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Aus dem Lande des Königsmordes.

Mitglieder der neuen serbischen Regierung teilen mit, eine amtliche Darstellung der Ermordung des Königs­paares werde erst nach einigen Tagen, wenn wieder nor­male Zustände in Serbien eingeführt sind, veröffentlicht werden können. Eine von der neuen Regierung den übrigen Mächten übermittelte Note besagt nur, der König und die Königin hätten einen Wortwechsel gehabt, das Militär habe sich eingemischt, und dabei sei das Königspaar ums Leben gekommen. Eine merkwürdige Er­Klärung!

Ganz anders klingt die

Schilderung eines Verschworenen

von dem Ueberfall. Nach dieser hatte Panajodowitsch und Naumowitsch, die Adjutanten des Königs, die Verschwore nen in den Konak eingelassen. Nachdem die Verschwörer den Generaladjutanten Petrowitsch niedergeschossen hat­ten, sei plößlich das elektrische Licht im ganzen Schlosse ausgegangen. Die 30 Verschwörer tappten im Dunkeln über die Stiegen zu den Privatgemächern des Königs, wo sie Kerzen fanden. Dann begann die Suche. Die Räume wurden mehrmals vergeblich durchsucht, die Ver­schworenen glaubten bereits, das Königspaar sei entflo­hen. In dem Verbindungsgang zwischen dem alten und dem neuen Palais wurde in einem Kämmerchen der Kam­merdiener der Königen entdeckt und gezwungen, das Ver­steck zu verraten, worauf er niedergeschossen wurde. Ñau. mowitsch und Maschin übernahmen nun die Führung. Eine den Weg sperrende Tür, die den Arthieben widerstand, wurde mit Dynamit gesprengt, wobei der betrunkene Nau­mowitsch und Kapitän Milikowitsch den Tod fanden. Ma schin entdeckte endlich in einer Maueröffnung einen kleinen Knopf, der das

Versteck des Königs

öffnete. Mischitsch rief dem Könige zu: ,, Erkläre deine Abdankung!" Der König erwiderte: ,, Wir kommen nur auf Ehrenwort mit, daß uns nichts geschieht." Mehrere rie­fen: ,, Vorwärts, mit dir wird nicht verhandelt!" Der Kö­nig weigerte sich, von der bebenden Draga zu weichen, und wurde in die Mitte des Gemaches gezerrt. Da er auf den Zuruf: ,, Danke ab!" nichts erwiderte, wurde er niederge= schossen. Von 27 Kugeln durchlöchert, sank er tot zu Bo­den. Hierauf wurde die vor Schreck halbtote Draga er­griffen und dicht an der Maueröffnung von einer Salve von Revolverschüssen niedergestreckt. Sämtliche Offiziere stürzten sich auf die Leiche Tragas, zerfleischten sie mit den Säbeln und traten sie mit Füßen. Das Protokoll der ärztlichen Leichenschau ist wegen der furchtbaren Zurich­tung der Leichen nicht veröffentlicht worden. In dem Ronak haben die Verschwörer wie Bandalen gehaust, die Möbel zertrümmert, Vorhänge zerfetzt und dergleichen

Königin Natalie von Serbien will den 3aren bitten, für die

Bestrafung der Mörder

ihres Sohnes zu sorgen. Die serbische Regierung hat jedoch bereits erklärt, daß die Verschwörer nicht bestraft verden sollen. Sie stellt sich auf den Standpunkt, daß es sich um eine militärische Revolte gehandelt habe, in die Die Zivilverwaltung sich nicht einzumischen habe. Zu­gleich erklärt die neue Regierung, ihre Mitglieder seien an Den Anschlag nicht beteiligt gewesen. Daß sie darum ge­vußt haben, leugnen sie nicht. Ist das keine Beteili­Jung?

Königin Natalie hat sich ferner an den österreichi­chen Gesandten in Belgrad mit der Bitte gewandt, für ie Ueberführung der Leiche Alexanders nach Biarritz, we ie wohnt, zu sorgen. Diesem Begehren wird der Gesandte aum entsprechen können. Uebrigens erklärte Königin Na­alie einem Journalisten: Daß eine Verschwörung im Bange sei, wußte ich seit geraumer Zeit. Mein Sohr ollte gezwungen werden, das Land zu verlassen, wobe hm eine auskömmliche Rente zugesichert werden sollte. Di ganze Schuld liegt an dem Weibe, das der Verblendete auf den Schild erhob, um von Waffengefährten hingemor. det zu werden, für die er sein Leben gelassen hätte."

Im Archiv des Königs Alexander hat man den Ent­wurf einer Gesetzesvorlage für die nächste Stupschtina­session gefunden, wodurch der jüngere Bruder Dragas zum Thronfolger, der ältere Bruder und die drei Schwestern und zwei Neffen der Königin zu Mitgliedern des Königs. hauses erklärt werden und allen Apanagen aus Staats­mitteln bewilligt werden sollten. Die beiden Brüder der Königin, die der neue Minister des Aeußern als das kor­rupteste Weib bezeichnet, die je auf einem Thron gesessen, hatte durch ihre Arroganz die ganze Armee erbittert. Der als Thronfolger in Aussicht genommene Nikodem hatte einmal einem älteren Hauptmann Gläser an den Kopf ge­worfen; er wurde dafür nicht bestraft, sondern der Haupt­mann pensioniert. König Alexander wird als geradezu unzurechnungsfähig bezeichnet; sieben junge Leute seien auf sein Geheiß ohne weiteres erschossen worden, weil sie Kundgebungen gegen die Tynastie veranstalteten. Die Thronfolgefrage

ist noch nicht entschieden: Nach der Ansicht des jetzigen Premierministers hat Prinz Mirko von Montenegro so ziemlich dieselbe Aussicht, von der Stupschtina zum König gewählt zu werden, wie Peter Karageorgiewitsch. Viele namentlich die Gebildeten, ziehen eine Republik Serbian einem Königtum vor. Die Mächte werden weder gegen die Wahl Peters noch gegen die Mirkos Einspruch erheben. Das Kabinett wird, sobald die Königswahl vorüber ist, seine Entlassung geben. Peter Karageorgiewitsch bestrei­tet jede Mitwissenschaft an dem Attentat. Ganz unbe­teiligt ist er aber nach allem, was sonst laut wird, nicht. Im Lande herrscht Ruhe. Die Erhebung der Garnison Nisch hat sich als unwahr herausgestellt. Das

Vermögen Dragas,

das sie seit ihrer Heirat mit Merander zusammengerafft hat, wird auf fünf Millionen Francs geschäßt und soll meist in französischen Banken angelegt sein. Wie es heißt, soll dieses Vermögen als dem Staat entwendeter, unrecht­mäßiger Erwerb gerichtlich beansprucht werden. Nach an­beren Meldungen soll es den Schwestern Dragas aus­gefolgt werden, und nur das Vermögen der Obrenowitsch foll, als herrenlos, vom Staate tonfisziert werden.

Wählerversammlung in Lollar.

Gießen, 15. Juni 1903. Am letzten Samstag Abend fand im Schwanen" zu Lollar eine Wählerversammlung der vereinigten Liberalen statt. Der Saal war sehr gut besetzt. Herr Wagnermeister Rohrbach sen. übernahm den ihm an­getragenen Vorsitz, der dem Referenten Herrn Rechts­anwalt Grünewald das Wort erteilte. Derselbe führte Folgendes an:

Dem Ersuchen des liberalen Wahlkomitee, heute in Lollar zu den Wählern zu sprechen, bin ich gern gefolgt, denn ich habe das Wahlbündnis, das der nationalliberale und der freistanige Verein ge­flossen haben- wenn ich auch keinem dieser Vereine an­gehöre, sondern abseits ein bescheidenes politisches Ein­siedlerdasein führe- unter den Verhältnissen, wie sie heute liegen, gebilligt. Wenn Herr Schlenke die Behauptung aufstellt, daß die national- liberale Par­tei von der freisinnigen aufgefogen werde, so könnte dies mir von meinem Standpunkte aus recht sein. Die Be­hauptung ist aber eine absurde, denn eine Partei, die im Begriffe steht aufgesaugt zu werden, pflegt doch der stärkeren nicht den Kandidaten zu stellen.

Ih bn an und für sich kein Freund von Compromissen, aber, wie gesagt, es drängen die Verhältnisse gegenwärtig die liberalen Parteien verschiedener Nuancirung dazu. All­gemein greift die Erkenntnis Plaz, daß das deutsche Bürgertum nicht die Stellung und Geltung in unserem Staatsleben ein­nimmt, die ihm nach seiner fulturellen, socialen, politischen und wirtschaftlichen Bedeutung zukommt; es ist eingeteilt zwischen dem Großgrundbesitz mit seinen hochagrarischen und reaktionären Bestrebungen einerseits und die induſtrielle Arbeiterschaft anderseits und es wird von diesen mächtigen Faktoren zerrieben, wenn es nicht sich zusammenschließt, das Trennende bei Seite sezt und sich auf Einigungszwecke besinnt. Das Bürgertum huldigt, wenn auch in verschiedenen Abstuf­ungen, der lieberalen Weltanschauung, die in der freien Ent­wickelung aller Kräfte, die im Volke schlummern, der Gleich­berechtigung aller Stände und Klassen, der Teilnahme Aller an den staatsbürgerlichen Rechten und Pflichten, die Wohl­fahrt des Volkes erblickt. Ein Zusammenschluß der ver­schiedenen Richtungen, die dieser Grundanschauung huldigen, ist deshalb kein unnatürliches Bündnis, es ist auch kein Misch­masch, wie geschmackloser Weise die Sozialdemokraten das Compromiß zu nennen pflegen. Nicht als ob die Eigenart der einen oder der anderen der vereinigten Parteien gemindert, nicht als ob der Nationalliberale weniger national oder liberal empfinden, der Freisinnige seine in schwererer Zeit aufrecht erhaltenen Grundsäß abschwächen, nicht als ob für alle Beit der ehrliche Streit in Wort und Schrift über Meinungs­verschiedenheiten beider Parteien begraben sein sollte nein, solche dauernde Kompromisse würden das politische Leben ver­sumpfen lassen, nur im frischen freien Kampf der Geister wird die Wahrheit gefördert, tritt ihr spröder Kern zu Tage. Wie aber für die Gegenwart allgemein im Reiche die Erkennt­nis durchgedrungen ist von der Notwendigkeit eines Zusam­menschlusses der liberalen Parteien, so ist unser Wahlkreis geradezu typisch für diese Notwendigkeit: liberale Parteien verschiedener Richtung sind bedrängt von der Sozialdemokratie auf der einen und von einem im Gefolge der agrarischen Großgrundbesizer marschirenden Candidaten der antisemitischen sog. deutsch- sozialen Reformpartei.

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Schon die einfache Betrachtung, daß uns ein gemein­schaftlicher liberaler Bewerber um das Mandat in die Stich­wahl gelangen fann, lehrt, daß der Zusammenschluß not­w.ndig ist.

Beide Gegner sind die Vertreter von Klassenparteien: daß die Sozialdemokratie eine Vertreterin der Gesamtheit sei, daß sie für den Bürger, den Unternehmer, den Beamten­stand sorgen wolle, wird sie selbst nicht behaupten, sie ist eine eigentliche Klassenpartei, indem sie die industrielle Ar­beiterschaft vertritt. Als solche mag sie, da diese klasse, weil nicht durch Stellung und Vermögen potent, einer inten siven Vertretung ihrer Interessen benötigt, ihre Aufgaben erfüllen und sie wird mehr und mehr lediglich diese Auf­gaben sich zum Ziele seßen und den Gedanken einer Um­wälzung unserer staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung aufgeben. Längft würde die Größe der sozialdemokratischen Partei, die Verschiedenheit der Elemente und der Anschau­ungen, die in ihr enthalten sind, ihren Berfall in verschiedene Richtungen herbeigeführt haben, wenn nicht immer nnd immer wieder sie durch Fehler der Regierungen zusammen­geschweißt worden wäre. An Sympathien im Volke hat die sozialdemokratische Partei in der letzten Zeit nicht ge wonnen, thre unkluge Taktik bei der Beratung des Zoll­tarifs, die Formen, in denen ihre Bekenner im Parlament und Presse sich äußern, haben abstoßend auf Viele gewirkt, die seither als Mitläufer unzufrieden aus irgend einem Grunde mit den Verhältnissen des Staates oder der Welt ihre Reihen verstärkten.

Eine gerechte, die Gleichheit Aller wahrende Partei ist die Sozialdemokratie nicht, das zeigt schon der eine Umstand, daß sie der Regierung ein Verordnungsrecht zugesteht, wenn es sich um Maßregeln gegen die Arbeit­geber handelt.

Auffallend ist bezüglich der Bolldebatten, daß die Sozial­demokraten gegen die Zölle auf Leckerbissen, Caviar, Austern 2c. gest mmt haben. Nicht wegzuleugnen ist die Tatsache, daß die Führer der Partei, außer Vollmar, die Erflärung abgegeben haben, sie wollten gegen die Handels­verträge stimmen. Man fonnte meiner, die Sozialdemokraten fähen voraus, daß Handelsverträge Wohlstand und Zufrieden­heit bringen, dagegen die Unzufriedenheit, die den Nährboden cer Sozialdemokratie bildet, sich mindern wird.

Die antisemitische Partei, unsere Gegnerin von rechts, hat als solche feine politische Existenzberechtigung: ein ver­nünftiger Mensch richtet seine Ansichten über die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse nicht darnach ein, ob er die Juden liebt oder haßt.

Das ist aber auch nur die Sauce, in der Köhler der Wählerschaft servirt wird; die Hauptsache ist seine Buge. hörigkeit zur Agrarpartei. Er fennt nur die Bauern und wieder die Bauern, als wenn die Bauern allein auf der Welt wären. Ueber seine Person ist nicht viel zu sagen man betrachtet ihn am Besten von Langsdorf aus und man sicht dort, daß er seine eigene Gemeinde nicht regieren kann, er, der ein Reich regieren helfen will, seine Gemeinde, die in ihrer Mehrhete, in ihrer Vertretung steinunglücklich ist, ein solches Oberhaupt zu besitzen. Wer da sagt, daß dies Oberhaupt ein klarer Kopf set, auf dessen Klarh it wirft dieses Urteil ein bedenkliches Licht!

Die einseitig agrarische Richtung, der Köhler, wenn auch nicht als Großgrundbesizer, angehört, hält sich nicht vor Augen die Bedeutung unserer Industrie und unseres Außenhandels, sie beachtet nicht, daß innig vrflochten ist deutsche Produktion mit dem Weltmarkt, daß Millionen deutscher Familien abhängig sind in ihrer Existenz von dem Fortbestehen unserer Ausfuhr, daß die Wohlfahrt des Ein­zelnen wie des Voltes die Wehrhaftigkeit des Vaterlandes abhängt von einer glücklichen Lösung der schwebenden handels­politischen Fragen. Blicken Sie zurück auf die letzten 2 Jahre, in denen der Inlandsmarkt sich nicht mehr als auf­nahmefähig erwies, wäre nicht Amerika unser Abnehmer gewesen, so wäre die Eisenindustrie, von der die anderen Industrien mehr oder wenig abhängig sind, gänzlich zu Grunde gegangen.

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Caprivi hatte erkannt, daß es Aufgabe unserer Politit blühens gebracht. Unsere Ausfuhr nach Desterreich, Rußland, sei, die Ausfuhr zu fördern und es hat eine Aera des Auf­Italien, Belgien, Schweiz ist in den letzten 10 Jahren um gemein gehoben, die Auswanderung ging zurück, die Geburten Milliarden jährlich gestiegen, der Wohlstand hat sich all­stiegen um 800,000 Seelen jährlich. In schlechten Zeiten Handelspolitischer Friede ist eingekehrt, man hört nichts mehr giebi's wenig Kinder und die Menschen wandern aus. bom Antrag Kaniß und nichts mehr vom Bimetallismus. Betrachten Sie beispielsweise die Stadt Offenbach, eine der aufgeblüht, die den Abfah besten Steuerquellen unseres Landes: ganze Industrien sind namentlich seiner Lederwaren

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nach England und Rußland haben. Mit einem Schlage gestört würden.- würden sie errichtet sein, wenn die vertraglichen Beziehungen

Eine rettende Tat hat der Kaiser die Capri. bi'schen Verträge genannt sollen wir dem jezt fluchen

was

er vor 10 Jahren segnete? Und haben die düsteren Prophezeihungen der Agrarier; die Landwirtschaft werde unter­gehen, etwa sich erfüllt? Im Gegenteil auch die Lage der Landwirtschafttreibenden Bevölkerung nud namentlich ihre Lebenshaltung hat sich gewiß gehoben.

Die Gegner wollen bestreiten, daß sie Gegner von Handels­verträgen seien, sie wollen Handelsverträge mit autonomen Bolltarif und furzer Kündbarkeit. Das ist die Republick mit dem Großherzog!

Es ist volkswirtschaftlich erwiesen, daß nur die Langs friſtigkeit der Verträge unseren Gewerben die Sicherheit ge­währt, die ihre gesunde Entwickelung bedingt. Kapital wird nicht in die Betriebe investirt werden, Einrichtungen werden nicht getroffen, eine Arbeiterschaft wird in den einzelnen Branchen nicht herangebildet, wenn nicht stabile Verhältnisse auf eine Reihe von Jahren geschaffen werden, wenn einem Industriezweig die Gefahr droht, in einem Jahr schon wie er gestört zu werden.

Eine rettende Tat wird es sein, daß unser neuer Reichstag mit der Regierung auf Grund des Zolltarifs brauch bare Handelsverträge schließt, aber, wenn es mit diesem Bolltarif und seinen Minimalzöllen nicht geht, auch bereit ist, diesen Tarif zu durchbrechen.

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hat das Wahlgeheimnis sichern lassen sie will die Ent­Die Regierung hat keine Wahlparole ausgegeben und ſcheidung des Volkes haben, sie wird wie das Mädchen dem Stärksten derer, die um es tämpfen, sich ergiebt, sich der

Partei ergeben, die als die führende aus dem Kampfe hervor geht, sie wird in der richtigen Erkenntnis dessen was dem Reiche frommt, eine handelsvertragsfreundliche Mehrheit begrüßen.

Der Kandidat der liberalen Parteien bi tet die Gewähr, daß die Erkenntniß von der Not­wendigkeit der Schaffung brauchbarer Handels. verträge ihn beseelt und daß er mitarbeitet an dem Abschlusse solcher.

Aber auch auf anderen Gebieten, die im Bereite der Tätigkeit des nächsten Reichstags liegen, ist seine Person und seine politische Ansicht und Absicht eine solche, daß jeder liberale Mann ihm getrost seine Stimme geben kann: er wird abhold sein jeder Aenderung unseres Reichstags­wahlrechts, er wird den übergroß gewordenen Einfluß des Zentrums befämpfen, er wird auf dem Gebiete der Arbeiter fürsorge in der Lage sein, auf Grund seiner reichen Er­fahrung in stetigem Fortschritt mitzuwirken an der weiteren Ausbildung unserer Arbeiterschußges zgebung, er weis aber auch, wieviel den Arbeitgebern aufgebürdet werden darf.

Er ist ein Mann der Arbeit, und er hat der Arbeit seine Erfolge zu danken. Ohne Arbeit kein Erfolg! So auch in der Politik. Wenn nicht Jeder, der unsere Absichten billigt, für ihre Erfüllung tätig ist, ar­beitet, die Lauen aufrüttelt, die Reserven heranziehen hilft, die Bürger ermahnt daß Gefahr drohe, den Bauern sagt daß sie doch ablassen sollen von den Junkern, die doch nie. mals ihre Freund waren, sie Jahrhunderte lang unterdrückt und geknechtet und ausgesogen haben, der ist mit schuld daran, wenn die Zukunft den Agrartern und den Sozial­demokraten gehört! Es maß aufhören, daß man sich von der Politik behaglich ferne hält, es ist nicht recht, sich mit ihr nicht zu befassen, denn sie befaßt sich fortgesetzt mit uns.

Was an Charakter und Intelli zenz im deutschen Bürger­tum vorhanden ist, fasse sich zusammen in diesem Wahl­fampfe und der Steg wird den liberalen Parteten erblühn!

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