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Blättern eine Geschichte erzählt wurde, die so skandalös war, daß ein parlamentarisches Seesseltreiben gegen Rosano und wohl auch für das ganze Kabinett Giolitti unausbleiblich schien. Rosano wurde nämlich bezichtigt, er habe 1898 seinen Einfluß als hervorragender Advokat und Deputierter dazu mißbraucht, um einen wegen Teilnahme an einem Aufstand zu langjähriger Haft verurteilten Sozialisten Berga maschi in Freiheit setzen zu lassen. Und zwar habe er das getan gegen ein Entgelt von 5000 Francs. Berga­maschi selbst erzählte die Sache lang und breit in einem römischen Blatte; er teilte sogar den Wortlaut der Nassiber mit, die ihm Rosano und dessen Schwiegersohn, Marquis Ferri, ins Gefängnis einschmuggelten. Ein Billet Rosanos besagte, die Summe, die Bergamaschi ihm anbiete, sei zu gering. Bergamaschi solle sie erhöhen. Als das geschehen sei, habe Rosano mit dem Minister, dem Generaldirektor des Sicherheitswesens und dem Präfekten von Neapel ge­sprochen, die Polizei habe dann ihre Anklagen zurück­genommen und Bergamaschi in Freiheit gesetzt.

Also ein Korruptionsskandal ärgster Sorte. Selbstver­ständlich konnte Giolitti dazu nicht schweigen, er beschied seinen Finanzkollegen zu sich und forderte ihn auf, sich öffentlich zu rechtfertigen. Rosano versprach das und fuhr sofort nach Neapel, wo Bergamaschi wohnt. Er versuchte diesen zur Zurücknahme oder doch zur Abschwächung seiner Beschuldigungen zu veranlassen. Das erwies sich als ver­geblich, und Rosano sah nun keinen anderen Ausweg mehr als die Kugel. Er verweilte nach der Besprechung mit Ber­gamaschi noch einige Zeit im Kreise seiner in Neapel leben­den Familie und begab sich dann früh zu Bett. Montag Morgen um 5% Uhr stand er auf und ging in sein Arbeits­zimmer, wo er mehrere Briefe schrieb. Darauf tötete er sich durch einen Revolverschuß ins Herz. Der Tod trat sofort ein. Als die Kammerfrau um 6 1hr das Zimmer betrat, um dem Minister Kaffee zu bringen, fand sie ihn an seinem Schreibtisch sizend, den Kopf auf die Hand gestützt, tot vor. Sie benachrichtigte sofort den Senator Munic chi und den Deputierten Colosimo, einen Verwandten Rosanos, die einen Priester und einen Arzt holen ließen. Dieser konnte aber nur feststellen, daß der Tod bereits eingetreten war. Municchi benachrichtigte dann die Frau und die Kinder Rosanos.

Sobald die Nachricht bekannt wurde, begaben sich Ver­treter der Behörden nach dem Hause des Ministers. Der Zutritt zum Hause wurde jedermann streng untersagt, und der Staatsanwalt begab sich nach dem Arbeitszimmer Ro­sanos.

Durch den jähen Tod des Ministers dürfte das Kabinett der Gefahr, wegen dieses unsauberen Handels in einen par­lamentarischen Skandal verwickelt zu werden, überhoben sein. Immerhin erregt die Sache das peinlichste Aufsehen und ist feineswegs geeignet, Giolittis und seines Kabinetts Stellung zu befestigen.

Die Politik.

Die Einmischung der Amerikaner in die Händel auf San Domingo scheint zu einem deutsch- amerikanischen Zwischenfall führen zu sollen: Der deutsche Dampfer Athen" bon der Hamburg- Amerika- Linie wurde von einem ameri­tanischen Kanonenboot an der Landung in Macoris( San Domingo) verhindert. Das amerikanische Schiff drohte, falls die Athen" doch einlaufen würde, mit der Beschießung des Hafens. Die Athen" mußte daher ihre Ladung in San Domingo löschen. Nach einer weiteren Meldung aus San Domingo hat der dortige deutsche Konsul gegen die bon der Union ausgehende Schließung der Häfen im Nor­den der Insel Einspruch erhoben. Hinterdrein werden sich die Amerikaner wohl entschuldigen, inzwischen aber hat die deutsche Schiffahrt und der deutsche Handel den Schaden. Uebrigens machen die deutschen, bei St. Thomas liegenden Kriegsschiffe Panther" und" Gazelle" sich eiligst nach San Domingo marschfertig. Auch das amerikanische Kanonen­boot Newport" hat Befehl erhalten, mit größter Beschleu­nigung von Savannah nach Santo Domingo zu gehen.

Pius X. als Politiker.

Papst Pius hat erklärt, er wolle kein politischer, sondern ein religiöser Papst sein. Das hindert aber nicht, daß sich unter seinem Pontifikat bedeutsame Neuerungen sowohl in kirchlich- organsatorischer, wie in politischer Hin­sicht vollziehen zu wollen scheinen. Schon vor einiger Zeit wurde berichtet, daß sich im amerikanischen und im austra­lischen Klerus die Neigung zu größerer Selbständigkeit gel­tend mache. Leute, die das Gras wachsen hören, wollten sogar wissen, der amerikanische Kardinal Gibbons habe die Absicht, sozusagen ein Vizepapst für die neue Welt zu wer­den, eine Art bevollmächtigter Stellvertreter des Papstes für Amerika zu sein. Das war selbstverständlich ein törich­tes Gerücht. Die ganze, auf Jahrhunderte langer Entwicke­lung beruhende Organisation der katholischen Kirche wäre dabei durchbrochen worden, und ein solcher Ehrgeiz des amerikanischen Sardinals wäre am Widerstande, wenn nicht des Papstes, so doch der übrigen Kardinäle gescheitert.

Nach längerer Pause hört man wieder einmal etwas über die Operationen der Franzosen gegen die algerischen Räuberbanden. Nach einer Meldung aus Algier wurde ein etwa 600 Mann starker Stamm von Wüstenräubern von Eingeborenen- Truppen in der Nähe von Ain- Ben- Kellil in die Flucht geschlagen. Von den Wüstenräubern wurden mehrere, von den Eingeborenen- Truppen drei Mann getötet. Um ein allzu scharfes Treffen scheint es sich danach nicht gehandelt zu haben. Mit den räuberischen Wüstenstämmen werden die Franzosen auch nur gründlich aufräumen kön­nen, wenn sie sich nicht auf die Eingeborenentruppen ver­lassen, sondern weiße Truppen gegen sie ausschicken.

Aus Deutsch- Südwest afrifa liegen neue Meldungen über den Hottentottenaufstand nicht vor, bis auf die eine, wonach die Bondelzwarts sich bei Zandfontein, zwischen Warmbad und dem Oranjefluß, sammeln. Die Re­gierung der Kapkolonie soll angesichts des Aufstandes die britischen Polizeitruppen an allen Furten des Oranjeflusses verstärken. Eine amtliche deutsche Meldung fehlt noch und ist nach Lage der Sache kaum so bald zu erwarten.

Heer und flotte.

Aber auf anderem Felde zeigt sich Papst Pius Neuer­ungen nicht abgeneigt. Vor allem gilt das für das Ver­hältnis zwischen der Kurie und dem Königreich Italien. Jast täglich kommen Nachrichten, aus denen sich ergibt, daß der Papst mit dem Quirinal seinen Frieden machen will.

Dieselbe Friedfertigkeit legt er auch gegenüber Frank­reich an den Tag. Der Kampf zwischen der Kurie und dem Kabinett Combes besteht noch immer, aber er wird in wesentlich anderem Stile geführt, als bisher. Herr Combes schlägt im Verkehr mit dem Vatikan einen weniger brüsten Ton an, und Papst Pius zeigt sich seinerseits durch­aus maßvoll, ohne von seinem sachlichen Standpunkt etwas zu opfern. So äußerte er sich einem französischen Publizisten gegenüber: Müssen die französischen Katholiken nicht das Los beneiden, das die Katholiken im protestantischen Eng­land gefunden haben? Müssen sie nicht die Stellung be­neiden, die die deutschen Katholiken unter der Herrschaft des protestantischen deutschen Kaisers errungen haben?" Be­sonders der Hinweis auf die Lage der deutschen Katholiken wird auf die öffentliche Meinung in Frankreich seine Wirk­ung nicht verfehlen, wie er andererseits auch in Deutsch­land die verdiente Beachtung finden dürfte.

Der Munitionsersatz für die Infanterie auf dem Ge­fechtsfelde erfährt im Anhang an das neue Ererzierregle­ment für die Feldartillerie eine eingehende Regelung. Es wird u. a. darin bestimmt das Verbot eines Wiederfüllens der Kompagnie- Patronenwagen während des Kampfes aus­gesprochen. Wenn sie geleert sind, bezeichnen diese Wagen, 1000 Meter hinter den fechtenden Truppen stehend, nur den Punkt, auf welchen der Führer einer Infanterie- Munitions­kolonne oder eines ihrer Teile Wagen anweist, um den Mu­nitionsersatz bei den Truppen zu bewirken. Die Muni­tionsfolonne selbst oder der betreffende Teil nimmt 1000 bis 1400 Meter hinter den Gruppen der Kompagnie- Patronen­wagen Aufstellung. Der Mann trägt 120 Patronen bei sich, im Kompagnie- Patronenwagen sind für das Gewehr 655 Patronen enthalten. Solange Bataillone im Rahmen grö­Berer Verbände fechten, ist auf diese Weise je der Muni­tionsersatz zu bewirken. Anders steht es, wenn zu Sonder­aufgaben, Flankenschutz, Stoß gegen feindliche Flanken, Ba­taillone abgezweigt werden, sie sind dann oder können dies wenigstens in einzelnen Fällen auf ihre Taschen munition bezw. den Inhalt der Kompagnie- Patronenwagen angewiesen und reichen damit gegebenenfalls nicht aus. Das Reglement hätte daher zweckmäßig das Verbot, die Nom­pagnie Patronenwagen während des Gefechts nicht wieder zu füllen, weniger bestimmt aussprechen sollen.

Alles in allem: Papst Pius zeigt, daß er auch auf poli­tischem Felde nicht müßig ist, und daß er jedenfalls über den geistlichen die weltlichen Interessen der Kirche, deren Oberhaupt er ist, nicht zu kurz kommen lassen will.

Der Panamakanal in Sicht!

Eine Politik mit Bolldampf" ist augenblicklich am mittel. amerikanischen Isthmus im Gange. Zug um Zug folgen sich die bedeutsamen Ereignisse: Die neue Regierung sendet eine Kommission nach Washington, um mit den Ver­einigten Staaten unverzüglich über den Bau des Pa. namakan als zu verhandeln.

Man wird im Handumdrehen einig sein, dafür bürgt schon die Persönlichkeit des Führers der Kommission, des neu ersandten Gesandten der Republik Panama in Washing­ton, Vunau- Varilla. Dieser, ursprünglich franzö­sischer Ingenieur, war längere Zeit als General­direktor des Panamafanalbaues tätig und ist an dem Unter­nehmen selbst mit großem Kapital beteiligt. Als infolge der Aufdeckung des Panamaskandals und des Zusammenbruches der Gesellschaft die Förderung des Baues mit französischem Gelde unmöglich wurde, entfaltete Bunau- Varilla in Nord­amerika eine eifrige Propaganda zu Gunsten dieses Projekts. Man kann ohne Uebertreibung behaupten, daß Bunau­Varilla der eigentliche Urheber der Revo Iution in Panama ist und daß er hierbei die Unter­stützung der Vereinigten Staaten gefunden hat. Er ist be­reits in Washington eingetroffen.

Angesichts der amerikanischen Anerkennung und des schnellen Vorgehens der neuen Republik in Sachen des Panamakanals werden alle Anstrengungen Kolumbiens, die abtrünnige Provinz wiederzuerobern, vergeblich sein. Es will sogar scheinen, als werde sie dabei nur noch mit den Vereinigten Staaten in Händel geraten; die Regierung in Bogota hat an die Union wegen der Anerkennung und Unter­stüßung Panamas eine so scharfe Protestnote abgesandt, daß die Yankees eine geharnischte Antwort kaum schuldig bleiben werden.

Der Kindesunterfchiebungs- Prozess. ( 11. Verhandlungstag.) RK Berlin, 9. November.

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berbreiten soll. Von besonderer Wichtigkeit ist die Aussagit der Schwester der Frau Cäcilie Meyer( die bekanntlich gibt, der Knabe sei ihr Sohn). Sie beſtätigt, daß ihre Schwester ihr erzählt habe, daß sie den kleinen Leo für 100 Gulden an eine fremde Gräfin verkauft habe. Eine andere Beugin ist bei Uebergabe des Kindes an zwei schwarz gekleidete Frauen" zugegen gewesen und hat ge sehen, daß eine größere Geldsumme gezahlt wurde."

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Der Automobilunfall des Großfürsten Kyrill von Ruß Lichtenfels ein Gespann des Freiherrn v. Dungen überfuhr, wurde, wird demnächst noch ein Nachspiel vor Gericht haben bei dem Zusammenstoße aus dem Wagen geschleudert wurde und schwere Rippenverlegungen erlitt, gütlich geeinigt; et von hundert Mark pro Woche zu zahlen. Da der Kutscher nach Ausspruch des ihn behandelnden Arztes voraussicht lich noch mehrere Wochen hindurch arbeitsbeschränkt sein wird, so dürfte dem Großfürsten die Unvorsichtigkeit seines russischen Chauffeurs, abgesehen von der noch zu erwarten den gerichtlichen Sühne, ziemlich teuer zu stehen kommen.

land, der, wie wir kürzlich meldeten, bei Grandfeld unweit a find. Jeder wobei der Kutscher des letzteren nicht unerheblich verlegte geschmückt i Inzwischen hat sich Großfürst Kyrill mit dem Kutscher, der selbe Numme

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hat sich bereit erklärt, dem Verleßten ein Schmerzensgeldes Stüd ihm

Eine unfreiwillige Luftschiffahrt machte ein 14jäh riger Junge aus Neudorf bei Leobschütz in Oberschlesien. Dort wollten auf dem Hutberge zwei Offiziere der Ber liner Luftschifferabteilung mit ihrem Ballon landen. Der Knabe, der mit anderen Gespielen zu dem seltenen Schau spiel herbeigeeilt war, erfaßte beherzt das herabhängende Tau. In demselben Augenblick ging der Ballon wieder in die Lüfte, riß den Jungen über eine hundert Meter breite und 16 Meter tiefe Standgrube hinweg und ließ sich auf der anderen Seite der Grube nieder, wo der Knabe end­lich von seiner Todesangst befreit wurde. Glücklicherweise hat er bei der Luftfahrt wider Willen keinerlei Schaden erlitten.

Trotzdem immer noch 100 Zeugen zu vernehmen sind, ist das Interesse des Publikums im Erkalten begriffen. Naturgemäß kann ja alles, was jetzt noch kommt, im großen und ganzen nur eine Wiederholung des Voraufgegangenen bieten, wenn es auch nicht an einzelnen neuen Schlaglich­tern gebricht. So wurde heute der angeklagte Graf Kwi­lecki in ein Kreuzberhör genommen, um zu konstatieren, ob er bezüglich des angeblichen kleinen Erben die Worte gebraucht habe: Ich hätte nichts dagegen, wenn der Junge tot wäre. Weiter, daß er sich selbst den letzten Majorats­herrn auf Wroblewo genannt habe, trotzdem der kleine Erbe schon vorhanden war. Das letztere will der Angeklagte da­hin deuten, daß er nur davon gesprochen habe, er sei der letzte Wensierski- Kwilecki. Nach einer Bestimmung des Fideikommißvertrages dürfe sein Sohn sich nur Graf Kwi­lecki nennen. Die erstere Aeußerung streitet er ab. Dann werden die Späßchen" der Gräfin einer weiteren Beleucht­ung unterzogen, z. B., daß sie gesagt habe: Dann bleibt mir nichts anderes übrig, als mir ein Kissen auf den Leib zu binden. Der betreffende Reuge konstatiert, daß die Gräfin in ihren Ausdrücken stets mehr als derb gewesen ist. Die Frage der mehr oder minder großen Glaubwürdigkeit ein­zelner Zeugen in der Angelegenheit der Andruszewskischen Reisen führt einen ziemlich scharfen Konflikt zwischen dem Distriktskommissar Leitlof und der Verteidigung herbei. Justizrat Wronker stellt im Anschluß hieran einen neuen Ladungsantrag. Es soll eine Masseuse vernommen wer den, die die Gräfin bald nach der Geburt des Knaben zit massieren begonnen habe, um gewisse damit zusammen­hängende Schwellungen fortzubringen. Die wichtige Frage der Aehnlichkeit wird auf Antrag des Gerichtsarztes Stör­mer einer Kommission, bestehend erstens aus dem Antrag. steller, zweitens dem Professor Dr. Straßmann und dem Portraitmaler Vogel übertragen. Den Schluß der Sitzung füllt die Vernehmung einer Anzahl von Zeugen aus Krakau aus, die über den angeblichen Verkauf des Knaben Licht

Eine schwere Bluttat wurde nächtlicherweile in der Bor beckerstraße zu Essen begangen. Der erst 17jährige Dach­deckergeselle Thürcken ermordete aus Rache den Kutscher August Berger auf grausamste Weise. Dem Ermordeten war durch 16 Stiche, bei denen das Messer durchgezogen wurde, die ganze Brust zerfleischt. Der Mörder floh auf die Dächer der in der Borbeckerstraße gelegenen Häuser und mußte von der alarmierten Feuerwehr heruntergeholt wer den. Berger hatte Thürken und zwei Mitschuldige wegen eines an ihm begangenen schweren Diebstahls angezeigt, weswegen einer der beiden Genossen Thürkens zu 7 Mo­naten Gefängnis verurteilt worden war. Die beiden Ge­nossen Thürkens wurden ebenfalls verhaftet.

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In einem Fuchsban ums Leben gekommen. Ein eigen- ahre mit B artiger Unglücksfall wird aus Heidenheim berichtet. Eine Anzahl junger Burschen im Alter von 17 bis 20 Jahren hatten einen Ausflug in den Wald unternommen. Dabei versuchte einer von ihnen, in einen Fuchsbau zu kriechen. Als er mit Kopf und Oberkörper in dem Bau war, brachen die lockeren Erdmassen über ihm zusammen und erstickten ihn. Alle Wiederbelebungsversuche waren erfolglos.

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Neue Opfer des Automobilsports. Eine Bergwettabt eine Sigur fahrt von Motorwagen, die in der französischen Stadt Gaillon stattfand, hat zu beklagenswerten Katastrophen ge führt. Die Fahrer Daujan und Lambert wurden getötet mehrere andere schwer verletzt.

Ueber die kühne Rettungstat einer Frau wird aus Bres folgendes berichtet: Die 40jährige Fischersmagd Nose Here sah vom einsamen Ufer von Üshant aus, wie ein kleines Boot, augenscheinlich von einem untergegangenen Schiff, sich dem flippenbesäten Strande näherte, jeden Augenblick in Gefahr, von den stürmischen Wellen an den Felsen zerschmettert zu werden. Ohne Besinnen warf sie ihre Oberkleider ab und schwamm, trop beständiger Lebensgefahr, zwischen den Klip. pen hin dem Boot entgegen. Es gelang ihr, an Bord zu kommen und, da sie des Jahrwassers von Jugend auf kundi ist, die 14 Schiffbrüchigen vom Dampfer Vesper", die da Boot enthielt, sicher an Land zu bringen. Die französischen Behörden haben der tapferen Frau eine reiche Belohnung ausgesetzt.

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Spiritistische Renntips. In Lille machte die Polize einem sonderbaren, aber einträglichen neuartigen Geschäfts betrieb ein jähes Ende. Ein findiger Kopf wußte solche die nicht alle werden, gehörig zu schröpfen, indem er ihnen in spiritistischen Sitzungen" todsichere" Tips zu den Renner in aller Herren Länder gegen gutes Geld verkaufte. Seine Begleiterin gab diese Tips aus einem sogenannten hyp begangen, wer

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es der Unternehmer, Charles Brice mit Namen, vor, sic schleunigst mit Strychnin zu vergiften. Die Tips mußter also wohl nicht goldecht" sein, wenn sie auch goldsicher

waren.

Der entführte amerikanische Millionär Edward Went wird jetzt seinem besorgten Vater zurückgegeben werden. Di Räuber haben für die Freilassung das hübsche Sümmche von 100 000 Dollars gefordert, und Wentz sen. hat bereit einen Bevollmächtigten abgesandt, der mit einem Beauf tragten der Räuber über die Auslieferung, des Lösegeldes und des Gefangenen verhandeln soll. Der betrübte Vater hat eingesehen, daß ein weiteres Suchen in den Felswüsten Südvirginiens vergeblich ist, nachdem ein Heer von 1000 Mann sich wochenlang ohne jedes Resultat angestrengt hat die Spur des Verschwundenen zu finden.

Aufruhr unter den Duchoborzen. Aus Winnipeg( Mani toba) wird berichtet: Unter den hier lebenden Duchoborzen ist von neuem ein wilder Fanatismus zum Ausbruch ge kommen. Peter Veragini, der Führer der fanatischen Sette verließ kürzlich die Niederlassung am Swan Lake, um die andere Duchoborzen- Kolonie bei Yorkton zu besuchen. Vo seiner Abreise sammelte er seine Jünger um sich, und wäh rend sie vor ihm knieten, ermahnte er sie, in seiner Ab wesenheit streng seine Lehren zu befolgen, und namentlic feinen Missionären Gehör zu schenken. Am folgenden Mor gen schon fam als Störenfried ein Methodistenprediger Perkins hieß er nach der Kolonie, um den Duchoborzen das Wort Gottes nach der Weise der Methodisten zu lehren Darob entstand große Aufregung unter den russischen Fana tikern. Die Wildesten unter ihnen rissen sich die Kleider vom Leibe und wollten, wie sie es schon früher einmal getan hatten, völlig nadt einen Pilgerzug antreten, um ihren An führer Peter Veragini zurückzuholen. Die vernünftigeren

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