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Heer und flotte.

Die Regimenter mit zwei Bataillonen erhielten zum Kaisermanöver, wie aus Halle gemeldet wird, die Ordre, diese auf drei zu ergänzen.

Für den Eisenbahn- Patrouillendienst hat der Leutnant v. Trüßschler vom Kaiser Alexander- Regiment eine Vorrich­tung konstruiert, die diesen schwierigen Teil des Etappenkriegs bereinfachen und erleichtern soll. Der Zweck der Vorrichtung ist der, auf Eisenbahnschienen das gewöhnliche Fahrrad be­nußen zu können. Sie besteht aus einem leichten Führungs­wagen aus Mannesmannrohr, in dessen Seitenrahmen ein oder zwei Fahrräder hineingesetzt werden können, so daß sie schnell als Ganzes starr verbunden eine Draisine bilden. Der Apparat läßt sich in wenigen Sekunden auseinander­nehmen und zusammenseßen und ist je nach Bedarf für ein oder zwei Personen fahrbar.

Den Schießauszeichnungspreis für die Leibregimenter hat in diesem Jahre die 10. Kompagnie des Grenadier­regiments König Friedrich Wilhelm IV.( 1. Pomm.) Nr. 2 erhalten. Der Kaiser sandte an das Regiment drahtlich folgenden Glückwunsch: sch spreche Meinem Grenadier­regiment Meine besondere Anerkennung aus und wünsche ihm Glück, daß auch in diesem Jahre eine Kompagnie des Regiments die Schießauszeichnung für Meine Leibregimenter errungen hat." Dem Kompagnie- Chef Hauptmann Feodor von Puttkamer wurde gleichzeitig der Rote Adler- Orden 4. Klasse mit der Krone verliehen. Im vorigen Jahre hatte die 11. Kompagnie des Regiments diese Auszeichnung er­halten.

Die Herbstübungen der deutschen Flotte werden, wie aus Kiel gemeldet wird, abgekürzt werden und nicht, wie erst be= absichtigt war, am 15., sondern bereits am 12. September enden. Den Schluß bildet eine große Blockade und eine Festungskriegsübung vor Kiel.

§ Wahlschwindel. Die Braunschweiger Straffammer ver. urteilte den Arbeiter Julius Worstedt, der bei der letzten Reichstagswahl auf einen falschen Namen gewählt hatte, zu drei Monaten Gefängnis. Der Staatsanwalt hatte nur fünf Tage Gefängnis beantragt.

§ Die Haftpflicht der Lehrer. Die Rechtsschutzkommission des Lehrerverbandes der Provinz Sachsen veröffentlicht einen eigenartigen Fall von der Haftpflicht eines Lehrers. Dieser war wegen Ueberschreitung des Züchtigungsrechts an einem Schulknaben seiner Klasse, einem sogen. Hütejungen, an­geklagt worden. Der Staatsanwalt stellte aber fest, daß der Lehrer das Recht der ihm zustehenden Züchtigung nicht über­schritten hatte, und lehnte daher eine Strafverfolgung ab. Nun erhob der Dienstherr des Knaben die Zivilklage. Er forderte von dem Lehrer eine Entschädigung von 62 Mark für Kurkosten, für die Wagenfahrt zum Arzte, die Fütterung des Viehes, an dessen Hütung der Knabe verhindert gewesen sein sollte, und für die Annahme eines Arbeiters, der die Dienste des Knaben versah. Da nach Ansicht des Staats­anwalts eine Ueberschreitung des Züchtigungsrechts nicht vor­lag, verweigerte der Lehrer die Zahlung der geforderten Ent­schädigung und bestritt überdies auch, daß die Züchtigung derart gewesen sei, daß der Knabe durch die nachträglichen Schmerzen am Gehen und auch in seinem Hütedienste ver­hindert gewesen sei. Das Gericht verurteilte jedoch in erster und zweiter Instanz den Lehrer zur Zahlung des geforderten Betrages. Wegen der Geringfügigkeit des Klageobjekts ( unter 300 Mark) konnte die dritte Instanz nicht angerufen werden.

Zusammenstoß französischer Torpedoboote. Während der Uebungen im Kanal stieß das französische Torpedoboot Nr. 171 so heftig gegen Torpedoboot Nr. 196, daß es ihm ein großes Leck beibrachte und das beschädigte Schiff so schnell als möglich nach Calais zurückdampfen mußte.

Versuchsschießen auf ein Panzerschiff. Das angekündigte Versuchsschießen auf den Panzerturm des französischen Linien­schiffes Suffren" hat nun wirklich bei Brest stattgefunden. Zuerst wurden drei Schüsse von dem Linienschiff Masséna" auf Ziele, die in der Nähe des Suffren" angebracht waren, abgegeben, dann erfolgte der vierte Schuß auf den Turn: selbst. Das Geschoß platzte durch den Anprall am Turn: und die Splitter flogen mehrere hundert Meter rückwärts Der Panzerturm hat anscheinend die Probe gut bestanden. In den Turm, der das Ziel der beiden Schüsse war, waren sechs lebendige Hammel eingeschlossen. Nach einer Version hätten sie die Gefahr überstanden, nach der anderen wären zwei der Tiere eingegangen.

Ein Punfch- Putsch.

Nab und Fern.

Vermischtes.

IDer galante König.] Eduard VII. wird jetzt während seines Aufenthaltes in Marienbad derartig von der Zudring­lichkeit der Badegäste belästigt, daß die Badedirektion bereits öffentlich darum gebeten hat, den König in Ruhe zu lassen. Zuweilen scheint aber dem König die Sache sogar Spaß zu machen. So gingen an einem etwas einsamen Punkte zwei Damen vor ihm einher und die eine der Damen sagte zu der anderen: Ach, wenn ich nur auch den König sehen könnte, wo ist er denn jegt?" Der König sprach) in gutem Deutsch die aufklärenden Worte: Sie brauchen sich bloß umzu­kehren."

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[ Eine bescheidene Bitte] richtete dieser Tage der Eigen­tümer eines Restaurants im Osten von London an seine ,, werten Gäste":" Diejenigen Gäste, welche unsere Messer, Gabeln und Löffel mit sich nehmen, werden gebeten, solche nicht in die Tageszeitungen einzuwickeln." Dieses Ver­langen hat, wie berichtet wird, unter den Kunden des Restau­rateurs Unzufriedenheit erregt, da das erwähnte Verpackungs­material ebenso bequem wie billig war; aber einige ehrliche Gäste haben sich rasch aus der Verlegenheit geholfen, indem sie die Tischtücher zum Einwickeln benüßten.

[ Biel verlangt.] Junge Kaufleute, die in Singapore Anstellung zu finden hoffen, müssen, wenn die Prinzipale den Wünschen des Herausgebers der Singapore Free Preß" nachkommen, nicht nur flotte Korrespondenten, Buchhalter, Sprachkundige 2c. sein, sondern sie müssen auch schön singen fönnen. Erwähnter Herausgeber, der zugleich Vorstand der Singaporer Philharmonischen Gesellschaft ist, hat nämlich in einem Leitartikel den Wunsch ausgedrückt, daß deutsche Firmen bei Besetzung von Posten solchen Kandi­daten den Vorzug geben sollen, die Singanlagen besitzen, da er gerne einen Männerchor heranziehen möchte.- Das ist denn doch ein bißchen viel verlangt!

+[ Ein niederschmetternder Erfolg.] Im Gouvernement Moskau sind im vergangenen Jahre 3 796 616 Eimer Brannt­wein für 30 664 794 Rubel verkauft worden. Von diesem Quantum wurden 3 014 641 Gimer in den 611 fiskalischen Branntweinbuden des Gouvernements verzapft. Der Rein­gewinn, den der Fistus erzielte, belief sich auf 22 789 140 Rubel, um 11 895 961 Rubel mehr als im Jahre vorher, dem ersten Jahre der Wirksamkeit des Monopols. Armes Rußland!

Die Hundertjahrseier in Wismar zum Andenken an die Einverleibung der ehemals schwedischen Stadt in Mecklen­burg nahm einen glänzenden Verlauf. Die Stadt ist festlich geschmückt, besonders der Bahnhof und der Marktplatz machen einen imposanten Eindruck. Zur Hauptfeier traf, nachdem abends vorher Illumination und Zapfenstreich stattgefunden, der Großherzog von Mecklenburg morgens bald nach 10 Uhr in Wismar ein, begleitet vom Prinzgemahl Heinrich der Niederlande, Herzog Paul Friedrich( Vater), Herzog Paul Friedrich( Sohn), sowie dem Herzog Adolf Friedrich und Gefolge. Die Fürstlichkeiten wurden am Bahnhofe vom Zweiten Bürgermeister Strull begrüßt und schritten darauf die Front der Ehrenkompagnie ab. Alsdann ritten der Groß­herzog und die übrigen Herzöge unter Glockengeläute in feierlichem Zuge durch das von Vereinen und Schulen gebil­dete Spalier in die Stadt nach dem Rathause, wo Erster Bürgermeister Jörges den Großherzog mit einer Huldigungs­ansprache begrüßte. Redner gedachte darin der Vergangen­heit, gab der Freude der Stadt über die endgültige Wieder­vereinigung mit dem Mecklenburgischen Hause Ausdruck und schloß mit einem Hoch auf den Großherzog und das Groß­herzogliche Haus, das begeistert aufgenommen wurde. Der Großherzog dankte in einer längeren Ansprache für das Ge­löbnis der Treue und sprach die Hoffnung aus, daß Wismar auch in Zukunft emporblühen und ein Kleinod seines Hauses sein werde. Hierauf bewegte sich der Zug in die St. Georgen­kirche, wo Gottesdienst stattfand. Nach dessen Beendigung nahm der Großherzog auf dem Markte die Parade über das dort aufgestellte 2. Bataillon des Füsilierregiments Nr. 90 ab und begab sich gegen Mittag nach dem Dampfer Fürst Blücher", welcher eine Fahrt in See unternahm, während deren das Frühstück eingenommen wurde. Während der Fahrt fand eine Huldigung der Ruderer, Segler und Fischer statt. Dann folgte nachmittags der Festzug, in dem sich 20 ein­spännige Zestwagen, 90 Reiter und 2800 Fußgänger befan­den. Er führte die Vergangenheit Wismars in geschichtlichen Gruppen vor Augen. An den Festzug selbst schloß sich das Festmahl und die Einweihung eines Gedenksteins durch den Großherzog. Den Schluß des Tages bildeten Illumina­tionen und Feuerwerk.

Heldentaten des kolumbischen Obergenerals.- Die zentralamerikanische Republik Colombia hat den bisherigen Befehlshaber ihrer gesamten Streitkräfte, General Vasquez Cobos, seines Amtes entheben müssen, weil er seine Macht zu einer Revolution mißbraucht hat. Allerdings scheint es sich nur um ein ganz kleines Revolutionchen gehandelt zu haben, um eine Miniatur- Revolution, die eben so rasch wieder verschwand, wie sie gekommen war. Aber um so riesiger muß der Nausch des biederen Cobos gewesen sein, der die Ursache bildete. Das kann auch gar nicht Wunder nehmen, wenn man erfährt, daß es sich um sogenannte Scotch High­balls" handelte, jenen tückischen Bunsch, dessen übermäßiger Genuß selbst in einem gemäßigten Klima den schönsten Affen zu produzieren imstande ist und in jener heißen Zone von wahrhaft grandioser Wirkung sein muß.

General Vasquez Cobos hatte Durst und seine Soldaten hatten Hunger. Nachdem er, wie es ihm als General zufam, zuerst seinen Durst gestillt hatte, und zwar mit dem er­wähnten Getränk, erfaßte ihn ein grenzenlofer Jammer über das traurige Loos seiner hungernden Leute. Dann packte ihn die Wut, und sein berechtigter Zorn wendete sich gegen die schändlichen Zivilbehörden der Provinz Banama, an deren Spiße der Gouverneur Mutis steht, der sich der bewaffneten Macht gegenüber immer sehr schäbig benommen und deren leibliches Wohl auf das Schmählichste vernachlässigt hat. Der Herr General befand sich gerade in der richtigen Stimmung, ein Erempel zu statuieren und dem Gouverneur klar zu machen, daß man mit der Armee nicht ungestraft Schindluder spielen kann. Von dem unbestimmten Gefühl geleitet, daß es ,, annersch" werden müßte, setzte er sich an die Spitze seiner Streitkräfte zehn Mann und ein Unteroffizier und marschierte auf die Residenz des Gouverneurs los. Dieser hatte sich wohl gerade aus den Federn erhoben und muß an nichts Böses gedacht haben, denn er befand sich im Schlafrock, als die bewaffnete Macht angerückt kam. Troß seines Namens ,, Mutis" ging ihm schleunigst die Kurage aus: er verkroch sich im Garten und entging auf diese Weise der Gefangennahme.

General Cobos soll dann den Versuch gemacht haben, auch andere Mitglieder der Zivilverwaltung von Panama in seine Gewalt zu bekommen, doch hat deren Gefangenschaft jeden­falls nicht lange gedauert. Als der General einen Tag nach der Revolution" aus tiefem Schlafe erwachte, rieb er sich verwundert die Augen und fragte, was eigentlich vorgegangen sei. Es wurde ihm mitgeteilt, daß die Regierung von Colom­bia ihn seines Kommandos enthoben habe; die Revolution sei zu Ende, und er könne ruhig weiterschlafen- was er sich denn auch nicht zweimal sagen ließ.

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V[ Der Gruß bei den Türken.] Eine mit den Ge­bräuchen des europäischen Orients genau vertraute Persön­lichkeit spricht die Ansicht aus, daß die Unterlassung eines Grußes an den russischen Konsul feine Verweigerung einer schuldigen Ehrenbezeugung war, sondern eine strenge Beob­achtung der Landesgebräuche, wonach nicht der niedriger Stehende den höher Stehenden grüßt, sondern umgekehrt dessen Grüße erwartet. Bei uns heißt es: Grüßen ist Höf­lichkeit." Bei den Türken hingegen ist das Grüßen das Vor­recht des im Range Höherstehenden. Ein Soldat im Dienste präsentiert das Gewehr nach europäischem Muster, selbst wenn der Offizier in Zivil erscheint. Außer Dienst steht aber der Soldat beim Erscheinen eines Vorgesetzten auf, faltet die Hände und erwartet den Gruß des Höhergestellten. Selbst wenn man in eine fremde Wohnung tritt, tut man es nicht mit einem Gruße, sondern bleibt ruhig stehen und wartet den Gruß des Hausherrn ab, für welchen es obendrein noch Gradationen gibt.

Fürsten in Parade vor dem Kaiser. Gelegentlich der Kaiserparade bei Erfurt werden folgende fürstliche Chefs ihre Truppenkörper dem Monarchen persönlich vorführen: Großherzog Wilhelm Ernst von Sachsen- Weimar: das In­fanterieregiment Nr. 94, der Herzog von Sachsen- Meiningen: das Infanterieregiment Nr 32, der Herzog von Sachsen­Koburg- Gothe: das Infanterieregiment Nr. 95, der Fürst von Waldeck: das Infanterieregiment Nr. 83, der Fürst von Schwarzburg- Sondershausen: das Infanterieregiment Nr. 71, der Fürst Reuß j. L.: das 2. Bataillon Infanterieregiments Nr. 96 und der Fürst von Schwarzburg- Rudolstadt: das 3. Bataillon dess. Regiments, ferner der Kronprinz von Dänemark: das Husarenregiment Nr. 14 und der Herzog Karl Theodor von Bayern: das Dragonerregiment Nr. 5.

§ Eine angefochtene Erbschaft des Papstes beschäftigt zur Beit die Neapeler Gerichte. Der Pfarrer Milone hatte bei seinem Tode zum Erben seines auf 400 000 Lire geschäzten Vermögens den Bapst eingesetzt. Die Vermögensaufnahme geschah, als Leo XIII. im Sterben lag. Kardinal Rampolla gab jedoch in seiner Eigenschaft als Staatssekretär dem Ad­bokaten Galdo Vollmacht, den Bapst bei der Vermögensauf­nahme zu vertreten. Aber die Erben des Pfarrers fochten die Gültigkeit des Testaments und der Vollmacht an. Der Advokat Galdo behauptete, daß der Papst erben könne und daß die von Rampolla ausgestellte Vollmacht gültig sei, denn ber Bapst sei auf Grund des Garantiegefeßes als Souverän zu betrachten Der Richter wird das Urteil erst in einigen Tagen sprechen.

Ein Duell zwischen zwei Offizieren fand im Stadtwald bei Allenstein statt. Der Leutnant Kayser vom 73. Feld. artillerieregiment erhielt von seinem Gegner, dem Leutnant Klauenflügel einen Schuß in die Brust. Die Ursache des Duells bildete ein Streit bei einem Liebesmahl.

Typhusepidemieen. Einer amtlichen Mitteilung zufolge vurden in der Moche vom 9. bis 15. August in der Stadt Braunschweig 21 Typhusfälle angemeldet gegen 127 in der Borwoche. Dagegen wurden in der letzten Woche aus dem Treise Blankenburg 32 Typhusfälle gemeldet, gegen 5 in der Borwoche.

Das Neuefte aus den Witzblättern. Am postlagernden Schalter. Freundin( leise): Jeden Tag fragst du dreimal nach einem Brief unter März­veilchen"; wird denn da der Posthalter nicht ungeduldig?" Darauf warte ich ja eben... vielleicht heiratet der mich!"

Praktisch. Duldet denn der Bürgermeister des Ortes, daß hier beständig gerauft wird?"" D! wir wählen immer den zum Bürgermeister, der am besten raufen fann."

Unbedacht. Mann( vor dem Spaziergang ärgerlich): ,, Bei dir dauert das Anziehen immer zwei Stunden, während ich in fünf Minuten fertig bin." Frau: Glaub's; du hast auch nur noch vier Knöpfe an deinem ganzen An­zug!"

Nachklänge zur Pariser Stadtbahnkatastrophe. Die Ansprüche, welche schon jetzt an die Gesellschaft der Pariser Stadtbahn als direkte Folge der furchtbaren Katastrophe ɔon Ménilmontant herantreten, beziffern sich bereits auf mehr als vier Millionen Francs. Der Staat zwingt die Besellschaft, ihr rollendes Material sowie ihre elektrischen In­stallationen u. s. w. zu verbessern und zu erneuern, was be­reits einen großen Teil dieser Summe verschlingen wird. Das übrige absorbieren die Entschädigungssummen an die Verletzten, sowie die Witwen und Waisen der Getöteten. Da die Gesellschaft nur mit 250 000 Francs für Feuerschaden und Unglücksfälle versichert war, so hat sie jene Entschädi­Jungen fast ganz aus eigenen Mitteln zu bestreiten. Auch in diesem Jahre erreichte der Reingewinn für die ersten sieben Monate bereits drei Millionen Francs und wird trotz des starken Ausfalles der Einnahmen seit der Katastrophe immer­hin doch vier Millionen bis Ende des Jahres erreichen. Diese aber werden völlig zur Deckung der Folgen der Katastrophe geopfert werden müssen.

Ein idealer Geldbriefträger. Studiosus: Haben Sie kein Geld für mich?" Geldbriefträger: ,, Nein, aber ich könnte dem Herrn Studiosus etwas pumpen." ( Megg. H. Bl.)

Auf der Londoner Untergrundbahn entstand eine Panik, weil ein Wagen in Brand geriet. Die Passagiere flüchteten in wilder Hast, doch passierte weiter fein Unglück. Die Ein­nahmen der Londoner Stadtbahn sind seit der Katastrophe in Paris um 20 000 Mart pro Woche zurückgegangen.

Ein netter Hauswirt. Sie, Herr Huber, da müssen neue Fenster rein, wenn der Wind geht, zieht's darin, daß einem die Haare um den Kopf rumfliegen!"- Na, da Tassen's Enna mal die Haar' schneiden!"

Höchste Schändlichkeit. Wie kommt denn Ihre Frau dazu, Sie zum Rauchen aufzufordern? Das tun doch sonst Frauen nicht!" Sie weiß, ich kann es nicht vertragen!"

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Der Rentier als Bismarckianer. Wie ich hörte, wurde Ihr Herr Bruder beim Kuponabschneiden vom Tode überrascht?" Rentier: Ja, und mein sehnlichster Wunsch ist, auch so in den Sielen zu sterben!" Medizinisches. A.: Wissen Sie schon? Der Pest= Erreger ist gefunden." B.: Was Sie sagen! Na, das ist ja eine großartige Entdeckung. Also der Beſt­Erreger; natürlich wieder so ein Spaltpilz." A.: Nein, es ist der Graf Szapary der erregt ganz Best!" Abgekürzter Rennstil. Der berühmte Automobilfahrer Baron von der Stanken hat gestern auf einer Distanzfahrt zwischen Brüssel und Bordeaux den Weltrekord und das Genick gebrochen." ( Lust. Bl.)

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Englischer Humor. Mutter: Hast du auch gewiß alles eingepackt, was du brauchst?" Johnnie: Ja, Mama!" Mutter: Auch deine Zahnbürste?" Johnnie( empört): " Zahnbürste! Ich habe doch gedacht, daß ich in die Ferien gehe!" Entweder- oder. Der Gesangverein einer kleinen Stadt veranstaltet im Winter einen Ball, zu dem die Damen fest­lich geschmückt erschienen sind. Während einer Pause hört man in der Damengarderobe eine Ballmutter ihrer Tochter eine energische Maßregelung zu teil werden lassen. Man vernimmt die Worte: Elache, das sag ich dir: entweder du wäschst dir tiefer oder du dekolletierst dir höher."

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( ,, Jugend".) Erziehung. Warum bist denn so trauri, Seppl?" Unser Tant' is g'storben, und so lang de Verwandten da san, derf i net lachen, hat d' Muatta g'sagt."

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