschen hinüberwanderten. Wenn dann der Sturm der ungläubigen Gläubiger wieder ab­geschlagen war, wurden die Wertpapiere wieder abgeholt. Ein wahrer Geniestreich, wenn's wahr wäre! Aber Blätter, welche zuerst mit den Enthüllungen über die Be­ziehungen der Familie Lebaudy herausfamen, treten schon den Rückweg an. Auf Grund sicherer Informationen wissen sie mitzuteilen, daß die Lebaudychen Millionen nicht in Rententiteln, sondern in ausländischen Werten angelegt seien. Das entzieht den Humbertschen Märchen jeden realen Boden.

die

Hab'n Sie nicht den kleinen Khuen gesehen? Sah'n Sie ihn denn nicht nach Ischl gehen? Bestechungen die Menge

Bracht'n ihn in's Gedränge,

Hört, o welcher Schreck!

Der Khuen ist weg!

Der

Gräflichen Hau

Befiges der S

erhoben.

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von Geffen auf dem alten fchen Kirche, mit Schleifer gefimüdt. Baufes haben Bereinigung Garde du C vere wigten Das daß zu bem a Biebmartt

[ Heulende Feuerwehrleute.] Bei der Londoner Feuerwehr soll jetzt endlich eine Neuerung, die schon un­zählige Male angeregt worden ist, eingeführt werden, näm­lich Glocken für die zum Löschen eilenden Wagen. Dieses einfache Gerät, das anderswo ganz selbstverständlich ist, wird durch ein geheulartiges Geschrei der Feuerwehrleute ersetzt. Der Fremde, der es zum erstenmal hört, glaubt ein Kriegsgeschrei der Indianer zu vernehmen, und noch nach Jahren hat man sich nicht an diese Töne gewöhnt, die so wild und barbarisch flingen. Der Londoner aber liebt sie, denn sie sind althergebracht. Es ist aber keineswegs ein jarmloses Vergnügen, sie beizubehalten. Die Mannschaften angen erschöpft und heiser auf der Brandstelle an, und die Rücksicht hierauf ist es denn auch, die endlich zur Einführung Der Glocken führen soll.

[ Unser Herrgott als Hufschmied.] In der neuesten Nummer des Kriegsrufs", des offiziellen Organs der Heils­Irmee, findet sich eine merkwürdige Geschichte von einem ge­cetteten" Hufschmied in Buffalo. Man bringt mir," so er­zählt dieser selbst, die wildesten Pferde zum Beschlagen; morgen werde ich z. B. eine Wagenladung wilder Bronchos zu beschlagen haben. Jeder Schmied in der Stadt hat sich geweigert, diese Arbeit zu tun, doch seit meiner Bekehrung interscheidet sich meine Behandlung der Pferde von derjenigen anderer Schmiede. Früher schlug ich die Tiere ganz un­barmherzig, wenn sie ungeberdig waren, jetzt aber streichle ich sie, gebe ihnen sanfte Worte, so daß sie ruhig werden, bereite das Hufeisen zu und falle dann auf meine Knie und bete: D, Gott, hebe dit das Bein des Pferdes, bis ich das Hufeisen aufgesetzt habe, und bei den sonst so schlimmen. ẞferden finde ich, daß der Herr gleichsam das Bein hebt, bis meine Arbeit getan ist."

* Die Rückkehr der Zuchthäusler. In dem schwäbischen Orte Holzmaden haben die Einwohner den Eheleuten Bartsch, die nach zwanzigjähriger Zuchthausstrafe begnadigt worden waren, einen begeisterten Empfang bereitet. Die beiden Zu­rückgekehrten, die wegen Ermordung ihrer eigenen Mutter bzw. Schwiegermutter berurteilt waren, wurden schon unter­wegs von der Dorfjugend im Triumph eingeholt. Vor unserem Haus," so erzählte Frau Bartsch einem Bericht­erstatter, hatte sich alles versammelt, Männer, Frauen und alle Ledige. Die Menge sang, Gott ist getreu und Lobe den Herrn, meine Seele" je drei Verse. Wir haben bitterlich geweint. Nachher ging alles ins Lamm- Wirtshaus und da ging es zu, wie bei einer Hochzeit. Es wurde getanzt und Musik gemacht. An die auswärtigen Verwandten hat man telephoniert u. s. w."

Der Schluß der Beweisaufnahme bringt noch eine dramatische Szene, als der Bankier Ber nard vernommen wird, dessen Familie durch die Humbert ruiniert worden ist. Er schleudert mit haßerfüllten Worten Therese die Beschuldigung ins Gesicht, daß sie seinen armer Bruder in den Tod getrieben habe. Therese versucht, in langen Darlegungen bie Schuld an diesem tragischen Ende eines hoffnungsvollen Mannes abzuleugnen. Sie verſteigt sich sogar zu der Behauptung, daß dieser im Mai vorigen Jahres die Crawfordschen Millionen übernommen habe. Das eisige Schweigen des Publikums sagt ihr, daß sie in diesem Salle richtet ist. Sie versucht zwar noch, die Geschworenen zu baunguieren, der Präsident aber verhindert sie daran uns Staatsanwalt Blondel nimmt zu seinem Plaidoyer das Wort,..

Hus dem Gerichtsfaal.

Die Tätigkeit des Vesuvs dauert stetig fort; die Aus brüche sind zahlreicher, die ausgeworfenen Lavamassen jedoc geringer geworden. Der Strom war bereits in einer Breite von 50 Metern bis auf einen Kilometer gegen Pompeji borgerückt.

§ Insubordination und Bedrohung. Das Kriegsgericht der Marineinspektion in Kiel verurteilte den Obermatrosen Menger wegen Beleidigung und Bedrohung des Komman­danten und ersten Offiziers des kaiserlichen Begleitschiffes Nymphe", Korvettenkapitän Voigt und Kapitänleutnant Grauer, zu 21 Monaten Gefängnis. Menger drohte mit einer Liederholung der Vorgänge auf der Gazelle"( Ueber­

"

Bunte Chronik. In Lemberg herrscht eine Scharlach epidemie. Die Kinderhospitäler sind so überfüllt, daß Baracken errichtet werden mußten.

Der im Duell verwundete Leutnant Kayser in Allen stein hat nur einen Streifschuß erhalten. Er konnte seir Zimmer bereits wieder verlassen.

In den Tiroler Alpen ist abermals ein starker Wetter sturz mit Schneefall eingetreten.

Vermischtes.

Beftimmungen

feilbieten, muff meisterei verfei

Berlaufe ftelle fein, in dene baß die aufget feuchten Bucht Areis mindest

*[ 1040 Tage Verspätung bei einem Eisenbahnzug.] Wie mus Newyork berichtet wird, trug sich am letzten Donnerstag n Beaumont in Teras ein Vorfall zu, wie er in der Eisen jahnstatistit sicher noch nicht dagewesen ist. An diesem Lage traf nämlich in Beaumont in Teyas ein Zug ein, der am 3. September 1900 morgens von Galveston abgegangen war. Die Distanz zwischen den genannten Stationen beträgt 150 englische Meilen. Gerade in der Mitte des Weges erhob sich in furchtbarer Sturm der Orkan, dem an diesem Tage Galveston zum Opfer gefallen ist, der den Zug fast ganz zertrümmerte und die Eisenbahnlinie zerstörte. Viele Rei­ende fanden hierbei den Tod. Die Lokomotive und ein Teil der Waggons wurden nach vieler Mühe, wieder in Stand Jesezt und nach Wiederherstellung der Bahn ist jetzt der Zug, Ser fahrplanmäßig in vier Stunden Beaumont hätte er eichen sollen, mit einer Verspätung von genau 1040 Tagen mmm Ziele angelangt.

[ Was ein Ehrenbürgerbrief kostet.] Reichskanzler Graf Bülow ist, wie unlängst berichtet, von der Stadt Bromberg zu ihrem Ehrenbürger ernannt worden. Der Ehrenbürger­brief ist in künstlerischer Vollendung ausgeführt worden. Gute Arbeit ist bekanntlich nicht billig und deshalb belaufen sich, wie jetzt bekannt wird, die Gesamtkosten für das Doku­ment auf nicht weniger als 2400 Mark.

Das wirkungslose Thermometer.] Die Einführung des hundertteiligen Thermometers in den Schulen und an­deren öffentlichen Anstalten, die vor einigen Jahren ange­ordnet worden ist, veranlaßte neuerdings die allgemeine Anfrage, wie sich das neue Thermometer bewährt habe. Einer der darauf erstatteten Berichte lautete kurz und treffend: Das Klima ist hierorts dasselbe geblieben."

bracht haben Zuwiderhand

Bef des 18. Arme gleitende Sta

zur Besichtigu eintreffen. * Uni

lefungen Ein hat fich der Billy Schm verfität eingef furt, hat am ale Hilfsaffif dem 1. Oftob talifchen Jaft

Dämon Gold. Eine erschütternde Tragödie wird aus Eydtfuhnen berichtet. In dem Dorfe Schaky kehrte im Druge gegen Abend ein Mann ein, der sich als den Sohn eines Bauern R. Kundgab. Er erzählte dem Wirt, daß er in langjährigem Aufenthalt in Amerika große Ersparnisse gemacht habe und seine Eltern überraschen wolle. Als es völlig dunkel war, begab er sich zum Haus seiner Eltern, gab sich aber nicht zu erkennen, sondern bat um ein Nachtquartier, das ihm auch gewährt wurde. Er ließ durchblicken, daß er biel Geld besäße. Die alte Frau versuchte nun ihren Mann zu überreden, den Gast umzubringen und zu berauben. Der Mann wies das Ansinnen mit Entschiedenheit zurück. Da schickte die Frau ihren Mann nach dem Krug, um Schnaps zu holen. Hier hörte er vom Wirt, wen er als Gast bei fich habe. Sofort eilte er wieder nach Hause. Aber es war zu spät. Die vom Gold geblendete Frau hatte dem Gast, ihrem eigenen Sohn, mit einem Rasiermesser den Hals durch­schnitten.

IDie Kerkermeister.] Ein hübsches Scherzwort des Papstes erzählt ein englischer Journalist, der vor kurzem von Pius X. in Audienz empfangen wurde. Der Papst machte fein Hehl daraus, daß er nur mit äußerstem Widerstreben die päpstliche Würde angenommen habe. So sagte er scher­zend, als die Rede auf die Kardinäle fam: Meine Kerker­meister haben mich hier eingesperrt, und dann liefen sie fort."

Drollige Visitenkarten.] Maurice Donnay, der be fannte französische Dramatiker, besitzt eine Sammlung origi neller Visitenkarten. Ein Mitarbeiter des Gil Blas" hatte jüngst Gelegenheit, diese Sammlung zu besichtigen, und gibt nun einige Muster drolliger Kärtchen zum besten. Da lieſt man: ,, Arthur Verziney, Ritter des Pio Nono- Ordens( Rom), Agent für Heiratsdispense." Pensionierter Kapitän Tör­nistein, Gatte der Frau Gräfin- Witwe des verstorbenen Ge nerals Bollwiller."..Witwe Aimée Martin, früher Witwe des berühmten Schriftstellers Bernardin de Saint- Pierre."

Félix, Vater des Fräulein Rachel."- ,, Carciani, Former in und außer dem Hause, nach toten und lebenden Modellen."

Ein gefährlicher Verbrecher ist in Mainz verhaftet wor den. Es ist der vor fünf Jahren wegen Lustmordes an einem elfjährigen Mädchen zum Tode verurteilte und aus dem Ge fängnis entflohene Deserteur Weygand. Seit seiner Flucht hatte Weygand in der Fremdenlegion in Afrika gedient, nahm auch an den Kämpfen in China teil, von wo er aber wieder desertierte und nach Deutschland zurückkehrte. Er hielt sich seit seiner Ankunft in Deutschland stets im Freien auf, wodurch es ihm möglich war, sich so lange der Verhaftung zu entziehen. Die Verhaftung erfolgte durch einen Gendarmen, der, als Vagabund verkleidet, schon längere Zeit mit dem Luftmörder verkehrte und sein Vertrauen zu gewinnen ver­stand.

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Lauterbach no Rhein von wurde am 1. berfekt, derse

RB. ( Sachsen) ein Reichsbantne Giroverkehr

A Durch Kurpfuscherei zum Wahnsinn getrieben. Aus einer eigenartigen Ursache wurde ein Bauernpaar in Thar­leng( Bosen) wahnsinnig. Der Bauer hatte sich bei einem ,, flugen" Manne Sympathie"-Mittel zur Vertreibung eines veralteten Uebels geholt. Für 12 Mark erhielt er einen Tee, von dem er neun Tage lang vormittags drei Schluck trinken sollte unter Hersagen einer schwierigen Gebetsformel, die der heiligen Schrift entnommen war. Am neunten Tage sollte er den übrig gebliebenen Tee in ein nach Morgen fließendes Gewässer gießen und wiederum mehrmals das Gebet dabei sprechen. Der Patient sollte sich aber ja vor­sehen, daß er beim Hersagen des Gebetes nicht stolpere, denn dann sei er unrettbar verloren. Vor wenigen Tagen machte der Bauer einen zweimaligen Selbstmordversuch. Nun wurde ein Arzt gerufen. Der Bauer jammerte fortwährend, er müsse sterben, da er beim Beten gestolpert sei. Der Arzt ging der Sache auf den Grund, und der Bauer beichtete das Geschehene. Obwohl man dem Bauern und seiner Ehe­frau diesen Unsinn auszureden suchte, quälte sie der Ge­danke von dem bevorstehenden Unglück derartig, daß beide wahnsinnig wurden und in eine Anstalt gebracht werden mußten.

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Handwerker prüfungen an 1, Bezenrod 2, Dorheim

Protestversammlung gegen die Verwaltung der Pariser Stadtbahn. Die Beamten und Arbeiter der Stadtbahn nah men in einer Protestversammlung eine Tagesordnung an, in welcher die Gesellschaft für das fürzlich erfolgte Eisenbahn­unglück verantwortlich gemacht wird und Aenderungen hin­sichtlich des Materials und des Personals verlangt werden.

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