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Batikan liegt, um für den Fall des Eintritts der Katastrophe, die unmittelbar bevorzustehen scheine, die nötigen Ord. nungsmaßregeln zu treffen. Und überall bilden sich Grup­pen, auf den Plätzen, in den Cafés, die die Chancen der Bapabili im bevorstehenden Konklave jetzt allen Ernstes eifrig erörtern.

Zu den bereits bekannten Kandidaten Rampolla, Oreglia, Gotti, Ferrari, Agliardi ist unerwartet ein sechster getreten: der amerikanische Kardinal Gibbons. Kein anderer, so ver lautet in vatikanischen Kreisen, von den Kardinälen, die am Ronklave teilnehmen werden, repräsentiert so viel katho­lische Gläubige, wie Gibbons. Kuba und die Philippinen inbegriffen, seien es mindestens 30 Millionen. Außerdem erkenne das heilige Kollegium seine große persönliche Auto rität voll an. Er verkörpere nicht, wie Banutelli, die Oppo sition gegen die franzosenfreundliche Politik Rampollas, ebensowenig, wie Oreglia, die Reaktion gegen das Intriguen­spiel im Vatikan, auch nicht, wie Gotti, eine solche gegen ein mehr politisches als religiöses Papsttum: Nein, Gib bons sei der Typus einer völligen Opposition gegen alles, was in der Kirche veraltet sei. Deshalb habe er viel Sym pathien, andererseits sei aber auch nicht zu leugnen, daß manche seiner unmodernen Ideen einige Kardinale abzu­schrecken geeignet seien. Jedenfalls sei er eine Persönlich­teit, mit der man zu rechnen habe.

)( An einem Grashalm erstickt. Ein eigenartiger Un­glücksfall sei zur Warnung hier wiedergegeben. Ein Wagen­wärter in Heimburg hatte während der Arbeit seine Flasche mit Kaffe in das Gras an einen Grabenrand gelegt. Als er nachher trank, verschluckte er ein Stückchen Grashalm, das an dem Flaschenhalse saß. Dieses blieb im Schlunde sitzen und trotz ärztlicher Hilfe gelang es nicht, es zu ent fernen. Es stellten sich starke Schwellungen ein, an denen der Bedauernswerte starb.

Das tut denn auch, wie man hört, Monsignore Rampolla ernstlich. Nur daß er versucht, Gibbons großen Einfluß für sich geltend zu machen. Man spricht von allerlei strategischen Maßnahmen des mächtigen Kardinal Staatssekretärs, wie bie bereits erwähnten des eventuellen Stimmenaustausches zwischen ihm und Gotti, aber schließlich muß man sich doch eingestehen, daß das alles nur Mutmaßungen sind, die von in Kontlave- Schmerzen versunkenen Journalisten und Poli tikern in die Welt posaunt werden. Ueber die eigentlichen Absichten und Handlungen Nampollas tappt alles in und außer dem Vatikan im Dunkeln. Was von Interviews mit ihm den Lesern römischer und fremder Blätter aufgetischt wird, ist sicher erfunden. Der Journalist sollte noch geboren werden, der den verschwiegenen Kardinal zum Sprecher bringen sollte, ganz abgesehen davon, daß er überhaupt nich zu ihm gelangt. Rampolla empfängt aus Grundsak feiner Interviewer, verschmäht es aber auch, falsche Nachrichten 31 dementieren. Er läßt die Zeitungen schreiben, was sie wollen und geht unbeirrt seinen eigenen Weg. Jetzt hält er der Batikan hermetisch verschlossen, die sensationshungriger Journalisten haben nicht einmal mehr die zweifelhafte Ge nugtuung, von Lakaien, Wachtposten und ähnlichen Hoch politischen" Persönlichkeiten zuverlässige" Nachrichten schweres Geld zu erhandeln: Konflave- Schmerzen!

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* Die deutschen Schiffsbautechniker in Schweden. Die deutsche schiffsbautechnische Gesellschaft gab auf Hasselbecken bei Stockholm ein großes Jestessen, zu dem eine große An zahl hervorragender Stockholmer Persönlichkeiten und zahl. reiche Mitglieder der deutschen Kolonie geladen waren. An wesend waren unter anderem der schwedische Marineminister v. Palander, der Finanzminister Meyer, der Oberstatthalte von Stockholm Dickson. Professor Busley eröffnete da. Fest mit einem Toast auf König Oskar und Kaiser Wilhelmi worauf die schwedische und die deutsche Nationalhymne ge sungen wurden. Finanzminister Meyer brachte ein Hoc auf die Schiffsbautechnische Gesellschaft aus. Von Kön'y Oskar, an den nachmittags ein Huldigungstelegramm abge sandt wurde, lief ein Antworttelegramm in deutscher Sprachc ein. Das Fest schloß mit einem zwanglosen Zusammensein.

Die Vorbereitungen zum Kontlave sind im vollen Gange Bum Sekretär wird dem Vernehmen nach Monsignor Marin ernannt werden. Den Sicherheitsdienst wird als Doyer des diplomatischen Korps der portugiesische Botschafter bein päpstlichen Stuhl übernehmen, d. h. er wird durch direkte Verbindung mit Marini die Vermittelung etwaiger Mit teilungen zwischen den Mächten und der provisorischen Re gierung des päpstlichen Stuhls vermitteln. Kardinal Dreglic hat gleichfalls seine Hand in diesen Vorbereitungen. hat angeordnet, daß er in Gemeinschaft mit Gotti, Macch und Vanutelli sofort beim Tode des Papstes nach dem Vati fan geholt werden sollen. Gotti und Macchi sollen dort da im Schlafzimmer befindliche Testament des Papstes öffner und die Siegel anlegen. Auch sonst hat Kardinal Oreglic Konklave- Schmerzen, liegt ihm doch die Fürsorge für die Instandsetzung der Gemächer für die Kardinale ob, auch die, die während der neuntägigen Leichenfeier im Vatikar bleiben müssen.

Der Zustand des Papstes

Aus den Ueberschwemmungsgebieten der Oder liegen beunruhigende Nachrichten zur Zeit nicht vor. Allerdings sind noch weite Landstrecken überschwemmt und in Bres I a u steht ein großer Teil der Stadt unter Wasser. Aehnlich sieht es in den galizischen Weichselländern aus. In der Umgebung von Strafau ist weit und breit alles überschwemmt. Das Hochwasser hat große Verwüstungen angerichtet. Den Wällen der Weichsel drohte große Gefahr, ebenfalls war die Brücke zwischen Krakau und Podgorze stark gefährdet. Das Wasser führte Leichen, Häuser- und Brückenreste mit sich. (:) Deutsche Schiffsjungen in Petersburg. Das deutsche Schulschiff Elisabeth" liegt zur Zeit in Petersburg. Die Kadetten und Schiffsjungen der Elisabeth" haben die Sehenswürdigkeiten von Petersburg und Umgebung be sichtigt und haben überall den besten Eindruck gemacht. Die Elisabeth" erweckt namentlich in Marinekreisen das allgemeine Interesse.

ist nach den neuesten Berichten aus Rom hoffnungslos. Es ist eine Periode völligen Kräfteverfalls eingetreten, die un bedingt zur Auflösung führen muß. Der Kranke ist meis bewußtlos. Die Harntätigkeit wird immer ungenügender bie Schwellung der Beine nimmt ständig zu. Die Aerzti versuchen weiter, mit Einspritzungen und Sauerstoffzufüh ung das fliehende Leben festzuhalten. Wie lange es ihner jelingen wird, können sie selbst nicht bestimmen. Die Dis ussionen darüber, ob der Papst an der Lunge oder, wie mar nich will, an Leberkrebs leide, haben nur noch akademischer Wert.

Nab und fern.

Bunte Chronik. In Olbersdorf bei Zittau wurde wegen Unterschlagung von 25 000 Mart zum Schaden der Weberei Wagner u. Co. die Detailverkäuferin Weigelt verhaftet.

Ein Auslands- Kommando des Prinzen Adalbert wird diesen im nächsten Herbst zu seiner letzten Ausbildung als Seeoffizier an Bord des großen Kreuzers Hertha" zwei Jahre nach Ostasien führen. Zum militärischen Begleiter ist ihm für den Aufenthalt in Ostasien Kapitän zur See Freiherr v. Schimmelmann beigegeben, der bisher Marine­bertreter für die nordischen Reiche mit dem Wohnsitz in Petersburg war. Freiherr v. Schimmelmann ist zum Herbst gleichzeitig zum Kommandanten des Kreuzers Hertha" er nannt worden. Prinz Adalbert beging gestern im Beisein der Kaiserin in seiner Villa zu Düsterbrook bei Kiel seinen 19. Geburtstag.

sich um eine 35 bis 40 Fuß hohe Nachbildung der Aus­stellungsstadt, auf welcher jedes öffentliche Gebäude, jedes Hotel, jede Verkehrseinrichtung deutlich erkennbar darge. tellt werden soll. Die Größe der Ausstellungsstadt wird den Besuchern erst durch dieses Modell klar werden, auf welchem der gewaltige Mississippistrom nur als ein Streifen von zwei Zoll Breite erscheinen wird.

-Aus der dänischen Frrenanstalt Middelfort entwich der russische Hochstapler Micholsky, der wegen großer Betrüge­reier interniert war.

- In Spanien richteten Wolkenbrüche furchtbare Ve:- heerungen an. Ueberschwemmungen und Hagel vernichteten die Ernten zum großen Teil.

Aus dem Gerichtsfaal.

A[ Nur für Stammgäste!] Kellnerin( zum Gast): Sie vünschen?" Gast: Sch möchte gern Schweinsbraten und Salat, wenn er noch so gut ist, wie vor drei Jahren, und für meinen Hund eine ordentliche Portion Hundefutter." - Kellnerin: Den Schweinsbraten bekommen Sie gleich, aber das Hundefutter bekommen nur die Stammgäste!"

[ Der verfehlte Beruf.] In einem Aufsatz der letzten Nummern der Nouvelle Revue" findet sich folgende humo. ristische Anekdote aus dem Leben des bekannten Dichters Ramartine. Im Jahre 1859 bat der Handwahrsager Des. jarolles den Dichter um die Erlaubnis, ihm aus den Linien einer Hand die Zukunft prophezeien zu dürfen. Lamartine hatte nichts dagegen. Als Desbarolles die Hand gesehen hatte, rief er aus: Was ist denn das? Soll ich Ihnen etwas sagen? Ich erwartete, eine fast weibliche, zarte, weiße Hand, eine Ossian- Hand, zu finden. Donnerwetter! Ich finde ja gerade das Gegenteil, mein Bester! Sie haben eine Hand mit großen, knorrigen, fnochigen Fingern, die Hand eines Großkaufmannes!" Als Desbarolles das ge­sagt hatte, besann er sich plötzlich und wurde sehr verlegen; es tat ihm leid, zu Lamartine so gerade heraus gesprochen zu haben. Aber der Dichter nahm ihm das durchaus nicht übel; er wäre ihn beinahe um den Hals gefallen und sagte mehmütig: Geschäft, Handel, dafür war ich geboren- ich wußte es ja!"

§ Ein trübes Bild aus dem Großstadtleben entrollte eine Verhandlung vor der Berliner Straffammer, die mit der Verurteilung des 26jährigen Kaufmanns Max Manasse vegen Wechselfälschung zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis schloß. Manasse, der Sohn eines verstorbenen reichen Würz. burger Großkaufmanns, hatte, um das Leben eines Grand. seigneurs führen zu können, wozu die ihm von seiner Mutter gewährten Zuschüsse nicht ausreichten, Wechsel über bedeu­tende Beträge gefälscht und in Umlauf gebracht. Doch wurde ihm als mildernder Umstand angerechnet, daß Leute, die sich auf Sportpläßen und in feinen Balllokalen an ihn drängten, seinen Leichtsinn und seine Unerfahrenheit wuche­risch ausgebeutet hatten. Er hatte kaum die Hälfte von dem Gelde erhalten, das er auf Wechsel schuldig war.

§ Der Humbert- Prozeß von neuem verschoben?! Im Pariser Justizpalast ist das Gerücht verbreitet, daß der auf den 8. August anberaumte Prozeß gegen die Familie Hum. bert wahrscheinlich vertagt wird, weil Frau Humbert lei. dend sei. Wenn dies Gerücht recht behält, so werden die Tuscheleien über Enthüllungen Madame Thereses, die der französischen Regierung unbequem sein sollen, neu belebt werden.

Die Plünderung eines deutschen Dampfers wirft auf die Zustände an der Küste der afrikanischen Negerrepublik Liberia ein erschreckendes Licht. Der Dampfer der Wör­mann- Linie Lulu Bohlen" war bekanntlich nächtlicherweile an der liberischen Küste gestrandet. Kurz nachher waren schon hunderte von Negern zur Stelle, nahten mit Booten dem Schiffe und erstiegen es trotz der Gegenwehr der Mann­schaft und der Passagiere. Alles, was nicht niet- und nagel­fest war und wertvoll erschien, wurde mitgenommen, ein­zelnen Passagieren sogar die Kleidung vom Leibe gerissen. Der Kapitän, der zweite Steuermann und ein Steward suchten die 600 Pfund Sterling enthaltende Schiffskasse und die Schiffspapiere zu retten und verschanzten sich in der Damenkajüte. Die Tür wurde aber von der Uebermacht ein­gerannt, die Verteidiger, welche mit messingenen Gardinen stangen fochten, wurden überwältigt und mußten sich er­geben. Nachdem die Kajüten vollständig ausgeraubt waren. entfernten sich die Strandräuber, und mun konnten die Passagiere und Mannschaften in den Booten ans Land ge­bracht werden, wo sie in den Faktoreien der Firmen Wör mann und West untergebracht wurden. Auch diese versuch ten die Neger zu stürmen, ließen sich aber durch Abstands summen, welche die Leiter der Faftoreien zahlten, zum Ab zug bewegen. Die Passagiere wurden dann nach dem 60 englische Meilen nördlich gelegenen Hafenplay Sinon gebracht, von wo sie mit dem nächsten Dampfer der Wör mann- Linie weiterbefördert wurden.

Kleine Gerichts- Chronik. Das Urteil im Pommern bank- Prozeß wird voraussichtlich am Freitag dieser Woche gesprochen werden.

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[ Eine ergötzliche Hasengeschichte] wird aus Pettan ( Steiermark) mitgeteilt: Ein Bauernweiblein trollte vom Pettauer Wochenmarkte durch den Wald ganz vergnügt ihrer Heimatsgemeinde zu. Da hörte sie plötzlich ein Rascheln im dürren Laube und gewahrte einen Hasen, der vergebliche Anstrengungen machte, sich aus der Drahtschlinge zu befreien. Das Weiblein dies eräugen und sich auf den armen Lampe stürzen, war eins, und bald gelang es, den Hasen der Schlinge zu entnehmen; doch Freund Lampe stram­pelte mit den Läufen, daß es eine Freude war. Um sich nicht ganz zerfraßen zu lassen und auf die unauffälligste Art und Weise den Hasen heimzutransportieren, beschließt das Weiblein, den sich immer ärger geberdenden Lampe ganz einfach mit ihrem Kopftiichel zu erwürgen. Gedacht, getan! Da, einige tüchtige Krazer mit den Hinterläufen nach den Händen seiner Henferin, und der Hase sucht mit dem Tüchel um den Hals das Weite, das wie zur Salzsäule erstarrte Weiblein mit offenem Munde zurücklassend. Nicht Der Verlust des Hasen und des Tüchels machte das Bauern­veib so plötzlich erstarren, sondern es war der Verlust ihres Markterlöses von baren 25 Gulden, die in dem Tüchel ein­jebunden und mit welchem der Hase das Weite suchte und auf Nimmerwiedersehen verschwand.

-Wegen tätlichen Angriffs auf eine Infanteriepatrouille wurde der Matrose Ohlisch in Kiel zu 1 Jahr und 1 Woche Gefängnis verurteilt.

- Der ungarische Postdieb Micsinei, der, wie erinner lich, 98 000 kronen stahl, murde in Budapest zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Vermischtes.

[ Die Urgroßmutter der Ansichtspostkarte.] Ueber best Ursprung der Ansichtspostkarte wird bekanntlich viel ge­stritten. Als ihr Geburtsjahr wurde bekanntlich das Jahr 1870 bezeichnet; für viel älter wagten selbst die kühnsten Forscher sie nicht zu erklären. Die Fachzeitschrift Die illustrierte Postkarte" citiert folgende Pariser Notiz aus dem Jahre 1777: Man schickt sich durch die Post, als Kompli­ment oder Glückwunsch, über die verschiedensten Sujets", gravierte und oft mit Bemerkungen versehene Karten, die offen für die Augen eines jeden befördert werden. Man hat über diese Neuerung, die eine Erfindung des Graveurs Des­maisons ist, viel gesprochen. Einige finden, daß es die Tücke der Bediensteten fördern heißt, da sie so in die Geheimnisse der Herrschaft eindringen können. Also auch hier heißt es: Nichts Neues unter der Sonne.

die Ausstellung r ein schönes Bild allen Gebieten * Das

** Die Klagen über Unpünktlichkeit der Handwerker sind vohl ebenso allgemein wie die Klagen der Hausfrauen über das Dienstpersonal. Ist es doch bei vielen Hand­verkern die Regel, sich drei-, viermal um Ablieferung der Ware mahnen zu lassen. Vielfach weiß der Handwerker im poraus, daß es ihm nicht möglich sein wird, die Arbeit bis zu dem gewünsesten Termin auszuführen, er verspricht es aber doch: Den, denft er, die Hauptsache ist, daß ich die Bestellung erst einmal in der Tasche habe, mit der Liefe­rung hat es dann ja eine Eile. Das ist von ihm nicht bloß unrecht gegenüber der Kundschaft, sondern auch un­flug gegen sich selbst. Der Kunde, der einmal schmählich in Stich gelassen wird, wird sich das nächstemal gewiß be­denken, ehe er dem betreffenden Meister einen neuen Auf­trag anvertraut. Pünktlichkeit ist nicht nur die Höflich­keit der Könige, sondern auch die Pflicht eines jeden Ge­werbetreibenden. Solch ein Unpünktlicher kann sich auch nicht wundern, wenn das Publikum zu Repressalien greift. Eine etwas derbe, aber wohlverdiente Vergeltung an einem Tischlermeister, der ihn wiederholt mit fest versprochenen Lieferungen hatte aufsitzen lassen, übte, wie ein deutsches Fachblatt mitteilt, ein Kaufmann. Er fragte den Meister bei Erteilung eines neuen Auftrags: Wann werden Sie damit fertig sein?"" Wenn ich noch am Leben bin, sollen Sie es am nächsten Donnerstag haben", antwortete der Tischler. Der Donnerstag fam und verstrich ohne die ver sprochene Arbeit. Gegen Abend begab sich der Kaufmann in die Zeitungsexpedition und gab ein Inserat über den Tod des Tischlers auf. Dieses wurde anstandslos ange nommen, da der Kaufmann in der Expedition bekannt war. Als der Tischler am folgenden Morgen die Zeitung zur Hand nahm, war er nicht wenig erstaunt, seine Todesanzeige darin zu finden, und lief spornstreichs zu dem Zeitungs­verleger, um sich Aufklärung zu erbitten. Man wies ihn an den Kaufmann, der bei seinem Anblick einiges Erstau nen ausdrückte; dann sagte er: Sie haben mir doch feier lichst die Arbeit bis Donnerstag versprochen, wenn Sie noch am Leben wären, und da die Arbeit nicht fam, mußte ich annehmen, daß Sie gestorben seien." Der gute Meister soll sich die bittere Pille gemerkt und geschworen haben, nicht wieder so leichtsinnig aufs Blane hinein etwas zu ver sprechen, was er gar nicht gewillt und nicht in der Lag: ist zu halten.

[ Der Pferde- Sonnenschirm] ist die neueste Erscheinung auf dem Gebiet der Sommermode für das edle Roß. Er be­steht aus einem länglich gebogenen, verzinkten Bügel, dessen Zwischenraum mit Drillich überzogen ist. Die Enden des Bügels werden auf dem Kopf des Pferdes durch zwei am Baumzeug angenähte Schlaufen hindurchgesteckt. Eine Schnur verbindet die beiden in kleine Desen auslaufenden Bügel­enden und verhindert das Herausfallen des Bügels. So befestigt, schwebt der Pferde- Sonnenschirm etwa 10 Cmtr. hoch über dem Kopf des Pferdes. Ist das Tier in Be. wegung, so schwingt der Schirm mit und fächelt ihm Küh lung zu. Als ein Vorzug der Erfindung wird hervor. gehoben, daß die Kopfbedeckung nicht eng anliegt und freien Zutritt der Luft gestattet. Vielleicht erleben wir auch noch den Pferde- Regenschirm.

[ Ein Riesenmodell der Stadt St. Louis] soll auf der Weltausstellung 1904 durch die Vereinigung von Geschäfts­Leuten der Stadt zur Ausführung gelangen. Es handelt

Kunft und Eliffenfchaft.

*

welches gestern a unter Leitung de Franz von Blon Besuches zu erf wünschen übrig.

FD. Gine Tollwutstation in Breslau ist auf Antrag des Geheimen Medizinalrats Prosessor Flügge in Aussicht ge nommen und die Universitätsbauverwaltung beauftragt wor den, ein bezügliches Projekt auszuarbeiten. Den Anlaß dazı gaben die vielen Tollwutsälle in Schlesien und im öster reichischen Grenzgebiet.

Ein ei

Mittag durch de Bylinder fuhr a einige Rommiliti das Geleit.

* Seit 25 Reinhart und Sch der Stände.

RO. Die letzten" Azteken! Einem frechen wissenschaft lichen Schwindel wird von einem Herrn Dr. Below ein jähe: Ende bereitet. In Berlin wird ein altes Ehepaar" zur Schau gestellt, das angeblich die legten beiden Lebenden vor dem merikanischen Stamın der Azteken repräsentiert. Dr. Welow hat diese beiden ,, alten kleinen, wie zwei vertrocknet Pflaumen aussehenden Personen" im Jahre 1900 in Münster auf der Vogelwiese als die Brüder Marimo und Bartolo fennen gelernt und war nun sehr erstaunt, daß sie sich in zwischen in Männlein und Weiblein verwandelt hatten. An geblich besitzen die beiden letzten Azteken ein Dokument von Professor Birchom, der sie als solche bestätigt. Nur iſt in dieses Schriftstück nicht Einsicht zu erlangen. Die Azteken sind nach Dr. Below überhaupt nicht ausgestorben, sondern in Merifo vielfach zu finden.

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ihr Gesuch von de für Einjährig Fr anzugeben, ob, Prüfung vor ei hat, sowie in we erfolgen soll. * Auf dem H fich Herr Meß Seftbecher in Et

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