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Dr. jur. Wilh. van Calker, Privatdozent in der juristischen Fakultät der Universität Freiburg i. Br., wurde at Stelle des in den Ruhestand getretenen Professors Dr. k. F. Heimburger zum ordentlichen Professor für Staats-, Verwaltungs-, Kirchen- und Völkerrecht an der Landes­Universität zu Gießen ernannt. Prof. van Calker über­nimmt das Lehramt mit Beginn des Wintersemesters. ** 8wecks Besichtigung der projektierten Bahnstrecke Grünberg- Lich wird im Laufe der Woche der Regierungs­baumeister Reh- Berlin eintreffen. In den nächsten Tagen werden Fragebogen an die Gemeinden versandt, die Aus­funft einfordern über die Größe des Gemeinde- Bezirks, die Höhe der Einwohnerzahl, Viehbestand, über die gewerbl. Berhältnisse, Steuer-, Besitz- und Vermögensverhältnisse, Vorhandensein und Zustände der Straßen, Entfernungen zu den nächsten Bahnstationen, über das Vorhandensein von fistalischem Besiz( Domänen, Kohlenbergwerke), über den Güterverkehr und die Beziehungen derjenigen Stationen, welche den bieherigen Eisenbahnverkehr der Ortschaft ver­mittelt hat, Viehverkehr, Omnibus und Postverkehr, Angabe sonstiger Umstände, Verhältnisse usw., welche auf die Be­nuzung oder Nichtbenutzung der geplanten Bahn im Personen­und Güterverkehr voraussichtlich von Einfluß sein werden. Gewiß werden die Gemeinde- Vertreter es sich angelegen sein laffen, die Fragebogen schleunigst auszufüllen, damit die Bahnbau- Sache, die gegenwärtig sehr energisch betrieben wird, keinerlei Aufschub erleidet.

* Bahn Laubach- Mücke. Ein reger Verkehr entwickelt sich auf der am 1. Oktober dem Verkehr über­gebenen Strecke, neue industrielle Unternehmungen sollen an der Bahnstrecke ins Leben gerufen werden und alle Anzeichen deuten auf einen Verkehr hin, den jede Bahn die das flache Land erschließt, nach sich zieht. Auf der Station Weickarts­hain sollen Lastwagen eingelegt werden.

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* Das Gießener Braunsteinbergwerk vorm. Fernie versandte im verflossenen Quartal Juli- September für Mt. 362 469,08 Mt. Manganeisenstein, Braunstein und Nebenprodukte. Der Reingewinn betrug Mt. 129 047,29.

Stadttheater Gießen. Da sich für die morgige Aufführung von Der blinde Passagier" außer­ordentliches Interesse fund giebt, werden Interessenten gut tun, sich bei Zeiten Pläße zu sichern.- Mittwoch, den 21. d. M. ist der Leibsche Saal anderweitig in Anspruch ge­nommen, deshalb wurde die 2. Voltsvorstellung: Geschwister, Berbrochene Krug und Wallensteins Lager auf Mittwoch, ben 28. Oftober, verlegt.

*** Ein seltener Kunst genuß steht Gießen bevor. Zwei weltberühmte Kapazitäten: der bekannte Gedankenleser Stuart Cumberland und die spiritistische Entlarverin Emmy Fey werden kommenden Donnerstag, den 22. Oft., im Neuen Saalbau in Gießen Vorstellung geben und wird es Mancher mit Freuden begrüßen diese Vorstellung zu sehen, zumol genanntes Künstlerpaar viel neues bringen werde. Die bedeutendsten Zeitungen des Kontinents bringen nur lobenswerte Artikel und können wir daher den Besuch dieser Vorstellung bestens empfehlen. Näheres siehe Ins rat in heutiger Nummer.

** Das 48jähr. Stiftungsfest der Freiw. Gail'­schen Feuerwehr, welches am legten Samstag Abend im Saale des Café Leib" gefeiert wurde, nahm einen groß­artigen Verlauf, ganz dem Ansehen des Hauses Gail würdig. Der Saal war dicht besetzt; erſchienen waren nebst dem Chef des Cops Herrn Kommerzienrat Gail die Herren Regierungsräte Dr. Wagner und Dr. Heinrichs, Herr Kreisamtmann Kranz, bühler als Vertreter der Großh. Staatsregierung, die Herren Branddirektor Traber und Stadtverordneter Kirch im Auftrag der Stadt, sowie eine große Anzahl Chargierter der Gießener Feuerwehr; ein Beweis, daß das Corps belebt und eine gewisse Wertschäzung in allen Amts: und Bevölkerungskreisen besitzt. Die Begrüßung der ganzen Festversammlung geschah durch den 1. Hauptmann, Herrn Schmiedemeister Linden= struth mit furzen aber kernigen Worten und Herr Branddirektor Traber gleich anschließend daran ehrte den hohen Protektor der gesamten Hess. Feuerwehr,

Grünberg als Luftkurort

war das Thema der Versamm'ung die am Samstag abend in der Wirtschaft Zum Rappen stattfand. Der gute Be­such der Versammlung aus allen Bevölkerungsschichten Grün­bergs bezeugte, ein welch großes Interesse das Projekt wach­gerufen. Leider waren auswärtige Herren die zur Versamm­lung geladen, nicht erschienen, doch soll sich, wie wir hören, Finanzminister Exz. Gnauth, der ebenfalls eingeladen war, durch den Herrn Forstmeister Schober haben vertreten lassen; jedenfalls genügt dieses schon um zu dokumentieren, daß die Großh. Heff Regierung dem Plan nicht unsympatisch gegen übersteht. Naturgemäß hat unser Stadtvorstand an dem Unternehmen ein großes Interesse, das Wohl und Wehe der Stadt liegt in seinen Händen, kein Wunder, wenn er darum vollzählig mit dem Bürgermeister an der Spize an der Versammlung sich beteiligt, ebenso war der Verkehrs­Verein, der sich die Förderung der heimischen Interessen auf die Fahne geschrieben, erschienen, und nahm durch seine Mitglieder regen Anteil an der Debatte. Ebenso waren die Herren Aerzte anwesend und wohl sämtliche Sonstigen Persönlichkeiten die irgend einen Einfluß auf die Stadt haben. Mit einleitenden Worten begrüßte Herr Fabrikant Hch. Schmidt die Versammlung und bat um Vorschläge zur Wahl eines Vorsitzenden für die Versammlung; einstimmig sprach man sich für Herrn Bürgermeister Zimmer als Leiter der Versammlung aus, der sodann den Vorsitz übernahm und erteilte nach einigen Bemerkungen über den Zweck der V rsammlung, dem Referenten Herrn Rohleder das Wort, der Referent griff vorerst auf die Ecstehung des Gedankens, in Grünberg, das vermöge seiner so äußerst gesunden Lage

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unseren Bandesherrn. In das von ihm ausgebrachte| Gattung dramatischer Literatur. Es enthä't zwei gute Gut Wehr" wurde kräftig eingestimmt.

Der nächste Redner, der Chef des Corps selbst, tam mit ruhigen aber wohlwollenden Worten auf den Gründer und 1. Hauptmann des Corps, seinen Großvater zurück, der, eine echte Feuerwehrgestalt, für das Entstehen und Empor­blühen selbst viel aktiv dazu beigetragen habe; hob hervor, daß die erste Sprize in der Stadt eben von dem in ehren­dem Andenken bleibenden Philipp Gail s. 3t. beschafft wurde. So wie es damals mar, daß dem Corps die Elite, die besten Bürger Gießens angehörten, so ist es auch geblieben. Das Corps hat jederzeit getan was es fonnte, und hat es leuten und Obmännern sei das anzuerkennen, ihnen galt an Fleiß und Gew andtheit nie fehlen lassen. Den Haupt sein Gut Wehr".

Im Auftrage Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs überreichte dann der Herr Regierungsrat Dr. Wagner dem 2. Hauptmann der F.G.F., Sauer, der nunmehr auf eine 25jährige Dienstzeit beim Corps zurückblicken kann, das allgemeine Ehrenzeichen. Mit überzeugungsvollen Worten gedachte auch er der Tüchtigkeit des Corps und ermahnte und wünschte, daß es immer so bleiben möge. Das Corps ließ dem Jubilar durch seinen Hauptmann ein Diplom unter Glas und Rahmen überreichen. Es waren aber noch zwei andere Jubilare anwesend: die beiden Mitglieder Konrad Häuser und Karl Volt. Im Auftrage des Stadtvorstandes überreichte Herr Branddirektor Traber diesen beiden Feuer­wehrleuten für ihre 15jährige Dienstzeit ebenfalls Diplome; natürlich nahm auch bei diesen feierlichen Akten das gesamte Publikum mit Freuden Anteil.

Zwischen den einzelnen Reden wurden in abwechslungs­voller Weiſe Chorgefänge des Bauer'schen Gesangvereins, Leiterpyramiden, gestellt von Mitgliedern des Corps unter dem Kommando des Vorstandsmitgliedes Carl Wenzel, das Theaterstück Sperling& Sperber" und zum Schluß das Duett Die beiden Nachtvögel" gegeben. In allen Num­mern merkte man Talent und Gewandtheit, es klappte wie am Schnürchen; der Damen Arnold und Stommel wie der Mitglieder Volk, Stommel und Weinhardt sei hier lobend gedacht Großen Beifall ernteten aber besonders die Leiter­pyramiden. Ein Ball nach Beendigung des Programms lies den Schluß der Feier bis in die vorgerückte Morgen­stunde des folgenden Tages verlegen.

Kinzenbach, 17. Oft. Auch hier hat man sich entschlossen für den bevorstehenden Winter eine Kirchen­heizung einzuführen. Die hierzu erforderliche Kamin­eiurichung ist bereits erfolgt.

§§ Aus dem Biebertal, 18. Oft. Am heutigen Sonntag Nachmittag sind die ersten Schnee- oder Hohl­gänse," Kraniche über die hiesige Gegend gezogen. Es waren ungeheure Scharen, wie man solche sonst selten auf ihrem Fluge beisammen sieht. Hoffentlich bleiben wir noch recht lange vom Winter verschont, denn der un­günstige Herbst hat eine Verzögerung in allen landwirt schaftlichen Arbeiten herbeigeführt.

( Ettingshausen, 15. Oft. Der 20jährige Knecht des Landwirts Georg Serth sprang gestern nacht aus einem Fenster des 2. Stocks auf die Straße und zog sich außer anderen Verlegungen einen Schädelbruch zu, so daß sein Zustand bedenklich ist. Der Fall wurde dadurch etwas gemildert, daß ein anderer Bursche den Springer auffing und am Rock faßte.

(:) Krumbach am Dünsberg, 17. Okt. Daß die Firma Rinn und Kloos aus Heuchelheim auch am hiesigen Orte eine Fabrik errichten wollte hatten wir bereits früher erwähnt. Allen man hörte bald, das Vorhaben sei wieder aufgegeben und von der Erbauung einer Cigarrenfabrik war keine Rede mehr. Nunmehr hat aber die genannte Firma das im vorigen Jahre hierselbst erbaute Jagdhaus des Herrn Grünewald- Gießen käuflich erworben und läßt dasselbe durch einen ent­sprechenden Anbau zu einer Cigarrenfabrik ausbauen.

Stadttheater Gießen. Geschwister Lemke. Volksstück von Skowronnet und Stein.

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Das am gestrigen Sonntag gegebene neue Volksstück ,, Geschwister Lemke" zählt zu den besseren Vertretern dieser ein geborener Luftkurort sei, eine Milch-, Wasser-, Luft- und Nervenheil- Anstalt zu errichten, entstanden set. Sodann entwickelte Redner den Plan der Anlagen, die in großem ge­plant sind und in seinem Flächeninhalt die untere Ziegel­hütte, den Stadtwald, die Wilde Grube", das Dickelsmühle und Brunnenteil in sich schließt. Es ist eine Milchkur- Anstalt auf der unteren Ziegelhütte mit Tummelplatz für die Jugend gedacht, auf dem Tannenkopf( Hizberg) ein mit allem Kom­fort der Neuzeit ausgestattetes Hotel und oberhalb der Dickelsmühle eine Wasserkur- und Nervenheil- Anstalt, daran anschließend zur Verbindung der Anstalten untereinander Spazierwege und Anlagen zur Erhohlung und Ruhe, das Wäldchen nach dem Stadtwald zu Tierpark umgewandelt würde zur Unterhaltung beitragen und die Wilde Grube" durch Aushebung der angrenzenden Wese, die auch schon früher zur Wilden Grube" gehörte, ein angemessen großer Teich werden. Des weiteren wies R der auf die Mühlen im Dickelsmühltal hin, die geeignet seien, später wenn nötig, vermöge ihre Wasserkraft zur Er­zeugung von elektrischem Licht herangezogen werden könnten. Er schilderte in satten Farben die herrliche Fernsicht, die der Tannentopf biete, die Schönheit der Umgebung Grünbergs, die dem einheimischen nicht so flar vor Augen treten wie dem Fremden, der nicht jeden Tag Gelegenheit habe auf einem so von der Natur gesegneten Fleck hen Erde zu leben wie es Grünberg sei. Frankfurter Herren seien an ihn herangetreten um Propangada für ein Luftkurort zu machen, das Kapital für die Anlage werden nicht ausbleiben. Zum Schluß seiner Ausführungen schlug Redner die Heranziehung einer medizinischen Kapazität und die Bildung eines Komitees vor, welche Leßteres es sich angelegen sein lasse, das Projekt

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Lehren; einmal, daß man nicht aus seinem Stand heraus­wachsen tann, ohne daß Konflitte mit den Verwandten ein­treten, und zweitens, daß vernünftige und auständige Menschen gut mit einander auskommen fönnen, auch wenn sie ein entgegengesettes politisches Glaubensbekenntnis haben.

Die beiden Schwestern Lemke, Puzmacherinnen, haben ihrem Bruder ermöglicht, Jura zu studieren; aber sowie dieser das Assessorexamen hinter sich hat, wird er seinen Schwestern durch die Verlobung mit der Tochter eines höheren Beamten entfremdet.

Auf der anderen Seite verbinden sich ein Offizier und bereitung der Offizier dem Schlosser einen wichtigen Rat ein Schlosser zur Ausnutzung eines Patents, bei dessen Vor­gegeben hatte. Der Offizier test seine Kreuzzeitung, der Werkführer Horn den Vorwärts, und dennoch arbeiten sie einträchtig mit einander und werden schließlich noch Schwäger.

Der unentwegte Genosse Horn wurde von Herrn Direktor Steingo etter gegeben, der die Rolle ausge zeichnet durchführte. Zum ersten Mal in einer größeren Rolle sahen wir auch Frl. Großmüller. Ihre Eva läßt nur weitere hübsche Betätigung ihres Talents erhoffen. Die komischen Rollen des Stücks fanden in Frau Jenny und den Herren Conradi und Tamke gute Vertretung, und da auch alle übrigen Mitwirkenden ganz an ihrem Blaze waren, so gewährte die Vorstellung einen ungetrübten Genuß.

Zu bedauern bleibt, daß diese Sonntagsvorstellung so wenig Bublifum für die besser bezahlten Pläge angezogen hatte, während die billigeren Pläge zum Teil überfüllt waren. Wenn die Direktion ihr Versprechen, auch an den Sonntagen nur bessere Stücke, wenn auch größtenteils heiteren Inhalts zu bringen, hält, so wird hoffentlich bald auch der gut zahlende Teil des Publikums seine Zurückhaltung aufgeben.

Aus dem Gerichtssaal.

Straffammer.

Gießen, 16. und 17. Oftober 1903. Die wegen Obdachlosigkeit mehrfach vorbestrafte Louise Feußer von Gleiberg hat sich troh Warnung der hiesigen Polizei etwa 10 Tage ohne Arbeit und Obdach in Gießen umhergetrieben. Sie wurde dieserhalb vom Amtsgericht zu einer Haftstrafe von 3 Wochen verurteilt, wobei auch auf Ueberweisung an die Landespolizeibehörde erkannt wurde. Durch Berufung focht sie dieses Urteil an und bittet heute, man möge sie mit dem Arbeitshaus verschonen, sie wolle die Haftstrafe gerne verbüßen. Das Gericht ist nicht in der Lage der Berufung der arbeitsscheuen 23 jährigen Angeklagten, welche bereits mit Korrektionshaft bestraft ist stattzugeben, und bestätigt das untergerichtliche Erkenntnis.

Der frühere Inhaber der hiesigen Acetylen- Apparate­fabrik R. W. von Freiburg( Baden) hat sich wegen Betrugs zu verantworten. Die Anklage legt ihm zur Last, daß er beim Ausstellen von Wechseln, setnem Schwager F. H. in Gießen und der Gewerbebant falsche Vorspiegelungen machte, wodurch dieselben durch Ausbruch des Konkurses um 17 000 Mart geschädigt wurden; ebenso wird ihm ein Betrug zum Nachteil der Firma K. zur Last gelegt, welcher 7000 Mt. betragen soll. Die anderthalbtägige Verhandlung führt zu dem Ergebnis, daß der Angeklagte unter Freisprechung von der Anfiage der Betrügereien zum Nachteil der Gewerbe­bank und der Firma K., eines Betrugs in Höhe von 13 000 Mt. zum Nachteil des H. für schuldig erkannt und in eine Gefängnisstrafe von einem Jahr genommen wird. Da wegen Strafhöhe Fluchtverdacht besteht, wird der wegen Kautionsstellung aufgehobene Haftbefehl wieder in Vollzug gesezt und der Verurteilte in Haft abgeführt.

Marktberichte.

*** Fruchtpreise am Grünberger Frucht­martt, vom 17. Oftbr. Weizen 16,00,-16,20 Rorn 13,32 big, Gerste 13,-, Hafer 12,30-00,00, Erbsen 00,00, Samen 00,00, Kartoffeln 6,00-00,00 Mart. Ales per Doppelzentner.

Berantwortlich: für ben politischen und Inseratenteil

Albin lein: bas Botale, ben Gerichte." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. OppermanE Drud und Berlag der Gießener Berlagsbruderet( vorm. Bilh. Keller), Gießen.

feiner Ausführung näher zu bringen. Reicher Beifall lohnte den Redner für seine Ausführung. Dem Vortrag schloß sich eine lange, anregende Debatte an, an der sich der Herr Bürgermeister, die Herren Moll, Kaiser, Mahringer, Sehrt, Rampf, K. H. Zimmer und Jöckel beteiligten; allgemein war man der Ueberzeugung, daß ein solches Unternehmen mit Freuden zu begrüßen sei, da es zur Hebung der Stadt beitrage; u. a. gab der Herr Bürgermeister und einige Herrn des Stadtrats die Versicherung, daß von Seiten der Stadt man dem Unternehmen ſehr ſympatisch gegenüber stehe und daß man selbst bereit sei, etwaige Kosten zu tragen. Der Grünberger Verkehrsverein wie auch der heff. gemeinnüßige Verein zur Ermittelung billiger Land- und Kuraufenthalte fanden Erwähnung. Glücklicher Weise verlor man den Hauptzweck der Versammlung darüber nicht aus dem Auge. Leider fann ein Vorschlag, sofort in der Versammlung eine Liste zirkulieren zu lassen zum Einzeichnen von Geldbeiträgen für etwaige vorläufige Ausgaben, nicht zur Ausführung; es soll dieser Tage eine Liste in der Stadt zum Einzeichnen von Geldern zur Bestreitung von Kosten in der Stadt zirku­lieren. Auf Vorschlag wurde zur Wahl eines Komitees ge­schritten die die Angelegenheiten weiter verfolgen soll. Das Komitee setzt sich zusammen aus dem Stadtvorstand, dem Vorstand des Verkehrsvereins, den Herren Dr. Becker, Dr. Friz, Rechtsanwalt Beilstein, G. Rohleder, Wilh. Duchardt, A. H. Zimmer und Otto Robert. Später soll das Komitee noch durch Hinzuziehung weiterer Herrn erweitert werden. Der Lokal- Patriotismus war geweckt und durch die stattliche Versammlung ging wohl nur der eine Wunsch:" Möge der Plan, daß Grünberg Luftkurort werde, in Erfüllung gehen".