Nach dem Grafen Bülow nahm der Konservative Graf Limburg- Stirum das Wort, um der Regierung die Zustimmung seiner Partei auszusprechen. Der Ministerpräsident dankte und nahm noch Gelegenheit, sich über das Kaiserschloß in Bosen auszusprechen, das er dringend empfahl. Der Nationalliberale Nölle tritisierte den Etat ebenfalls in wohlwollender Weise. Die Redner der freisinnigen Volkspartei und der freisinnigen Vereinigung Dr. Wiemer und Ehlers fanden mehr an dem Entwurf auszuseßen, während Freiherr von Bedliß( freif.) ihn mit günstigeren Augen betrachtete. Dann vertagte sich das Haus auf Dienstag 11 Uhr.
Nab und Fern.
Zum Duell im Grunewald, dem der Rechtsanwali Dr. Aye aus Flensburg zum Opfer gefallen ist, wird jezt bekannt, daß der Gegner des Erschossenen, der Oberleutnant in der deutschafrikanischen Schuztruppe von Grawert, durch Dr. Aye schwer beleidigt worden war. Der Rechtsanwalt, ein schöner Mann, und in Flensburg als Don Juan befannt, trozdem er, wie erinnerlich, in glücklicher Ehe lebte und fünf Kinder besaß, hatte mit der Schwester v. Granerts ein intimes Verhältnis angeknüpft. Der Bruder trat für die beleidigte Ehre seiner Schwester ein und hat den Verführer niedergestreckt. Dr. Ahe ist inzwischen in Berlin beigesetzt worden.
XX Der neueste Schritt der Kronprinzessin von Sachsen. Eine überraschende Meldung kommt aus Mentone. Dort sind in dem Hotel des Anglais unter dem Namen eines Herrn und Frau André Girard Herr Giron und die Kronprinzessin von Sachsen abgestiegen und werden voraussichtlich auf einen Monat verweilen. An zuständiger Stelle wird dem amtlichen Dresdener Anzeiger die Mitteilung bestätigt, daß die Kronprinzessin auf sämtliche ihr aus ihrer Ehe zustehenden Titel, Rechte und Würden verzichte, fortan ihren ursprünglichen Familiennamen ( Erzherzogin Marie Luise von Tosiana) wieder annehme und daß sich der Kronprinz bereit erklärt habe, ihr aus eigenen Mitteln jährlich 30 000 Mark zu überweisen. Ueber das zufünftige Verhältnis der Kronprinzessin zu ihren Kindern sind endgültige Bestimmungen überhaupt noch nicht getroffen. Bis zum Eintritt ihrer Entbindung soll derselben die größtmöglichste und danach vollständige Bewegungsfreiheit gewährleistet werden, sofern sie den sächsischen und den österreichischen Hof von allen ihren Schritten vorher in Kenntnis sept.
$ Ein deutscher Passagierdampfer gestrandet. Der Tampfer des Norddeutschen Lloyd ,, Lahn", von Italien nach Newyork unterwegs, ist bei Tunara, 10 Meilen östlich von Gibraltar, bei Nebel und Regen gestrandet. An Bord befinden sich 1500 Passagiere, darunter 300 erster Klasse; die übrigen sind Auswanderer. Bergungsbampfer sind zu Hilfe gegangen. Ter englische Marineschleppdampfer ,, Energetic", und der amerikanische Kreuher ,, Hartford" versuchten bei Hochwasser mit Hilfe der Schleppdampfer ,, Newa" und ,, Herakles" die ,, Bahn" flott zu machen, aber ohne Erfolg. Die Bahn" blieb fest nuf der Sandbank und wird voraussichtlich die Passagiere Don Bord geben und einen Teil der Ladung ausschiffen nüssen, ehe sie wieder flott wird. Das Wetter ist zum Blüd wieder ruhig und klar.
Bunte Chronit. Bei dem preußischen Krönungs- und Drdennsfeste wurden insgesamt 2804 Personen dekoriert.
Gegen den bekannten Luftschiffer Santos- Dumont, der gegenwärtig in Amerika meilt, ist die Anklage auf Ehebruch, begangen mit einer Dame der Bostoner Gesellschaft, erhoben worden.
Wie aus den Petroleumgruben bei Boryslaw gemeldet wird, ist dort im Aetna- Schacht wieder ein Brand ausgebrochen. Das brennende Rohöl ergießt sich in den Themenienza in der Richtung der Erdwachsgruben. Die in der Nähe des Aetna- Schachtes befindlichen Terrains sind bei der herrschenden Windstille nicht bedroht.
Zu Constantine in Algier wurden in einer Spezerei handlung infolge einer Erplosion der Ladenbesißer und viel feu den getötet. Es heißt, daß der B.sizer des La ens heimlich Pulver herstellte.
- Auf dem amerikanischen Kriegsschiff ,, Massachusetts" sind durch eine in einem Turm stattgehabte Pulverexplosion 5 Mann getötet und 4 verwundet worden.
65]
Dr. Rumseys Patient.
Roman von Dr. Halifax und T. L. Meade. Autorisierte Bearbeitung von G. Weßner. ( Nachdruck verboten.)
Herr von Wildenstein machte eine heftige Bewegung und stieß einen fernigen Fluch aus.
„ Warten Sie, Onkel, bevor Sie etwas sagent", wandte der Baron sich an diesen, seine ernsten Augen mit einem traurigen Ausdruck auf ihn richtend. Ich werde die Wahrheit in wenigen Worten enthüllen." Und sich an Frau Everett wendend, sagte er mit fester Stimme: Frau Everett, Sie sehen in mir den Mann vor sich, welcher Herbert Franzins tötete. Ihr Sohn ist unschuldig!"
„ Sie- Sie thaten es?" rief Frau Everett ungläubig. „ Robert, bist Du von Sinnen?" schrie Margarete auf. „ Robert, o Robert", rief Annie.
Lieber Bruder, Du mußt den Verstand verloren haben", be= merkte Dora.
„ Nein, nein, ich bin nicht von Sinnen! Ich bin völlig bei Vernunft! Aber eine Zeitlang war ich wahnsinnig. Ich tötete Herbert Franzins auf der Ebene von Salisbury. Hetty Vincent damals hieß sie Armitage- war Augenzeugin meiner That. Sie verschwieg die Wahrheit um meinetwillen. Sofort nach der von mir begangenen That verfiel ich dem Verhängnis unseres Hauses und vergaß alles, was ich gethan, alles, was mit jener That in Zusammenhang stand. Es war wie ausgelöscht aus meinem Gedächtnis fünf Jahre lang! Rumsey"- wandte er sich an den Arzt als ich vor etwa sechs Monaten mein eigenes Geficht in dem unweit des Thatortes gelegenen Teiche erblickte, da fam die Erkenntnis der Wahrheit über mich, die mir verloren gegangene Gedächtniskraft fehrte zurüd. Ich erinnerte mich bessen, was ich begangen. Ich erinnerte mich aber ich fonnte tein Bedauern darüber empfinden und beschloß, die Wahrheit zu verheimlichen bis an das Ende meines Lebens. Mein Gewissen, mein moralisches Ehrgefühl also das, was den Menschen vom Tier unterscheidet lag int tiefsten Schlafe. Ich war glücklich und befand mich recht wohl dabei. Bis gestern- gestern- als ich nach Hause zurückkehrte und alle meine Leute wiedersah, bis ich Hetty wiedersah- bis ich den Zug tiefen Leidens in Ihrem
Vermischtes.
=[ Ein sonde arer Verein.] Die Bereinsmeierei hat in Meß eine eig tümliche Blüte getrieben. In einem dortigen Blatte findet sich folgendes Inserat: ,, Achtung! Alle diejenigen Herren, die sich für Gründung eines ,, Vereins für unglücklich Liebende" interessieren, werden gebeten, sich am Sonnabend, den 10. d. M., abends 9 Uhr, im Restaurant ,, Café London" in Montigny einzufinden. Mehrere Unglückliche." Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß der Wirt des Cafés das Bedürfnis hatte, den schwachen Besuch seines Lokals etwas aufzubessern.
$[ Das Geheimnis".] Eine Lesbschüßer Dame, so erzählt die ,, Oberschlesische Volkszeitung", gab ihrem Manne bieser Tage morgens früh einen versiegelten Brief, bat ihn aber, ihn erst im Bureau zu öffnen. Hier las er folgendes: Ich bin gezwungen, dir etwas zu sagen, was gewiß dein Mißfallen erregen wird; aber es ist meine Pflicht, es dir nicht zu verschweigen, ich bin entschlossen, es dir um jeden Preis zu sagen, mag daraus entstehen, was da wolle. Schon seit einer Woche war ich sicher, daß ich so weit würde getrieben werden, doch hielt ich mein Geheimnis in mir verschlossen, bis heute: nun fann ich es nicht länger verbergen! Du darfst mir keine allzu bitteren Vorwürfe machen, ich hoffe sogar, daß du dich nicht zu sehr aufregen wirst..." Der Mann wandte das Blatt um, während ihm allmählich die Haare zu Berge standen, und las weiter: Der Kohlenvorrat ist zu Ende, ich bitte dich, zu dem Kohlenhändler zu gehen und ihm zu sagen, daß er mir noch heute ein paar Zentner schickt. Ich dachte, dies wäre das beste Mitte!, mich zu vergewissern, daß du es nicht wieder vergißt, wie gewöhnlich." Der Mann vergaß es diesmal wirklich nicht.
[ Ein Batentind Napoleons des Ersten.] In dem Orte Torguwka im Gouvernement Warschau starb unlängst im hohen Alter von 91 Jahren eine Frau namens Aniela Rinzinska, die ein Patentind Napoleons des Ersten gewesen ist. Ihr Vater, Joseph Trachtmann, war im Jahre 1812 Portier in einem der ersten Hotels Warschaus, dem ,, Englischen Gasthause", in dem Napoleon auf seiner Flucht aus Rußland abstieg. Zur selben Zeit erhielt die Familie des Trachtmann einen Zuwachs, und der Portier verfiel auf den Gedanken, den hohen Gast zum Taufatte zu bitten. Napoleon ging auf die Bitte ein und beauftragte einen seiner Adjutanten, als sein Stellvertreter der Tause beizuwohnen, was in den Dokumenten der Verstorbenen, sowie den Kirchenbüchern vermerkt worden ist. Auch ein tostbares Geschenk ließ der Kaiser dem Vater seines Paten findes übergeben. Als Aniela Trachtmann sich verheiratete, saß auf dem Throne Frankreichs Napoleon der Dritte. Diesem überreichte sie eine Bittsch ist um Aus olgung einer Pension und einer Unterstüßung und sügte dem Gesuche eine Abschrift der Tokumente bei, denen zu. folge sie ein Patenkind Napoleons des Ersten war. Man fegte ihr daraufhin in Frankreich eine lebenslängliche Pension von 600 Francs jährlich aus. Die Pension erhielt sie wölf Jahre lang bis zum Sturze Napoleons des Dritten regelmäßig ausbezahlt.
Eine Falle. Sag' mal, Paul, was hat dir eben geträumt? Du machtest ein so schmerzliches, betrübtes Gesicht!" ,, Betrübtes Gesicht? Kein Wunder! Ich träumte, du wärest gestorben!"- ,, S000?- du Abscheulicher! Also darum hast du so geschmunzelt?!"
Der Rentierssohn. Lehrer:„ Soll denn Ihr Sohn nicht auch die Stenographie erlernen?"- Rentier: Nee! Der hat' mal so viel Zeit, um die gewöhnliche Schrift zu schreiben!"
Erklärung. ,, Mutter, was sind denn eigentlich Gespenster?" ,, Ach was, dummer Junge, Gespenster gibt's ja garnicht die tun blos so!"( Fl. Bl.)
- Kindlich. Mama: Um Gottes willen, woher kommen denn alle diese Sprünge in unseren Gläsern?". Kleine Helene: Die habe ich gemacht, Mama, weil du einmal gesagt hast, daß ein gesprungenes Glas am längsten Hält!"
- Mißverstanden. Frau( zum Kleidergeschäftsinhaber, eine alte zerrissene Kinderjoppe vorzeigend): I tät bitten, daß Sie mir jetzt die Joppen gegen a größere umtauschen. Mei Seppl is draus g'wachs'n, und wia i' 3 vor zwei Jahren tauft hab', hab'n S' doch g'sagt, wenn's mei'm Seppl z'klein wär', dürft' i's umtauschen."
Autliz, Frau Everett, entdeckte da regte sich die Stimme Gottes in meiner Brust. Von jenem Moment an fämpfte das Gute und das Böse in mir einen heißen Kampf um meine Seele. Ich war Feigling genug, zu glauben, ich könne die Wahrheit auch fernerhin verheimlichen und das Leben eines erbärmlichen Heuchlers führen-"
Die Stimme des Barons, die bis dahin ruhig und beherrscht getfungen, bebte bei diesen Worten merklich. Nach einer kleinen Banse fuhr er fort:
Es ging nicht. Ich konnte mich dem Teufel nicht verschreiben."
In diesem Augenblick geschah etwas unerwartetes. Margarete stürzte auf ihren Gatten zu, umschlang, leidenschaftlich seinen Hals und preßte das schöne Gesicht an seine Bruſt.
Gott sei Dank", flüsterte sie bewegt,„ Du hast Deine Seele gerettet."
Sm", räusperte sich Herr von Wildenstein vernehmlich, das ist mir denn doch eine merkwürdige Geschichte." Er trat näher an den Baron heran. Sie, Audrey, der Mann meiner Nichte, Sie kommen feelensruhig in dies Zimmer und sagen uns mit der größten Kaltblütigteit ins Gesicht, daß Sie ein Mörder sind! Glauben kann ich so etwas auf feinen Fall- Sie müssen in der That verrückt geworden sein!"
" Ich bin geistig vollkommen gefund, Hetty Vincent kann die Wahrheit meiner Worte bestätigen. Ich bin ein Mörder allerdings aber ich hatte nicht die Absicht, Herbert Franzins zu töten. Nichtsdestoweniger habe ich ihn ums Leben gebracht!"
Und das wagen Sie mir zu sagen?" brauste Herr von Wildenstein zornig auf. Sie behaupten, daß Sie einen Unschuldigen nahezu sechs Jahre an Ihrer Stelle büßen, im Sterker schmachten ließen?"
„ Es geschah unbewußt!" verteidigte sich der Baron. Ich wußte ja absolut nicht, was ich gethan."
" Das kann ich beweisen", warf Dr. Rumsey ein, inden er schnell herzutrat. Die ganze Geschichte grenzt ans Wunderbare, ein solcher Fall ist mir überhaupt noch nicht vorgekommen. Ich wundere mich nicht, daß Sie alle im höchsten Grade überrascht find. Eines Urteils in diesem Falle ist niemand fähig. Und trog alledem spricht der Baron die lautere Wahrheit. Ich habe ihn als meinen Patienten jahrelang beobachtet und seinem rätselhaften Falle mein eifrigstes Interesse gewidmet. Es ist eins der
Giessener Cagesneuigkeiten.
** Tem zum Bürgermeifier der Kreisstadt Friedberg gemählten Kreisbauinspektor Bcurat Karl Stahl zu Gießen wurde die Bestätigung und die noch gefud te Entlassung aud dem Staated enste mit Wirkung vom Tage seines Dienstaus tritte an erteilt.
** Am 15. Januar wurde der Hilfegerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Gernsheim Daniel Julmann zum Gerichts schre ber bei dem Amtsgericht Alsfeld ernannt.
Ottober
November
Dezember
Januar
Fbruar
März
April
Mai Juni
Juli Auguft
Septemb
Oftober
Novemb
Dezembe
Kanarien- A
** Es wurde uns von hochgesch. Seite folgender Artikel zum Abdruck und allgemeinen Beachtung u gesandt: An den Packetpostschaltern ergeben sich Tag für Tag unleidliche Mißstände daraus, daß nach einer alten, aber für das große Publikum wie für die Ver waltung gleich unerfreulichen Sitte die Geschäftsleute die abzusendenden Pacete erst in den letzten Dienst stunden zur Post schicken. Die wiederholten Mahnungen der Postbehörde sind bisher fast ganz erfolglos gewesen,
sodaß die Packetannahmestellen bis in die Nachmittags: Freitag, Samstag
Hotel flattfindenden
Ausstellung fi
darunter wie wir erf
stunden hinein nur wenig in Anspruch genommen sind, während des Abends die Räume zur Bewältigung des Verkehrs kaum ausreichen. Statistische Ermittelungen haben ergeben, daß von sämtlichen an den verkehrs reichsten Tagen Freitag und Samstag auf Mittags aufgegeben werden; in der Zeit von 12 Uhr Mittags bis 6 Uhr Abend gelangen dann weitere 27 Prozent zur Auflieferung. Der Rest von nicht
bei Berliner Postämtern mit ausgedehntem Packetverkehr gang ausgezeichnete
bad ftellt außer eine
Dompfaffen alle beut
gelieferten Packeten nur etwa 9 pt. bis 12 Uhr Stubenvögel aus. M
marft berbunden.
** In der leg Telegramm, die am
weniger als 64 pt. aller aufgelieferten Packete ftituierung der Heffi muß an den Schaltern von 6 Uhr Abends an be: Die Darm. 8tg."
wältigt werden, und auch dann drängt sich die Haupt masse noch auf die lezte halbe Stunde zusammen. Es mag sein, daß das Verfahren, sämtliche Packete erst dicht vor Thoresschluß aufzugeben, für die Versandt. geschäfte aus Gründen des Betriebes sehr prakisch iſt; aber andererseits haben darunter die Einlieferer bon Einzelpadeten zu leiden. Namentlich weiblichen Personen, Angehörigen der besseren Stände, Kindern u. s. w. wird es bei dem in den letzten Abend stunden vor den Packetannahmestellen herrschenden Ge dränge erschwert, sich den Beamten bemerkbar zu machen oder zu den Annahmetischen vorzudringen.
Es sei
daher auf Grund der Angaben der„ Deutschen Verkehrs. zeitung" hierdurch darauf aufmerksam gemacht, daß die Behörde bei den meisten Berliner Postanstalten Vors fehrungen getroffen hat, um die Auflieferer von Einzelpadeten mit thunlichster Beschleunigung abzufertigen. Bei einec Anzahl von Postanstalten, besonders in den neuen Posthäusern, findet die Abfertigung der Einzelauflieferer an besonderen Schaltern oder an besonderen Wagen statt; an anderen Stellen wird die Annahme von Massenauflieferungen in furzen Zwischenräumen oder nach je einer bestimmten Anzahl von Packeten zum Zweck der Einzelabfertigung unterbrochen. Bei einer Reihe von Postanstalten werden die Einzelauflieferer besonders berücksichtigt und mit Vorrang vor den Massenauflieferern abgefertigt. Das Publifum soll auf diese Einrichtung je nach dem örtlichen Bedürfnis entweder durch besonders dazu aufgestellte Unterbeamte oder durch das Personal der Packetannahmestellen aufmerksam gemacht werden. In besonderen Fällen, namentlich Damen gegenüber, sollen diese Unterbeamten weitgehende Unterstüßung gewähren, unter Umständen die Packete selbst abnehmen und zu den Annahmestellen bringen. Außerdem sind bei einigen Aemtern an geeigneter Stelle des Schalterraums entsprechende Hin weistafeln angebracht.- Hoffentlich werden die Anweisungen der Behörde auf den einzelnen Aemtern auch strift durchgeführt.
+ Ueber den Verbrauch von elektrischem Strom aus dem städtischen Elektrizitätswerk seit dess n Bestehen in Geldwert ausgedrückt, werden uns nachstehende Zahlen mitgeteilt
größten psychologischen Probleme, die mir in meiner Praxis ie vorgekommen sind. Der Baron von Andrey tötete Herbert Franzius und vergaß nicht nur diese That, sondern auch alle Nebenumstände, die mit ihr verfuüpft waren. Zweifellos handelte er damals in unzurechnungsfähigem Zustande."
„ Er wurde auf das beleidigendste dazu herausgefordert", warf Hetty ein, zum ersten Male das Wort ergreifend.
" Es wird nötig sein, daß Sie den ganzen Thatbestand zu Papier bringen", bemerkte Dr. Rumsey, indem er Hetty forschend betrachtete. Ich sehe einen Schimmer von Hoffnung, daß Sie, lieber Baron, den ernsten Folgen Ihrer That entgehen, wenn dem Gericht flar und deutlich bewiesen werden kann, daß Sie aus Notwehr handelten."
" Es war Notwehr höchste Notwehr", fügte Heith hinzu. „ Ich weiß es ganz genau-"
In die bestürzten und erregten Zuschauer dieses seltsamen Vorganges fam langsam Leben. Bisher hatten sie von Schred gebannt wie zu Stein erstarrt dagestanden. Jetzt sprach man heftig und erregt durcheinander. Nur Rumsey blieb ruhig und behielt den Kopf auf dem rechten Fled. Er sah, daß es mit Hetty sehr schlecht stand und sagte sich im stillen, wie ungeheuer wichtig ihre Erklärung sei, ja, es war die einzige Nettung für den Baron. Ihre Erklärung mußte also unbedingt so schnell als möglich zu Protokoll genommen werden.
" Kommen Sie, liebe Frau, sezen Sie sich", sagte er freundlich, sie an der Hand fassend und zu einem Stuhl führend. Alle Anwesenden wichen wie in Abschen vor ihr zurück, nur Frau Everett, deren dunkle Augen in einem unheimlichen Fener glühten- ein seltsames Gemisch von bitterem Zorn und übersprubelnder Freude trat einen Moment dicht an sie heran.
Heuchlerin, Lügnerin!" zischte sie ihr zu. Vergessen Sie mur nicht, daß Sie einen Meineid geschworen haben! Ihre Strafe dafür wird feine geringe sein!"
Still!" gebot Dr. Rumsey mit ernster Würde. Ist dies der Augenblick für" ein Ausbrud in feinen ernsten Augen ließ die Witwe sofort verstummen; sie zog sich hastig in eine Fensternische zurüd, um ihrem vor Freude überquellenden Herzen in einem heißen Thränenstrom Luft zu machen.
" Setzen Sie sich und erzählen Sie nochmals ganz genau, was Sie gesehen haben", sagte Dr. Rumsey zu Hetty.„ Herr von Wildenstein, Sie sind Magistratsperson?"
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Unter der thefenbant,& die auf Grund des Großh. Staatsregier Ron munalverbänden herzogtums zu erri Darmstadt gegründe
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Bei der Gründ Großb. Regierung Broving Oberhessen ißen, für bie Röhler, für die G
Landau, für die Direltor Stieh. Das Grundlap Mart, worauf 2080
Der Aufsichtsra Lehl- Darmstadt als Darmstadt als stel
Brofeffor der Staats ftadt, Juſtizrat D Rorell- Büdingen un is Mitglieder des
Dr. M. Biermer- G
Herren E. Caftian u Borstandsmitglied in läger gewählt. Die rach Arti sinisterium zustehen ff'n Leitung von
Finanzwirtschaft un Groth. Hauptstaatsto ausgeübt.
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läuflich übernommer unter streng foliden Speisen und Geträn
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