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Nr. 114.
Zweites Blatt.
bonnementspreis: in Siegen, abgeholt monatlich 50 Bfg., in's Haus gebracht 60 Bfg., durch die Beft bezogen viertelอ fährli r. 1.50. Bratisbeilagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffifche Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berktagen unmitage.
Samstag den 16. Mai 1903.
Gießener
12. Jahrgang.
Juferttensyret 8 Die einspaltige Petitzeile für Gießen wh ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 fe fonft 15 Bfg.; Steklamen die Betttelle 30 refp. 4
Poftjettungsliste Ste. 2000.
Redaktion und Expedition: Stesen Renenweg M Fernsprechenfchleh R, 303.
Nenelle Nachrichten
( Sichener Tageblatt
Anabhängige Tageszettung
( Gießener Zeitung)
für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.
Die gesundheitliche Bedeutung des Turnens für die der Schule entlassene Jugend. Von Professor Wamser Butzbach.
Wird die Jugend mit der Konfirmation aus der Schule ( ntlassen, so erfreut sie sich plötzlich einer Freiheit, für die ir die Reife und das Verständnis meist noch vollständig abgehen und für die sie weder an Körper noch an Seele gerüstet ist. Von welcher Wohlthat ist es alsdann für dieselbe, wenn sie den Turnvereinen zugeführt wird, die sie auch weiterhin zur Zucht und Ordnung anhalten, durch Pflege der Leibesübungen ihre Gesundheit stärken und so den Schädig ungen des Berufs entgegenwirken.
Obgleich von Aerzten immer wieder darauf hingewiesen wird, daß nichts so sehr geeignet ist, gegen Krankheiten, insbesondere der Lunge und der Verdauungsorgane zu schüßen, als Turnen und Spiel, überhaupt wohl Niemand die hohe Bedeutung der förperlichen Uebungen bestreitet, ist die Teilnahme daran doch noch eine sehr geringe.
Hier tritt deshalb an die Eltern und Lehrherren die Pflicht heran, in ihrem eigenen Interesse dafür Sorge zu tragen, daß die Jugend turnt. Denn der Nutzen, den das Turnen in wirtschaftlichem Interesse bringt, ist ein außer ordentlich großer, aber leider noch vielfach verkannter.
Jeder Arbeitgeber hat ein Interesse daran, sich tüchtige Arbeiter heranzuziehen. Je stärker, gesünder und gewandter aber der Mensch, desto leistungs ähiger ist er, und das gerade wird durch das Turnen bezweckt.
So hat z. B. die Harburger Gummifabrik ihre sämtlichen Arbeiter bis zum 18. Jahr verpflichtet, zweimal wöchentlich zu turnen. Der Erfolg zeigte sich in auffallender Beise, wie burch zeitweise erfolgte Messungen und Unter
suchuugen festgestellt wurde.
Bedenft man ferner, wie wenig fräftige Bewegung die vielen jungen Leute haben, die in kaufmännischen Betrieben, Schreibstuben usw. beschäftigt sind, so ist für sie das Turnen erst recht von größter gesundheitlicher Bedeutung. Deshalb sollten besonders die Lehrherren ihre Pflegebefohlenen riel mehr hierzu anhalten, als dies gewöhnlich geschieht.
Auch für die weibliche, der Schule entlassene Jugend tann es nichts gesünderes geben, als die weitere Pflege des Turnens, einerlei, ob sie einen Beruf ergreift oder in der Familie bleibt. Welche Kraft und Gewandtheit, welche Anmut der Bewegungen durch das Turnen erworben werden,
das zeigen unſere Schülerinnen,_die_wöchentlich regelmäßig turnen. Wenn dies nach der Konfirmation fortgesetzt wird, so werden die vielen Krankheiten, die gerade in den jetztfolgenden Entwickelungsjahren auftreten, bald verschwinden.
Möchten dies auch besonders die Eltern, vor allem die Mütter beherzigen und ihren Einfluß dahin geltend machen, daß ihre Töchter turnen.
Sie alle werden später den Nußen dankbar empfinden, wenn die Pflichten des Berufs und der eigenen Häuslichfeit an sie herantreten.
Besonders sei aber hier darauf hingewiesen, daß das Turnen nur dann seine wohltätigen Folgen entfaltet, wenn es regelmäßig betrieben wird, sein Wert aber bei unregelmäßigen Besuch nur ein geringer ist.
Geschäftliches.
Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen.
Aufgebotene.
mit Franziska Bergmann, dahier. 12. Johann Auguſt 11. Mai. Ludwig Vogelhöfer, Fabrikarbeiter dahier, Samuel genannt Salli Strauß, Kaufmann in Lauterbach, Rühl, Taglöhner dahier, mit Katharine Tritsch dahier 12. mit Wilhelmine Stern dahier, 29. Heinrich Becker, Knecht dahier mit Margarete Kröll dahier.
Eheschließungen.
9. Mai. Johann Karl Marx, Kaufmann in Frankfurt am Main, mit Johanna Wallenfels, dahier. Ludwig Wil
helm Krug, Gerichtsassessor in Mainz, mit Sophie Friederike
Adami, dahier.
Geborene.]
4. Mai. Dem Kaufmann Adolf Dinges eine Tochter, Anna Auguste. 5. Dem Kaufmann Jakob Karl Emil Rau eine Tochter, Georgine Hermine Anna El sabethe. 6. Dem Stationsdiätar Hugo Wolf eine Tochter, Margarete Ida Tochter, Marie. Dem Dachdecker Wilhelm Thielmann ein Anna Else. 8. Dem Briefträg r Hermann Mickel eine 9. Dem Architekt Gustav Hamann ein Sohn. Dem Wirt Sohn, Dem Meggermeister Gustav Trinkaus eine Tochter. Emil Mißler eine Tochter, Martha. Dem Kunstschlosser Arthur Paul Gräfe eine Tochter. Dem Weißbinder und
Lackierer Emil Schmall dritter ein Sohn. 11. Dem Schneider Christian Vaubel eine Tochter, Minna Margarete. Dem Bahnverwalter der Biebertalbahn Karl Bota eine Tochter, Gertrud Helene. Dem Packmeister Michael Nonnenbroich bäcker eine Tochter. Dem provisorischen Hallenmeister im ein Sohn Friedrich. 12. Dem Elektrotechniker May Weißstädtischen Schlachthofe Karl Maltomesius ein Sohn.
In der wärmeren Jahreszeit hat die Hausfrau auch wieder viel Wäsche und Kleider zu plätten und auszubügeln. Bei der Wahl des besten Gerätes hierzu gebührt demjenigen der Vorrang, welches die größte Leiſtungsfähigkeit mit der einfachsten Handhabung verbindet und welchen sich auch wirklich bereits bewährt hat. Das iſt zweifellos bei der weitberühmten„ Dalli" der Fall, deren neuestes Modell das Ideal einer Plättmaschine für den Haushalt darstellt, bei welcher alle Wünsche, die im Laufe der Beit seitens der Hausfrauen geäußert worden sind, Erfüllung gefunden haben. Die Dalli schafft doppelte Arbeit in halber Beit und der Dally- Glühstoff, mit dem sie sich selbsttätig und ununterbrochen heizt, schließt alle jene Uebelstände und Gefahren aus, die sich aus der Verwendung minderwärtiger fefter oder leicht entzündlicher flüssiger Brennstoffe ergeben. fester oder leicht entzündlicher flüssiger Brennstoffe ergeben. Das Plätten damit ist eine Lust, teine Last, vorausgesetzt, daß man die Dalli und den echten Dalli- Glühstoff benutzt und keine Nachahmungen verwendet, die leider vielfach ange- 10. Mai. Anna Marie Bohnert, 76 Jahre 1 Monat boten werden. Nur die echte Dalli und echter, mit dem alt, Pflegling in der Provinzial- Stechenanstalt dahier. 12. Namen Dalli bezeichneter Glühstoff gewähren die Garante Suliane Kahn, geborene Wolf, 41 Jahre 7 Monate alt, für die höchste Vollkommenheit dieses Plättsystems, ohne daß Ehefrau des Schneiders Hermann Kahn dahier. 13. Luise irgend welche Nachteile dabei mit in Kauf genommen werden Jung 30 Jahre 9 Monate alt, Pflegling in der Provinzialmüssen. Die Dalli ist in allen besseren Geschäften der Sichenanstalt dahier. Georg Albert Hammel 1 Jahr 11 Branche zu haben, ebenso der Dalli- Glühstoff in kleinen und Monate alt, Sohn des Müllers Heinrich Hammel dahier. großen Kartons, welch lettere namentlich für große Haus- Elsa Katharine Elisabethe Wenzel, 1 Jahr alt, Tochter des Haltungen, Pensionate 2c. sehr vorteilhaft sind. Die deutsche Mezzers Friedrich Wenzel dahier. 14. Mathilde Gemmeder Glühstoff- Gesellschaft in Dresden sendet auf Wunsch kosten- geborene Baſteet, 28 Jahre 2 Monate alt, Ehefrau des los Prospekte, Dalli- Bilder und Dalli- Jugendspiele. Kaufmanns Karl Gemmefer dahier.
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Einem verehrlichen Publikum von Gießen und Umgegend, sowie allen meinen Freunden und Bekannten zur gefl. Kenntnis, daß ich kommenden Samstag den 16. Mai
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eröffne. Ich werde mich streng bemühen die mich beehrenden Gäste und Kunden mit nur guten Speisen und Getränken zu bedienen. Die Meggerei befindet sich im Hinterhaus; der Verkauf von Fleisch- und Wurstwaren erfolgt auch über die Straße. Alle meine Lokalitäten sind neu renoviert.
Gießen, 14. Mai 1903.
Hochachtungsvoll
Karl Hartmann,
Metzger und Wirt. ( früher im Rheinischen Hof".)


