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3 Uhr ging ein Zug des Vereins Brüderschaft" und die Ehrendamen per Wagen durch die Stadt, vorauf die Musik, ebenfalls in Wagen. Hoffentlich wird das Fest heute nicht durch Gewitterregen unterbrochen. Dem Schlächterverein Brüderschaft" und nicht minder dem Mitteldeutschen Bund wünschen wir ferneres Blühen und Gedeihen.

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s. Launsbach, 13. Juli. Die silberne Hochzeit feierte gestern Herr Johannes Hobbach und Frau. Beide sind noch rüstig und munter, und wir wünschen dem Paar noch viele glückliche Jahre.

Rodheim a. d. Bieber, 12. Juli. Nie geahntes prächtiges Festwetter brachte uns der heutige Sonntag, die Sonne schien in den Mittagsstunden mit heißer Glut auf die Menschenmassen nieder, die dicht gedrängt auf der lang­gestreckten Dorfstraße standen. Die Straßen waren über­aus freundlich geschmückt; es gab wohl kein Haus, das nicht in der einen oder andern Weise mit Fahnen, Kränzen und Guirlanden, der durch grünen Fichtenschmuck der Festfreude Ausdruck verliehen hätte. Hatten schon die zu Fuß und Wagen eingetroffenen Kriegervereine ein erhebliches Kontingent an Besuchern gestellt, so war es besonders unsere Kleinbahn, welche eine außerordentlich große Schar von Festteilnehmern welche eine außerordentlich große Schar von Festteilnehmern zur Stelle brachte. In erfreulicher Weise erfuhren wir, daß unsere Kreisstadt allein etwa 60 Personen zu unserm Feste entsandt hatte, was wir hier besonders gebührend hervor. heben möchten.- Am Ausgang des Dorfes nach Gießen zu und an der hiesigen Haltestelle traten die Vereine zum Festzuge an. Unter den Klängen mächtiger Artillertemä sche gespielt von der Kapelle des 47. Artillerie- Regiments voй­zog sich der Durchmarsch durch die Ortsstraßen. In der schier endlosen Kolonne waren über ein halbes Hundert Ver­eine mit Fahnen vertreten. Obgleich sich unter den orden­geschmückten, wettergebräunten Veteranen eine nicht geringe Anzahl von solchen befand, auf deren Häuptern sich bereits der Schnee des Alters niederzulassen beginnt, wurde der Marsch mit tadelloser Frische ausgeführt. Es war eine Freude zu sehen, daß man es hier mit alten preußischen Soldaten zu tun hatte, die hier teilweise lange schon, nach­dem sie den bunten Rock ausgezogen, noch immer gern und willig dem Gehorsam heischenden Kommando nachtamen. Der stattliche Festzug wurde eröffnet von einer kleinen Rad­fahrergruppe m't geschmückten Rädern, in deren Mitte ein Brüderpaar fuhr, deren Räder durch eine prachtvolle Guir­lande verbunden war, worin die Schrift prangte: Radfahrer. Abteilung des Turnvereins Rodheim Nach einer Gruppe Festdamen folgte das erste Musikkorps, hinter welch m wir den Vorsitzenden des Kreiskriegerverbandes, Herrn Landrat von Heimberg bemerkten. Sodann folgten die Mitglieder des hiesigen Gemeinderates, woran sich die Menge der er­schienenen auswärtigen Vereine aus der Nähe und aus der Ferne anschlossen. Wohl waren auch die Vereine aus dem äußersten Ende des Kreises Biedenkopf erschienen, allein sie fuhren alle mit der Kleinbahn über Gießen. Auch waren mehrere Kriegervereine aus dem angrenzenden Kreis Wezlar in bereitwilliger Weise der Einladung zu unserm Feste gefolgt. Den Schluß in dem fast unendlosen Festzug, der in seiner Mitte nochmals von einem Musikkorps und einer Gruppe Festjungfrauen unterbrochen war, bildeten die hiesigen Ver­eine, die nach besten Kräften zur Verschönerung unsers Festes beigetragen haben. Vor allem gebührt den beiden Gesang­vereinen aufrichtigen Dank für ihre Liedervorträge, denn ge= rade durch die Einlage schöner Vaterlandslieder wird ein Kriegerfest erst recht verherrlicht.

bie Straßen unserer Stadt bewegte zum Festplatz in den Anlagen der Pulvermühle. Der Festzug machte einen recht imposanten Eindruck, durch einen Herold und zwei Spißen­reiter eröffnet, bot er durch einige geschickt arrangierte Gruppen ein recht abwechslungsreiches Bild. 8um größten Teil mit thren Fahnen waren die Vereine aus Wiesbaden, Frankfurt, Mainz, Offenbach, Hanau, Darmstadt, Siegen, Marburg, Bad Nauheim, Lauterbach, Weglar und Weilburg im Zuge vertreten. Die hiesige Megger- Innung war vollzählig in Equipagen mit Zylinder erschienen; die hiesigen Megger­gesellen in Rittel, weißer Schürze und mit Beilen, drückten dem Festzuge gewissermaßen den Stempel des Gewerbes auf; etwa 18 Ehrendamen in Weiß mit bunten Scherpen, be­zeugten, daß auch das zarte Geschlecht den Mezgern nicht abhold ist; auch zwei Gründer der Brüderschaft waren noch vertreten. Besonders hervorheben möchten wir die aus dem Museum entlichene Bundeslade der Megger, welche von Lehrlingen getragen wurde, und eine Abteilung Radfahrer mit geschmückten Rädern. Auch das stadtbekannte Ponny Ge­Spann der Brauerei Bichler war vertreten. Einige Söhnchen von Meßgermeistern hatten in dem geschmückten Wagen Platz gefunden, sie erinnerten an die heranwachsende jüngere Ge neration, die das Erbe ihrer Väter dereinst weiterführen. Von Lehrlingen geführt machten in langsamem Schritt, auch zwei Ochsen den Festzug mit. Auf dem Festplaß hielt der Vorsitzende des Schlächtervereins Brüderschaft"-Gießen Herr Louis Becker, eine Begrüßnugsansprache an die Er­schienenen und rief allen, besonders der Megger- Innung, ein herzliches Willkommen entgegen, sein Hoch galt der Fleischer- Innung und den Ehrendamen. Als Vertreter des Mitteldsch. Bundes sprach der 2. Vorsitzende des Herr Habbig Mainz; Redner hob hervor, daß der Bund, der vor 5 Jahren in Frankfurt gegründet, heute groß und st lz dast he, die von den Vätern ererbte Kollegialität werde gehegt und gepflegt, vereint mit den Meistern, habe sich um beide ein Band geschlungen, daß die Interessen des Gewerbes wahre. Meister und& sellen seien sich einig, es habe sich eine wahre Freundschaft herausgebildet, welche auch das heutige Fest bezeuge. Er wünschte dem Bunde ferneres Gedeihen und brachte sein Hoch aus auf den deutschen Fleischer- Verband. Namens der Gießener Metzger- Innung ergriff der Obermeister, Herr Stadtverord. Pirr das Wort und hielt eine wohlgesetzte, fräftige Ansprache, in der Redner ausführte, es habe sich ein inniges Freundschaftsband um Meister und Gesellen gewunden; er drückte seine Freude darüber aus, daß die Gesellen nicht allein die Gießener Meister zur Teilnahme an dem Bundesfest eingeladen habe, sondern auch den Verbandsvorsitzenden Herrn Marr- Frankfurt, der leider verhindert sei, am Fest teilzunehmen. Er sei aber ermächtigt, den Fest­teilnehmern von Herrn Mary die besten Grüße und Glückwünsche zu übermitteln. Darauf sagte Redner wörtlich: Nun aber meine lieben Freunde komme ich als Obermeister der hiesigen Metzger- Innung und ent­biete ihnen Namens derselben aufrichtigen Gruß und bestes Gelingen zu ihrem Feste. Seten sie überzeugt, daß wir die durch tägliche Arbeit sich ergebende Zu­sammengehörigkeit zu schätzen wissen. Wir wissen was gute Beziehungen zwischen Meister und Gesellen für sich habe." Herr Pirr erinnerte an das Gründungsjahr der Bruder­schaft 1888, in dem Kaiser Wilhelm I., der mit Recht der Große genannt werde, die Augen schloß mit ben Worten: " Ich habe nicht Zeit müde zu sein" in dem der edle Dulder Kaiser Friedrich Abschied nahm mit den Worten: Lerne leiden ohne zu klagen", in dem aber auch unser jeßiger Kaiser gelobte ein Schirmherr in Wahrung echten Völker­friedens zu sein. Er fonstatierte mit Freuden, daß die Ge­sellen allezeit bestrebt waren in Frieden mit den Meistern zu leben. Die Früchte die daraus erwachsen haben die ver­gangenen Jahre gezeigt. So übergebe ich euch an euerm Jubelt ige namens der Innung dieses fleine Angebinde als Beweis der Liebe und Sympatten die wir eurer Vereinigung entgegenbringen. Möge euch diese Sammelstandarte stets ein Erinnerungszeichen sein, daß nur der Dreiklang guter Beziehungen Meister, Gesellen, Lehrling dieses bewirkte. Sie aber meine liebe Festesfreunde wollen mit mir in den Ruf einstimmen: der 5 mitteldeutsche Fleischergehilfenbund, insbesondere aber der Schlächter Gesellenverein Brüder­schaft"-Gießen er lebe hoch". Die Standarte ist ein Ka­binetstück, auf der einen Seite ist eingestickt: Schlachter­Gesellen- Verein Brüderschaft Gießen" und Lamm und Fahne, auf der anderen Seite Gewidmet zur 15jährigen Jubelfeier 1903 die Fleischer- Innung Gießen". Von den Ehrendamen wurde nach einem von Fräulein Arnold gesprochenen Prolog ein Fahnenband ant die Fahne geheftet. Auch die Vorsitzenden der auswärtigen Vereine hielten An­sprachen und überreichten Fahnenbänder. Hierauf traten die Delegierten zu einer Bundes- Sizung zusammen, in der für das nächstjährige Bundesfest folgende Tagesordnung festgelegt wurde: 1. Besprechung über die nächste Bundessizung. 2. Besprechung ürer die Statuten und deren evtl. Aenderung. 3. Besprechung über das nächste Bundesfest. 4. Besprechung über die Stellungnahme des Bundes zu Festlichkeiten von nicht Bundes- Vereinen. 5. Wie stellt der Bund sich gegen­über dem Centralverband Berlin. 6. Nußen bezw. Schaden des Central- Verbandes Berlin zum Mitteldeutschen Bund. 7. Lage des Gesellenstandes. 8. Wie wollen wir Mißständen abhelfen, wie entstehen sie, und wozu ist der Gesellen- Aus­schuß da. 9 Annäherung des Bundes an den deutschen Fleischer- Verband. 10. Besprechung über Aufnahme zweier Vereine in einer Stadt. Auf dem Festplatz herrschte ein reges Leben, die Musit, die Feuerwehrkapelle, die sich durch Hinzuziehung auswärtiger Kräfte verstärkt hatte, spielte zu zwei Teilen und wurde ihrer Aufgabe vollauf gerecht. Auch an Karoussels, Photographie- Buden usw. fehlte es nicht, so daß das Fest, das sich eines guten Besuches zu erfreuen hatte, zu aller Zufriedenheit ausfiel. Leider wurde die Festesfreude durch ein Gewitter unterbrochen, was besonders die tanzlustige Jugend bedauerte. Doch wurde das Fest dadurch nicht unterbrochen. Abends wurde ein schönes Feuerwert abgebrannt. Heute ist der zweite Festtag. Mittags

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*** Mücke, 12. Juli. Die ihrer Vollendung und ihrer Gröffnung entgegengehende Bahnlinie von Lau­bach wurde dieser Tage zum ersten Mal bis zur hiesigen Station mit einer Lokomotive befahren. Die Eröffnung der Bahn dürfte demnach am 1. August erfolgen.

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** Obersorg b. Alsfeld, 12. Juli. Heute ging gegen abend hier ein schweres Gewitter nieder; ein Blizz schlug in eine Scheune ein die in Flammen aufging. Der Besizer befand sich auf dem Kriegerfest in Nieder- Gemünden.

):( Büdingen, 12. Juli. Der Gemeinderat hat fast einstimmig die Errichtung eines Elektrizitätswerkes beschlossen.

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Kassel, 12. Juli. 8 chinesische Offiziere trafen zum Besuch der Kriegsschule hier ein.

Aus dem Gerichtssaal.

Straffammer.

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Gießen, den 10. Juli. Das Urteil in der am letzten Montag verhandelten Berufungssache gegen Gastwirt Wilhelm Busch in Gießen Knecht Christian lautet auf Verwerfung der Berufung. Schmidt von Frankenbach, welcher seinem Dienstherrn Johannes Konrad zu Beltershain eine Hose stahl, bekommt mit Rücksicht auf seine vielen Vorstrafen, 6 Monate Gefäng nig. August Wendt von Ober- Wöllstadt zieht seine gegen ein Urteil des Friedberger Schöffengerichts ge­richtete Berufung, wonach er wegen Unters hlagung 14 Tage Gefängnis erhielt, vor Eintritt in die Hauptverhandlung zu­rück. Zum Schlusse wird der noch sehr jugendliche Vieh­händlergehülfe Hermann Frant von Gedern wegen eines an einem 8 jährigen Mädchen verübten Notzuchtsversuchs in eine Gefängnisstrafe von einem Monat genommen.

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Geschäftliches.

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Die allseitig als äußerst reichhaltige und kunstvoll arrangierte Deutsch Koloniale Jagd- Ausstellung, wurde um vielfachen Wünschen zu entsprechen, vom 15. d. b8 10. August ausgedehnt. Hierdurch wird die mit dieser Ausstellung bei bundene Lotterie, welche nach Schluß derselben

vorzunehmen ist, erst am 11. August d. I. in Karlsruhe gezogen. Bei dieser Lotterie fommen 2328 Gewinne mit Mf. 40 000 wovon der Hauptgewinn Mt. 10 000 3 á 1000 Mt. 2c. ohne Abzug zur Verlosung fommen.- Lose zu 1 Mark, Porto und Liste 25 Pfg. sind, so lange Vor­rat, vom General- Agent J. Stürmer, Straßburg i. Els. und allen inserirten Los- Verkaufsstellen zu beziehen. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen.

Aufgebotene.

Am 3. Juli August Edmund Arthur Bunde, Bauführer dahier mit Berta Klara Martha Senf in Dölzchen.

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Wilhelm Ruppert II., Weißbinder dahier mit Anna Jankowiat in Heuch lheim.

Wilhelm Franz, Lokomotivheizer dahier mit Ottilie Fatum in Wohnbach.

August Peter Ferdinand Orth, Wagenführer in Frankfurt a. M. mit Christiane Dorothea Scharmann dahier.

Heinrich Theodor Karl Ludwig Mühlich, Wagnermeister dahier mit Wilhelmine Emma Dorothea Kirchner hierselbst.

Adolf Christian Jacob Emil Müller, Kanzlei­beamter in Cassel mit Marie Kirchner dahier. Eheschließungen.

Am 4. Juli: Karl Christian Philipp Winter, Schlosser in Nidda mit Lina Elisabethe Brückel dahier. Friedrich Wilhelm Christian Bach, Dachdecker dahier mit Anna Margarethe Müller hierselbst. Friedrich Aulenbacher, Schneider dahier mit Louise Schmidt hierselbst.

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Samuel, gen. Sally Strauß, Kaufmann in Lauterbach mit Wilhelmine Stern dahier. Eli Neufeld, Kaufmann in Nordhausen mit Johanna Rosenthal dahier.

Geborene.

*** Friedberg, 12. Juli. An den Manövern der hessischen( 25.) Division wird der Großherzog teilnehmen. Er wird zeitweilig im hiesigen Schlosse und im fürstlichen Am 28. Juni: Dem Sergeanten Heinrich Schmidt ein Sohn. Schlosse zu Hohensolms Wohnung nehmen.

** Burg- Gemünden. Johannes Sann XII. wurde als Feldgeschworener der Gemerkung Burg- Gemünden eidlich verpflichtet.

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dahier.

Tagiöhner Ludwig Becker IX. eine Tochter, Minna.

Echreiner Heinrich Pfeil ein Sohn,

Heinrich Johannes Karl.

städtischen Taglöhner Georg Schmidt III. eine Tochter, Katharine, Karoline. Eisendreher Heinrich Babel eine Tochter. Kesselhetzer Johannes Funt ein Sohn, Heinrich.

Schreiner Otto Harig eine Tochter, Elise.

Gestorbene.

Louise Becker, 63 Jahre alt, Lauffrau dahier. Elisabethe Weiß, geb. Franz, 62 Jahre alt, Ehefrau des Schreinermeisters Christoph Weiß dahier.

** Nieder- Gemünden, 12. Juli. Vom schönsten Wetter begleitet, feierte heute der Krieger- Verein seine Fahnenweihe und damit verbunden der Hassia- Bezirk Homberg_sein 25jähriges Bestehen. Die Vereine Nieder- Ofleiden, Ober­Ofleiden, Homberg, Appenrod, Lehrbach, Ehringshausen, Deckenbach, Schadenbach, Bisfeld, Bemsfeld, Leidenrod, Elpenrod," Maulbach, Ober- Gleen, und der Krieger- und Gesang- Verein Burg- Gemünden hatten sich zu dem Feſt ein­gefunden. Die Fest- und Weiherede hielt Herr Pfarrer Am 3. Juli: Dr. Karl Kempf, 41 Jahre alt, Fabrikant Häuser- Nieder- Gemünden. Die Fahne wurde mit einem Prolog einer Ehrendame dem Verein unter besten Wünschen überreitt. Hiernach bewegte sich der imposante Festzug durch die Dorfstraßen nach dem festlich geschmückten Festplatz, auf dem der Vorsitzende des Vereins Nieder- Gemünden, Herr Gastwirt Södler eine Begrüßungs- Ansprache hielt. Die Musit leistete die Alsfelder Stadtkapelle, welche in aus­gezeichneter Weise ihrer Aufgaben gerecht wurde. Daß auf dem Festplaß sich entwickelte muntere Leben und Treiben wurde leider durch ein schweres Gewitter gestört. Der Regen fiel in solcher Menge, daß selbst die Beltücher die Besucher nicht vor den Regen zu schüßen vermochten. Heute, Montag, wird das Fest seinen Fortgang nehmen; hoffentlich wird es nicht noch mal gestört. Im Großen und Ganzen fann der Krieger- Verein mit dem ersten Tage seines Festes zufrieden sein, da es an Besuchern nichts zu wünschen übrig ließ und das Fest auch sonst einen guten Verlauf nahm.

** Homberg a. d. Ohm, 12. Juli. Gestern abend ging hier und in unserer Umgegend ein schweres Gewitt r nieder, vom strömendem Regen und stellenweise Hagel be­gleitet. In Elpenrod wurde eine Kuh im Stall vom Blizz erschlagen.- In Brauerschwend schlug der Blizz in die Kirche und ging durch die Orgel ohne zu zünden.

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Erna Elisabeth Johanna Rühl, 7 Mon. alt, Tochter des Kaufmanns Wilhelm Rühl dahier. Friederike Findt, geb. Schmidt, 81 Jahre alt, Ehefrau des Maurer Heinrich Findt dahier. Marktbericht.

Gießen, 11. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten Butter per fb. 0.80-1.00 Mr., Hühnereier 6-7 Pfg., Enteneier St. 6-7 Pfa., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 fg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Paar Mr. 1.00-1.20, Hühner per Stüd Mt. 1.20-220, Hahnen, per, Stid Mt. 0.70-1.60, Enten per Stid 2.00-2.20, Gänse p. Pfd. 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Pfg., Rindfleisch per Pfd. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfb. 66-76 Pig. Schweine­fleisch gesalzen per Pfund 0.80 Pfg., albfleisch per Pfd. 68-74 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo 9.50-10.00 Mr., Zwiebeln per 3t. Mr. 9.00-10.00, Kirschen per Pfund 30-54 Pfg. Milch per Liter 18 Vfa.

Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckeret, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1873) für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Städtisches Schlachthaus. Morgen, Ochsenfleisch 36.