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alles tun werde um ihn von der Arbeit zu entlasten. Herr Demuth bedauert aber, er wies auf sein hohes Alter hin und erklärte, daß er durch den dringenden Rat seines Arztes und durch ein Augenleiden veranlaßt sei, aus seinem Amte

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über 1000 Vögel und gegen 500 Reptilien. Der Tterbe­stand des Gartens ist damit einer der bedeutensten unter allen ähnlichen Instituten. Gegen 70 000 Mart sind zur jährlichen Futterat on nötig, und die Zahl der verschiedenen ( ohne Fische) beträgt im Jahr 30-40 000 kg.

Geschäftliches.

Es ist eine Freude, zu sehen, wie unsere Kolonien bei­tragen, daß gute deutsche Fabritate sich immer mehr über die ganze Welt verbreiten und selbst in das dunkelste Afrika

nit dem Affeffor fcheiden zu müssen. Wilhelm Demuth ist am 20. November Futtersorten beträgt über 100. Allein der Fleischkonsum eindringen. Einen entsprechenden Beleg hierfür liefert eine

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Bräutigam taugt nachdem Gießen eine Realschule erhalten, auch diese. 1840

1824 in Gießen geboren, er besuchte die Volksschule, und

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trat er als Schreiber in den Dienst der Bürgermeisterei um ununterbrochen bis heute, also 63 Jahre lang im städtischen Dienst tätig zu sein. Er hat nicht weniger als unter 7 verschiedenen Bürgermeistern gewirkt, welche besonders in den letzten 25 Jahren den erfahrenen, mit einem sehr guten Gedächtnis ausgerüsteten, alle Verhältnisse kennenden Be­amten zu schäßen wußten. Als Demuth in das Amt eintrat zählte Gießen 9000 Einwohner, er sah diese seine Vaterstadt wachsen und gedeihen, er sah mit Interesse manche Wand­lung in der städtischen Verwaltung sich vollziehen und be­quemt sich diesen schnell an. Eine besondere Eigenschaft des Mannes ist sein unverwüstlicher manchmal sogar etwas berber aber nicht über das Ziel hinausschießender Humor. Demuth ist einer der Wenigen noch lebenden Alt- Gießener Bürger der stets eine freiheitliche Gesinnung an den Tag gelegt und diese auch bis in sein Alter bewahrt hat. Für Demuth gabs feinen Rang- trinen Partei- oder Religions­unterschied, ihm waren stets alle Menschen gleich, und daher erklärt es sich wenn man den nun 79jährigen Beamten, der noch in voller Rüftigkeit einher geht, nur ungern aus seiner Tätigkeit scheiden sieht, eine Tätigkeit in der er mit pein­licher Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit im Interesse der tete fie. Diese Allgemeinheit länger als ein Menschenalter gewirkt hat. Kanzleirat Demuth tritt morgen, am 15. August, auf seinen Wunsch in den wohlverdienten Ruhestand. Möge ihm be­schieden sein, an der Seite seiner noch lebenden Gattin, welche ein Jahr jürger ist als er, im Kreise seiner ihn innigft liebenden Kinder und Enkel, geachtet und geehrt von unserer ganzen Bürgerschaft einen langen und heiteren Lebensabend zu genießen.

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Die Stelle eines Kreisstraßenmeisters des Kreises Schotten ist zum 1. Oftober neu zu besetzen. Die Anstellung erfolgt zunächst auf einjährige Probe. Das Ge­halt während dieser Zeit beträgt 1800 Mart. Meldungen handschriftliche sind mit Lebenslauf bis zum 1. September an das Kreis­amt Schotten zu richten.

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* Fußwettlauf auf dem Sportplaz Gießen. Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, tritt nächsten Sonntag auf der Gießener Rennbahn der Fußwettläufer Ortègue aus Paris auf, und wird den Beweis erbringen, wie der Mensch mit seinen eigenen Füßen, also ohne Hilfsmaschinen und ohne Pferd, eine staunenswerte Schnelligkeit befizen tann. Ortègue ist in der Sportsw It feine unbekannte Bersönlichkeit und überall wo er aufgetreten ist, hat man ihm zugejubelt. Am vergangenen Sonntag gab er Vor­stellung in Mainz, worüber die dortigen Zeitungen u. a. folgendermaßen berichten:... Nach allgemeinem Urteil waren die Leistungen dieses schnellfüßigen Mannes erstaun lich. Er schlug seine Gegner manchmal um mehrere Runden. Ganz zum Schluß, nach bedeutenden Leistungen, nahm D. noch einen Kampf mit einem Motorfahrer auf, der in Ver­hinderung des angekündigten Reiters einsprang, und gewann auch diesem einen guten Vorsprung ab. Als Preisrichter fungierten Vorstände der Mainzer Turnvereine." Es ist also nach dieser Zeitungsmeldung etwas Besonderes nächsten Sonntag geboten und ein Besuch der Rennbahn nicht so ohne Weiteres von der Hand zu weisen. Nach dem Wett­lauf hat das Publikum freien Zutritt zu Textors Terrasse, wo der Geschäftsführer des Ortègue, Herr Haas die Preis­verteilung vornimmt und dann einen Vortrag halten wird über Kriegserlebnisse.

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In Heuchelheim, dem bekannten und beliebten Ausflugsort der Gießener tanzluftigen Jugend, findet am Sonntag und Montag das diesjährige Kirchweihfest statt.

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Ein bekannter Gießener Bürger, der in Kissingen zur Kur weilte, wurde plötzlich wahnsinnig und mußte nach Würzburg verbracht werden.

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* Wieder durchgebrannt. Der Knabe, von dem wir meldeten, daß er in Koblenz durchgebrannt, hier ohne Eisenbahnkarte landete, war zur Aufbewahrung ins alte Hospital gegeben, von wo er gestern Mittag, nach em er sich erst kräftig satt gegessen, das Weite suchte.

Ueber 300 Tiere sind es, nach der neuesten Bählung, die gegenwärtig im Frankfurter 300lo­gischen Garten verpflegt werden. Darunter befinden sich 59 Affen, 99 Raubtiere, 168 Wiederkäuer, 16 Dickhäuter,

** Auch eine liebende Gattin. In dem nahen Lang- Göns geriet die nicht sehr sanfmütige Frau des Landwirts Ohly mit ihrem Ehemann wegen einer gering­fügigen Meinungsverschiedenheit in Streit. Beide waren im Begriff auf dem Felde Frucht abzumachen. Die Gattin nahm dabei die Sichel und brachte ihrem Manne eine ge­fährliche Verlegung bei.

+ Großen- Bused, 13. Aug. Ein Radfahrer- Verein, der bereits 30 Mitglieder zählt, ist hier gegründet worden. X Friedberg, 12. Aug. Auf dem heutigen Schweine­markt, dem ersten seit dem Ausbruch der Schweinepest, herrschte ein reger Geschäftsgang Die Preise waren ziem­Pest und lich hoch, was wohl durch die Schweinefeuchen Rotlauf mit verursacht wurde. Besonders stark war der Antrieb von Ferkeln. Auch auf dem Krämermarkt herrschte größere Kauflust, da infolge des Schweinemarktes eine größere Anzahl Landbewohner in die Stadt kamen.

* Lauterbach. Welches Interesse der Großherzog unserer einheimischen Industrie entgegenbringt, geht daraus hervor, daß der Großherzog bei dem oberhessischen Leinenversand­geschäft Konrad List größere Bestellungen in Tischzeug, sowie eine Bestellung auf den neu eingeführten Tafellikör Curacao Nusiola bei dem Fabrikanten desselben aufgab.

aus der Kolonie Tabora in Ostafrifa herübergekommene Photographie, auf der man zwischen einer tropischen Vege­tation zwei Neger mit der bekannten Dalli" plätten sieht. Man erkennt auf letterer deutlich das Schild mit der Auf­schrift Dallt", welches für die grinsenden Neger eine Art Fetisch zu sein scheint, da sie es bei ihrer Plättarbeit daran­gelassen haben. Die Deutsche Glühstoff- Gesellschaft in Dres­den, der die Original- Photographie freundlichst überlassen wurde, hat Vervielfältigungen in Form von Ansichtskarten herstellen lassen, die sie Kolonialfreunden, die bei ihr darum nachsuchen, gern kostenfrei übermittelt.

Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde.

10. Sonntag nach Trinitatis, Sonntag den 16. August Gottesdienst.

In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Siehe Johanneskirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Schlosser.

In der Johannestirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler. Bugleich Christenlehre für die Neutonfirmierten aus der Bufasgemeinde.

Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrassistent Vogt. Sonntag, abends 8 Uhr: Versammlung und Bibel­besprechung im Konfirmandensaal der Johanneskirche.

Batholische Gemeinde. Freitag, den 14. Auguft.

-r Marburg, 13. August Der Gerichtssekretär Otto Florian von Neustadt an der M.- W.- B, gebürtig aus Löwenberg in Schlesien, wurde gestern verhaftet und ins hiesige Amtsgerichtsgefängnis eingeliefert. Er hat sich Unterschlagungen der von ihm verwalteten Ortsfrankenkrasse zu Schulden kommen lassen. Die unterschlagene Summe soll Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegen­ca. 6000 Mt. betragen. Ueber das Vermögen Florian's ist bereits das Konkursverfahren eingeleitet.

+ Kirchhain, 12. Aug. Der heutige Fohlenmarkt war durch den Umstand, daß bereits in den letzten Tagen eine größere Anzahl Fohlen aufgekauft waren, etwas schwächer beschickt als der erste Markt. Immerhin waren ca. 100 Tiere aufgetrieben. Der Handel war recht flott und wurden fast sämtliche aufgetriebene Fohlen verkauft. Mit dem Markt war auch wieder eine Prämiirung der besten Fohlen ver­bunden. Preise erhielten: L. Steinhaus- Niederwald, K. Wolf und H. Schmitt- Kirchhain, K. Herbener II. und P. Herbener- Großfeelheim, Seim- Maulbach, Linne- Niederasph. Schierholz- N.- Dfleiden, Schütz- Erfsdorf, Fett- Amönau, Pfaff­Ginseldorf, Orth- Roßdorf, Weber- Wenkbach, Römer- Kirch­hain, Zint Speckswinkel, Diet- Erb nhausen, Schneider­Wollmar.

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Offenbach a. M., 13. Aug. Hier kam jetzt eine Postkarte an, die am 7. Juni 1897 in Wilhelmshöhe bei Kassel aufgegeben und auch abgestempelt worden ist.

Frankfurt a. M., 12. Aug. Eine noble Schuld­nerin, und zwar eine, die man in Frankfurt als solche ge­nau fennt, stand vor der Ferienkammer, Abteilung für Handelssachen. Die Prinzessin Alexander von Isenburg­Wächtersbach wurde zur Bezahlung einer Wechselschuld an einen hiesigen Bankier tontumaziert. Ihre Verbindlichkeit beträgt 50000 Mart. Die Gesamtsumme der in den beiden Sigungen des Monats tontumazierten Wechsel beläuft sich im Uebrigen auf 86 356 Mt. Anhängig waren 135 Klagen. XMainz, 13. Aug. Auf der Kasteler Brücke fiel heute morgen von einem hoch mit Holz beladenen Wagen ein Fuhrmann herab vor die Räder. Das linke Bein wurde ihm dabei am Knie direkt abgefahren und schrecklich zer­splittert.

Mainz, 13. Aug. Einem Restaurateur ging der Hausbursche, der neu eingestellt war, gleich am ersten Tage seiner Tätigkeit mit 1225 Mt., die ihm zur Besorgung an einen Handwerksmeister übergeben waren, durch.

|| Kassel, 13. Aug. Nach den neuesten Mitteilungen treffen der Kaiser und die Kaiserin Sonntag, den 16. d. Mts. in Wilhelmshöhe ein.

Kassel, 12. Aug. Unteroffizier Degen vom Hessen­Homburg- Husaren- Regiment, der durch oberkriegsgerichtliches Erkenntnis wegen Mordversuche zu 6 Jahren Zuchthaus und Ausstoßung aus dem Heere verurteilt worden war, hat sich am letzten Montag dem Gericht noch einmal vorführen lassen und bei demselben wiederaufnahme des Verfahrens beantragt.

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heit zur heil. Beichte.

Samstag, den 15. August.

Mariä Himmelfahrt.

Vormittags von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. um 8 Uhr: Die zweite hi. Messe. Militär­gottesdienst mit Predigt.

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um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 21% Uhr: Fest- Andacht mit Segen. Methodistengemeinde, Asterweg 16.

Sonntag 16. August, abends 8 Uhr: Predigt. Mittwoch den 19. August, abends 8½½2 Uhr: Bibel­

stunde.

Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft.

In der Synagoge, Südanlage. Sabathfeier am 15. August 1903

Freitag abend 7.10 Uhr. Samstag vormittag 8 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Sabathausgang 8.45 Uhr.

Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Uhr. Abends 7 Uhr.

Marktbericht.

Marburg. Der gestrige Schweinemarkt war mit 1113 Stück befahren. Es fosteten 6 Wochen alte Saugferfeln das Paar 15-18 Mt., 8-12 Wochen alte Ferkeln das Paar 23-36 Mt., 4-5 Monat alte Läufer das Paar 65 bis 70 Mt. Mastschweine, sehr teuer, das Stück 70-80 Mt. Es herrschte ein flotter Handel, wohl hervorgerufen durch die in lezter Zeit steigenden Preise.

Frankfurter Arbeitspferdemarkt. Der gestrige Pferdemarkt war starf von Kauflustigen besucht. Die Gesamtzufahr an Pferden belief sich auf über 1000 Stück, von denen gegen 400 in den Vereinsstallungen untergebracht wurden. Die zugeführten Pferde waren durchweg von guter, zum Teil vorzüglicher Beschaffenheit, sodaß die Händler allen Anforderungen der Käufer gerecht werden fonnten, zahlreiche Käufe wurden abgeschlossen und waren die erzielten Preise meist zufriedenstellend.- Der nächste Hauptmarkt findet vom 27. bis mit 30. September statt und es ist mit demselben, wie bisher eine Verlosung verbunden.

Berantwortlich: für ben politischen und Inseratenteil Albin Klein; für bas Botale, den Gerichts-" und Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Drud und Berlag ber Gießener Berlagsbruderet( vorm. Wilh. Keller), Gießen.

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