machte bei seiner Vorführung einen harmlosen Eindruck und gab auf alle Fragen unbefangen Antwort.
§ Mord aus Eifersucht. Das Drama in der Steinmetzstraße zu Berlin, dem am 15. Mai d. J. der Major a. D. August Reisch zum Opfer fiel, beschäftigt heute( Freitag) und morgen das dortige Schwurgericht. Vor diesem hat sich die Wirtschafterin Marie Gleditsch zu verantworten. Sie war bei dem Major längere Zeit Wirtschafterin gewesen, nachdem dieser in den Ruhestand getreten war, und scheint gehofft zu haben, daß er sie heiraten werde. Als der Major aber mit seiner Mutter nach Berlin zog, entließ er sie. Er war hier fast täglich Gast bei dem Steinmetzstraße 40a wohnenden Rentner Pudor, dessen Haushalt eine Wirtschafterin führte. Auf letztere wurde die Gleditsch eisersüchtig. Als am 25. Mai der Major, aus der Wohnung des Herrn Pudor kommend, die Treppe hinunterging, wurde er von der Gleditsch überfallen, die ihm ein Messer in die Brust stieß. Der Major war in kurzer Zeit eine Leiche. Die Gleditsch hat bisher behauptet, daß sie dem Major nur einen ,, Denkzettel" geben wollte.
§ Eine rohe Untat fand vor dem Frankfurter Schwurgericht seine Sühne. Die Knechte Otto Liebetrau und Franz Turowsky wurden wegen Notzucht und Mißhandlung zu 2 Jahren und 8 Monaten bezw. 3 Jahren und 2 Monaten Zuchthaus verurteilt. Sie hatten ein Brautpaar, das abends von einem Spaziergang heimkehrte, überfallen, den Bräutigam mit Stockhieben in die Flucht geschlagen und das Mädchen vergewaltigt.
Nab und fern.
A Zu der Enthüllung der Kaiser- und Kaiserin FriedrichDenkmäler hat Kaiser Wilhelm den Philosophen Eduard Beller- Stuttgart, dessen Büste beim Standbild des Denkmals Kaiser Friedrichs als Nebenfigur angebracht ist, und dessen Sohn Professor Dr. med. Albert Zeller eingeladen. Eduard Zeller kann seines hohen Alters wegen an den Feierlichteiten nicht teilnehmen und läßt sich durch seinen Sohn vertreten.
A Prinzregent Luitpold in Lebensgefahr. Der greise Prinzregent von Bayern schwebte in Berchtesgaden in großer Lebensgefahr, als er vom Königsee nach Ramsau fuhr. Ungefähr in der Mitte dieser Strecke bridet das Bahngeleise eine starke Kurve, die von der Staatsstraße gekreuzt wird. Eine Barriere ist nicht vorhanden. Als der Vorreiter das Geleis passierte, brauste unerwartet der Zug daher, der um 10 Uhr schon hätte in Berchtesgaden eintreffen sollen. Nur der Geistesgegenwart des Lokomotivführers war es zu danken, daß der Zug dicht vor dem Pferde, das der Reiter weder vorwärts noch rückwärts brachte, zum Stehen gelangte. Ein paar Sekunden später hätte der Wagen des Regenten die gefährliche Stelle passiert.
Eine Lehrerin" Hallelujahmädchen". In Berliner Lehrerkreisen bildet der Eintritt einer Gemeindeschullehrerin in die Heilsarmee das Tagesgespräch. Es handelt sich um eine junge Dame, die sich in ihrem Fach besonders auszeichnete; bei der jüngsten Anwesenheit des Heilsarmeegenerals Booth in Berlin Heilssoldatin", oder, wie der Berliner sagt, Hallelujahmädchen" wurde. Der zuständige KreisSchulinspektor bemüht sich, die Lehrerin zum Wiederaustritt zu bewegen, jedoch vergeblich. Man ist auf die weitere Entwickelung der Sache sehr gespannt.
Drei gefährliche geisteskranke Verbrecher entsprangen aus der Provinzial- und Pflegeanstalt in Göttingen. E3 sind der 21jährige Lustmörder Adolf Hamel aus Altershausen, der Sittlichkeitsverbrecher Wilhelm Schebenhöfer aus Lisgur und der berüchtigte Brandstifter H. Edjer aus Einbeck.
Kassendiebstahl in einem fahrenden Zuge. Ein Arader Blatt meldet einen verwegenen Diebstahl in einem Personenzug. Zwischen den Stationen Monder und Glogovac wurde die feuerfeste Kasse der Staatsbahnen, in der sich gegen 200 000 Stronen befanden, entwendet. Der Zugführer ließ auf die Meldung vom Fehlen der Kasse sofort halten und das Zugpersonal begab sich sofort mit Laternen auf die Suche, da man vermutete, die Kasse könne sich irgendwo auf der Strecke finden. Es wird vermutet, daß ein Passagier des an den Gepäckwagen angekoppelten Waggons dritter Klasse auf den Gepäckwagen hinüberkletterte, die Kasse aus dem Waggon warf und dann selber absprang oder auf der nächsten Haltestelle abstieg.
griffen hat. Drei junge Burschen der älteste ist erft 16 Jahre alt, die man bei Taschendiebstählen abfaßte, machten interessante Enthüllungen. Sie übten den Taschendiebstahl schon seit Beginn des Jahres aus und hatten immer Erfolg gehabt. Sie hatten aber auch eine gute Schule! Ein Individuum, das sie nur unter dem Namen„ Bamboula" kennen wollen, hatte ihnen„ Unterricht" gegeben; dafür mußten sie ihm jeden Abend ihre Tageseinnahme" bringen. Der Polizeikommissär begab sich, von den drei Spit üblein begleitet, in die Wohnung Bamboulas und nahm dort eine gründliche Haussuchung vor. Er fand zehn große Puppen, die mit verschiedenen Männer- und Frauenkleidern, wie Oberrock, kurzes Röckchen, Ueberzieher, Mantel, Jäckchen u. s. w., befleidet waren. Auf die Frage, was diese Puppen bedeuteten, antwortete einer der drei Burschen:„ Aber das ist ja unsere Schule, die Diebesschule! An diesen Puppen übten wir uns im Taschendiebstahl. Oh, Bamboula ist ein strenger Lehrer!" Die Puppen wurden, obwohl sie als ,, Arbeitswerkzeug" nicht hätten gepfändet werden dürfen, in Beschlag genommen, ebenso zahlreiche Geldtascher, Brieftaschen und waren, die von Diebstählen herrühren. Bamboula selbst konnte bis jetzt nicht gefunden werden.
Der Ecseder Moorbrand ist noch immer nicht gelöscht. Zuerst versuchte man, einen breiten Graben quer durch das ganze Gebiet zu ziehen; aber der Wind, der ganze Feßen des brennenden Torfes weiter trug, hat den Zweck vereifelt. Zum Glück ist in den letzten Tagen so viel Regen gefallen, daß die oberste Schicht schlecht brennt, so daß das Flugfeuer aufgehört hat und der Brand überhaupt nicht mehr so schnell um sich greifen fann; aber im Innern frißt die Glut weiter, und die Regen einer Regenzeit werden kaum hinreichen, um den Brand bis auf den Herd zu löschen.
[ Schulhumoristisches. Eine soeben erschienene Blütenlese bringt eine ganze Anzahl ergötzlicher Antworten von Schülern, voll eines köstlichen unfreiwilligen Humors.„ Die Oberfläche der Erde besteht aus Land und Wasser," sagte ein geweckter Junge; als er aber gefragt wurde:„ Was wird denn aus Wasser und Land?" antwortete er eifrig: Schmutz." In vielen Fällen verstehen die Schüler augenscheinlich nicht, was die Fragen bedeuten. Auf die Frage: ,, Was kommt dem Menschen in der Stufenleiter des Seins am nächsten?" kam die überraschende Antwort:„ Sein Hemd." Der erste Mensch, der um die Welt ging, war nach) Meinung eines kleinen Mädchens„ Der Mann im Monde". „ Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei," sagte Daniel in der Löwengrube, und die Israeliten machten ein goldenes Kalb, weil sie nicht genug Silber hatten, um eine Kuh zu machen". Was wäre geschehen, wenn Heinrich IV. von Frankreich nicht ermordet worden wäre?" „ Er wäre eines natürlichen Todes gestorben." Eine gleich unerwartete Antwort kam auf die Frage: Was taten die Israeliten, als sie aus dem Roten Meere famen?"" Sie trockneten sich." Als in einem Mädchenpensionat Preise für gute Antworten ausgesetzt wurden, ergab die Prüfung einige merkwürdige Kenntnisse. Auf die Frage:„ Führt einige Beschäftigungen an, die der Gesundheit schädlich find," lautete eine Antwort: Steinmezarbeit ist schädlich. weil er bei der Arbeit alle kleinen Splitter einatmet, die dann in die Lunge genommen werden." Eine dritte meinte: „ Die Schuhmacherei ist sehr ungesund, weil der Schuhmacher den Stiefel gegen die Brust drückt, und daher drückt er die Brust ein, und der Stiefel berührt das Herz. Wenn er nicht stirbt, bleibt er sein Leben lang ein Krüppel." Eine andere behauptete:„ Wenn Nahrung verschluckt wird, geht sie durch die Luftröhre." Wieder eine andere erklärte: Die Arbeit des Herzens besteht darin, die verschiedenen Organe in einer halben Minute auszubessern." Ein kleiner Physiologe aber sagte:„ Wir haben eine Oberhaut und eine Unterhaut; die Unterhaut bewegt sich nach ihrem Belieben, und die Oberhaut bewegt sich, wenn wir es tun."
Bunte Chronik. In einer Kunstblumenfabrik am Josefsring in Budapest brach gestern infolge einer Gasexplosion Feuer aus, das sich sehr schnell ausbreitete und das ganze Gebäude vernichtete. Eine Arbeiterin ist verbrannt, fünf andere wurden verwundet, unter ihnen zwei tödlich.
[ Gine Diebesschule. Die Pariser Polizei hat eine Diebesschule entdeckt, deren Vorsteher leider die Flucht er
In Mirchau( Westpreußen) wurde dem neunjährigen Schulknaben Neumüller durch eine explodierende Dynamitpatrone der ganze Leib aufgerissen. Der Knabe starb sofort. Wie kam der Knabe zu einer Dynamitpatrone?
Wie aus Löwenberg in Schlesien gemeldet wird, erfrankte auf dem Dominium Zobten die ganze Familie çines Viehwärters nach dem Genuß von Kuchen an Vergiftungserscheinungen. Zwei Kinder im Alter von 5 und 7 Jahren sind bereits gestorben.
Vermischtes.
[ Was der König der Mode" für seine Kleider zahlt.] Eduard VII., König von England und Kaiser von Indien, ist auch jetzt noch der König der Mode" und kleidet sich ebenso elegant, wie einst als Prinz von Wales. Aber er will seine Eleganz nicht mehr so teuer wie einst bezahlen, und deshalb hat er jüngst mit seinem Schneider folgende Preise vereinbart: Für eine Hose 40 bis 50 Mark, je nach dem Stoff, der verarbeitet wird; für einen Oberrock mit dazu gehöriger Weste 215 Mark. Ein ganzer Cheviot- Anzug darf nicht mehr fosten als 160 bis 175 Mark, und für einen Frackanzug mit weißer Weste zahlt der König 310 Mark
Das Grab im Meer.] Der kürzlich verstorbene Direktor des Berliner Kupferstichkabinetts, Dr. Friedrich Lippmann, hat die letztwillige Verfügung getroffen, daß sein Leichnam in Hamburg verbrannt und dann seine Asche nächst Curhaven in die offene See gestreut werden solle. Nun hat der älteste Sohn Lippmanns den letzten Wunsch seines Vaters erfüllt und dessen Ueberreste den Fluten des Meeres übergeben.
[ Ein fideles Gefängnis] muß die Hauptstrafanstalt bon Lissabon, der sogenannte Limoviro, sein. Dort entdeckte man in diesen Tagen nichts weniger als eine Falschmünzer Werkstatt, eine Kneipe und eine Art von Ballsaal, in dem die Gefangenen beider Geschlechter sich in den Nächten ganz gut zu vergnügen pflegten. Die Führer der Falschmünzerbande waren ein gewisser Caldeira, der gerade wegen Falschmünzerei zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden war, und ein Gefängniswärter Santos. Letterer beschaffte die nötigen Metalle, und sobald es dunkelte und die höheren Beamten die Strafanstalt verließen, wurde in der Küche ein großes Feuer angemacht, wurden die Pressen aufgestellt, und man machte sich eifrig an die Herstellung von falschen Silbermünzen, die dann am anderen Tage gegen gutes Geld eingewechselt wurden. Da man natürlich während der Arbeit ungern im Trockenen saß, so verstand sich die Einrichtung der Kneipe von selbst, und da der Wein ohne Weib auch nicht auf die Dauer mundet, und man ja über die nötigen Mittel verfügte, so war es eigentlich auch nuc natürlich, daß man eine Verbindung mit der Frauenabteilung herstellte und gemeinsam einige gemütliche Stunden verbrachte.
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+[ Wie die Alten fungen...] Die Kinder in Amerika folgen, wie es scheint, in puncto Negerhaß den Spuren der Erwachsenen. Ein Newyorker Blatt erzählt, daß der dreizehnjährige James Schneck und sein gleichaltriger Freund Joseph Mango vor kurzem Lynchen spielten. Gelyncht, d. H. aufgeknüpft und verbrannt wurde zwar nur eine einen Neger darstellende Puppe, aber die Sache nahm doch einen bösen Ausgang. Mit dem Neger zugleich wurde nämlich ein Haus in Brand gesteckt, und James Schneck und Joseph Mango wanderten ins Gefängnis. Erwachsene Lyncher wer. den leider nicht so prompt verhaftet.
Brandstifter auf der Weltausstellung. Aus St. Louis wird berichtet: Nächtlicherweile ist der Versuch gemacht wor den, das erst halbfertige Ackerbaugebäude der Weltausstellung durch Feuer zu zerstören. Einer der Wachtposten von der Jefferson- Garde bemerkte, wie ein Mann sich um das Ge. bäude herumschlich. Der Wachtposten sandte dem Verdäch tigen, der sofort ausriß, ein paar Schüsse nach und ver anlaßte dann eine Untersuchung des Gebäudes, worauf man dicht an einer Mauer ein mit Petroleum getränktes Stroh bündel vorfand. Man glaubt, daß der Brandstifter ein italienischer Arbeiter gewesen ist, der kürzlich wegen un erlaubten Aufenthaltes auf dem Ausstellungsgebiet verhaftet und zu einer Strafe verurteilt wurde.
[ Eau de Cologne- Trinkerinnen.] In England macht man wieder einmal mobil gegen die Unsitte des Eau de Cologne- Trinkens, der sehr viele Misses huldigen. Ein englischer Arzt enthüllt, um gegen diese unselige Leidenschaft anzufämpfen, einige der Schliche, deren sich die Damen der englischen Gesellschaft bedienen, um ihr Laster die Gau de Cologne wirkt schlimmer als der schärfste Alkohol vor der Mitwelt zu verbergen. Eine vornehme Dame ließ sich nach einem Unfall, der die Amputation eines Fingers nötig machte, einen fünstlichen Finger anfertigen, der einem echten zum Verwechseln ähnlich ist. Niemand aber ahnt, daß der künstliche Finger hohl ist und daß der Nagel eine leicht zu öffnende Klappe bildet. Sie füllt den Apparat mit Kölnischem Wasser, und wenn sie bei Besuchen oder im Theater den Finger nachlässig zum Munde führt, tut sie es, um die Flüssigkeit zu schlürfen, ohne die sie nicht leben kann. Andere Damen stecken von Zeit zu Zeit zierlich eine Traube in den Mund und werfen dann die Schale fort. Man ist erstaunt, wenn man erfährt, daß diese Trauben mit Kölnischem Wasser gefüllte Kautschuk- Bällchen sind. Es gibt aber noch andere Apparate zur Aufbewahrung des Kölnischen Wassers; besonders beliebt sind bei den Damen der Aristokratie Fächer mit hohlen Stielen. Ein Lord, der von der traurigen Leidenschaft seiner Gattin wußte, rühmte sich, daß er ihr das Eau de Cologne- Trinken abgewöhnt habe. Er ahnte nicht, daß in dem Sträußchen, das sie stets am Mieder trug, die Deffnung eines kleinen Saugfläschchens verborgen war; während sie den Blumenduft einzuatmen schien, schlürfte sie rasch ihr Gift. Ein Gift war es wirklich, denn die unglückliche Frau starb in der Blüte der Jugend. Als der Gatte kurze Zeit darauf das Klavier seiner verstorbenen Frau reparieren ließ, entdeckte er darin eine ganze Anzahl von Fläschchen mit den verschiedensten berauschenden Getränken.
Das Neuefte aus den Witzblättern. Konsequent. Arzt( zum Kellner):„ Ich gebe Ihnen kein Trinkgeld, Friß, Sie wissen ja, bei Ihrem Leiden habe ich Ihnen das Trinken verboten."
Nur ein Wort.„ Was hast' denn, Weib, du bist ja ganz heiser?" Oh, ich bin nur auf ein Wort bei der Frau Nachbarin drüben gewesen!"
Druckfehler.„ Die Eisenbahngesellschaft, welche Bau und Betrieb der Vizinalbahn Krätschdorf- Pappelshausen bezweckt, ist als Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht beim hie sigen Amtsgericht eingetragen worden."
Naturgeschichte. Lehrer:„ Wir wollen heute in der Betrachtung des Nußens der Haustiere fortfahren. Sag' mir mal, Ella, woher bekommen wir denn Schinken und Würste?" Ella( Tochter eines Feldwebels):„ Von den Einjährigen."
Einfache Erledigung. Ehemann:„ Ein Zwanzigmarkstück hast du verschluckt, mein Herz? Na, da verzichtest du einfach auf einen neuen Winterhut, dann ist die Sache erledigt!
Kunft und Wissenschaft.
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LD. Aus dem dunkelsten Afrika berichtet der englische Major Powell- Cotton, der zwanzig Monate lang die öst lichen Aequatorgegenden durchstreifte. Es wurden einige tausend Meilen bis jetzt völlig unbekannten Landes kartographisch aufgenommen. 50 verschiedene Tierarten wurden aufgefunden, von denen einige wahrscheinlich neu für die Wissenschaft sein werden. Unter anderem fing Bowell ein Paar ausgewachsener fünfhörniger Giraffen. Sechs neue Stämme wurden entdeckt, darunter die Höhlenbewohner des Mount Elgon. In den Bergen liegen überall tiefe Höhlen, in denen die mit Fellen bekleideten Menschen wohnen. Weiter fand Powell zwischen Rudolf- und Albertsee ein Volk, dessen Angehörige als Zauberer angesehen werden. Ihre Häuser lagen in Gruppen von einem Dußend auf den oberen Abhängen des Hügels. Sie waren zweistöckig und aus Zweigen gebaut. Diese in größerer Höhe lebenden Leute bayen Korn an, während die kriegerischen Eingeborenen in den Ebenen unten von der Dürre versengt werden, und doch ist die Scheu vor diesen sogenannten Zauberern so groß, daß die hungernden Leute unten, die die Hügelbewohner an Zahl vielleicht tausendfach übertreffen, sie niemals angegriffen haben. Im Tarashlande stieß Powell am Fuße einer Bergfette auf eine Reihe von Salzquellen. Das Land rund herum war mit mehreren Hundert Elefantenſkeletten be deckt. Auf seine Nachfrage sagten ihm die Führer, daß dies Land bekannt wäre als der Ort, wohin die Elefanten zum Sterben kommen", und daß die Eingeborenen regelmäßig hierherkämen, um den toten Tieren das Elfenbein abzu schneiden.
Sihung der Stadtverordneten.
W. Gießen, 16. Oftober 1903. Der Dberbürgermeister Mecum eröffnete gestern um 1/25 Uhr die Sißung, er verwies auf einen im Sißungssaal aushängenden Grundriß und eine Fasadenzeichnung unseres projektierten neuen Eisenbahn- Empfangsgebäudes mit dem Bemerken, daß nunmehr der preußische Eisenbahnminister die von Hofmann- Herborn entworfenen Proje te zur Ausführung angenommen und genehmigt hat. Der Versammlung wird dann die gedruckt vorliegende Uebersicht über die Rechnung des städtischen Elektrizitätswerkes für 1901/03 gegeben, welche ergiebt, daß die erforderliche Verzinsung von Mt. 53,166,64ẞf. und für Amortisation Mt. 19,802,49 Pfg. herausgewirt. schaftet worden ist. Angelegt sind im Wert Mt. 884,500. Weiter dürfte intressieren, daß im abgelaufenen Zeitraum 4/5 der erzeugten Strommenge durch die Turbinen und nur 1/5 durch Gaskraftmaschinen erzeugt worden ist. Die Versammlung hat wegen den ihr vorgelegten Rechnungsabschluß keine Einwendungen zu erheben. Stadtverordneter Kirch regt an, die Leute, welche bei den einzelnen Abnehmern des Elektrizitätswertes den Stand des Zählers aufnehmen, mit einer Legitimation oder wenigstens vielleicht mit einer Dienstmüße zu versehen, damit diese Beamten, als vom Werte beauftragt, fenntlich gemacht sind. Der Oberbürgermeister verspricht, der Anregung Folge zu geben. Ein Dispensge
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such der Baugenossenschaft des evang. Arbeitervereins vom durch das Ortsbaustatut vorgeschriebenen Massivbau für ein am Weglarerweg zu errichtendes Gebäude für eine Kleinfinderschule findet die nötige Befürwortung der Versammlung. Georg Schäfer wünscht an den Bahnhöfen zwisch n Güterbahnhof und der Lahn, also außerhalb des Bebauungsplanes ein Wohnhaus zu errichten, die Versammlung spricht sich auf Antrag der Bau Deputation dagegen aus und lehnt den erbetenen Dispens hierzu ab. Ph. Schwan will seine an der Rodheimerst aße niedergebrannte Scheuer dort wieder aufbauen. Der hierzu erbetene Dispens wird nur befürwortet, wenn der Gesuchsteller sich bereit erklärt, auf Erfor dern die Scheuer später wieder zu entfernen, wenn die
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zu unterstützen.
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