Ausgabe 
16.3.1903 Erstes Blatt
 
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der Vermißten abgesucht jedoch resultatlos. Nach zwei Handwerksburschen, die man mit dem Verschwinden des Mädchens in Verbindung bringt, wird eifrig ge­fahndet.

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Nach neuester Meldung ist die Vermißte als Leiche bei Steeden aus an der Lahn gezogen worden. Ein Verbrechen scheint ausgeschlossen. Man nimmt an, daß das 20 jährige Mädchen wegen Liebeskummer den Tod gesucht hat.

** Zwölf Finger und zwölf Zehen. Einem Ein­wohner von Heddernheim. Heinrich Reutner, wurde vor einiger Zeit ein Knabe geboren, der sich munter entwickelt. Das Kind hat an jeder Hand 6 Finger und an jedem Fuß 6 Zehen, ist im übrigen aber ferngesund.

A Wahlbewegung. Im Wahlfreie Kassel Mel sungen wird voraussichtlich der Nationalliberale Gutsbe­figer Beinhauer Wollmarshausen als Randidat aufgeftellt werden. Konservative und Freisinnige beabsichtigen die Kan­bitatur zu unterstützen. Die deutsch soziale Reformpartei stellt im Wahlkreis Alsfeld- Lauterbach Schotten den seit herigen Vertreter Bindewald wieder auf, in Friedberg- dingen den Defonom With Im Bär Herrenhaag, im Wahl freis Erbach i. Odenwald den Landtagsabgeordneten Hirschel­Offenbach für den Fall, wenn der seitherige Vertreter Geh. Reg. Rat Haas( nationalliberal) eine Kandidatur nicht annimmt.

Die

** Bom deutschen Turnfest. Bezüglich der den Teil­nehmern an dem 10. Deutschen Turnfest in Nürnberg zu gewährenden Eisenbahnfahi preisermäßigungen hat die Generaldirektion der fönigl. bayerischen Staatseisen­bahnen folgendes verfügt: Die Ermäßigung für die Turner wird auf Grund der Festkarte gewährt. Bugangsstation gibt gegen Vorzeigung der Festfarte Fahrkarten 2. und 3. Kl. zur einfachen Fahrt ab, die die Bezeichnung erhalten:" Gültig zur Rückfahrt inner halb, 14 Tage". Musiker und Vereinsdiener genießen die Vergünstigung gleichsfalls gegen besonderen Aus­weis. Wegen der einzulegenden Sonderzüge für eine größere Anzahl von Turnern haben sich die Gauver bände an die Eisenbahnverwaltung des betr. Gaues zu wenden. Innerhalb des Gebietes der bayerischen Staats­eisenbahnen werden bei Eisenbahnbetriebsdirektionen im Bedarfsfalle Sonderzüge einlegen, bei deren Benützung den Turnern die obenbezeichnete Ermäßigung gewährt wird. Sonstige Sonderzüge zu ermäßigten Preisen von bayrischen Staatseisenbahnstationen ab fönnen mit Rücksicht auf den zu erwartenden großen Verkehr nicht gestellt werden.

** Bonames, 13. März. Ein Arbeiter aus Mott­gers wurde gestern Abend mit einer schweren Stopf­wunde auf der Chauffee Bonames- Eschersheim aufge­funden. Er war von einem zweispännigen Frachtfuhr werk, dessen Führer noch nicht ermittelt, überfahren worden. Der Schwerverletzte fand Aufnahme im Schwesternhause in Bockenheim.

** Ueber originelle englise Reklamen be­richtet die Magd. 8tg.": Im Schaufenster eines Rolonial­warenhändlers in einer englischen Provinzstabt befindet sich folgendes Plakat: Gebrüder Briggs, die wohlbekannten Kolonialwarenhändler, sind in der glücklichen Lage, dem Publikum die Thatsache zu verkünden, daß sie die

größten

Vorräte in Kolonialwaren befißen, die jemals in dieser Stadt gesehen worden sind. Manche Kaufleute sind Schwindler, aber Gebrüder Briggs sind glücklich in dem Gedanker, daß sie

der ganzen Konkurrenz die Spize bieten fönnen als die führende Firma der

Stadt

Aus dem Gerichtssaal. Straffammer sigung.

Gießen, den 13. März 1903. August St. von Rabertshausen verfolgt gegen ein Urteil des Schöffengerichts Nidda, das ihn auf Antrag seiner Ehe­frau und der Luise Möbus zu 2 Monaten Gefängnis ver­urteilte, Berufung. Inzwischen haben sich die Eheleute wieder versöhnt und sowohl Ehescheidungsantrag als auch Strafantrag wurden von der Ehefrau des Angeklagten, welche heute das Zeugnis verweigert, zurückgezogen. Da bereits eine richterliche Entscheidung ergangen ist, kann der Strafantrag nicht mehr giltig zurückgenommen werden. Eine Anzahl vom Angeklagten geladene Beugen bekunden, daß die Weibsleut" an allem schuld seien. Diesem Umstand trägt auch das Gericht Rechnung und setzt die Strafe auf 14 Tage terab. Steinbruchbesizer Heinrich W. von Fauerbach bei Nidda ist des Vergehens gegen§ 156 angeflagt. Um sich allein in den Besitz des Nachlasses seines verstorbenen Bru

ders zu segen, gab er bei dem Amtsgericht Nidda eine Er­flärung an Eidesstatt, dahin ab, daß außer ihm Erben nicht vorhanden seien. Da Angeklagter noch mehrere lebende Ge­schwister hat, kam die Sache zur Anzeige, was ihm heute 5 Monate Gefängnis einträgt. Der 17 jährige Strecken­arbeiter August Konrad von Friedberg, welcher sich an einem Mädchen unter 14 Jahren vergangen hat, bekommt 9 Mo­nate Gefängnis.- Zum Schlusse wird die Berufung des Karl Bernhard B. von Friedberg, welcher vom dortigen Schöffengericht wegen Unterschlagung in Strafe genommen wurde, wegen unentschuldigten Ausbleibens des Angeklagten verworfen.

Standesamt- Nachrichten der Stbdt Gießen.

Aufgebote.

Am 9. März. Johann Heinrich Krauth, Sergeant in Buzbach mit Katharina Schneider dahier. 11. Georg Klös, Schnzmann dahier mit Anna Elisabeth Christine Ernstine Gröninger herselbst. Wilhelm Leun, Küfer dahier mit Emilie Wilhelmine Nahrgang hierselbst.

Eheschließungen.

Am 7. März. Albert Donau, Schreiner dahier mit Rosine Lucie Lobstein hierselbst. Konrad Margolf, Bahnarbeiter dahier mit Elisabeth Klein hierselbst.

Geborene.

Am 3. März. Dem Bierbrauer Franz Xaver Buch­berger ein Sohn. 4. Dem Viehhändler Joseph Stern ein Sohn, Raphael Kurt. 5. Dem Tapezier Adolf Noll II. eine Tochter. 6. Dem Kaufmann Ferdinand Bär eine Tochter Betty. Dem Photographen Karl Dagobert Borst eine Tochter, Therese Julie Martha Kunigunde. 7. Dem Reisenden Heinrich Eduard Köth ein Sohn. 8. Dem Wirt Friedrich Teigler ein Sohn Hermann.

Gestorbene.

Am 7. März. Johannette Habenicht, 80 Jahre alt, Rentnerin dahier. Luise Wittich, geb. Walz, 87 Jahre alt, Witwe des Rechners Karl Wittich dahier. Luise Nowack, geb. Schüter, 60 Jahre 10 Monate alt, Ehefrau des Kauf­manns Karl Wilhelm Nowack dahier. Katharina Bohrmann, geb. Tremper, 59 Jahre alt, Ehefrau des Bahnwärters Gottfried Friedrich Bohrmann dahier. 10. Hellwig Schlaud­raff, 2 Monate alt, Sohn des Buchhändlers Ludwig Schlau raff babier. 11. Wilhelm Loh, 56 Jahre 11 Monate alt, Dienstmenn dahier.

Drud und Verlag der Gießener Verlagedruckerei, für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen.

200 Knaben- Anzüge für das Alter von 3-8 Jahren

Grösse 1-6

habe zurückgesetzt.

Es sind dies Anzüge aus nur prima Qualitäten, fast alle rein wollene Stoffe und elegant gearbeitet.

Sie entsprechen teilweise nicht mehr ganz der Mode, andere haben in den Schaufenstern etwas gelitten.

Alle Anzüge, welche früher 15 bis 30 Marf gekostet haben, werden jetzt für 3, 5, 7, 9, 11 und 18 Mark verkauft.

Es ist dies jedenfalls eine nie wiederkehrende Gelegenheit und empfehle ich den Einkauf besonders jetzt vorzunehmen, da die Auswahl noch eine sehr große ist. Mache gleichzeitig höflichst darauf aufmerksam, daß

sämtliche Neuheiten für diese Saison sowohl in Knaben- Anzügen, als auch in allen Herren- Artikeln eingetroffen sind.

Carl Frensdorf.

1.

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Bekanntmachung.

Jagdverpachtungen.

1. Am Freitag, dem 27. d. Mts., nachm. 3 Uhr im Bürgermeistereigebäude hier derjenigen von Ilm und Greifenthal

2. Am Samstag, den 28. d. Mts., nachm. 4 Uhr der jenigen von Stockhausen in der Gastwirtschaft Schimidt zu Stockhausen.

Die Bertilgung der Natten durch Gift in den städtischen Kanälen und Wasserläufen soll auch in diesem Jahre und zwar in den nächsten 8 Tagen vorgenommen werden. Um eine durchgreifende Wirkung zu erzielen, ist es erforderlich, daß alle Besitzer der im Stadtgebiet liegenden Hausgrundstücke für gleichzeitige Vertilgung der Ratten in ihren Kanälen, Sinffaften, Höfen 2c. sorgen. Die Befizer von Haustieren, Geflügel 2c. werden hiervon unter der Aufforderung in Kenntnis gesetzt, die borge­nannten Tiere von den gefährdeten Stellen fern zu halten, da seitens der Stadt etwaige Schadenersatzan- gesucht. sprüche abgelehnt werden.

Gießen, den 14. März 1903. Großh. Bürgermeisterei

Mecum.

Bekanntmachung.

Ilm( Kreis Weglar), am 14. März 1903. Der Bürgermeister.

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In der Zeit vom 7. bis 14. März 1903 wurden in hiefiger Stadt gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Paar Ecke Moltkestraße und Gr. Handschuhe, 1 schwarzer Damengürtel, Steinweg sind per 1. April 1 schwarzer Hut und 2 Pferdeteppiche; 2 5-3immerwohnungen verloren: 1 goldenes Medaillon mit 2 blauen mit allem Zubehör zu verm. Steinen und 2 Portemonnaies mit In- Beide Stockwerke können zu­halt. sammen oder getrennt ab­Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegen- gegeben werden. Näheres stände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend bei Nikolaus, Grünberger­zu machen. straße 36.

Gießen, den 14. März 1903.

Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler.

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