jetzt das Gerücht auf, daß Kardinal Vincenzo Vannuteli zu diesem einflußreichen Posten ausersehen sei. Vorher hieß es, Agliardi sei dazu bestimmt. Die Kardinäle Capecelatro und Satolli hätten so erzählt man mehrfach mit ihm fonferiert und ihn zur Annahme zu bewegen gesucht. Doch schwanke er noch. Rampolla soll das Amt des Vizekanzlers der Kirche angeboten werden. Ueber alle diese Dinge wird wohl erst im angekündigten Konsistorium Klarheit geschaffen werden. Es verlautet weiter, daß der Papst in diesem den Konklavesekretär Merry del Val, sowie seinen Lehrer, den greisen Erzbischof von Padua, Callegari, und den Verwalter der päpstlichen Finanzkammer, Monsignore Paricoli, zu Kardinälen ernennen will. Die meisten fremden Kardinäle haben Rom verlassen, nachdem sie vom Papst in Audienz empfangen sind. Nur Kardinal Gibbons wird noch einige Zeit dort bleiben.
König Peter und die Mörder Alexanders.
Wie abhängig König Peter von der Gnade der serbischen Königsmörder ist, dafür bietet ein Vorfall einen charakteristischen Beweis, der sich eben in Belgrad zugetragen hat. Das Belgrader Amtsblatt veröffentlichte dieser Tage einen Ukas, der vom König Peter in aller Form unterzeichnet war und den gegenwärtigen Hofmarschall in Konstantinopel, Oberstleutnant Ljubomir Leschjanin, zum Hofmarschall ernannte. Eben war das Amtsblatt ausgegeben, da erging plößlich der Befehl an die Polizei, das Blatt zu beschlagnahmen, und nachdem die Beschlagnahme erfolgt war, erschien eine zweite Ausgabe, die den Ukas mit Leschjanins Ernennung nicht enthielt. Nachträglich stellte sich heraus, daß König Peter die Ernennung rückgän gig gemacht hatte, weil die an der Ermordung des Königspaares beteiligten Offiziere dagegen protestierten, daß ein von Alexander und Draga wohlgelittener Diplomat von dem neuen Könige ausgezeichnet werde. Beneidenswert mag das Gefühl, eine Kreatur von Mordbuben vorzustellen, für den neuen König gerade nicht sein.
Kurze politische Nachrichten.
* Ueber eine sinnige Amnestie wird aus Dresden berichtet: König Georg hat aus Anlaß seines 70. Geburtstages 70 Strafgefangenen die Freiheit geschenkt.
* In der deutschen Botschaft zu Petersburg fand ein Diner statt, zu welchem die deutschen Delegierten für die Handelsvertragsverhandlungen, die Minister der Finanzen, des Ackerbaus und des Innern, sowie die Mitglieder der deutschenBotschaft und des Generalkonsulats geladen waren. Minister Witte blieb mit den übrigen Gästen nach dem Diner in angeregter Unterhaltung bis Mitternacht in der Botschaft.
* Der deutsche Botschafter in Washington, Frhv. Sped b. Sternburg, hat dem Präsidenten Roosevelt auf dessen Randsiz in Oysterbay sein Beglaubigungsschreiben überreicht.
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In Bad Herrenalb ist der frühere Reichstags- und jetzige Zandtagsabgeordnete für Neustadt- Landau in der Pfalz, Oberlandesgerichtsrat a. D. Theodor Brünings, gestorben.
* In Krimmitschau finden gegenwärtig Lohnkämpfe ſtatt. 7 bis 8000 Tertilarbeiter, die eine 10stündige Arbeitszeit verlangten, erhielten die Kündigung.
Die Sofioter Blätter kündigen die Rückkehr des Fürsten Ferdinand an.
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Das rumänische Königspaar hat Bukarest verlassen und ist in Wien eingetroffen.
Herrschaft über den Erdkreis, gekrönt worden. Schier unendlich waren die Menschenmassen, die sich heute in die weiten Hallen von Sankt Peter über den Plazz hin drängten, auf dem schon seit dem frühen Morgen ein starkes Aufgebot italienischer Truppen die Ordnung aufrecht erhält. Trotzdem alle erdenklichen Vorkehrungen getroffen waren, um den Eintritt der Menge zu regeln und in Grenzen zu halten, so entstand doch ein wahrhaft lebensgefährliches Gedränge, als die zu einer dichten Mauer gestauten Tausende sich langsam in die Tore hineinkeilten, das ist der einzig passende Ausdruck. Es soll denn auch nicht ohne Unfälle abgegangen sein und die Sanitätsambulanzen alle Hände voll zu tun gehabt haben. Besser ist das diplomatische Korps und die römische Aristokratie daran, für die bequeme Tribünen aufgeschlagen sind, ebenso wie für die Musik. Die Menge füllt die weite Kirche in se dichtem Gewimmel, daß nur der allernötigste freie Raum für die nahende Prozession bleibt.
Der Ausstand in Hennebont( Frankreich), der zu den Ruhestörungen der letzten Tage geführt hatte, ist durch Bevilligung der von den Arbeitern geforderten Lohnerhöhung beendigt. 26 Rädelsführer bei den Unruhen wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt.
* Das britische Oberhaus beendete nach mehrtägigen Verhandlungen die Komitee- Beratung der irischen Landvorlage. Die irischen Peers setzten die Annahme mehrerer von der Regierung befämpfter Abänderungen durch, welche indessen die Grundzüge der Vorlage nicht berühren.
Hof und Gesellschaft.
Der Kaiser ist auf seiner Nordlandsreise in Bergen eingetroffen. An Bord ist alles wohl. Das Wetter ist trübe.
Alles reckt sich auf den Zehenspizen. Umgeben von seinem glänzenden Hofstaat, naht der Papst, hoch auf der Sedia Gestatoria sipend, von Jubelrufen empfangen. Er kommt von der Sakramentskanzlei und dem Throne des heiligen Gregorius, wo er die Huldigung des niederen und hohen Klerus empfangen hat. Beim Eintritt in das Schiff stockt der lange Zug. Der Zeremonienmeister zündet eine Kerze an und singt, niederknieend: Pater sancte, sic transit gloria mundi( Heiliger Vater, so schwindet der Ruhm der Welt). Noch zweimal wiederholt sich diese einfache und in ihrem tiefen Sinne doch ergreifende Zeremonie, einmal bei der Statue des heiligen Petrus und zum leztenmal, als der Zug am Hochaltar angelangt ist, wo der Papst sich anschickt, die Messe zu lesen.
Er unterbricht die Vorbereitungen, um von dem ältesten Kardinaldiakon sich das schimmernde Ballium über die Schultern legen zu lassen. Dann kehrt er, gefolgt von den ministrierenden Geistlichen, zum Altar zurück; hohe Weihrauchwolken füllen die Kirche mit betäubendem Duft. Man sieht burch sie, wie durch einen Schleier, wie der Papst zu seinem goldschimmernden Thron schreitet, wie die Kardinäle ihn umgeben, dem neuen Licht der Welt huldigen. Die gewaltigen Glocken des Petersdoms lassen ihre dröhnenden Stimmen ertönen, dazwischen klingen die Glöckchen der Ministranten, alles sinkt andachtsvoll auf die Knie: das große Wunder vollzieht sich, die Messe ist beendet.
Die Kaiserin hat sich von Cadinen aus in das schlesische Ueberschwemmungsgebiet begeben. Die Fahrt erfolgte über Elbing mittels Sonderzuges nach Ziegenhals. Von hier aus fuhr die Kaiserin in Begleitung des Regierungspräsidenten Holz und des Landrats v. Jerin nach Dürrfunzendorf und Arnoldsdorf, Wildgrund, Langenbrück und Neustadt. Im Anschluß hieran setzte die Kaiserin die Reise nach Breslau fort. Im föniglichen Schlosse daselbst, wo die Kaiserin Wohnung nimmt, fand ein Empfang des Vaterländischen Frauenvereins statt. An der Beratung, die unter Vorsitz der Kaiserin über die Maßregeln zur Linderung des Hochwassernotstandes stattfand, nahm nur der aus acht Herren bestehende engere, ausführende Ausschuß des Provinzialhilfskomitees, sowie die Delegierten der Vaterländischen Frauenvereine teil. Auch die Erbprinzessin Charlotte von Sachsen- Meiningen war zum Empfange der Kaiserin in Breslau anwesend. Die Weiterreise der Kaiserin von Breslau nach Posen erfolgt morgen( Dienstag) gegen 9 Uhr vormittags, die Ankunft in Bosen halb 12 Uhr mittags. Die Kaiserin begibt sich sofort nach ihrem Eintreffen daselbst mittels Wagens in die Nähe des Klosters in Wilda und kehrt sodann nach dem Generalkommando in Bosen zurück, wo alsbald eine Sitzung des Hilfskomitees, sowie des Vorstandes des Provinzialvereins vom Roten Kreuz und des Vaterländischen Frauenvereins abgehalten werden wird. Von Posen fährt die Kaiserin um 4 Uhr nachmittags direkt nach dem Neuen Palais bei Potsdam, wo die Ankunft kurz nach 9 Uhr abends zu erwarten steht.
** Die Vermählung des Prinzen Andreas von Griechenland mit Prinzessin Alice von Battenberg in Darmstadt wird am 17. Oktober stattfinden. Kaiser Wilhelm, der Zar und der König von Griechenland werden sicher zu der Feier kommen, dagegen wird nach englischen Blättern König Eduard von England sicher und der König von Dänemark wahrscheinlich dabei fehlen.
Die Krönung des Papftes.
A Rom, 9. Auguſt.
schwindet. Wir begnügen uns deshalb, nur die zum Ber ständnis des Ganges des Prozesses allernötigsten Daten hier noch einmal kurz zu rekapitulieren. Frau Humbert, mit ihrem Familiennamen Daurignac, heiratete in ihrem Heimatsorte Baugelle den Sohn des Deputierten und späteren Justizministers Gustave Humbert, Frederic Humbert, dem sie vorgespiegelt hatte, daß sie eine größere Erbschaft zu erwarten hätte. Diese legendäre Erbschaft schwoll allmählich lawinenartig an, und schließlich war das Gerücht verbreitet, daß der Frau Humbert und ihrer Schwester Marie von einem gewissen Henri Crawford eine hundert MillionenErbschaft zugefallen sei. Das Testament des Herrn Crawford wurde indessen auf Grund eines zweiten Testamentes von den Neffen des Erblassers angefochten. Vor den Pariser Gerichten begann nun ein Prozeß, der Jahre hindurch dauerte, zwischen den Anwälten der Humberts und der Crawfords wurden Schriften und Gegenschriften getechselt, Vergleiche angebahnt und wieder verworfen. Da es aber ganz sicher war, daß die Humberts den Prozeß gewinnen würden, erhielt Madame Therese à conto der ihr zufallenden Erbschaft von Freunden und Lieferanten, von Banken und Wucherern Geld, so viel sie wollte. Sie führte ein glänzendes Haus, empfing die einflußreichsten Männer Frankreichs, bis plößlich das Kartenhaus zusammenbrach, und die Humberts im Mai v. J. plößlich aus Paris verschwanden. Die ganze Erbschaftsgeschichte war von Anfang bis zu Ende erfunden, die Crawfords existierten überhaupt nicht. Lange dauerte die Suche nach der Familie Hum bert, bis man durch einen Zufall im Dezember Frederic Humbert, Madame Therese, ihre Tochter Eva, ihre Schwester Marie und ihre Brüder Emile und Romain Daurignac in Madrid verhaften konnte. Eva Humbert und Marie Daurignac wurden bald nachher außer Verfolgung gesetzt.
Die goldene Mitra auf dem Haupt wird nun der Bapst auf die Loggia getragen, wo ein prächtiger Thron seiner harrt, auf dem er, hoch über den Häuptern der Menge schwebend, Plaz nimmt. Und nun folgt in raschem Aufeinander die Krönung. Von den Wänden hallt der Krönungschor wieder: Corona aurea super caput ejus( Eine goldene Krone hat er auf seinem Haupt), man hört die dumpfe Litanei der Kardinaldiakonen. Und nun treten diese, auf purpurnen Kissen das Triregnum tragend, auf den Thron zu. Der eine von ihnen nimmt dem Papste die Mitra vom Haupte und der zweite seht ihm die funkelnde Tiara auf. Und wie der Papst das Triregnum, das Zeichen dreifacher Herrschaft, empfängt, tönt laut vernehmlich durch den weiten Dom die Krönungsformel: Empfange die Tiara, mit drei Kronen geschmückt, und wisse, daß Du bist der Vater der Fürsten und Könige, der Leiter des Erdtreises, auf der Erde der Stellvertreter unseres Erlösers, Jesus Christus. Dem Ehre und Glorie in die Ewigkeit der Ewigkeiten.
Die legte der glanzvollen Zeremonien, mit denen der neue Papst in sein Amt als Stellvertreter Christi und Nachfolger Petri eingeführt wird, ist vorüber: Pius X. ist im Petersdom, umgeben von der Schar der Kardinale, Patriarchen und Bischöfe mit dem Triregnum, dem Zeichen der
Die schwere Krone mit jugendlicher Kraft auf dem stola und würdevoll erhobenen Haupt, richtet sich nun Pius X. auf und breitet die Hände aus, um der Menge, die andächtig aufs Knie finkt, den päpstlichen Segen zu erteilen. Dann berschwindet er wie eine Vision aus überirdischen Sphären durch den überdeckten Gang nach dem Vatikan..
Buren- Oberft Schiel
Eine der sympathischsten unter den vielen sympathischen Gestalten, die man im letzten Burenkriege auf der Seite der Transvaal- und Oranjeburen sah, ist nicht mehr: Im Alter von 44 Jahren ist Oberst Adolf Schiel, der Artillerieober kommandant der Buren, im Krankenhause zu Bad Reichen hall nach längerer Krankheit gestorben.
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Der erste Verhandlungstag schon brachte den Parisern, die sich um die Eintrittskarten zu dem reservierten Raum des Sigungssaales geradezu rissen und schließlich froh einen tvaren, wenn sie einen Stehplatz erobern konnten, fleinen Vorgeschmack von den Sensationen, die ihrer in diesem Prozeß harren. Therese Humbert, die in schwarzer Toilette mit Federhut und Schleier erschienen war, unterbrach den Präsidenten, der die Anklageschrift vorlas, durch ständige Zwischenrufe:„ Das ist unwahr, das ist ja Unsinn!" und ließ sich nur mit Mühe und Not von ihrem Verteidiger Labori soweit beruhigen, daß sie, als der Präſident zu den Personalien ihres Vaters kommt, eine große Lobrede auf die Familien Daurignae und Humbert vom Stapel lassen konnte. Sie erklärte zu allgemeiner Heiterkeit, diese Namen bildeten den Ruhm Frankreichs. Wenn schon bei der Aufnahme der Nationale der Angeklagten und der Verlesung der Anklage- darauf beschränkten sich die Vorgänge am ersten Verhandlungstage-- eine solche Berserkerwut und solchen Redeschwall entwickelt, wie köstlich muß es erst sein, wenn sie eine ihrer angedrohten Brandreden losschießt, in denen sie hohe Staatsbeamte und Spißen der Pariser Gesellschaft bloßstellen will. Schon jetzt prickelt es den Zuhörerr in allen Gliedern in Vorahnung dieses pikanten Genusses.
Ein Frankfurter Kind, trat der entschlafene Oberſ bei den Bockenheimer Husaren ein, nahm aber als Leutnan seinen Abschied und siedelte nach Südafrika über. Er trai als Ochsenkarrenkutscher in den Dienst eines deutscher Farmers in Natal. Als solcher machte er Fahrten durc ganz Natal. Dann wurde er Wirtschaftsinspektor und ver lobte sich mit der Tochter eines Missionars. Aber sein Naturell ließ ihm keine Ruhe, wir finden ihn nach ein paa Jahren als leitenden Minister. Freilich ist es nur ein Zulu fönig, Dinizulu, dessen Ratgeber er ist. Als Dinizulu unter Schiels Einfluß sich entschlossen hatte, Deutschland um die Annerion des Zululandes anzugehen, reiste Schiel nach Berlin, um mit Bismarck über die Sache zu beraten. England ebenso wie die Buren der Annerion Widerstand entgegensetzten, stand Bismarck schließlich von dem Plan ab. Inzwischen war aber die Transvaalregierung auf Schiel aufmerksam geworden; sie zog ihn in das Transvaalgebiet, wo er bald vermöge seiner Bravour in den Kämpfen mi den Basutos zum Adjutanten Piet Jouberts aufrückte. Später Oberkommandant der burischen Artillerie, wurde Schiel beim Ausbruch des Burenkriegs zum Befehlshabei des deutschen Freikorps ernannt. Schon in dem ersten größeren Gefecht, bei Elandslaagte, wurde er an beiden Beinen schwer verwundet und von den Engländern gefanger genommen, die ihm auch nach dem Friedensschluß die Rüd fehr nach Südafrika verboten. Schiel begab sich nach Deutsch land zurück, wo er Vorträge über die Burensache hielt, bil ihn ein schweres Leiden aufs Lager zwang. Seine Lebens. schicksale hat er in einem während der Gefangenschafi in St. Helena verfaßten Werke„ 23 Jahre Sturm und Sonnen schein in Südafrika" niedergelegt. In seiner Jugend an Brausekopf, zeigte er sich in reiferem Alter als ein verläßlicher, wackerer Mann, als ein Pionier deutschen Rolfs geistes in Afrika, auf den unser Vaterland stolz sein kann.
Die Humberts vor Gericht.
§ Nach langer Voruntersuchung, Verzögerungen und Ver. tagungen ist nun wirklich die große" Therese, wie das sen. sationslüsterne Paris mit einer gewissen scheuen Bewunde rung die Millionenschwindlerin Humbert nennt, vor ihren Richtern erschienen. Wie die geniale Betrügerin die ganze Welt durch ihre fühne Flucht in Atem hielt, ist wohl noch ebenso frisch in Erinnerung, wie der von ihr durch lange Jahre hindurch mit Erfolg betriebene Riesenerbschafts
Nab und fern.
Vom Heidelberger Jubiläum. Unter dem Ehrenvorsik des Großherzogs fand in der Stadthalle der große Festtommers statt, an dem etwa 1600 Personen teilnahmen. Den ersten Trinkspruch brachte der Großherzog auf den Kaiser aus, dem das von Studiosus Glocke ausgebrachte Hoch auf den Großherzog und sein Haus folgte. Weitere Trinksprüche galten den Ehrengästen, den Lehrern der Universität, der Stadt Heidelberg, der Studentenschaft und anderen. Aus Anlaß des Jubiläums erfolgten eine ganze Anzahl von Ehrenpromotionen, u. a. wurden der Dichter Gustav Frenssen und Pfarrer Friedrich Naumann, der Führer der Nationalsozialen, zu Ehrendoktoren der Theologie, der Maler Hans Thoma, der Kapellmeister Richard Strauß, der Dichter Peter Rosegger, der Nationalökonom Professor Gustav Schmoller zu Ehrendoktoren der Philosophie ernannt. Die theologische Fakultät ernannte auch zwei Damen, Dr. jur. Margareta Dunloj- Gischon und Dr. phil. Agnes Smith- Lewis zu Ehrendoktoren. Die beiden Damen sind die ersten weiblichen Doktoren der Theologie in Deutschland.
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Einer furchtbaren Brandkatastrophe fielen die sechs Kinder des Gutsbesitzers Neudel in Remtengrün( Vogtland) zum Opfer. Das aus Holz erbaute Wohnhaus wurde durch ein nächtlicherweile ausgebrochenes Feuer eingeäschert und die sechs Kinder verbrannten in den Bodenräumen, wo sie schliefen, ohne daß es den verzweifelten Eltern gelang, zu ihnen zu dringen. Bei den wiederholten Rettungsversuchen trugen beide Ehegatten Neudel schwere Brandwunden davon. Auch aus Spanien kommt die Nachricht bon einem schweren Brandunglücke. Ein heftiges Feuer zerstörte die Wohnungen der Arbeiterfolonie in Esparaguera bei Barcelona; mehrere Arbeiter kamen ums Leben. Etwa 3000 Arbeiterfamilien sind obdachlos geworden. legeplatz für die Dampfschiffe der Nadeschda- Gesellschaft in Kasan ist mit allen auf ihm vorhandenen Waren niedergebrannt. Bei dem Brande sind mehrere Menschen ums Leben gekonimen.
Der An
Kesselexplosion auf einem englischen Kriegsschiff. An Bord des zur Zeit auf der Station von Funchal( Madeira) befindlichen englischen Kriegsschiffes Blake" ereignete sich eine folgenschwere Kesselerplosion. Ein Mann wurde getötet, zwei Mann schwer, vier andere, darunter zwei Offiziere, leicht verletzt.
Folgenschwerer Eisenbahnzusammenstoß. Auf der Grand Trunk- Eisenbahn( Michigan) stießen zwei Züge zu sammen, die den Zirkus von Wallace Brothers beförderten; 19 Personen, darunter der Zugführer, wurden getötet, 30 verlegt.
Bunte Chronik. In Kit in Böhmen erkrankten nach dem Genuß giftiger Pilze elf italienische Arbeiter, von denen mehrere starben.
Aus Eifersucht versuchte in Magdeburg der Maurer Graviat die Witwe Friederike Wohlert, mit der er ein Ver.
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