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(-) Schneestärme im Oberharz wüten seit mehreren La­gen derart, daß Weg und Steg ungangbar sind und die Post wie im strengsten Winter auf Schlitten befördert werden muß. Aber selbst diesen fällt es schwer, durchzu­tommen. An einigen Stellen des Brockenfeldes liegt der Schnee über ein Meter hoch.

(?) Verhafteter Mörder. In Frankfurt a. M. wurde der neunzehnjährige Tischlergeselle Toni Detroit aus Sa­blon bei Met verhaftet, der, wie erinnerlich, in der Nacht zum 2. April in Sponsheim bei Bingen seine Tante ermordete und beraubte. Detroit hat die bedzu­tenden Summen, die ihm in die Hände fielen, mit Dirnen verpraßt bis auf 1300 Mart, die die Polizei noch bei ihm fand. Unter anderem hatte sich der Mör­der auch ein Automobil gekauft, in dem er stolz im Lande umherfuhr.

)( Ein schauriger Fund in Konit. Wie die ,, Ostdeutsche Tageszeitung" meldet, wurde im Abort der städtischen Bolksschule zu Konig eine Anzahl menschlicher Knochen, darunter ein Schienbein, aufgefunden. Näheres sei noch nicht bekannt. In der Stadt herrsche Erregung, da man ben Fund mit der Ermordung Winters in Zusammen­hang bringe.

Eine Schreckensnacht auf See verlebten drei Warne­münder Knaben, die abends in einem Kleinen Boot bor den Hafen hinausgefahren waren und infolge ungünsti­gen Windes nicht wieder zurückkehren konnten. Die Hermsten trieben immer weiter ab. Der Wind artete zum Südweststurm aus, die Kälte und ein heftiges Schnee­gestöber brachte die hilflosen Kinder fast zum Erstarren. Ein Dampfer fuhr dicht an den Knaben vorbei, ohne sie zu bemerken. Schließlich wurden sie um 11 Úhr vormittags von einem großen Lotsenbost aufgefunden, das zu ihrer Rettung ausgesegelt war. Die Kinder, im Alter von 8-11 Jahren, waren völlig erschöpft und mußten nach der Rückkehr nach Warnemünde sofort in ärztliche Behandlung gegeben werden.

::: Radiumminen in Sibirien entdeckt. Die Peters­burger Nowoje Wremja bringt die sensationelle Nachricht, daß ein russischer Ingenieur in Sibirien reiche Lager von Radium entdeckte. Die Lager befinden sich aller­dings in einer ganz öden Gegend, ohne jegliche An­siedelung, dennoch glaubt die Zeitung an eine große Bedeutung dieser Entdeckung, wegen der enormen Kosten von chemisch hergestelltem Radium.

In

(:::) Eine Stadt durch einen Drtan zerstört. Townsville, der bedeutendsten Hafenstadt Nord- Queens­lands, hat ein Orkan furchtbare Verwüftungen ange­richtet. Die meisten Kirchen, die Schulen, sowie zahl­reiche Privatgebäude liegen in Trümmern; die abge­hobenen Zinkbächer flogen wie Papierbogen durch die Luft. Das einstürzende Krankenhaus begrub die Kran­Ten unter Balfen und Schutt; sechs sind tot und eine große Anzahl verwundet. Nie zuvor ist der blühende Ort von einem gleich großen Unglück betroffen worden.

)[ Eine amerikanische Riesenbahn.] Die längste elef­trische Eisenbahn soll diejenige werden, die eine Gruppe amerikanischer Finanzleute von Duluth( Minnesota) nach Galveston( Texas) bauen will. Die Bahn würde 3200 Kilometer lang sein und soll 300 Millionen Mark kosten. (!)[ Ein Platwechsel- Diner] ist die neueste Erfindung eines Newyorker Millionärs. Der Hergang ist nämlich folgender: Man ißt die Austern in einem Restaurant ersten Ranges, geht dann in ein zweites Restaurant, um dort die Suppe herunterzuschlucken, speist in einem dritten Restaurant den Fisch und hat, wenn man beim Kaffee angelangt ist, so ziemlich alle Speisehäuser er­sten Ranges, abgegrast". Da aber dieses nomadische Essen etwas unbequem ist, hat man bereits bequemere Varianten eingeführt: man wechselt bei den einzelnen Gängen des Essens nicht mehr die Lokale, sondern nur noch die Pläße, und zwar so, daß jede Dame bei jedem Gange einen anderen Tischnachbarn hat.

Eine Wanderung im Vogelsberge. Von H. K.

(:)[ Benezolanische Prahlhäus:.] Viel Zuversicht und fühnen Mut hatten die Venezolaner bei den Ereignissen, die sich unlängst vor dem Fort von Maracaibo abspiel­ten. Ein Offizier des deutschen Kanonenbootes ,, Pan­ther" erzählt, daß schon an einem der ersten Tage der Blockade in Caracas, neben hochtrabenden Meldun­gen über einen großen Sieg, den das Fort gegen uns Savongetragen, Ansichtskarten zum Verkauf gebracht wurden, die den gesunkenen ,, Panther" zeigten, auf des­sen aus dem Wasser ragenden Masten stolz die venez­lanische Flagge flatterte. Der Offizier eines holländischen Schiffes, dem eine solche Karte in die Hände kam, ver­ständigte nach seiner Rückkehr von Caracas den deutschen Geschwaderkommandanten von dieser Darstellung, und es wurde die ,, Vineta" ausgeschickt, um nähere Mit­teilungen einzuholen. Natürlich sand dann das Märchen seine gebührende Aufklärung.

(") Revolte in einer Erziehungsanstalt. In der Er­ziehungsanstalt St. Martinistist bei Nottuln in West­falen kam es zu einem Aufruhr. Etwa 50 Insassen der Anstalt, meist korrektionsbedürftige Knaben, verlang­ten warmes Abendbrot und demolierten, als ihnen das Ansuchen abgeschlagen wurde, auf ein gegebenes Zeichen das gesamte Mobiliar des Zimmers und das Inventar der Werkstätten. Hierbei wurde einer der aufsichtführen­den Brüder, welcher Ordnung schaffen wollte, verwun­det. Die jugendlichen Meuterer ergriffen alsdann die Flucht, doch konnte ein großer Teil von ihnen durch die sofort alarmierte Gendarmerie wieder ergriffen und nach der Anstalt zurückgebracht werden. Die Rädelsführer sind zwar vorläufig entkommen, dürften jedoch auch bald wieder dingfest gemacht werden.

(?) Der Bock als Gärtner. Aus Bari in Italien kommt eine ungeheuerliche Nachricht. Ein Krankenwärter des dor­tigen Armenspitals legte einen 70jährigen Kranken, dessen Absterben ihm zu lange dauerte, lebend in den Sarg und ließ diesen schließen. Die Tochter des angeblich Verstor­benen ruhte aber nicht eher, als bis der Deckel noch einmal geöffnet wurde, und man fand den Aermsten noch lebend in Konvulsionen vor. Erst zwei Tage darauf verstarb er. Der Krankenwärter wurde verhaftet und man hatte Not, ihn der Rache des wütenden Volkes zu entziehen.

Bunte Chronik. Auf dem 58. Jahresfestessen des deutscher Hospitals in London brachte der Herzog von Teck einen Trinkspruch auf Kaiser Wilhelm aus. Die Sammlungen betrugen 3298 Pfund Sterling, darunter 200 als Gabe des Deutschen Kaisers und 50 von Kaiser Franz Josef.

Ein seit vierzehn Jahren von der Kriminalpolizei gesuchter Kaufmann Gloß, der 1889 seinem Transporteur entsprungen war, wurde in Neuendorf bei Potsdam ver­haftet. Gloß besuchte dort seine Ehefrau, die ihn tɔt­gesagt hatte und als Witwe lebte.

-In Allenstein wurde der 55jährige Altsizer Adam Tell aus Dankheim( Kreis Ortelsburg), welcher in der Nacht zum 30. Juli 1902 seine Ehefrau erwürgt hatte, enthauptet.

- Der Jagdpächter Kurrer in Emskeim wurde auf der Jagd meuchlings erschossen. Erst nach fünf Tagen wurde die Leiche gefunden, bis zur Unkenntlichkeit an­gefressen von dem eigenen Hunde des Getöteten.

-In Hannover erschoß der Maschinenbauingenieur Rothhauß aus Ellbringen( Württemberg) seine Geliebte und dann sich selbst. Rothhauß hatte am Tage vorher von seiner Mutter einen Geldbrief mit 320 Mark er­halten und den Betrag bis auf 40 Mark in der Nacht vertneipt.

- In Lugano wurden die beiden Hauptschuldigen an dem vor vier Wochen verübten Dreimillionendiebstahl von Cefale verhaftet.

- Im Petroleumgebiet von Spindleton( Texas) sind 256 Bohrtürme durch Feuer vernichtet worden. 200 derselben waren im Betriebe. Der Schaden soll sich auf 40 Millionen Mark belaufen.

hervor, und steht sehr wohlthuend von der sich grün in grün malenden Landschaft ab.

Ein kleines Brücklein führt über die Felda, durch eine Das Thal der kleinen Felda lockte mich eines Tages kurze Wiesenebene wieder zur Höhe und fort geht es am die Postkutsche in Ehringshausen nicht zu besteigen. Der herrlichen mittelstämmigen Buchenwalde gen] Schelln Frühling war erwacht und alles, was noch vor kurzem vom Hausen. Inmitten dieser Strecke liegt jenseitig des hier Winterschlafe befangen, teimte und sproßte in jugendlicher engen Thales, durch überhängende Zweigen lauschig versteckt, Kraft. Die Natur hatte die Fesseln gesprengt und der der sogenannte Backofenhaus teich. In dem Berge Starre den Lebenssaft gespendet, der Frühling hielt seinen ist ein altes Gewölbe eingebaut, welches dem Erdinneren Siegeszug. An der Landstraße zum Pfarr- eine nicht unbedeutende Quelle entführt und den im Teiche dorfe Ehringshausen reihten sich die Obstbäume zum festlichen lebenden Forellen das erwünschte Element abgiebt. Höher Spalier. Der Apfelbaum pruntte mit seinen rosa Blüten hinauf zeugen alte Mauerreste von einer früheren Ansiede­gewande wie die Birne in jungfräulichem Weiß, und lung, die im Volksmunde Die Ki delsburg" genannt selbst die kleinen Gräser schickten ihre Spißen zum Trieb wird.( Vielleicht früher den Grafen v. Hahn gehörig?) um die soeben sprossenden Blüten der Hecken und Sträucher zu begrüßen.- - Es war ein großes Ringen, alles und jedes reckte und streckte sich und nirgends sah man das nach dem Schlafe so übliche Gähnen. Auch die Sonne hatte sich eingestellt, sie wollte ganz gewiß nicht fehlen, und malte der Landschaft, mit sicherer Künstlerhond, unübertroffene Schatten- - Drunten im Thale lag Ehringshausen, etwas höher das sogenannte Oberdorf, beide wie Herrgottstropfen in dem saftigen Wiesenplane, umrahmt von den schwellenden Buchen­waldungen der Höhenzüge. Eine Glocke läutete den Tag des Herrn und leicht beflügelt fündeten die Lüfte es den Bewohnern,-- da öffnete sich hier eine Thür, dann dort und dort ein Thor- und gemessenen Schrittes- zur sonntäglichen Andacht schritt Alt und Jung zum Kirchlein empor. -Am Wege lag das neue Schulhaus pädagogischideal im Herzen von Eh ringshausen und ist auch in seiner Farbengebung recht dazu angethan, die Herzen im Fluge sich zu erwerben, während das neu erbaute Pfarrhaus mit weißen Verblendsteinen und dunklem Schieferdache schon mehr an den Ernst des Lebens erinnert.-- Oben links an der Höhe, mit Hecken eingezäumt, ist der Ruheplaz des Ortes, weiße Kreuze rufen der üppigen Jugendlust ein ernstes memento mori zu, denen zwei mächtige Tannenkerzen eindrucksvoll assistieren. Die zum Oberndorf gehörigen Gehöfte haben meistens Eichen­holzfachwert mit weißgetünchten Feldern, die Dächer rote Biegel und nur wenige Schiefer. Am Ende des Dorfes leuchtet, in freudigem Binnober gestrichen, das Forsthaus

Das Farbenspiel erreicht hier den lyrischten Waldeston, alles ist der Minne ergeben. Rechts hat man den Wald und tief unten links die saftigen Wiesen, in denen zeitweise die Felda ihre Kapriolen schlägt und darn wieder träge fließend, wie Blei erglänzet. Die Düfte der Kräuter, Bäume und Blumen schweben zum Aether und ersehen den Lüften was sie an Heilkraft abgeben. Die silbergrauen Buchenstämme, mit seidenweichem Moose besponnen, freiben ihr Geäste erst in bedeutender Höhe zur Entwickelung, gerade, als genirte es sie den Waldteppich mit niederen Gräsern und Blumen teilen zu müssen und doch sind die Gräser, Schlüssel­blumen, Maiblumen und Annemonen im Schuß der Riesen so glücklich. Wenn die Winde sich zum Reigen stellen, er scheinen des Waldes Gnomen, dann geht ein Flüstern durch den Wald von früheren Zeiten und Reichen, und fleißig spinnt die gläubige Seele, was man als Märchen schon in Großmutters Stube hörte. Quad Quad- die wirdlichkeit meldet sich, ein kleines Fröschlein ist's, das seinen Jodler jauchst und mit größter Behendigkeit Gemser sprünge nachzuahmen sucht um dann im Gebüsche zu verschwinden. Quad Quad- noch einmal, dann war es still--doch nicht-- noch ein Rascheln, und flugen Auges orientirte sich eine Eidechse ihres Weges, husch husch husch -husch ich war allein... Vor Schellnhausen fand ich ein köstliches Joya, die hohlmühle, von der Felda an die herrlich bewaldete Berglehne gedrückt, ent­lockt dem Wanderer:" Hier möcht ich wohnen." Schelln­hausen gehört schon zur Bürgermeisterei Groß- Felda

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Giessener Cagesneuigkeiten.

* Zur Reichstagswahlbewegung. In einer Ver sammlung des nationalliberalen Wahlvereins Kassel, in der sich der nationalliberale Gutsbesiger Beinhauer den geladenen Vertretern der konservativen und der freisinnigen Partei vorstellte, gaben die Konservativen die Erklärung ab, daß sie für Beinhauer stimmen würden. Ein Vertreter der Freis sinnigen sprach die Hoffnung aus, daß seine Partei die Kan didatur mindestens nicht stören werde.

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RB. Am 1. Mai wird an Stelle der jetzt bestehenden viel Finger geglitt stelle daselbst errichtet, von welcher die Reichsbankneben. ichungsmethode g stellen in Aue, Crimmitschau und Werdau abhängig sind. Die vorgefegte S Wechsel auf Voigtsberg( auch Vogtsberg geschrieben) bei biefem Treiben m

Delsnig i. Vgl., welche vom 1. Mai d. J. ab fällig werden, werden von jetzt ab von der Reichsbant angekauft. Sie find an die Reichsbanfnebenstelle zu Delsnig i. Vgtl. zu gierieren.

Gestern Vormittag trafen hier in Gießen etwa 60 Teilnehmer des in Mainz stattgehabten 4. Verbands. tages der Hülfsschulen Deutschlands ein, um einer Einladung des Professor Dr. Sommer Folge gebend, dessen Institut die psychiatrische Klinik und deren Einrichtungen in Augenschein zu nehmen. Nach beendetem Rundgang durch alle Stationen der Anstalt versammelte man sich im großen Hörsaal der Klinik, in welchem sich

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auch zahlreiche Mitglieder der hiesigen medizinischen Gesell nämlich neben de schaft sowie Angehörige des hiesigen Lehrerstandes eingefunden noch einen ande

hatten. Professor Sommer sprach über die verschiedenen Formen der Schwachsinnigkeit und erörterte deren Entstehungs. ursachen. Er behandelte die Hydrofephalitis und wies darauf hin, daß, wenn deren Symptome frühzeitig erkannt würder, die Heifunst eingreifen, den Zustand mildern und günstig beeinflussen fönne, ebenso fönne man bei epileptischen Symp tomen durch Brom, 8infogid, Op'um und Diätbehandlung manches erreichen. Der Redner bemerkte, daß auf diesem Gebiet der Lehrer und der Arzt gemeinsam arbeiten müssen.

Professor Sommer besprach dann bie Borreakephalitis, ben Cretinismus und fam donn auf die Mitroaphalie, wobei er an Präparaten, die sich bei dieser Form zeigenden frühen Nathverfröcherungen vorzeigte. Hierbei stellte der Redner der Versammlung eine Batientin vor, der von Geburt an die beiden mittleren Schneidezähne vollständig fehlen und bei welcher in der Mittellinie des Schädels eine deutlich fühlbare Nach sich bemerkbar machte. Die Eigenart des Falles sollte beweisen die Hemmung der Entwickelung in der Mittellinie. Zum Schluß behandelte der Redner noch die Epileptiker und bemerkte, daß seitdem der Staat unbedingt berlangte, daß der hinausziehende Arzt auch in der psychi atrischen Spezialwissenschaft über ein gründlich& Rönnen ver fügen muß und auch auf diesem Gebiet, bei Absolvierung des Staatsexamens geprüft wird, sei in manches besser geworden in Bezug auf die Art und Weise der Behandlung Epilep tifer. Die Aerzte im Lande sie sammeln Erfahrungen, auch die Männer der Wissenschaft seien nicht stehen ge­blieben, allmählich müsse man dahin kommen, daß man die vielen bedauernswerten Kranten, die mit Epilepsie behaftet sind, auch helfen und heilen könne. Diese Hoffnung hege er, und er wolle wünschen, daß dieselbe sich recht bald erfüllen möge.

** Ueber eine sonderbare Unterrichts mothode einer Frankfurter Lehrerin berichtete vorgest rn auf der Hessischen Konferenz des deutschen evangelischen Schulvereins Pfarrer Frey aus Sprendlingen. Kommt B. ein Kind schmußig in die Schule, dann wird es, im

und hatte bis 1872 ein Eisenhammerwerk( Buderus), in dem die von Laubach gekommene Roheisenstücke bearbeitet wurden. So erzählt man auch, daß bei der zwischen Schellnhausen und Ermenrod gelegenen Mühle in früheren Jahrzehnten eine Eisenschmelze gestanden habe, die bei Crmenrod abgebautes Eisenerz, zur Verhüttung gebracht hätte. In Ermenrod angelangt, entbot das Pfarrhaus im landschaftlichen Bilde ein freundliches Will kommen, dem sich die vom Alter angeschwärzten Häuser des Dorfes anschlossen. An einem Eckhause zeugt ein ziemlich bejahrter Aushängewinkel noch recht günstig von dem Schön Die Landstraße heitssinne vergangener Geschlechter. führt in einem großen Bogen nach Groß- Felda, zu deren Bürgermeisterei, außer Schellnhausen, noch Klein Felda gehört.

Groß- Felda, ein wieder im Aufblühen begriffenes Ge­meindewesen, macht auf den Fremden den Eindruck eines regen Landstädtchens und der, durch die am Eingange ent stehenden, in modernem Sinne belebten Neubauten, nur noch verstärkt werden kann. Hier hat im Anfange und Mitte des vorigen Jahrhunderts industrielles Leben geherrscht. Schuhnagel fabrikation, Branntweinbrennereien, Strumpf- und Leinen Handwebereien und Bierbrauereien waren hier zu Hause, und mußten, wie so vieles andere, in dieser Gegend ohne moderne Verkehrsmittel, dem gewerblichen Fortschritte anderer Lande weichen.

Gegenwärtig sucht man diesen Rückgang, und zwar mit Glück, zu hemmen. Groß- Felda ist Siz eines Dekanates, einer gut geführten Spar- und Darlehnskasse, Molkerei und einer vom Ortsgewerbeverein gegründeten Handwerker- Sonn tagszeichenschule. Bedeutende Gehöfte zeugen von der Wohl habenheit ihrer Besizer und in freundlichen Tönen gehaltene Hausanstriche erzählen von Schönheitssinn.

Nach etwas Stärfung leczend, ergab die wirtschaftliche Qualität Groß- Feldas ein vorzügliches Resultat, und zu früh am Abend mußte man sich dem Zwange der Postfutsche fügen. Nach stündiger Fahrt auf dem Bahnhofe Ehringshausen wieder angelangt, ergab sich daselbst noch ein schönes Bild.- Uäh uäh, uäh uäh, erzählten sich die hier der sich auf den beheimateten Pfauen, und einer Schornsteinkopf des Stationsgebäudes geschwungen hatte, prahlt ganz insbesondere mit fines Schweifes Pracht und intonirte dem scheidenden Tage Uäh uäh, uäh uah!"

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