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Seffel im Hintergrunde der Loge nieder, Frau! Da hätte man ja die sandare im recht wüßte." Dabei ließ er sich
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auf einem Munde, ehe
die Hände in
die Taschen vergraben,
die Beine lang ausgestreckt und
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eine in at!!! wiederholte der alte Mann schneien. weicher werdende Stimmung er ich meine
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plötzliche Einsamkeit ringsum. tiefen Gedanken empfand sie weder
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wirklich eine andere geworden? schlecht um ihre Selbständigkeit bestellt. Lächeln über sie herzufallen. Es war doch noch sehr schien ihre Kühnheit erraten zu haben, und mit spöttischem War sie mit dem ersten Ungehorsam gegen Zucht und Sitte strickten Handschuhen befleideten Finger wieder im Muffteit und verstedte bie mit ben von ber Tante selbst- Jeder Vorübergehende
marren Sie mir nicht verraten, in welcher
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bonnementspreis: in Siegen, abgeholt monatlich 50 Bfg., e Haus gebracht 60 Pfg., burch die Boft bezogen viertel jährlich Mt. 1.50.
Bratiebellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberheffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Bartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmittags
Freitag, den 17. April 1903.
Gießener
12. Jahrgang.
Juiertionsprei: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wi ganz Oberbeffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 fg fenfi 15 Pfg.; Reklamen die Petitjeile 30 resp. 40 is
Bofzeitungsliste No. 8809.
Redaktion und Expedition: Gießen Rexenweg 20 Fernsprechenflug Ar, 308.
Neuelle Nachrichten
( Gießener Tageblatt)
Anabhängige Tageszeitung
( Gießener Zeitung)
für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.
Das Wahlreglement. Zum Wiederzusammentritt des Reichstages. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt uns: In der nächsten Woche werden die Reichstagsboten wieder in Berlin versammelt sein, um den Rest der Parlamentsarbeit aufzuräumen. Man nahm ursprünglich an, die Sigung werde nur wenige Tage dauern und besonders funbige Leute flüsterten sich mit verschmißtem Lächeln man hätte ganz gut mit den Arbeiten noch vor Ostern fertig werden können, wenn das Haus solange getagt bätte, wie die preußischen Abgeordneten. Allein man wolle im Interesse der leichteren, genauer gesagt, billigeren Wahlagitation nach im Vollgenuß der Freifahrfarten bleiben. Diese Annehmlichkeit dürfte indes nur einen fleinen Teil der Abgeordneten treffen. Als das haus in die Osterferien ging, war es wirklich reif ur Festruhe. Die von der Sozialdemokratie mit befonderem Interesse beachteten Entwürfe wären jedenfalls nicht so glatt durchgegangen, wie der Etat, der zu einer rein formalen Erledigung gekommen ist. Namentlich beim kran tentassengesetz war eine Anzweiflung der Mehrheit jicher.
Jit der bevorstehenden Kehraustagung aber werden vir einige Tage lang volle Häuser haben, denn hier muß über das Wahlreglement entschieden werden, an den schließlich, weil es unter Umständen den Wahlausfall entscheidend beeinflussen kann, alle Abgeordneten ein sehr wesentliches Jnteresse haben. Im Anfange war die Regierung wohl zu der Auffassung geneigt, daß auf dem Wege der Verordnung die Wahlsicherung eingeführt averden können; allein sehr bald regten sich namentlich auf freisinniger Seite Zweifel an der Zulässigkeit dieses Berfahrens, denen sich auch die Konservativen anschlösHen. Insbesondere fällt schwer ins Gewicht, daß der mate Modus eine neue Gelegenheit zu Wahlanfechtungen schafft, die sich, wie die ,, Nordd. Allg. 3tg." zugibt, Sehr erheblich vermehren werden. Außerdem bestehen moch Meinungsverschiedenheiten bezüglich der zweckmäDigsten Art, wie die Wahlsicherung technisch durchgeFuhrt werden kann, bei deren Feststellung das Parlament eben alls mitwirken will. Unter diesen Umständen wird auch eine einmalige Lesung nicht genügen, sondern es wird jedenfalls eine Kommission eingesetzt werden, die Fich mit der Sache eingehend befassen wird; es werden Fonach drei Lesungen staitfinden. Ob das eine Vertagung Bis zum Sanft Nimmermehrstage bedeutet, wird von Der Geduld, oder der Ungeduld der Reichsboten in Der bevorstehenden Tagung abhängen. Auf alle Fälle rväre es nicht erwünscht, wenn etwa die Meinung, die mamentlich in Kreisen der linksstehenden Parteien vertreten wird, Bestätigung finden sollte, die Meinung nämLich, daß die Mehrheitsparteien fünstlich eine BeschlußunFähigkeit herbeiführen und dann diese zur Hinderung Der Gesetzwerdung benutzen würden. Wir glauben auch im Ernste nicht, daß das zu erwarten ist, denn dadurch würde den Minderheitsparteien eine der wirksamsten Waffen für den Wahlkampf an die Hand gegeben werben. Wir sehen jonach einer gründlichen Beratung der Balage, infolgedessen aber auch einer Verlängerung Der Tagung über die ursprünglich geplanie Dauer hinLus entgegen.
Die„ Hufteilung der Welt"!
CB. Weltumfassenden Plänen dient nach der Melbung eines Londoner Mitarbeiters mehrerer deutscher Bitter die Reise König Eduards. Der Londoner Jourmalist will von unterrichteter Seite erfahren haben, Rinig Eduard wolle bei seinem Besuche in Rom und Baris die ägyptische, tunesische und marokkanische Frage besprechen. Italien soll einen Streifen von Tunis erbalten, bezüglich Marokkos heißt es, daß dieses Land och nicht ,, offupationsreif" ist, aber England habe mts dagegen einzuwenden, wenn Französisch- Algier bis Fun Riffgebirge und Melilla ausgedehnt werde. Damit ht genug: auch die Aufteilung Persiens will König Eduard angeblich in Paris und Rom vorschlagen. Peren soll nach diesem Vorschlage in zwei Teile geteilt werden, der nördliche soll der Kontrolle Rußlands, der dliche der Kontrolle der indischen Regierung unterllt werden!
So die sensationelle Meldung. Juwieweit sie sich au tatsächliche Vorgänge stüßt, läßt sich nicht mit Sicherheit beurteilen. Möglich wäre es schon, zum Teil uch wahrscheinlich, daß derartiges im Werke ist. Nur Die persische Idee scheint höchst verdächtig. König Edutrd soll, wie der Korrespondent meldet, in seiner Bɔtschaft an das Parlament, in der merkwürdigerweise bon all diesen Plänen Mitteilung gemacht werden soll, virtlich der Ueberzeugung Ausdruck gegeben haben, er eider festen Zuversicht, daß seine Mission in Paris
und Rom erfolgreich sein werde. Vielleicht täuscht er sich auch hierin. In Paris wenigstens beginnen die Nationalisten einen heftigen Zeitungskrieg gegen König Eduard, den sie als den Herrscher der verhaßten„ Eeeräubernation" verunglimpfen. Aber selbst wenn der Britenherrscher in Rom und Paris Glück hätte, immer wird er sich sagen müssen, daß zunächst Rußland in eine Teilung Persiens mit England als Partner schon deshalb nicht willigen wird, weil es mit jedem Tage der Erwerbung ganz Persiens sicherer wird. Was soll es teilen, wo es alles haben fann? Auch für eine Befürwortung eines solchen englischen Vorschlages wegen Persiens durch die verbündeten Franzosen würde Rußland nur ein kühl ablehnendes Achselzucken haben.
Mit der persischen Teilungsidee wird es also unter feinen Umständen etwas werden. Und ob die anderen englischen Vorschläge die Billigung der Italiener und Franzosen finden werden, ist, wie gesagt, auch noch zweifelhaft, zumal da auch noch andere Mächte dabei ein Wort werden mitreden wollen. Auch Mächte, die weder in Aegypten, noch in Tunis, noch in Marokko birekt interessiert sind, werden mit einer solchen Gebietserweiterung und solchem Machtzuwachs für England, Frankreich und Italien nicht ohne weiteres einverstanden sein, z. B. Rußland.
Man wird also an der Themse sich mit seinen Wünschen schon etwas bescheiden müssen. Auch wenn diese Weltteilungspläne erfolglos bleiben, die Engländer tönnen auch so schon mit dem Ergebnis der Reise König Eduards zufrieden sein. Inzwischen ist nämlich das Protokoll des Abkommens zwischen England und Portugal bereits unterzeichnet worden und wartet nur noch der Ratifikation in London. Es betrifft die Benutzung der Häfen von Lissabon und Oporto durch England, falls sich die Notwendigkeit hierzu herausstellen sollte, sowie die endgiltige Abtretung von Beira und der Delagoabai an das Britenreich. Das ist, wie wir schon neulich sagten, ein bedeutender britischer Erfolg. Für uns Deutsche freilich ist bies Delagoabaigeschäft nichts weniger als erfreulich; und obenein sollen wir bei der neuen Weltverteilung völlig leer ausgehen! Aber trösten wir uns dieser Weltverteilungsbrei wird nicht so heiß gegessen werden, wie er gekocht wird!
Die Politik.
Ein neues Heiratsprojekt für den Kronprinzen.
Die freiwilligen Heiratsvermittler in der britischen und dänischen Presse sind nach wie vor eifrig am Werke, für den deutschen Kronprinzen eine passende Gemahlin ausfindig zu machen. Eben war erst noch Prinzessin Mexandra von Cumberland die angeblich dem fünftigen deutschen Kaiser Auserwählte, jetzt soll es schon wieder Brinzessin Thyra von Dänemark, die Tochter des dänischen Kronprinzen sein. Alle diese Weissagungen stüßen sich darauf, daß Kaiser Wilhelm in seinem Danktelegramm an aönig Christian die Worte gebrauchte, er werde sich fortan in der dänischen Königsfamilie als ,, ein Sohn im Hause" fühlen. Als ob diese Wendung nicht eine andere, einfachere Deutung zuließe!
Zu dem deutsch- amerikanischen Zwischenfall auf der Carolineninsel Ruk bringt jetzt die Nordd. Allg. 8tg. eine offiziöse Mitteilung, wonach die Verhaftung von vier eingeborenen Missionaren durch den ,, Cormoran" sich bestätigt. Die Verhaftung erfolgte, nachdem durch verschiedene Zeugen festgestellt worden war, daß die vier sich ungebührlicher Aeußerungen gegen die deutsche Regierung und der Aufreizung der Bevölkerung schulbig gemacht haben. Die vier Eingeborenen wurden nach Ponape, dem Sig der Regierung, gebracht. Da sowohl sie wie der amerikanische Missionar auf Rut, Stimson, ihre Verfehlung bestritten, hat sich der Kaiserliche Vizegouverneur von Ponape zur Untersuchung der Angelegenheit selbst nach Ruf begeben. Sein Bericht kann hier nicht vor Anfang Juni erwartet werden.
Serbische Prahlereien.
OKönig Sascha der Kleine hat sein zehnjähriges Regierungsjubiläum dazu benußt, um bei der Galatafel etwas mit dem Säbel zu rasseln. Er führte aus, heute sei bie Lage ernst. Für alle Balkanvölker nahten verhängnisvolle Zeiten. Mit dieser Eventualität müsse Serbien rechnen und im gegebenen Augenblick den Beweis erbringen, daß es der großen Vorfahren würdig sei. Wenn Serbien sich allzu mausig machen sollte, wird der Zar bohl nicht lange die Knute feiern lassen. Die inneren Zustände Serbiens sind nach wie vor recht übel, und Alexander würde besser tun, hier Besseres zu schaffen, als mit dem Munde den großen Kriegshelden zu spielen.
Der Karthäuserskandal in Frankreich. = Präsident Loubet ist in Algier eingetroffen. Dabei gab es einen merkwürdigen Zwischenfall. Beim Empfang der algerischen Behörden sprach der Vorsitzende der Fi nanzdelegation sein Bedauern darüber aus ,, an der Seite des Präsidenten Loubet nicht den Gouverneur Revoil begrüßen zu können, dessen unerwarteter Rücktritt große
und berechtigte Erregung hervorgerufen habe. Der Redner hob rühmend Revoils Hingabe für die Interessen Algeriens hervor. Revoil hat, wie gemeldet, plößlich zurücktreten müssen, weil er den Sohn des Ministerpräsidenten Combes der bekannten finanziellen Durchstechereien mit dem Karthäuserorden verdächtigt haben sollte. Zu dieser heiflen Bestechungsaffäre wird jetzt noch bekannt: Der Starthäuserpriester Rey teilte dem ,, Gaulois" mit, eine mit zahlreichen Senatoren und Deputierten in Beziehung stehende Persönlichkeit habe Ende Februar dem Prior des Ordens im Namen einer parlamentarischen Gruppe folgenden Vorschlag gemacht: Der Karthäuserorden möge 300 000 Francs sofort bezahlen, um die Mitglieder der parlamentarischen Gruppe zu verpflichten, die Genehmigung des Gesuches der Starthäuser in der Deputiertenkammer zu sichern. Sodann sollten die Karthäuser zwei Millionen Francs für den Wahlfonds der parlamentarischen Gruppe zahlen! Der Prior habe den Vorschlag abgelehnt. Der Polizeipräfekt von Grenoble wird jetzt an die Karthäuser die Aufforderung richten, ihr Kloster zu verlassen. Die Mönche sollen entschlossen sein, dieser Aufforderung nicht nachzukommen. Voraussichtlich wird es also wieder zu heftigen Krawallen kommen.
Der Bürgerkrieg in San Domingo dauert ungemindert fort. In der Nacht vom Sonntag auf Montag und am Montag früh hat wiederum ein Stampf um den Besitz der Hauptstadt stattgefunden. Einige Personen sind getötet, viele verwundet worden. Die Regierungstruppen wurden nach anfänglich gewonnenen Vorteilen wieder zurückgeschlagen und auch aus dem Fort San Carlos wieder herausgetrieben. Vor der Stadt liegt zum Schutze der deutschen Interessen der deutsche große Kreuzer ,, Vineta", auch der Panther" kreuzt in der
Nähe.
Kurze politische Nachrichten.
* Die Wahl des freisinnigen Abgeordneten und Stadtfämmerers Ehlers in Danzig zum ersten Bürgermeister der Stadt ist bestätigt worden.
* Der italienische Minister des Aeußeren, Prinetti, soll nun tatsächlich seine Entlassung eingereicht haben, weil seine Genesung sich noch immer verzögert.
* Die Meldung, der eben ins Amit getretene bulgarische Kriegsminister Sawow habe seine Entlassung eingereicht, wird bestritten. Da Fürst Ferdinand von Bulga rien nach Mentone abgereist ist, dürfte eine Ministerkrise tatsächlich nicht bestehen.
Hof und Gesellschaft.
Der Kaiser besichtigte gestern bei der gewohnten Promenade durch den Tiergarten ein Modell zu der Jugendstatue Kaiser Wilhelms I. auf der Luiseninsel und hörte dann im Schloß Vorträge. Am 22. d. M. tritt ber Monarch seinen Jagdausflug zur Wartburg an. Auf der Rückkehr von dort gedenkt er, den Schießplaz in Kummersdorf zu besuchen.
*** Die kaiserlichen Prinzen August Wilhelm und Dstar, welche gegenwärtig in Begleitung ihres Gou. berneurs, des Majors von Gontard, in Straßburg im Els. weilen, wo sie beim Gouverneur General v. Sid abgestie. gen sind, unternahmen gestern( Donnerstag) einen Aus. flug nach der bei Schlettstadt gelegenen, dem Kaiser gehöri. gen Hohkönigsburg.
Nab und fern.
† Das deutsche Haus auf der Weltausstellung in St. Bouis wird eine ziemlich getreue Nachbildung des Charlottenburger Schlosses bieten. Die Pläne sind dem Kaiser vom Reichskommissar Lewald vorgelegt und genehmigt worden. Am Montag Abend begibt sich der Reichstommissar aufs neue nach St. Louis, über Newyork und Washington. Es heißt, daß er vom Kaiser mit einer Mission an den Präsidenten Roosevelt betraut iſt.
)( Die Essener Soldatentragödie. Das Begräbnis des von dem Fähnrich zur See Hüssener erstochenen Kanoniers Hartmann sand in Essen unter großer Anteilnahme der Bevölkerung statt. Vom Fußartillerieregiment Nr. 7 war eine Deputation, bestehend aus dem Hauptmann und Kompagniechef Neumann, sowie 1 Feldwebel, 2 Unteroffizieren, 2 Obergefreiten und 2 Mann erschie nen. Zur Aufklärung des furchtbaren Falles finden unausgesezt Vernehmungen statt, die Kriegsgerichtsrat de Barey aus Kiel leitet.
XX Ein Zwischenfall auf dem Bremer Antialkohol: tongreß wurde durch Dr. med. Fröhlich aus Wien veranlaßt, der es für eine Pflicht der Antialkoholisten erklärte, die Arbeiter in ihrer Lohnbewegung zu unterstüßen, damit sie sich bessere Existenzbedingungen schaffen könnten. Es wurden Stimmen laut, die sich dagegen bervahrten, daß politische Reden an jener Etelle gehalten vürden. Schließlich verließ Admiral Thomsen, ein warmer Anhänger der Antialkoholbewegung, unter heftigem Protest die Versammlung.


