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* Gegen die Einführung einer obligatorischen Schlachtviehversicherung für das Reich verhält sich der größte Teil der Bundesstaaten ablehnend. Be­kanntlich hatte der Reichstanzler eine Umfrage an die Bundesregierungen gerichtet, wie sie zu der Frage ständen.

* Der Papst leidet beständig an Katarrh, der von seinem Leibarzt Dr. Lapponi zwar nicht ernst genɔmmen wird, der Umgebung aber doch Sorge macht.

* Die Revolution in San Salvador hat mit dem Siege der Aufständischen geendet: Juan Arias, der Prä­sident, hat sich dem Führer der Aufständischen, Bonilla, ergeben, dessen Truppen die Hauptstadt Tegucigalpa ein­genommen haben.

Hof und Gesellschaft.

Das Kaiserpaar machte gestern die gewohnte Bromenade im Tiergarten; der Kaiser hatte darauf eine Besprechung im Auswärtigen Amt mit dem Staatsse kretär Frhen. v. Richthofen und hörte später Borträge, Zur Tafel bei dem Kaiserpaar waren geladen der Herzog von Sachsen- Koburg und Gotha, der Erbprinz- Regent von Hohenlohe- Langenburg, Intendant v. Hülsen, Minister­Resident Coates, Gesandter v. Voigts- Rhez, Bezirks- ẞrä­sident Graf Zeppelin. Der Staiser wird, wie nunmehr feststeht, an der im Monat Juni d. Js. in Hamburg stattfindenden Enthüllung eines Kaiser Wilhelm- Dent­mals persönlich teilnehmen.

*** Prinz und Prinzessin Rupprecht von Bayern, die auf ihrer Weltreise jezt nach China gekommen sind, wurden von der Kaiserin- Regentin in Paotingfu em pfangen.

*** Das Befinden des Herzogs Ernst von Sachsen­Altenburg, welche sich in Mentone durch Ausgleiten auf der Treppe einen rechtsseitigen Schenkelhalsbruch zuzog, ist gegenwärtig befriedigend. Der greise Patient verbringt seit einigen Tagen, im Zimmer oder auf dem Balkon in einem Sessel ruhend, fast den ganzen Tag außerhalb des Bettes, so daß demnächst die ersten Steh­versuche unternommen werden sollen. Die Rückreise des Herzogs nach Altenburg wird voraussichtlich im Bause der nächsten Woche erfolgen können.

Stiefeltern.

RK. In dem jüngst in Berlin verhandelten Straß falle gegen einen 12jährigen Knaben, der seine Eltern beraubt und dann einen Mordversuch gegen sie unter­nommen hat, ist es eine charakteristische Erscheinung, baß der Knabe einen Stiefvater hat. Im allgemeinen sind die Stiefväter weniger dem Mißtrauen des Volkes bezüglich ihrer Kindesliebe ausgesezt als die Stiefmut­ter, aus dem einfachen Grunde wohl, weil der Mann als tätiges Mitglied des öffentlichen Lebens weit we­niger die Lasten der Kindererziehung und demnach auch beren Annehmlichkeiten und Schattenseiten weniger zu tragen hat, als die Frau. Die Lieblosigkeit der Stief­mutter ist sogar in der deutschen Volkspoesie, im Mär­then von Aschenbrödel, als eine geradezu typische Eigen­schaft dargestellt worden in vielen, wenn nicht in ben weitaus meisten Fällen mit Unrecht. Gerade in Ber­lin hat man ja vor kurzem den tragischen Fall erlebt, baß eine Frau in den Tod ging, weil sich ihre auf falsche Bahnen gebrachte Etieftochter das Leben ge­nommen hatte. Aber gleichviel! Stiefeltern haben stets, auch wenn sie von dem besten Willen beseelt sind, mit dem Mißtrauen der Umgebung und der Verständnis­losigkeit der Kinder zu rechnen. Denn sie treten als fremde Personen in deren Erscheinungskreis, und wenn sie nach geschlossener Ehe auch die Autorität des ver­storbenen Eheteils zugewiesen erhalten, so ist und bleibt dies doch ihrem ganzen Wesen, wenn auch nicht dem Zwecke und der Absicht nach eroberte Rechtsstellung, während das unter der Autorität der natürlichen El­tern aufwachsende Kind mit innerer Ueberzeugung und in dem unbewußten Gefühle der Richtigkeit sich die­ser Autorität unterwirft. Speziell dann, wenn nach län­gerer Witwenschaft der Mutter wieder ein männliches Oberhaupt an die Epiße der Familie tritt, wird das Gemütsleben des Kindes leicht irrigen Eindrücken aus­gesezt sein. Die festere Hand des Mannes übt natur­gemäß auch einen festeren Druck aus; nicht selten ist es gerade auch die Mutter, die, des strafferen Regimentes froh, durch den Hinweis auf des Vaters Strenge sich bie Disziplin erleichtert. Vielfach tritt- nicht aus einem Hang zur Härte, sondern auch aus Notwendigkeit - an einen Stiefvater weit häufiger, als es notwendig wäre, der Zwang, die Strafgewalt auszuüben, heran, weil die Mutter, anstatt selbst zur Rute zu greifen, alle Verfehlungen der Kinder vor sein Forum bringt. Das Auge des in der Entfaltung seiner Eigenliebe gestör­ten Kindes sieht das alles ganz anders an, weil ihm die Erkenntnis der sittlichen Beweggründe in dem Ver­halten des Stiefvaters fehlt, und so schleicht sich in sein Gemüt, ohne daß die Eltern es ahnen und wissen, eine Bitterfeit und eine Abneigung ein, die je nach der Chavakierveranlagung früher oder später, heftiger oder geringer zum Ausbruch kommt. Wenn dann noch eine unverständige Umgebung diese Empfindungen durch ihre Kritik bestärkt, dann ist ein solch verirrtes Kind den heftigsten Gemütseindrücken ausgesetzt. In dem Berliner Fall haben wir ein interessantes Problem für einen Psychologen nicht nur, sondern auch für einen Pädagogen vor uns, vielleicht sogar ein Seitenstück zu dem Herzog Johann Parricida von Schwaben- im Kleinen natürlich. An diesem vertrat bekanntlich nach dem Tode seiner Eltern sein Oheim, der König von Böhmen, Vaterstelle und dennoch nahm der junge, zü­gellose Mensch an einer Verschwörung teil, die seinem zweiten Vater das Leben kostete. Und warum? Weil er sich in der Güterverteilung von diesem verraten glaubte. Von der Mitwelt verachtet, von der Regie­rungsgewalt geächtet, irrte er als ein friedloser Mann durch die Welt, um schließlich ganz unterzugehen. Nie­mand weiß, wo er sein Ende gefunden hat. Aber heute bleibt die Frage noch offen, ob Johann Paricida, der Vatermörder, auf diese Abwege gekommen wäre, wenn nicht die Umgebung seine Anschauungen beeinflußt hätte. Wenn hier der Fall ähnlich läge, welcher eine Verant­wortung für die Umgebung, die zwar straflos, aber

dennoch vor ihrem eigenen Gewissen schwer schuldig wäre, so wirkt der Fall fast wie ein Appell an die Oeffentlichkeit, vor Kindern die Handlungen der Stief­eltern niemals zu kritisieren, dagegen in solchen Fällen, in denen tatsächliche Ausschreitungen nachweisbar sind, für die Kinder den Schutz der Behörden anzurufen.

Kunft und Wiffenfchaft.

K. G. Auf die Tiara des Saitaphernes, von deren Fälschung jetzt so viel die Rede ist, ist von der Direktion des berühmten Zirkus Barnum ein Angebot von 250,000 Frcs. an die Verwaltung des Pariser Louvremuseums ergangen, d. h. wenn die Tiara falsch ist, echt hat sie für Bar­num keinen Wert. Der mutmaßliche Verfertiger des Kunst­werks, der russische Goldschmied Rachumofsti, behauptet noch immer, daß er nicht gewußt habe, daß die Tiara zu einem Betruge gebraucht werden solle; doch findet dies bei Sachverständigen wenig Glauben.

Nab und fern.

(-) Verschobene Denkmalsenthüllungen. In Küstrin sollten am Sonnabend in Anwes nheit des Kai ers drei Denimäler enthüllt werden, die vom Professor Janensch und Bildhauer Haverkamp geschaffen sind und den großen Kurfürsten, Friedrich den Großen und Kaiser Wilhelm I. darstellen. Da die Büste Friedrichs des Großen aber nicht bis zum Enthüllungstermine fertig gestellt werden konnte, ist jetzt die Feier bis zum Juni verschoben worden.

) Berliner Korso. Die beabsichtigten Korsofahrten in der Siegesallee des Berliner Tiergartens haben gestern ihren Anfang genommen, trop der kalten, fast winter­lichen Witterung. Diese brachte es allerdings mit sich, daß in den Reihen der Korsofahrenden sich große Lücken zeigten und die meisten der übrigens recht eleganten

Gefährte nach einigen Rundfahrten schleunigst wieder nach Hause fuhren. Doch der Anfang ist gemacht. Berlin hat seinen offiziellen Korso, wie andere europäische Großstädte.

(:) Die ,, unglückliche Fran". In Dresden wird jetzt in der königlichen Hofkirche für die Prinzessin Luise von Toskana wieder gebetet, während sie bislang von der Fürbitte ausgeschlossen war. Der Text des Gebetes be­zeichnet die Prinzessin als ,, unglückliche Frau". Das läßt darauf schließen, daß sich am sächsischen Hof eine mil­dere Auffassung des Schrittes der früheren Kronprin­zessin Bahn bricht.

( 2) Ein russischer Verschwörer. Der Oberstaatsanwalt am Neapeler Apellgerichtshof beantragte, daß dem, wie s. 3t. gemeldet, von der russischen Regierung gestellten Gesuch um Auslieferung des russischen Staatsangehöri­gen Göß nicht stattzugeben sei, weil das Verbrechen, dessen Götz beschuldigt wird, mit einem politischen Ver­brechen im Zusammenhang stehe. Göß war, wie erinner­lich, in Neapel verhaftet worden, weil er angeblich an einem Komplott gegen den zaren beteiligt war und weil er die Hauptschuld an der Ermordung des russischen Ministers Schipjagin trage. Göz hat eine lange Karriere als Verschwörer hinter sich. Schon 1886 wurde er unter dem Verdacht, an einem nihilistischen Anschlag beteiligt zu sein, zur Deportation nach Sibirien verurteilt. Nach einer qualvollen Fußreise von über zwei Jahren kam die Karawane, der er zugeteilt war, in Jakutsk an. Dort wurde den Erschöpsten aber vom Gouverneur be­deutet, daß sie noch weiter, in die Wüste hinein, ziehen müßten. Als sie sich weigerten, hieb und schoß die Eskorte auf sie ein. Viele wurden getötet, die anderen, unter ihnen Götz, meist schwer verwundet und später teils zum Tode, teils zu lebenslänglicher Bergwerks­arbeit verurteilt. Der englische Staatsmann Gladstone nannte damals dieses Vorkonimnis ein entseßliches Ver­brechen gegen die Menschheit, und ein Erzbischof ſoll gesagt haben, daß er jetzt begriffe, wie jemand zur Dynamitbombe greifen könne. Göz mußte vier Jahre Zwangsarbeit in den Minen tun, dann gelang es ihm aber zu entwischen. Seitdem lebte Göß, dem reiche Mittel zur Seite stehen, der nihilistischen Propaganda in der Schweiz und in Italien.

Eine harte Pflicht! Der Fähnrich zur See Hüssener, der, wie gemeldet, in Essen den zweiundzwanzigjähri­gen Artilleristen Hartmann erstach, weil er ihn nicht ge­grüßt hatte, scheint an Größenwahn zu leiden. Bei ihm wurde ein Notizbuch gefunden, in dem er eine ganze Seite voll Namen von Soldaten aufgezeichnet hatte, die er wegen nicht vorschriftsmäßigen Grüßens zur Anzeige bringen wollte. An die Familie Hartmann hat er ein ,, Entschuldigungsschreiben" gerichtet, in dem er erklärt, es sei seine, harte Pflicht" gewesen, sich als Offizier Ge­horsam zu verschaffen. Hüssener wird nach Kiel überge­sührt und von dem dortigen Kriegsgericht abgeurteilt werden.

Bunte Chronit. Zwischen Rheine( preußischer Re­gierungsbezirk Münster) und Lathen hat die Ems große Wiesen und Ackerflächen seeartig überflutet. Das Wasser steigt bei anhaltendem Regen und Schnee fortgesetzt.

-Bei Besichtigung des Münchener Pferdemarktes durch den Prinzregenten, wurde diesem unter anderem auch ein Rassepferd gezeigt, das bei der Vorführung sehr unruhig war. Ein Schußmann eilte hinzu, um das Pferd zu halten, wurde aber von den Hufen des Pferdes derartig gegen Brust und Unterleib getroffen, daß er auf der Stelle tot zu Boden fiel.

- Von einem scheu gewordenen Droschkenpferde wurd: auf der Treskower Landstraße unweit von Neuruppin ein Automobil umgeworfen, wobei die Insassen des­selben, zwei Herren und eine Dame, auf das Pflaster geschleudert wurden. Die Dame erlitt dabei mehrere Rip­penbrüche und mußte vorläufig in einem Neuruppiner Gasthause untergebracht werden.

Von dem auf Krazsand bei Kurhaven gestrandeten nach Harburg bestimmten deutschen Schoner ,, Germania" wurden sechs Personen durch das Rettungsboot ,, Anna Maria Elisabeth" gerettet.

- Infolge eines Zusammenstoßes mit einem russischen Kreuzer sank im Suezkanal eine Bark und versperrte die Passage mehrere Stunden hindurch gänzlich.

Zwischen ausständigen und nichtausständigen Bäckergesellen in Barcelona kam es zu wiederholten Zu­sammenstößen, bei denen mehrere Personen verlegt und eine Anzahl Verhaftungen vorgenommen wurden.

Vermischtes.

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( 2)[ Aus Bismarcs Feldzugsbriefen] bringt jest bi Gartenlaube weitere Veröffentlichungen. Sehr launig i eine Stelle in dem Briefe, in dem Bismarck erzählt wie ihn sein Sohn Wilhelm, der inzwischen zum Leut nant befördert worden war ,,, am 2. im Bette, mit Blumen thals Uniform und fremden Hosen an", überfallen habe ,, dazu hängte er Karls Landwehr- Kartouche um, seste meinen, nur in der Spize nicht richtigen, Generalshelm auf, und so nahm ich ihn mit zur Kirche, wo er sid vor Sr. M. meldete, der über den Anzug nichts sagte Zu Tisch tranken wir Sekt, aus Rothschilds Keller ge fauft, bis dein Sohn cinen roten Sattel auf der Na hatte, und dann ritt er mit Philipp über Lagniy und Claye wieder in sein drei Meilen entferntes Quartier nicht ohne mir mein Gold aus der Westentasche und i Paar Handschuhe abgenommen zu haben, auch mit nak und Zigarren versehen."

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§[ Die deutsche Einwanderung nach Amerifal ist in der jüngsten Zeit bedeutend gesunken. Der deutsch Anteil an der Gesamtziffer der Europamüden fiel von 18 auf 4 Prozent, der irische von 8 auf 3 Prozent, während der italienische von 12 auf 33 und der öster sterreichisch- ungarische von 14 auf 27 Prozent gestiegen ist. Die Gesamteinwanderung hat in einem noch nie beobachteten Maße zugenommen, so daß die Einwande rungsbeamten kaum imstande sind, die ihnen erwachsen den Arbeiten zu bewältigen. In den ersten elf Tagen des April kamen über 41 000 Einwanderer in Newhort an [ Barlamentarische Holzhacker.] Eine drollige Erin nerung an die 1848er Zeit bringt der damalige Depu tierte Andrae in seinen Aufzeichnungen, die ein Berliner Blatt veröffentlicht. In der damaligen zweiten preußi schen Kanimer war eine Anzahl ,, Original- Wasserpoladen vertreten. Sie verbanden das Schöne mit dem Nützlichen, arbeiteten in den Frühstunden in Berlin als- Hol Kleinmacher und gingen dann in die Kammer: um noch 3 Taler Diäten zu verdienen! Ihr Führer und Hauptschreier mit dem schönen Namen Kiol Bassa wat so an das Barfußgehen in der heimatlichen Wasser pollackei gewöhnt, daß er während der Sizungen in der Kammer die ungewohnten Stiefel auszuziehen pfleg te. Als Kiol Bassa zum erstenmale die geliebten Diäten in vielen blanken Talern einstrich, war er so dankbar gerührt, daß er nash polnischer Sitte dem Kassierer den Rockzipfel küßte. Bei solchen Volksvertretern hich es natürlich: je länger die Verhandlungen sich hinziehen um so lieber für uns und unsere Diäten!

(?)[ Ein gutes Geschäft.] Ein Bürger von Liverpool verlor vor einiger Zeit bei einem Eisenbahnunglüd ein Bein, worauf das Gericht die Bahngesellschaft verur teilte, dem Krüppel eine Entschädigung von 24 000 Mart zu zahlen. Als der Mann das Geld erhielt, ließ er seinem Anwalt mitteilen, daß er gegen eine gleiche Summe der Gesellschaft auch sein zweites Bein zur Ver fügung stelle.

[ Perfide Rache.] In Kopenhagen macht eine tra gikomische Geschichte die Runde. Jemand hatte sich mit einem Wursthändler entzweit und beschloß, sich an die sen zu rächen. Als dieser Tage der Laden des Wurst­händlers mit Publikum angefüllt war, trat hastig der Mann hinein und warf eine tote Katze auf den Baden­tisch mit den Worten: Hier ist die zwölfte- habe heute keine Zeit Rechnung vorzulegen, tomme aber mɔr gen wieder!" Weg war der Boshafte, ein Teil der Kund­schaft retirierte, und der Ladeninhaber raste wie ein Vulkan.

(!)[ nblutige Tieropfer in Persien.] Ter russische General Koljubakin veröffentlicht sein Tagebuch von einer Reise durch Persien als Gesandter des Zaren. Unter anderem erzählt er folgende ergözliche Episode. Bi jeder Ansiedelung, welche die Gesandtschaft passiert: strömten die Bewohner aus ihren Hütten und machten am Wege Front. Bisweilen brachten sie den Reisenden Früchte oder einen Hammel zum Opfer". Die Opferung war aber recht komisch: es erschien ein Mensch mit einem Messer und drohte dem auf dem Boden liegenden Hammel den Tod an. Die Sache lief aber ohne Blut bergießen ab; General Koljubakin spendete dem Opfer priester einen Dukaten und der Hammel wurde begnadigt )[ Ein toller Aprilscherz.] Eine Anzahl wunderbare Nachrichten enthalten die mit der letzten Poſt einge troffenen amerikanischen Zeitungen. Wunderhübsch is vor allem die Geschichte von dem ,, Räuber ohne Arme In Butte, Montana, lebt ein Mann, der ohne Arm geboren wurde und sich lange Zeit in Jahrmarktsbuben als Naturwunder zeigen ließ. Vor einigen Tagen nen drang dieser Mann um 6 1hr morgens mit einem Re volver zwischen den Fußzehen in die Räume des ,, Ca lifornia Club" ein und forderte den Kassierer des Spid saales auf, ihm sofort 50 Dollars zu geben andern alls müsse er die noch anwesenden Spieler niederschießen Der Mann ohne Arme erhielt weit mehr, als er vær langt hatte. Am Nachmittag erschienen jedoch in seiner Wohnung brei ,, Polizemen", um ihn festzunehmen, f fanden ihn auf einem Stuhle sizzend, mit einem Fe volver zwischen den Zehen des einen und einem Rasie messer zwischen den Zehen des anderen Fußes. Es ent spann sich ein erbitterter Kampf, und das Naturwund gab mehrere Schüsse ab; es nüßte ihm aber garnichs, denn er wurde schließlich doch verhaftet.

)([ Die Bergrößerung des Japaners.] Die japanischm Blätter stimmen einen Klagegesang an: die Soldatm ihres Landes sind zu flein. Sie haben die Ursach der Kleinheit der japanischen Rasse mit heißem Bemüh studiert und glauben, entdeckt zu haben, daß sie in d orientalischen Sitte, auf Matten zu ſizen, herrührt. Dis Körperhaltung, sagen sie, läßt das Blut in den Glieder nicht frei zirkulieren, und das Individuum kann infolge Dessen nicht wachsen. Die Japaner der jüngeren Gene nation, die in Schulen erzogen werden, welche nach euro päischen Mode mit Tischen und Bänken ausgestattet sind dürften sich schon besser entwickeln und weit größer wa den als ihre Ahnen. Man könnte dem entgegenhalten daß die türkischen und syrischen Soldaten, die meist wahrt Riesen sind, in ihrer Jugend auch auf Matten saße Daran scheinen die japanischen Zeitungen garnicht ge sacht zu haben.

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