an diesen Forberungen zu begrünben und die Marine. berwaltung gegen den Vorwurf zu großer Opulenz in Echuß zu nehmen. Das Terrain sei auch garnicht ungewöhnlich teuer, ein anderes geeignetes werde man nicht finden. Der Abg. Singer trat lebhaft für die Ablehnung der Forderungen ein, den gewählten Play als zu teuer fennzeichnend. Daneben widersprach er ber Ansicht, daß Berlin ein Interesse daran habe, solche staatlichen Gebäude in seinem Bereich zu haben. Auch der Abg. Liebermann v. Sonnenberg be kämpfte die Forderungen. Hierauf wurde der Antrag ber Kommission angenommen und die Forderungen blei. ben also gestrichen. Damit ist der Marineetat erledigt, bis auf die Abstimmung über den Antrag Frese zu den Titeln ,, Reparatur der Kreuzer ,, Kaijerin Augusta" und Irene", welche wegen Beschlußunfähigkeit des Hauses abgesezt werden mußten.
42. Sigung.
Preussifcher Landtag.
Baus der Abgeordneten.
Eigener Beri ht
Die Mädchengymnasien. Die beim Kapitel ,, Elementarschulwesen" fortgejezte zweite Beratung des Kultusetats gab wieder Anlaß, die mannigfachsten Klagen vorzubringen. Gegenüber Angriffen des polnischen Abg. Stychel rechtfertigte der stultus. minister Dr. Stubt das bisher in den Ostmarken von der Schulverwaltung befolgte System. Auf eine Anfrage des Abg. Metger antwortete ein Regierungsvertreter, daß die Verwaltung bemüht sei, dem Mangel an atade misch gebildeten Turnlehrern an den höheren Lehranstalten nach Maßgabe der vorhandenen Mittel abzuhelfen.
Bei dem Titel ,, Höhere Mädchenschulen" beklagte der Abg. Irmer das Fortschreiten der Frauenemanzipation. Die Konzessionierung von Mädchengymnasien, so meinte er, müsse logischer Weise dahin führen, daß den Frauen alle Berufe der Männer zugänglich gemacht werden und ihnen schließlich auch die politischen Rechte nicht vorent halten werden tönnen. Man sei jezt am Anfang einer schiefen Ebene. Der Kultusminister erwiderte: Die Errichtung von Mädchengymnas.en oder Realgymnasien liegt nicht in der Ansicht der Unterrichtsverwaltung; ein Bedürfnis dazu kann nicht anerkannt werden. Die Genehmigung der Mädchengymnasien in Schöneberg und Charlottenburg ist nur versuchsweise auf Widerruf erfolgt. Die Befürchtungen des Abg. Irmer hinsichtlich der Gymnasialreifeprüfung für Mädchen finden in den Erfahrungen anderer außerpreußischer Staaten teine Stüße. Der Regierungskommissar Geheimrat Wäßold bemerkte noch, Baß eine Aenderung in den Oberlehrerinnenprüfungen nicht erfolgt ist. Gegenüber Ausführungen des Abg. Dittrich, welcher die geistige leberbürdung der Schüler betlagte, wies der Kultusminister auf die Maßnahmen hin, welche ergriffen seien, um dieser Ueberbürdung vorzubeugen.
Hof und Gesellschaft.
*** Der Kaiser wird für seine Reise nach Kopenhagen den Seeweg von Kiel aus wählen. Die kaiserliche Jacht ,, Hohenzollern" macht bereits Probefahrten zu bem Zweck. Begleitet soll sie von dem Depeschenboot ,, Sleipner" und dem kleinen Kreuzer, Nymphe" werden. - Wie aus Rom verlautet, erwartet man dort bestimmt, baß Kaiser Wilhelm bei seinem demnächstigen Besuche baselbst von der Kaiserin begleitet werden wird. Zur Bewillkommnung des kaiserlichen Paares werden die glänzendsten Vorbereitungen getroffen.
*** Der Kronprinz fährt in seinen Studien der altegyptischen Denkmäler eifrig fort. U. a. ritt er mit Gefolge von Luxor zu den Königsgräbern und besuchte dacauf den Tempel Deir- el- Baheri. Nach einem in dem Cootschen Stationshaus eingenommenen Frühstück kehrte ber Kronprinz nach Luxor zurück, wo er das Ramesseum und die Memnonsfäulen besichtigte.
Lokales.
** Privattelegramm. Bei der heute Bermittag erfolgten 9. Bichung der letzten( Haupt)-Klasse der HessischThüringischen Staatslotterie wurden folgende Gewinne gezogen:
10 000 mt. auf: 86 538, je 5 000 mt. auf: 750 301, 41 313, 74 336, 79 664 94 558, je 3000 Mt. auf: 1706, 35 675, 45 708, 76 773, 68 725, 71 138, 72 394, 72 623, 84 030 und 85 681.( Ohne Gewähr.)
** Der Der Provinzialausschuß verhandelte Samstag den ganzen Tag über die Notwendigkeit der Enteignung des Geländes zwischen Wilhelm- und Klinikstraße zur Erbauung einer Chirurgischen und einer Augenklinik. Professor Rehn Frankfurt a. M., Geheimrat RiegelGießen, Medizinalrat Köhler- Offenbach und Berwalter Muhlot Frankfurt sprachen sich als Sachver: ständige dahin aus, daß das Gelände östlich der medizinischen Klinik( hinter der Kolerabaracke) geeigneter set zur Erbauung der geplanten Kliniken, als das vom Staate vorgesehene weiter unten liegende Terrain. Die Verhandlung wurde gegen Abend vertagt und zwar bis Samstag den 28. März d. J. Zur Verhandlung werden eine Reihe von Sachverständigen geladen und hofft man mit dieser Verhandung zum Schluß zu kommen.
ge=
** Ernannt wurden am 6. März der Privatdozent Dr. Josef Collin zu Gießen, am 7. März der Privatdozent Dr. Adolf Strad zu Gießen zu außerordentlichen Professoren bei der philosophischen Fakultät der LandesUniversität.
**
Bei den Gewerbegerichtswahlen, welche am lesten Samstag hier stattfanden, siegten im Wesentlichen die der= einigten Kandidaten des Ortsgewerbevereins, des Evangelischen Arbeiter und des Kathol. G. sellenvereins. Es sind gewählt: von Arbeitgebern: Glasermeister Bierau mit 99 Stimmen, Spenglermeister Faber( 99), Fabrikant Emmelius ( 86), Echneidermeister Leib( 86), Schreinermeister Beil( 85), Bäckermeister Hennings( 85), Schlossermeister Dörr( 85), Uhrmacher Schmidt( 85), Bauunternehmer Winn( 85), Schuhmachermeister Berg( 81), und von der von den Sozial: demokraten aufgestellten Liste Kaufmann Krumm( 13) und Bäckermeister Müller ebenfalls mit 13 Stimmen. Von den Arbeitern: Bick mit 765 Stimmen, Holdberg( 765), Diel( 764), Hensel( 764), Baum( 763), Dech( 763), Krüger ( 763), Laucht( 763), Manche( 763), Schäfer( 763), Jafobi ( 768) und von den auf sozialdemokrat scher Seite aufgestellten der Arbeiter Döll mit 75 Stimmen. Im ganzen wurden abgegeben von Arbeitgebern 102 Wahlzettel und von Arbeitern 836. Die Wahlbeteiligung war demnach dieses Mal auf Seiten der Ersteren eine vierfach stärkere und bei den Arbeitern um das Doppelte so stark als bei den letzten gleichen Wahlen.
A Revision der Handwerksbetriebe. Die Handwerkstammer hat befanntlich beschlossen, eine Revision sämtlicher Handwerksbetriebe zu veranstalten einerseits um festzustellen, ob den Verordnungen der Kammer insbesondere auf dem Gebiete des Lehrlingswesens allseits nachgefommen worden ist, andererseits um für die Anstellung von Beauftragen geeignetes Material zu gewinnen. Nachdem die umfangreichen und schwierigen Vorarbeiten nunmehr beendet sind, wird demnächst mit der Revision begonnen werden. Bis dahin ist jeder Handwerker in der Lage, Versäumtes nachzuholen und sich vor Strafe zu schüßen. Wir wollen nicht verfehlen auch hier die Handwerker an ihre gesetzlichen Verpflichtungen, die alle zur Förderung und Besserung der Lage des Handwerkerstandes dienen, zu erinnern.
** Die trigometrischen Vermessungen des Generalstabes finden in diesem Jahre auch in den drei Provinzen des Großherzogtums statt.
** Theaterverein. Dem Borstand ging gestern von Frl. Triesch die Nachricht zu, daß sie im Monat März wohl schwerlich das versprochene Gastspiel geben tönne Wann dasselbe nun stat finden soll, ist nachdem immer noch nicht bestimmt
** Mordversuch. Ein hiesiger Taglöhner lebte schon seit einiger Zeit mit seiner Ehefrau in Unfrieden, wobei es mehrmals vorfam, daß er dieselbe auch mishandelte. Sie trennte sich deshalb von demselben und begab sich zu ihrer in der Kaserne verheirateten Tochter. Gestern begab sich nun der Ehemann mit einem geladenen Revolver, den er erst kurz vorher gekauft hatte, in die Kaserne und feuerte mehrere Schüsse auf seine Ehefrau ab, wobei er dieselbe zweimal verlezte. Auch der Soldot, der ihm zur Begleitung von der Bache mitgegeben wurde erhielt einen Schuß in die Hand. Sämtliche Verlegungen sind nicht lebensgefährlich. Der Thäter wurde verhaftet.
**
Schlägerei. In der Nacht von Samstag auf Sonntag fam es in der Schulstraße zwischen jungen Kaufleuten zu einer Schlägerei, wobei es blutige Köpfe abseßte. Die Thäter wurden zur Anzeige gebracht.
der Vermiste
Handwerksbu des Mädchens fahnbet
Nach neue Steeben aus a fcheint ausgef Mädchen wege ** Zwölf wohner bon wurde vor e
munter entw Finger und aber ferngefu
A Wahlb fungen wird figer Beinhau werden. Ron bitatur zu un ftellt im Wab
berigen Bertre bingen den De freis Erbach i. Offenbach für Reg.- Rat Had annimmt. ** Vow nehmern an zu gewähren Generaldire bahnen fol Turner wi Bugangsftat Fabrfarten die Bezeichnu halb, 14 Tag die Vergünsti wels. Wege größere Anza bände an die wenden. Inn eisenbahnen Bedarfsfalle den Turnern wird. Sonf bayrischen
** Die Pfähle, welche eine Sperre des Promenadenweges nach dem Schiffenberg und zwar für die bösen Radler bilden soller, in der Hauptsache aber eine Falle für die vom Schiffenberg abends in der Dunkelheit heimkehrenden Herren und Damen bedeuten, sind in diesem Jahre noch verbessert und vermehrt. Wie erinnerlich hat der Stadtv. Haubach das Vorhandensein dieses Verkehre hindernisses im vergangenen Jahre in der Stadtverordneten Versammlung gegeißelt, und beffen Entfernung gewünscht. Wie man uns mitteilt, wird sich das Finanzministerium in Darmstadt in dantens. werter Weise der Siche annehmen und die Forstbehörde, welche diesem Ministerium unterstelt ist, anweisen, die Pfähle zu entfernen und den Radfahrern das Befahren des Promenabeweges nach dem Schiffenberg durch einen tafelartigen Hinweis zu verbieten. Diese Anordnung wird gewiß von der gesamten Bürgerschaft mit Freuden begrüßt werden, es Fremden, welche in zahlreich den Schiffenberg besuchen regel wird doch damit eine Einrichtung beseitigt über die die mäßig den Kopf schüttelten. Auch in der General Versamm lung des Verschönerungs- Vereins hat die Pfahlsperre unserer schönsten und beliebtesten Waldpromenade, Anlaß zur Kritik gegeben und ist es wohl möglich, daß dies die vorgesetzte Behörde veranlaßt hat einzugreifen.
Aus Hessen und nachbargebieten.
** Bad- Nauheim, 12. März. Der Männergesangverein Frohsinn" feiert am 4., 5. und 6. Juli sein 60 jähriges Stiftungsfest verbunden mit Fahnenweihe. Aus diesem Anlasse veranstaltet der Verein einen Gesang wettstreit mit Klassenfingen und Ehrenrpreissingen, zu welchem sich bereits sehr viele Vereine angemeldet haben. Die Stadt hat zu einem Ehrenpreis 150 Mt. zur Verfügung gestellt.
** Groß- Felda. Johs. Semmler 1. wurde als Wieges meister und Peter Scharmann a's stellvertretender Wiegemeister unserer Gemeinde eidlich verpflichtet.
** Alsfeld. Gelegentlich des Prämien und Pferdemarftes am 27. Juli soll eine Verlosung von Vich und landwirtschaftlichen Geräten stattfinden. Das Ministerium hat die Genehmigung hierzu erteilt. Es werden 20 000 Lose zu 50 Pfg. ausgegeben.
Limburg a. d L., 13. März. In Emmrich ist seit dem 9. März die 20 Jahre alte Tochter des Ge meinderechners Müller spurlos verschwunden; sie wollte in Kerkerbach Bekannte besuchen und ist weder dort ange kommen, noch zu ihren Eltern zurückgekehrt. Der Wald, durch welchen die Straße führt, wurde gründlich nach
Rücksicht auf geftellt werd
fehr gr
fowob
Hôtel- Restaurant Riegelmann.
Mit dem heutigen Tage habe ich das von mir geführte Geschäft an Herrn Karl Kobel übertragen. Für das mir in so hohem Maaße entgegengebrachte Vertrauen und Wohlwollen, welches ich bitte auch auf meinen Nachfolger übertragen zu wollen, statte ich an dieser Stelle meinen verbindlichsten Dank ab.
Hochachtungsvoll
Chr. Riegelmann.
Auf Obiges bezugnehmend, erlaube ich mir zu bemerken, daß ich das Hote- IRestaurant Riegelmann fäuflich erworben habe, und wird es stets mein erstes Bestreben sein, die mich beehrenden Gäste in jeder Weise zufrieden zu stellen.
Zum Ausschank kommt das beliebte Bier der Brauerei Henninger- Frankfurt a. M., sowie Münchner Pschorr- Bräu.
Vorzügliche Küche.
Die Ver ftädtischen Ke Jahre und z
werden. 11 ist es erford
liegenden
Der Ratten Die Befizer unter der
nannten Ti halten, da
sprüche abge
Gieß
In der
biefiger Sta
gefunde
berlore
Gute Weine.
Hochachtungsvoll
Karl Kobel.
Die En ftande belie
zu machen.
Gießer


